Alle Charaktere -außer die von mir selbst erfundenen- gehören der bezaubernden J.K. Rowling! Ich habe nur zum Spaß geschrieben und verdiene kein Geld mit dieser Geschichte!

Außerdem muss ich zum folgenden zweiten Weihnachtsteil noch etwas hinzufügen. Ich habe mir einen Song "geliehen". Der Text gehört natürlich ebenfalls nicht mir. Ich habe den Song aus der Serie Ally McBeal, wo er von Vonda Shepard und Robert Downey Jr. gesungen wird.

Hoffentlich kennt jemand von euch diesen Song und kann ihn beim Lesen anhören... Ich finde er passt perfekt!


Kapitel 10.2 - Weihnachten (Teil 2)

Der nächste Morgen begann früh. Lily erwachte, als Summer vor Freunde quietschend ihre Bettvorhänge zurückzog und ihr um den Hals fiel.

„Fröhliche Weihnachten!" rief sie und hopste zum nächsten Bett, um die gleiche Prozedur mit Jojo zu vollziehen.

Lily setzte sich auf und rieb sich die Augen. Sie hörte wie Jojo etwas stöhnte, dass sich anhörte wie ‚Jedes Jahr dasselbe Theater' und musste unwillkürlich grinsen. Mit einem Mal freute sie sich einfach nur auf den Tag, auf die Geschenke, auf das Kekse-Essen, das Liedersingen und natürlich auf den Ball. Das sollte ihr erstes und letztes Weihnachtsfest in Hogwarts werden und sie würde es richtig mit ihren Freunden genießen!

Sie krabbelte zum Bettende und blickte auf den Stapel Geschenke, der da für sie bereit lag. Summer stand mitten im Zimmer und strahlte sie an.

„Also los, worauf warten wir noch? Geschenkeschlacht!!" Mit einem Satz war sie wieder auf ihrem Bett und schnappte sich das erste Päckchen. Lily und die anderen taten es ihr nach.

Eine Stunde später saßen sie alle zwischen Bergen aus Geschenkpapier und Verpackungen und bestaunten all die Habseligkeiten, die sie bekommen hatten. Sie fielen einander um den Hals um sich zu bedanken und fröhliche Weihnachten zu wünschen.

Schicksalsschwestern wir kommen!" Summer hopste mit Lily im Arm auf ihrem Bett auf und ab und gab eines ihrer Lieblingslieder zum Besten. Alice stand auf und warf sich einen Morgenmantel über.

„Kommt Mädels, lasst uns zu den Jungs rüber gehen. Ich brenne darauf Frank sein Geschenk zu geben!"

Summer hopste vom Bett und schlupfte in ihre dicken Socken. Emmely warf sich den neuen Weihnachtspulli von Lily über, Jojo und Lily nahmen sich beide ihre Strickjacken und alle machten sich auf zu den Jungs.

Als sie vor der Tür des Jungenschlafsaals ankamen, konnten sie von drinnen bereits aufgeregte Stimmen hören. Alice, die ganz vorne stand, riss die Tür auf und brüllte „Überraschung!", während Summer hinter ihr zeitgleich ein lautes „Fröhliche Weihnachten!" hören ließ. Die Jungs starrten zur Tür und verstummten für den Bruchteil einer Sekunde. Dann wurden die Mädchen mit herzlichen durcheinander gerufenen Weihnachtsgrüßen ins Zimmer eingeladen. Summer fiel ihrem Schatz in die Arme und zauberte einen Mistelzweig hinter ihrem Rücken hervor.

Remus fing an zu lachen und deutete an die Decke, an der in schönen regelmäßigen Abständen mehrere kleine Sträucher dieser Pflanze hingen.

Während alle ihre Geschenke untereinander auszutauschen begannen beugte sich Lily zu Sir Henry hinunter. Sie legte ihm eine große Gumminase, die sie mit einer grünen Schleife verziert hatte, ins Körbchen, die sie aus einem Scherzartikelladen in London hatte. Ihre Eltern hatten zwar nicht verstanden, warum sie in aller Eile ihrer Tochter etwas so merkwürdiges hatten schicken sollen, aber Lily hatte darauf bestanden. Sirius ließ sein bellendes Lachen ertönen, als er die Gumminase sah. Lily richtete sich auf und stemmte die Hände in die Hüften um ihr Werk zu betrachten.

„Ha, das ist mal eine gute Idee! Lils, wenn er dafür jetzt meine Nase in Ruhe lässt, bin ich dir auf ewig dankbar!"

