Welcome to the jungle of feelings
Vor Heulkrämpfen zitternd stand sie da. „Bitte, ihr müsst das doch verstehen!" „Verstehen?" James sah sie kalt an. „Was gibt's da noch zu verstehen? Ich dachte wir wären alle Freunde! Und du machst alles kaputt... Du bist schuld. An allem!" Hilfesuchend wandte sie sich an Remus. „Aber du...du kannst das doch verstehen... Du bist doch der Verständnisvollste und Vernünftigste von uns Rumtreibern..." Der Werwolf nickte ernst und verschränkte die Arme vor der Brust. „Da hast du wohl Recht. Und genau deshalb bin ich der gleichen Meinung wie James und Peter. Selbstverständlich habe ich in einem Buch nachgeschlagen, wie in einer solchen Situation zu verfahren ist. Es tut mir Leid, Lydia. Aber in so einem Fall ist hier eindeutig eine Exekution vorgeschrieben." Peter und James packten ihre Arme und sie begann wild um sich zu schlagen. „Nein! Nein! Das ist nicht euer ernst! Es tut mir doch leid! Ihr könnt mich deswegen nicht umbringen! Bitte nicht!"
„Nein!" Mit einem heiseren Schrei schreckte Lydia aus dem Schlaf. Im Schlafsaal war es noch stockdunkel und kein Geräusch durchbrach die Stille, außer den gleichmäßigen Atemzügen der anderen Mädchen im Raum. Sie atmete erleichtert auf, als sie endlich begriffen hatte, wo sie war. Was für ein blöder Traum. Ihre Augen huschten zu ihrem Wecker auf ihrem Nachtkästchen. Es war 2.43 Uhr. Seufzend legte sie sich zurück in ihr Kissen. Nachdem sie eine geschlagene Stunde darauf gewartet hatte, dass der Schlaf sie abermals übermannte, stand sie genervt auf. Leise tapste sie hinaus und hinüber zu den Jungenschlafsälen. Die Tür knarrte leise als sie diese langsam aufschob und hindurch schlüpfte. „Lü?" „Peter?" „Was machst du hier?" „Ich hab schlecht geträumt und kann jetzt nicht mehr schlafen." „Hast du davon geträumt die Trauzeugin auf James und Lilys Hochzeit zu sein oder wie?" brummte Sirius. James setzte sich grummelnd auf. „Ist es schon Zeit zum aufstehen? Es ist doch noch dunkel..."
Im gegenüberliegenden Bett drehte sich Remus stöhnend um und blickte mit zusammengekniffenen Augen auf seine Uhr. „Lü! Hast du ne Ahnung wie spät es ist?!" Verlegen lächelnd spielte das Mädchen mit einem ihrer langen Zöpfe. „Kurz vor vier.." „Ich hoffe du hast ne gute Entschuldigung parat..." „Ich hab schlecht geträumt..." „Armes kleines Mädchen! Komm her und erzähl uns von dem bösen, bösen Traum." Grinste Sirius und klopfe auffordern auf sein Bett. Lydia schüttelte heftig den Kopf, dass ihre Haare nur so flogen. „Neee! Ganz sicher nicht! Sonst schlägt Moony noch ne Exekution vor!" „Bitte?" „Ach vergesst es..." „Bei wem denn? Schniefelus?" fragte Peter feixend, woraufhin James und Sirius schallend auflachten. „Pssst!! Die anderen schlafen noch!" mahnte Remus. Peter zuckte die Schultern. „Na und? Wir sind wach." „Außerdem haben wir die ersten zwei Stunden Geschichte, da können wir die paar Stunden nachholen." Fügte James hinzu und stand auf. „Also, was haltet ihr von einem Pyjama-Spaziergang?"
