Sie hielt Wort – und auch wenn der abendliche Speiseplan in keiner Weise meinen Vorlieben entsprach, waren die Kaktusfeigen, die wir unterwegs gesammelt hatten, doch nahrhaft und feuchtigkeitsspendend. Leider schmeckten sie roh nicht besonders, und meine eigensinnige Begleiterin weigerte sich sogar inmitten des dichten Kakteenfeldes, ein Feuer anzuzünden, um unser Abendessen zu garen. In der Erinnerung an die acht schwer bewaffneten Männer, die wir am Mittag beobachtet hatten, nahm ich ihr das nicht einmal übel. Und so beschränkte ich den zweifelhaften Genuss unseres Abendessens auf das Notwendigste und aß nur solange, bis das nagende Hungergefühl meine Eingeweide aus seinem unbarmherzigen Griff entließ.
Darüber hinaus fühlte ich mich inmitten der mehr als mannshohen Kakteen ausgesprochen unwohl. Manche der unwirtlichen Pflanzen überragten mich um einige Fuß und die stacheligen Büsche, die sich um diese mächtigen Wüstenpflanzen herum ausgebreitet hatten, trugen ihren Teil zu meiner unangenehmen Lage bei.
Zu meiner eigenen Überraschung war es uns gelungen ohne nennenswerte Verletzungen unseren Weg bis zu diesem winzigen, unbewachsenen Fleckchen inmitten des scheinbar unendlichen Kakteenfeldes zu bahnen. Aber auch wenn die riesigen Pflanzen uns freigiebig mit Nahrung und Flüssigkeit versorgt hatten, fühlte ich mich in ihrer Mitte beinahe so eingesperrt wie im Gefängnis von Ciderville.
Die Dämmerung senkte sich allmählich über uns herab, und die riesigen Kakteen begannen lange, bedrohliche Schatten zu werfen. Schaudernd blickte ich mich um.
„Die Kakteen schützen uns." Ihr Stimme war leise und hatte ihren spöttischen Klang verloren, als sie sich mir zuwandte. „Sie brauchen keine Angst vor ihnen zu haben."
Peinlich berührt hob ich den Kopf. „Wie kommen sie bitte darauf, dass ich Angst hätte, Mrs. McKinnon?"
Sie zuckte mit den Achseln. „Ich habe mich jedenfalls gefürchtet, als ich zum ersten Mal in einem Kakteenfeld übernachtet habe."
„Und wann ist das gewesen? Vor ihrer Zeit auf der Ranch?"
Sie nickte knapp und schwieg. Anscheinend hatte ich wieder einmal das falsche Gesprächsthema gewählt.
Für eine Weile sprach auch ich nicht. Doch die langen Schatten näherten sich weiter und mein Unwohlsein nahm stetig zu. Es dauerte nicht allzu lange, bis ich meinen Stolz beiseite schob, und erneut das Wort an meine wortkarge Begleiterin richtete.
„Ich möchte nicht überaus neugierig erscheinen, Mrs. McKinnon, und wenn mein Verhalten sie bislang eine solche Absicht ließ, möchte ich dafür entschuldigen."
„Angenommen."
Sie machte es mir wirklich nicht leicht. „Sie werden aber ohne Zweifel verstehen, Mrs. McKinnon", setzte ich erneut an, „dass ich auf Grund unserer doch recht ungewöhnlichen gemeinsamen Situation durchaus daran interessiert bin zu wissen, welche Ursachen unsere Wege einander haben kreuzen lassen."
Sie seufzte leicht. „Sie wollen wissen, warum man mich in das Gefängnis von Yuma bringen wollte?"
Ich nickte ein wenig verlegen. „Für eine Erklärung wäre ich ihnen äußerst dankbar."
Zunächst entgegnete sie überhaupt nichts. Und ich nahm bereits an, dass sie wieder zu ihrem gewohnten Verhaltensmuster zurückgekehrt war, als sie endlich leise murmelte: „Ich habe einen Mann getötet."