Lily grinste. Auch James konnte sich das Lachen nicht verkneifen. Er schüttelte den Kopf und betrachtete Sir Henry, der seine klebrige Zunge bereits auf Entdeckertour geschickt hatte.

„Sowas kann echt nur dir einfallen Lily. Im Namen von Sir Henry" „Und mir" „und Sirius: Vielen Dank!"

„Gern geschehen. Hier, für dich habe ich auch etwas." Sie hielt ihm ein hübsch verpacktes Päckchen entgegen und verteilte dann ihre restlichen Geschenke an Remus und Sirius. Frank hatte schon von Alice von ihrem Gutschein gehört.

James riss die Verpackung auf und lächelte, als er das Buch sah: ‚Zaubertänke leicht gemacht'

Seine Augen glitzerten belustigt, als er zu Lily aufsah. Er bedeutete ihr, sein Geschenk zu öffnen. Lily entfernte das Papier und schaute ebenfalls auf ein Buch hinunter: ‚Verwandlung leicht gemacht'

Sie fing an zu Grinsen und schaute zu James auf.

„Zwei Blöde"

„Ein Gedanke!" James schlug sein Buch auf und blätterte durch die Seiten. Als Lily gerade auch ihr Buch aufschlagen wollte hörte sie Sirius hinter sich geräuschvoll einatmen. Sie drehte sich um und sah, dass er das Fotoalbum in der Hand hielt.

„Lils, ich weiß nicht, was ich sagen soll. Das ist echt das schönste Geschenk, das mir jemals ein Freund gemacht hat." Er sah sie gerührt an und schaute dann wieder auf das Album. Die Clique versammelte sich um Sirius' Bett und schaute von allen Seiten auf die Fotos hinunter, die auf bunten Seiten kreuz und quer eingeklebt waren. Lily lächelte. Das war ihr bisher schönster Weihnachtsmorgen. Es machte sie glücklich, ihre Freunde dabei zu beobachten, wie sie sich über die Geschenke freuten. Sie schlug das Buch auf, das sie von James bekommen hatte und stutzte. Auf der ersten Seite war ein kleines Kuvert angebracht und darüber stand eine Widmung:

„Ich glaube fest daran, dass du eines Tages jedes Stinktier in eine Blume verwandeln kannst. Alles Liebe zu Weihnachten, James." Lächelnd öffnete sie das Kuvert und zog eine zierliche Kette daraus hervor. Sie hatte einen kleinen Anhänger in der Form eines Stinktiers, das, wenn man den Anhänger drehte, zu einer wunderschönen Blume wurde. Erstaunt hob Lily den Blick und sah, dass James sie beobachtete. Sie stand auf und ohne zu überlegen umarmte sie ihn. Sie gab ihm einen Kuss auf die Wange und flüsterte gerührt:

„Und das ist das schönste Geschenk, das ich jemals bekommen habe."

Ohne zu merken, was eben vorgefallen war zupfte Summer ihr am Arm.

„Woher hast du denn das Bild von mir und Jojo in den Drei Besen? Ich hab nicht mal gemerkt, dass du ne Kamera bei hattest!"

„Tja, das verrat ich dir lieber nicht. Das bleibt mein kleines Geheimnis." Lily zwinkerte ihrer Freundin zu. „Was meint ihr Leute, Zeit für Frühstück?" Und während alle sich laut schwatzend auf den Weg zum Weihnachtsfrühstück machten, blieb James einen Moment zurück. Er saß noch immer verwundert auf dem Bett und hielt sich die Stelle, an der Lily ihm gerade noch einen Kuss aufgedrückt hatte.

Nach einem fröhlichen Vormittag hatten sich die Mädchen zurückgezogen, um sich ganz in Ruhe fertig machen zu können. Sie hatten alle ausgiebig geduscht und Haare gewaschen, waren in Unterwäsche durch ihr Zimmer gehuscht und hatten sich gegenseitig mit den Frisuren und dem Make-Up geholfen. Sie alle hatten schöne lange Kleider und passende Schuhe an und nun fehlte nur noch der letzte Schliff, damit sie hinunter zum Ball gehen konnten. Summer trug ein schwarzes glitzerndes Kleid, das sich eng an ihren Körper schmiegte. Es hatte einen recht gewagten Beinausschnitt, passte aber hervorragend zu ihrem Typ. Lily hatte im Gegensatz zum Halloweenball dieses Mal ein Kleid aus sehr leichtem Stoff gewählt. Auch ihr Kleid betonte ihre zierliche Figur und der grüne Farbton passte ausgezeichnet zu ihren Augen. Um den Hals legte sie die Kette, die sie am Morgen von James bekommen hatte und drehte sie so, dass man die Blume deutlich erkennen konnte.