„Aua! Das war mein Fuß, Prongs!" „Sorry, aber du könntest dir auch mal wieder die Beine rasieren, du piekst!" „Könntet ihr endlich leise sein? Pads, ist irgendwer auf Streife?" „Filch schläft, aber Slughorn patrouilliert im zweiten Stock." „Können wir uns irgendwie vorbei schleichen?" „Locker, wir müssen nur den Gang durch den Wandbehang von Edgar dem Entsetzten nehmen." Lydia quiekte erschrocken auf. „Wer auch immer das gerade war: Pfoten weg!" James verkniff sich ein Kichern. „Mensch Pads, du Lustmolch!" „Ich bin unschuldig!" „Na das ist ja mal ne Message..." knurrte Remus und fügte dann peinlich berührt hinzu. „Tut mir Leid, war keine Absicht, Lü..." „Und immer wird der arme Padfoot bezichtigt. Moony: Such dir endlich ne Freundin zum Fummeln." Sagte Sirius und schüttelte gespielt tadelnd den Kopf. „Noch ein Wort, und ich sorg dafür, dass du nie mehr Fummeln kannst!" fauchte Remus genervt. „Ruhig Brauner! Ist ja gut. Manchmal glaube ich echt, ihr habt rein aus Solidarität auch eure Tage..." fuhr Lydia dazwischen um einer langwidrigen Diskussion aus dem Weg zu gehen.
Peter verdrehte die Augen. „Vielleicht kann mal wieder jemand einen Blick auf die Karte werfen, bevor uns noch jemand..." „Scheiße! McGonagall ist im nächsten Gang auf der linken Seiten!" keuchte Sirius entsetzt auf. Rasch prüften sie, ob der Tarnumhang die vollständig bedeckte und drückten sich an die kalte Wand des Ganges. Schon ertönte das leise Klack Klack der Schuhe ihrer Hauslehrerin, die rasch über den Gang eilte. Als sie in Sichtweite kam, hielten die Rumtreiber den Atem an. Doch sie schien nicht die leiseste Ahnung davon zu haben, dass sie nicht alleine war. Mit einer tiefen Sorgenfalte auf der Stirn setzte sie ihren Weg fort.
Als ihre Schritte verklungen waren, wagten es die Fünf wieder zu Flüstern. „Puh! Das war knapp... Ich hab echt keine Lust darauf von irgendwem in meinem Dalmatiner-Schlafanzug erwischt zu werden..." meinte Sirius als erster. Lydia seufzte genervt auf. „Das war genug Gruppenkuscheln. Wer auch immer seine Hand an meiner Hüfte hat, darf sie gerne wieder wegnehmen..." „Es war zu eng, ich kann ja schlecht Moony..." Remus biss sich wie eine billige Pornodarstellerin auf die Unterlippe. „Oh Prongs Baby, wo ich dein großes, mächtiges Geweih doch so scharf finde!" „Jetzt mal ein bisschen Ernsthaftigkeit meine Lieben!" tadelte Sirius mit blasierter Miene. „Wir sind nicht zum Vergnügen hier." „Willst du dich jetzt als Vater aufspielen?" „Nein eigentlich nicht, aber irgendwer muss ja die Verantwortung für so einen wilden Haufen tragen." „Papi!" freudestrahlend fiel James um Sirius Hals. „Papi, ich hab so Hunger! Ich will Pommes!"
Die anderen nahmen den Faden sofort auf.
„Daddy, ich muss aufs Klo!!" quengelte Lydia und sah ihn aus ihren großen Kulleraugen an. „Ich will ins Bett!" setzte Peter nach und Remus wischte sich eine nicht vorhandene Träne weg und zupfte ungeduldig an James´ Pyjama. „Armes kleines Wölfchen hat Pippi macht in Hose!" Sirius starrte seine Freunde fassungslos an. „Sagt mal, sonst ist alles klar bei euch oder?" „Daddy! Hunger!" „Klo!" „Windelnwechseln!" „Bin müde!" Sirius raufte sich die Haare. „Na schön meine Kleinen. Wir gehen jetzt in die Küche und essen was. Und danach gehen wir die maulende Tante Myrte besuchen. Aber Moony, deine Windeln wechselst du selbst!"
Als sie endlich um sechs Uhr morgens das Klo der maulenden Myrte betraten, waren sie vollgestopft bis oben hin. Die Hauselfen hatten selbst um diese Uhrzeit noch eine große Ladung Burger und Pommes gemacht. Als Lydia spaßeshalber nach Babybrei geschrieen hatte, war natürlich sofort eine Elfe zu ihr geeilt und hatte ihr eine Schale davon vor die Nase gehalten.
