Disclaimer: Wenn das hier mir gehören würde, würde ich es euch nicht umsonst lesen lassen. Soviel steht fest. Da das hier aber alles (bis auf den Storyplot) einer inzwischen steinreichen Frau aus Schottland gehört, braucht ihr mir keine Überweisung zu schicken. Da habt ihr ja noch mal Glück gehabt, hm?
A/N: OK, meine Lieben. Hier ist Kapitel 10. Und ihr ahnt gar nicht, wie stolz mich das macht. Denn es gibt drei gute Gründe dazu:
1. Es ist länger geworden, als es eigentlich geplant war (um ganze 2 1/3 Wordseiten, um genau zu sein). Ich konnte mich irgendwie nicht bremsen und hoffe, ihr habt kein Problem damit.
2. Ich habe es geschafft, dieses Kapitel noch vor dem Wochenende zu posten, wie ich es versprochen habe. Allerdings sollte mein Chef besser nicht rauskriegen, dass ich die ersten zwei Absätze im Büro so neben der Arbeit her geschrieben habe, denn sonst wird er stinkig. Also, bitte nichts verraten.
3. Last but not least, deswegen, weil ich (wir) an einem der großen Meilensteine der Story angekommen sind. Auf den letzten (und gleichzeitig längsten) Absatz in diesem Kapitel freue ich mich schon seit Monaten. Ihr ahnt ja gar nicht, wie oft ich diese Szene schon in Gedanken durchgespielt habe. Und sie war jedes Mal irgendwie anders. Ich hoffe aber, dass euch diese Version gefällt. Mir zumindest, gefällt sie.
4. Es gibt kein Viertens, da ich ja gesagt habe, es gibt DREI gute Gründe. Also, viel Spaß beim Lesen
Wer einen Gegner schonungslos behandelt,
respektiert ihn
- Michel Debré -
10. Kapitel – Remember the final?
„Ich brauche was Süßes. Irgendetwas. 3 Dutzend Schokofrösche, einen Karton voller Zuckerfedern oder von mir aus auch einen riesigen Berg Vanillepudding mit Sahne. Hauptsache viel Zucker"
„Ähhhh...okay...der Honigtopf ist in Hogsmeade und der Süßigkeitenladen hier in der Winkelgasse ist drei Läden weiter"
„Sag mal, willst du mich verscheißern?"
„Würde mir nie im Leben einfallen. Aber falls du dich mal umgesehen hast, müsstest du bemerkt haben, dass du dich bei Weasleys zauberhafte Zauberscherze befindest"
Mit einer weitausholenden Geste zeigte George durch seinen Laden, doch Katie ignorierte das.
„Erzähl mir nicht, dass ihr hier nichts Süßes habt. Das glaube ich euch nämlich nicht", erwiderte sie stattdessen.
„Nun ja, wir hätten da die Kotzpastillen. Die sind relativ süß. Oder das Nasblutnougat. 42,8 Prozent purer Zucker. Und dann wären da noch...EEEEEEEEKKK!...Katie, was soll das?", zählte Fred auf und unterbrach sich dann erschrocken.
Mit einem Ruck hatte Katie sich ihn geschnappt und so nahe zu sich rangezogen, dass ihre Nasenspitzen sich fast berührten und funkelte ihn finster an.
„Dreh mir bloß nicht eins von euren mörderischen Experimenten an, klar?", knurrte Katie, „Ich weiß genau, dass ihr immer einen Vorrat an Schokofröschen im Haus habt. Also wenn du weißt, was gut für dich ist, rückst du jetzt damit raus"
„Okay, Okay, ist ja schon gut. Du kriegst deine Schokofrösche ja", beruhigte Fred sie, befreite sich aus ihrem Griff und griff in eine Schublade hinter der Ladentheke, wo George und er immer ein paar ungefährliche Süßigkeiten von der Konkurrenz gebunkert hatten. „Welcher Hornschwanz ist dir denn über die Leber gelaufen?"
Zufrieden griff Katie sich einen der Schokofrösche, riß das Papier auf und biß dem hilflosen Tier genüsslich den Kopf ab.
„Mmmmmmmmmmhhhhhhhhhh!!! Danke! Das habe ich gebraucht", seufzte sie zufrieden.
„Erzählst du uns jetzt, was los ist? Wenn du auf so einem Zuckertrip bist, bist du normalerweise mehr als stinkig", meinte George
„Bin ganz deiner Meinung, Bruderherz", stimmte Fred ihm zu, während Katie über den zweiten Schokofrosch herfiel. „Also, wer hat dich so auf die Palme gebracht?"
„Wood", nuschelte Katie mit einem Mund voller Schokolade
„Aaaahhh", kam es unisono von den Twins
„Das erklärt natürlich einiges", hängte George noch an und nickte verstehend
„Obwohl wir auch über Details nicht klagen würden. Was hat er denn angestellt, dass dich so zum rasen bringt? Normalerweise gehst du doch nicht gleich in die Luft, wie ein explodierender Kessel, nur weil Wood irgendwie seine komischen Anwandlungen hat", meinte Fred und sah sie neugierig an „Hat er dich zur Strafe für den Artikel die ganze Nacht durchs Puddlemere-Stadion gehetzt, oder was?"
„Nein", erwiderte Katie grummelnd. „Er hat mich geküsst"
„WAS hat er???", rief eine geschockte Stimme von der anderen Seite des Raums
Ruckartig fuhren Katie, Fred und George zur Lagertür rum, durch die Lee gerade in den Verkaufsraum trat und mit weit aufgerissenen Augen und offenem Mund dastand.
„Ich sagt: Er hat mich geküsst", wiederholte Katie seufzend, während Fred und George nur verwirrt zwischen Katie, Lee und dem jeweiligen Weasley hin und hersehen konnten, der sie nicht gerade selber waren.
„Das habe ich schon gehört", brummelte Lee. „Was, zur Hölle noch mal, denkt der Kerl sich dabei, meine Freundin zu knutschen?"
„Häh?", kam es jetzt verwirrt von Katie
„Du hast mich schon verstanden", meinte Lee nur, statt seine Frage zu wiederholen. „Also?"
„Also soweit mir bekannt, ist unsere Beziehung nur ein ziemlich überzeugendes Theaterspiel, Lee Jordan", setzte sie an, wurde jedoch gleich darauf von Lee unterbrochen.
„Theaterspiel oder nicht. Solange du öffentlich als meine Freundin giltst, hat er dich nicht zu küssen. Auch nicht wenn er tausendmal Oliver Wood heißt und ein großer Quidditchstar ist"
„Ich glaube, da ist jemand ganz gewaltig eifersüchtig auf unseren lieben Ex-Käpt'n", flüsterte George so laut zu Fred rüber, dass Katie und Lee es unmöglich überhören konnten.
Beide schossen ihm einen finsteren Blick zu, doch er grinste bloß, lehnte sich vergnügt an das Regal hinter ihm, verschränkte die Arme und wartete auf das, was da noch kommen würde. Fred hatte sich inzwischen auf den Verkaufstresen geschwungen und baumelte gut gelaunt mit den Beinen.
„Also, laß hören. Warum hat Wood dich geküsst, statt dich in Grund und Boden zu brüllen?", forderte Fred sie breit grinsend auf.
„Würde ich auch gerne wissen", grummelte Lee weiter und setzte sich schlecht gelaunt auf einen Karton voller hockexplosiver Tintenfässer in allen Farben und Größen, die darauf warteten, von George mit nach Hogsmeade genommen zu werden.
