Willkommen zu heutigen kleinen Klischeekunde, die unter dem Motto steht: Was nicht passt, wird passend gemacht!
Wir kennen das Problem. Der Autor hat eine Idee im Kopf, er braucht dazu einige Eckpunkte aus der ursprünglichen Vorlage – hier also die Bücher und Filme. Dummerweise sind die Vorgaben aber nicht so, wie er sie gerne hätte, was passiert also? Richtig!
Der FF-Autor baut sich sein HP-Universum *sing* widde widde wie es ihm gefällt :-))
Ich wünsche viel Spaß!
- O.k. – wer nicht will, der hat schon –
Schließlich wurde mir das eisige Schweigen zu blöd und ich verkündete: „Ich gehe in mein Zimmer. Sie können sich dann alleine, in Ruhe, austauschen und mir morgen sagen, wie Sie zu meiner Meinung stehen. Gute Nacht."
Ich hüpfte wieder zur Bürotür, verließ fast fluchtartig das Büro und rannte dann in mein Zimmer, wo ich von innen die Tür verriegelte und einen Tisch davor schob. Mir war die böse Vermutung gekommen, dass man mich vielleicht einfach beseitigen würde, nun, da ich nicht mehr mitspielen wollte.
Ich schlief schlecht und unruhig. Ich wusste morgens nicht mehr, was ich geträumt hatte, aber es musste schrecklich gewesen sein, denn ich war schweißgebadet als ich erwachte.
Ich schlappte lustlos für die übliche Morgentoilette ins Bad. Swumsy hatte ich mürrisch mit den Worten, „ich melde mich, wenn ich Dich brauche", aus meinem Zimmer vergrault und insgesamt hatte ich das Gefühl wieder am Anfang meiner Odyssee zu stehen. So langsam steigerte ich mich in eine Wut auf die gesamte magische Welt, und mich und meine beschissene Naivität im Besonderen, hinein.
Nachdem ich später mit Schwung den Tisch vor meiner Tür weggeschoben hatte und mit noch mehr Schwung sauer die Tür aufriss, um zum Frühstuck zu marschieren, wäre ich beinahe frontal in Snape hineingerannt, der wie aus dem Nichts vor meiner Tür stand und meinte: „Wir haben zu reden."
Ich gab vor Schreck ein quietschendes Geräusch von mir, sprang einen halben Meter rückwärts in mein Zimmer zurück und knickte dabei schmerzhaft mit einem Fuß um.
- Verfluchter Mist – Autsch – muss dieser gelangweilte Miesepeter mich deswegen zu Tode erschrecken? – Schwachkopf – hatte das nicht bis zum Frühstück Zeit? –
- Charlie, Du hast ´ne Meise, der wollte bestimmt gerade anklopfen, als Du wie eine Irre auf den Gang stürmen wolltest! – Aha, meine innere Stimme machte also heute auf Zauberer-Versteher. - Blöde Kuh! Halt´s Maul! –
Ich starrte den Urheber meines schmerzenden Knöchels giftig an und bellte patzig zurück: „Um was geht´s?"
„Wollen Sie das auf dem Flur diskutieren?" gab er gelangweilt zurück.
- Wenn´s sein muss? Ich lass Dich jedenfalls auf keinen Fall rein – in einschlägigen Krimis kommt gerne der Satz „Sie ließ ihren Mörder selbst hinein!" – Halt mich nicht für blöder als ich aussehe –
„Ja, wir können das sofort klären!" blaffte ich zurück. Mein Knöchel tat weh und ich kochte innerlich.
- Du kochst in letzter Zeit häufig innerlich – versuchte meine innere Stimme mich zu bremsen und hatte nicht Unrecht.
So kannte ich mich selber nicht. Daheim war ich die Ruhe in Person, allerdings stand ich da auch nicht unter Dauerstreß.
„Wie Sie meinen. Ich bin hier, um Ihnen zu sagen, dass ich Ihren gestrigen Auftritt indiskutabel finde. Sie haben mit Ihren Anschuldigungen Professor Dumbledore und Professor McGonnagall beleidigt. Sie wurden hier gut aufgenommen und ich werde nicht tatenlos zusehen, wie Sie mit Ihrer unverschämten Art Ihren Undank demonstrieren und alle vor den Kopf schlagen."
