Ginny erwachte von einem Klopfen an der Tür.
Draco neben ihr schlief immer noch tief und fest, genau wie Blossom, die zwischen ihnen lag.
Sie erhob sich sacht, um die beiden nicht zu stören, und spähte auf den Korridor. Vor ihr stand eine Hauselfe, die nervös in ihre Richtung sah.
„Miss, Crispy wurde von Master Severus geschickt. Sie soll fragen, ob der Lunch in Mister Malfoys Gemächern serviert werden soll."
„Ja, gerne." Ginny lächelte die Elfe an, die ihrem Blick hastig auswich. „Bitte richte Professor Snape aus, dass alles in Ordnung ist, Draco aber noch schläft. Ich will ihn nicht wecken."
„Ja, Miss. Crispy ist sofort zurück." Die Elfe verschwand eiligst, um nur Minuten später mit einem Tablett zurückzukommen.
„Danke, ich nehm's schon." Ginny schloss die Tür hinter ihr.
Blossom fing laut an zu schnüffeln, als ihr der Duft von Essen in die Nase stieg.
„Scrawny – Hunger!" Sie sprang mit einem Satz vom Bett und auf Ginny zu.
„Pst!" flüsterte Ginny streng. „Weck Draco nicht auf ..."
„Zu spät." Draco gähnte, richtete sich auf und sah vorwurfsvoll auf Blossom.
„Eine von Snapes Hauselfen hat Essen gebracht", sagte Ginny und balancierte das schwere Tablett zum Bett hinüber. „Ich wollte dich nicht wecken."
„Wie spät ist es?" Draco fuhr sich mit einer Hand durchs Haar, das in allen Richtungen abstand. Er mied Ginnys Blick.
„Nach zwei. Glaub ich." Ginny stellte die Last auf dem Fußende ab und schlüpfte zurück unter die Decke. „Ich hab zwar schon mal im Bett gefrühstückt, aber noch nie Lunch gehabt", sagte sie fröhlich.
Draco rutschte unbehaglich hin und her.
„Wegen heute Morgen ..." begann er, aber sie unterbrach ihn.
„Jetzt fang nicht wieder damit an. Es war verdammt nötig, dass du dich endlich mal ausheulst. Was ist daran so schlimm? Und jetzt iss endlich was, ansonsten werde ich dich füttern, klar?"
„Die Idee finde ich gut." Draco fand überraschend schnell zu seinem alten Selbst zurück.
„Ich nicht, ich habe nämlich selbst Hunger!" gab Ginny energisch zurück. „Und Blossom überfällt gleich das Tablett und macht es nieder, wenn du dich nicht beeilst."
Sie bemühte sich, sich nichts anmerken zu lassen, aber sie war erleichtert, dass Draco das Essen förmlich hinunterschlang. Die Krise war überwunden, und er sah nicht halb so schlecht aus wie noch vor ein paar Stunden.
Blossom sprang von einem zum anderen, um sich die besten Stücke zu sichern.
„Wenn ich noch mehr esse, dann wird mir gleich schlecht", murmelte er nach einer halben Stunde.
„Bei den Portionen, kein Wunder. Seit wann bist du so gefräßig?" Ginny grinste.
Völlig unvorbereitet presste er seine Lippen auf ihre. Das Tablett fiel scheppernd auf den Boden.
Der Kuss wurde intensiver, und ihre Zungen berührten sich, langsam zuerst, dann immer erregter.
„Wie wäre es mit Nachtisch?" stieß er hervor, während seine Hände über Ginnys Körper glitten. Ungeduldig zerrte er an ihrer Kleidung.
Dann war sie nackt, und Draco beugte sich über sie, nahm ihre Brustwarzen in den Mund, eine nach der anderen, saugte daran, und seine Hände glitten zu ihrem Schritt.
Ginny keuchte, als er in sie eindrang, zuerst mit einem Finger, dann mit einem zweiten.
„Das hier ist nicht das, was du dir gewünscht hast", stellte Draco heiser fest, während seine Finger weiter mit ihr spielten.
„Ich will dich, Draco!" Ginny wimmerte vor Lust, als er bei ihren Worten den Griff seiner Hand verstärkte. „Hier. Und Jetzt."
Er küsste sie erneut, während seine Finger sie verließen und durch seine harte Erregung ersetzt wurde. Langsam spürte sie ihn in sich gleiten, tief und tiefer.
Sie hatte immer geglaubt, es müsste sehr weh tun. Tatsächlich spürte sie nur einen leichten Schmerz, der sofort von ihrer Lust verdrängt wurde.
Draco versuchte, sein Körpergewicht auf die Knie zu verlagern, während er in sie einstieß und dabei so vorsichtig war, wie er konnte.
„Ginny? Ist das okay?" keuchte er, bemüht, sich zurückzuhalten.
„Ja. Bitte, Draco, schneller. Merlin, das fühlt sich so gut an ..."
