Hier kommt ein neues Chappie! Keine Angst, es ist nicht mehr so schlimm, wie das letzte. Weil wir gerade bei dem Thema sind. Ich wollte einfach nur zeigen, wie die Malfoys sein können – abgrundtief böse und gemein. Deshalb auch dies Sache mit dem sexuellen Missbrauch, nichts ist besser geeignet, als einen jungen Menschen zu brechen, als das. Und in meiner Vorstellung ist diese Sippschaft darauf aus, Willen zu brechen und nicht sie zu stärken. Die Stärke der Bösen liegt einfach in diesem Bereich – für mich ist das nämlich ziemlich böse und ich finde es furchtbar, wenn jemand gebrochen wird, ganz egal von wem auch immer. Ich habe dadurch nämlich einen Schulkollegen verloren. Ich denke, dass es Draco auch deshalb so schlecht geht, weil ich ein Stück von meinem Schulkollegen in Draco verewigt habe. Und ja, natürlich wird Hermione seine Heldin sein, ist ganz klar (da schlägt die Feministin in mir durch).
wickienchen
MuggelsacheIn Dracos Kopf herrschte schlicht und einfach Chaos. Noch nie hatte er jemandem all dies erzählt geschweige denn sehen lassen. Er wusste nicht, was sie nun von ihm hielt. Er hatte sich geöffnet, ihr vertraut, ihr seine schrecklichsten Geheimnisse gezeigt und vor allem hatte er sie geküsst, freundschaftlich zwar, aber er hatte ihre warme, weiche Haut auf seinen Lippen gespürt. Und um ehrlich zu sein hatte es ihm sogar gefallen.
Natürlich wollte er sie nicht weinen sehen, oder zum Weinen bringen. Aber ihre Art ihm gegenüber gab ihm so viel Sicherheit, eine solche Ruhe, dass er es kaum fassen konnte. Er fühlte sich zum ersten Mal in seinem Leben nicht mehr alleine. Sie hatte ihn angenommen, wie er war und sie hatte nicht ein einziges Mal gefragt. Selbst als er ihr die Erinnerung an die Wochen bei seiner Tante gezeigt hatte, hatte sie sich nicht geekelt. In ihren Augen hatte er gesehen, dass sie ihm Trost spenden wollte.
Hermione war so anders, als alle, die er bisher kennen gelernt hatte. Er konnte diese Gefühle nicht wirklich ordnen, denn er hatte sie noch nie zuvor verspürt. Nie zuvor, nein das war nicht ganz die Wahrheit, nur noch nie in einer solchen Intensität.
Auch für Hermione war diese Erfahrung mit dem Link etwas Außergewöhnliches. Sie konnte durch den Link jede Erfahrung teilen, alles was sie erlebt hatte und ihre Gefühle dabei ohne ein einziges Wort sprechen zu müssen.
Zu ihrer Verwunderung hatte ihr auch Draco sein Leben mitgeteilt. Irgendwie fühlte sie sich schuldig. Sie hatte immer geglaubt, dass er Draco –Eisprinz- Malfoy ein verwöhnter Bengel sei, der bei jeder Kleinigkeit zu seinem Vater lief. Weit gefehlt. Draco hatte eine Kindheit und Jugend hinter sich, dass einem schlecht wurde. Körperlicher und sexueller Missbrauch waren in diesem Hause wohl an der Tagesordnung. Insgeheim wunderte sich Hermione, dass Draco trotz all dieser Erlebnisse noch so normal war.
Und was sie noch mehr wunderte oder eigentlich nicht, dass dieses einstige überhebliche Arschloch so schüchtern war. Der Kuss, den er ihr auf die Wange gehaucht hatte, war so zart und gleichzeitig so warm gewesen, einfach wunderbar. Seine Lippen waren so weich. Hermione wollte ihm auch einen Abschiedskuss geben, aber da war Draco schon geflohen. Sie musste morgen unbedingt wieder in das Anwesen zurück. Sie musste unbedingt mit Draco reden. Über die Erinnerungen, die er ihr gezeigt hatte. Vor allem über diese letzte Erinnerung und über sein Image in Hogwarts.
Natürlich hatte sie schon in der Schule bemerkt, wie oft er Pansy Parkinsons Annäherungsversuche abwehrte, aber trotzdem galt er irgendwie als Weiberheld. Aber konnte sie das so direkt ansprechen? Auf jeden Fall wollte sie ihn bitten ihr bei der Einrichtung ihres Zimmers zu helfen – vor allem beim Wände streichen; ja sie wollte zu mindest eine Wand auf Muggelart streichen, denn dies machte ihr einfach zu viel Spaß und wenn die Wand nicht schön werden sollte, gab es ja immer noch ihren Zauberstab. Mit diesen Gedanken schlief Hermione ein und freute sich schon auf die morgige Arbeit mit Draco.
Am nächsten Vormittag, nach dem Frühstück, kam Hermione via Flohnetzwerk in ihrem zukünftigen Heim an. Zu ihrer Verwunderung erwartete sie ein Hauself und meinte: „Ah, Miss Hermione, Mrs. Black ist mit Mrs. Malfoy ausgegangen. Mr. Malfoy erwartet Miss Hermione in der Bibliothek. Hermione dankte dem Elfen, der mit einem lauten „Plopp" wieder verschwand.