„Die ist wirklich hübsch Lily. Aber ich verstehe nicht, wieso sie ein Stinktier darstellt, wenn du sie umdrehst."

„Ist nicht so wichtig Summer. Ich verstehe es, das genügt." Lily schaute ihr Spiegelbild an und lächelte. Sie war ganz zufrieden und die Kette passte richtig gut.

„Sag mal, ich dachte du hättest etwas ganz anderes für James gehabt. Wolltest du ihm nicht eigentlich endlich seinen…"

„Pscht", unterbrach Lily ihre Freundin, „nicht so laut. Ich hab mich anders entschieden, okay? Es hätte nur wieder irgendwelche Kommentare gehagelt und ich wollte ihn auch nicht auf falsche Gedanken bringen." Summer blickte sie zweifelnd an.

„Wenn du mich fragst sind es zwar genau die richtigen Gedanken, aber du wirst schon wissen, was du tust."

„Ja, das weiß ich."

„Dann ist ja gut."

„Hey, seid ihr fertig? Können wir endlich gehen?" Alice stand an der Tür und wartete auf den Rest. Sie gingen gemeinsam nach unten und trafen dort die Jungs und einige andere Gryffindors, die sich gerade auf den Weg zum Ball machten.

„Meine Damen, ihr seht alle fantastisch aus!" Sirius lächelte charmant. „Wollen wir Weihnachten feiern gehen?" Damit bot er Summer seinen Arm und führte sie als erste hinaus. Die anderen folgten ihnen und unterhielten sich aufgeregt. Dieses Mal kannten sie alle die Dekorationen nicht, die in der Großen Halle vorgenommen worden waren. Da James und Lily mit ihren Buffetvorschlägen und der Musikauswahl bereits ihren Teil der Arbeit getan hatten, konnten sie diesmal den Ball von Anfang an mit den anderen genießen.

Als sie im umfunktionierten Ballsaal ankamen bewunderten sie –wie schon zu Halloween- die Dekorationen. Die Große Halle sah aus wie ein riesiger Eispalast. Überall glitzerte und funkelte es und dennoch wirkte die Atmosphäre keineswegs kalt. Summer stupste Lily in die Seite.

„Hast du deine Kamera dabei? Ich wünschte unsere Kinder könnten das eines Tages so sehen."

Lily holte grinsend ihre Kamera hervor und trat einen Schritt zurück.

„Rückt mal alle ein wenig zusammen, dann bekomm ich euch auch gleich mit drauf." Sie fuchtelte mit der freien Hand in der Luft herum bis sie zufrieden war. Dann drückte sie den Auslöser gleich mehrmals und packte die Kamera wieder weg.

„Lass sie doch draußen, dann kann jeder mal knipsen und du hast später auch Fotos von dir", schlug Remus vor und so legte Lily die Kamera auf den Tisch, den sie sich ausgesucht hatten.

„So", Sirius rieb sich die Hände, „dann stürzen wir uns mal ins Gedränge und schwingen das Tanzbein." Er zog Summer zu sich ran und drückte sie fest an sich, bevor er sie mit sich auf die Tanzfläche zog. Trotzdem so viele Schüler über die Feiertage nach Hause gefahren waren, war die Halle voll.

Die Freunde stürzten sich wahrlich ins Vergnügen. Sie tanzten ausgelassen und genossen den in eine Party ausartenden Ball in vollen Zügen.

Als die Musik etwas langsamer wurde verließ Lily die Tanzfläche, um sich etwas zu trinken zu holen und kurz zu verschnaufen. Remus kam mit ihr. Sie setzten sich an den Tisch und unterhielten sich angeregt über das Buch, das sie Remus geschenkt hatte. Alice, Frank, Jojo und James kamen nach und nach zu ihnen an den Tisch.

Sie hatten sich etwas vom Buffet geholt um sich für die nächste Runde im Gewühl zu stärken. James stellte eine Schale mit Knabberzeug in die Mitte des Tisches und setzte sich gegenüber von Lily hin.

„Und, wie gefällt dir Weihnachten ohne deine Eltern?"

„Unerwartet gut." Sie lächelte leicht. „Aber das liegt bestimmt daran, dass ich hier meine zweite Familie um mich habe. Ich glaube wir haben mit der Musik ganz gute Arbeit geleistet, oder?"

James nickte. Er griff nach den Knabbereien und beobachtete die Tanzfläche. Summer und Sirius hatten noch nicht einen Tanz ausgelassen. Auch Lily sah sehnsüchtig zu dem Pärchen hinüber.

