A
12. Steine im Weg
Terra Nova, Klinik, MedLab
~Jaliyah~
Sie stürmte durch das MedLab, bis sie neben Wash zum stehen kam. Sie sah ihre Vorgesetzte fragend und besorgt an. „Was ist? Warum sollte ich..."
„Okay... er ist sediert und schläft, hoffen wir das Shannon und Wallace ein Gegenmittel finden."
„Shannon, sie arbeitet allein daran. Wallace ist... zur Zeit nicht in der Lage," antwortete Wash, Dr. Camdon und sah erst zu Taylor dann wieder zu ihr. „Okay, also Nathaniel glaubt sich in Somalia und seine Familie retten zu müssen. „Was...aber...wieso?!"
„Irgendetwas bei Außenposten drei. Dr. Shannons arbeitet daran, allerdings leidet sie inzwischen auch an dieser seltsamen Amnesie und Dr. Wallace ist schon geraume Zeit nicht mehr in der Lage zu arbeiten," erklärte Wash und schüttelte seufzend den Kopf. Jaliyah schloss die Augen und lief einige Meter weiter über den Korridor, niemand sollte sehen wie besorgt sie wirklich war. Taylor wusste nicht mehr wo er war, orientierungslos? Begriff er diese Tatsache?
Wenn, dann musste es schlimmer für ihn sein, als für viele andere. Sie wusste er war außer Soldat, vor allem auch stolz auf das was er war. Besorgt fragte sie ob sie zu ihm dürfe und war erleichtert als der Arzt es erlaubte. Wash nickte ihr kurz zu. „Mach Meldung sollte er aufwachen, oder sich sein Zustand ändern."
„Alles klar."
Wash zögerte, zog ihre Sonic aus der Tasche und reichte sie ihr. Verwirrt sah Jaliyah von der älteren zur Waffe, in ihrer Hand. Wash aber nickte und sah sie mit Nachdruck an. „Glaub mir, wacht er jetzt auf, wirst du sie gebrauchen. Wie ich vorhin. Nimm sie!"
Sie nahm die Waffe und schob sie zwischen ihren Gürtel, Wash nickte und ging. Sie aber blieb und trat zögernd durch den Vorhang zu dem Mann den sie liebte. Bedauernd strich sie ihm über den Arm. „Es scheint fast, als... sollte es nicht sein, dass... zwischen uns, immer... wenn wir einen neuen Schritt tuen wollen, dann... kommt etwas dazwischen. Der Sixer, diese kleinen Saurierbiester... die Kolonie, diese Amnesie- Krankheit."
Sie seufzte schüttelte den Kopf und setzte sich auf die Bettkante. Sie nahm seine Hand und drückte sanft. „Ich weiß du kommst zurück zu mir. Ich... bin hier, okay?" Sie stand auf, beugte sich vor und küsste seine Stirn, ehe sie Abstand zwischen ihm und ihr brachte. Sie hatte Washs Warnung noch genau im Ohr und war sich zu sehr bewusst, das er es nicht wollen würde, in seinem Zustand die Kolonie in Gefahr zu bringen. Also musste sie jetzt dafür sorgen, dass falls er wach wurde, auf keinen Fall an Washs Waffe und damit hier heraus kam.
X
Einen Tag später
Es war gegen vierzehn Uhr am nächste Tag, ehe er aufwachte und sie ansah. „Was mache ich hier? Jaliyah, Wash! warum bin ich gefesselt?"
Sie atmete erleichtert auf und sah zu der Ärztin ihr gegenüber und zu Wash die am Türrahmen lehnend dastand. „Taylor, wissen sie nicht mehr was passiert ist?" Fragte Shannon. Er aber nickte, mit einem Blick der klar machte, das er diese Situation keineswegs komisch fand. „Doch klar, die …. was ist im Außenposten drei passiert, ich weiß nicht wie ich hierher kam. Nur das alle... irgendwie auf dem Stand von kleinen Kindern waren und..."
Jaliyah trat vom Bett zurück und die Ärztin erklärte ihm, womit er infiziert worden war und wie sie dies umgekehrt hatten. Sie sagte ihm auch, das er nun vermutlich eine Erkältung bekommen würde. Anschließend löste sie die Fesseln und ging mit Wash hinaus.
Jaliyah blieb und ging langsam wieder zu ihm. Er saß nun auf der Bettkante und nahm sie in den Arm. „Ich weiß das du hier warst, du...wolltest warten. Ich... hatte keine Ahnung wer du bist, aber... als ich aufgewacht bin, habe ich mich wieder erinnert." Er hob ihr Kinn an und küsste sie innig. „Ich liebe dich, mehr als mein Leben."
