Die Personen und Orte gehören Stephenie Meyer.

Die Originalstory ist von Mara Gaunt.

Isabella Swan 21. Juli 2007

Edward parkte den Wagen auf einem großen Parkplatz, der voll war von Luxusschlitten aus denen schick gekleidete Menschen ausstiegen.

Einige Leute drehten sich zu unserem Auto um, sie wollten wohl sehen ob ein bekanntes Gesicht ausstieg. Mir widerstrebte es aus zu steigen und mich den neugierigen Blicken zu stellen. Das war anscheinend auch in meinem Gesicht zu lesen.

„Es ist nur ein Abendessen, du hast nichts zu befürchten." Bemerkte Edward.

Ja, ich hatte so was wie Angst, aber nicht wegen mir, sondern weil ich befürchtete ihn in eine peinliche Situation bringen zu können.

Ich nickte und versuchte zu verbergen, wie angespannt ich war. Edward stieg aus und ich wollte meinen Sicherheitsgurt lösen, aber der hatte sich irgendwie in meinem Schal verheddert und ich bekam ihn nicht los. Bevor ich mich befreien konnte, war Edward schon da und machte die Tür auf, die kalte Abendluft traf auf meine nackte Schulter. Edward beugte sich vor, streckte seinen Arm aus und wollte mir helfen. Seine Haare berührten meine Stirn, ich wich instinktiv zurück und versuchte gleichzeitig, dass er es nicht merkte.

Selbstverständlich bemerkte er meine Bewegung und sah mich an, ich glaubte so etwas wie Verwunderung in seinen Augen zu sehen. Dann ließ er seinen Blick über die viele Haut gleiten, die mein Kleid frei ließ. Aus den Augenwinkeln konnte ich sehen, wie er seine Hand hob und wartete darauf, dass er meine nackte Haut berührte. Doch bevor es dazu kam, hatte er mich von dem Sicherheitsgurt befreit und war auch schon wieder aus dem Auto. Der Schal war zum Glück heil geblieben, dafür war ich sehr dankbar. Es war schließlich der einzige Schutz den ich gegen seine Augen hatte, die mich jedes mal verbrannten, wenn ich sie auf meiner Haut spürte.

Ich schüttelte leicht den Kopf, um diese Art von Gedanken, die ich bis jetzt noch nie gehabt hatte, aus meinem Kopf zu bekommen. Natürlich war ich eine Frau und Frauen hatten Instinkte, aber meine waren mir nicht bewusst gewesen, bis ich den verlangenden Blick dieses Mannes auf mir gespürt hatte.

Vorsichtig stieg ich, so elegant wie möglich, aus dem Auto, wiedereinmal dankbar für alles was ich von und mit Esmeralda gelernt hatte. Edward machte die Autotür zu, nahm dann sanft meinen Arm und führte mich zum Eingang. Ich konzentrierte mich ganz auf meine Füße und darauf nicht zu fallen, so das ich meine Umgebung gar nicht richtig wahr nahm. Gleichzeitig mit uns gingen noch mehr Leute zum Eingang und ich konnte leises Murmeln um uns hören.

Als wir dem Eingang näher kamen, erkannte ich, dass es sich um eines der elegantesten Hotels der Stadt handelte. Edward führte mich in eine große Halle. Auf dem Weg dahin, wurde er von mehreren Personen angesprochen und mich wunderte die Geschicklichkeit mit der er es vermied mich vorzustellen, aber ich sagte nichts. Schweigen war bekanntlich Gold wert.

Die Halle war im Kolonialstil dekorierte und es waren schön gedeckte, runde Tische aufgebaut. Die meisten Tische waren schon besetzt und wir wurden neugierig angestarrt, was nicht gerade dazu beitrug, dass ich mich wohler fühlte. Wir gingen zu unserem Tisch der, wie alle anderen auch, für vier Personen gedeckt waren. Ich fragte mich, wer die Leute waren, mit denen wir essen würden. Edward zog mir formvollendet den Stuhl zurück und ich setzte mich hin, dabei hielt ich die ganze Zeit meinen Schal fest, damit er mir bloß nicht wieder von den Schultern rutschte.