- Hallo? - Wie bitte? – Wollte der Miesepeter mir etwa drohen? – Das schlug ja wohl dem Fass den Boden aus. – Du dämliche zerzauste hakennasige Entschuldigung eines Menschen, jetzt hör mal genau hin...- tobte ich innerlich los.
Laut sagte ich: „Wie Sie das sehen, ist mir ehrlich gesagt vollkommen egal. Ich denke ich habe meinen Standpunkt deutlich gemacht. Sollen Sie mir sonst noch irgendetwas mitteilen?"
Nun bekam ich einen ersten Geschmack, dass er doch ziemlich sauer dreinblicken konnte, aber er sagt nur: „Sie sollen nach dem Frühstuck in Dumbledores Büro, er will selber mit Ihnen reden."
- Aha, Du intriganter Mistkerl, daher weht also der Wind. Das passt Dir offensichtlich nicht und Du wolltest das wohl gerne verhindern, nicht wahr? –
„Dann wären ja alle Unklarheiten beseitigt und ich kann zum Frühstück, bevor der Kaffee kalt wird." imitierte ich seine schleppende, gelangweilte Sprechweise, schob mich an ihm vorbei und stolzierte hocherhobenen Kopfes in die Halle.
Ob die Idee, ihn einfach so im Flur abzukanzeln, speziell ihn auch noch zu veralbern, wirklich so gut war, war mir absolut egal. Wenn ich wütend war, war ich wütend, da stellte ich gerne das logische Denken ein.
Das Frühstück brachte ich schweigend hinter mich und machte mich danach auf die Suche nach dem Direktionsbüros. Nach einiger Zeit schien ich richtig und sein und stand dann auch einige Minuten später hilflos vor dem Zugang. Ich hatte keinen Ahnung, wie ich den Zutritt „aktivieren" sollte.
Hätte diese Missgeburt eines schlechtgelaunten Griesgrams mir dazu nicht noch etwas sagen müssen? In meiner Hilflosigkeit rief ich laut nach Swumsy, der zu meiner Überraschung - ich hatte nicht wirklich damit gerechnet - sofort auftauchte. Ich erklärte ihm kurz, was ich wollte und er nuschelte irgendwas, worauf sich der Zugang öffnete und die Treppe ins Büro erschien.
Während ich noch innerlich grummelte, dass diese bescheuerten Zugangsdaten doch wirklich das Allerletzte seien, stapfte ich die Treppe hoch, klopfte oben nochmal an und betrat nach dem „Herein" brav die Räumlichkeit.
Dumbledore saß hinter seinem Schreibtisch und bot mir einen Platz in einem der beiden Sessel davor an.
Er wartete bis ich saß und begann dann: „Guten Morgen, Charlie. Ich glaube Sie können sich denken, was ich mit Ihnen besprechen will?"
Ich nickte und so fuhr er fort: "Wir waren gestern offen gestanden erst sehr verwirrt, nachdem Sie uns Ihre Entscheidung mitteilten. Wir haben uns gefragt, welche Gründe wohl für Ihre Meinungsänderung verantwortlich waren, können es uns aber nicht erklären. Also würde ich gerne Ihre Bedenken einmal ausführlich hören, bevor wir überlegen werden, wie wir wieder auf einen gemeinsamen Nenner kommen können. Sind Sie damit einverstanden?"
„Sicher." antwortete ich und begann ihm nun ausführlich meine Überlegungen aufzulisten.
Er hörte sich Alles kommentarlos an, legte ab und zu den Kopf etwas fragend zur Seite und schien an ein oder zwei Stellen sogar ein Schmunzeln zu unterdrücken. Als ich endete, sah er mich aufmerksam an und meinte: „Ich muss gestehen, ich kann Ihre Befürchtungen durchaus nachvollziehen. Viele der Dinge, die Sie uns am ersten Abend erzählten, sind auch tatsächlich nicht identisch mit unserer Welt. Es gibt einige zeitliche Unterschiede und auch die ein oder andere Person existiert nicht in der Form, wie Sie es bisher voraussetzen. Harry Potter z. B. ist nicht der, den Sie sich so verklärt vorstellen. Die Weasley-Kinder, die Sie erwähnten, sind ein Jahr jünger und Draco ist bereits auf unserer Schule. Auch bei den Lehrerkräften gibt es Abweichungen."
