A/N: Und endlich ist es soweit, das letzte Kapitel. Vielen Dank, dass ihr bis zum Schluss drangeblieben seid. Eine Review, wie es euch gefallen hat, würde mir unheimlich viel bedeuten, Viel Spaß beim lesen!
Kapitel 12
Warm, es ist so warm. Ich kann mich nicht bewegen, irgendetwas hält mich fest. Was ist das? Etwas liegt auf mir, ich muss hoch, muss hier weg, ich muss... Starr vor Schreck, mit rasendem Herzen, weit aufgerissenen Augen und einem erschreckten Aufkeuchen erwachte John am nächsten Morgen. Nur langsam verblasste die Wüste, die heiße Sonne Afghanistans und die Angst aus seinem Traum und er erinnerte sich, wo er war. Für einen Moment schloss er noch einmal die Augen und holte ein paar Mal tief Luft, bis sich seine Panik legte. Vorsichtig drehte er den Kopf, um das Gewicht auf seiner Brust genauer betrachten zu können.
Sherlock lag quer über ihm ausgestreckt, eine Hand hielt seine rechte Schulter fest, die andere verschwand irgendwo unter seinem Rücken. Sherlocks Kopf schmiegte sich in die Kuhle zwischen Schulter und Hals und John musste unwillkürlich lächeln und die Anspannung wich aus seinen Gliedern. So friedlich, so jung und unschuldig, so verletzlich sah Sherlock aus, dass ihm ganz warm ums Herz wurde, als er ihn betrachtete.
Langsam breitete sich ein träges Lächeln auf Sherlocks Gesicht aus und er blinzelte gegen die helle Morgensonne.
"Guten Morgen", begrüßte John ihn mit leiser Stimme.
"Morgn", kam es genuschelt zurück.
Sherlock kuschelte sich noch enger an ihn, wenn das überhaupt möglich war, und John versuchte mit mäßigem Erfolg die eindrucksvolle Erektion zu ignorieren, die gegen seinen Oberschenkel drückte. Als Sherlock dann auch noch anfing lasziv mit den Hüften zu kreisen und sich bei jeder Bewegung an ihm rieb, war es mit seiner Selbstbeherrschung vorbei.
Mit einer einzigen raschen Bewegung tauschte er ihre Positionen, so dass er Sherlock in die Matratze drücken und effektiv festhalten konnte. Die Überraschung in Sherlocks Blick wich schnell einem hungrigen Ausdruck. Er streckte seine Arme, die John an den Handgelenken neben seinem Gesicht festhielt, weiter nach oben, bis er das Holz des Kopfteils seines Bettes unter den Fingern spürte und seine Handflächen dagegen pressen konnte. Sein ganzer Körper spannte sich wie eine Feder, streckte sich John entgegen, und er merkte erst sehr viel später, dass er die Augen geschlossen hatte und die keuchenden Geräusche, die den Raum zu füllen schienen, von ihm selber kamen.
Johns Hände fanden den Weg unter Sherlocks verschlissenes T-Shirt. Er spürte seine Wärme, fühlte, wie sich die Muskeln unter Sherlocks Haut bewegten und anspannten, auf seine Berührungen reagierten. Sherlock war so sensibel und John kannte mittlerweile schon einige seiner empfindsamsten Stellen. Er lächelte, als Sherlock erschauerte, während seine Lippen behutsam von dem sensiblen Punkt hinter Sherlocks Ohr diesen unendlich langen Hals hinab wanderten und seine Zähne leicht über sein Schlüsselbein kratzen. Johns Mund suchte Sherlocks Lippen und sie trafen sich in einem langen, gierigen Kuss, während Johns Hände überall gleichzeitig waren und versuchten, so viel nackte Haut von Sherlock wie möglich freizulegen. Als er es endlich geschafft hatte ihre beiden T-Shirts auszuziehen, war das Gefühl von Haut auf Haut einfach unbeschreiblich, elektrifizierend.
Sherlock keuchte und schnappte nach Luft, als Johns Zunge über seine Brustwarzen glitt, und er erschauerte, als John sanft über die feuchte Haut pustete. Mit einem mutwilligen Grinsen nahm John die Reaktion zur Kenntnis, schloss seine Lippen um Sherlocks rechte Brustwarze und begann heftig zu saugen. Unwillkürlich schnappte Sherlocks Hüfte nach oben. "Oh Gott, John." Sherlocks Bewegungen wurden hektisch und unkoordiniert und John versuchte ihn zu beruhigen. "Shhhh, ganz ruhig, Sherlock." Er hielt Sherlocks Handgelenke jetzt wieder neben seinem Kopf fest. "Ich hab dich, ich halte dich." Er küsste ihn. "Was möchtest du?"