„Ganz ehrlich, ich habe keinen blassen Schimmer", meinte Katie leicht verwirrt. „Angefangen hat das alles gestern Mittag, als ich mit Joana, Alec und Roger im Tropfenden Kessel zum Mittagessen war..."
Und dann erklärte sie lang und breit, was am Vortag vorgefallen war, was die Twins und Lee zwischen Erstaunen, Belustigung und Verwirrung hin und herschweifen ließ.
„...und dann habe ich mich in mein Zimmer eingeschlossen und bin lachend auf dem Bett zusammengebrochen. Er hat noch eine Weile rumgebrüllt, dass er mich schon noch erwischen würde, aber dann ist er wieder nach unten verschwunden", schloss sie ihre Erklärung ab. „Lange hat meine gute Laune aber nicht angehalten, denn ich stecke jetzt ganz schön in der Klemme. Einerseits habe ich einen Ruf als Reporterin und immerhin habe ich ihn öffentlich herausgefordert. Wenn er nichts tut, muß ich eigentlich den zweiten Teil von Susans Interview drucken, wenn ich mich nicht lächerlich machen will. Andererseits hat er recht. Wenn mir Freundschaft mehr bedeutet, als die Karriere, dann kann ich es nicht tun. Und Freundschaft bedeutet mir mehr. Das weiß er ganz genau. Darum kann er sich jetzt beruhigt zurücklehnen und abwarten, während ich mir überlegen muß, wie ich aus diesem Schlamassel wieder rauskomme. Versteht ihr jetzt, warum ich so schlecht Laune habe?"
„Schöne Scheiße, in die du dich da geritten hast, Kats", meinte George nachdenklich
„Danke! Das weiß ich selber. Sag mir lieber, wie ich da wieder rauskomme", erwiderte sie
„Keine Ahnung. Noch jedenfalls nicht", gab George ehrlich zu
„Aber wir denken drüber nach", versprach Fred und warf ihr einen aufmunternden Blick zu. „Irgendwas fällt uns da schon ein. Wäre doch gelacht, wenn Wood sich durchsetzt"
„Danke, Jungs. Ich wusste, dass ich auf euch zählen kann", meinte Katie und lächelte die Twins dankbar an. „Und wie reagiere ich auf diese Kussgeschichte?"
„Verpaß ihm eine Ohrfeige", antwortete Lee wie aus der Pistole geschossen
„Was?", erwiderte Katie irritiert. „Wie stellst du dir das denn vor?"
„Na, du gehst zu ihm, holst aus und scheuerst ihm eine", erklärte Lee. „Ist doch ganz einfach"
„Mit fast 24-stündiger Verspätung?", meinte Katie skeptisch. „Das hätte ich gleich tun sollen. Dann hätte es noch überzeugend gewirkt. Aber jetzt wäre das doch ein wenig übertrieben, oder nicht?"
„Finde ich nicht", widersprach Lee. „Aber wenn du ein Problem damit hast, kann ich das auch gerne erledigen"
„Untersteh dich, Jordan", warnte Katie ihn. „Du ohrfeigst hier niemanden"
„Ich hatte auch eher vor ihm einen Kinnhaken zu verpassen, statt ihn zu ohrfeigen. Ich bin ja schließlich kein Mädchen oder schwul", murmelte Lee leise vor sich hin
„Was?", hakte Katie nach
„Vergiß es", winkte Lee ab. „Wenn du ihm keine verpassen willst, sag ihm einfach, dass das einen Schritt zu weit war und du ihm das nächste Mal eine scheuerst, wenn er es noch mal versucht"
„Also, die Idee ist gut", stimmte Fred seinem Freund zu. „Er kann dich schließlich nicht einfach so, aus welchem Grund auch immer, küssen. Egal wie gut oder schlecht er küßt. Wie gut küsst Woody-boy eigentlich, wenn wir schon dabei sind?"
Katie sah ihn an, als hätte er gerade gesagt, dass der Himmel lila-gelb gestreift ist.
„Was?", fragte sie zum wiederholten mal an diesem Tag
„Wie gut er küsst? Hat es sich wenigstens gelohnt?", wiederholte Fred grinsend
„Wen interessiert das denn?", fuhr Lee ihn an und verpasste ihm eine Kopfnuß
„Uns", erklärte George schlicht und sah Katie ebenfalls erwartungsvoll an
„Sagt mal, wessen Freunde seid ihr eigentlich? Woods oder meine? Der Kerl knutscht mit meiner nichtoffiziellen offiziellen Freundin rum und euch interessiert nur, wie gut er küsst, statt euch darüber Gedanken zu machen, dass ich wie ein Trottel dastehe, wenn das rauskommt", maulte Lee die Beiden an.
„Wie soll das denn rauskommen? Die einzigen die davon wissen, sind wir vier, Wood selber und Lindsey. Wir sagen nichts. Wood wird sich ebenfalls hüten, was zu sagen und Lindsey weiß auch, dass das ganze Privatsache ist und niemanden was angeht. Also komm runter, Kumpel", erwiderte Fred lässig und sah Katie gespannt an. „Spuck's schon aus, Kats. Wie küsst Wood?"
„Argh", seufzte Katie schließlich, als sie die drei neugierigen Gesichter ihrer Streichkumpanen aus Hogwarts sah. „Aus der Sache komme ich nicht raus, oder?"
„Nö", antwortete George kopfschüttelnd und Fred tat es ihm gleich . Lee sah einfach nur aus, als wusste er selber nicht so recht, ob er das nun wissen wollte oder nicht.
„Naja, er ist gar nicht so schlecht darin", antwortete Katie schließlich und dachte bei sich ‚Merlin, bin ich bescheuert? Oliver Wood küsst ...einfach...ach, ich habe keine Ahnung wie. Aber „gar nicht so schlecht" ist die Untertreibung des Jahrhunderts. Wenn ich das allerdings laut sage, dreht Lee völlig durch. Mag der Himmel wissen, was mit dem los ist. So eifersüchtig war er nicht mal auf Roger damals'
„Aha"
„Soso"
„Hmpf"
Zwei breit grinsende und ein etwas säuerliches Gesicht sahen sie nach dieser Antwort an und Katie verdrehte genervt die Augen.
„Was auch immer euch jetzt durch den Kopf geht: Ich will es nicht wissen", meinte sie und sah die drei der Reihe nach an. „Tut mir nur bitte einen Gefallen, ja? Erzählt Angelina und Alicia nichts davon, okay? Vor allem Angelina nicht. Die hat irgendwie einen Narren daran gefressen, was Oliver und mich angeht. Ihrer Meinung nach ist der vollkommen verschossen in mich. Ich weiß allerdings nicht so recht, ob ich ihr das abnehmen soll. Die beiden sehen oft genug Gespenster wo keine sind"
„Versprochen", meinten alle drei gleichzeitig, da auch sie wussten, wie Alicia und Angelina manchmal drauf waren. Lee versprach es hauptsächlich deshalb, weil er Oliver nicht indirekt Aufwind geben wollte. Er hatte nämlich das ungute Gefühl, dass Angelina in diesem Fall keine Gespenster sah. Und irgendwie passte ihm das gar nicht.
„Himmel, wie spät haben wir es eigentlich?", fuhr Katie in diesem Moment erschrocken zusammen.
„Zehn nach 2", antwortete George mit einem Blick auf die Uhr über dem Verkaufstresen. „Wieso?"
„Oh nein!!! Larry bringt mich um", stöhnte Katie verzweifelt. „Wir haben seit zehn Minuten Redaktionskonferenz. Ich muß weg. Ciao Jungs"
Sie griff noch nach ein paar Schokofröschen, rannte dann aus dem Laden und war mit einem lauten PLOP disappariert.
