Late Night Encounters

Kapitel 10

Hier in New York


Ich starrte an die Decke und versuchte, wieder zu Atem zu kommen. Ein Lächeln breitete sich auf meinem Gesicht aus, als mir die Realität des Ganzen bewusst wurde.

Ich war hier. In New York. Mit Edward.

Die letzten zwei Wochen über hatte ich eine Vorfreude auf den heutigen Tag aufgebaut und wie wohl alles sein würde. Ihn zum ersten Mal zu sehen, Zeit mit ihm zu verbringen, so mit ihm zusammen zu sein. Ich hatte Angst gehabt, dass nichts meinen Erwartungen gerecht werden konnte und ich enttäuscht gewesen wäre.

Und doch war Edward alles, das ich erwartet hatte, und noch mehr, und in meinen Augen konnte kein Mann perfekter sein als er. Es hatte alles am Flughafen begonnen, und nun war er anscheinend genauso verzweifelt, mich zu berühren und zu spüren, wie ich mich nach ihm verzehrte. Dieser erste Kuss war einfach umwerfend, genauso wie jeder weitere Kuss, der folgte, aber es war noch mehr als das. Nichts fühlte sich wie ein "erstes Mal" an, keine Nervosität oder Anpassung an die Dinge, und ich konnte nicht aufhören, ihn zu berühren. Ich wollte eigentlich nichts mehr, als ihn an mir zu spüren und mich ihm komplett hinzugeben, als wir endlich im Hotel ankamen.

Es war ein einfaches und doch wunderschönes Zimmer und die Aussicht reichte aus, um mich zu Tränen zu rühren. Ich blickte genau in das Zentrum des Times Square hinab. Das allein musste ein Vermögen gekostet haben, und wahrscheinlich sollte ich mich ein wenig schuldig fühlen. Stattdessen war ich einfach wahnsinnig glücklich und dankbar, und wenn es möglich war, brachte mich das Ganze dazu, ihn noch mehr zu begehren. In seinen Augen sah ich eine beinah kindliche Aufregung funkeln, sogar im gedämpften Licht des Zimmers. Ich hatte noch nie zuvor jemanden gesehen, der so entschlossen war, mich glücklich zu sehen, und ich wäre ja dumm, dies nicht an ihm zu schätzen.

Auch sein etwas überschwänglicher Beschützerinstinkt beim Abendessen war irgendwie liebenswert. Meine Sicherheit lag ihm am Herzen - damit ich nicht in New York mit einem praktisch Fremden unterwegs war und niemand darüber Bescheid wusste. Es lag ihm so sehr am Herzen, dass er mich sogar damit konfrontierte. Edward kam mir aber vom ersten Moment, in dem ich ihn in der Menge auf mich zu kommen sah, nicht wie ein "Fremder" vor. Und weil es ihn anscheinend überraschte, dass ich mich so wohl bei ihm fühlte, und ich ihm auch gesagt hatte, dass ich mich bei ihm sicher fühlte, ließ er dieses Thema wieder bleiben.

Während des gesamten Abendessens unterhielten wir uns so ungezwungen miteinander, dass es schon fast nervig war. Das Einzige, das ich nicht erwartet hatte, war, dass alles so locker war - kein Stocken, keine Anspannung, kein unangenehmes Schweigen. Es war so einfach, als würden wir telefonieren und uns nicht von Angesicht zu Angesicht gegenüber sitzen. Hier konnte ich spüren, wie er auf dem Tisch meine Hand hielt. Ich konnte jede Bewegung seines Mundes beobachten, während er sprach. Ich konnte den Geruch seines Aftershaves einatmen und jeden Stoppel auf seinem Kinn erkennen, wo über die Webcam sonst immer alles verschwommen war.

