Kapitel 11
Sie hatte keine Ahnung, was gerade passiert war, aber anscheinend waren Harry und Ron sauer auf sie? Weswegen sollten sie? Hermine konnte es sich nicht erklären, während sie verwirrt den Flur entlang schritt. War irgendetwas vorgefallen?
Harry hatte sie nicht einmal angesehen! Heiße Schuldgefühle stiegen in ihr empor, obwohl sie wusste, dass es albern war. Es konnte nichts vorgefallen sein!
Ihr Herzschlag hatte sich beschleunigt, und sie hatte begonnen schneller zu laufen, ohne genau zu wissen, warum, aber sie hatte so ein Gefühl.
Alles Schlechte ließ sich ohne weiteres auf eine Person zurückführen. Und wenn Harry und Ron gerade von ihren Räumen wiedergekommen waren, war ihr Laune nur zu erklären, weil sie auf Malfoy gestoßen sind.
Unwillkürlich wurden ihre Schritte langsamer. Malfoy veranstaltete heute sein was-auch-immer-Pokerspiel, und sie hatte schon jetzt keinen Nerv darauf, sich zu streiten. Denn sie wusste, es würde auf nichts anderes hinauslaufen.
Beinahe wollte sie umkehren, Harry und Ron suchen, aber… wahrscheinlich war Harry sowieso wütend, weshalb auch immer er es dieses Mal war! Es machte sie wütend. Jungen machten sie in letzter Zeit wütend!
Sie hatte den Flur erreicht und ging langsam auf die Tür zu. Und sie konnte die Stimmen gedämpft hören. Es sagte ihr nur, dass die Schüler nicht in ihren Gemeinschaftsräumen waren, und sie wog bereits ab, ob sie Snape holen sollte, ob sie Malfoy auffliegen lassen sollte, ob sie… - irgendwas tun sollte.
Sie seufzte auf. Es war spät. Es war Freitag, und sie war müde. Anscheinend befand sie sich mit Harry wieder einmal im Clinch, und sie wusste nicht mal mehr, weswegen.
Sie tippte mit dem Zauberstab auf den Türknauf und murmelte das Passwort, was Merlin sei Dank nur noch zwei Tage aktuell war!
Die Tür öffnete sich, und sie erkannte den grünen Pokertisch in der Mitte des Wohnzimmers. Einige Ravenclaw Mädchen, sowie auch Pansy und Millicent hoben tatsächlich spöttisch die Blicke.
O-k? Warum wurde sie so angesehen?
„Hey, Hermine!", wurde sie sofort begrüßt, von einem Jungen, den sie nicht kannte. Aber… doch! Das war der Hufflepuff, der sie den letzten Nachmittag angestarrt hatte, als sie im Innenhof gesessen hatte! „Wie war die Patrouille?", fügte er mit einem breiten Lächeln hinzu.
Der feine Geruch von Alkohol war ihr in die Nase gestiegen, aber noch konnte sie die Quelle nicht orten. Ihr war klar, dass die Jungen hier wohl Alkohol tranken. Malfoy brummte irgendetwas in seine Karten, ohne aufzusehen.
„Hey, hast du Harry und Ron getroffen?", erkundigte sich Ernie, während Hermine sich erst mal dazu entschied, diese Party hier aufzulösen. Sie runzelte die Stirn. Also waren Harry und Ron hier gewesen?!
„Ich… ja?", sagte sie also, ohne auf die Frage des Hufflepuff Jungen einzugehen.
„Haben sie sich aufgeregt?", wollte Ernie interessiert wissen, und Hermine spürte, wie ihr Züge sich anspannten.
„Aufgeregt?", wiederholte sie knapp. „Wieso sollten sie sich aufgeregt haben?" Und sie fixierte Malfoy jetzt, denn dieser blickte angespannt in seine Karten hinab. Die Art und Weise wie er es mied, sie überhaupt wahrzunehmen, ließ ihre Haut kribbeln.
„Oh. Ähm…" Ernie kratzte sich kurz ratlos am Kopf. „Nein, schon gut! Dann… ist es… nicht weiter wichtig!", schloss Ernie hastig, während er einen Pokerchip in die Mitte schob. Und Hermine atmete aus.
„Malfoy?", sagte sie jetzt, laut genug, dass er sie hören musste.
„Draco spielt gerade", erklärte ihr Pansy deutlich, und Hermine hob den Blick zu Pansy Parkinson, die sich mit sehr viel Ausschnitt und sehr hohen Schuhen beinahe besitzergreifend neben Draco aufgebaut hatte.
„Das sehe ich, Pansy, und ich verzichte darauf, euch zu sagen, dass Glücksspiel um Gold verboten ist. Malfoy, würdest du-", begann sie erneut, aber jetzt räusperte sich das Ravenclaw Mädchen.
„Sei kein Spielverderber, Granger." Und sie wusste nicht, wie das Mädchen hieß, aber sie mochte sie nicht. Sie bemerkte, wie das Mädchen ihre Hand beiläufig über Dracos Schulter Arm gleiten ließ. Hermines Augen verengten sich kurz.
„Malfoy!", sagte sie jetzt deutlicher, und er hob den Blick, ohne sie anzusehen.
„Was?", wollte er knapp und von ihr wissen. Kurz, scharf und unwillig.
„Auf ein Wort", sagte sie nun gepresst, und als wäre es die größte Qual hob er den Blick. Er schien sie zu betrachten.
„Nein", entschied er sich, und sie spürte, wie ihr Herzschlag sich beschleunigte.
„Nein?", wiederholte sie. „Soll ich Snape sofort rufen oder möchtest du noch ein zwei Minuten Vorsprung bekommen, um deinen Alkohol zu-"
Er erhob sich mit einem Ruck vom Tisch und warf seine Karten verdeckt vor sich auf die Platte.
„Was?", knurrte er jetzt, und sie spürte alle Blicke auf sich. Sie deutete jetzt auf ihr Zimmer. „Oh bitte!", fügte er entnervt hinzu und verdrehte die Augen. Aber er folgte ihr jetzt.
„Draco!", hörte sie Pansy sagen, aber Draco wandte den Kopf halb über die Schulter.
„Pansy, bevor das Miststück unseren Abend versaut, höre ich mir lieber ihre kleine Rede an. Bin in einer Minute wieder da. Elizabeth?", sagte er jetzt, und Hermine erkannte, dass er mit dem dummen Mädchen sprach, dass gerade noch ihre Hand auf seinen Oberarm gelegt hatte. „Nimm meinen Platz ein, ok?"
Und Hermine sah, wie sich Pansys Mund entrüstet öffnete, als hätte Draco sie soeben verraten. „Also?", wandte sich Draco nun an sie, und Hermine verdrehte die Augen.
Sie löste stumm die Flüche von ihrer Tür und betrat als erstes ihr Zimmer. Draco folgte ihr.
Dann schloss sie die Tür. Er hatte die Hände in den Taschen seiner Hose vergraben und sah sie abwartend an. Sie wusste nicht genau, wo sie beginnen sollte.
„Bevor du anfängst, Granger, ich habe Potter-"
„-was?", unterbrach sie ihn, relativ ruhig. „Du hast Harry was?", wiederholte sie, denn anscheinend hatte er mit Harry gesprochen. Er atmete kurz aus.
„Dein Freund Zabini hat deine beiden Hunde hierhin gebracht", erklärte er, wesentlich defensiver als vorher.
„Und du hast was getan?"
