„Laval, ich weiß nicht wie ich dich Anreden soll also lass ich diese einfach weg,
Es tut mir wirklich leid das ich dich seit meiner Niederlage nicht besucht habe oder in irgendeiner Weise versucht habe mit dir Kontakt aufzunehmen. Es ist halt nicht leicht wenn man seine Fehler aus seiner Vergangenheit wiedergutmachen will aber ich gebe mein Bestes. Außerdem musste ich über mich selbst etwas lernen und da vergisst man so einiges... Aber um ganz ehrlich zu sein, dich habe nie vergessen, nicht einmal versucht unsere Vergangenheit aus meinen Gedanken zu löschen. Mir fehlte einfach der Mut dir nach meinen Taten unter die Augen zu treten und die Konsequenzen zu tragen. Jedoch wurde mir klar, dass wenn ich diesen Mut nicht schnell finden würde, dann würde mir eine noch schlimmere Konsequenz bevorstehen... Eine Zukunft ohne dich in meinem leben. Crock, mein wichtigster Wächter, gab mir einen Rat und den will ich jetzt befolgen:
„Man kann erst mit seiner Vergangenheit abschließen, wenn man sich ausgesprochen und gegebenenfalls dafür bezahlt hat", das versuchte er mir heute schon zum unendlichen Male klar zu machen... doch heute verstand ich es wirklich zum ersten Mal! Ich kann nicht immer in meiner Vergangenheit leben und jeden fürchten oder meiden, der mir sehr viel bedeutet hat und dem ich sehr wehgetan habe... Eigentlich gibt es da nur einen der zu dieser Beschreibung passt und das wärst du Laval. Ich muss mit dir reden und dir etwas beichten, was dich vielleicht schockieren oder gar verängstigen könnte... Jedoch flehe ich trotzdem darum, dass du meiner Bitte folge zu leisten damit ich mich nicht mehr jeden Tag und beinahe jede Sekunden mit dem gleichen Gedanken quälen muss... Und dieser betrifft dich. Aber das will ich persönlich regeln mit dir und dir endlich wieder in die Augen sehen können... Ich habe dich, deine Witze und die aufregende, lustige und manchmal einfach nur beruhigende Zeit mit dir wirklich vermisst...
Wenn du dich dafür entscheidest mir dieses eine Treffen zu gewähren, dann komme morgen früh um Punkt 7 Uhr zu unserem Stein und ich verspreche dir, ich werde da sein... Ich werde dort warten und mich meiner Vergangenheit stellen!
Bis morgen, hoffe ich zumindest...
Cragger
Der Löwe ist sprachlos während er den Brief immer und immer wieder liest, gerührt von den Worten seines vorherigen besten Freundes. „Cragger...", murmelt er während er da Blatt vor sich auf seinen Schoß legt und seinen Schrank anblickt, in dem der wohl gehütete Karton steht. „Ich schätze du bist nicht der einzige der sich seiner Vergangenheit stellen muss", spricht er in seinen Gedanken und kichert leise. Langsam legt er den Brief neben sich auf sein Bett, erhebt sich dann von diesem und wandert durch sein Zimmer, mit den Gedanken noch immer in den Worten Craggers versunken. „Ihm fehlte der Mut mich zu treffen oder auch nur mir zu begegnen... Genau wir mir", stellt Laval fest und blickt zurück auf sein Bett, mit seinem Fokus auf den Zettel gerichtet, „Anscheinend können zwei Personen noch immer genau gleich ticken auch wenn sie eine lange Zeit nichts mehr von sich gehört, gesehen oder gespürt haben." Langsam wandert er auf sein Zimmerfenster zu und beobachtet den Mond, welcher nun bereits ein Viertel seiner Reise hinter sich gelassen hat und sich langsam hinter einer Wolke versteckt. Doch nur wenige Sekunden später zieht diese bereits vorbei und der weiße Himmelskörper strahlt wieder in seiner vollkommenen Statur und dem hellen Licht. „Sogar der Mond zeigt wie man seine Vergangenheit hinter sich lässt... Eine bedrückende Vergangenheit die einen beeinträchtigt und nur aufhält." Von der weißen Scheibe ablassend blickt er einfach geradeaus, wo das Reich der Krokodile liegt, und denkt an den schuppigen König, welcher dort regiert. „Ich komme morgen, dass verspreche ich dir! Und ein Löwe bricht niemals ein Versprechen", verkündet er mir einer leisen und sanften Stimme, während er seine Pfoten gegen das Fensterglas drückt und diese langsam abrutschen lässt. Er wendet sich wieder von seinem Fenster ab und setzt sich zurück auf seine Bettkante, mit seinem Blick auf seine Uhr gerichtet, welche über seiner Zimmertür hängt und in einem gleichbleibenden Tempo tickt und tackt. „Schon halb 12... Ich sollte mich lieber wieder hinlegen damit ich morgen früh ausgeschlafen bin. Hoffentlich weckt mich nicht wieder ein Alptraum", denkt er sich und eine besorgte Miene überzieht sein pelziges Gesicht, welche jedoch schnell von einer beruhigten abgelöst wird. Zufrieden kneift er seine Augen zusammen und ein kleines, kaum merkliches Grinsen schmückt ihn, während er seinen Gedankengang fortsetzt: „Obwohl, jetzt wo ich weiß das ich Cragger morgen sehe kann ich gar nicht wirklich schlafen! Ich bin einfach viel zu aufgeregt... Jedoch sollte ich mich trotzdem zu einem Nickerchen zwingen sonst bin ich morgen vielleicht zu müde um überhaupt alles zu verstehen und das käme nicht so toll." Schnell nimmt er den Zettel wieder in seine Hand und verstaut ihn unter seinem Kissen, mitsamt dem grünen Umschlag, in der er von Razar geliefert wurde, um danach seinen Kopf auf diesen zu legen. Zuvor begibt er sich aber zur Tür und betätigt den Schalter, welcher die Glühbirnen ihres eigenen Lichts entraubt und das Zimmer wieder in Dunkelheit hüllt. Nur das stärker gewordene Mondlicht lässt dieses noch in einem silbernen Schein erstrahlen. Danach legt er sich das Bett und platziert seinen rothaarigen Kopf auf dem weißen Kissen, genau mittig. „Mit diesem Brief unter meinem Kissen werde ich sicher nicht schlecht träumen... Vielleicht kann ich ja meinen alten Traum weiterführen, jedoch dieses Mal nur die schönen Stellen", beendet er seine Gedanken und deckt sich mit seiner blauen Decke zu. Wenige Momente später ist der Löwenprinz auch schon in einen tiefen Schlaf versunken, welcher einen Traum mit sich bringt. Dieser verläuft wie der erste, jedoch tatsächlich beinhaltet er nur die positiven Momente. Als ihre Gesichter sich näher kommen, beginnt der junge Mann zu schnurren wie ein Kätzchen.