Sie nickte. „So wie ich dich."
Er nickte und strich ihr durch das Haar, legte seine Hände an ihr Gesicht und sah sie fest an. „Und... es ist nicht wahr, das immer etwas dazwischen kommt, wenn wir einen Schritt vormachen. Aber wenn... dann, hat es meine Liebe nur stärker gemacht." Er zog sie fest an sich. „Lass uns nach Hause gehen."
Sie nickte und wollte schon gehen, doch er nahm ihre Hand in seine. Überrascht sah sie ihn an. „Offiziell oder nicht, ich will dich an meiner Seite." Er lächelte und sie lächelte zurück. Hand in Hand verließen sie die Klinik.
xXx
Terra Nova, Kolonie, Kommandostand
~Jaliyah~
Sie stand neben ihm und nachdem nun auch der letzte eingetreten war, machte Taylor mit einer einzigen Geste allen klar, wieso sie wohl hier waren. Er zog sie zu sich und legte einen Arm um sie. Nein, deutlicher hätte er wohl nicht sagen können, Sie gehört mir
Sie schaute sich um, sie entdeckte erstaunte Gesichter, verwunderte Gesichter und grinsende Gesichter. Es war wirklich interessant zu sehen, wer von ihren Freunden den Gerüchten wohl doch den ein, oder anderen Glauben geschenkt hatte und wer nicht. Taylor zog sie noch etwas näher, sie lächelte unwillkürlich. „Ihr seit heute hier, weil wir euch etwas mitzuteilen haben."
„Das ihr zusammen seit? Das weiß die halbe Kolonie, seit Wochen, Taylor!" Rief Boylan und grinste ihm zu. Sie sah neben sich, zu Nathaniel auf und lächelte, fasste seine Hand und streichelte diese. Ihr Verlobter schüttelte den Kopf. „Das dies mehr als Gerücht ist, ja. Aber genau genommen, seit ihr hier, weil wir uns verlobt haben." Antwortete Taylor. Jetzt waren es entgeisterte Blicke, Verwunderung und ein wenig Unglauben. Taylor nickte nur. „Ja, wir haben uns verlobt und wir werden es der Kolonie am Harvest- Festival mitteilen."
„Na, dann... im Namen unserer Männer und Frauen, Gratulation," sagten Guz und Wash fast unisono. Sie grinsten, wie auch die beiden anderen.
„Wann ist Hochzeit?" Wollte Reilly Minuten später wissen, als sie sich umarmten. Jaliyah grinste und lachte leise auf. „Er hat doch eben erst gefragt," sie schüttelte lachend den Kopf. „Nicht so bald."
„Nicht so bald?" Fragte Nathaniel plötzlich hinter ihr und schlang die Arme um sie, „Mmh, ich dachte da so an morgen?"
Sie zuckte zusammen und ihr Kopf fuhr herum. „Nathaniel!" Er grinste, schenkte ihr ein beruhigendes Lächeln und sie wusste, er machte Spaß. Sie atmete tief durch, alle anderen begannen laut zu lachen. Sie seufzte und er küsste ihren Hals. Es fühlte sich so gut an, dass er dies vor allen anderen tat, zugleich aufregend und ein wenig unangenehm, sollten sie das so offen praktizieren?
Sie drehte sich in seinen Armen herum und schaute ihm fragend in die Augen. „Wirklich? So rasch fragte sie leise."
Er schüttelte den Kopf und küsste ihre Stirn. „Hier, im Gegensatz zur alten Welt weiß ich dich versorgt. Wir haben also Zeit." Sie nickte und küsste ihn flüchtig auf die Wange, sie wollte sich danach von ihm lösen, doch er hielt sie zurück. Fragend schaute sie ihn an. „Du weißt doch, ich lasse dich nicht mehr gehen." Sie grinste und schaute hinüber zu den anderen, die nun respektvoll Abstand hielten und bemüht waren, nicht in ihre Richtung zu schauen. „Nicht mal zu unseren Freunden?" Er lächelte verschmitzt: „Das sollte ich vielleicht überlegen, es würde mehr Zeit für uns bedeuten." Sie schlug im verspielt auf die Brust und ging hinüber zu den anderen.
xXx
Eine Woche später
Terra Nova, Kolonie, Wache
~Jaliyah~
Sie stand oben auf dem Wachtturm, als sie einen Rover und ein Rhino bemerkte und fuhr herum. „Reynolds! Haben wir Fahrzeuge draußen?"