„Ich habe gar nichts getan!", rechtfertigte er sich sofort und verschränkte nun die Arme vor der Brust.
„Du hast nichts gesagt? Du hast sie reingebeten und ihnen Bier angeboten?", vermutete sie ungläubig, und er atmete spöttisch die Luft aus.
„Ja, sicher", erwiderte er mit einem freudlosen Lächeln.
„Wieso denkt Ernie, sie würden sich aufregen?", wollte sie jetzt wissen.
„Was? Woher soll ich das wissen? Es ist mir scheiß egal, ob sich Potter aufregt!", entgegnete er. „Und ich würde sehr gerne wieder meinen netten Teil des Abends fortführen. Ohne dein Gesicht in der Nähe", fügte er lächelnd hinzu.
Sie sah zu Boden. Es machte keinen Sinn!
„Ärger von Potter bekommen?", wollte er interessiert wissen, und ein böses Lächeln war in sein Gesicht getreten.
„Was? Wieso sollte ich?", wollte sie leise wissen.
„Weil du Potter hintergehst und mit einem Slytherin ausgehst", erwiderte er, immer noch lächelnd. Und ihr Herz sank in ihren Magen. Malfoy hatte es gesagt. Er hatte es Harry gesagt! Aber… nein. Harry hatte sie nicht darauf angesprochen! War er jetzt so wütend, dass er sie nicht einmal darauf ansprach? Und Hermine schaffte es gerade so, nicht daran zu denken, was Malfoy getan hatte! Mit ihr! Und sie fühlte sich elend. Sie fühlte sich wirklich… schlecht.
„Raus", sagte sie jetzt mit zitternder Stimme. Und sein Lächeln verblasste auf seinen Zügen.
„Du hast mich hierher geholt. Zwei Slytherins, Granger. Ich bin sicher, Potter ist förmlich explodiert!", bemerkte er jetzt und fixierte sie unangenehm. Sie sah ihn an.
„Ein Slytherin, Malfoy. Ich bin mir sicher, du hast Harry nicht erzählt, dass…" Und sie biss sich auf die Lippe, denn darüber zu sprechen, brachte nur die Bilder zurück. Oh Gott! Die Bilder von… dieser Nacht! Aber er griff ihre Worte auf. Natürlich tat er das!
„Was? Dass du darum gebettelt hast, dass ich meine Finger in deine Pussy schiebe, um dir einen verdammten Höhepunkt zu verschaffen?", entfuhr es ihm, und die Röte explodierte förmlich in ihren Wangen. Hastig fiel ihr Blick zu Boden. Oh, Merlin!
„Raus, Malfoy!", wiederholte sie eisig.
„Nein, Granger, das habe ich ihm nicht erzählt. Aber… wenn ich drüber nachdenke, dann gibt es eigentlich keinen Grund, weshalb ich es nicht tun sollte!"
Er reagierte nicht auf ihre Forderung. Er blieb, wo er war.
„Ich habe gesagt, verpiss dich, Malfoy!", rief sie lauter, und er kam tatsächlich näher.
„Wenn Blaise wüsste, dass du eine verdammte Hure bist, dann-"
„Raus!"
„Oder Potter! Oh, ich denke, dein geliebter Prinz würde kein Wort mehr mit dir wechseln!"
„Dann tu es doch! Dann sag es doch einfach, Malfoy! Was hält dich?", rief sie plötzlich, und spürte einen dicken Kloß in ihrer Kehle. Seine Oberlippe kräuselte sich voller Abscheu, und sie nickte grimmig. „Ja, das dachte ich mir! Du willst es Harry nicht sagen! Du willst diese Sache über mir halten, du willst mich einfach nur damit quälen, damit dein beschissenes Leben nicht völlig sinnlos ist!", ergänzte sie zitternd. Und sie sah, dass dies eine Sache war, bei der er nicht überlegen sein konnte. Denn er hatte es Harry nicht gesagt! Natürlich nicht!
„Mein Leben ist verdammt perfekt, Granger. Du bist nur ein kleiner, unwichtiger Zeitvertreib!", erklärte er, während er ihren Blick erwiderte. Seine grauen Augen wirkten so kalt, so abwesend, und sie hasste ihn!
Wieso hatte Harry sie nicht darauf angesprochen? Wieso hatte er es nicht einmal versucht? Wieso, wieso, wieso…?! Sie begriff es nicht!
„Das ist vorbei", informierte sie ihn jetzt, mit einem plötzlichen Verlangen, es laut auszusprechen. Kurz runzelte sich seine glatte Stirn.
„Was ist vorbei?", fragte er tatsächlich, ohne von ihr abzurücken.
„Das", sagte sie bloß, und sah ihn weiterhin an. „Diese… Sache. Das… mit dir", ergänzte sie leiser. Seine Augenbraue hob sich überaus spöttisch.
„Granger, da war nie eine Sache zwischen mir und dir", erwiderte er so überheblich und arrogant, dass ihr schlecht wurde vor Zorn.
„Du bist ein Arschloch, Malfoy!"
„Ja, sicher, Granger. Weißt du, dein Problem ist, dass du zu dringend jemanden brauchst, der es dir besorgt!", knurrte er, und sie stieß ihn mit einem Mal von sich.
„Du bist widerlich. Und so etwas brauche ich nicht! Ganz bestimmt nicht, du Mistkerl!"
„Schön!", erwidert er mit einer abwehrenden Geste. Aber ein Lächeln trat erneut auf seine Züge. „Anscheinend hat Potter dich nicht angeschrien. Weißt du, Granger, du siehst es vielleicht nicht, aber dein verdammt perfekter Potter ist auch nur ein Scheißkerl, der dir deine Unterwäsche vom Leib fluchen möchte, um seinen Schwanz in dir zu vergraben." Und ihr Blick schnappte zu seinem Gesicht.
Sie schüttelte sofort den Kopf, so dass ihr Zopf über ihre Schulter flog.
„Nein!", sagte sie jetzt fest. „Du bist ein Arschloch! Und dass du so etwas über Harry sagen würdest, beweist nur-"
„-dass ich recht habe!", unterbrach er sie zornig. „Und ich finde es verdammt perfekt, Granger! Denn das witzige ist, dass du nicht mal im Traum daran denkst!" Anscheinend schien er gerade eine Theorie zu verfolgen, die so abwegig war, dass ihr schlecht wurde. „Der verdammte Held, der heilige scheiß Potter bietet sich dir an, und du beleidigst seinen verdammten Stolz, indem du nicht einmal darüber nachdenkst! Du siehst es nicht mal!", rief er lachend und fuhr sich durch die Haare.
„Halt deinen Mund, du Scheusal!", erwiderte sie tonlos. „Du bist widerlich! Harry würde niemals so denken!"
„Und du küsst mich, Granger", fuhr Malfoy unbeeindruckt fort. Sie biss fest die Zähne zusammen. „Und du erkennst nicht den Hauch Ironie in dieser Sache?", wollte er ernsthaft von ihr wissen, und sie mied seinen Blick.
„Glaub mir, ich bereue nichts so sehr wie das!", gab sie gepresst zurück.
„Weißt du", sagte er jetzt, schloss den Abstand und legte seinen Finger unter ihr Kinn, und zwang sie so, ihn anzusehen. Erschrocken flatterten ihre Lider auf, „ich fände es verflucht großartig, wenn du Potters kleines Herz brechen würdest, Granger. Wenn du tatsächlich en Mut hättest, mit einem Slytherin zusammen aufzutauchen." Er lächelte bitterböse, und sie entzog sich seinem Kontakt.
