Ich weiß es ist witzlos kurz, aber ich arbeite bereits fieberhaft am letzen Kapitel dieser Story. Immerhin ist das Schuljahr bald zu Ende.
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Durch die Falltür
„Mr. Potter, Professor Snape wünscht, dass ich Sie daran erinnere, dass Sie ihm etwas versprochen hätten. Er wollte mir nichts Genaueres erklären und sagte, Sie wüssten schon, was er meine."
Mit diesen Worten kam Professor Mc Gonagall auf die drei Gryffindors zu, ehe sie die große Halle verlassen konnten.
Harry war zuerst etwas überrascht. Wusste Snape, was sie vor hatten? Doch dann sah er hoffnungsvoll auf „Ist Professor Snape da?"
„Nein. Er hat mich kurz vor dem Abendessen kontaktiert. Und wollte unbedingt, dass ich Ihnen, diese Nachricht zukommen lasse."
Harry verzog enttäuscht das Gesicht. Doch bevor sich McGonagall zum Gehen wenden konnte, fragte er „Wo ist er?" und hoffte nicht all zu verzweifelt zu klingen.
Eine Weile schien die Hauslehrerin zu überlegen, offenbar nicht sicher, ob sie darüber Auskunft geben konnte, doch dann antwortete sie „Meines Wissens ist er mit Professor Dumbledore in Little Whinning bezüglich Ihres Sommerarrangement."
Harrys Augen wurden groß. Sie waren bei den Dursleys? Wieso besuchten sie die Dursleys? Hatte Snape nicht versprochen, er würde alles tun, damit ich dort nicht mehr hin müsse? Was für ein Arrangement wurde da noch ausverhandelt?
In Harrys Kopf begann es zu schwirren und es beschlich ihm das Gefühl, betrogen worden zu sein. Wieso war er auch so naiv gewesen und hatte Snape geglaubt? Er war auch nur ein Erwachsener. Man konnte nun mal keinem Erwachsenen trauen. Wieso hat Snape mir Nichts davon gesagt, dass er zu den Dursleys ging?
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„Alles in Ordnung, Harry?" fragte Hermine besorgt, als sie schon weiter Richtung Gemeinschaftsraum gegangen waren.
„Klar" antwortet Harry knapp.
„Wieso sind Snape und Dumbledore bei deinen Verwandten?" fragte das Mädchen weiter.
Doch Harry schüttelte nur stumm den Kopf, zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Ein dicker Kloß hatte sich in seinem Hals gebildet und seine Brust hatte sich schmerzhaft zusammen gezogen. Snape hätte doch sagen können, dass er die Dursleys besucht. Wieso hat er denn nur nichts gesagt?
„Was hat Mc Gonagall gemeint?" fragte Ron weiter, „Weißt du von was für einem Versprechen sie geredet hat?"
Harry nickte benommen, doch dann zwang er sich dazu möglichst gelassen zu antworten „Snape wollte mich nur daran erinnern, Fluffi nicht zu nahe zu kommen."
„Wenn er mit Professor Dumbledore unterwegs ist, dann wird er wohl kaum den Stein stehlen, oder?" fragte Hermine.
Harry seufzte „Nein, dass nicht, aber das heißt nicht, dass deswegen der Stein in Sicherheit ist."
Ron nickte heftig. Er war von Abenteuerlust gepackt. „Genau! Snape hat vielleicht Komplizen und nachdem er Dumbledore aus dem Weg geschaffen hat, hat dieser Komplize jetzt freie Bahn!"
„Wollen wir den Stein wirklich suchen?" fragte Hermine im Flüsterton. Sie war besorgt, denn die drei hatten ja keine Ahnung, was sie noch alles erwarten würde, wenn sie es schaffen sollten, durch die Falltür zu steigen.
Harry nickte grimmig. Wenn Snape sein Versprechen brach, dann konnte Harry seines ebenfalls brechen „Es ist egal wer den Stein will. Er weiß jedenfalls, wie er an Fluffi vorbei kommt und dass Snape und Dumbledore heute nicht da sind. Was soll ihn da noch aufhalten? Und wenn der Stein in Voldemorts Hände gerät, dann gute Nacht."