„Nein," kam die knappe Antwort von unten. „Tor schließen!" Rief sie nach unten und rief über ihr Kom nach Guz und Taylor. Na wunderbar, wars das schon wieder mit dem ruhigen Mittagessen? Na ich hätte es mir wohl denken können? Nachdem, das Mädchen gestern Nacht am Zaun auftauchte? Sie stöhnte und kletterte rasch die Leiter vom Wachturm hinunter. Kaum war sie unten, eilte ein anderer Soldat hinauf.
„Raigon! Nähert sich sonst noch jemand?" Rief sie hoch. Der zweite Soldat im Turm verneinte, korrigierte sich aber dann, als Guz und Taylor herbeigerannt kamen. „Wie viele?" Fragte Taylor, als Raigon antwortete: „Zwei Fahrzeuge und drei zu Fuß, zwei sind... unsere Leute!"
Taylor knurrte. „Wash und Hunter."
„Was haben sie draußen gemacht?" Fragten sie und Guzman unisono. Taylor warf ihnen finstere Blicke zu. „Den Rucksack von dem Mädchen suchen. Ich hatte die ganze Zeit schon ein schlechtes Gefühl, bei diesem Kind. Alleine im Dschungel? Nachts?"
Sie trat einen Schritt vor und schüttelte den Kopf. „Die Shannons glauben nicht das sie mit dem Wunsch zu ihrer Großmutter zu wollen gelogen hat, oder... was den Wunsch betrifft, von Mira wegzukommen."
„Vielleicht, doch das bedeutet auch nicht, dass sie nicht ein Spitzel ist." Antwortete Taylor und sah zu den Soldaten am Tor. „Hoch mit dem Ding!" Rief er und trat durch das Tor hindurch, kaum dass es weit genug geöffnet war. Sie wollte ihm folgen doch Guz hielt sie zurück. „Seine Kolonie, seine Regeln."
Sie nickte frustriert und folgte dem Wortwechsel der beiden Kontrahenten mit wachsendem Unbehagen. Mira wollte ihm nicht glauben, dass er die Kleine nicht gefangen hielt und er wollte seine Leute zurück. Beide wirkten sie hart und stur auf ihrem Recht beharren zu wollen. Mira verpasste Wash einen harten Schlag, der ihre Gefangene auf die Knie, zu Boden gehen ließ. Schließlich gab Mira nach, sie wollte es von dem Kind selber hören, ehe die Gefangenen frei kamen. Jaliyah seufzte. Er drehte sich just dem Moment um. „Shannon! Bringen Sie das Kind hier her! Sie soll es Mira selbst sagen, dass sie hier bleiben will!" Rief er und sah danach sofort wieder zu Mira.
Fünf Minuten später stand Shannon mit Leah am Tor und wollte hinaus. Doch sie trat ihm in den Weg, lächelte Leah entgegen und streckte ihr eine Hand hin. „Komm her, keine Angst. Du musst nicht zu ihr, okay?"
Das Kind nickte, nahm ihre Hand und folgte ihr. Obwohl er es gut verbarg, bemerkte sie wohl, wie sehr es ihm missfiel sie hier neben sich zu haben. Sie glaubte nicht, das Mira, oder sonst wer es bemerken würde und ignorierte es somit. Sollte er sich nur daran gewöhnen, sie würde sicherlich nicht irgendwo weit innerhalb der Siedlung abtauchen, während er sich hier draußen zur Zielscheibe machte. Sie sah hinunter auf Leah, die Kleine wich halb hinter ihr zurück, als Mira nun vortrat.
„Hey, Leah. Komm her! Wir gehen nach Hause!"
Das Mädchen rührte sich nicht, doch Jaliyah spürte, wie sie ihre Hand fest drückte und nun mit beiden Händen umklammerte. Sie war sich fast sicher, das die Kleine zitterte. Hatte sie solche Angst? Vor Mira? Wieso? Okay, sie war laut dem Doc ein wenig unterernährt und etwas ungepflegt gewesen, doch definitiv war sie körperlich scheinbar weder misshandelt noch geschlagen worden. Sie runzelte die Stirn und suchte in Leahs und Miras Blicken, nach irgendeinem Hinweis.
„Leah! Komm jetzt, es reicht!" Rief Mira und machte noch einen Schritt vor. Leah aber wich jetzt einen Arm breit zurück, gerade soweit, das ihre Hände Kontakt hielten. Sie schüttelte den Kopf. „Ich...ich will nicht!"
„Du willst nicht?!" Fragte Mira und stellte sich wieder aufrecht hin, ihr Blick wurde kalt und hart. Böse funkelte sie das Mädchen an. „Undankbares Ding!"