„Du irrst dich! Harry denkt so nicht über mich! Ron denkt so nicht über mich!", fuhr sie fort. „Ich weiß nicht, was in deinem kranken Kopf falsch läuft, aber du weißt nichts über uns! Das einzige, was Harry aufregen würde, wäre, wenn ich mit jemandem wie dir irgendwo zusammen auftauche! Und ich müsste wahnsinnig sein, um so etwas zu tun!"
„Ja, richtig", erwiderte er lakonisch und wich einen Schritt zurück.
„Ja! Blaise ist anständig, Malfoy!"
„Blaise ist ein Wichser!", knurrte er.
„Nein, du bist ein Wichser! Du bist ein Arschloch, du bist undankbar, großkotzig und überheblich! Du bist widerlich und gönnst niemandem etwas, außer dir selbst! Es ist verdammt schade, dass dein Vater es nicht geschafft hat, dich auch noch umzubringen!", entfuhr es ihr aufgebracht, und sein Blick wurde leer.
Eine Träne fiel auf ihre Wange, und ihr Atem ging flach. Sie schluckte schwer, denn er sagte nichts. Und sie hatte es nicht sagen wollen! Sie hatte es gar nicht sagen wollen. Jedenfalls nicht so! Es war einfach… passiert! Und sie wusste, es war egal. Er war nur Malfoy! Er war nur Draco Malfoy! Draco Malfoy hatte keine Gefühle! Er fühlte nichts. Gar nichts. Beleidigungen prallten an ihm ab. Er war doch sowieso zu überheblich, um ihr überhaupt zuzuhören. Und fast wollte sie hören, dass er sie wieder beleidigte. Dass er sie Schlammblut nannte, wie er es immer tat! Aber… er tat es nicht.
Er wandte sich ab, ohne ein weiteres Wort. Sein Ausdruck war kühl, wie immer. Und sie hatte das letzte Wort gehabt. Und… es fühlte sich absolut beschissen an.
Seine Finger drückten hart in ihr Fleisch, fuhren über ihre Haut, und er stieß in sie. Er konnte sich nicht beherrschen, wollte es nicht mal. Er war betrunken genug, um über Vorspiel und unnütze Kleinigkeiten einfach hinwegzusehen.
Er wollte einfach nur schmutzigen, rauen Sex.
Grollende Töne verließen seinen Mund, und sie hatte ihre Fingernägel in seinen Rücken gekrallt, während er sie dehnte, während er tiefer in sie stieß, sie praktisch gegen die Matratze rammte, und keine Gefühl, keine Zärtlichkeiten, kein gar nichts in seine Bewegungen legte.
Er brauchte ihren Körper. Ihre Enge, und er wünschte sich, dass Granger ihn hören würde!
Ja, am besten hörte sie jeden verdammten Laut, den er von sich gab, am besten hörte sie das Mädchen unter ihm schreien und stöhnen, als wäre er Casanova in Bestform! Anstatt Draco Malfoy auf seiner betrunkensten Stufe.
Er wollte sie einfach vögeln, wollte das Mädchen bestrafen für etwas, was er nicht definieren konnte. Nicht konnte, weil er zu betrunken war, weil alles nur noch ein Schleier aus rauer Wut hinter seinen Augen war. Wieder entfernte er sich, und stieß mit voller Kraft wieder in ihre Hitze. Sie stöhnte, sagte irgendetwas, wollte wohl, dass er sanfter war, aber er hörte es nicht.
Seine Hand glitt unter weichen Po, hob ihn an, krallte sich in ihn, damit er noch tiefer in sie eindringen konnte, damit er noch schneller vergessen konnte. Einfach nur vergessen! Vergessen, dass das Miststück so mit ihm sprach!
Tiefer! Noch tiefer! Sie schrie in sein Ohr.
Vergessen, dass er Draco Malfoy war, und genauso erbärmlich wie Harry Potter! Scheiß verfluchter Potter!
Mit einem rauen Knurren pinnte er sie wieder gegen die Matratze. Mit kraftvollen Stößen trieb er den Rhythmus an, bis ihr Kopf gegen Kopfende seines Bettes stieß, aber es war ihm egal. Verflucht egal!
Sie wünschte sich, er wäre tot? Scheiß Schlammblut! Elendes Miststück! Sie sollte tot sein! Sie war es nicht wert! Sie war überhaupt nichts wert. Und das wusste sie! Aber er hatte sie es wohl vergessen lassen! Er hatte sich nicht richtig darum gekümmert, dass sie wusste, wie weit unter ihm sie doch zu stehen hatte!
Härter, härter! Bis er es spüren konnte. Schweiß perlte seinen Rücken hinab, und seine Finger krampften sich um ihre Hüften, zwangen sie, sich seinem Rhythmus zu beugen, und er hörte sie schmerzhaft aufkeuchen, als seine Stöße nur noch vereinzelt, aber dafür umso härter kamen.
„Scheiß Schlammblut!"
Dachte er? Hatte er es gesagt? Er wusste es nicht, und es war völlig egal! Alle Frauen waren gleich. Alle waren sie gleich erbärmlich! Ein Grollen verließ seine Kehle, als er kam.
Er hatte keine Ahnung, ob das Mädchen unter ihm gekommen war, und es war egal! Einfach scheiß egal! Ein verdammtes Schlammblut konnte so nicht mit ihm reden! Und wenn sie auch nur im Ansatz glaubte, dass ihm ihre Worte auch nur im Geringsten etwas ausmachten, dann lag sie falsch! Verdammt noch mal falsch!
Er war auf ihr zusammen gebrochen. Sein Atem ging rau und er roch die Haut ihres Halses unter sich. Sie roch anders. Sie roch fremd, nicht wie sie….
„Draco?", hörte er ihre Stimme, aber er brummte nur unverständlich. Der Alkohol holte ihn ein, jetzt wo all sein Blut aus seinem Kopf verschwunden war. Er rollte sich von ihr, zurück auf seine Matratze und schloss die Augen.
„Draco, du-"
„Verschwinde", sagte er tonlos und regte sich nicht weiter. Er hörte sie neben sich ein entrüstest Geräusch machen.
„Das ist nicht dein ernst!"
„Wenn du bleiben willst, bleib. Aber nicht in meinem Bett", gab er grimmig zurück, und hörte, wie sie aufstand. Eilig, zornig. Es war ihm egal. Er war gekommen, und für einen kurzen Moment ging es besser. Er konnte wieder atmen, wieder denken.
Sie hatte ihre Sachen zusammen gesucht.
Und dann hatte sie seine Tür aufgezogen und wieder ins Schloss geknallt.
Träge Gedanken überrollten ihn. Er verzog den Mund.
Er erinnerte sich an den Tag. Er erinnerte sich so klar, als wäre es nicht letztes Jahr gewesen, sondern gestern Nachmittag, als er in das Büro seines Vaters gegangen war und Lucius entdeckt hatte. Er hatte seinen Vater gefunden, der sich, wie ein Feigling, an seiner Gardinenstange erhängt hatte.
Kurz schauderte Draco. Noch niemals war es so still gewesen.
So eine Stille hatte er seitdem nicht mehr empfunden. Das Haus hatte geschwiegen. Er hatte kein Geräusch mehr wahrgenommen. Nur seinen eigene Herzschlag, als er in das Zimmer gestolpert war.
Und Lucius hatte ausgesehen, als würde er schlafen. Es war ein groteskes Bild gewesen. Er hatte mit dem Rücken zu ihm gehangen, als würde er aus den großen, gläsernen Doppeltüren in den weiten Garten blicken.