Ron wimmerte bei der Erwähnung des Namens gequält auf. Doch Harry ignorierte es und fuhr fort.
„Es kommt jetzt auf uns an. Nur wir können jetzt noch verhindern, dass der Stein in die falschen Hände gerät. Von den Lehrern glaubt uns ja keiner, dass jemand den Stein stehlen will. Immer wieder sagen sie, wir sollen die Finger still halten. Die Erwachsenen nehmen uns nicht ernst. Also sollten wir uns auf unseren Instinkt verlassen und meiner sagt mir, dass der Stein nicht mehr sicher ist."
Harry hatte plötzlich ein eigenartiges Glänzen in den Augen und er wirkte so entschlossen, wie noch nie. Mit Leichtigkeit hatte er Ron und Hermine überzeugt, dass jetzt alles in ihren Händen lag. So war es nicht weiter wunderlich, dass sich die drei unter dem Tarnmantel in den verbotenen Korridor schlichen und taten, was Sie glauben, tun zu müssen.
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„Merlin sei Dank, da seid ihr ja endlich" rief Minerva erleichtert, als Albus und Severus endlich durch das große Eingangsportal schritten.
„Wie lange sind die Kinder schon weg?" fragte Albus sofort. Minerva hatte ihn durch ihren Patronus bereits informiert, dass sie drei ihrer Schützlinge vermisste.
„Ich habe keine Ahnung. Ich habe Mr. Potter und seine Freunde nach dem Abendessen noch gesehen." Minerva wandte sich an Severus, „Ich habe ihnen deine Nachricht zukommen lassen. Und ich habe den Korridor im Auge behalten, aber da war nichts zu sehen. Irgendwie müssen sie unbemerkt an mir vorbei gekommen sein."
Severus zog die Augenbrauen zusammen, dann blickte er zu Albus, „Du hast Potter doch nicht diesen Umhang gegeben, oder?"
Albus machte ein Gesicht, wie ein ertapptes Kind.
Severus schüttelte ungläubig den Kopf. „Wie senil bis du eigentlich?"
Minerva zog erschrocken die Luft ein. Doch dann wurden ihre Lippen schmal, „Severus Snape, was fällt dir ein, so über-"
„Minerva, lass gut sein. Vielleicht war es wirklich etwas leichtfertig, den Jungen den Umhang seines Vaters zu geben."
Minerva schnaubte noch einmal entrüstet, ehe sie sich wieder dem akuten Problem zu wand. „Dann sind die Kinder also wirklich durch die Falltür. Mr. Potter hatte mir seine Sorge um die Sicherheit des Steins schon heute Nachmittag mitgeteilt. Ich habe ihm natürlich gesagt, dass er sich darüber nicht den Kopf zerbrechen müsse, aber offensichtlich hat er mir nicht geglaubt."
„Nun, es bringt wohl wenig, hier rumzustehen und zu diskutieren. Lasst uns die Kinder suchen!" sagte Albus schließlich und klatschte seinen Händen zusammen.
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Severus war hin und her gerissen zwischen Wut und Sorge. Er hätte das komische Kribbeln in seiner Magengegend nicht so leichtfertig abtun sollen. Er hätte den Besuch bei den Dursleys sofort abbrechen sollen, anstatt nur eine Botschaft zu schicken. Er hätte den Jungen aufhalten können.
Wieso nur hat Harry sein Versprechen gebrochen? Kaum bin ich einmal nicht da, glaubt er, er könne sich über jegliche Regeln hinweg setzen. Hatte er nicht selber den Jungen schon mehrmals versichert, dass der Stein völlig sicher war?
Als die Professoren den Dreiköpfigen Hund erreicht hatten, war dieser sehr aufgebracht. Er knurrte und riss wütend seine Köpfe hin und her. Er war so auf das Loch im Boden konzentriert, wo ihm seine Beute durch die Lappen gegangen war, dass er die Neuankömmlinge gar nicht bemerkte.
Als Severus die Harfe entdeckte, richtete er schnell seinen Zauberstab auf sie, um sie zum Spielen zu bringen. Allmählich wurde der Hund immer ruhiger, bis ihm seine Augen schließlich zufielen und er laut zu Schnarchen anfing.
