Operation: Sacred Orb

Außer Albel schien niemand sich wirklich auf ihr Vorhaben zu freuen. Eigentlich wollten sie diese ganze Sache friedlich abschließen, aber nachdem ihnen auch diese Möglichkeit verwehrt wurde, gab es leider nichts anderes, was sie noch hätten tun können.

„Denkt dran," ermahnte sie Nel, „Jeder, der sich uns in den Weg stellt wird nur kampfunfähig gemacht und nicht getötet! Wir wollen schließlich die Geschichte nicht noch mehr verändern, als es wir schon getan haben..."

„Ja ja, schon klar..."

Es war Albel anzusehen, dass er mit der Entscheidung überhaupt nicht einverstanden war.

„Also los!"

Sie verließen die schützende Höhle und begaben sich auf den Weg, durch die Mosel Wüste.

Und trotz des Fehlens der schützenden Umhänge gelang es ihnen den Weg zum Schrein von Kaddan in kürzester Zeit zu schaffen.

Hinter einem Mauerrest suchten sie Schutz vor den wachsamen Augen der Wachen, die sich vor dem Eingang positioniert hatten.

„Wir sollten sie schnellstmöglich ausschalten, bevor sie Wachen drinnen alarmieren können!" schlug Fayt vor.

„Ja, dass erspart uns ein paar Probleme..."

Nel ließ sofort Taten folgen und schickte den Wachen ein wenig von ihrer Symbology entgegen. Diese konnten gar nicht so schnell reagieren und wurden mit einem Schlag ausgeschaltet.

„Das hätten wir erledigt," sagte sie dann, „Los! Wir sollten hier nicht zu lange verweilen!"

So schnell es nur ging liefen sie zum Eingag und verschwanden in den Tiefen des Schreins.

Da sie von ihrem ersten Besuch noch wussten, wie sie sich zu verhalten hatten, stellte Kaddan und seine vielen Fallen für sie kein Problem dar und in kürzester Zeit hatten sie einen Großteil ihres Weges gschafft.

Ab und an stellten ihnen sich ein paar Wachen entgegen, doch diese stellten kein größeres Hindernis dar.

„Das ist viel zu einfach! Eigentlich hätten wir doch gleich so vorgehen können!" beschwerte sich Albel, der das Gespräch mit der Königin inzwischen als Zeitverschwendung ansah.

„Mag schon sein, aber man sollte normalerweise immer zuerst versuchen die Dinge friedlich zu lösen," erklärte ihm Sophia.

„Tch, als ob der friedliche Weg jemals erfolgreich war..."

„Du solltest nicht alles so pessimistisch sehen Albel, manchmal reicht es wirklich, wenn man einmal mit jemanden redet," schaltete sich jetzt auch Fayt ein.

„Shhh...!" unterbrach sie Nel.

„Was ist?" wollten sie wissen.

„Wir sind nicht allein hier. Schnell! Versteckt euch!"

Sie fanden hinter ein paar Trümmern Unterschlupf und warteten ab.

Keine zwei Minuten später tauchte eine Gruppe von Personen in diesem Raum auf. An der Spitze die Königin Höchstselbst, zusammen mit ihrem Berater.

„Unsere Befürchtung hat sich also bewahrheitet..." flüsterte sie.

„Eure Majestät, ist es wirklich in Ordnung, wenn sie sich hier aufhalten? Schließlich treiben sich diese Typen hier bestimmt noch irgendwo rum!"

„Dafür haben wir die Soldaten mitgenommen. Sie sind nur zu viert und wir haben hier eine ganze Armee, was sollten sie also ausrichten können?"

„Ich hoffe sie behalten recht, eure Majestät..."

Nel ballte die Fäuste: „Verdammt, ich hätte nicht gedacht, dass die so hartnäckig sind...So kommen wir nie zum Sacred Orb ohne entdeckt zu werden..."

„Und was machen wir jetzt?" fragte Fayt, „Wir können uns hier drin nicht auf einen Kampf einlassen, dann hätten wir keine Chance..."

„Scheint als bliebe uns im Moment nichts anderes übrig, als abzuwarten, vielleicht ergibt sich noch mal eine Möglichkeit..."

„Als ob die so schnell verschwinden würden..." murmelte Albel, „Die wissen, dass wir noch hier sind..."

„Dann müssen wir uns halt aufpassen, dass sie uns nicht entdecken, auch wenn das wahrscheinlich schwieriger wird, als wir bisher angenommen hatten..." meinte Fayt.

„Ich bin immer noch der Meinung, dass wir einfach mit Gewalt unseren Weg hierdurch bahnen..." murrte Albel.