Sie ging in die Bibliothek, wo sie einen völlig in ein Buch vertieften Draco mit dem Rücken zu ihr sitzen sah. Sie ging zu ihm und berührte ihn an der Schulter. Er zuckte zusammen und als er sich umdrehte, konnte Hermione seinen Schrecken in den Augen lesen. „Du hast mich fast zu Tode erschreckt" meinte Draco. „'Tschuldige. Das wollte ich nicht. Ich dachte, du hättest mich gehört." „Ist ja kein Problem, mir ist ja nichts passiert, außer dass ich vor Schreck fast einen Herzinfarkt gehabt hätte", feixte Draco und legte seine Hand auf Hermiones, welche immer noch auf seiner Schulter lag. Es fühlte sich gut an, die Hand auf seiner Schulter und seine Hand auf der Ihren.
Draco hätte stundenlang so sitzen bleiben können, doch Hermione hatte andere Pläne: „Du, ich möchte heute mein Zimmer streichen. Hilfst du mir dabei?" „Streichen? Das ist doch irgend ein Muggelsache, die mit dem einfärben der Wände zu tun hat, oder? Wir Zauberer färben die Wände doch mit einem Wink unseres Zauberstabes und dabei brauche ich dir wirklich nicht zu helfen." „Ach Draco. So richtig muggelmäßiges Wände streichen macht verdammt viel Spaß, glaub mir!" Draco ließ sich dazu überreden, denn diesem Mädchen konnte er keinen Wunsch abschlagen, vor allem nicht, wenn sie diesen speziellen Blick aufsetzte, treuherzig, sorgend und bittend in Einem.
Fünf Minuten später stand Draco in einem Malergewand Hermione gegenüber und diese erklärte ihm, wie mit dem Malergerät umzugehen war. Am Anfang war die ganze Sache für Draco etwas schwierig, doch dann fand er irgendwie Gefallen an der Sache. Vor allem als Hermione ihn „unabsichtlich" mit dem Pinsel erwischte. Dies konnte er nicht wirklich auf sich sitzen lassen, also passierte es „zufällig", dass Hermione eine Ladung Farbe quer über ihren Malerkittel hatte. Innerhalb kürzester Zeit entwickelte sich in dem Zimmer eine regelrechte Farbschlacht. Die beiden, die Wände, die Fenster, Türen und der Fußboden waren voll mit Farbspritzern. Völlig außer Atem lagen die beiden Teenager nebeneinander auf dem Boden.
Hermione ergriff aus einem Impuls heraus Dracos Hand. Der drehte sich zu ihr und strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Ein Schauer jagte über Hermiones Rücken. Ihre Gesichter kamen sich immer näher und näher. Es war, als ob eine magische Anziehungskraft sie zusammenführen würde. Draco spürte Hermiones Lippen auf den seinen. Sie waren so weich und zart. Und sie küsste ihn so vorsichtig, als sei er aus Porzellan. Für Draco war dies der erste Kuss, bei dem ihm nicht sofort schlecht wurde. Es war etwas besonderes. Vorsichtig begann er Hermione näher an sich zu ziehen.
Diese unterbrach schließlich den Kuss und sah ihm in die Augen. Da nahm er ihre Hand und legte sie auf sein Herz. „Whow, dein Herz rast ja richtig!" Draco nickte. „Das ist mir noch nie zuvor passiert." Anscheinend hatte Draco schon mehrere Frauen geküsst, dachte Hermione. Doch es war ihr egal, denn in diesem Augenblick näherte Draco sich ihr noch ein Stück und flüsterte: „Wenn das streichen ist, sollten wir das öfter machen, es macht wirklich Spaß!" Hermione grinste. „Naja, wir müssen aber noch die, ähm, Spuren unserer kleinen Farbschlacht beseitigen." „Darf ich ehrlich sein?" fragte Draco, während er sich aufsetzte. „Klar. Spuck es aus." „Ich habe nicht gedacht, dass man mit dir so viel Spaß haben kann." „Dasselbe könnte ich von dir auch sagen", meinte Hermione noch, bevor sie von Draco auf ihre Füße gezogen wurde. Hermione war auf Dracos Kraft nicht wirklich gefasst und stolperte direkt auf ihn zu. Dieser fing sie gentlemanlike auf und grinste sie an. Mit einem Augenzwinkern meinte er: „Anscheinend bin ich anziehender, als ich gedacht habe."
Hermione sah zu ihm hinauf – er war fast einen Kopf größer als sie – und kicherte. „Scheint so zu sein." Draco neigte seinen Kopf und lehnte nun seine Stirn an Hermiones. Er schwieg und sah ihr in die Augen. Hermione tat es ihm gleich. Eine Träne stahl sich aus Dracos Augenwinkel. Hermione lächelte und wischte sie vorsichtig weg.
Besorgt fragte sie: „Hey, was ist denn los?" „Du bist das Beste, was mir bisher passiert ist." Als sie diesen Satz hörte, setzte ihr Herz für einen Schlag aus. Das war fast wie eine Liebeserklärung und das von demjenigen, aus dessen Mund sie das bis vor kurzem noch am allerletzten erwartet hätte.
Hermione war sprachlos. Sie fand ihre Fassung aber wieder und beantwortete diesen Satz damit, dass sie sich auf die Zehenspitzen stellte und ihm einen sanften Kuss auf die Lippen hauchte.
Dann nahm sie seine Hand und meinte: „Wir sollte jetzt diesen Saustall beseitigen, es gibt bald Mittagessen und ich denke nicht, dass deine Mutter oder Concordia von unserer Kleinen Schlacht etwas mitbekommen sollten. Draco nickte. Die Beiden waren so in ihre Angelegenheiten vertieft, dass sie nicht bemerkten, wie sich die Türe leise schloss. Ein Lächeln umspielte den Mund der Lauschenden. Die beiden mochten sich wirklich und das in der unvorstellbar kurzen Zeit. Besser konnte es gar nicht laufen!