Ich versteifte meinen Rücken und versuchte genauso elegant auszusehen, wie die Menschen um mich herum. Edward setzte sich neben mich und lächelte mich an.

„Was möchtest du trinken?" Fragte Edward , beugte sich vor und nagelte mich mit seinen Augen an den Stuhl. Er war wie ein menschliches Röntgengerät. Ich fühlte mich unwohl, nicht wegen ihm oder seiner Gegenwart, es lag irgendetwas in der Luft, was dafür sorgte, dass ich mich nicht entspannen konnte. Und ich konnte meinen Mund nicht halten.

„Ich glaube ich möchte gehen." Platzte ich raus, aber so leise, das ich mich fragte, ob es wirklich mein Wunsch war.

Ein Teil von mir, ein kleiner der selten zum Vorschein kam, wollte hier bleiben und sehen, wie sich der Abend entwickelte. Der Vernünftige Teil wollte natürlich gehen.

Meine Hand wurde warm, eine Wärme die mir den Arm herauf kroch und direkt in mein Herz ging, wie immer wenn er mich berührte, den er hatte seine Hand auf meine gelegt. Ich sah ihn an und er sagte.

„Ich bin bei dir, um alles andere musst du dir keine Gedanken machen."

Er konnte sich nicht, definitiv nicht, zu den Personen zählen, die mich kannten. Ich nickte und dachte, dass ich ihm ja nicht mit meinem langen Gesicht den Abend verderben musste, er hatte mich schließlich eingeladen. Meine andere Hand ballte sich zur Faust und ich tat mir selber mit meinen Fingernägeln weh. Ich hätte zu Hause bleiben sollen.

Zwei Männer, sie sahen aus wie Raubvögel die eine leichte Beute entdeckt hatten, kamen auf unseren Tisch zu. Sie sahen alles andere als sympathisch aus, ich sah zu Edward, aber der hatte seinen Blick fest auf die beiden Männer gerichtet.

„Cullen." Knurrte einer der Männer, er hatte eine stinkende Zigarre im Mund, von deren Rauch mir schwindelig wurde. Edward stand nicht auf, griff aber die Hand, die der Mann ihm hinhielt. Ich war keine Expertin darin Gesichtsausdrücke zu deuten, aber Edward sah aus, als ob er diesen Mann so gern hatte wie Zahnschmerzen.

„Banner." Knurrte Edward zurück und zog dabei den Namen, als ob es ihm Abscheu bereitete ihn auszusprechen. Er ließ die Hand des Mannes los, der anscheinend Banner hieß und hielt sie dem anderem Mann hin. „Und sein unvermeidlicher Anhang." Klassifizierte Edward den zweiten Mann.

Die beiden Männer setzten sich auf die noch freien Stühle, sie waren also unsere Gesellschaft für diesen Abend.

„Wie laufen die Geschäfte?" Fragte Banner mit einem fiesen Unterton in der Stimme. Edward sah ihn an, als ob er gerne mit einer dicken Nadel ganz viel Löcher in ihn gestochen hätte. „Ich habe gehört, dass es ja nicht so gut laufen soll."

Ich sah Edward an und er machte mir etwas Angst, es war nichts mehr von seiner üblichen Lässigkeit zu sehen.

„Wir machen Fortschritte." Antwortete Edward, aber es hörte sich alles andere als freundlich an.

Ich hasste den Mann jetzt schon, er hatte all meine Hoffnung einen netten Abend zu verbringen gerade zu Nichte gemacht. Er blies seinen ekeligen Zigarrenrauch in meine Richtung und ich sah aus den Augenwinkeln, wie er sich in meine Richtung wand.

„Und wer ist das hübsche junge Fräulein? Sag nicht das ist eine von deinen..."

