So, weiter gehts. Sorry, dass das so lange gedauert hat, aber mein Account hatte ein kleines Problem, was das hochladen von Kapiteln anging.
Problem gelöst und weiter gehts.
Das Kapitel gefällt mir persönlich wieder besser als das letzte, aber ich bin gespannt, was eure Meinung dazu ist.
Von Frühstück
Lily wachte davon auf wie die Tür ins Schloss fiel.
Sie blinzelte ein paar mal verschlafen und sah dann ihre Mutter friedlich neben sich im Bett schlummern.
Als Lily sah, dass die Sonne bereits begann auf zu gehen, beschloss sie, dass es Zeit zum Aufstehen war und kitzelte deshalb Ginny sanft an der Nase.
Ginny begann im Schlaf zu Lächeln und als sie endlich aufwachte, packte sie Lilys Hand, zog sie über sich an ihre Seite und begann sie gnadenlos zu kitzeln.
Lily schrie vor Vergnügen auf und rief: „Mama Mama, hör auf! Ich muss so lachen!"
„So?", fragte Ginny lachend, „ Das wird dich lehren deine Mutter noch mal mit einem Kitzeln aufzuwecken, wenn es noch so früh am Morgen ist."
Das kleine Mädchen rollte sich schnell vom Bett, um den Händen ihrer Mutter zu entfliehen und entdeckte dabei den Brief auf dem Nachttisch.
„Kuck mal, Mama, da liegt ein Brief. Vielleicht war deshalb jemand hier im Zimmer", meinte Lily ganz aufgeregt.
Ginny sah zu dem Brief, runzelte verwirrt die Stirn und fragte dann, während sie den Brief öffnete: „Jemand war im Zimmer? Das hab ich gar nicht mitbekommen."
Als Ginny den Brief las, war ihre Stimme immer mehr zu einem Flüstern geworden.
Ginny las die Worte immer und immer wieder und als sie das Wort „Mobbelchen" das dritte oder vierte Mal gelesen hatte, lief ihr eine Träne über die Wange.
Lily beobachtete ihre Mutter genau und als sie die Träne sah, nahm Lily die Hand ihrer Mutter und fragte leise: „Mama, was ist denn? Ist das ein böser Brief?"
Ginny schüttelte den Kopf und antwortete: „Nein, mein Liebes, es ist kein böser Brief, es ist ein netter Brief von deinem Papa."
Lilys Augen leuchteten auf.
„Wirklich, was steht denn in dem Brief?"
„Oh, Lily, das ist nicht so wichtig für dich, aber was wichtig für dich ist, ist die Frage, wie dein Papa denn von „diesem Mann" also Doktor Richards erfahren hat", meinte Ginny und sah ihre Tochter aufmerksam an.
Lilys Miene zeigte keine Regung als sie ohne darüber nachzudenken sagte: „Ich weiß nicht, Mama, aber vielleicht hat Papa doch was gehört als er geschlafen hat. Vielleicht hat er Doktor Richards gehört. Vielleicht hast du gar nicht Recht gehabt, als du gesagt hast, dass Papa uns nicht hört, wenn wir mit ihm reden, sondern Tante Hermine."
Ginny sah sie noch eine Weile an.
Irgendwie konnte sie es sich nicht erklären, aber einen ganz kurzen Moment hatte sie das Gefühl gehabt, dass ihre Tochter etwas im Schilde führte, doch dann verwarf sie den albernen Gedanken wieder.
Ein Kind in diesem Alter konnte nie und nimmer so gut lügen.
Also nahm Ginny Lily kurz in die Arme, drückte ihr einen Kuss auf die Stirn und erklärte: „Vielleicht hast du Recht, Liebes. Pass auf, du gehst jetzt schon mal in die Küche hinunter und lässt dir etwas zum Essen und zum Trinken geben. Deine Mama kommt gleich nach, okay?"
Lily nickte und verließ dann das Zimmer, nur um gleich wieder zurückzukommen und ein kleines Täschchen mit nach unten zu nehmen.
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Als Lily die Treppe zur Küche hinunterhüpfte, kam ihr Hermine entgegen.
„Hey, Kleines, wo soll es denn hingehen?", fragte sie fröhlich.