„Sie ist nur ein Kind!" Rief Jaliyah und hatte Mühe sich zurückzuhalten. Er warf ihr einen mahnenden Blick zu, sie nickte und schwieg. Leah drückte sich gegen sie.
„Behaltet sie! Werdet glücklich mit einem zu fütternden Mund mehr! Sie kann sich ihr Essen ohnehin nicht verdienen!" Rief Mira und machte auf dem Absatz kehrt. „Wir kehren um!" Rief sie laut und ihre Leute drehten die Fahrzeuge herum. Mira grinste ihnen böse entgegen, trat Wash hart in den Rücken, so dass diese stöhnend vorn über kippte. Hunter und Taylor riefen gleichzeitig nach ihr. Jaliyah warf Mira einen eisigen Blick zu, die lachte und sprang auf den Rover, dann fuhr auch dieses Fahrzeug davon.
Sie beugte sich vor Leah hinunter und schickte sie zurück zu Jim Shannon, welcher am Tor wartete, erleichtert lief die Kleine los und sie eilte Taylor nach. Der half Wash eben in eine aufrechte Position und schnitt die Fesseln mit ihrem Messer los. Sie befreite Hunter und beugte sich hinunter zu Wash. „Ist sonst was verletzt, außer Stolz und Nase?" Fragte sie leise. Wash hob den Kopf, sah sie den Bruchteil einer Sekunde an und grinste dann Taylor entgegen. „Deine Verlobte hat deinen Humor schon übernommen, wie ich sehe. Wunderbar," sagte sie sarkastisch. Jaliyah starrte sie an. Er aber lachte munter auf, „Ihr fehlt nichts," sagte er und klopfte seiner Second kräftig auf die Schulter, sie zuckte zusammen und er grinste. „Vielleicht ein paar angeknackste Rippen."
Er reichte Wash die Hand und half ihr auf. „Ich sag Shannon Bescheid und dann..."
„Nein, du machst das."
Jaliyah fuhr herum, sah unsicher von Wash, welche widersprochen hatte, zu Taylor. Der nickte nur amüsiert. „Irgendwelche Probleme damit Private?"
„Ähm...nein, Sir. Okay, dann...äh...gehen wir also ins Lazarett."
Wash nickte und ging vor, Hunter folgte ihr, er hatte einen größeren Schnitt am Arm, nichts ernstes aber. Sie sah zu Taylor und folgte dann den beiden älteren. „Irgendwie... hatte ich mir diesen Abend echt anders vorgestellt."
Er nickte. „Ich auch. Das holen wir nach." Sie nickte und wandte sich ab. Sie begann zu ahnen, dass sie sich den falschen Mann genommen hatte, wenn sie geplante Abende wollte, oder ihn eben nicht erzogen hatte. Sie grinste über diesen Gedanken und schüttelte den Kopf. Nein, alles andere wäre nicht mehr Taylor. Der Mann, den sie liebte.
xXx
~Nathaniel Taylor~
Nicht zum ersten mal fragte er sich, ob er Jaliyah wirklich gerecht werden konnte, ob er wirklich all die Zeit erübrigen würde können, die sie verdiente, auf die sie als Ehefrau ein Recht hatte.
Diese und andere Zweifel hatten ihn nicht die erste Nacht wachgehalten, doch seit dem Vorfall am Außenposten 3 immer wieder und immer öfter. Sie verdient einen Mann, der Zeit für sie hat, nicht nur einen der sie liebt. Einen Mann, für den sie das wichtigste ist, nicht nur in bestimmten Stunden, keinen, der neben ihr noch andere Verpflichtungen hat. Und...bin ich nicht eigentlich doch schon zu alt,...zu alt um das ganze ein zweites mal anzugehen, mit einer...so viel jüngeren Frau?
Er schloss seine Augen und verschränkte fest seine Arme. Er wusste nicht, wieso ihm am Anfang keine Zweifel gekommen waren und wieso sie ihm jetzt kamen. Noch wollte er Jaliyah missen, da war er sich sicher, dennoch... Dennoch...ist es richtig von mir, sie zu halten? Sie ist...
„Nathaniel?"
Er hörte wie sie durch die Dunkelheit langsam näher kam und wollte sich umdrehen, doch da lag ihre warme Hand schon in seinem Rücken und er zuckte unwillkürlich zusammen. Sie muss schon mitten im Raum gewesen sein, ehe sie sprach, wie hat sie... Er öffnete die Augen und sah vor sich in die Dunkelheit, er kannte die Antwort. Er selbst, Guz und Wash hatten sie ausgebildet und taten es noch immer, Und sie lernt schnell!