Bewegungslos starrte Sherlock John an, versuchte zu denken, seine Gedanken zu ordnen, aber es war alles so durcheinander. Was hatte John gesagt? Eine Frage - ah, ja - was er wollte. Was er wollte? Er wollte John, jetzt, hier, ganz und gar, er wollte John verschlingen und wollte von ihm verschlungen werden. Aber dann kam ihm ein anderer, ein dunkler Gedanke. Was, wenn es danach vorbei war? Was, wenn das hier alles beenden würde? Was, wenn ...
"Sherlock!" John hatte Sherlock genau beobachtet und sah die Lust in seinen Augen in Panik umschlagen. "Sherlock, hörst du mich?" Er setzte sich auf und ließ seine Hände los, um ihm mehr Freiraum zu geben. "Es ist alles in Ordnung, wir machen nichts, was du nicht möchtest, ok?" Die plötzliche Panik in Sherlocks Blick hatte John alarmiert und er wünschte er wüsste, was ihn so erschreckt hatte.
Sherlock blinzelte ein paar Mal bevor er antworten konnte. "Ich ... ja ..." Er nickte langsam.
"Alles in Ordnung?" fragte John und strich ihm eine Strähne aus der Stirn. Sherlock nickte wieder. "Dann sag mir, was du möchtest." Johns Stimme war leise und sanft und seine Hand strichelte Sherlocks Wange.
Sherlock kniff die Augen fest zusammen und seine Zähne bearbeiteten nervös seine Unterlippe. "Ich - ich möchte dich, in mir." Hitze stieg in seinen Wangen auf, er konnte fühlen wie er knallrot wurde, aber John hatte ihn gefragt, und es gab nichts auf der ganzen Welt, was er so sehr wollte. Sherlock hatte seine Entscheidung getroffen. Was auch immer danach kam, dieses eine Mal gehörte ihm, nur ihm, er musste seine Chance einfach nutzen.
Sherlocks Augen sprangen weit auf und er wiederholte seinen Wunsch, diesmal mit mehr Sicherheit. "Ich möchte dich, in mir."
John beugte sich zu ihm hinunter und küsste ihn zärtlich, knabberte an seiner Unterlippe und ließ seine Zunge über die Oberlippe gleiten. Sherlocks Mund öffnete sich augenblicklich um den Kuss zu vertiefen. Nach und nach fiel die Anspannung von ihm ab und sein Körper wurde weich und geschmeidig unter Johns fürsorglichen Händen und Lippen.
Behutsam erforschten Johns Finger Sherlocks Körper, strichen über die Kurven seiner Schultern, die kantigen Knochen seiner Hüften und zurück über die festen Bauchmuskeln; er genoss einfach nur die weiche Textur von Sherlocks Haut, die Wärme seines Körpers, er streichelte und küsste jeden Zentimeter Haut, der sich ihm bot.
Sherlock war wunderschön. All seine geschmeidigen Anmut und Stärke, seine Energie, seine Ruhelosigkeit wurden in dieser schlanken Gestalt komprimiert.
John fühlte Sherlocks Narben auf seinem Rücken, spürte, wie Sherlock sich verspannte und beschloss, dieses Kapitel für später zu lassen, wenn Sherlock dazu bereit war. Nach einer Weile entspannte er sich wieder und John setzte die Erforschung seines Körpers fort.
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Die Tube mit dem Gleitmittel stand immer noch auf dem Nachttisch, wo Sherlock sie am Vorabend platziert hatte - mein Gott, war das wirklich erst gestern Abend gewesen? - und John konnte sie erreichen, ohne von Sherlock abzulassen. Andererseits, Sherlock war dermaßen abgelenkt, dass er wahrscheinlich nicht mal eine Explosion direkt neben seinem Kopf bemerkt hätte, solange John ihn nur weiter streichelte.
John ließ die Tube aufschnappen und gab etwas von dem kühlen Gel in eine Hand, um es anzuwärmen, während seine andere Hand zärtlich die Streicheleinheiten fortsetzte. Erst als seine Hände nach Sherlocks Pobacken griffen und ein feuchter Finger sich dazwischen schob, kam Sherlock wieder ein wenig zu Verstand - und erstarrte augenblicklich. Dieselbe unbezwingbare Panik, die ihn schon so oft davon abgehalten hatte mit John diesen einen Schritt weiter zu gehen, überfiel ihn wieder.
