Als Keigo seine Wohnungstür öffnete schwappte ihm sofort wieder der Geruch seiner verbrannten Matratze entgegen. Der Fußboden war mit Scherben übersät. Eines seiner Hühner und seine Ente waren irgendwie in die Wohnung eingedrungen (womöglich durch die kaputten Fenster). Teppich und Parkett waren mit Gazpacho vollgeschmiert. Und mitten in dem Chaos lagen Yuzu, Hanataro, der Mann und die Frau von der Polizei und der Mann von der Telefongesellschaft. Seufzend sah Keigo in die Runde und zog seine Schuhe wieder an um nicht in die Scherben zu treten während er sich einen Überblick über den Schaden verschaffte.

„Ach, herje... Gott sei dank kommt morgen die Putzfrau!" murmelte Keigo. „Na, die wird sich freuen!"

Keigo ging durch den Raum auf sein Sofa zu auf dem Yuzu und Hanataro eng umschlungen friedlich und vor allem sehr tief schliefen. Keigo lächelte und deckte die beiden mit einer Wohndecke zu. „Aww... Ihr beiden seid aber ein süßes Paar. Viel Glück euch beiden! Hoffentlich hast du mit ihm mehr Glück als mit den Amis! Und dir wünsche ich viel Glück. Ichigo wird dich umbringen... War nett dich kennengelernt zu haben!"

Keigo drehte sich um und sah zu den am Boden liegenden Polizisten. „Hmmm... Da muss ich mir aber ne richtig gute Ausrede Ausdenken. Wenn die Aufwachen gibt's Ärger." murmelte Keigo und deckte auch die Polizisten zu bevor er hinter seinem Sessel den Telefontechniker auf dem Boden liegen sah. „Ach und der neugierige Typ von der Telefongesellschaft auch noch da. Hoffentlich repariert er das Telefon noch fertig wenn er aufwacht."

Keigo trat durch die kaputte Scheibe seiner Terrassentür nach draußen ins freie. Es war ein schöner, ruhiger und wolkenloser Abend. Müde lies er sich auf der Liege neben dem schlafenden Shinigami nieder und vergrub sein Gesicht in seinen Händen. Dabei fiel ihm auf das er eine Dusche gebrauchen könnte... er hatte immernoch Gemüsereste in den Haaren...

Das ganze war so surreal. Doch was war in seinem Leben schon plausibel. Shinigami, Hollows, Geister... Amerikanische Terroristen und Geisteskranke Ex-Freunde schienen dabei noch normal zu wirken. Als er nach oben sah sah er ein Flugzeug, das gerade von Haneda gestartet war. Sie waren bestimmt an Bord, dachte er. Er brauchte sie nicht. Er war nicht abhängig von Ihr. Sein Wunsch nach einer Intakten Familie konnte er sich anders erfüllen... Auch wenn er mit Ihr schon mal einen kleinen Versuch unternommen hatte, der mit Glück vielleicht doch noch was werden würde. Aber auf gar keinen Fall mit Ihr zusammen.

Keigo wachte aus seinen Gedanken auf als der Shinigami neben Ihm langsam anfing aufzuwachen...

Verwirrt fragte sich der Shinigami was geschehen war. Er erinnerte sich das er von dem roten Zeug aus Keigos Kühlschrank getrunken hatte. Jetzt lag er hier. Es war Nacht. Und er war in der Welt der Lebenden. Gähnend streckte er sich und versuchte sich klar zu werden was geschehen war.

„Na... Gut geschlafen?" fragte Keigo lächelnd.

„Hä... Oh, Asano... Habe ich geschlafen?"

„Ja, ein paar Stunden!" sagte Keigo wobei er rot wurde. Er verkniff sich zu sagen das er Schlafmittel genommen hatte.

Der Shinigami sah Keigo verwundert an und wunderte sich über dessen Zustand. „Was ist los?"

„Ach, nichts... Wie heißt du eigentlich? Du hasst mir deinen Namen noch nicht gesagt!"

„Oh, Verzeihung... Mein Name ist Ochi. Kaneda Ochi!"

„Ochi... Oh, Gott... Ich hatte eine Lehrerin die so hieß!" murmelte Keigo.

„Oh, das Kurosaki-san auch gesagt! Vielleicht ist sie die Schwester die ich hatte bevor ich gestorben bin..." sagte Kaneda schmunzelnd. „Keigo, du siehst so mitgenommen aus. Ist etwas passiert?"

„Ach, ich habe seit Tagen nicht mehr geschlafen. Habe vorgestern beinahe mit einer Überdosis Tabletten Selbstmord begangen. Habe gerade meinen Job verloren, eine ziemlich miese Beziehung hinter mir und würde es Yuzu am liebsten gleich tun und mich auf der Stelle hier von der Terrasse stürzen weil es mir echt alles zu viel ist..." Keigo seufzte während der Shinigami neben ihm geschockt zuhörte. „Aber, ich werde es nicht tun. Ich darf vor der Verantwortung die ich habe nicht wegrennen!"

„Welche Verantwortung? Du hast doch nichts mit Kurosakis Shinigami-Angelegenheiten zu tun. Du must gar keine Verantwortung dafür übernehmen."

„Ich spreche nicht von Ichigo! Oder von dieser Shinigami-Affäre... Nein! Ich spreche von meinen Angelegenheiten und von meiner Verantwortung. Ich habe nämlich gestern erfahren das ich Vater werde!"

Der Shinigami sah Keigo mit großen Augen an während dieser lächelnd nickte.

„Echt?!"

Keigo nickte. „Ja! Du bist der erste dem ich es erzähle!"

„Oh, herzlichen Glückwunsch! Das sind tolle Nachrichten!" sagte der Shinigami und richtete sich auf um Keigo ordentlich zu gratulieren. Dabei sah er aus dem Augenwinkel heraus das Chaos im verwüsteten Wohnzimmer und die Schlafenden auf der Couch. „A... Das... glaub... ich... nicht... Yamada und... K... Kurosakis Schwester..."

„Hey, las sie!" sagte Keigo. „Danke fürs zuhören! Hat gut getan endlich mal mit jemandem normal reden zu können!"

„Oh, bitte... Aber erzähl mal, was läuft da zwischen Yamada und Kurosakis Schwester?"

„Hmm... Weiß ich auch nicht. Ich war nicht da." erzählte Keigo.

Die Unterhaltung der beiden zog sich noch über Stunden hin. Keigo genoss es das er jemanden hatte mit dem er reden konnte. Es war eines der Dinge der er brauchte... Einen Freund! Einen Freund mit dem er seine Sorgen diskutieren konnte ohne eine geknallt zu bekommen. Aber Keigo war auch ruhiger geworden. Er wusste das es seine laute Art war die viele immer nervig fanden... jetzt war er wie er eigentlich war... ruhig. Und er genoss es. Die nächsten Monate würden schwer werden. Seine Zukunft und die seines ungeborenen Kindes waren ungewiss. Diese Sorgen mussten jetzt angegangen werden...

Als es nach zwei Stunden lautstark an der Tür klopfte wusste Keigo das es so weit war.

„Kaneda, tust du mir einen Gefallen und machst die Tür auf! Das ist bestimmt die Polizei!"

„Die Polizei? Wieso?"

„Ach,... das ist eine lange Geschichte... Tust du mir den Gefallen und lässt sie rein. Ich möchte die Aussicht noch ein bisschen genießen..."

„Die Aussicht?! Oh, du hast recht!"

„Ja... Die Aussicht ist einfach zu schön..." waren Keigos letzte Worte, bevor Kaneda nach hinten ging und die Polizei in die Wohnung ließ...

ENDE