„Ihr hättet den Brei probieren müssen, der hat super geschmeckt!" beteuerte sie den anderen immer noch, die nur angeekelt das Gesicht verzogen. Von dem Gerede der Rumtreiber aufgeschreckt, schwebte Myrte aus einer der Kabinen heraus, um nach dem Rechten zu sehen. „Tante Myrte!" kreischten Peter und James los und liefen auf den verdatterten Geist zu. „Seit ihr bescheuert?" stieß Myrte aus und schwebte an die Decke, als die Beiden versuchten sie zu umarmen. Natürlich glitten ihre Hände durch sie hindurch, als wollten sie Nebel festhalten. „Jetzt reicht es langsam wieder mit dem Kindergarten. Wir wecken sonst noch das ganze Schloss." Sagte Remus, doch auch er lachte. „Findet ihr das etwa witzig? Wollt ihr euch an meinem Tod erfreuen? Lacht doch über mich! Ja, lacht nur!" wimmernd verzog sich Myrte wieder in einem Abflussrohr. „Das ist so ekelhaft.." sagte Sirius. „Wer will denn hier den Rest seines Todes verbringen? Sie könnte wenigstens mal für Stimmung sorgen, so wie Peeves!"
„Ach du kennst sie doch. Sie ist ne alte Spielverderberin." Meinte Lydia und verzog sich in eine der Kabinen.
Sirius atmete erleichtert aus. „Hören wir jetzt wieder mit diesem dämlichen Spiel auf?" „Vorerst." Grinste James. „Ich hab noch nicht mal ne Mutter für euch." „Ha ha...weil wir auch alle von der selben Mutter sind. Bei deinen Bettgeschichten..." „Hey!" protestierte Sirius empört. „Ich würde nie irgendein Mädchen schwängern!" Lydia lachte auf. „Das wäre ja auch noch schöner! Ich hab keine Lust Patentante zu spielen.."
Kurz vor sieben sprangen die Fünf schnell unter die Dusche. Als sie in der großes Halle waren, verzichteten sie selbstverständlich nicht auf ein zweites Frühstück. Großzügig belegte Lydia ihr Toast mit Käse, Wurst und Salat.
Lily hatte sich, sobald sie die Rumtreiber bemerkt hatte, hinter der neuesten Ausgabe des Tagespropheten verschanzt. „Evans? Verstehst du eigentlich um was es geht?" fragte Lydia frech und biss vergnügt in ihr Toastbrot. Die Rothaarige schnaubte verächtlich. „Immerhin kann ich lesen und schau mir nicht nur die bunten Bilder an." „Also, für die bunten Bilder in Zeitschriften ist eher Sirius zuständig." Lachte Peter und Sirius schlug ihm spielerisch gegen die Schulter. „Hey! Ich bin an diesem Tisch bestimmt nicht der Einzige, der die `Naked Witch` für ein philosophisch äußerst hochkarätiges Magazin hält. Da gibt's auch viele interessante Dinge zu lesen, nicht zur zu sehen."
„Philosophisch? Black, kannst du das überhaupt buchstabieren, geschweige denn mir erklären was dieses Wort eigentlich bedeutet?" „Na ja, Ronja auf Seite vier hatte im Interview einige tiefgründige Gedankengänge über die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Und sie hat sich Gedanken über die Ausgrenzung von Muggelgeborenen gemacht." Lydia lächelte verträumt. „Ach ja...Die Ronja... Seien wir doch mal ehrlich, sie hat einfach die perfekte Figur... vor allem in diesem schwarzen Bikini..." Lily legte genervt die Zeitung beiseite und griff nach einem Brötchen. „Als käme es nur auf das Aussehen an!" „Kerlen wie James scheint es manchmal auch nicht nach dem Charakter zu gehen, sonst wäre er früher nicht in dich verknallt gewesen!" schnappte Lydia und funkelte ihre Lieblingsfeindin an. „Ach Mädels, bitte streitet euch nicht schon wieder!" stöhnte Remus genervt. „Ich habe Kopfschmerzen..." „Kein Wunder wenn Evans den Mund aufmacht..." „Lü? Es reicht..." „Aber nur weil du es bist, Moony." Lächelte Lydia. „Ja, ja! Moony ist unser zweiter Martin Luther King." Sagte James stolz und klopfte dem Werwolf stolz auf die Schulter.