Er erhöhte sein Tempo und glitt gleichzeitig noch tiefer in ihren Körper hinein. Ginny warf den Kopf zurück, ihre Beine schlangen um sich seine Hüften.
„Ginny ..." Jetzt stieß er heftig in sie ein, seine Hände umfassten ihre Brüste, und seine Zunge glitt über die harten Brustwarzen.
Sekunden später schrie Ginny auf, und sie sah aus halbgeschlossenen Augen, wie Draco sich aufbäumte und noch tiefer in ihr Innerstes stieß als er kam.
Keuchend lagen sie da, beide bemüht, wieder zu Atem zu kommen, das Gewicht des Slytherins immer noch über der schmalen Gestalt Ginnys.
Wieder begann er sie zu küssen, diesmal langsam und befriedigt.
„Habe ich dir wehgetan?" wisperte er in ihr Ohr, seine Hände strichen zärtlich über ihre Haut.
„Nein, überhaupt nicht, mach dir keine Sorgen." Es war ihr Ernst. Über die Horrorgeschichten, die sie vorher darüber gehört hatte, konnte sie jetzt nur noch lachen.
„Ich komme mir vor wie ein Heuchler." Draco streckte sich neben ihr aus und zog sie in den Arm.
„Warum denn das?"
„Mutter ist keine fünf Tage tot, und wir ..."
Ginny verdrehte die Augen.
„Ich dachte, das Thema hätten wir abgehakt. Glaubst du nicht, sie würde sich für uns freuen?"
„Wenn sie uns erwischt hätte, mit Sicherheit nicht." Er gestattete sich ein leichtes Grinsen. „Obwohl, alt genug sind wir ja."
Ginny dachte auch einen Moment nach, und fing dann unterdrückt an zu lachen.
„Wenn du mir erzählt hättest, dass wir das erste Mal in Snape Manor miteinander schlafen, dann hätte ich dir einen Vogel in Größe eines Phönix gezeigt. Wenn Snape Wind davon bekommt, schmeißt er mich raus, ehe ich auch nur einen Pieps von mir geben kann."
„Dann hätte er dich von vorneherein gar nicht hierher gelassen. Wundert mich sowieso."
„Wir haben uns alle große Sorgen um dich gemacht", antwortete Ginny und wurde ernst. „Wie geht's jetzt weiter? Dad hat erzählt, dass das Ministerium dich für mündig erklärt hat."
„Ihnen blieb kaum eine andere Wahl. Der Papierkrieg ist schon schlimm genug, auch ohne dass sie einen Vormund für mich bestimmen – für die zwei Monate. Und derzeit setzen sie alles daran, an Vaters Vermögen zu kommen. Man sollte wirklich glauben, dass sie im Moment andere Probleme haben."
„Hört sich ja richtig kompliziert an."
„Wem sagst du das. Ab heute Abend sollten das Wirken der Schutzzauber um Malfoy Manor abgeschlossen sein, dann werde ich mich bis zum Ende der Ferien dort aufhalten."
Ginny sah zweifelnd aus.
„Ist das nicht viel zu gefährlich für dich? Ich meine, dein Vater findet doch sicher einen Weg, dort aufzutauchen. Schließlich ist das sein Haus."
„Nicht mehr, genau das ist ja das Problem. Vor dem Zauberergesetz ist er ein Flüchtiger, und sämtliche Besitzansprüche sind verwirkt. Ich steige da kaum noch durch, aber ich werde den Teufel tun, ihnen das alles kampflos zu überlassen. Mutter hat sich erfolgreich dagegen gewehrt, und dasselbe werde ich auch tun. Was deine Frage angeht, nein, es wird ihm nicht möglich sein, Manor und das Gelände zu betreten. Professor Dumbledore höchstpersönlich hat sich um die Schutz- und Barrierenzauber gekümmert, und wenn er sagt, dass es sicher ist, dann glaube ich ihm das."
„Stimmt. Was mich zu einer anderen Frage bringt: Sari erzählte, du hättest angeblich Halluzinationen gehabt?"
Draco schnaubte verächtlich.
„Wer, ich?"
„Ich habe ja auch keinen Moment daran geglaubt. Was ist passiert?"
Der Slytherin berichtete kurz von Jelins Auftauchen. Blossom, die es sich inzwischen wieder auf dem Kopfkissen bequem gemacht hatte, nickte heftig dazu.
„Und Sari und Snape haben ihn nicht sehen können? Merkwürdig."
„Ich frage mich wirklich, was er mit uns vorhat. Das hört sich mehr als mysteriös an."
„Ich vertraue Jelin", sagte Ginny fest. „Aber komisch ist es doch."
„Manchmal wünschte ich mir, wir wären in Chryois geblieben." Draco starrte düster vor sich hin.
Sie konnte sehen, dass er wieder an seine Mutter dachte und streichelte sacht über seine nackten Oberarme.
„Darf ich dich begleiten, wenn du heute nach Malfoy Manor überwechselst?" fragte sie, um ihn wieder abzulenken.