„Mama hat gesagt, ich soll in die Küche gehen und etwas frühstücken", antwortete das Kind.
Hermine zeigte auf das Täschchen als sie meinte: „Und was ist mit der Tasche?"
„Oh, da sind eine Bürste, ein paar Haargummis und Haarklammern drin. Irgendjemand muss mein Haar zumachen, sonst kommen immer so eklige Knoten", erklärte Lily mit gerümpfter Nase.
„So? Na dann geh schnell in die Küche, denn dein Onkel Seth wartet dort auf dich und er kann ganz wunderbares Frühstück machen und bestimmt kann er dir auch mit deinen Haaren helfen", sagte Hermine lächelnd.
„Wirklich? Onkel Seth kann Frühstück machen und auch noch meine komischen Haare?", fragte Lily mit großen Augen.
Hermine lachte und erwiderte: „Oh ja, dein Onkel Seth ist der Größte und er hat Erfahrung mit so komischen schwarzen Haaren wie deinen."
Damit ging Hermine weiter die Treppe hinauf um sich endlich anzuziehen.
Lily sprang weiter die Treppe hinunter in die Küche, wo sie ihren neuen Onkel am Tisch sitzen sah, eine Tasse Kaffee vor sich.
Er schaute auf und lächelte sie an.
„Guten Morgen, Prinzessin Lily von und zu Fuchsbau. Welchem Umstand verdanke ich die Ehre Eures frühen Besuches?"
Lily musste über den komischen Tonfall ihres Onkels lachen und erklärte zum wiederholten Male: „Mama hat gesagt, ich soll frühstücken gehen und Tante Hermine hat gesagt, dass du ganz tolles Frühstück machen kannst. Außerdem hat Tante Hermine noch gesagt, dass du weißt, wie mein komisches Haar zugemacht werden kann, deshalb musst du mir Frühstück und einen Haargummi in die Haare machen."
Harry zog eine Augenbraue hoch als er meinte: „Frühstück machen kann ich tatsächlich, aber das mit den Haare müssen wir erst sehen. Komm mal her damit ich sehen kann, was sich mit deinen Haaren machen lässt."
Lily ging zu ihm, stellte sich zwischen seine Beine und reichte ihm aus ihrer Tasche eine kleine rosa Haarbürste und zwei grüne Haargummis mit Plastikbären darauf.
Harry sah zweifelnd von der Haarbürste zu den Haargummis, dann drehte er Lily aber entschlossen um und wandte sich konzentriert ihren Haaren zu.
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Als Ginny die Tür zur Küche erreichte, blieb sie wie angewurzelt im Rahmen stehen und beobachtete das Treiben.
Sie sah Lily zwischen den Beinen von Seth stehen, während dieser versuchte ihrer schwarzen wirren Haare, die sie von ihrem Vater geerbt hatte, Herr zu werden.
Ginny musste lächeln als sie sah wie vorsichtig er mit der winzigen Bürste durch das Haar ihrer Tochter fuhr, voller Angst ihr wehtun zu können.
Harry stellte fest, dass das Haar seiner Tochter genauso schwer zu bezähmen war, wie sein eigenes in Natura, deshalb kämmte er sie vorsichtig Strähne für Strähne durch, um ihr nicht wehzutun, wenn er einen Knoten in ihrem Haar erwischte.
Als er damit fertig war, teilte er das Haar in zwei gleich große Hälften und band sie dann mit den zwei Haargummis zu zwei Zöpfen in ihrem Nacken zusammen.
„So, fertig", meinte Harry schließlich.
Lily drehte sich erstaunt zu ihm um und sagte erstaunt: „Was wirklich? Das ging ja schnell und hat kein bisschen wehgetan. Tante Hermine hatte hast wirklich Ahnung davon wie meine Haare zugemacht werden müssen."
Harry sah, dass sich ein paar vorwitzige Löckchen aus den Zöpfen lösten und sich in ihrem Gesicht kringelten.
Es sah ganz zauberhaft aus und war ganz typisch für die gefürchtete Potter Mähne.
Spontan drückte er Lily an sich und sagte schließlich als er sie wieder losließ: „So, und was wünschen Mylady nun zum Frühstück?"