Seine Füße haben knapp einen Meter über dem Boden gehangen. Er hatte seine guten Schuhe getragen. Draco wusste noch, wann er mit seinem Vater diese Schuhe in Schottland gekauft hatte. Ein Troll hatte sie aus albanischer Drachenhaut gefertigt. Die Haare seines Vaters hatten in Strähnen sein Gesicht umrahmt. Sein Zopf hatte ihm golden über der Schulter gehangen. Seine Augen waren geschlossen, und nur sein Hals war bereits blau geschwollen gewesen.
Draco hatte nicht gewagt, etwas anderes zu tun, als seinen Vater anzusehen.
Er wirkte ruhig. Friedlich, und die Tränen hatten in Dracos Augen gestochen. Und er hatte ihn nicht berühren können. Er hatte ihn nicht berühren wollen. Er hatte nicht gewagt, auch nur einen Ton von sich zu geben.
Die Hände seines Vaters hatten schlaff neben seinen Seiten gehangen. Die Ärmel seines Seidenhemdes waren hochgeschlagen gewesen, und Draco konnte praktisch dabei zusehen, wie das Dunkle Mal mehr und mehr verblasste.
Bis zur Beisetzung war es kaum noch ein Schatten gewesen. Draco wusste, es war Voldemorts Sicherheit gewesen. Mit dem Tod des Trägers verschwand das Mal, damit keine Spuren nachzuweisen seien.
Es musste damals eine Ewigkeit vergangen sein, bis Draco einen Stuhl geholt hatte, um seinen Vater vor der hohen Stange zu schneiden. Er hatte nicht mal einen Zauberstab benutzt. Er hatte nicht mal daran gedacht. Und er hatte sich beinahe auf dem Stuhl übergeben, als er mit fahrigen Fingern mit dem Brieföffner seines Vaters den Strick durchtrennt hatte. Plump war Lucius in seine Arme gesunken, und Draco hatte zitternd auf dem Stuhl gestanden, wäre fast gestürzt, und dann hatte er auf dem Boden gekniet, den Körper seines Vaters neben sich. Er hatte Lucius auf dem Rücken liegen lassen, hatte ihn nicht mehr berührt, hatte nur noch neben ihm gesessen, und er glaubte, er hatte bestimmt eine Stunde geweint.
Er hatte nichts gesagt, er hatte keinen Ton von sich gegeben, und er hatte nichts mehr gewusst, er hatte keine Ahnung gehabt, was er tun sollte, und er hatte endlos lange gebraucht, ehe er sich vom Boden hatte erheben können, um im Mungo die Nachricht durchzugeben.
Und dann… hatte er nicht mehr geweint. Keine Träne mehr seitdem.
Er hatte das Arbeitszimmer seines Vaters seitdem nicht mehr betreten. Er hasste den Gedanken, dass seine beiden Eltern in diesem Haus gestorben waren.
Und er spürte das Ziepen in seinem Unterarm jetzt wieder deutlicher.
Und plötzlich hörte er es.
Jemand sprach!
Träge öffnete er die Augen. Dann setzte er sich auf und stützte sich auf die Ellbogen.
Mit wem sprach die dumme Ravenclaw-Schlampe um diese Zeit in seinem Wohnzimmer…-
Oh fuck!
Schon hatte er die Beine von seinem Bett geschwungen. Fluchend stieg er in seine Shorts, zog sich hastig sein Shirt über und zog die Tür auf. Das nahezu ausgebrannte Feuer im Kamin beleuchtete das Wohnzimmer nur schwach.
„-ich muss dir überhaupt nicht antworten!", hörte er Elizabeth sagen, während Granger den Blick zu seinem Gesicht hob. Sie trug ihren Morgenmantel und hatte die Arme abweisend vor der Brust verschränkt. Ihr Blick war… - er konnte es nicht deuten.
„Ich werde Snape holen, Malfoy!", donnerte Grangers Stimme jetzt. Wütend. Ja, das war wohl ihr Blick. „Ich schwöre dir, ich hole Snape! Am besten verschwindest du auf der Stelle!", wandte sich Granger jetzt an Elizabeth. Und das Mädchen vor ihr schwieg. Dann sah Elizabeth in an. Und nicht besonders freundlich noch dazu. Draco war noch zu müde, noch zu betrunken, um seine Gedanken zu ordnen, um irgendetwas Intelligentes zu erwidern.
„Fühl dich geschmeichelt, Granger", bemerkte Elizabeth nun bitter. Grangers Ausdruck wurde nur noch zorniger.
„Geschmeichelt? Wenn du noch eine Minute länger bleibst, kann Snape euch beide von der Schule werfen!", knurrte sie.
„Die Gerüchte stimmen!", fuhr Elizabeth fort, während Granger das Feuer im Kamin mit ihrem Zauberstab aufflammen ließ. Wahrscheinlich um Snape über Floh zu rufen. Kurz ließen ihn diese Worte aufhorchen. Kurz hatte er ein alarmierendes Gefühl in seinem Innern. „Der große Draco Malfoy stöhnt deinen Namen beim Sex."
Und er sah, wie sich Grangers Mund perplex öffnete. Wie sie wohl zu vergessen schien, Snape rufen zu wollen. Und er spürte, wie ihm resignierend die Luft aus seinen Lungen entwich. Fuck.
„Ich bin gespannt, wie es Pansy auffasst, Malfoy", gönnte ihm Elizabeth noch einen letzten Satz, den er jetzt gerade ebenfalls nicht wirklich zuordnen konnte, aber Elizabeth rauschte bereits aus dem Wohnzimmer, zur Tür hinaus.
Granger stand wie angewurzelt in der Mitte des Wohnzimmers. Sie sah ihn nicht an.
Wie konnte er das abwenden, was zu passieren drohte? Seine Gedanken lagen verständlicherweise blank.
„Sie lügt", sagte er, wenig überzeugt, aber es interessierte ihn wenig, ob Granger es glaubte oder nicht. Es war nicht so, als wüsste Granger nicht, dass er es könnte. Dass er sie nicht einfach auch nehmen könnte. Es war auch kein Geheimnis mehr, dass er es tun würde. Das wusste Granger, vielleicht wusste es Weasley auch. Oder Potter. Oder… verdammt. Es war nicht mal mehr wichtig. Es war absolut unwichtig. Sie sah ihn immer noch nicht an.
„Malfoy-", begann sie, aber er zuckte entnervt die Achseln.
„Du wolltest Snape rufen", unterbrach er sie desinteressiert, denn sie hatte ihm vor einigen Stunden noch seinen Tod gewünscht, und jetzt gerade war es ihm scheiß egal, was sie tat! Es war ihm verflucht noch mal so egal, ob er gleich fliegen würde oder eben nicht.
Jetzt sah sie ihn an. Sie war blass, stellte er fest. Sie sollte nicht glauben, dass er irgendetwas auf ihre Worte gab! Dass es ihn auch nur marginal störte, dass sie ihn von der Schule werfen wollte. Denn das tat es nicht! Sollte sie es doch versuchen!
Und sie sollte bloß nicht denken, dass es irgendwas bedeutete! Dass er hier stand. Dass er sie ansah. Dass er ihren Namen stöhnte, denn das tat es nicht! Das tat es nicht, verdammt! Sein Mal schmerzte wieder. Es brannte sich durch seine Haut, so kam es ihm vor. Kurz musste er die Augen schließen, denn schwarze Punkte erschienen vor seinen Augen.