Draco hob eine Augenbraue und grinste.
„Und was erzählst du deinen Eltern wenn du bis zum Ferienende ..."
„Draco!" Ginny puffte ihn in die Rippen. „Heute meinte ich natürlich. Ich bin neugierig."
„Schade. Ja, natürlich kannst du mitkommen. Vielleicht kann ich sogar deine Hilfe gebrauchen – deine und Saris."
„Wieso?"
„Lucius wird mordswütend sein, dass er das Gelände und das Haus nicht mehr betreten kann, und ich hoffe, er hat mir keine Fallen hinterlassen. Das traue ich ihm zu, daher will ich Manor von oben bis unten durchsuchen. Sari hat eine Nase für solche Sachen, auch wenn er selbst nicht zaubern kann, und meine Hauselfen sind im allgemeinen offener, wenn eine weibliche Person mit dabei ist. Ich halte nichts davon, sie schlecht zu behandeln, aber ich bin der Sohn meines Vaters, daher ..." Er zuckte mit den Achseln.
„Was glaubst du, wie lange diese Durchsuchung dauern wird?"
„Ein paar Tage, schätze ich. Außerdem muss alles außer Haus gebracht werden, was mich in Schwierigkeiten mit dem Ministerium bringen könnte. Auch davon wird es mit Sicherheit eine Menge geben."
„Ich muss Mum und Dad fragen, aber ich glaube, sie werden nichts dagegen haben, wenn Professor Dumbledore ihnen bestätigt, dass die Sicherheitsvorkehrung wirken." Ginny kuschelte sich wieder in seinem Arm zusammen.
Draco umfasste eine ihrer Brüste und strich leicht über die Brustwarze, die sich bei dieser Berührung sofort aufrichtete.
„Ich finde, wir üben noch mal, damit du nicht vergisst, wie's geht", sagte er frech, und wäre dann fast aus dem Bett gefallen, als Ginny begann, mit dem Kissen auf ihn einzuschlagen.
Severus Snape ließ sich nicht dazu herab, Dracos Umschwung zu kommentieren, aber auch er war sichtlich erleichtert, dass dieser wieder zur Normalität zurückgekehrt war. Schweigend hörte er sich dessen Pläne an, und nickte nur ab und zu leicht. Er begleitete sie auch nach Malfoy Manor und erläuterte die Wirkung der Schutzzauber.
Ginny hörte nur mit einem Ohr zu, denn das Familienanwesen der Malfoys zog sie sofort in seinen Bann.
Allein der Garten umfasste sicher mehrere Hektar. Zwar war jetzt im Winter alles gefroren, und die Büsche, Rasenflächen und die zwei kleinen Wälder kahl, aber sie konnte sich ohne Mühe vorstellen, wie der Frühling und Sommer das alles in blühende und grüne Pracht verwandeln würde. Ein riesiger Springbrunnen, dekoriert mit Fabelwesen, Faunen und sonst noch allerhand Steingesichtern bildete das Zentrum.
Aber das war alles noch nichts im Vergleich zu dem eigentlichen Herrenhaus. Blendend weißer Marmor erstrahlte von der Front, allein der weite Vorplatz war in etwa so groß wie Standfläche des Fuchsbaus. Malfoy Manor besaß zwei Stockwerke, und das Kristallglas der vielen Fenster spiegelte sich in der Wintersonne. Ginny erkannte mächtige Säulen, und zu jeder Seite des Frontportals erhoben sich steinerne Basilisken, das Schlangenmaul zu einem erstarrten Fauchen geöffnet. Sie fröstelte, als sie zwischen ihnen hindurchgingen.
Draco wusste natürlich, warum, und griff unwillkürlich nach ihrer Hand.
Ginny warf ihm einen dankbaren Blick zu. Snape sah betont in eine andere Richtung.
„Es sieht schlimmer aus, als es ist", sagte Draco halblaut.
„Bis auf die Statuen ist es umwerfend", gab sie zurück. „Alles ist so riesig, so ... ich weiß auch nicht. Wie viel Zimmer besitzt Manor?" Unbewusst hatte sie die Kurzform übernommen, die Draco immer benutzte.
„Dreiundsiebzig", antwortete Snape an dessen Stelle.
Ginny pfiff lautlos durch die Zähne. „Hast du dich schon mal verlaufen?"
„Machst du Witze?" Draco grinste vor sich hin. „Klar habe ich mich schon verlaufen, oft sogar. Die Treppen sind teilweise wie in Hogwarts und bewegen sich. Als kleiner Junge hatte ich oft Angst, ich würde in irgendeinem Flur verschmachten. Selbst heute passiert mir das noch manchmal, wenn ich von den üblichen Wegen abweiche."
„Auweia. Und was machst du dann?"
„Ich schrei nach den Hauselfen." Dracos Grinsen verstärkte sich.
Ginny lachte laut heraus.