Gefühlte zweihundert Jahre später saßen sie zusammen in Geschichte der Zauberer. Binns ratterte wie eh und je seinen Unterrichtsstoff herunter, während der Großteil der Schüler vor sich hinschlummerte. Die erste Hälfte der Doppelstunde war bereits vergangen, doch es kam allen wie eine Ewigkeit vor. Remus gähnte, während Sirius James vorsichtig in die Seite stupste und ihm einen Zettel vor die Nase schob.
Was gibt's eigentlich Neues von deiner Freundin?
James nahm seine Feder und tunkte sie ins Tintenfass.
Nichts... Irgendwie...
Sirius seufzte.
Is schon Scheiße, so ne Fernbeziehung...
Nee, das ist ja nicht mal das Problem. Es ist nur so... Ich vermiss sie gar nicht.
Ich müsste doch nur noch darüber nachdenken was sie gerade sagt und macht, oder?
Da fragst du den Falschen, Alter... Hat sie mal wieder geschrieben?
Ja.
Und? Jetzt erzähl schon!
Sie hat ganz begeistert von einem anderen Typen erzählt... Sie sind aber nur Freunde. Und ehrlich gesagt: Selbst wenn es mehr wäre, würde es mich irgendwie nicht stören.
Du spinnst. Erst bist du total verknallt und redest von nichts anderem und jetzt wäre es dir egal, wenn sie dich betrügen würde?
James schrieb daraufhin nicht mehr zurück, da konnte Sirius noch so bettelnd dreinschauen.
Als am Ende der Stunde die Glocke läutete, sprang James wie von der Tarantel gestochen auf und verließ ohne ein weiteres Wort das Klassenzimmer. „Was ist denn mit dem los?" fragte Peter und schulterte James Tasche, die dieser in seiner Eile liegen gelassen hatte. „Keine Ahnung. Vielleicht hat er ja, ich meine rein aus Solidarität,..." „Moony, sag jetzt nicht das Wort das mit P anfängt und mit eriode endet, klar?" sagte Lydia und sah ihn warnend an. „Würde mir nie einfallen! Ich meinte natürlich das Wort das mit L anfängt und mit ykatrophie aufhört..." „Schon klar..." Lydia wandte sich kopfschüttelnd an Sirius. „Hast du ihn verkrault?"
„Nee, ich hab ihn nur ein bisschen über Bethany ausgefragt und er hat ein bisschen abgedreht darauf reagiert." Gemeinsam gingen aus dem Klassenzimmer und machten sich auf den Weg zu Muggelkunde. Peter runzelte besorgt die Stirn. „Hatten die Beiden Streit?" „Nicht das ich wüsste." Erwiderte Remus und sah Sirius forschend an. „Weißt du irgendwas darüber?" „Na ja, dass ist etwas kompliziert. Er empfindet nicht mehr so viel für sie wie am Anfang... Ich glaube er packt die Fernbeziehung einfach nicht. Oder er hat wirklich seine Periode..."
Lydia schnaubte. „Machen wir uns nichts vor! Prongs ist ein heimlicher Masochist und vermisst es einfach von Beth beleidigt oder kritisiert zu werden. Sie ist nett, offen und hilfsbereit. Wirklich schreckliche Eigenschaften eines Partners in einer Beziehung!" „Das ist nicht witzig, Lü." Sagte Peter und fuhr dann nach einer kurzen Pause nachdenklich fort. „Viele Gemeinsamkeiten haben Prongs und Beth ja eigentlich nicht, oder?" „Wenn man mal so drüber nachdenkt sind sie grundverschieden!" lachte Remus auf. „Sie ist eher ruhig und besonnen, was man von unserem Platzhirsch nicht behaupten kann. Mal ganz von der Tatsache abgesehen, dass er Quidditch vergöttert und sie dieses Thema tunlichst vermeidet."