„Das ist wie ein Déjà-vu, findet ihr nicht?" meldete Remus sich zu Wort. Er hatte die Blicke der beiden gesehen. „Mal sehen, wer von uns bei der nächsten Party dran ist." James und Lily sahen ihn vorwurfsvoll an. James, da er die Jungs gebeten hatte keinerlei Andeutungen zu machen, wenn Lily in der Nähe war, weil er wirklich Angst hatte ihre Freundschaft zu riskieren. Lily, da sie hinter jedem solcher Kommentare eine versteckte Andeutung vermutete, in der andere ihr erklären wollten, was sie selbst fühlte. Pah, als ob die das wüssten! Manchmal weiß ich es ja selbst nicht…

„Es geht ja wohl gar nicht klar, dass ihr hier alle faul am Tisch sitzt, während wir uns die Seele aus dem Leib tanzen!" Sirius und Summer waren an den Tisch getreten. Summer ließ sich erschöpft in einen Stuhl fallen und winkte entschieden ab, als Sirius sie wieder auf die Tanzfläche ziehen wollte. Er sah in die Runde und sein Blick blieb bei Lily hängen.

„MyLady, mir deucht ihr schuldet mir noch einen Tanz." Er hielt ihr erwartungsvoll die Hand hin. Lily lächelte. Ihr war eigentlich gerade gar nicht nach tanzen, aber wenn man so charmant gebeten wurde, konnte sie da ablehnen? Sie stand auf und nahm Sirius Hand. Dieser streckte Summer die Zunge heraus, bevor er Lily galant auf die Tanzfläche führte.

Sie tanzten zu einem langsamen Weihnachtslied und Lily legte ihren Kopf auf Sirius Schulter.

„Okay Süße, was ist mit dir los? Ich dachte du amüsierst dich?" Sirius hielt sie ein Stück von sich weg und sah sie fragend an.

„Ja, hab ich ja auch."

„Aber?"

„Aber keine Ahnung." Er zog sie wieder zu sich ran und ihr Kopf legte sich wieder an seine Schulter.

„Das gefällt mir nicht Lils. Du bist in letzter Zeit von einer Minute zur nächsten nicht mehr fröhlich, du schaust immer nachdenklich drein, wenn du denkst, dass keiner dich sieht. Da stimmt doch was nicht. Hat es etwas mit dem zu tun, was Summer gesagt hat?" Lily hob den Kopf und sah ihrem Freund in die Augen.

„Fang du nicht auch noch an, bitte. Nicht heute Abend."

„Okay, ich fang nicht davon an. Lass uns einfach tanzen, ja?" Lily nickte erleichtert und senkte den Kopf. Sie schloss für einen Moment die Augen. Als sie sie wieder öffnete konnte sie gerade sehen, wie eine hübsche blonde Ravenclaw aus der sechsten Klasse James zum Tanzen aufforderte. Er lächelte sie an und ging mit ihr auf die Tanzfläche. Dann drehte sich Sirius mit ihr und James und die Blondine waren verschwunden. Lily ärgerte sich. Die letzten Takte des Liedes verklangen und erleichtert dachte Lily, James würde sicher gleich an den Tisch zurückkehren. Doch als das neue Lied begann schmiegte sich die blonde Ziege wieder an ihn und er schloss seine Arme um ihre Hüften. Auch Sirius setzte sich mit ihr wieder in Bewegung.

Chances are you'll find me
Somewhere on your road tonight
Seems I always end up driving by
Ever since I've known you
It just seems you're on my way
All the rules of logic don't apply

I long to see you in the night
Be with you 'til morning light

Sie schluckte, als sie dem Gesang lauschte. In ihrem Kopf pochte es. Sie hob den Kopf, um das Paar nicht aus den Augen zu verlieren, doch da drehte sich Sirius erneut mit ihr.

James sah quer über die Tanzfläche und konnte zwischen den vielen Paaren seinen besten Freund erkennen. Lily hatte ihren Kopf an seine Schulter gelehnt und sah irgendwie traurig aus. Ganz in Gedanken versuchte er sich auf die Musik zu konzentrieren.

I remember clearly how you looked
The day we met
I recall your laughter and your smile
I remember how you made me
Feel so at ease
I remember all your grace, your style

And now you're all I long to see
You've come to mean so much to me

Er schluckte. Hier war er mit einer wunderschönen Blondine im Arm und alles woran er bei diesen Worten denken konnte war Lily. Er schaute hinüber zu seinem besten Freund und dem Mädchen, das sein Herz gestohlen hatte.