„Das hat mir bereits der Sheriff von Ciderville angedeutet." Ich schluckte, denn noch immer konnte ich mich mit diesem Gedanken nicht anfreunden. „Haben sie es denn tatsächlich getan?"
Sie wandte den Kopf in meine Richtung und sah mich an. „Ja, das habe ich."
Ich hustete. Mit dieser einfachen Antwort hatte ich nicht gerechnet. Ich benötigte einige Augenblicke, um meine Gedanken zu ordnen. „Wären sie so freundlich und würden mir die Umstände erklären, die zu dieser unglücklichen Tat geführt haben?", bat ich schließlich.
In der aufkommenden Dämmerung konnte ich ihr Gesicht kaum noch erkennen. Doch ich wurde das Gefühl nicht los, dass sie – trotz der widrigen Situation - lächelte. Diese seltsame Reaktion beunruhigte mich allerdings zutiefst.
„Der Mann wollte mich töten, aber ich war schneller."
„Notwehr?" Meine Stimme schwankte leicht.
„Das war mein Standpunkt während der Gerichtsverhandlung. Der Richter und die Geschworenen haben das allerdings anders gesehen."
„War es tatsächlich Notwehr?"
„Wie würden sie es nennen, wenn ein Mann einen Revolver auf sie richtet, und damit droht, abzudrücken?" Noch immer sah sie mich unverwandt an.
„Das wäre eine ziemlich unangenehme Situation für mich", gab ich zu.
„Und wenn sie eine eigene Waffe in den Finger hielten?", fuhr sie fort. „Würden sie dann schießen, um ihr eigenes Leben zu retten?"
Ich nickte langsam. „Ja, das würde ich tun."
„Das dachte ich mir."
„Warum wollte dieser Mann sie töten?" Noch immer schien mir einiges an dieser Geschichte doch recht merkwürdig zu sein.
„Welche Möglichkeiten fallen ihnen ein, Mr. Standish?"
Ich runzelte die Stirn und schüttelte dann den Kopf. „Sie sind kein griechisches Orakel, und darum ich würde eine einfache Erklärung ihrerseits vorziehen, Mrs. McKinnon."
„Mein Tod ist etwas, wofür einige Menschen bereit sind eine ordentliche Summe Geld zu bezahlen."
„Auf sie ist ein Kopfgeld ausgesetzt worden?"
„Nennen sie es, wie sie wollen!"
„Einen Moment bitte, wollen sie damit etwa sagen, dass sie schon vor diesem... Mord gesucht worden?"
„Hört sich doch so an, oder?"
„Warum?"
„Weil ich den Verbrecher getötet haben soll, der meinen Ehemann ermordet hat."
„Ihren Mann?", stieß ich aus. „Aber sie haben doch gesagt, dass..."
„Ich habe gar nichts gesagt! Sie haben meine Worte auf diese Weise verstehen wollen!"
Ich holte tief Luft, und bemühte mich standhaft darum, ruhig auszuatmen. „Haben sie es getan?"
Für einen Moment schwieg sie. „Nein", antwortete sie dann leise, und ihre Stimme war dabei kaum mehr als ein Flüstern. „Aber ich wünschte, ich hätte es getan."
„Warum, in aller Welt, sollte sich dann jemand die Mühe machen, dies zu behaupten?" Je mehr ich hörte, desto mehr verwirrte mich mein neues Wissen.
„Wieder einmal war ich jemandem im Weg, der andere Pläne hatte als ich. Wieder einmal habe ich nicht das getan, was man von mir erwartete. Wieder einmal war ich aufmüpfig und starrsinnig, wollte nicht nachgeben. Das Leben hat mich gelehrt, dass diese Gründe mehr als ausreichend sind, Mr. Standish."
Ihre flüsternde Stimme klang so kalt, dass es mir eisig den Rücken hinunterlief.
„Ich verstehe nicht, was sie mir damit sagen wollen", wandte ich ein.