Sie sagte noch immer nichts, und bevor er noch irgendetwas sagen würde, bevor er hier noch länger stehen blieb, beschloss er, zu gehen.
Er schloss seine Tür und hatte sie einfach stehen gelassen.
Er fühlte sich so beschissen wie schon lange nicht mehr. Das hatte letztendlich nicht nur mit den Mengen an Alkohol zu tun, die er sich genehmigt hatte, nachdem Granger ihm den Tod gewünscht hatte. Nein, es hatte hauptsächlich damit zu tun, dass Elizabeth Gresham Pansy wahrscheinlich gesteckt hatte, dass er tatsächlich so viel Sex hatte, wie die Gerüchte vermuten ließen und dass Draco Malfoy Hermine Grangers Namen stöhnte.
Nicht nur das allerdings, nein.
Gleich würde er ein scheiß Quidditchspiel gegen Gryffindor verlieren, weil er eben Draco Malfoy war.
Immerhin schien er so gefährlich auszusehen, dass sein Team nicht wagte, eine Bemerkung zu machen. In seinem Kopf spukte außerdem die Tatsache umher, dass Zabini heute mit Granger ausgehen wollte. Wobei er nicht wusste, ob Granger das noch vorhatte. Aber er nahm es an, denn sie war ein Miststück und Blaise ein Verräter.
Er trug bereits seine Quidditchhose und ein Muskelshirt. Sein Team musterte ihn unverhohlen misstrauisch.
„Ich weiß, das letzte Spiel konnte nicht mal anfangen, aber die Taktik bleibt dieselbe." Er überlegte, dass dieses Team das Wort Taktik überhaupt nicht verdiente. Sie flogen wie Trolle über dem Spielfeld. Keiner sagte etwas, keiner widersprach. Sogar Gregory hatte jetzt den Blick gesenkt. Draco war sich nicht sicher, ob sich Elizabeth Greshams Gerücht auf den Slytheringemeinschaftsraum beschränkte, wenn es das überhaupt tat. Wusste Salazar, was Pansy erzählt hatte! Oder ob Ravenclaw davon gehört hatte oder… eben nicht.
So wie er Pansy einschätzte, nahm er allerdings an, dass sie es nicht weitererzählen würde. Sie zeigte ihm die kalte Schulter, und auch die übrigen Mädchen von Slytherin schienen ihrem Beispiel zu folgen, und er war sich noch nicht sicher, ob es ihm egal war oder nicht. Er hatte nichts Bestätigendes von Gregory gehört, also konnte er wohl annehmen, dass niemand genau wusste, warum die Slytherinmädchen sich plötzlich gegen ihn richteten, aber Slytherinmädchen besaßen viel Macht, soviel stand fest. Er wusste nicht, was sein Team denken musste.
Die Plane am Eingang stob zur Seite und Potter betrat das Kapitänszelt. Fast wäre Draco zusammen gezuckt. Fast. Denn Potter schritt einfach an ihm vorbei. Potter schien ihn zu ignorieren. Und sein Team war mucksmäuschenstill geworden. Hatten sie alle Angst vor Potter? Oder hatten sie Angst vor Ärger mit Snape? Potter hob den Blick hob. Seine Stirn hatte sich in misstrauische Falten gelegt.
„Was?", knurrte er jetzt Gregory an, der ihn besonders auffällig angesehen hatte. „Was ist?", wollte Potter angriffslustig wissen, und Gregory mied eilig seinen Blick.
„Gar nichts", sagte Gregory hastig, und jetzt fixierte Potter ihn.
„Keine scheiß Tricks, Malfoy!" Potter hatte sich seine Handschuhe geholt und hatte das Zelt wieder verlassen. Er war mit seinem Team wohl noch im Gryffindorzelt.
„Gut, dass du dich nicht mit ihm angelegt hast", bemerkte Wesley James, sein neuer Treiber mit belegter Stimme. Und Draco kam näher.
„Und warum genau, James?", wollte er betont ruhig von dem Jungen wissen, der ihm direkt ins Gesicht blickte. Und der Junge öffnete den Mund. Die Worte schienen ihm auf der Zunge zu liegen, und dann änderte er wohl seine Meinung. Draco nahm an, er sah einfach nicht danach aus, als würde er einen solchen Kommentar straflos verstreichen lassen. Und das war gut so. „Ich verbiete dir nicht den Mund, James", erklärte er offen. „Jeder kann seine Meinung äußern. Aber jeder muss dann auch mit den Konsequenzen rechnen", endete er grimmig.
Niemand sprach.
„Gut", sagte Draco nur. „Es geht los", erklärte er, nachdem der Pfiff von Madame Hooch ertönte.
Und er verließ mit seiner Mannschaft das Zelt, nachdem er sich seinen Jersey übergezogen hatte. Er war wieder sauber. Er zog sich die Handschuhe über, während die Jungen schweigend neben ihm gingen. Dann schnallte er die Schoner um sein Handgelenk, während sein Besen auf Hüfthöhe neben ihm flog.
Sie erreichten das Feld, und es war merklich ruhiger.
„Draco", hörte er Gregory tonlos neben sich, und er folgte Gregorys Blick.
Fuck. Er nahm an, das war der Preis, den man zahlte, wenn Pansy Parkinson sauer war.
Sein Team war ebenfalls stehen geblieben.
Die Slytherintribüne war leer gefegt. Kein einziger Schüler befand sich in der grünverhangenen Kurve. Und es wirkte beinahe abstrus.
„Was sollen wir machen?", entfuhr es Gregory neben ihm. Draco spürte wie seine Mundwinkel sanken.
„Wir spielen, Greg. Ich kümmer mich danach um Pansy", knurrte er tief. Oh ja, das würde er! Das Gryffindorteam befand sich bereits auf dem Spielfeld und wirkte sehr zufrieden. Und Draco spürte praktisch den Blick des Schulleiters von der Lehrertribüne. Und es kam ihm so vor, als spiele er lediglich noch um seinen Rauswurf, denn es würde Snape nicht entgehen, dass kein einziger Slytherin, außer die Spieler, hier unten war.
Sie formierten sich, und er ignorierte Potters Blicke.
Erneut ertönte Madame Hoochs Pfiff, und er stieg so hoch, wie Potter es tat. Potter wusste es nicht, so viel stand fest. Egal, was Potters Gefühlslage zurzeit war, Draco wusste, würde Potter es wissen, dann würde er, Draco, hier nicht so unversehrt in der Luft fliegen können. Denn Potter war immer noch Potter.
„Hör auf, mir zu folgen!", vernahm er plötzlich Potters gereizte Stimme.
„Was? Bist du völlig bescheuert?"
Mach gefälligst deine eigenen Runden!", knurrte Potter, und der Wind wehte Draco die Haare in die Stirn.
„Fick dich, Potter!"
„Fick dich selber, Malfoy!"
Draco atmete entnervt aus. Er erkannte die Tribünen unter sich. Und er sah Granger. Mit Blaise. Er nahm an, Potter hatte sie auch entdeckt. Und Potter war angespannter als üblich. Normalerweise ließ er seinem Zorn freien Lauf, so kannte Draco ihn zumindest.
„Unterdrückte Wut, Potter?", erkundigte er sich lauter, als der Wind die Richtung wechselte. Potter schoss ihm einen wütenden Blick zu. Er hörte unter sich plötzlich laute Buhrufe. Und er sah, Slytherin hatte ein Tor geschossen. Er atmete aus und versuchte, sich zu beruhigen.