„Die Kinder sind nicht die einzigen, die heute da vorbei gekommen sind. Die Harfe da, gehört Quirinus" sagt Minerva überrascht. „Ich frage mich, was die hier zu suchen hat."
Albus zog eine Augenbraue hoch, „Sieht so aus, als hättest du recht gehabt, Severus."
„Recht womit?" wollte Minerva sofort wissen.
Severus schnaubte. „Damit, dass Professor Quirrell hinter dem Stein der Weisen her ist. Er steht irgendwie in Verbindung mit dem dunklen Lord. Potters Narbenschmerzen waren für mich eigentlich schon genug Hinweis" die letzten Worte waren an Albus gerichtet. Severus hatte nie verstanden warum Albus nichts gegen Quirrell unternahm, als sie noch die Gelegenheit dazu hatte. Jetzt würden die Kinder ihm direkt in die Arme laufen. Merlin stehe ihnen bei.
„Wie bitte? Quirinus steht in Verbindung mit Du-weißt-schon-wem? Und du hast es gewusst, Albus? Wieso hast du mir das verschwiegen? Und was ist mit Mr. Potter? Wie kannst du ihm einer solchen Gefahr aussetzen?" Minerva war aufgebracht über diese neuen Informationen, die sie da bekam.
Albus hob seine Hände. „Können wir darüber bitte zu einem anderen Zeitpunkt reden? Harry könnte nämlich gerade wirklich in Gefahr sein."
Sofort verstummte Minerva. Sie folgte Severus, der bereits bei der Fall für war und mit dem Zauberstab nach unten leuchtet.
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Es war beruhigend zu sehen, dass die Kinder nicht der Teufelsschlinge zum Opfer gefallen waren. Und auch die Tür, die nur mit dem fliegenden Schlüssel geöffnet werden konnte, hatte die Kinder nicht aufgehalten.
Wohl hatte Severus vereinzelte Bluttropfen am Boden entdeckt. Er hielt seinen Zauberstab darauf und kurz darauf packte ihn die Panik. „Das ist Harrys Blut. Er wurde von den anderen Schlüsseln verletzt."
Albus, Minerva und Severus tauschen besorgte Blicke. Dann entdeckte Minerva den alten rostigen Schlüssel am Boden in der Nähe der Tür. Seine Flügel waren bereits so kaputt, dass er nicht mehr fliegen konnte. So war es ein leichtes durch die Tür zu kommen, die zu dem übergroßen Schachspiel führte.
Hier trafen sie endlich auf die Kinder.
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„Ron. Ron, hörst du mich?" rief Hermine verzweifelt. Sie war über Ron gebeugt und fühlte nach seinem Puls.
Doch dann erschrak sie gewaltig, als sie ihren Namen hörte. Sie sah auf und entdeckte die drei Lehrer. Erleichtert sprang sie auf und lief ihnen entgegen. Mit Tränen überströmtem Gesicht versuchte sie zu erklären was passiert sei, aber ihre Worte überschlugen sich.
Severus packte das Mädchen an den Oberarmen und fragte „Wo ist Potter?"
Hermine schluckte und versuchte sich zusammen zu reißen, damit sie eine verständliche Antwort geben konnte.
„Er ist weiter gegangen – durch die Flammen – mit dem Trank – Er hat ihn getrunken und gesagt, ich solle zurück gehen und Hilfe holen." Mehr Tränen rannten über Hermines Gesicht.
Als Severus sie wieder losließ, schlang Minerva tröstend ihre Arme um sie. Sie blieb mit Hermine zurück, während Albus und Severus weiter gingen.
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Sie waren kaum durch die Flammen gekommen, empfing Severus und Albus entsetzliche Schreie. Es war schwer zu sagen, wer mehr schrie. Professor Quirrell, des Gesicht und Hände vollkommen blutrot und übersät mit Blasen war, oder Harry, der mit sich mit aller Kraft an den Professor gekrallt hatte, obwohl er selber dabei unter extremen Schmerzen litt.
Severus war vor Schock erstarrt.
Albus hingegen eilte vor und versuchte den Jungen von Quirrell fortzureißen. „Harry. Harry!" rief er ununterbrochen. Schließlich gelang es ihm Junge und Lehrer zu trennen und Harry sackte bewusstlos zusammen.