Drei verwirrte Gesichter sahen ihr noch einen Moment hinterher. Dann wandten sich zwei diese
Gesichter breit grinsend dem dritten zu.
„Also, Kumpel", meinte Fred und legte Lee freundschaftlich einen Arm um die Schulter. „Ich glaube, wir müssen mal was klären"
„Oh ja", meinte George und legte ebenfalls einen Arm um Lee's Schulter, der ein wenig verunsichert zwischen seinen beiden besten Freunden hin und hersah. „Kann es sein, dass es da was gibt, was wir noch nicht wissen?"
„Äh...", war alles, was von Lee kam.
„Zum Beispiel, dass du bis über beide Ohren in unsere heißgeliebte Top-Secret-Streichkumpanin verschossen bist, hm?", fragte Fred hinterlistig
„Und dass du gerade eine Mordswut auf Oliver Wood hast, weil er mit ihr das getan hat, was du gerne selber mit ihr tun würdest?", fuhr George fort, seinen Freund zu sticheln
Lee sah, dass die Beiden ihn durchschaut hatten und verdrehte seufzend die Augen.
„Umpf, ihr macht mich fertig, ihr Zwei", antwortete er schließlich
„Von wegen", widersprach Fred, „Wir haben vor, dir zu helfen"
„Ernsthaft?", meinte Lee überrascht
„Ernsthaft", nickte George, „Oder glaubst du, wir lassen zu, dass unsere Nummer vier im Bunde von einem irren, fanatischen Quidditchprofi verführt wird? Wir können Katie doch nicht an den ‚Feind' verlieren. Stell dir mal vor, der unterzieht sie einer Gehirnwäsche und sie wird genauso Quidditch-irre wie er"
„Grauenhafte Vorstellung", meinte Fred und schüttelte sich
„Absolut grauenhaft", stimmte George ihm zu
„Also, im Moment frage ich mich, wer hier wirklich irre ist", erwiderte Lee. Doch dann breitete sich das erste ernsthafte Lächeln auf seinem Gesicht aus, seitdem er von dem Kuß zwischen Katie und Oliver gehört hatte. „Trotzdem. Danke Jungs"
„Nicht zu danken. Dazu sind Freunde da", winkte Fred lässig ab und widmete sich wieder seiner Arbeit.
„Du sagst es", gab George ihm recht. „Und jetzt beweg deinen Hintern, Jordan. Da müssen noch einige Kisten nach Hogsmeade"
„Aye, Sir. Bin schon unterwegs", meinte er und salutierte grinsend
„Guter Sklave", murmelte George, allerdings so leise, dass ihn niemand von den anderen beiden hörte
Katies POV, QM-Redaktion, 12 Minuten nach Zwei
Ich bin ja so was von tot. Wir haben seit gut zehn Minuten eine außerplanmäßige Redaktionskonferenz und ja schon aus, wenn man zu spät kommt, aber bei außerplanmäßigen, die er erst am Morgen ansetzt, wird er zum Tier, wenn man zu spät kommt.
Wie, zur Hölle noch mal, konnte mir das passieren? Ich wollte doch eigentlich nur kurz zu den Twins, mir was Süßes holen und ein wenig Dampf ablassen. Stattdessen quatsch ich mich da fast eine Stunde lang fest und muß mir auch noch eine Eifersuchtsszene von Lee gefallen lassen. Als ob der ein Recht auf Eifersucht hätte. Schließlich sind wir nicht wirklich zusammen. Das ist nur ein FAKE, Lee Jordan!!! Idiot!!!
Oh Gott, Larry kriegt Anfälle, von hier bis Australien. Soviel ist sicher... Oder vielleicht auch nicht. Vielleicht habe ich ja Glück, und er hat es noch nicht bemerkt. Bitte, bitte, bitte, bit-
„WO IST DIE BELL? WIR HABEN SEIT 10 MINUTEN REDAKTIONSKONFERENZ!!!" – Larry, schreiend und tobend wie ein brümftiger Hippogreif
Können Hippogreife eigentlich brümftig werden? Oder werden die eher läufig? Keine Ahnung. Hätte Hagrid damals vielleicht doch besser genauer zuhören sollen.
„WO STECKT DIE?"
OK, jetzt mache ich mir ernsthaft Sorgen. Wie kriege ich den bloß wieder auf normale Betriebstemperatur? Der kocht ja geradezu vor Ärger. Laß mich mal überlegen. Vielleicht, wenn ich einfach so tue, als ob ich die ganze Zeit da gewesen wäre? Wäre eine Möglichkeit. Mal sehen, ob er mir das abnimmt.
PLOP!HAHAHA! Und schon sitze ich auf meinem Platz im Konferenzraum, ohne dass ich an ihm vorbei musste.
„WENN DIE NICHT BALD AUFTAUCHT, DANN WERDE ICH..."
„Sagt mal, habt ihr eine Ahnung, was der Boss hat? Sind doch alle da" – ich, scheinbar völlig erstaunt über den Ausbruch von Larry, der wie ein Känguru auf Droge vor dem Tisch auf und ab hüpft
Rumms! Schon erstaunlich, wie synchron die den Kopf zu mir rumdrehen können, nur um danach gleichzeitig die Kinnladen gen Boden fallen zu lassen. Ernsthaft Leute. Mit der Nummer könnt ihr im Zirkus auftreten.
„Wo kommst du denn her? Gerade warst du noch nicht hier" – Alec, scheinbar der erste, der merkt, dass hier was nicht stimmt
„Echt? Kann nicht sein. Wir hatten doch um 2 eine außerplanmäßige Redaktionskonferenz angesetzt oder habe ich mich da geirrt? Chef, irre ich mich?" – ich, Larry fragend ansehend
Der allerdings sieht mich im Gegenzug an, wie Percy, der von Professor McGonagall zu hören kriegt, dass er ein lausiger Schulsprecher ist. Nicht, dass das je vorgekommen ist. Gott bewahre. So was passiert Percy doch nicht. Aber so würde er aussehen, wenn es so wäre.
„BELL" – Larry, mit zusammengepressten Zähnen
Also, wenn er nicht so knallrot im Gesicht wäre, eine schwarze Robe anhätte und sich vor drei Wochen zuletzt die Haare gewaschen hätte, könnte er jetzt beinahe Snape Konkurrenz machen
„Ja?" – ich, die Unschuld in Person
„Wo kommen sie jetzt her? Wir warten seit einer Viertelstunde auf sie?" – Larry, mit wild pochender Halsschlagader.
Ehrlich. Das sehe ich sogar von hier hinten und mich und meinen rasenden Chef trennen immerhin etwas mehr als dreieinhalb Meter. Obwohl ich ehrlich nicht verstehe, wozu nicht mal 10 Leute einen so großen Konferenztisch brauchen. Aber das geht mich wahrscheinlich nichts an.
„Ich weiß gar nicht, was sie wollen? Ich war die ganze Zeit hier" – ich, immer noch vollkommen unschuldig, obwohl ich mich doch gewaltig beherrschen muß, nicht vor Lachen zu platzen. Larry hyperventiliert gleich und Barbie sieht mich an, als wäre ich der leibhaftige blutige Baron
„Das waren sie nicht. Sonst hätten wir sie ja gesehen – Larry, scheinbar besonders schlau
„Natürlich war ich das. Wo sollte ich denn sonst sein? Bei einem Freund den es gar nicht gibt, um ihn zu fragen, wie ich reagieren soll, weil Oliver Wood mich hinterhältig überfallen und niedergeknutscht hat, vielleicht? Also ehrlich! Ich weiß doch noch, wo ich wann gewesen bin. Und ich war definitiv hier. Allerdings habe ich keine Ahnung, warum wir hier seit einer Ewigkeit Zeit verplempern, wenn wir ein Quidditchmagazin rausbringen wollen. Sie vielleicht?" – ich, die ganze Sache auf die Spitze treibend.
