Hier bin ich wieder und dabei habe ich ein brandneues Kapitel! Jetzt geht's rund!

Thariva201: Uiuiui, danke für den Wink. Ja, ich lese auch viel auf Englisch. Da gibt es einfach mehr Auswahl. Aber schön, dass du hier her gefunden hast und mir ein Motivationsrev dagelassen hast. *knuff*

LadyMalfoy: sorry für den cliffie, es war einfach zu verlockend *schäm*. Ja, Spock ist so cool! Er ist einfach immer der Held (vor allem in kombi mit Jim!).

Isaldaria: tja, warte es ab. Es steht eigentlich schon fest, dass deine Erwartungen nicht ganz erfüllt werden in diesem Kapitel. Aber lass dich überraschen.

Coeur-du-jour: hehe, sorry. *schreibt schnell weiter* ich tu was ich kann ^^. *knuff*

- Kapitel 11 -

Der eisige Schlag in den Rücken kam so unerwartet, dass Spock sich instinktiv nach vorne fallen ließ, weg von der Kälte. Hatte er aber erwartet, nun jeden Augenblick hinaus ins Weltall gesogen zu werden, lag er falsch. Spock rannte zur entgegengelegenen Wand, wo die Tür hinaus zu den Flammen führte. Erst als er sich umsah, erkannte er, dass unter den Windungen der Station eine Kühlleitung gebrochen war und nun andorianisch temperiertes Kühlmittel in den Raum blies.

„Doktor," schrie er und die kalte Luft, die er einatmete brannte ihm in den Lungen. „Hier gibt es ein Kühlmittelleck!"

„Um Himmels Willen, halten Sie das Neugeborene von der Kälte fern," wies McCoy an, der nun die ernste Lage zu begreifen schien.

Spock befand sich bereits an der am weitesten entfernten Wand. Dennoch wurde es mit jeder Sekunde merkbar kühler. Verzweifelt sah er sich nach etwas um, mit dem er das Kind schützen konnte. Aber in erreichbarer Nähe fand er nichts. Das Kleine schrie nun aus voller Lunge, die kaum in Anspruch genommen, bereits so strapaziert wurde. Spock war hilflos, es lag nicht in seiner Macht, etwas Produktives zu tun.

„Spock, sind Sie noch da?" drang die nun ernsthaft besorgte Stimme des Doktors durch den Kanal. „Spock?"

„Ja, Doktor."

Spock hörte sich von einem auf den anderen Augenblick völlig matt und entkräftet an. Nicht nur Leonard hielt nun gänzlich in seiner Arbeit inne und sah auf. Die gesamte Krankenstation versank in Schweigen, kannte das Personal den Commander und konnte sich nicht vorstellen, welche Situation ihn so martern konnte.

„Spock, hören Sie mir zu, Die dürfen nicht einschlafen. Hören Sie?" wies Leonard den ersten Offizier an.

Sie warteten alle, auf eine Reaktion. Spock schien immer langsamer zu antworten.

„Ja, Doktor."

Die Gleichheit der Antworten ließ Leonard noch alarmierter werden.

„McCoy an Chekov. Der Captain muss sich beeilen, anscheinend gibt es eine gebrochene Kühlleitung in der Krankenstation. Wenn er Spock nicht sofort da raus holt, sterben sie alle."

STSTST

Spock stand mit dem Rücken zur Wand, schwer daran gelehnt. Den Raumanzug hatte er geöffnet und das Kind so gut es ging hinein an seine Brust genommen. Seine Arme umschlossen es. Er bebte vor Kälte und seine Beine gaben nach. Langsam rutschte er an der Wand entlang auf den Boden, wo er sich vorsichtig so weit wie möglich nach vorn krümmte, um der Kälte so wenig Angriffsfläche wie möglich auf das Kind zu geben.

„Spock! Sind Sie noch da?" er hörte McCoys Stimme.

Aber es machte keinen Sinn. Den Kommunikator konnte er in seinen kalten Fingern nicht mehr halten. Er versuchte zu antworten, seine türkisenen Lippen zitterten.

„Ich bin… n…noch d.."

„Jim ist gleich bei Ihnen, halten Sie durch. Schlafen Sie nicht ein."

Nicht einschlafen…

Töte sie!

Sein ganzer Körper brannte, als die Kälte sich durch seine Haut fraß.

Eine Schande für Deinen Vater und Vulkan.

„Spock, reden Sie mit mir," McCoys Stimme war nun nicht mehr nur dringlich, sondern enthielt einen Hauch Verzweiflung.

Wie lange lag seine letzte Antwort zurück?

Kein Wunder, dass er Dich verstoßen hat, Verräter!

„Spock!"

Ich kann nicht mehr…

Töte sie!!!

STSTST

„Kühlmittelleck?" Jim und Hikaru sahen zeitgleich auf, als ihnen die Idee kam.

Die Kühlmittelleitung! Damit konnten sie die Leitungen einfrieren und das Feuer löschen!

„Wie kommen wir da dran, ohne dass uns die Hände sofort abfrieren?" überlegte Jim laut.