„Aber Gegensätze ziehen sich doch an!" rief Sirius verständnislos. Mittlerweile hatten sie sich in das Klassenzimmer für Muggelkunde in die letzte Reihe gesetzt. „So einfach ist das auch wieder nicht." Antwortete Lydia augenrollend und sah sich dann ratlos um. „Wo bleibt unser Zwölfender eigentlich?"
In diesem Moment kam James herein. „Hast du nicht irgendwas wichtiges vergessen, Prongs?" fragte Peter grinsend und hielt im seine Tasche vor die Nase. „Dank dir, Wormy! Daran hab ich überhaupt nicht gedacht." „Wo warst du denn gerade?" fragte Lydia unschuldig. James verdrehte die Augen. Als würde er seine besten Freunde nicht kennen! Man mochte ihn manchmal etwas gedankenlos nennen, aber blöd war er sicher nicht!
„Ich wollte euch ein bisschen Zeit zu tratschen geben." Erwiderte er locker.
In diesem Moment betrat Professor Tomless das Klassenzimmer. „Würden Sie ihre Privatgespräche nun bitte einstellen? Sie können sich beim Mittagessen in Ruhe weiter unterhalten." Prompt schoss Sirius Arm in die Höhe. „Ja Mister Black?" In ihrer Stimme schwang ein unsicheres Zittern mit, so als würde sie schon ahnen, dass sein Unterrichtsbeitrag ihre zarten Nerven schon jetzt auf die Probe stellen würde. „Aber Professor! Nicht alle hier sind Mädchen. Ich zum Beispiel bin mit Sicherheit keines, dass können ihnen alleine in diesem Zimmer mindestens vier wirkliche Mädchen bestätigen."
Einige begannen zu Kichern. „Die haben kein Problem damit zu essen und gleichzeitig zu reden. Ich bin leider kein Multitasking-Genie." Die junge Lehrerin kniff die Lippen zusammen. „Außerdem," fuhr er unbeirrt fort, „während des Essens, sollte man eigentlich nicht reden. Also, entweder wir missachten die Regel, oder wir unterhalten uns jetzt." „Sie können sich auch nach dem Unterricht unterhalten!" fauchte ihre Professorin ungehalten. „Warum sind Sie denn so ungehalten Frau Professor?" fragte Sirius gespielt überrascht. „Haben Sie momentan vielleicht auch ihre..." „BEI MERLINS WABBELNDEN TRÄNENSÄCKEN! SIRIUS! NUR WEIL EINE FRAU NICHT IMMER SUPER DRAUF IST UND DICH NICHT STÄNDIG ANLÄCHELT, HEISST DAS NOCH LANGE NICHT, DASS SIE IHRE TAGE HAT!"
Die gesamte Klasse starrte Lydia an die sich wutschnaubend über Sirius aufgebaut hatte, der immer weiter in sich zusammenschrumpfte. Man konnte förmlich den Dampf aus ihren Nüstern rauchen sehen. „Nachsitzen..." flüsterte Professor Tomless atemlos. „Ihnen ist wohl völlig der Verstand entgleist!" Sirius räusperte sich vorsichtig, nachdem er einen prüfenden Blick auf seine beste Freundin geworfen hatte. „Ähem, für wen denn?" „Für Sie beide selbstverständlich!"
„Klasse gemacht, du arroganter Don Juan von Hogwarts!" „Jetzt mach aber mal halblang! Ich hatte keinen hysterischen Anfall, nur weil ich das Wort mit P..." „Sag! Es !Ja !Nicht!" drohte Lydia und funkelte ihn warnend an. Remus setzte sich mit Peter und James auf den Teppich vor den Kamin und spielten Hex´ oder Ärger dich. Lydia stampfte in den Mädchenschlafsaal, während Sirius sich zu den anderen setzte. „Lass sie einfach ein bisschen in Frieden." Riet Remus gelassen und ließ seine Spielfigur einen komplizierten Zauber ausführen der restlichen Figuren zum Limbo tanzen brachte, während er selbst einige Felder voran ging. „Sie ist sonst nie so zickig." Brummte Sirius und verschränkte die Arme vor der Brust. „Beim Nachsitzen habt ihr Zeit euch auszuquatschen." Meinte Peter gelassen und würfelte.
