A/ N: So, jetzt wird dass mit den Updates nicht mehr ganz so schnell gehen. Ich werde sonst verrückt und halte mich für Hermine ;-) und ihr kommt mit dem lesen kaum noch mit. Aber keine Sorge, ich hab noch Ferien und ihr seid nicht vergessen.

JeannesEngelFynn: Das letzte war irgend etwas von Mary Higgins Clark, da will man einen Thriller lesen und dann…

LunaNigra: Laut Numerologie (hab ich aus dem Internet) steht die 7 unter anderem für Jungfräulichkeit. Die 6 ergibt sich, denke ich, aus sich selbst. Hehe.

LG, xgirlshona

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"Die meisten Menschen sind Mörder. Sie töten einen Menschen. In sich selbst."

(Stanislaw Jerzy Lec)

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„Es gibt einen Unterschied zwischen unserem Handeln und unserem Denken. Du wolltest nicht mit Rob schlafen, aber du hast es getan. Hab ich Recht?"

Sie nickte und Snape fuhr fort.

„In diesem Leben geht es nur um eines: zu fressen oder gefressen zu werden. Ich habe mich für das erste entschieden. Was wirst du tun?"

„Ich bin nicht bereit einen so hohen Preis für mein Leben zu zahlen."

Hermine spuckte die Worte förmlich aus und über Snapes Gesicht huschte ein Schmunzeln.

„Ich weiß, dass du zu ehrlich dafür bist, zu rein. – Beneidenswert."

„Aber Sie müssen nicht vorgeben zu sein, was Sie nicht sind. Sie haben eine Wahl."

Er lachte kurz und bitter auf.

„Ich habe die Wahl zu sterben."

„Besser tot im Himmel als lebend in der Hölle."

„Was weißt du denn? Selbst wenn es einen Himmel gäbe, ich habe meine Seele schon längst an den Teufel verkauft."

„Aber…"

„Still. Ich will jetzt nichts mehr hören."

Seine Stimme war lauter geworden. Als seine Faust diesmal auf den Tisch knallte, zuckte Hermine nicht wieder zusammen. Stattdessen spürte sie aufkeimende Wut.

„Sie halten sich für überlegen, oder Snape? Sie wirken so souverän in ihren schwarzen Klamotten, hinter ihrem großen Schreibtisch. Aber wissen Sie was? In ihrem Inneren sind Sie nur ein kleiner, dummer Junge, der Angst hat, zu seiner Meinung zu stehen. Sogar Narzissa hat mehr Charakter als Sie. Sie steht wenigstens zu ihrer Meinung, auch wenn es die falsche ist."

„Meinst du, du bist in der Position mir so etwas sagen zu können?"

„Nein, bin ich nicht. Aber ich bin wenigstens nicht so feige, Ihnen Recht zu geben. Sie glauben, die Wahrheit zu sagen, könnte Sie umbringen? Sie sind doch schon lange tot."

Snape schluckte schwer. Er sah Hermine nun nicht mehr an, blickte auf seine ineinander verschränkten Hände. Eine Weile herrschte Stille zwischen ihnen.

„Es geht dich nichts an", zischte er plötzlich zornig.

Im nächsten Moment hatte er seine Beherrschung wieder gefunden, versteckte sich hinter der kalten Fassade. Hermine war sich nun nicht mehr sicher, ob ihre Worte ihn erreicht hatten. Einen Augenblick zuvor hatte sie es noch geglaubt.

„Ich sollte jetzt gehen."

Sie konnte sehen, wie die Wut in ihm wieder aufflackerte.

„Du gehst, wenn ich es dir sage. Und nun werde ich dir mal eine Lektion erteilen. Wenn du der Meinung bist, dass man immer seine Meinung sagen sollte, hab ich heute Abend ein paar Aufgaben für dich: Erzähl Narzissa, dass sie eine alte Schlampe ist. Sag Rob, dass er sich eine andere Dirne zum Vögeln suchen soll. Und vor allem: Komm nicht ständig her, wenn du mich für ein solches Schwein hältst. Du bist selbst eine Heuchlerin, Hermine. Rede dir nicht ein, du seiest besser als ich. "

Hermine schüttelte traurig den Kopf und stand auf. Sie wusste, dass sie im Recht war. Dass sie ihn so tief getroffen hatte, dass er zum Angriff überging. An der Tür drehte sie sich noch einmal zu ihm um. Snape hatte sich die Hände an die Schläfen gelegt, als habe er Kopfschmerzen.

„Sie sind kein Schwein. Sie sind nur ein trauriger, alter Mann, dem niemand je eine Chance gegeben hat."

Er sah auf und Hermine blickte in leere, schwarze Augen.

„Wie schön, dass wir das geklärt haben. Und jetzt verschwinde!"