„Sie ist meine Begleitung." Sagte Edward mit einer Ruhe, die schon ironisch war und überhaupt nicht zu der Vene an seiner Stirn passte, die jetzt deutlich zu sehen war.

Jetzt beschloss auch der Anhang etwas zu sagen.

„Eine dauerhafte, oder nur für heute Abend?" Fragte er schleimig und ließ seine Augen über jeden Zentimeter meines Körpers gleiten. Ich bekam Lust mich zu übergeben. Ich wünschte, die Beiden würden wieder verschwinden.

„Das geht dich nichts an." Kam es ruhig von Edward und ich sagte nichts dazu. Warum sollte er auch etwas anderes sagen? Ich begleitet ihn und mehr nicht.

„Sie ist sehr hübsch für eine Begleiterin." Kam es von Banner. „Wie heiß du den Mädchen?"

Mädchen? Na ja, das war ich ja eigentlich auch. Er hatte mich direkt angesprochen, also musste ich ihm auch antworten.

„Isabella Swan."

Er hielt mir seine Hand hin.

„Elton Banner, sag Elton zu mir, sonst fühle ich mich wie ein Opa." Er zwinkerte mir zu. Wollte er etwas mit mir flirten?

Ich gab ihm die Hand und er streichelte mir mit dem Daumen über die Hand, er war richtig abstoßend.

„Was darf ich ihnen bringen?" Fragte eine männliche Stimme hinter mir, einer der vielen Kellner war an unseren Tisch gekommen.

Einen Augenblick lang herrschte Schweigen und dann standen Banner und Anhang auf, sie saßen wohl doch nicht mit uns am Tisch.

Die beiden Männer rannte in ihrer Arroganz fast den Kellner um, ich lächelte ihm ermutigen zu. Kellner zu sein, war manchmal alles andere als einfach, dass wusste ich aus eigener Erfahrung. Zu meiner Schande und auch zu seiner, wurde der Kellner rot und lächelte zögernd zurück.

„Wasser bitte." Sagte ich mit dünner Stimme und senkte den Kopf. Edward macht mit einem relativ lautem Knall die Weinkarte zu und ich spürte seinen Blick auf mir. Verwirrt über sein Verhalten, sah ich ihn an.

„Whisky auf Eis." Sagte er scharf, ohne seine Augen von mir zu nehmen. Er hatte noch immer diese seltsame Laune, die wir dem Besuch der zwei Fremdem zu verdanken hatten.

Der Kellner notierte unsere Bestellung, aber ich sah ihn nicht mehr direkt an. Edward schien das irgendwie zu stören und ich verstand nichts.

Schweigen machte sich wieder breit, aber diesmal von der unangenehmen Sorte. Da ich Edward nicht ansehen wollte, bewunderte ich das elegante Muster der Tischdecke. Irgendwann merkte ich, dass Edward nicht mehr mich ansah und ich hörte wieder Schritte hinter mir.

Da ich befürchtete, dass es wieder Banner und Anhang waren, sah ich nicht auf. Dann sah ich aber, dass Edwards Gesicht sich erhellte und er aufstand. Ich hob langsam meinen Blick und sah zwei Monumente der Weiblichkeit und Schönheit. Die zwei Frauen waren sicherlich Models oder so und wie sie angezogen waren. Ich fühlte mich klein und unbedeutend in ihrer Gegenwart und das noch mehr, als ich sah wie Edward sie zur Begrüßung auf die Wange küsste. In dem Moment kam der Kellner zurück und stellte unsere Getränke auf den Tisch. Er lächelte mich kurz an und ich meinte so etwas wie Verständnis in seinen Augen zu sehen.

„Hallo Edward." Trällerte eine der Frauen und ein noch nie da gewesener Besitzanspruch machte sich in mir breit.