Erst als wir zurück zu unserem Zimmer liefen, begann ich ein klein wenig Anspannung zwischen uns zu spüren, aber diese war nicht unwillkommen. Das war etwas, worauf wir beide gewartet hatten, und in dem Moment, in dem sich die Türen des Fahrstuhles schlossen, konnte ich der Versuchung nicht länger widerstehen. Ich musste seine Arme um mich herum spüren, seine Lippen an meinen, und sein Begehren, welches ich vorhin nur ansatzweise gespürt hatte. Und wieder wurde ich nicht enttäuscht. Ich spürte, wie sich eine Wärme in mir ausbreitete, als er mich mit mehr Leidenschaft, als ich je zuvor bei ihm gespürt hatte, küsste. Zögerlich zog ich mich ein Stück von ihm zurück, als der Fahrstuhl die Ankunft auf unserem Stockwerk signalisierte, und ich starrte ihn einen Moment lang erwartungsvoll an, bevor wir uns auf den Weg den Gang entlang zu unserem Zimmer machten.

Ich war bereit, und ich konnte ihn nicht schnell genug in unser Zimmer kriegen.

Und doch, als ich ihn dann endlich in mir spürte, hätte ich am liebsten die Zeit angehalten, damit ich immer so mit ihm bleiben konnte. Das Gefühl war unbeschreiblich und je mehr er mir gab, desto mehr wollte ich. Ich wusste, dass es gänzlich anders als unsere Online-Begegnungen sein würde, wenn wir erst körperlich zusammen waren. Auch online war alles schon so intensiv gewesen, aber nichts hätte mich auf das hier und jetzt vorbereiten können. Das Feuer in mir begann sich rasch aufzubauen und ich sehnte mich nach Erleichterung. Aber als ich mich mit meiner Hand zwischen unsere Körper tastete, ergriff seine Hand meine und hob sie hoch über meinen Kopf. Ein frustriertes Grollen blieb in meiner Kehle stecken und verwandelte sich in ein Wimmern. Ich bettelte ihn förmlich an, mir zu erlauben, zu kommen. Ich war noch nie durch Sex allein gekommen und wollte meinen Höhepunkt mit ihm in mir spüren.

Mit der kleinsten Veränderung in der Bewegung seiner Hüften fühlte sich mein Kopf plötzlich leicht an und eine neue Welle an Gefühlen begann, durch mich hindurch zu laufen. Seine sanfte Stimme flüsterte in mein Ohr und verstärkte diese Gefühle bloß, und ich bettelte ihn ein weiteres Mal an, mir erlauben, zu kommen. Ich drückte seine Hand fest mit meiner. Als ich meine Augen öffnete, um ihn anzusehen, konnte ich in seinem Gesicht deutlich sehen und in seiner Stimme deutlich hören, wie dicht davor er war - und mir lief die Zeit davon.

Und dann passierte das Unmögliche. Mit einem Stöhnen spürte ich seine Zähne an meinem Ohrläppchen. Ein Hitzeschwall fuhr durch meinen Körper und explodierte in dem stärksten Orgasmus, den ich je zuvor erlebt hatte, egal ob durch meine Hand oder seine Worte. Mein Sichtfeld wurde schwarz und ich klammerte mich fest an ihn. Mein ganzer Körper wurde steif und ich zitterte heftig, trotz seiner Bewegungen.

Bevor der Höhepunkt komplett abklang, wollte ich ihn aber spüren - den Orgasmus, den mein Körper ihm verschaffte, genauso wie sein Körper ihn mir verschafft hatte.

"Du bist dran. Lass mich dich spüren", hauchte ich schwer atmend und ich sah, wie er die Stirn runzelte, bevor er sie auf meine legte. Seine hübschen Gesichtszüge verzogen sich, während er kam. Meine Muskeln verkrampften sich um ihn, jede Welle seiner Erlösung entlockte mir tief in meiner Kehle ein Stöhnen, bis seine Bewegungen langsamer wurden und sein Körper sich auf meinem entspannte.

Wir lagen eine unglaublich lange Zeit so zusammen. Unser Atem kam abgehackt und schwer, und ich streichelte mit meinen Fingerspitzen leicht über die Haut seines Nackens. Mir fehlten in meinem post-koitalen Zustand die Worte, um das Gefühl von ihm an meinem Körper zu beschreiben. Es war pure Glückseligkeit. Ich hatte das noch nie zuvor gewollt, das simple Gefühl, einen Mann nach dem Sex einfach festzuhalten.

Und doch fühlte ich mich leer, sobald er nicht mehr bei mir war und ich zur Badezimmertür blickte, unter der ein Streifen Licht zu sehen war. Ich zitterte ein wenig, zog die Decke unter mir hervor und deckte mich zu. Ich genoss die Wärme, die unsere Körper erzeugt hatten.