„Eine heiße Schokolade, Rührei, Speck und Toast wären klasse", meinte Lily begeistert.
Harry musste lachen.
Diesen Appetit hatte sie mit Sicherheit von ihrem Onkel Ron geerbt.
In diesem Moment beschloss Ginny, die ganz verwirrt war von der Szene, die sie eben gesehen hatte, die Küche zu betreten.
Sie hatte noch nie erlebt, dass Lily überhaupt kein Theater gemacht hatte, wenn es um das Kämmen ihrer Haare ging.
Dieser Anblick von Seth und Lily hatte sie irgendwie berührt und sie wusste noch nicht einmal warum.
„Sie müssen das Frühstück für meine Tochter nicht machen. Ich kann das Frühstück machen", meinte Ginny.
Harry sah zu ihr auf und Ginny meinte, ihr müsse das Herz zerspringen.
Diese Bewegung und dieser Blick ließen ihre Knie weich werden.
Irgendwie war er ihr so vertraut.
Das alles verwirrte sie.
„Keine Sorge, ich mache das Frühstück gerne, Ginny. Wir wollten doch „Du" sagen, nicht wahr? Was möchtest du? Karotten vielleicht?", fragte Harry freundlich.
Bei dem Wort Karotten sah sie verwirrt zu ihm auf und hakte nach: „Was? Wieso sagen Sie ausgerechnet Karotten?"
„Oh, ich meinte Karottensaft. Den habe ich vorhin im Kühlschrank gesehen. Vergiss das duzen nicht", meinte Harry unschuldig.
„Oh, ach so, ja, Karottensaft wäre wunderbar. Ich nehme dann das gleiche wie meine Tochter, dann brauchen Sie, ähm, dann brauchst du nichts extra machen", stammelte Ginny.
Sie setzte sich neben ihre Tochter an den Tisch und beobachtete Seth dabei, wie er das Frühstück machte.
Ginny wusste nichts zu sagen und war erleichtert, dass das nicht auffiel, denn Seth schien die ganze Zeit über mit dem Frühstück beschäftigt zu sein und damit mit Lily herumzualbern.
Es schien ihm Spaß zu machen das Essen vorzubereiten.
Während er Rührei, Speck und Toast machte, konnten Ginny und Lily bereist ihre Schokolade und den Karottensaft genießen, die er ihnen gebracht hatte.
Während Harry noch kochte wurde die Küche immer voller.
Zuerst kam Ron wieder zur Küchentür herein und setzte sich an den Tisch, dann gesellten sich nach kurzer Zeit auch Hermine, Mrs. und Mr. Weasley, Fleur, deren zwei Kinder und die Zwillinge dazu.
Mrs. Weasley wollte Harry sofort vom Kochen ablösen, doch Harry komplimentierte sie wieder freundlich zum Küchentisch und meinte, er würde das Frühstück heute machen als Dank für die Erlaubnis der Hochzeit in ihrem Garten.
Harry hatte großen Spaß daran für alle zu kochen, auch wenn die Gespräche am Tisch wesentlich weniger laut und fröhlich waren als er es kannte.
Als das Essen schließlich fertig war, stürzte sich die komplette Familie hungrig darauf.
„Mann, Seth, das schmeckt klasse", meinte Fred kauend.
Mrs. Weasley lobte ihn ebenfalls mit den Worten: „Benutzen Sie irgendwas spezielles für dieses Rührei? Es ist himmlisch."
Harry wurde rot im Gesicht und Hermine tätschelte ihm lächelnd die Hand, während sie aus dem Augenwinkel Ron wahrnahm, der wohl irgendwas von „man kann es gerade so essen, wenn man sehr hungrig ist" vor sich hin murmelte.
Ginny sagte gar nichts dazu, denn ihr war sehr mulmig zu Mute.
Sie hatte das Gefühl, ein solches Rührei schon einmal gegessen zu haben, aber irgendwie konnte oder wollte sie ihren Finger nicht darauf legen, woher es ihr so bekannt vorkam.
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So, das war das nächste Kapitel und hoffe, es hat euch gefallen.
Über Reviews freue ich mich immer ;)