Sulu zog sein Schwert mit der einen Hand und entfaltete es, während er mit der anderen ein ungefährliches Kabel aus der Wand riss. Dann schnitt er die verbliebene Deckenverkleidung mit der glänzenden Klinge auf, wie eine Sardinendose. Es war beeindruckend, wie scharf dieses Schwert war und wie behände der Asiate damit umzugehen verstand. Schnell war die Leitung freigelegt. Dann sah Sulu sich um und fand schnell, was er suchte. Jim beobachtete, wie der junge Mann nach zwei Metallrohren griff und diese mit dem Kabel zusammenknotete. Das ergab einen Mechanismus, wie bei einer Zange oder Schere. Ein Gelenk, das sich auf und zuklappen ließ.

Langsam verstand der Captain und nickte. Er nahm die „Zange" entgegen.

„Halten Sie die Leitung, Captain. Ich schneide sie durch."

Jim hob die Konstruktion an und klemmte den Kühlmittelschlauch dazwischen. Er hoffe, dass er damit genug Kontrolle behielt. Wenn er sie fallen ließ und der Schlauch einem von ihnen ins Gesicht schlug, würden sofort Teile des Gehirns erfrieren und sie waren tot.

Sulu schnitt schnell, aber vorsichtig, so dass er den Schlauch nicht aus Versehen aus der Halterung schlug.

„OK, gut gemacht," bestätigte Jim und kalter Rauch stieg ihnen entgegen.

Das Leck in der Krankenstation war wohl so groß, dass kaum noch Flüssigkeit heraus trat. Aber das musste reichen. Vorsichtig bewegte Jim den Schlauch zum Feuer hin und als die kalte Flüssigkeit auf das Feuer kondensierte, versiegten die Flammen. Es funktionierte!

Jim und Hikaru lächelten sich an. Wenigstens eines schien hier glatt zu gehen.

„Jim, hier Pille," meldete sich der Schiffsarzt und er klang alles andere als ruhig. „Hol Deinen Mann da raus! Jetzt!"

Jim und Hikaru hievten mit einem letzten verzweifelten Kraftaufgebot die Krankenstationstür auf. Gefährlich nahe bei ihnen hing die zerschnittene Leitung.

Ihnen schlug Eiseskälte entgegen. Jim musste die Hand heben, um sein Gesicht, vor allem seine Augen dagegen abzuschirmen. Sofort musste er husten, als diese Luft seine Lungen austrocknete.

„Spock!" rief er in den Kondensnebel hinein.

Vorsichtig setzte er einen Fuß vor den anderen, es war wirklich verdammt kalt. Zum Glück musste er nicht weit hinein, denn direkt neben der Tür erkannte er den blauen glänzenden Stoff eines Raumanzugs. Er bedeutete Hikaru, ihm zu helfen. Zusammen packten sie zu und mit einem heftigen Ruck zogen sie Spock aus der Kälte.

Der Vulkanier bewegte sich kein Stück, sie schleiften ihn einfach so weiter, legten ihn kurz ab, um die Deckenplatte anzuheben. Es war einfach keine Zeit mehr, zimperlich zu sein. Sie mussten raus und zwar jetzt! Nur mit ungeschickter, ja unkoordinierter Mühe zwängten sich die zwei Männer mit dem bewusstlosen Vulkanier darunter hindurch und stolperten in voller Hektik weiter. Um sie herum Krächzte alles, die Wände bebten und zitterten.

„Laufen Sie, Sulu!" schrie Jim ihn an, vielleicht nur um sich auch selbst anzuspornen.

Die Wände bogen sich nun sichtlich und da, wo Platten ineinander über gingen, entstanden große Lücken.

„Scotty! Halten Sie sich bereit und beamen Sie, so bald wie möglich!"

Und da begann sich auch schon ein Glühen um ihn herum auszubreiten, als seine Moleküle auseinander genommen wurden.

STSTSTST

Es war ein unheimlicher, beeindruckender Anblick. Dennoch konnte Jim es in diesem Augenblick nicht gänzlich erfassen, zu sehr pumpte das Adrenalin noch in seinen Adern. Gerade war er noch dort drüben gewesen, mit zwei seinen Männern, auf der Station, deren letzte intakte Strukturen nun nachgaben. Er beobachtete, wie die Atmosphäre in den Weltraum entwicht und diverses Inventar mit hinaus geschleudert wurde. Kaum zu glauben, dass sie das hätten sein können.

Mit einem Gefühl der Ohnmacht schaltete er das Bild aus, welches er sich von Chekov hatte auf die Krankenstation legen lassen und wandte sich zu McCoy um.

Der Arzt lief an ihm vorbei, ohne ihn zu beachten. Niemand auf der Krankenstation sprach ein Wort. Die Stille war so drückend und unbehaglich, doch niemand wusste, was es zu sagen gäbe.

Pille scannte Spock und stellte dann die Wärmelampen, welche um den bewusstlosen ersten Offizier aufgebaut waren, erneut nach. Das rote Licht ließ Spocks vulkanische Haut geradezu gesund aussehen. Der erste Offizier lag nackt bis auf die Unterwäsche auf einer der Liegen, mit einer Thermodecke bedeckt. Seit sie ihn aus dem völlig unterkühlten Raum gezogen hatten, war er nicht zu Bewusstsein gekommen.