"Edward?", rief ich in Richtung der Tür. Ich hörte, wie der Wasserhahn abgedreht wurde.

Das Licht ging aus und die Tür öffnete sich. Ich lächelte breit, als dieser nackte Mann auf mich zukam. Ich streckte meine Arme nach ihm aus, als er immer näher kam, und er grinste. Er stützte sich über mir ab und strich mit seinen Lippen gegen meine. "Die kalte Seite des Bettes überlässt du wohl mir, oder?"

Ich hielt ihn fest, kicherte gegen seine Lippen und beobachtete, wie er kleine Fältchene um die Augen bekam, wenn er lächelte. "Ich bin kleiner, ich friere leichter."

"Sagt das Mädchen, das sogar mitten im Winter bei offenem Fenster schläft", zog er mich auf und gab mir kleine Küsschen auf den Mund.

"Die Winter in Los Angeles sind eben ein bisschen anders als die Winter in Chicago", flüsterte ich leise, während seine Lippen sich mein Kiefer entlang zu meinem Hals küssten.

"Woher willst du das wissen? Du warst doch noch nie in Chicago", flüsterte er mir ins Ohr. Seine warme Hand streichelte über meinen Arm.

"Ich habe Fotos gesehen. Und Chicago ist berühmt für die kalten, schneereichen Winter", antwortete ich spitz.

"Ich glaube, du solltest das selbst herausfinden, bevor du voreilig urteilst", sagte er in einem neckenden Tonfall. Er verbiss sich ein Lächeln und wackelte mit den Augenbrauen, bevor er sich von mir herunter rollte. Ich stöhnte unzufrieden auf, da mit ihm die Körperwärme verschwand, bis er unter die Decke schlüpfte und mich wieder in seine Arme nahm.

Ich drehte mich zur Seite, um ihn anzusehen, strich mit meinen Fingern in langsamen Kreisbewegungen über seine Brust, um mir das Gefühl und die Konturen seiner Muskeln gut einzuprägen. Ich neigte meinen Kopf ein Stück zurück, damit ich ihm ins Gesicht sehen konnte. "Ist das eine Einladung?"

Seine Augen weiteten sich ein wenig und ich spürte, wie mein Gesicht wegen meiner vorlauten Frage rot w urde. Peinlich berührt lehnte ich meine Stirn an seine Schulter. "Wenn du das möchtest. Ich für meinen Teil würde sicher nichts dagegen einwenden."

Ich hob meinen Blick wieder und starrte ihn überrascht an. "Wirklich?"

"Das schockiert dich? Warum sollte es mir nicht gefallen, dass du mich in Chicago besuchst?", fragte er perplex.

Ich zuckte ein wenig mit der Schulter und strich weiterhin mit meinen Fingern über seine Brust. Ich konzentrierte mich sehr auf diese Bewegungen. "Ich weiß nicht. Das ist dein Zuhause, und ich weiß nicht, was deine Familie und dein Freundeskreis von mir halten wird."

Er hob mein Kinn mit seinen Fingern an und drückte mir einen leichten Kuss auf die Lippen, bevor er mich näher zog. "Der einzige Freund, der mir wichtig ist, ist der Grund dafür, dass wir jetzt hier sind. Und meine Eltern wären viel zu aufgeregt, dass es endlich wieder eine Frau in meinem Leben gibt, als dass sie das wie oder warum erfragen würden."

Ich schlang meinen Arm um ihn und steckte mein Bein zwischen seine. Ich drückte meinen Körper so eng wie möglich an seinen, schloss meine Augen und genoss seine Wärme. Ich wünschte, in meinem Umfeld wären die Dinge auch so unkompliziert. Ich wünschte, meine Freunde und meine Eltern würden ihn genauso akzeptieren. Aber auch wenn meine Mutter wollte, dass ich einen guten Mann fand, wusste ich, dass weder sie noch mein Vater das wie oder warum ich zu solch einem erfolgrechen Arzt aus Chicago gekommen war, übersehen würden. Mein Dad allein hatte seinen Beschützerinstinkt schon unter Beweis gestellt, als er jeden Kerl, den seine Tochter seit der High School bislang getroffen hatte, egal ob im romantischen oder im freundschaftlichen Sinne, einer vollen polizeilichen Recherche unterzogen hatte. Und Alice war viel zu detailorientiert, um mir genug Raum zu geben, wo ich ein paar Informationen verheimlichen könnte. Rose könnte ein wenig mehr Verständnis für die Situation mit Edward aufbringen, aber nicht dafür, dass ich es verheimlichte, weder jetzt, noch in der Zukunft.