„Aber spreche nicht von Dingen, die du nicht verstehst." Riet James und stöhnte dann genervt auf. „Och Peter! Das war nicht fair." Peter grinste seinen Freund breit an. „Oh doch, war es! Wenn man einen Pasch hat, darf man den confervefacio benutzen." „Du kannst nicht einfach eine meiner Figuren zum Schmelzen bringen!" „Beruhig dich! In der nächsten Runde, darfst du ihn wieder reparieren und sofort wieder ins Spiel bringen." „Und ich hab schon angefangen das Spiel lustig zu finden..."
Um kurz vor acht machten sich Lydia und Sirius auf den Weg zum Büro ihrer Lehrerin. Diese erwartete die Beiden bereits. „Setzen Sie sich bitte!" Sie taten wie geheißen und Professor Tomless legte ihnen jeweils ein Buch vor die Nase. „Sie werden soviel abschreiben wie Sie es zeitlich schaffen. In einer Stunde bin ich wieder da und kontrolliere Ihre Arbeiten." Damit stand sie auf und verließ das Zimmer. „Na ja, besser als Putzen..." grummelte Lydia und Sirius nickte. „Wo du Recht hast...." „Sirius es tut mir echt Leid dass ich so ausgerastet bin." Begann Lydia ohne Vorwarnung. „Ich kann es einfach nicht leiden, wenn immer alles auf `unser weibliches Problem` geschoben wird."
„Lü, ich mach doch nur Spaß." „Ich weiß... Aber ich war heute einfach gereizt... Wird wohl der Schlafmangel gewesen sein..." „Jetzt ist aber alles wieder okay, ja?" „Klar!" Sie grinsten sich an und nahmen dann ihre Bücher zur Hand, die ihnen Tomless gegeben hatte. Nach einer Weile sahen sie sich fassungslos an. „Das ist nicht ihr Ernst... Zeig mal, ob du das Gleiche hast..." Wie vom Donner gerührt starrten sie auf die Einbände. Sirius´ Bucheinband zierte eine feminine junge Dame, die nichts weiter trug, als ihre Haut. Der Titel des Buches?
Die Genialität der weiblichen Anatomie und das Wunder des Zyklus.
Lydia hatte das Gegenstück dieses literarischen *räusper* Glanzstückes bekommen.
Der Körper des Mannes und warum manches von ihm manchmal stramm steht.
Einige Wimpernschläge lang sagten die zwei Rumtreiber gar nichts. Dann brachen sie in schallendes Gelächter aus. „Ich glaub das nicht!" johlte Sirius. „Das ist doch nicht ihr Ernst?!" kreischte Lydia und wischte sich Lachtränen aus dem Gesicht. „Das glaubt uns niemand..." „Wir machen Kopien!" „Sirius du bist genial!" „Stimmt!"
Am Ende des Nachsitzes nahm Professor Tomless die Bücher wieder an sich, nicht ahnend, das sie keine Unikate mehr besaß. Dann sah sie die Beiden noch einmal ernst an. „Ich hoffe Sie verstehen nun einander." Sirius entwich ein kurzes Grunzen. Er hatte mittlerweile Muskelkater am ganzen Körper, vor lauter Anstrengung nicht laut loszulachen. Lydia ging es nicht besser. Endlich wurden sie mit einem „Sie dürfen nun gehen." entlassen. Sie sprinteten so schnell sie konnten in den Gemeinschaftsraum und dort rollten sie sich vor Lachen auf dem Boden. „Habt ihr euch unterwegs irgendeine Tropenkrankheit eingefangen?" fragte Peter. Lachend deuteten sie auf Sirius Tasche. Remus zog die kopierten Bücher heraus und nachdem er sie zusammen mit Peter und James geschätzte fünf Minuten angestarrt hatte, explodierten auch die restlichen Rumtreiber vor Lachen.