Neben mir nahm ich eine Bewegung wahr. Ich fühlte, wie sie weiter von mir abrückte. „Mein Mann wurde ermordet, weil er anderen im Wege war. Die Männer, die für seinen Tod verantwortlich sind, nahmen damals an, dass ich Angst bekommen und mich schleunigst zurückziehen würde. Das habe ich aber nicht getan. Stattdessen habe ich das fortgesetzt, was mein Ehemann begonnen hatte. Ein zweiter Mord erschien ihnen vermutlich als zu risikoreich. Also haben sie einen anderen Plan geschmiedet. Und sie waren erfolgreich! Sie schoben mir die Verantwortung für den Tod des Mörders meines Ehemannes in die Schuhe. Und das Kopfgeld, das daraufhin auf meine Ergreifung ausgesetzt würde, hat mich wie einen Hasen davonlaufen lassen!" Ruckartig wandte sie sich ab, so weit es die Ketten zuließen, und drehte mir den Rücken zu.
Ich versuchte meine Gedanken zu ordnen. Doch noch immer gab es Zusammenhänge, die ich noch nicht recht begriff. „Warum hat man dann in Ciderville erneut versucht, sie zu töten?"
Sie lachte kalt. „Was erscheint ihnen sicherer, Mr. Standish? Ein Mensch, der mit seinem Wissen um bestimmte Dinge auf der Flucht ist? Oder jemand, der dieses Wissen für immer mit sich ins Grab nimmt?"
Ihrer Argumentation war nur wenig hinzuzufügen.
„Und es gab keine Zeugen, die für sie bei dem Prozess in Ciderville hätten aussagen können? Hat niemand gesehen, wie der spätere Tote sie bedroht hat?"
„Oh doch, es gab Zeugen. Vier Männer haben die Tat beobachtet. Zwei waren die Kumpane des Mannes, den ich erschossen habe. Die beiden anderen, ein Cowboy und ein Trunkenbold, waren leider nicht mehr in der Lage, während des Prozesses zu meinen Gunsten auszusagen, weil sie kurz zuvor das Zeitliche gesegnet hatte."
„Wie darf ich das verstehen?"
„Der Trunkenbold wurde zwei Tage nach der Tat erhängt aufgefunden, angeblich war es Selbstmord. Der Cowboy starb drei Tage vor Prozessbeginn im Saloon, nachdem er einen Mann des Falschspiels bezichtigt hatte. Danach gab es keine Entlastungszeugen mehr. Dass man mich nicht an Ort und Stelle aufgehängt hat, verdanke ich allein der Tatsache, dass es dem Richter zutiefst zuwider war, eine Frau an den Galgen zu bringen."
Drei Tage. In meinem Kopf wirbelten die Gedanken durcheinander, während ich zu rekonstruieren versuchte, ob der geschilderte Zeitablauf zu dem Geschehen passen konnte, das ich durchlebt hatte. Ciderville war eine kleine Ortschaft und die Ereignisse ähnelten sich in einer Weise, die ich unmöglich zu ignorieren vermochte.
„Mrs. McKinnon."
Sie antwortete nicht, sondern drehte mir weiterhin den Rücken zu. Selbst in der Dunkelheit konnte ich deutlich erkennen, dass sie sich in sich zurückgezogen und den Kopf auf die Knie gelegt hatte.
„Mrs. McKinnon", wiederholte ich, diesmal um einiges nachdrücklicher. „Erinnern sie sich an den Namen des Cowboys?"
Sie rührte sich nicht. Aber ich musste es wissen!
„Mrs. McKinnon", versuchte ich es ein drittes Mal, „hieß dieser Mann vielleicht Jake Wilson?"
Selbst ohne sie zu berühren, spürte ich deutlich, wie sie zusammenfuhr. Langsam wandte sie sich zu mir um. Im Schatten der Nacht wirkte ihr Gesicht bleich und geisterhaft.
„Woher kennen sie diesen Namen? Sagen sie es mir!"
Ich schluckte. „Man hat mich des Mordes an Jake Wilson schuldig gesprochen."