Die beiden Frauen sahen Edward an, als ob er das letzte Stück Kuchen auf der Welt war und ich wünschte mir einen großen Topf kochendes Öl, um eine wenig frittiertes Model zu kochen. Wo kamen dem mit einem mal diese Mordgelüste her? Ich hatte kein Recht eifersüchtig zu sein.

Ich wurde ignoriert, während Edward sich angeregt mit den beiden Frauen unterhielt. Sie schienen sich gut zu kennen und ich merkte, wie ich immer wütender wurde. Es war ein Fehler gewesen zu seiner Einladung ja zu sagen. Das wurde mir immer bewusster.

„Oh, tut mir Leid!" Rief eine der Frauen heuchlerisch aus, als sie sich nach einigen Minuten wie zufällig zu mir umdrehte. „Edward, willst du uns nicht vorstellen?"

Das war das zweite mal an diesem Abend, dass er darum gebeten wurde. Nur das ich nicht die geringste Lust verspürte, die Beiden kennen zu lernen.

„Das ist Isabella...Sie ist..." Als er zögerte hatte ich die Bestätigung, ich hätte nicht herkommen sollen. All sein Gerede von Freundin und mich kennen lernen wollen, war Blödsinn gewesen. Er war ein reicher Schnösel, der aus einer Laune heraus ein armes Mädchen kennen lernen wollte und jetzt, bei seinen reichen, versnobten Freunden merkte, dass er eigentlich gar nichts mit mir anfangen konnte. Tränen der Wut stiegen mir in die Augen. Das hier war kein Märchen und ich war gerade mit beiden Füßen wieder in der Realität gelandet. Ich war das Experiment eines reichen und gelangweilten Mannes.

„...meine Begleitung...Eine Freundin."

Das sollte mich nicht berühren, ich fragte mich nur, ob heutzutage leidenschaftliche Küsse zu einer gewöhnlichen Freundschaft dazu gehörten.

Die beiden Frauen gaben mir die Hand, ihre Namen hatte ich nicht richtig verstanden und ich zeigte mich der Erziehung die ich bei Esmeralda genossen hatte würdig und schenkte ihnen ein freundliches Lächeln. Es kostete mich all meine Kraft, aber ich würde mich hier nicht bloßstellen.

Ich behielt mein Lächeln bei, bis die Beiden sich verabschiedeten, allerdings nicht ohne zu versprechen, später wiederzukommen. Mir war das egal, ich würde nicht mehr da sein.

Edward setzte sich wieder, lächelte mich an und schenkte mir von dem Wasser ein. Jetzt war er wieder der aufmerksame Gentleman. Leise Musik war jetzt im Hintergrund zu hören und ich sah mich in dem, jetzt fast komplett gefüllten Saal um. Die beiden Models saßen bei Banner und Anhang am Tisch, zeigten in unsere Richtung und lachten auffällig.

Das Glas in meiner Hand fing an zu zittern und ich stellte es schnell wieder auf den Tisch. Ich fühlte mich fürchterlich unwohl, wollte ihm aber nicht sagen, dass ich gehen wollte. Ich dachte noch immer an sein Wohlbefinden, anstatt mich um meinen Kopf zu kümmern, der gleich platzten würde. Ich massierte mir die Schläfen, dabei fiel mir mein Schal von den Schultern. Ich wollte ihn wieder hochziehen, als Edwards Stimme mich erstarren ließ.

„Was ist?"

„Entschuldige..." Ich musste hier weg. „...ich fühle mich nicht gut." Die Ausrede war so gut wie jede andere.

„Möchtest du..."

„Nein." Unterbach ich ihn. „Ich muss mich nur kurz frisch machen."

Ich musste von ihm weg und überlegen, was ich tun sollte.

Ich stand auf und, so schnell es meine Schuhe zuließen, ging ich zur Toilette. Ohne genau darauf zu achten, wo ich hin lief, stieß ich mit jemandem zusammen. Als ich auf sah um mich zu entschuldigen, sah ich das es der Kellner war.

„Entschuldige, kannst du mir sagen wo die Toilette ist?" Fragte ich, als ich mein Gleichgewicht wiedergefunden hatte.