Jims Mine war fest, jedoch in Ernst erstarrt. Spock und er mochten ihre Dispute gehabt haben. Aber die letzten Wochen waren sie unweigerlich zusammengewachsen. Er dachte darüber nach, wie sie zu zweit durch die Enterprise gelaufen waren, die Reparaturen überwacht hatten. Spock war beinahe zu einem Schatten geworden, der ihm überall hin gefolgt war. Wenn Jim nicht weiter gewusst hatte, war es eine Selbstverständlichkeit geworden, dass der Vulkanier stets die Lösung für ein Problem anbot.

Habe ich mich etwa schon an ihn gewöhnt? dachte Jim bei sich.

"Die vulkanische Physiologie ist extrem robust," hörte er Pille neben sich. "Er wird es überstehen."

Ja, das würde er. Jim hatte keinen Zweifel daran, dass Spocks angeborene Sturheit nicht zulassen würde, dass er sich von ein bisschen kalter Luft unterkriegen lassen würde.

"Er sieht schon viel besser aus," bemerkte er und Pille nickte.

"Ja, er erholt sich sehr schnell. Sah aber vorhin genauso schlimm aus, wie es war. Vulkanier kommen von einem Wüstenplanet, Kälte ist das reinste Gift. Ein paar Minuten länger dort drin und wir hätten nichts mehr tun können. Es ist immer wieder erstaunlich, wie sich vulkanische Körper so schnell regenerieren. Vielleicht bekommt er eine heftige Erkältung und fühlt sich noch eine Weile matt, mehr aber auch nicht."

Das waren gute Nachrichten. Wenigstens das. Aber auch diese Botschaft vermochte die Stimmung auf der Station nicht zu heben.

Sie hatten aus Spocks starren, verkrampften Armen ein kleines Bündel gezogen, als sie es bei seiner Ankunft in der Krankenstation bemerkt hatten. Es handelte sich um ein kaltes, bewegungsloses Neugeborenes. Blut klebte überall an ihm und auch Spocks Anzug war durch und durch davon überzogen gewesen.

"Glaubst du, er wird sich das vorwerfen?" überlegte Jim nun laut.

"Er ist Vulkanier," meinte der Arzt nur, als sei das die ultimative Antwort und prüfte die Messungen seines Scans. Dann aber fuhr er mit sanfterer Stimme fort. "Ich hoffe nicht. Ich weiß nicht, was da drüben genau passiert ist, aber Spock.. er hörte sich so...," Pille versuchte, die richtigen Worte zu finden.

Es gelang ihm nicht, der Satz wurde nicht beendet.

"Es bringt nichts, hier rumzuschleichen, Jim. Du kannst wenig tun," meinte er schließlich ein wenig abweisend.

"Soll das ein Rausschmiss sein?" fragte Kirk augenzwinkernd und McCoy versuchte auf dieses Kommentar hin seine verspannten Schultern zu lockern.

"Ich ertrage diese Spannung nicht, jeder hier ist von dem Vorfall schockiert. Spock wird es gut gehen. Das Kind ist tot. Es ist wie es ist und niemand kann daran etwas ändern," fuhr Pille ihn leise, aber scharf an.

Jim hob abwehrend die Hände.

"Hey, das weiß ich. Es war auch nicht meine Intension hier herumzujammern und die Stimmung zu drücken," verteidigte er sich. "Das kannst du mir wirklich nicht vorwerfen."

Pilles Haltung veränderte sich schlagartig, als er sich nach vorn lehnte und sich an der Liege abstützte. Er atmete lautstark aus und fuhr sich dann mit einer Hand durchs Haar.

"Ja. Entschuldige. Es ist einfach... Das Kind, weißt Du. Ich habe es über den Kanal schreien gehört. Seinen allerersten Schrei. Und zehn Minuten später ist es tot. Zu Tode gefroren."

Jim presste die Lippen aufeinander. Selten hatte er Leonard so trübsinnig gesehen. Ja, mürrisch vielleicht, sarkastisch, zerrissen. Aber niemals trübsinnig. Er legte Leonard eine Hand auf die Schulter.

"Du wärst nicht menschlich, wenn alles an dir abfallen würde," meinte er mit sanfter Stimme.

"Nein," ein bitteres Lachen. "Vulkanisch vielleicht."

Als wäre dies das Stichwort gewesen, hörten sie ein leises Stöhnen. Spock wendete seinen Kopf zur Seite, als er langsam in die bewusste Welt zurückkehrte. Jim und Leonard waren sofort wieder in der Gegenwart und während der Arzt die Geräte überprüfte, lief Jim an die Seite seines vulkanischen Kollegen. Die meisten Erfrierungen, wo sich die Kälte in Spocks Haut gebrannt hatte, hatte Pille behandeln können. Lediglich in Spocks Nacken hatte die Haut noch einen Grünschimmer und die Unterlippe zeigte noch einige wenige Spuren, wo sie aufgeplatzt war.

Spocks Augen begannen zu flattern, als er gegen die Ohnmacht ankämpfte.