„Und ich sage noch mal, dass es nicht gut ist, wenn wir uns noch mehr in die Vergangenheit einmischen, als wir es schon getan haben," kam prompt die Antwort von Nel.

„Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt, um sich zu streiten. Vergesst bitte nicht den Ernst der Lage!" ermahnte sie Sophia.

„Sophia hat recht," stimmte ihr Nel zu, „Es muss noch etwas geben, dass wir tun können."

„Wir haben keine Zeit, so lange zu warten, bis sie wieder abgezogen sind. Früher oder später werden sie uns sowieso finden," meinte Albel nur und schien bereit, jeden Moment seine Deckung aufzugeben, um die Soldaten anzugreifen.

„Bist du total verrückt geworden?" zischte Nel, „Es muss noch etwas anderes geben, was wir tun können, um an sie vorbeizukommen!"

„Dann schlag doch was vor, wenn du dich für so schlau hältst!" konterte Albel.

„Das versuche ich ja die ganze Zeit, aber ich kann mich nicht konzentrieren, wenn du die ganze Zeit rumnörgelst!"

Albel machte nur ein unverständliches Geräusch und schwieg.

„Wahrscheinlich werden sie sich aufteilen und dann jeden Raum einzeln durchsuchen..."

Nels Blick hellte sich nach einem Moment auf: „Wisst ihr was? Ich habe eine Idee, allerdings weiß ich nicht, ob wir damit durchkommen..."

„Nur raus damit, viel schlimmer kann´s ja nicht mehr werden..." meinte Fayt.

„Sie ist ziemlich verrückt, aber wir sollten so lange in der Lag sein die Soldaten irre zu führen, bis wir den Sacred Orb erreicht haben, jedenfalls hoffe ich das..."

„Nun sag schon!" drängte Fayt.

Nel beugte sich vor und schilderte ihnen ihren Plan.

Die Soldaten waren rastlos, es war fast so, als die, die sie verfolgen sollten, vom Erdboden verschluckt waren, nirgends auch nur das kleinste Anzeichen von ihnen...

Sie waren in Sechsergruppen eingeteilt wurden und durch kämmten nun jeden einzelnen Raum, doch einen richtigen Erfolg konnten sie noch nicht verbuchen.

Es drängte sich ihnen der Gedanke auf, dass sie sich vielleicht geirrt hatten und die drei Verdächtigen waren wirklich nicht hier.

Sie näherten sich dem letzten Raum, auch wenn niemand mehr so wirklich daran glaubte, dass sie noch fündig werden würden.

Der Raum war zugestellt mit Gerümpel und erschwerte das Weiterkommen, doch auch hier schien niemand zu sein. Sie drehten um und machten sich auf den Rückweg, doch als sie die Tür erreichten, verlosch plötzlich das Licht. Die Tür fiel ins Schloss und ließ sie in vollkommener Dunkelheit zurück.

„Verdammt! Macht das Licht wieder an!" brüllte einer, doch ein dumpfer Schlag ließ ihn verstummen. Die Männer gerieten in Panik und versuchten aus dem Raum wieder heraus zu kommen, doch jeder, der nur eine falsche Bewegung machte, wurde niedergeschlagen.

Nel, Fayt und Albel machten kurzen Prozess mit den Wachen und es dauerte nicht lange, bis sie alle ausgeschaltet hatten.

„Und nun zu Punkt zwei," meinte Nel, als sie sich dem naheliegensten Soldaten zuwandte.

„Ich wünschte, es gäbe einen anderen Weg..." flüsterte Sophia, als sie einen Helm in die Hand nahm.

„Uns bleibt nichts anderes übrig, der Sacred Orb ist viel zu stark bewacht, als dass wir da einfach so reinmarschieren könnten,"

Wortlos griffen sie sich die Aufrüstung der Männer und legten sie sich an.

Die Männer selbst wurden gefesselt und um hinteren Teil des Raumes zurückgelassen.

„Ugh...Hat sich der Typ in seinem ganzen Leben jemals gewaschen?" beschwerte sich Albel, der das Visier seines Helms hochgeklappt hatte.

„Reiß dich zusammen, es ist doch nur für eine Weile!" schnauzte Nel ihn an. Sicherlich war die Idee, sich als Soldaten zu verkleiden und sich unter ihre Feinde zu mischen nicht schlecht, aber momentan schienen die Negativaspekte zu überwiegen.

Jetzt blieb nur noch zu hoffen, dass sich ihre Hoffnungen erfüllten und nicht wieder irgendetwas dazwischen kam.