„Da hinten links." Er zeigte mir den Weg und lächelte mich aufmunternd an. Ich bedankte mich und ging in die Richtung in die er gezeigt hatte.

Ich stieß die Tür auf, ging direkt in eine der Kabinen, klappte den Deckel der Toilette runter und setzte mich hin. Mit meinem Kopf in meine Hände gestützt, atmete ich langsam und bewusst ein und aus und fragte mich, warum es so weh tat? Warum ich so enttäuscht war?

Als ich mich wieder einigermaßen im Griff hatte, stand ich auf um mich Edward zu stellen. Besser gesagt, der ganzen Sache hier und jetzt ein Ende zu bereiten. Ich wollte gerade die Tür der Kabine aufmachen, als ich das Klappern von Absätzen hörte und Gekicher, dass ich sofort wiedererkannte.

„Oh mein Gott, ich hätte nie gedacht Edward Cullen hier zu sehen. Er schätzt solche Events doch eigentlich gar nicht." Kam es von einer der beiden Schlampen, die bei uns am Tisch gewesen waren.

„Worüber beschwerst du dich? Er ist und bleibt eine echte Augenweide. Ich würde fast sagen, dass er immer attraktiver wird." Die beiden kicherten und quietschten wie Schulmädchen und ich spürte, wie die Wut wieder in mir hoch kam.

„Aber sie...sie passt ja mal gar nicht zu ihm und auch nicht hierher."

„Wie dünn sie ist, nicht?"

Was? So war ich nun mal und das ging sie überhaupt nichts an.

„Wenn man so dünn ist, sollte man es nicht auch noch zeigen. Sie hätte eher viele Schichten an Kleidung anziehen sollen..." Und wieder kicherten sie wie gackernde Hühner. „Ich hoffe nur, dass er es nicht ernst mit ihr meint." Kam es von der anderen.

„Na man kennt ihn ja, sie ist sicher nur sein Zeitvertreib für heute Abend. Er wechselt seine Frauen schließlich wie die Unterhosen." Und noch mehr Gekicher und Gequietschte. „Edward Cullen ist schließlich für sein reges Sexualleben bekannt."

„Ja, ich möchte nicht an ihrer Stelle sein."

Ich machte die Augen zu, schüttelte den Kopf und sammelte all meine Kraft und meinen Mut zusammen, dann machte ich die Tür auf und tat so, als ob ich nichts gehört hätte.

Sobald sie mich im Spiegel sahen, hörten sie auf zu lachen, aber das Grinsen verschwand nicht aus ihren Gesichtern. Ich prüfte mein Aussehen im Spiegel, ohne mich wirklich zu sehen und wusch mir die Hände. Hinter hörte ich, wie jemand ziemlich unsanft die Tür aufmachte, so das sie mit einem Knall gegen die Wand schlug. Im Spiegel sah ich, dass es Edward war. Langsam drehte ich mich um, er starrte die beiden Frauen ziemlich unfreundlich an und dann konzentrierte er sich ganz auf mich.

Oh Gott, tu es nicht. Dachte ich nur, was auch immer er jetzt vorhatte, es sollte nicht die letzte Erinnerung an ihn sein, die sich in meinen Kopf brannte. Ich wollte etwas sagen, aber das Feuer in seinen Augen brachte mich zum schweigen. Äußerlich wirkte er ruhig, aber irgendetwas sagte mir, dass er innerlich kochte und ich verstand mal wieder nicht warum.

Edward kam mit großen Schritten auf mich zu und ich stand wie festgenagelt auf der Stelle, beobachtet ihn dabei, wie er auf mich zu kam. Fast machte er mir Angst. Er war nur noch einen Schritt von mir entfernt, als er seine Arme nach mir ausstreckte und mich fest um die Taille packte. Er zog mich fest an sich, damit überrumpelte er mich völlig und ich konnte nicht reagieren.