„Tja, kein Schwein interessiert sich für eure Tore!", entgegnete Potter jetzt, genauso laut. „Was ist los, Malfoy? Haben die Slytherins endlich begriffen, dass du ein Arschloch bist? Dass du erbärmlich bist?"
„Nicht halb so erbärmlich wie du, Potter!", erwiderte er, und er wusste, es war eine lahme Retour gewesen. Und plötzlich trat ein zorniges Funkeln in Potters Blick, während er sich mit der Hand die strubbeligen schwarzen Strähnen aus der Stirn wischte. Seine Narbe war nun wieder zu erkennen.
„Ja? Wirklich, Malfoy?", wollte Potter plötzlich lauter von ihm wissen, und Draco kam es fast so vor, als würde Potter auf seinem Besen vor Wut zittern. „Warum genau? Weil ich nicht Hermines Namen stöhne?", schrie er außer sich, und Draco war verdammt froh, dass sie so weit oben waren und sie niemand hören könnte. Aber für einen kurzen Moment hatte ihm Potter den Wind aus den Segeln genommen.
Was…?! Potter wusste es auch? Potter wusste es?! Der Wind zerrte an Dracos Jersey, peitschte ihm die blonden Haare wieder in die Stirn, und das war es jetzt. Und Draco hatte nichts dazu zu sagen. Potter hielt seinen Besen im Wind erstaunlich ruhig. Draco erkannte erst jetzt, wie blass Potter war. Dracos Mund öffnete sich langsam.
„Was spielst du, Malfoy?", donnerte Potters Stimme gefährlich, und der Himmel hatte begonnen sich zuzuziehen. Aus den grauen Wolken schoss der goldene Ball flatternd und zerzaust hervor. Dracos Augen folgten den Flügelschlägen. Der Schnatz flatterte zwischen ihm und Potter auf Augenhöhe. Und Potters Blick war so unglaublich kalt. Potters Hand schnellte vor und schlug den Schnatz achtlos beiseite. Er brachte seinen Besen nahe vor Dracos. Draco sah noch, wie der Schnatz zurück in die Wolken taumelte und schwirrend davon sauste.
Dracos Mund hatte sich geöffnet.
Scheiße.
„Dafür fliegst du, das weißt du, oder?", wollte Potter von ihm wissen, und Draco konnte ehrlich sagen, er hatte Angst vor Harry Potter. Dreihundert Meter über dem Boden, im Gewitterhimmel, allein auf seinem Besen – ja. „Was ist? Hast du mir nichts zu sagen, Malfoy? Willst du mir nicht ins Gesicht lachen, mir sagen, ich wäre ein verdammter Lügner? Oder habe ich recht?", wollte Potter wissen, und jetzt stieß ihm Potter grob die Hand vor die Brust. Draco hielt den Stiel fest umklammerte und zog sich einen Meter in der Luft zurück, aber Potter folgte ihm.
Potter hat die Chance auf den Schnatz ausgeschlagen, um ihm hier oben zu drohen. Großartig.
„Na los! Du scheiß Arschloch, wie wäre es, wenn du deinen verdammten Mund aufbekommen würdest? Das wäre das erste Mal, dass dir keine Retour einfallen würde, Malfoy!", schrie Potter wieder und rammte ihn diesmal mit seinem Besen.
„Bist du verrückt!", knurrte Draco und hielt seinen Besen aufrecht.
„Verrückt? Nein, Malfoy!" Wieder setzte Potter dazu an, ihn zu rammen, aber dieses Mal wich Draco aus. Potter riss seinen Besen zu ihm herum. „Sag es mir!", donnerte Potters Stimme über den Himmel, und der erste Blitz zuckte neben ihnen. Draco sah die Reflexion in Potters Brille.
Der Regen würde gleich kommen, und die Wahrscheinlichkeit, den Schnatz in dunklen Gewitterwolken zu finden, würde das Spiel endlos werde lassen. Entfernt vernahm Draco wieder Buhrufe. Anscheinend machte sein Team endlich mal Tore, dachte er dumpf.
„Sag es!"
„Was soll ich sagen, verflucht!", schrie er jetzt, denn dieser Potter war noch schlimmer als der andere Potter, den er zu hassen gelernt hatte.
„Sag mir, dass es nicht stimmt, und dass Parkinson Lügen verbreitet!", forderte Potter jetzt. Pansy hatte es Potter persönlich gesagt?!
„Pansy hat dir das erzählt?", vergewisserte sich Draco über den entfernten Donner hinweg, und Potter schien kurz davor zu sein, Draco vom Besen zu fluchen.
„Ja, Pansy hat es mir erzählt! Sag mir, dass es nicht stimmt, den ich kann damit leben, dass Hermine sich für Blaise Zabini entscheidet, aber nicht für Draco Malfoy!", schrie Potter jetzt über die nächsten Blitze hinweg.
„Es stimmt nicht!", knurrte Draco jetzt.
„Was?", schrie Potter über den nächsten Donner, und Draco verdrehte die Augen.
„Es stimmt nicht!", schrie er zurück. Potter sah ihn an. Der Wind war stärker geworden. Dracos Herz schlug schneller. „Natürlich stimmt es nicht, Potter!", fuhr Draco lauter fort. „Merlin, du bist wirklich so dämlich wie du aussiehst!", trieb es Draco noch weiter. Potter fixierte ihn immer noch. „Das Schlammblut ist mir verflucht egal! Ich dachte, ich hätte mich deutlich ausgedrückt?"
Und Potter schien kurz davor, sich erneut auf ihn zu stürzen, aber Draco wurde vom nächsten Blitz gerettet, der den Himmel verdunkeln ließ. Potter hielt sich nun auch mit beiden Hände am Besen fest. Er hatte den Abstand zu ihm wieder geschlossen.
„Wieso behauptet Parkinson es dann?", entfuhr es Potter. Draco verdrehte die Augen.
„Weil sie eine eifersüchtige Schlange ist, Potter!", rang sich Draco tatsächlich eine Antwort ab. Und Potter schien seine Antwort abzuwägen. Potters Blick war in die Ferne gerichtet. Er schien sich zusammenzureißen und schüttelte kurz den Kopf.
„Das Spiel wird unterbrochen! Alle Spieler auf den Boden!", vernahmen sie Madame Hoochs magisch verstärkte Stimme durch die Wolkendecke hindurch. Die ersten dicken Tropfen trafen Dracos Stirn. Potter blieb, wo er war.
„Wir müssen runter!", rief Draco, denn er hasste, dass Potter den mutigen Mann spielen musste. Und Potter ruckte nur mit dem Kopf. „Potter!", rief Draco, als der nächste Blitz haarscharf neben ihnen durch die Wolkendecke brach.
„Dann hau doch ab!", schrie Potter zurück, und Draco hörte den lauten Donner.
„Potter, wenn dich der Blitz erschlägt, bringt Snape mich um!"
„Na und? Das ist mir scheiß egal!" Und Draco hatte keine Ahnung, warum er nicht einfach nach unten abtauchte. Er gönnte es Potter nicht! Potter hatte kein Recht so zu tun, als wäre er gekränkt oder verletzt! Draco war hier und kein Slytherin war aufgetaucht! Potter hatte kein Recht, auch nur irgendein Gefühl von Verrat zu empfinden!
„Potter!", schrie Draco erneut.
„Verpiss dich endlich, du verdammter-"
Und der nächste Blitz schlug ein.