Und was macht Larry? Hm? Dem fallen fast seine Kulleräuglein aus dem Kopf und schnappt nach Luft wie ein Fisch auf dem Trockenen.
„Hm, tja, na ja, äh...OK. Dann lasst uns anfangen" – Larry, verwirrt stammelnd und den Kopf schüttelnd, nur um dann die Konferenz knapp zwanzig Minuten zu spät anzufangen.
HA! Schachmatt gesetzt mit der Wahrheit. Bin ich gut oder bin ich gut? ICH BIN EIN GENIE!!!
„Du bist vollkommen irre" - Roger, flüsternd, aber breit grinsend
„Ach ja?" – ich, immer noch auf dem Unschuldszug
„Ja. Der Arme steht kurz vorm Irrenhaus" – Roger, mit einem Blick zu Larry, der jetzt irgendwas über die Pressekonferenz beim Spiel Puddlemere gegen die Falcons faselt
„He, meine Schuld ist das nicht" – ich , alle Schuld an der verwirrten Gemütsverfassung unseres Big Bosses von mir weisend
„Wer's glaubt. Dem kannst du vielleicht was vormachen. Genau wie Nicolette und Joe. Aber uns anderen nicht. Wir wissen dass du gerade nicht da warst. Also, wo warst du?" – Roger, beweisend, dass er nicht ganz zu Unrecht ein Ravenclaw war
„Was hältst du von der Version, die ich Larry gerade vorgeschlagen habe?" – ich, mein Glück herausfordernd
„Dass du dich bei einem nicht existierenden Freund ausheulst, weil Wood dich hinterrücks niederknutscht?" – Roger, mit einem Grinsen von Ohr zu Ohr
„Yep" – ich, heftig nickend
„Schön, dass wir uns da einig sind, Miss Bell. Sie glauben also auch, dass es eine gute Idee ist, dass sie alle vier zu der Pressekonferenz gehen um alles genau berichten zu können? – Larry, scheinbar meinend, ich würde ihm zuhören
„Unbedingt" – ich, zustimmend, was mir verwirrte Blicke von Alec und Joana einbrachte, während Roger fast seine Faust abbiß, um nicht zu platzen.
Ich kann's Alec und Joana nicht verübeln. Was soll der Blödsinn, dass wir mit vier Mann bei dieser Konferenz auftauchen? Ist zwar das Spitzenspiel der Saison, aber vier Reporter sind doch ein wenig „to much". Ich zucke nur entschuldigend mit den Schultern, damit die mich nicht für vollkommen irre halten und sehen wieder zu Roger rüber
„Ich glaube dir kein Wort. Wo warst du wirklich?" – Roger, zweifelnd
„Hab mich bei Fred und George festgequatscht" – ich, wieder schulterzuckend, da er die Wahrheit ja nicht glauben will und dies ja irgendwie auch der Wahrheit entsprach
„Klingt schon besser" – Roger, nickend und sich Larry zuwendend
Wohl doch kein vollwertiger Ravenclaw, hm Mr. Davies? Eher ein kleiner, gutgläubiger Hufflepuff, was? Ha, schade, dass ich ihm dass nicht sagen kann. Das würde ihn genauso rot werden lassen wie Larry vorhin.
Tja, Nobody is perfect. Auch ein Roger Davies nicht.
Und ich brauche jetzt was Süßes. Sonst überstehe ich Larrys Irrsinn nicht.
„MISS BELL, WAS SOLL DAS?" – Larry, von meinem Geknister im Redefluss unterbrochen.
„WAS? Das ist nur ein harmloser Schokofrosch. Das hilft mir, mich voll und ganz auf meinen Job zu konzentrieren" – ich, ehrlich empört darüber, warum man nicht mal einen ganz harmlosen Schokofrosch essen darf, wenn man im Zuckernotstand ist.
Manchmal ist die Welt einfach ungerecht!
Im Presseraum des Puddlemere-Stadions war 2 Wochen später die Hölle los. Wahrscheinlich war so ziemlich jedes kleine Käseblatt des Landes irgendwie vertreten, um über das Hammerspiel der Quidditchliga zu berichten. Das Spiel der Falmouth Falcons gegen Puddlemere United war immer eines der Highlights des Jahres. Aber in diesem Jahr hieß es außerdem, dass die beiden führenden Teams der Liga aufeinander trafen.
Im Raum war eine elektrisierende Spannung spürbar und Katie und Roger hatten große Mühe, sich einen einigermaßen guten Platz zu sichern. Alec und Joana hatten sie schon am Eingang verloren und würden sie wahrscheinlich erst in der Redaktion wieder sehen, wenn sie Pech hatten.
Katie hörte, wie viele ihrer Kollegen über den Ausgang dieses Spiels spekulierten und waghalsige Wetten auf das Ergebnis abschlossen.
„Und? Was glaubst du, wer gewinnt?", fragte Roger neben ihr und sah sich suchend nach einem Platz um, von dem aus sie die beste Möglichkeit hatten, alles hautnah zu verfolgen, was die Mitglieder der beiden Teams zu sagen hatten.
„Puddlemere", antwortete Katie knapp, „Ich gönne nämlich Flint den Sieg nicht"
„Wer tut das schon?", gab Roger ihr recht. Auch er wollte nicht, dass ausgerechnet Marcus Flint und seine Mitspieler siegten, „Blöderweise sind die aber ziemlich gut in dieser Saison"
„Ja, aber heute hat diese miese Schlange zwei ehemalige Gryffindor gegen sich. Oliver ist in Topform und Angelina hat ihre Jäger genug gedrillt, dass sie es mit den Falcon-Jägern aufnehmen können", erwiderte Katie
„Dein Wort in Gottes Ohr", seufzte Roger nur und drängelte sich weiter nach vorne durch, „Ich gönn's ihm nämlich auch nicht"
Katie lächelte nur zuversichtlich und schlüpfte durch eine Lücke zwischen einer älteren Reporterin des Wizard Chronikle und der Wand hindurch, um sich einen Platz an der Wand in Höhe der dritten Reihe zu sichern.
„OK, ich denke, was besseres finden wir heute nicht", meinte sie schließlich. „Laß uns hier bleiben und das beste aus dieser Pressekonferenz rausholen"
„Wahrscheinlich hast du recht", stimmte Roger ihr zu und sah sich dann suchend um, „Hast du gesehen, wo es Alec und Joana hin verschlagen hat?"
„Nein. Die werden wir in diesem Gewühl wohl auch nicht wieder finden. Hoffen wir einfach, dass sie auch einen guten Platz erwischt haben", verneinte Katie
Es dauerte noch gute 10 Minuten, bis sich endlich die zwei Türen an beiden Seiten des Podestes öffneten und die Teams, sowie die Trainer erschienen. Anders als bei der Pressekonferenz zu beginn der Saison standen die Trainer jetzt allerdings am Rand und überließen den Spielern die Plätze an den Tischen.
Nachdem einigermaßen Ruhe eingekehrt war, ergriff Oliver als Kapitän der Gastgebermannschaft das Wort.
„Guten Morgen. Im Namen von Puddlemere United darf ich Sie alle recht herzlich bei uns begrüßen. Gleich zu Anfang muß ich mal eine kleine Entschuldigung loswerden. Wir hatten wirklich nicht mit so einem Riesenandrang gerechnet. Deswegen nehmen Sie es uns bitte nicht übel, wenn nicht jeder von Ihnen einen Sitzplatz abbekommen hat. Wir werden das nächste Mal mehr Stühle bereitstellen.