Diese Gedanken zehrten an mir und da ich sowieso schon müde und Edwards Körper so warm war, schlief ich langsam ein.

Als ich ein paar Stunden später erwachte, lag ich mit dem Rücken an Edwards Brust geschmiegt da. Er flüsterte meinen Namen und strich mit seinen Lippen über mein Haar. Ich wollte meine Augen nicht öffnen aus Angst, der wunderschöne Traum könnte verschwinden.

"Bella, Baby, wach auf. Du träumst", murmelte er. Seine Arme legten sich um meine Hüfte.

"Ich weiß. Warum also sollte ich aufwachen?", murmelte ich schläfrig. Ich kuschelte mein Gesicht wieder ins Kissen.

"Weil du um dich schlägst", sagte er. Seine Stimme war etwas besorgt, nicht so wie die Stimme, die ich noch vor einem Augenblick gehört hatte. "Alles okay?"

Ich öffnete schließlich meine Augen, sah zu ihm zurück und lächelte. Ich schmiegte mein Gesicht an seinen Nacken. "Perfekt."

"Hörte sich nicht gerade wie ein guter Traum an", flüsterte er, gab mir einen Kuss auf die Schläfe und strich mit seinen Händen unter der Decke meinen Körper auf und ab.

"Im Gegenteil sogar", antwortete ich mit einem Lächeln. Ich verschränkte meine Finger mit seinen, fuhr damit hinab zwischen meine Beine und drückte seine Finger an das offensichtliche Ergebnis dieses Traums. "Es war ein sehr schöner Traum."

Ein sanftes Stöhnen entkam seiner Kehle. Er drückte seine Erektion gegen mich und begann, die nasse Haut zu massieren. Seine Lippen drückten sich begierlich an meine. Meine Hand verließ seine und ich griff hoch in sein Haar. Meine Hüften stießen gegen seine Hand und meine Zunge strich über seine Lippen. Auch wenn ich erst vor wenigen Stunden mit ihm zusammen gewesen war, und zum ersten Mal noch dazu, hatte das dazu geführt, dass mein Bedürfnis nach ihm noch weiter angewachsen war. Unser Kuss vertiefte sich und seine Zunge strich über meine, und ich spürte, wie er mit seinen Fingern in mich glitt und ich als Antwort darauf meine Beine nur noch weiter für ihn öffnete. Ich griff noch fester in sein Haar, als er begann, mit seiner Hand leicht zu stoßen und mit jeder Bewegung an meiner sensiblen Haut zu reiben.

Meine Lippen trennten sich von seinen und ich keuchte auf. Die Spannung baute sich auf, denn seine Finger trafen diesen besonderen Punkt tief in meinem Inneren. "Oh Gott, Edward."

"Nimmst du noch die Pille?", fragte er in einem heiseren Tonfall, und ich konnte bloß unzusammenhängend nicken. Mein ganzer Körper begann sich anzuspannen. Gerade als ich spürte, dass sich mein Höhepunkt aufbaute, zog er seine Hand weg und ich schrie als Antwort auf. Er drehte mein Kinn mit seinen Fingerspitzen in seine Richtung und wir stöhnten gleichzeitig auf, als er langsam in mich glitt.

Mein Kopf fiel zurück an seine Schulter und mein Atem blieb mir in der Kehle stecken, als er mit seinem langsamen Rhythmus begann. Ich hatte gedacht, dass das vorhin schon unglaublich gewesen war, aber es war nichts im Vergleich zu diesem Augenblick. Seine Bewegungen in mir zu spüren, ohne dass etwas zwischen uns war, war mit nichts zu vergleichen, das ich je zuvor gespürt hatte. Ich zog seine Lippen wieder zu mir und wimmerte leise, als er tief in mich stieß, und ich versteifte mich, als er mich leidenschaftlich küsste. Ich erwiderte seine Bewegungen mit meinen Hüften und wollte, dass er sich immer weiter und weiter bewegte. Mit meinen Zähnen biss ich leicht auf seine Lippe, als er mich wieder zu streicheln begann. Ein tiefes Stöhnen entkam ihm und ich spürte, wie sich mein Orgasmus langsam wieder aufbaute. Seine Stöße hatten etwas Dringliches, waren aber niemals grob, und ich zitterte und pulsierte und klammerte mich an ihm fest.