Beide Paare drehten sich im gleichen Moment und verloren sich aus den Augen, als mehrere andere Paare sich zwischen sie schoben.

Chances are I'll see you
Somewhere in my dreams tonight
You'll be smiling like the day we met
Chances are I'll hold you and I'll offer
All I have

You're the only one I can't forget
Baby you're the best, I've ever met

James seufzte, als Lily und Sirius wieder in Sicht kamen. Eine Welle heißer Eifersucht packte ihn als er die beiden in so enger Umarmung sah, auch wenn er mittlerweile wusste, dass sein Freund eine andere liebte. Er sollte derjenige sein, der sie so hielt und bei dem sie sich anlehnte. Mit einer Drehung waren sie wieder aus seinem Blickfeld verschwunden.

Lily konnte sehen, wie James die Blondine wieder herumdrehte. Er hielt sie so fest im Arm. Ein Stich durchfuhr sie in der Magengegend. Das kann mir doch egal sein! Er kann tun und lassen was er will! Lily spürte, wie ihre Augen feucht wurden. Ganz ganz langsam bahnte sich ein Gedanke den Weg in ihr Bewusstsein.

And I'll be dreaming of the future
And hoping you'll be by my side
And in the morning I'll be longing
For the night, for the night

Der Gedanke, der sie die letzten zwei Monate nicht losgelassen hatte, obwohl er für sie nicht definierbar gewesen war, rückte in greifbare Nähe. Ein Pärchen schob sich in ihre Sichtlinie.

James konnte Lily nicht sehen. Ein Pärchen hatte sich direkt zwischen sie geschoben.

Chances are I'll see you
Somewhere in my dreams tonight
You'll be smiling like the day we met
Chances are I'll hold you and I'll offer
All I have

Lily sah sich suchend um. Sie hatte den Kopf gehoben und Sirius konnte die Tränen sehen, die ihr über die Wange liefen. Seine Frage, was los sei, hörte Lily jedoch nicht. Sie hörte nur die letzten Takte des Liedes und suchte die Tanzfläche ab. Und dann, mit einer schwungvollen Drehung war das Pärchen verschwunden, das ihr die Sicht versperrt hatte und sie sah direkt in James Gesicht.

You're the only one I can't forget
Baby you're the best I've ever met

Ihre Augen trafen sich und wie schon zwei Wochen zuvor schien die Zeit stillzustehen. Der Rest der Welt verschwand und sie sah nur noch James. Der einzige Unterschied war, dass sie ganz plötzlich diesem merkwürdigen Gefühl einen Namen geben konnte.

You're the only one I can't forget
Baby you're the best I've ever met

James sah auf und erblickte genau in dem Moment Lilys Gesicht. Sie blieb stehen und sah ihm direkt in die Augen. Er hielt den Atem an. Da war es wieder. Genau wie den Nachmittag der Schneeballschlacht. Ihr Blick hielt ihn gefangen und er vergaß alles andere um sich herum, bis sich ihre Augen plötzlich weiteten. Sie sah ihn erschrocken an und er konnte sehen, dass sie etwas flüsterte. Dann sah sie Sirius an, der sie verwirrt ansah und sich dann ruckartig zu James umdrehte. Doch bevor noch irgendjemand reagieren konnte, hatte Lily sich von Sirius losgerissen und war in der Menge verschwunden. Das Lied war verklungen und die rhythmischen Takte der Schicksalsschwestern setzten ein. James entschuldigte sich bei seiner Tanzpartnerin und bahnte sich einen Weg durch die Menge. Sirius kam ihm durch das hopsende Gewühl entgegen. Die beiden Freunde standen mitten in dem tanzenden kreischenden Pulk und sahen sich an.

„Wo ist sie hin? Was hat sie gesagt?" fragte James außer Atem. Sirius zuckte auf die erste Frage hin die Achseln.

James sah ihn verwirrt an. Er verstand die Welt nicht mehr. Dann fing sein Freund an zu grinsen.

„Ich weiß zwar nicht, wie du das angestellt hast Krone mein alter, aber wenn ich ihre geflüsterten Worte richtig verstanden habe, dann hat sie gerade die Erkenntnis getroffen, dass sie dich liebt." James sah ihn sprachlos an.

„Also ich an deiner Stelle würde mich mal auf den Weg machen und sie suchen", versuchte er seinem Freund auf die Sprünge zu helfen. „Und noch ein Tipp, du solltest deinen Mund zuklappen!"

„Ich muss hier raus!" war alles, was James sagen konnte, bevor er sich versuchte zwischen den Tanzenden durchzudrängeln.