Nun zum Spiel. Sie alle wissen, dass dies hier ein Kracher wird. Das wäre es auch, wenn Puddlemere und die Falcons gerade nicht die beiden ersten Tabellenplätze inne hätten. Mein Team ist bestens gerüstet und wir sind uns sicher, dass wir die Falcons übermorgen vom Feld fegen werden"
Bei diesen Worten warf Oliver erst einen zufriedenen Blick auf seine Teamkollegen und sah dann herausfordernd zu Marcus Flint, dem Kapitän der Falcons rüber, der ihm einen finsteren Blick zuwarf.
„Wenn du glaubst, Wood, dass dein Kindergarten uns davon abhält, hier mehr als nur einen Sieg einzufahren, dann hast du dich gewaltig geirrt. Wir werden euch morgen im eigenen Stadion gewaltig eins überbraten. Da kannst du dich drauf verlassen", war seine Erwiderung auf Olivers Ankündigung.
„Wir werden ja sehen, Flint. Wir werden ja sehen" einte Oliver ungerührt, warf ihm noch mal einen Blick, der irgendwo zwischen Mitleid und Hass war und wandte sich dann wieder der Pressemeute ihm Saal zu. „Tja, wie Sie sehen, sind wir, was den Ausgang des Spiels angeht, nicht einer Meinung. Hätte mich auch schwer gewundert, wenn es so wäre. Jetzt sind Sie dran. Haben Sie Fragen?"
Es war, als wäre der Raum explodiert. Wie auf Kommando prasselten die Fragen auf die Spieler ein und erst nach einer Weile gelang es der Pressesprecherin von Puddlemere United, einigermaßen durchzugreifen und erteilte einer Reporterin von „Broomes and Quaffles" das Wort.
„Miss Cummings, Sie spielen das erste Mal gegen die Falcons, die dafür bekannt sind, einen recht harten Stil zu spielen. Wie fühlen Sie sich vor diesem Spiel? Denken Sie, dass Sie gegen den Falcons-Sucher überhaupt eine Chance haben?"
Meenal Cummings hatten in den letzten Wochen scheinbar sehr gut gelernt, wie man mit der Presse umging, denn mit der nervösen, aufgeregten Hogwartsabsolventin, die erst vor wenigen Wochen neu ins Team gekommen war, hatte sie nicht mehr viel gemeinsam. Sie warf dem Falcons-Sucher einen lässigen Seitenblick zu und wandte sich dann wieder an die Reporterin.
„Ach wissen Sie, ich spiele ja nicht das erste mal gegen Spieler, die es nicht so wirklich mit den Regeln haben. In Hogwarts hatten wir da auch so ein paar Spezialisten. Und da das Falcon-Team komplett aus ehemaligen Sytherins besteht, weiß ich schon recht gut, was mich erwartet. Keine Sorge. Damit werde ich fertig. Als Sucherin muß ich nicht stark sein, sondern flink. Und in diesem Sinne habe ich dem Falcon-Sucher einiges voraus, wie man ja gesehen hat"
Nach dieser Antwort konnten sich ihre Teamkameraden ein Grinsen nicht verkneifen. Oliver warf ihr einen anerkennenden Blick zu und zeigte den erhobenen Daumen. Auch im Saal hörte man einige Lacher. Sie alle wussten, dass Meenal Cummings auf das letzte Spiel der Falcons gegen die Whimbourner Wespen anspielte, bei dem der Falcon-Sucher ein ums andere Mal von dem wuseligen Wespen-Sucher schwindelig gespielt und ausgetrickst wurde. Es hätte nicht viel gefehlt und die Falcons wären heute ohne Sucher, da es fast zu einer recht unsanften Kollision zwischen ihm und einer Tribüne gekommen wäre.
„Flink nützt aber nichts, wenn man am Ende den Schnatz doch nicht fängt, Cummings", warf Falcon-Sucher Damien Higgins ein, „Und den habe ich in dem Spiel gefangen, falls du dich erinnerst"
„Ja, hast du, Higgins", gab sie ihm recht, „Aber mal ehrlich, diesen Schnatz hätte jeder dreijährige gefangen. Der hat dir ja praktisch keine andere Wahl gelassen, als ihn zu fangen, nachdem er dir fünfmal um den Kopf geflogen ist"
Noch einmal gab es einiger Lacher. Dann ging das Fragespiel munter weiter. Es wurde zu einem regen, verbalen Schlagabtausch zweier Mannschaften, die sich nicht sonderlich gut leiden konnten und man spürte richtig, wie sie sich gegenseitig hoch puschten, um am Spieltag alles aus sich heraus zu holen und den Gegner gnadenlos fertig zu machen.
„Mein lieber Mann. Die gehen ja ganz schön zur Sache", meinte Roger neben Katie, die gerade eine neue Schnelle-Schreibe-Feder zu Einsatz brachte.
„Was hast du erwartet? Dass sich ein Haufen ehemaliger Slytherins von irgend jemandem was reinwürgen lässt? Ist doch klar, das hier die Fetzen fliegen", erwiderte sie.
„Hast recht. Man hat irgendwie das Gefühl, als wäre man hier kurz vor einem Spiel Gryffindor gegen Slytherin. Nur das hier die Flüche aus dem Hinterhalt fehlen"
„Ja ja. Die gute, alte Zeit", meinte Katie seufzend, grinste Roger dann aber an. „Irgendwie hat es aber auch Spaß gemacht damals"
„Hat es", grinste er zurück, „Trotzdem bin ich froh, dass ich nie in Gryffindor gespielt habe. Wenn ich mir so vorstelle, was die euch so alles angehext haben"
„Woran man mal wieder sieht, warum du ein Ravenclaw und kein Gryffindor gewesen bist", schoss sie zurück, „So ein paar Reibereien erhöhen die Spannung. Und du musst schon zugeben, dass wir uns recht gut zu wehren wussten"
„Ich habe nie etwas anderes behauptet", antwortete er.
„Will ich dir auch geraten haben. Sonst lernst du mich kennen", drohte sie lachend.
„Oh, jetzt kriege ich es aber mit der Angst zu tun", meinte er grinsend
„He, verarscht du mich gerade?", hakte sie nach und sah ihn mit skeptischer Miene an
„Würde ich mir nie erlauben", meinte er todernst
„Wieso glaube ich dir nicht?"
„Weil du mich zu gut kennst, Katie-Darling", erwiderte er und sah sie mit einem übermütigen Funkeln in den Augen an
„Roger, du bist doof", meinte sie schließlich resigniert.
„Ja, aber du liebst mich trotzdem", war seine Erwiderung
„Ja, leider. Auf eine bestimmte Art und Weise schon. Das ist ja das Problem", seufzte sie.
Roger sah Katie noch einen Moment schmunzelnd an. Ein paar kurze Minuten fühlte er sich in sein letztes Hogwartsjahr zurückversetzt, in dem er mit Katie oft so rumgeblödelt hatte. Damals hatte er sie bei so einer Diskussion einfach mit einem Kuß zum schweigen gebracht, wenn ihm gerade danach war. Hier, im übervollen Pressesaal von Puddlemere United, hätte er gerade alles dafür gegeben, um genau das wieder zu tun. Aber er würde sich hüten. Schließlich wollte er nicht morgen auf den Titelseiten sämtlicher Zeitungen und Magazine im ganzen Land stehen. Larry würde glatt der Schlag treffen und Katie würde ihm später den Hals umdrehen. Aber diese ganze Situation zeigte, dass da noch immer dieses tiefe Vertrauen zwischen ihnen bestand und vielleicht würde er sie ja doch wieder zurückerobern können. Einen Versuch wäre es auf jeden Fall wert.