Potter riss die Hände vom Holz zurück. Der Blitz spaltete Potters Besen, und Potter flog nach vorn über das gebrochene Holz. Geistesgegenwärtig schnellte Draco nach unten, durch die Nebelwolken, um Potter am Jersey zu packen. Der Stoff riss ein, aber Draco hielt Potter mit Mühe in der Luft.
„Du verdammtes Arschloch!", knurrte Draco, während er Potter nach oben zog, während dieser sich an seinem Besen festhielt. Sie verloren langsam an Höhe, denn das Gewicht war zu stark. Potter keuchte vor Schock, und Draco lenkte den Besen so gut er konnte. „Zwanzig Punkte Abzug für Gryffindor!", donnerte Draco zornig.
„Du… ziehst mir Punkte ab?", rief Potter, während er sich noch immer festhielt.
„Ja, Potter! Ich ziehe dir scheiß Punkte ab!"
„Du hättest mich einfach fallen lassen können!", entgegnete Potter, als sie so tief gesunken waren, dass die Wolken aufbrachen.
„Ja, sicher", knurrte Draco, während er spürte, dass er nass geschwitzt war. „Dafür hätte Snape mir auch noch die Schuld in die Schuhe geschoben. Draco Malfoy lässt Englands Helden in den Tod stürzen", ergänzte Draco bitter. Potters Atem wurde ruhiger.
Das Quidditchfeld kam in Sicht, und alle Schüler hatten sich bereits versammelt. Alle, außer die Slytherins natürlich. Sie erreichten den Boden, und zitternd ließ Potter den Besen los und fiel zurück. Draco stützte seine Hände auf den Kein ab, denn er spürte den Muskelkater vom Lenken schon jetzt in seinen Schultern.
„Alles in Ordnung? Haben Sie mich nicht gehört?", wollte Madame Hooch außer sich von ihnen wissen, aber Potter schien sich immer noch zu erholen.
„Wir… nein", sagte Draco jetzt.
„Harry, bist du ok?" Weasley hatte sie erreicht. Potter nickte knapp.
„Das war sehr gefährlich und sehr unvernünftig von Ihnen!", fuhr Madame Hooch fort. „Potter, Ihr Besen ist in Einzelteilen angekommen!", klärte Madame Hooch Potter auf, der sein Fluchen unterdrückte. Das geschah ihm recht, dachte Draco bitter.
„Seid ihr ok?" Er hatte sie gar nicht bemerkt. Er sah sie an. Seine Hände ballten sich zu Fäusten. Sie hatte ihn nicht bei Snape verraten. Blaise stand hinter ihr. Und anscheinend wusste Blaise nichts von Pansys Gerücht, so kam es ihm vor. Denn bestimmt hätte er sich irgendwie geäußert. Sorge war in ihr Gesicht getreten. Aber Draco schenkte ihr nur einen eisigen Blick, denn die Schlampe wünschte ihm seinen Tod. Und er tat das gleiche.
„Mr Malfoy, was ist passiert?" Snape persönlich. Natürlich.
„Wir… ein Blitz hat Potters Besen gespalten und…"
„… Malfoy hat meinen Sturz verhindert", schloss Potter knapp. Beeindruckend, Potter stieß ihm mal zur Abwechslung nicht den Dolch in den Rücken? Aber wahrscheinlich hatte Potter Ärger von Snape genauso leid, wie er selber.
Snape sah so aus, als wäre es auch möglich, dass er und Potter höchstpersönlich für das Gewitter verantwortlich sein könnten.
„Na schön. Dann gut, dass Ihnen nichts passiert ist." Der Regen kam jetzt stärker nach unten. „Rein mit allen Schülern!", rief Snape und schnatternd entfernten sich die Schüler. Weasley und Granger stützten Potter, und Draco spürte Snapes Blick noch immer auf sich.
„Will ich wissen, warum keine Slytherins beim Spiel gewesen sind, Mr Malfoy?", erkundigte sich Snape glatt, aber Draco ruckte mit dem Kopf.
„Nein, Sir."
„Das dachte ich mir."
Er hatte sich nicht umgezogen. Er hatte nichts weiter erklärt. Er hatte Blaise ignoriert, genauso wie Granger. Er war nass bis auf die Knochen, und er hatte nur ein Ziel:
Seinen Gemeinschaftsraum.
Mit jedem Schritt hinterließ er nasse Spuren auf dem Steinboden und er wanderte die Treppen tiefer, bis er so tief angekommen war, das die sommerliche Hitze nicht mehr nach unten drang. Hier unten war es kühl, und es war schon eine Weile her, dass er das letzte Mal tatsächlich hier unten gewesen ist.
Es hatte etwas Komfortables, seinen eigenen Gemeinschaftsraum zu haben. Auch wenn er ihn mit einem Schlammblut teilen musste, dass seinen Verstand langsam verseuchte. Aber er hatte Potter belogen. Und es wurde langsam Zeit, dass er Pansy zeigte, wer der Schulsprecher war, wer der König von Slytherin war, und wer die Macht hier besaß.
Und er hatte das Portrait erreicht.
Der Dunkle Baron musterte ihn. „Passwort?", fragte er abschätzend, und Draco sah ihn finster an.
„Salazar Slytherin", sagte Draco, und der Baron schwang erhaben zur Seite. Und der Gemeinschaftsraum war voll. Natürlich, denn es war ja niemand beim Spiel gewesen. Und er erkannte Pansy umringt von Slytherins in der Mitte auf der Ledercouch vor dem Kamin.
„Draco!", begrüßte sie ihn mit einem täuschend echten Lächeln. Er spürte, wie seine Mundwinkel tiefer sanken. „Gutes Spiel gehabt?", erkundigte sie sich, immer noch lächelnd.
Kurz überlegte er, zu sprechen, aber er entschied sich dagegen. Er betrat den Gemeinschaftsraum. Sein nasses Trikot tränkte den Perserteppich. Und Stille trat ein, während er Pansy fixierte. Er kam auf sie zu, während er sich mit der nassen Hand die Strähnen aus der Stirn wischte. Sie sah zu ihm auf, und langsam, sehr langsam verblasste ihr Grinsen.
Er ergriff ihren Oberarm hart, härter als notwendig, und sie zuckte zusammen. Er riss sie von der Couch nach oben, so dass sie beinahe fiel, aber er hielt sie aufrecht.
„Lass mich los!", rief sie ängstlich, aber Draco zog sie mit sich.
„Lass mich-"
„-halt deinen Mund!", knurrte er aus den Tiefen seiner Lungen, und Pansy verstummte tatsächlich augenblicklich. Niemand wagte zu sprechen. Kein einziges Wort fiel.
Er wandte sich Richtung Schlafsaal der Jungen und zerrte sie die Treppen nach oben. „Draco, lass mich los! Du bist ja wohl-" Aber er stieß sie grob nach vorne, so dass sie in seinen alten Schlafsaal fiel, wo die Siebtklässler nun schliefen. Sie stürzte auf den Teppichboden und wich hastig nach hinten vor ihm zurück, während sie sich schmerzverzogen ihren Oberarm rieb. „Was willst du von mir?", keuchte sie, und anscheinend machte er ihr genug Angst, dass sie immerhin den Anstand besaß zu zittern.
„Hm. Was will ich wohl?", wiederholte er kalt. Er kam näher, und Pansy war an ein Bett zurückgewichen. Aber Draco umfing ihre Schultern und zerrte sie wieder auf die Füße. „Pansy, du kleines Miststück, was hast du getan?"