Sofort kamen Johns Hände zur Ruhe, blieben regungslos liegen wo sie waren. Mit zarten Küssen und leisen Worten versuchte er Sherlock aus seiner Starre zu lösen, bis dieser schließlich blinzelnd die Augen öffnete und ihn beschämt ansah.
"Es tut mir leid, John, ich -"
"Shhh, Sherlock. Du brauchst dich nicht zu entschuldigen. Ich hab dir gesagt, es ist in Ordnung, wenn du es nicht -"
"Aber ich will es ja!" schrie Sherlock auf. Aufgebracht schlug er die Arme vors Gesicht. "Ich will es so sehr", fuhr er leise fort, kaum verständlich, die Stimme durch seine Arme gedämpft, "es ist nur ... so lange her."
"Hmmm", nachdenklich wanderte Johns abschätzender Blick über Sherlocks verspannte Schultern, seine verkrampften Gliedmaßen. Ein Blick der Sherlock, der, immer noch verschämt, durch eine Lücke zwischen seinen Armen hindurch lugte, innerlich zusammenzucken ließ. Ohne ein weiteres Wort zog John sich von ihm zurück und Sherlock schloss seine Augen. Das war es also. Aus und vorbei. Nur gut, dass er wenigstens die Arme vor dem Gesicht hatte und - .
"Hey, hallo! Erde an Sherlock."
Erschrocken zuckte Sherlock zusammen und riss die Arme hoch, fast hätte er John mit dem Ellenbogen erwischt, aber er konnte gerade noch ausweichen.
"Whoa, hey, ist ja gut, ich wollte dich nicht erschrecken, aber du warst schon wieder dabei dicht zu machen."
Sherlocks Herz raste, mit weit aufgerissenen Augen starrte er John an und konnte nicht begreifen, was gerade passierte. Johns leicht amüsiertes, aber auch besorgtes Lächeln gab ihm Rätsel auf. Sein Verstand weigerte sich einfach zu akzeptieren, dass John immer noch da war und so blieb er einfach unbeweglich liegen und starrte weiter, ängstlich, dass das Bild vor ihm verschwinden würde, wenn er sich rührte.
"Ok, langsam machst du mir Angst, Sherlock." John hatte sich auf seine Unterarme gestützt und beobachtete ihn skeptisch. "Was kann ich tun, um deinen Kopf auszuschalten?" Er küsste Sherlocks Nasenspitze. Nichts, keine Reaktion. Dann war das kleine freche Grinsen plötzlich wieder in Johns Gesicht und er begann Sherlocks Körper mit kleinen Küssen zu übersäen. An seiner Hüfte machte er kurz Halt und schob sich zwischen Sherlocks ausgestreckte Beine, um seinen Bauchnabel mit der Zunge zu erforschen. Immer tiefer rutschte er, knabberte an Sherlocks Hüfte und widmete seiner neu erwachten Erektion einen Moment lang seine volle Aufmerksamkeit, bevor er mit beiden Händen in seine Kniekehlen griff und die Beine nach oben schob, so dass Sherlocks ganze Herrlichkeit nun offen vor ihm ausgebreitet lag.
Die Innenseiten seiner Schenkel küssend arbeitete John sich immer näher an sein Ziel heran, nahm vorsichtig erst Sherlocks einen, dann den andern Hoden in den Mund, ließ seine Zunge kreisen und saugte sanft. John hatte die Augen geschlossen und gab sich ganz seinen Sinnen hin; was er mit den Lippen, der Zunge seinen Fingern fühlte, was er hörte. Die einzigen Geräusche waren die abgehackte Atemzüge Sherlocks, der sich unter ihm wandt, und sein eigenes gelegentliches Summen, bis Johns Zunge den ersten Kontakt mit ihrem eigentlichen Ziel herstellte und Sherlock laut aufschrie.