„Mr. Wood, woher nehmen Sie diese Sicherheit, mit der Sie behaupten, dass Sie und ihr Team übermorgen gewinnen werden? Sie können den guten Lauf, den die Falcons in letzter Zeit haben, ja schließlich auch nicht ignorieren"
„Das tue ich auch gar nicht. Die Falcons sind nicht umsonst Tabellenführer. Allerdings sind auch wir recht gut drauf, denn sonst wären wir ihnen nicht so dicht auf dem zweiten Platz auf den Fersen" Und mit einem Blick zu Flint rüber meinte er, „Außerdem weiß ich, wie der Falcon-Kapitän tickt. Ich weiß, dass er uns auf dem falschen Fuß erwischen will und seine Leute ziemlich am Rand der Legalität spielen lassen wird. Das ist schließlich seine Art, aber darauf sind wir vorbereitet, wie immer. Wir haben ja schließlich nicht umsonst die letzten zwei Begegnungen gewonnen"
„Diesmal nicht, Wood. Diesmal machen wir euch fertig. Wart's nur ab", knurrte Flint ihn an.
„Oho, jetzt wird's interessant. Sag bloß, du drohst mir, Flint?", hakte Oliver belustigt nach.
„Genau das. Nicht nur du weißt, wie ich ticke. Ich weiß auch wie du tickst, Wood. Dich habe ich in Hogwarts schon ein ums andere mal in die Tasche gesteckt und das wird hier nicht viel anders werden", knurrte Flint zurück.
„Ach ja? Also, wenn ich mich recht erinnere, hat mein Team in unserer letzten Hogwartsbegegnung verdient gewonnen und du bist heulend vom Feld gelaufen, Flint. Oder irre ich mich da?", schoss Oliver zurück
„Na jetzt wird's interessant", hörte Katie Roger neben sich flüstern.
„Du warst der, der geheult hat, Wood. Nicht ich. Aber ich sag dir eins: Dieses Spiel würdet ihr nicht noch einmal gewinnen", zischte Flint mit zu Schlitzen zusammengezogenen Augen.
„Ha. Glaubst du. Meine Leute stecken deine locker noch mal in die Tasche", winkte Oliver lässig ab.
„Beweise es", forderte Flint ihn auf
„Wie bitte?", hakte Oliver verdutzt nach
„Ich sagte, beweise es. Trommel deine Leute zusammen und beweise mir, dass die uns noch mal besiegen können", wiederholte Flint seine Aufforderung.
„Ganz sicher, Flint? Du willst wirklich riskieren, dass wir dir und deinen Leuten noch mal in den Hintern treten?" vergewisserte sich Oliver.
Im Raum war es jetzt so still geworden, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören. Alle hatten begriffen, dass sich hier gerade eine große Sache ankündigte. Oliver Wood und Marcus Flint mit ihren alten Hogwartsteams gegeneinander wäre ein Riesenereignis. Es gab schließlich einige Gerüchte über die Zeit, als beide noch in ihren jeweiligen Hausteams spielten und sie alle würden sehr gerne mal so ein Spiel live erleben.
„Ich will eine Revanche, Wood. Ich will dich und deine Leute vom Feld kriechen sehen", antwortete Flint schließlich in einem gefährlich ruhigen Ton.
„OK, einverstanden. Aber nur, wenn es die Originalteams von damals sind", stimmte Oliver einem Revanchespiel zu und ließ seinen Blick gelangweilt über die schweigende Menge im Saal schweifen, „Das heißt, die Spieler, die im Jahr 1993/94 gespielt haben. Und niemand sonst"
„Sicher. Hatte auch nie was anderes vor", stimmte Flint sofort zu
„Dann sag Bescheid, wenn du dein Team zusammen hast. Dann können wir klären, wann und wo wir spielen", antwortete Oliver und grinste ihn dann herablassend an, „Das heißt, falls du es überhaupt schaffst, dein Team zusammen zu bekommen. Es sitzt nicht zufällig noch einer von ihnen in Askaban, oder?"
„Hättest du wohl gerne, was?", fragte Flint durch zusammengebissenen Zähnen, „Da muß ich dich aber leider enttäuschen, Wood. Meine Leute sind alle auf freiem Fuß und die werden alle zustimmen. Da kannst du sicher sein"
„Na dann ist ja alles bestens. Mein Team bekomme ich auch zusammen" meinte Oliver zufrieden, „Um ehrlich zu sein, habe ich schon zwei Zusagen bekommen, während wir hier diskutieren, Flint. Damit hätte ich mit mir schon das halbe Team zusammen. Und wie viele sind's bei dir?"
Marcus Flint sah Oliver einen kurzen Moment an, als würde er ihm liebend gerne einen Fluch auf den Hals jagen. Er wollte gerade zu einer Erwiderung ansetzen, als er von Logan Miller vom Tagespropheten daran gehindert wurde.
„Mr. Wood, ich denke, es geht nicht nur mir so, dass ich sehr gerne wüsste, von wem ihrer ehemaligen Teamkollegen Sie schon ein OK bekommen haben. Ich meine, wir alle wissen, das Ms. Johnson mit ihnen zusammen in Hogwarts gespielt hat, aber wer ist der oder die Zweite, von der oder dem sie schon eine Zusagen haben?"
Bei dieser Frage konnte Oliver nicht verhindern, dass ihm ein gewaltiges Grinsen über das Gesicht lief. Es hatte ihn nicht sonderlich gewundert, dass Angelina, die mit den übrigen Trainern etwas abseits stand, ihm sofort fast unmerklich zugenickt hatte. Was ihn allerdings etwas überrascht hatte, war, dass auch Katie ohne zu zögern genickt hatte, sobald er sie im Saal entdeckt und einen kurzen Blickkontakt zu ihr hergestellt hatte. Ihre Pressekollegen würden aus allen Wolken fallen, wenn sie raus bekämen, dass ausgerechnet Katie Bell von Quidditch Monthly eine seiner ehemaligen Spielerinnen ist. Ihm würde es zugegebenermaßen einen Riesenspaß machen, sie auffliegen zu lassen. Aber sie war in all den Wochen immer fair ihm gegenüber gewesen, auch wenn sie andere Möglichkeiten gehabt hatte. Deshalb würde er ihr die Entscheidungen überlassen, ob sie sich outen wollte oder nicht.
„Es ist eine Sie. Soviel verrate ich ihnen, Logan. Aber um mehr zu erfahren, sollten Sie die Frage nach dem Namen dieser Person vielleicht besser allgemein in den Raum stellen. Den werde ich ihnen nämlich nicht verraten"
„Und warum nicht? Wir kriegen ihn ja doch raus"
„Weil es ihre Entscheidung ist, ob sie sich jetzt schon als eine meiner ehemaligen Spielerinnen outet oder nicht. Da mische ich mich nicht ein"
Aufgeregtes Getuschel wurde im Saal laut und so ziemlich jeder Reporter verrenkte sich den Hals um irgend etwas verdächtiges zu entdecken, was auf diese ominöse, zweite Spielerin aus Oliver Woods Hogwartsteam hinwies. Wer war es? Eine aus dem Sicherheitsteam, die am Rande des großen Pressesaals stand? Die Pressesprecherin von Puddlemere United? Vom Alter her könnte sie zur gleichen Zeit wie Oliver Wood in Hogwarts gewesen sein. Seine jetzige Teamkollegin Meenal Cummings kam nicht in Frage. Die war eindeutig zu jung und außerdem eine ehemalige Ravenclaw. Vielleicht die hübsche Rothaarige, die am Getränketisch stand? Wäre eine Möglichkeit. Aber es gab auch keine Gewissheit. Was wussten sie denn über dieses Mädchen? Nichts, um genau zu sein. Und das konnte alles oder wiederum nichts bedeuten.