„Ich habe überhaupt nichts-"
„-lüg mich nicht an, Pansy!", schrie er außer sich, so dass Tränen auf ihre Wangen fielen.
„Draco, ich-"
„-du bist zu Potter gegangen? Du hast Gerüchte verbreitet? Wem hast du es noch erzählt?", knurrte er so tief, dass sie zusammenzuckte.
„Ich habe-"
„-wem?", donnerte seine Stimme erbarmungslos, so dass sein Echo widerhallte. Sie schluckte ängstlich.
„Ich… nur Potter!", fuhr sie ihn an und rieb sich immer noch ihren Arm.
„Weißt du eigentlich, wie dumm das von dir war?"
„Draco, Elizabeth Gresham hat mir gesagt-"
„-was? Was hat sie dir gesagt, Pansy?", wollte Draco zornig wissen, und Pansy Augen waren weit aufgerissen.
„Dass du schon mit Charlotte geschlafen hast und mit…-"
„-und was genau geht es dich an, mit wem ich schlafe und mit wem nicht?", schrie er aufgebracht, und sah, wie noch eine Träne auf ihre Wange fiel. Oh sie sollte weinen!
„Draco…!", flüsterte sie, aber er fixierte sie hart.
„Pansy, wag es nicht noch einmal so ein Gerücht zu verbreiten, hast du mich verstanden?"
„Aber die Mädchen sagen, du hättest-"
„Na und? Seit wann glaubst du irgendwelchen dahergelaufenen Schlampen?", unterbrach er sie kalt, und ihr Mund öffnete sich hilflos. Und sie sah ihn an. Sie war verletzt. Sie war wütend, er sah es. Er wusste es.
„Du schläfst mit allen Mädchen und stöhnst Grangers Namen!", rief sie aus, und er verdrehte die Augen.
„Hörst du dich reden, Pansy? Weißt du eigentlich, wie absurd deine Worte sind? Und dass sich überhaupt jemand die Mühe macht, und dir zuhört finde ich eine Dreistigkeit! Anscheinend habe ich vernachlässigt, Draco Malfoy zu sein, Pansy!", fuhr er sie an. „Weißt du, wie es für mich klingt, Pansy?", fuhr er glatt fort, und Pansy streckte ihm trotzig ihr Kinn entgegen. „Für mich klingt es so, als wäre jemand verdammt eifersüchtig, dass mein Schwanz noch keinen Weg zwischen ihre Beine gefunden hat!" Er fixierte sie zornig. Ihr Mund hatte sich geöffnet. „Wenn es das ist, was du willst Pansy, dann glaube ich nicht, dass der beste Weg ist, zu Potter zu rennen und Gerüchte zu verbreiten!"
„Draco-", begann sie wieder, aber er schüttelte sie an den Schultern.
„Du wirst das nicht noch einmal tun, hast du mich verstanden? Du wirst nicht noch einmal alle Schüler von einem Spiel fernhalten, Pansy? Ich breche dir dein verlogenes Genick, solltest du das noch einmal tun! Vielleicht kannst du deine Spiele mit Blaise spielen, oder mit Gregory, aber du scheinst vergessen zu haben, dass ich nicht mit mir spielen lasse!"
„Draco, ich-"
„Hast du mich verstanden? Ich möchte, dass du meine Worte wiederholst, Pansy!", verlangte er kalt, während Tropfen über seine Wange perlten.
„Ich…- es tut mir leid!", wimmerte sie jetzt und sah ihn an. „Ich wusste nicht… - die Mädchen haben geschworen, dass-"
„Du fällst mir in den Rücken, Pansy! Ausgerechnet mir!" Er schüttelte noch einmal heftig ihre Schultern und sie schluchzte auf. „Wenn du mich zum Feind haben möchtest, musst du weitaus weniger tun als das, Pansy!"
„Draco, nein!", flüsterte sie kopfschüttelnd. Sein Herz schlug schnell. Er betrachtete ihr künstlich schönes Gesicht. Ihr Mascara war bereits verschmiert. Sie hatte nichts von Grangers Feuer. Absolut gar nichts. Sein Mal pochte, und er hasste sich selber über alle Maßen. „Draco, ich… es…- du siehst sie an! Manchmal! Und ich dachte-"
„-wen sehe ich an?", wollte er zornig wissen, dann lachte er auf. „Das Schlammblut? Pansy Parkinson ist eifersüchtig auf ein verdammtes Schlammblut?"
„Aber du siehst sie an, oder nicht? So wie sie alle Jungen ansehen!", wimmerte Pansy verzweifelt.
„Pansy, bist du blind? Sie ist ein Schlammblut!", schrie Draco wieder, und sein Mal ließ seinen Arm beinahe taub werden vor Schmerz. Pansy schluchzte wieder auf.
„Ich… ich weiß das! Ich will nur nicht, dass… sie ist nichts wert, Draco! Ich… - du siehst sie an, und nicht mich! Ich… habe mich für dich aufgehoben, und du… du…" Tränen fielen weiter auf ihre Wangen, und Draco ließ ihre Worte einsinken. Tief in seinen Verstand.
Pansy war Jungfrau. Das hatte er auch angenommen.
„Du willst, dass ich dich ansehe, Pansy? Du willst, dass ich dich vögel? Dass ich dir deine Jungfräulichkeit nehme?", erwiderte er kalt, und sie sah ihn an. So offen, dass es fast unangenehm war.
„Ich will, dass du mich willst", flüsterte sie.
„Du hast mich verraten, Pansy! Gib mir einen guten Grund, weshalb ich dich wollen sollte?", knurrte er jetzt.
„Weil… weil wir zusammen gehören, Draco! Du wirst niemand besseres in Slytherin finden! Kein reicheres Mädchen! Und ich bin willig, alles für dich zu tun! Alles!", versicherte sie schluchzend. „Und du… gehst zu jedem anderen Mädchen, nur nicht mir!"
Und es war fast zu leicht.
„Dann überzeug mich, Pansy", entgegnete er ausdruckslos, und sie sah ihn an. Mit großen Augen. Sie schluckte schwer und zitterte vor ihm. Er entließ sie nicht aus seinem Blick. Ihre Finger öffneten die Knöpfe ihrer Bluse. Draco sah ihr zu. Seine Mundwinkel zuckten kurz.
Das war seine Rache. Es wurde Zeit, dass er wieder er selbst wurde.
Granger wünschte ihm den Tod? Sollte sie ruhig! Pansy wollte ihn verraten? Dann würde er sich an ihr rächen. Er würde sie benutzen, so wie sie es verdiente. Sie wollte Draco Malfoy? Das sollte kein Problem werden. Absolut überhaupt nicht!
Pansy hatte die Bluse ausgezogen und war aus ihrem Rock gestiegen. Sie stand vor ihm in Seidenunterwäsche und Kniestrümpfen. Merlin sei Dank, schien es seiner Erektion egal zu sein, wer sich für ihn auszog.
„Was… was soll ich tun?", fragte sie beinahe beschämt. Pansy Parkinson konnte sich also schämen…? Faszinierend. Mit einem Lächeln zog er den Zauberstab aus der Tasche seiner Quidditchhose und verschloss die Tür des Schlafsaals. Anschließend legte e den Muffliato auf die Tür.
„Dreh dich um, Pansy", befahl er mit einem Lächeln, und tatsächlich folgte sie seinem Befehl. Er wusste, sie verdiente es nicht, was er tat, aber… er war Draco Malfoy. Und er konnte tun, was immer er wollte.
tbc...