John hatte es geschafft. Sherlocks Welt fokussierte sich auf einen einzigen Punkt; dort, wo Johns Zunge seinen Eingang bearbeitete. OHGOTTOHGOTTOHGOTTOHGOTT war alles, was Sherlock noch denken konnte. Er versuchte, sich Johns Mund weiter entgegen zu schieben, als seine Zunge den kleinen festen Muskelring durchbrach, aber John hielt mit eisernem Griff Sherlocks Beine und Hüfte fest, verschaffte sich mehr Platz zwischen seinen Schenkeln. In einem unerbittlichen Rhythmus stieß seine Zunge jetzt immer wieder zu, reduzierte Sherlock zu einem wimmernden Haufen aus Verlangen und Lust
Dieser Anblick alleine war schon fast zu viel für John. Er wollte Sherlock so sehr, hatte so lange von diesem Moment geträumt, dass er nun, da es endlich soweit war, kaum glauben konnte, dass es wahr war. Ohne weiter zu zögern schob John sich auf seine Knie und brachte sich in Position, ganz langsam und vorsichtig drang er in Sherlock ein. Es war so eng, so warm, so absolut überwältigend, und es kostete John alle Kraft, nicht einfach zuzustoßen. Sherlock war unter ihm komplett still geworden, er atmete hektisch und hatte die Augen zugekniffen.
"Sherlock, alles ok?" flüsterte John, ohne sich weiter zu bewegen.
"Oh Gott, ja, bitte, weiter, weiter..."
Erleichert bewegte John sich weiter, bis er schließlich ganz in ihm war, Sherlock schlang seine Beine um Johns Taille und stieß seine Hüfte nach oben. Die Gefühle, die ihn durchfluteten, waren unbeschreiblich; er fühlte sich ... ausgeliefert, unglaublich offen, und gleichzeitig geborgen und beschützt, es war grandios.
Und dann fing John an, sich ernsthaft zu bewegen; kurze, harte Stöße wechselten mit langen, langsameren. Nachdem er ein paar Mal den Winkel etwas verändert hatte, fand er Sherlocks Prostata, traf sie mit fast jedem Stoß bis dieser nur noch hilflos stöhnen konnte, die Finger in den Laken krampfhaft nach Halt suchend. Johns Hand umfasste Sherlock und drückte ihn einmal, zweimal, und das war es. Sherlocks ganzer Körper wölbte sich ihm entgegen als er mit einem Aufschrei seinen Höhepunkt erreichte. Das war genug, um John seine letzte Beherrschung verlieren zu lassen. Er stieß noch ein paar Mal hart zu, bis er mit einem lauten Grollen tief in Sherlock kam.
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Epilog
Sherlock erwachte durch einen Sonnenstrahl, der ihn geradewegs am Auge traf. Träge blinzelte er und versuchte sich zu orientieren. Der Sonne nach zu urteilen war es bereits Mittag und sein ganzer Körper fühlte sich stickig und irgendwie wund an. Einen Moment später fuhr er mit einem erschrockenen Japsen hoch. John! Er hatte mit John geschlafen und nun -.
Ein dumpfes Knurren ließ ihn erstarren und er drehte sich vorsichtig um. Ein tiefblaues Auge fixierte ihn mit zusammengezogenen Brauen von einem Punkt tief unter den Laken. Unsicher blickte Sherlock zurück.
"John?"
"Erwartest du jemand anders?" knurrte es unter der Decke.
"N-Nein, natürlich nicht."
"Gut. Und warum sitzt du dann da drüben und bist nicht hier bei mir?" knurrte es wieder, und mit einer einzigen fließenden Bewegung schnellte John unter den Decken hervor und zog Sherlock zu sich auf die Matratze in eine liebevolle Umarmung. Er küsste ihn und strahlte ihn an, und nachdem Sherlock seinen anfänglichen Schock überwunden hatte durchflutete ihn ein so starkes Gefühl der Erleichterung und der Liebe zu diesem Mann, der ihn so sicher in seinen Armen hielt, dass er laut auflachte, während ihm die Tränen über das Gesicht liefen.
Er lachte und schluchzte und küsste Johns verdutztes Gesicht und konnte einfach nicht aufhören, bis er sein Gesicht in Johns Halsbeuge vergrub und leise vor sich hin weinte. Alle seine Ängste und Befürchtungen ließ er mit den Tränen los. Er hatte es endlich gewagt und er hatte gewonnen. John, sein John, war immer noch da, war nicht verschwunden, nachdem er bekommen hatte, was er wollte. Sein John hielt ihn jetzt und hier in den Armen, er konnte hören, wie er leise auf ihn einredete.
Als Sherlock in seinen Armen langsam zur Ruhe kam, atmete John erleichtert auf. Er hatte keinen blassen Schimmer was hier vor sich ging, aber zumindest war Sherlock noch in seinen Armen und hatte aufgehört zu schluchzen.
"Besser?" fragte er leise und drückte einen zarten Kuss auf Sherlocks Haare.