"Oh fuck, ja", flüsterte ich schwer. Mein Kopf schwang zurück, während er meinen Hals küsste. Ich stöhnte auf, als jeder Nerv in meinem Körper zum Leben erweckt wurde. Ich spürte seinen Atem an meiner Haut, seine Finger, die eifrig mein Knötchen rieben, und sein Schwanz, der immer wieder tief in mir versank. "Gott, du fühlst dich so gut an."

"Du aber auch. So warm und weich", stöhnte er mit den Bewegungen seiner Hüften mit. Meine Lippen öffneten sich und langsam übermannten mich die Gefühle. Mein Bauch drehte sich und meine Muskeln verkrampften sich vor Vorfreude um ihn herum. Mein Atem kam in ungleichmäßigen Stößen. "Komm, Baby."

Ich stöhnte und stand an der Klippe zu meinem Orgasmus. Ich konnte nicht loslassen und drückte meinen Rücken durch, um noch mehr von ihm zu spüren. "Zwick mich."

"Was?", keuchte er verwirrt, wurde aber nicht langsamer.

Meine Hand ließ sein Haar los und wanderte hinab zu seiner, die sich zwischen meinen Beinen befand. Ich führte seine Finger dorthin, wo ich sie so dringend brauchte. Mein Körper erstarrte in dem Augenblick, in dem ich spürte, wie er mich in meine sensible, geschwollene Haut zwickte. Meine Nägel gruben sich in seinen Handrücken und ich begann wegen der Macht meines Höhepunktes zu erzittern.

"Oh Scheiße, Bella", stöhnte er laut auf und ich spürte, wie er mit seinen Zähnen leicht in meinen Nacken biss, als er in mir kam.

Wir hielten einander fest, während unser Höhepunkt uns Welle für Welle überrollte, bis unsere Körper sich entspannten und ich spürte, wie er wieder seine Arme um mich legte. Ich drehte meinen Kopf, um zu ihm zurückzusehen, und drückte meine Lippen sanft an seine. Ich kuschelte mich wieder an ihn, und er drückte mich noch enger an sich. Ich strich mit meinen Fingerspitzen über seinen Arm, der um meine Schulter gelegt war, und sah zum Fenster hinaus. Ich konnte mich an keine Zeit erinnern, in der ich so glücklich gewesen war. Noch bei keinem Mann war ich mir so begehrenswert vorgekommen, und sein Bedürfnis nach mir war genauso groß wie meines nach ihm. Ich genoss das Gefühl seiner Arme um mich herum und fühlte mich weder eingeengt, noch erdrückt.

Seine Atemzüge wurden langsamer und ich spürte, wie seine Muskeln sich um mich herum entspannten. Ich sah zurück zu ihm. Er hatte seine Augen geschlossen und sein Gesicht war komplett ruhig. Ich drehte mich langsam in seinen Armen um, damit ich ihn nicht aufweckte, und nahm mir die Zeit, ihn zum ersten Mal sein meiner Landung in New York genau zu beobachten. Alles an diesem Mann war in meinen Augen perfekt. Mein Herz verkrampfte sich bei dem Gedanken daran, dass obwohl er jetzt hier bei mir war, er in einer Woche wieder tausende Meilen von mir entfernt sein würde. Und doch, als ich ihn beobachtete, wie seine Lider zuckten und er ab und an seine Mundwinkel verzog und seine Lippen spitzte, während er träumte, konnte ich nicht widerstehen und musste ihn ganz leicht küssen.

Die Sonne kletterte bereits über den Horizont und warf Licht und Schatten über sein Gesicht, und ich klammerte mich an seinen Arm, der um mich gelegt war.

Ein Tag weniger, dachte ich traurig.