Sie starrte mich an. Ihre Augen funkelten wie zwei dunkle Teiche in ihrem bleichen Gesicht. „Sie haben den Mann getötet, der mich entlasten sollte?"
„Ich habe diesen Mann nicht getötet!" Ich richtete mich auf und begegnete ihrem Blick. „Wahr ist, dass ich meine Waffe auf Jake Wilson gerichtet hatte. Wahr ist ebenfalls, dass ich kurz darauf geschossen habe. Aber meine Kugel traf nicht Wilson, sondern die Wand hinter ihm!"
„Wer ist es dann gewesen, Mr. Standish?", zischte sie zurück. „Haben sie mit ihrer glatten Zunge auch eine Erklärung dafür, dass Wilson trotzdem zu Tode gekommen ist? Hat ihn vielleicht der Schlag getroffen?"
„Mrs. McKinnon", ich zwang mich mühsam zur Ruhe, „ich gebe ihnen mein Wort darauf, dass ich nicht für den Tod von Jake Wilson verantwortlich bin."
„Warum sollte ich ihnen glauben?"
Ich holte tief Luft. „Weil es die Wahrheit ist. Aber ich fürchte, sie müssen mich beim Wort nehmen. Denn wenn ich meine Unschuld beweisen könnte, hätte ich das bereits in Ciderville getan!" Ich holte tief Luft Da kam mir ein anderer Gedanke. „Während der zwei Wochen im Gefängnis habe ich mich immer wieder gefragt, wer ein Interesse daran haben könnte, mir den Mord an einem völlig Unbekannten in die Schuhe zu schieben. Doch jetzt beginne ich endlich die Zusammenhänge zu erkennen. Hören sie, Mrs. McKinnon", ich versuchte ihren Arm zu fassen, doch sie wich vor mir zurück, „sie müssen mir glauben!"
„Hat der Sheriff ihre Kugel in der Wandvertäfelung gefunden, Mr. Standish?", fragte sie stattdessen kühl.
„Nein, das hat er nicht."
„Und warum nicht? Wenn sie die Wahrheit sagen, hätte er sie doch finden müssen!"
„Als man am nächsten Morgen danach suchte, fand man zwar zahlreiche, vereinzelt durchaus betagte Einschusslöcher, doch meine Kugel war nicht mehr auffindbar", erklärte ich.
„Am nächsten Morgen?" Sie starrte mich ungläubig an. „Aber Wilson ist während der Nacht getötet worden!"
„Und eine Sekunde später hat mir ein aufrechter Bürger einen Schlag auf den Schädel versetzt!" Allein die Erinnerung daran ließ meinen Kopf schmerzen. „Als ich wieder aufgewacht bin, hatte man mich bereits in eine Zelle gesperrt und es war längst wieder hell!"
„Wollen sie damit sagen, dass die Kugel in der Zwischenzeit entfernt worden wäre?"
Ich nickte. „So könnte es sich zugetragen haben."
Sie schüttelte den Kopf und schwieg.
War es so gewesen? In den zwei Wochen, die ich in der engen Gefängniszelle verbracht hatte, hatte ich ein um das andere Mal die unglückseligen Ereignisse im Saloon Revue passieren lassen, hatte mich gefragt an welcher Stelle die Dinge für mich aus dem Ruder gelaufen waren, und wer, außer meiner Person, dafür die Verantwortung tragen mochte. Doch nun fügte sich alles zu einem klaren Bild zusammen! Meine Hände ballten sich zu Fäusten. Wut wallte in mir auf.
„Dann bin ich also nur das Bauernopfer gewesen?", knurrte ich. „In diese ganze Angelegenheit bin ich nur ihretwegen verwickelt worden?" Ich packte sie am Arm und schüttelte sie. „Ist ihnen eigentlich klar, was das für mich bedeutet?"
Sie stieß einen leisen Schmerzschrei aus und versuchte sich aus meinem Griff loszumachen. Doch in meinem Ärger gab ich nicht nach.