„Und? Outest du dich?", flüsterte Roger neben Katie
„Würdest du es tun?", fragte sie zurück und ließ ihren Blick zu Oliver rüberschweifen, der gerade von David McFadden angesprochen wurde, allerdings nur kurz was dazu sagte, dann abwinkte und sich wieder der Pressemeute zuwandte. David McFadden lehnte sich mit zufriedener Miene zurück, während Oliver kurz zu Katie rübersah. „Oh, der genießt das richtig. Ich könnte ihm den Hals umdrehen"
„Kannst du ihm das voerübeln? Zum ersten Mal seit Wochen hat er dich so richtig öffentlich in der Hand", erwiderte Roger
„Nicht mehr lange. Dem werde ich schon zeigen, was ich drauf habe", meinte Katie entschlossen.
„Nun kommen Sie schon, Mr. Wood. Wie wäre es mit einem kleinen Hinweis, wenn sie schon nicht mit dem Namen rausrücken wollen?", hakte Logan Miller nach
„Was für ein Hinweis schwebt ihnen denn da vor? Ein Hinweis auf die Haarfarbe vielleicht?", erwiderte Oliver mit einem zufriedenen schmunzeln.
„Zum Beispiel", antwortete Logan Miller, „Noch lieber wäre uns vielleicht der Beruf, denn das würde es besser eingrenzen, aber mit der Haarfarbe würden wir uns auch schon zufrieden geben"
„Braun, etwa schulterlang", war Olivers Antwort und wieder wurden die Köpfe verrenkt.
Das Mädchen am Getränketisch fiel somit weg. Genau wie die Pressesprecherin, denn die war blond. Bei den Sicherheitsleuten gab es ein paar mit schulterlangen, braunen Haaren. Allerdings auch bei den Reporterinnen.
Lange hielt diese Suche nach der richtigen allerdings nicht an, denn jetzt passierte etwas, womit keiner der Reporter in diesem Raum gerechnet hätte.
„Und der Beruf ist Reporterin. Nicht wahr Mr. Wood?"
Logan Miller fuhr mit dem Kopf rum, als er diese Stimme hörte, die er schon den ganzen Tag vermisst hatte. Katie stand mit vor der Brust verschränkten Armen lässig an eine Wand gelehnt da und sah Oliver Wood direkt in die Augen, was dieser breit grinsend erwiderte.
„Da haben Sie recht, Ms. Bell", gab er ohne Zögern zu.
„Moment. Sie wissen wer es ist, Katie?", fragte Logan Miller Katie jetzt direkt und Katie fand sich plötzlich der gesamten Pressemeute gegenüber wieder, die sie vollkommen verblüfft anstarrten und wohl nicht glauben konnten, dass diese Katie Bell ihnen schon wieder um eine Information voraus war.
‚Euch werden gleich die Augen aus dem Kopf fallen', dachte Katie nur und wandte sich dann an Logan Miller.
„Ja Logan, ich weiß, wer sie ist", antwortete sie.
„Und wer?", hakte er nach
„Ich", sagte Katie schlicht und musste sich gewaltig zusammen reißen, als sie sah, wie ihren Kollegen allesamt die Gesichtszüge zu entgleisen drohten.
„Sie?", krächzte Logan Miller schließlich, nachdem er ein paar mal vergeblich angesetzt hatte zu sprechen und nur wie ein Fisch auf dem Trockenen nach Luft schnappte.
„Ja! Ich!", antwortete Katie
„OK, Sie wollen uns jetzt wirklich erzählen, dass Sie, Katie Bell, die Oliver Wood schon seit Wochen ständig herausfordert und ihn zu einem Interview bewegen will, mit eben diesem Oliver Wood in Hogwarts zusammen in einem Team gespielt haben?", setzte er an , um sicher zu gehen.
„Genau das", meinte Katie, „Ich habe ganze drei Jahre unter einem Kapitän Wood gespielt und es waren drei hammermäßig harte, aber auch gute Jahre"
„Also, um mal ganz ehrlich zu sein. Ich glaube davon kein Wort. Wenn Sie wirklich mit ihm zusammen gespielt haben, warum haben Sie dann nicht schon längst dieses Interview? Immerhin kennen Sie ihn im Gegensatz zu uns persönlich", mischte sich jetzt ein Reporter von Magical News ein.
Katie wollte gerade zu einer Antwort ansetzen, aber Roger kam ihr zuvor.
„Das können sie ihr schon glauben. Ich kann's nämlich bezeugen. Genau wie Angelina Johnson und Marcus Flint da drüben. Katie hat mit Wood zusammen gespielt. Und sie war verdammt gut auf ihrer Position. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Ich habe nämlich zur gleichen Zeit im Ravenclawteam gespielt und bin oft genug an ihr gescheitert", erklärte er.
„Sie haben allen ernstes mit Oliver Wood und Angelina Johnson in einem Team gespielt, Katie?". Logan Miller fielen immer noch fast die Augen aus dem Kopf, aber er schien ihr langsam Glauben zu schenken.
„Hab ich. Und außerdem mit Fred und George Wesley von Weasleys zauberhafte Zauberscherze, Alicia Weasley, Fluglehrerin in Hogwarts und Harry Potter, den hier ja sicher alle kennen sollten", meinte sie mit einem letzten Blick zu ihren Kollegen und sah dann zu Oliver rüber.
„Ich hätte nicht gedacht, dass du dich hier wirklich outen würdest, Katie", meinte dieser schließlich.
„Warum nicht? Glaubst du vielleicht, ich hätte nicht den Mumm, mich meinen Kollegen zu stellen?", fragte sie zurück
„Also ich persönlich hätte es nicht getan", gab er offen zu. „Die werden dich gleich noch ziemlich auseinander nehmen"
„Mag sein, aber erst nehme ich dich auseinander", stimmte sie ihm zu.
„Und was genau soll das heißen?", fragte er
„Das weißt du genau. Ich will dieses Interview und ich werde es bekommen. Das wissen wir beide. Die Frage ist nur, wann. Aber kriegen werde ich es", erwiderte sie
„Also da muß ich ihr jetzt mal recht geben, Wood. Auch wenn ich das nicht gerne tue", mischte sich Flint jetzt wieder ein, der die ganze Entwicklung der letzten Minuten nur interessiert verfolgt hatte. „Die Kleine hat einen Sturschädel wie Beton. Das solltest du inzwischen wissen. Die wird dich nicht eher in Ruhe lassen, als bis sie das Interview hat"
Oliver schoss Marcus Flint einen wütenden Blick zu und im Saal ruckten die Köpfe zwischen Katie, Oliver und Flint hin und her.
„Du weißt, dass er recht hat, Oliver", meinte Katie nur, ohne sich ihre Abneigung, dem Falcon-Kapitän gegenüber anmerken zu lassen.
„Ja, ich weiß", meinte Oliver schließlich und ignorierte die überraschten Ausrufe der Reporter. „OK, Kats. Ich mach dir einen Vorschlag. Wenn wir dieses Spiel gewinnen, kannst du mich alles fragen, was du wissen willst. Aber dann lässt du jetzt den zweiten Teil von Susans Interview in deinem Schreibtisch. Einverstanden?"