- Aha – nun wird's spannend! -
Ich hellhörig und er sah es wohl an meinem Blick, als er schmunzelnd ausführte, dass z. B. Lockhart in seinem Leben noch keinen „Bestseller" auf die Beine gestellt hatte, allerdings tatsächlich eine eingebildete Leberwurst war.- o.k. so sagte er es natürlich nicht, aber ich verstand genau. Das war wohl auch der Grund, warum er hier nur „Schöne Künste" - in meiner Welt vergleichbar mit Literatur unterrichtete. Ein Wahlfach, bei dem er die Schüler mit Gedichten und epischen Heldenwerken amüsieren durfte.
„Es muss für Sie natürlich sehr schwer zu verstehen sein." fuhr der plötzlich sehr gütig drein schauende Weihnachtsmann fort. „Ich denke daher es wäre eine sehr gute Idee, wenn Sie bei Professor Snape – Wahhh NEIN! - Sprich bitte nicht weiter! Nicht – Nicht – Ich will das Kommende nicht hören! Ich will nicht – Bitte, bitte nicht! - einige, lassen Sie es mich „Nachhilfestunden in Geschichte" nennen, nehmen würden. Somit erhalten Sie einen Einblick in die Struktur unserer Welt und er wird Ihnen auch die Lebensdaten zu den relevanten Personen geben können? Ich kann Ihnen versichern, dass wir Ihnen hier nichts vormachen und Ihnen auch nichts Böses wollen. Es ist auch für uns eine ungewöhnliche Situation als ihr Forschungsobjekt" - nun lächelte er wirklich - „fungieren zu müssen. Wir fühlen uns ein wenig wie..." - er schien nach einem für mich verständlichen Vergleich zu suchen - „wie Tiere in einem Zoo, den Sie besuchen. Verstehen Sie, was ich meine?"
Ja, ich verstand, ich verstand sehr genau. Vor allem hatte ich verstanden, dass ich ab jetzt beängstigend viel Zeit mit dem Miesepeter verbringen musste. Wieso sollte ausgerechnet der mir Nachhilfe geben? Wieso nicht Sybill oder Hagrid, von mir aus auch Lupin oder Gouvernantchen, aber nein, es musste ausgerechnet dieser Penner sein.
- Er hat es geahnt, deswegen sein Auftritt heute morgen – der hat darauf genau soviel Bock wie Du – diese verfluchte intrigante Ratte! -
„Kann ich nicht einfach in Ihre Bibliothek und mich selber einlesen?" fragte ich dementsprechend auch und versuchte krampfhaft meine Stimme nicht zu säuerlich klingen zu lassen. Ich wollte ihm nicht sofort auf die Nase binden, dass mir Snape absolut nicht in den Kram passte, aber wer wusste schon, wie er meinen neuerlichen Anfall von Aggressivität auffassen würde? Was sollte ich es auch begründen? Ich mag den nicht, der mag mich nicht? Das klang ja herrlich logisch und einleuchtend.
„Ich wüsste keinen Grund, warum Sie sich mühsam durch die trockene Literatur kämpfen sollten, wenn es einen einfacheren und schnelleren Weg gibt? Einen weiteren Lehrer möchte ich ungern noch in unser Problem einweihen müssen, zudem ist auch Ihre Zeit, in der Sie uns zur Verfügung stehen können, knapp bemessen." wies er mich zurecht. „Die Stunden bei Snape werden für die Schüler- und Lehrerschaft unauffällig ablaufen. Er kümmert sich nebenbei um einige kranke Greifvögel und somit wird es nicht weiter auffallen, wenn Sie ihm, im Rahmen Ihrer sonstigen Arbeit in der Eulerei, dabei zur Hand gehen werden. Einverstanden?"
- Platsch! - Treffer! Versenkt! - Tja, Charlie, noch irgendendwelche Fragen? -
Ich nickt, während ich innerlich schon wieder brodelte. Dumbledore war nicht blöd, er wusste genau, dass es mir in keinster Weise passte, aber er hatte mich ausgetrickst, er war ein verflucht guter Stratege und beherrscht eine unvergleichliche Rhetorik. Ich war schachmatt, ohne Wenn und Aber. Anvisiert und in Sekundenschnelle abgeschossen.
„Nun, dann werde ich Professor Snape jetzt informieren und wir werden einen Stundenplan aufstellen."