Edward zog mich so fest an sich, dass ich den Bodenkontakt verlor. Als ich das Waschbecken unter meinem Po spürte, erkannte ich seine Absicht, er setzte mich auf das trockene Waschbecken. Seine warmen Hände wanderten von meiner Taille über meinen Rücken, wieder zurück bis zu meinen Hüften und strichen dann über meine Beine. Bevor ich mich versah, stand er zwischen meinen Beinen, ohne zu zögern drückte er seinen Körper gegen meinen und ich spürte die Wärme die er ausstrahlte. So nah waren wir uns noch nie gewesen.

Ich war wie gelähmt, aber nicht vor Angst, sondern weil sich seltsame Sensationen in meinem Körper ausbreitete, vor allem in meiner Mitte, es war als ob mein Blut heißer und schneller als normal durch meine Adern floss.

Verlangend drückte er seine Lippen auf meine und erstickte damit jeglichen Protest von mir.

Ich hatte keine Angst vor ihm und stieß ihn auch nicht weg, instinktiv schlang ich meine Beine um seine Hüften. Mein Körper reagierte einfach auf ihn. Ich dachte an nichts, nur an die aufregende Sensation die er in meinem Körper auslöste.

Meine Hände gruben sich wie automatisch in seine Haare und unser Kuss wurde immer intensiver und leidenschaftlicher.

Bei jedem anderen Mann wäre ich in reine Panik ausgebrochen und hätte alles getan, um ihn los zu werden...Er hatte Macht über mich, er hatte alle Macht über mich, ich hatte es nur noch nicht gemerkt. Er hatte es geschafft, dass ich ihm in wenigen Tagen verfallen war...Nein! Ich hatte doch vor zu gehen, dem ein Ende zu bereiten und ihn nie wiederzusehen. Der vernünftige Teil meines Gehirns wurden immer leiser.

In der Stellung in der wir waren, konnte er mit mir machen was er wollte, aber das zu wissen störte mich nicht im geringsten. Gott, ich zog ihn sogar noch näher an mich, ich wollte ihn spüren...

Ein unbekanntes Gefühl des Verlangens machte sich in mir breit, mich verlangte es nach ihm und seinen Berührungen. Noch nie hatte ich es mir erlaubt mich so gehen zu lassen, jede Berührung von ihm, ließ mich seltsame und peinliche Geräusche von mir geben.

In mitten des Nebels, den ich Leidenschaft nannte, hörte ich indigniertes Schnauben und schnelle Schritte, die sich entfernten.

Er war es der den Kuss beendete, was mich etwas beschämte, ich hätte das eigentlich tun sollen. Mein Lippen waren geschwollen und pochten, wie auch andere, unaussprechlichen, Stellen an meinem Körper.

„Ich hab dich vermisst." Erklärte Edward, das atmen fiel ihm genauso schwer wie mir, was mich zutiefst befriedigte. Und die Idee das ganze zu beenden, hatte sich in den hintersten Winkel meines Kopfes zurückgezogen. Langsam machte ich die Augen auf, Edwards Augen waren auf den Punkt gerichtet, an dem sich unsere Mitten vereinten. Wenn er mich jetzt angesehen hätte, hätte er mich bestimmt mit einer Tomate verwechselt.

Ich war nicht dazu fähig ihn direkt anzusehen, aber meine Stimme funktionierte wieder.

„Warum hast du das gemacht?"

„Du bist meine Freundin." Antwortete er lässig. „Warum sollte ich es nicht tun?"

So schnell war ich also wieder von der Begleitung zur Freundin aufgestiegen, aber ich wollte das jetzt nicht diskutieren, mir war schwindelig. Er hatte sich nicht bewegte und seine Hände lagen noch immer auf meinen Beinen. Dann gab er mir einen Kuss auf die Stirn und hob mich vom Waschbecken. Als ich wieder auf meinen Füßen stand, strich er mit den Händen über meine Arme und nahm dann meine Hand.