Sherlock muffelte ein leises "Mmmh" und nickte, ohne sein Gesicht von Johns Hals wegzubewegen.
Wie von Zauberhand hatte John Sherlocks T-Shirt in der Hand und versuchte vorsichtig, ihm das Gesicht damit abzuwischen. "Erzählst du mir, was los ist?"
"Es ist albern", druckste Sherlock herum und nahm ihm das T-Shirt aus der Hand, trocknete erst Johns Hals und Schulter und rubbelte es sich dann über das eigene Gesicht, bevor er es in eine Zimmerecke warf. Er versuchte, sich wieder unter Johns Kinn zu kuscheln, aber so leicht ließ dieser ihn nicht davon kommen.
"Sherlock, wenn es dich und mich betrifft ist nicht albern. Bitte sprich mit mir, was ist los?"
"Es ist schwer zu erklären. Es war nur so ein irrationaler Gedanke. Ich dachte - ich weiß natürlich, dass das Unsinn ist - aber als ich wach wurde und du warst nicht da, ich meine ich dachte, du bist nicht da - und dann hast du... - und ich dachte du wärst - und ich wollte - ich dachte, du... ", frustriert brach Sherlock ab und war froh, dass er John aus seiner Position heraus nicht ansehen musste. Er konnte ihm unmöglich sagen, wovor er sich so sehr gefürchtet hatte. Außerdem klang es jetzt sogar in seinen Gedanken absolut albern und lächerlich.
"Was dachtest du? Dass ich plötzlich verschwunden wäre? Oder wütend?"
Als Sherlock nicht antwortete, wusste John, dass er auf der richtigen Spur war. "Was hast du gedacht, Sherlock?" fragte er noch einmal behutsam.
Sherlock schluckte schwer und schloss die Augen. Ganz leise begann er schließlich zu erzählen. Von vermeintlichen Freunden, von Betrug, Enttäuschungen und wie machtlos er sich seinen Gefühlen ausgeliefert gefunden hatte. Wie sehr er diese Hilflosigkeit und damit auch die Gefühle gehasst hatte, die sie verursacht hatten. Wie er gelernt hatte, dass er niemandem vertrauen konnte und dass es besser war, seine Gefühle tief zu begraben, so dass ihn niemand mehr verletzen konnte.
Noch nie hatte er mit irgendjemand darüber gesprochen, und auch nicht gedacht, dass er es jemals könnte, aber nun, da er einmal angefangen hatte, brach alles wie ein Wasserfall aus ihm heraus.
"Und dann kamst du und hast alle meine Grundsätze in Frage gestellt. Von Anfang an hast du alle Vorbehalte weggewischt, hast dich durch nichts abschrecken lassen und mir vertraut."
Obwohl John sich vieles von dem, was Sherlock ihm erzählte, schon selbst zusammengereimt hatte, war er vom Ausmaß dessen, was er über all die Jahre hinweg hatte ertragen müssen, schlichtweg schockiert. Das Gefühl ihn beschützen, ihn verteidigen zu müssen, wurde überwältigend und er schloss ihn fest in seine Arme.
"Ich hab nun mal den Charme eines Terriers", murmelte John lächelnd, das Gesicht in Sherlocks Haaren vergraben. "Wenn ich mir etwas in den Kopf setzte, lasse ich mich nicht so leicht davon abbringen. Und ich war von Anfang an überzeugt, dass du ein guter Mensch bist, irgendwo unter all dem beißenden Sarkasmus und der abweisenden Maske." Er küsste Sherlocks Kopf und strich mit einer Hand durch die Locken. "Manchmal konnte ich für einen Moment hinter diese Maske schauen, manchmal war es nur ein kurzes Flackern in deinen Augen, aber was ich da gesehen habe, hat mich überzeugt, dass ich mehr davon will." Er drehte Sherlocks Gesicht, so dass er ihn anschauen konnte. "Und was ich gefunden habe war jede Mühe wert." Mit einem sanften Kuss unterstrich er seine Worte. "Du bist ein wunderbarer Mann und ich liebe dich, Sherlock. Und ich werde bei dir bleiben so lang du mich willst."
"Ich liebe dich." Endlich konnte er es über die Lippen bringen. "Ich liebe dich, John." Sherlock lächelte, als er dem Klang seiner eigenen Worte lauschte. Mit einem zufriedenen und auch erleichterten Seufzer schloss er die Augen und kuschelte sich wieder in Johns Umarmung.
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