„Ich habe mit dieser ganzen Sache überhaupt nichts zu tun! Aber nun sitze ich hier mit ihnen inmitten der Wildnis, friere und hungere, und auf meine Ergreifung ist ein Kopfgeld ausgesetzt! Ihretwegen! Vielen Dank auch, Mrs. McKinnon, vielen Dank!"
Wutschnaubend ließ ich ihren Arm fahren und wandte mich von ihr ab. In meinen Adern pulsierte kochende Wut, und es kostete mich einige Mühe nicht erneut auf sie loszugehen. Erst als ich mich endlich wieder ein wenig beruhigt und meine Erregung unter Kontrolle gebracht hatte, wagte ich es, mich nach ihr umzusehen.
Sie hockte dort, wo ich sie gepackt und geschüttelt hatte. Ihr Gesicht hatte sie zwischen den Händen vergraben. Als sie nun aber meine Bewegung spürte, fuhr sie zusammen.
„Bitte, Mr. Standish...", flüsterte sie mit noch immer gesenktem Kopf. „Ich... ich habe das nicht gewusst. Und ganz bestimmt habe ich das alles nicht gewollt. Es tut mir Leid."
Ich hatte schon geprügelte Hunde gesehen, die sich auf diese Art und Weise duckten, ja sogar Kindern – aber noch keine erwachsene Frau! Mein Ärger verrauchte auf der Stelle und machte stattdessen einer seltsamen Mischung von Sorge und Schuldgefühl Platz. Ich streckte meine gefesselten Hände nach ihr aus und berührte leicht ihre Schulter. Sie wich zurück, ohne auch nur den Kopf zu heben.
„Was ich gesagt habe, tut mir Leid! Mrs. McKinnon, glauben sie mir das bitte." Als sie nicht antwortete, versuchte ich es noch einmal. „Mrs. McKinnon? Stella...?"
Langsam hob sie den Kopf.
„Was ich gesagt habe, tut mir Leid, und ich entschuldige mich dafür", wiederholte ich hastig, erleichtert darüber ihre Aufmerksamkeit gewonnen zu haben. „Es ist ebenso wenig ihre Schuld, dass ich hier bin, wie es die meine ist, dass sie meine Gesellschaft ertragen müssen."
„Ich habe das alles nicht gewollt", flüsterte sie. „Das alles nicht..."
„Das weiß ich jetzt, Mrs. McKinnon." Noch einmal beugte ich mich vor und berührte ihren Arm. Diesmal wich sie nicht vor mir zurück. Ich ließ meine Hand auf ihrer Schulter ruhen und drückte beschwichtigend die angespannten Muskeln unter dem staubbedeckten Mantel.
Zögernd wandte sie sich um, drehte ihren Oberkörper und kniete zuletzt so nah neben mir, dass sich unsere Knie beinahe berührten. Sie sah mich an und ihre Lippen zitterten.
„Dann bin ich nicht mehr die einzige, nach der die Männer suchen", flüsterte sie.
Ich nickte, doch die Bedeutung ihrer Worte drang nur langsam bis zu meinem Verstand durch. Als sie es endlich taten, erzeugten sie einen schmerzhaften Knoten in meinem Magen. Regungslos saß ich neben ihr, und versuchte vergeblich zu begreifen, was ich soeben erfahren hatte.
Die Dunkelheit senkte sich endgültig über das Kakteenfeld, in dessen Mitte wir schweigend kauerten. Doch schon längst waren es nicht mehr die düsteren Schatten der riesigen Gewächse, die meine Gedanken lähmten, sondern das Wissen um die Intrige, in die ich ohne mein Zutun verwickelt worden war. Es war sicherlich nicht das erste Mal, dass Menschen mir nach dem Leben trachteten, oder ich doch zumindest um meine körperliche Unversehrtheit fürchten musste. Aber bislang hatte ich immer selbst die Schuld dafür getragen. Dass es jetzt anders sein sollte, war ein Umstand, der mich zutiefst verstörte.