„Von jetzt an werde ich dich nicht mehr alleine lassen." Sagte er, als ob es die Feststellung des Abend sei. Er zog sanft an meiner Hand und zwang mich so mich in Bewegung zu setzten.

Zusammen gingen wir wieder zurück in den Saal, doch diesmal hielt er meine Hand und das war mein Schutzschild gegen den Spott der anderen Anwesenden.

Ich sah unseren Tisch, aber Edward steuerte eine andere Richtung an. Aus den Augenwinkeln sah ich zu ihm, aber er sah stur geradeaus. Als ich wieder nach vorne sah, standen wir am Rand der großen Tanzfläche, auf der einige wenige Paare tanzten.

„Du willst doch wohl nicht..." Stammelte ich panisch. Natürlich konnte ich tanzen, aber nur mit Esmeralda. Ich hatte noch nie mit einem Mann getanzt.

Ich blieb stocksteif stehen und spürte, wie Edward leicht an meinem Arm zog. Er drehte sich zu mir und ich sah ihn an.

„Oh nein..." Murmelte ich und versuchte meine Hand frei zu bekommen. Edward machte einen Schritt auf mich zu.

„Oh doch." Sagte er gegen meine Stirn.

„Nein!" Eine Sache war es, sich in einer Toilette lächerlich zu machen, aber hier, vor all den Leuten? Bestimmt nicht. Edward sah mich erstaunt an, mit so einer strickten Weigerung hatte er wohl nicht gerechnet.

Aber er gab nicht auf und setzte jetzt etwas mehr Kraft ein und ich versuchte, obwohl ich wusste das es nicht bringen würde, mich herauszureden.

„Ich kann das nicht." Ich wollte ihm nicht sagen, dass ich mich wie eine ungeschickte Kuh fühlte.

„Du wirst jetzt mit mir tanzen." War alles was Edward dazu sagte.

„Aber.." Versuchte ich es noch einmal. Er legte einfach einen Arm um meine Taille und drückte mich gegen seine harte Brust, mit seiner linken Hand nahm er meine rechte und hielt sie fest. Ich sah stur auf seine Brust und er führte mich.

Und ich ließ mich führen, verzückt von dem Gefühl mit einem Mann zu tanzen und wiedereinmal dankbar für alles, was ich von Esmeralda gelernt hatte. Natürlich dauerte es nicht lange, bis ich stolperte und mir wünschte, dass die Erde sich unter mir auftat und mich verschlang. Ich verfluchte mich leise selber. Edwards Brust vibrierte, als er über die Klassifikation mit der ich mich selber betitelte, lachte. Er drückte mich fester an sich und meine Füße verloren wieder mal den Bodenkontakt. Ich strampelte leicht mit den Füßen, damit er mich wieder absetzte. Das tat er dann auch, aber nicht auf den Boden, sondern er stellte mich auf seine eigenen Füße. Sofort versuchte ich meine Füße von seinen zu nehmen und ihn von meinem Gewicht zu befreien, aber er ließ es nicht zu. Gott, ihm würden die Füße einschlafen, oder sie würden grün und blau sein. Edward tanzte einfach weiter, als ob nichts wäre. Ich sah zu ihm auf, um ihn zu bitten, dass zu lassen und sah direkt in seine grünen Augen.

„Endlich." Sagte er lächelnd.

Endlich was? Wollte ich ihn fragen, aber ich wusste das meine Stimme mir nicht gehorchen würde. Seine Augen wanderten über mein Gesicht und blieben an meinen Lippen hängen.