„Ich kann alles fragen was ich will?", vergewisserte sich Katie sicherheitshalber noch mal. „Und du wirst auf alle Fragen antworten? Ehrlich antworten?"
„Ja", nickte Oliver. „Und ich hoffe einfach mal, dass du nicht zu intime Fragen stellen wirst"
„OK. Einverstanden", nickte jetzt auch Katie. „Und da ich ja die gesamte englische Presse als Zeugen hier habe, kann ja eigentlich gar nichts mehr schief gehen. Schade eigentlich. Der zweite Teil des Interviews war richtig gut"
„Das glaube ich dir auf's Wort", stöhnte Oliver daraufhin. „Was glaubst du denn, warum ich dem ganzen hier zustimme? Du lässt mir ja kaum eine andere Wahl. Irgendwie hättest du sicher einen Weg gefunden, diesen Teil zu drucken. Soviel steht fest"
Katie grinste ihn an und er grinste nach einem Moment etwas schief zurück. Die Federn der anderen Reporter kritzelten wie verrückt über das Pergament. Das war die Sensation des Tages. Oliver Wood hatte gegenüber Katie Bell kapituliert und würde ihr ein Interview geben. Und er hatte vor Zeugen zugesagt, dass er auf alle Fragen ehrlich antworten würde. Wenn das nicht ein Kracher war. Außerdem würde es mit größter Sicherheit zu einer Neuauflage des Hogwartsfinales von 1994 kommen. Oliver Wood gegen Marcus Flint mit ihren Hogwartsteams. Das war die Nachricht des Jahres.
„Ich würde dieses Susan-Carter-Interview noch nicht unbedingt vernichten, Bell. Immerhin kriegst du das Interview von Wood nur, wenn ihr gewinnt. Und der Weg führt über mich und meine Team. Glaub ja nicht, dass ich es dir so leicht machen werde", ruinierte Flint Katies gute Laune nach diesem Sieg gegen Oliver kurzfristig. Allerdings kam ihr zum zweiten Mal an diesem Tag jemand mit dem sprechen zuvor.
„Leicht werdet ihr es uns bestimmt nicht machen, Flint", schoss Angelina jetzt gegen ihn. „Aber wir werden es euch genauso wenig leicht machen. Ich weiß ja nicht, wie es den anderen geht, aber ich für meinen Teil freue mich gewaltig, dir noch mal in deinen fetten Arsch zu treten"
„Hätte es nicht besser sagen können", stimmte Katie ihr zu und hielt ihr einen erhobenen Daumen hin. „Zieh dich warm an, Flint. Wir machen euch fertig"
„Abwarten", zischte dieser nur.
„Deine eigenen Worte von vorhin schon vergessen, Flint? Katie hat einen ziemlichen Sturschädel und Angelina ein höllisches Temperament. Und ich weiß mit Gewissheit, dass die Weasleys dir liebend gerne ein paar Klatscher in die Flugbahn schießen würden", stichelte Oliver.
„Wir werden ja sehen, wer am Ende als Sieger vom Feld geht, Wood. Sag Bescheid, wenn du dein Team zusammen hast. Dann können wir uns auf Ort und Datum einigen", war Flints Kommentar.
„Kein Problem. Bis zum Spiel übermorgen habe ich meine Zusagen", erwiderte Oliver.
„In Ordnung. Da das jetzt ja geklärt ist, ist diese Pressekonferenz beendet. Wir sehen sie alle übermorgen zum Spiel im Stadion wieder. Auf Wiedersehen", schnitt die Pressesprecherin von Puddlemere United nun allen weiteren Diskussionen das Wort ab.
Oliver nickte Katie noch einmal zu und verließ dann mit seinen Teamkameraden den Saal. Die Falcon-Spielern verließen den Saal durch eine andere Tür hinter dem Podium, auf dem die Spieler gesessen hatten und die Reporter nahmen die letzten Worte der Pressesprecherin als Startschuß. Sie alle wollten so schnell wie möglich in ihre Redaktionen, um diese Neuigkeiten in ihre nächste Ausgabe zu bekommen.
Zum Schluß blieben nur noch Katie, Roger, Alec und Joana als Pressevertreter übrig. Ihre zwei Kollegen kamen vom hinteren Teil des Saals auf Roger und Katie zu.
„OK, Roger. Wie stehen die Chancen, dass Woods Team dieses Revanchspiel gewinnt?", fragte Alec schließlich, sah dabei aber durchgehend Katie an.
„50/50 würde ich sagen", antwortete Roger, „Woods Team ist gut. Zumindest waren sie es damals. Und Flints Spieler sind brutal und hinterhältig. Da kann alles passieren"
„Ich weiß ganz ehrlich nicht, was ich mir für das Spiel wünschen soll", meinte Alec. „Einerseits gönne ich Wood den Sieg. Andererseits hättest du dadurch gewonnen, Roger. Und das wurmt mich. Ich habe noch nie gegen dich verloren"
„Äh, kann mir mal jemand erklären, wovon ihr gerade redet?", hakte Katie nach, die nur Bahnhof verstand, als Roger in lautes Gelächter ausbrach.
„Von unserer Wette", erklärte Joana
„Wette? Was für eine Wette?", fragte Katie verwirrt.
„Erklären wir dir in der Redaktion", winkte Joana ab und lief in Richtung Ausgang.
„OK, wenn du meinst", erwiderte Katie schulterzuckend und lief ihr hinterher.
Roger und Alec folgten den beiden. Roger immer noch lachend und Alec mit unschlüssiger Miene. Er wusste wirklich nicht, was er sich wünschen sollte. Roger hatte ihn ganz schön verladen. Wenn er wie Roger vorher gewusst hätte, dass Katie und Oliver Wood sich persönlich kennen, hätte er sich nie auf so eine Wette eingelassen. Aber dafür war es jetzt zu spät. Und er würde ganz sicher nicht zum Spielverderber werden. Die Suppe würde er auslöffeln, wenn er sie sich schon selber eingebrockt hatte. Nun ja, Joana würde mitlöffeln, denn auch sie hatte sich ja darauf eingelassen. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Und noch hatte Woods Team ja nicht gewonnen. Was sagte Roger, wie die Chancen stehen? 50/50? Dann hatte er schließlich immer noch die Chance zu gewinnen.
A/N: Tja, wer hätte das gedacht. So wie es aussieht, kann ich mir noch ein Weilchen länger über Susans zweiten Interviewteil Gedanken machen. Zumindest, was die textliche Umsetzung angeht, denn der Inhalt ist mir schon bekannt.
Jetzt gibt es erst mal die große Revanche. Was glaubt ihr, wer gewinnt? Kriegen die Slytherins wieder Prügel oder beißen diesmal die Gryffindors auf Granit? Bin gespannt auf eure Vermutungen. Wetten werden bis zum Anpfiff angenommen.
Und dann hätte ich da noch eine Frage in eigener Sache. Ich gebe mir immer ziemlich Mühe, ein Zitat zu finden, dass zu dem entsprechenden Kapitel passt und würde gerne von euch wissen, ob ich damit Erfolg habe. Ist nämlich gar nicht immer so leicht, obwohl ich ein Zitatebuch mit über 400 Seiten habe. Eure Meinungen würden mich ehrlich mal interessieren.
Und zum Schluß eine persönliche Nachricht an KitKat1107: Danke für deine Review. Ich hatte noch keine richtige Zeit, um über deine Frage nachzudenken, weil ich erst dies Kapitel fertig haben wollte. Ich hoffe, du nimmst mir das nicht krum. Aber ich hole es jetzt nach und gebe dir dann Bescheid.