Sofort erinnerte ich mich an die Szene in der Toilette und an das angenehme pochen, dass er in meiner Mitte ausgelöst hatte und wieder spürte ich das Verlangen seinen Körper zu spüren. Ohne lange darüber nachzudenken und in einem Versuch eine sinnliche Verführerin zu sein, die ich nie sein würde, streckte ich mich etwas und legte meine Lippen auf sein. Es war eine Berührung, wie der Flügelschlag eines Schmetterlings. Edward sorgte sofort dafür, dass der Kontakt intensiver wurde. Wieder spürte ich seine beharrliche Zungenspitze an meinen Lippen und gewährte ihm sofort Einlass. Edward tanzte langsam weiter, während unser Kuss immer intensiver und leidenschaftlicher wurde. Das unausweichliche Stöhnen stieg wieder in mir auf und ich beendete den Kuss, bevor ich an einer spontanen Selbstentzündung sterben konnte.

Gerade noch hatte ich ihn hemmungslos geküsst und jetzt konnte ich ihm wieder nicht in die Augen sehen. Ich holte tief Luft, legte dann meinen Kopf an seine Brust und machte einen erneuten Versuch, von seinen Füßen zu steigen. Edward ließ mich nicht. Ich gab nach und genoss es einfach mit ihm zu tanzen.

Nach dem Tanz gingen wir an unseren Tisch und das köstliche und üppige Abendessen wurde serviert. Es war schön, sich einfach mal bedienen zu lassen und ich genoss den Rest des Abend richtig. Ich wurde jedem und jeder, der an unserem Tisch vorbei kam und Edward Grüßte, offiziell vorgestellt. Wie hatte ich nur an ihm zweifeln können?

Wir waren bei der zweiten Tasse Kaffee angekommen, als selbst der Sohn des Bürgermeisters zu uns an den Tisch kam, um Edward zu begrüßen und ich wurde wieder vorgestellt. Ich war jetzt für alle die offizielle Freundin von Edward Cullen.

„Ich habe das Gefühl, dass du wirklich alle Welt kennst." Bemerkte ich, nachdem der Sohn des Bürgermeisters wieder gegangen war.

„Alles für die Firma." Antwortete Edward trocken.

„Nimmt du mich mal mit in deine Firma?" Fragte ich impulsiv und bereute es sofort.

Er sah mich einige Sekunden lang nur an, dann antwortete er, nicht sehr überzeugend.

„Ja, selbstverständlich."

Zum Abschluss der Veranstaltung hielt der Bürgermeister noch eine enthusiastische Rede, von der ich genau soviel verstand, als ob er Chinesisch geredet hätte.

Edward stand auf und hielt mir seine Hand hin.

„Es ist Zeit zu gehen."

Ich nahm meine Tasche, stand auf und legte meine Hand in seine.

Während wir zum Auto gingen, dachte ich über den Abend nach. Vor vier Stunden hätte ich nicht gedacht, dass ich halbwegs siegreich aus dem Abend hervorgehen würde. Ich hatte einen Abend in seinem Ambiente überlebt. Noch einen.

Und ich fragte mich, wie viele male ich noch überleben würde.

Schweigend stiegen wir ins Auto und er schlug den Weg zu meinem Apartment ein. Ich war müde und machte für einen Moment meine Augen zu, als ich sie wieder aufmachte standen wir schon vor meinem Haus.

Diesmal machte ich ganz allein den Sicherheitsgurt ab und drehte mich dann zu ihm.

„Danke." Sagte ich schlicht.

„Wofür?" Fragte er konfus.

„Dafür das du mir erlaubst Frau zu sein." Das war genau das was ich fühlte. Eine Frau fühlte Verlangen und Leidenschaft und das war es, was ich gefühlt hatte, auch wenn es mir noch schwer fiel, dass zuzugeben.

Ich beugte mich zu ihm und gab ihm einen Kuss auf die Stirn. Er bewegte sich nicht, sah mich nur an. Aber das störte mich nicht, nicht nach dem Abend.

Schnell stieg ich aus und ging zu meiner Haustür, hinter mir fuhr Edward davon.

In meiner Wohnung angekommen, ließ ich den Abend nochmal Revue passieren und schwebte dann förmlich in mein Bett.

Wie eine viel zu verliebte Frau, konnte ich es kaum abwarten ihn wiederzusehen.