„Was ist? Was hast du? Du...bist so angespannt."
„Es...es ist nichts," sagte er rasch und drehte sich herum. Sie musterte ihn. Sie weiß, dass es nicht die Wahrheit ist. Er wusste, sie hatte es bemerkt, er sah es ihr an, selbst in diesem Halbdunkel. Er schwieg. So kurze Zeit und doch...Nein, nicht so kurz, ich kenne sie ihr halbes Leben!
„Nathaniel, bitte rede doch mit mir," bat sie leise und legte ihm die Hände an die Brust, sah zu ihm auf. Zum ersten mal seit Wochen, viel ihm wieder bewusst auf, wie viel kleiner als er sie war. „Nathaniel! Ich weiß genau du...dich quält etwas, seit Tagen, was...was ist es?"
Bei Gott! Solange schon?!
Er atmete tief durch, nahm ihre Hände in seine und spürte den Ring an ihrem Finger. Sein Ring. Ihm wurde plötzlich warm und er schloss kurz die Augen, kämpfte erneut mit sich, ehe er sprach. „Ich... ich verdiene dich nicht," sagte er leise und ließ sie langsam los, drehte ihr den Rücken zu. „Ich...ich könnte dir nie...niemals gerecht werden, du bist... so jung. Du sehnst dich nach mir, wie ich nach dir, aber... diese...Zeit werde ich hier nie haben, ich..."
„Sag mal, was soll das werden? Versuchst du mir einzureden, das ich mir jemand jüngeren suchen soll, mit anderen Prioritäten? Mit einer unkomplizierteren Vergangenheit? Jemand... der immer da ist und springt!" Rief sie laut aus, sie stand im nächsten Moment wieder vor ihm, griff seine Hände und kam dicht heran, schaute ihn ernst an und schüttete den Kopf. „Und was...was ist mit mir? Was ist wenn ich all das gar nicht will?" Fragte sie seltsam ruhig und ernst. Er hatte erwartet, dass sie wütend wurde, er wusste wie laut sie sein konnte. Doch das...
Sie zog seine Hände höher, bis zu seinem Brustbein. Sie blickte auf ihre vier Hände und wieder zu ihm. „Nathaniel, ich weiß was ich will, ich will dich! Ich weiß, was das bedeutet, vergess bitte nicht ich kenne dich. Heirate ich dich, heirate ich irgendwie auch die Kolonie. Stehe ich an deiner Seite, werde ich mit zur Zielscheibe, für Lucas, für Mira. Aber sie fürchte ich nicht und ihn... er ist dein Sohn. Glaub mir, das werde ich nie vergessen, aber wenn meine Wahl wäre dich zu verlieren, oder irgendwen sonst hier, oder aber ihm zu schaden,...verzeih mir, aber ich hätte nur die eine Wahl und es bliebe die Hoffnung, das du mir irgendwann verzeihst."
Erstaunt, dann erschrocken blickte er sie an. Sie ist bereit zu riskieren, mich zu verlieren, nur um mich zu retten? Sie würde... „Ich konnte es nicht." Flüsterte er.
Sie blickte ihn erschrocken an und schüttelte den Kopf. „Natürlich nicht, er ist dein Sohn. Ionies Kind." Sagte sie und küsste seine rechte Hand, streckte sich und küsste ihn auf den Mund. „Niemand sollte sich überhaupt dieser Frage gegenübersehen. Aber... Nathaniel, womöglich findet er doch nie einen Weg. Du kannst nicht alles kontrollieren, nicht über alle Wege wachen. Es reicht, wenn du unsere im Auge behältst, okay?"
Er nickte und zog sie zu sich. „Ich bleibe aber dabei, du bist mehr als ich verdiene."
Sie lächelte. „Das denke ich jeden Morgen und jeden Abend über dich, also... werde ich es dir nicht ausreden," antwortete sie leise. Er schloss sie in seine Arme und zog sie fest an sich. In diesem Moment kamen ihm seine Zweifel lächerlich vor. Dafür aber hatte sie eine andere, alte Sorge geweckt: Lucas.
„Hey, denk nicht an ihn, komm wieder mit ins Bett, ich verspreche dir, du wirst... keine Zeit mehr für trübe Gedanken haben." Sie warf ihm einen eindeutigen Blick zu, trat sehr langsam immer weiter zurück, bis sich ihre beiden Hände lösten. Sie grinste und öffnete ihren ohnehin kurzen Morgenmantel. Dann glitt der Stoff zu Boden und er grinste. „Mrs. Taylor... sie kennen mich zu gut," sagte er und starrte sie an. Sie stand vor ihm, in einem schwarzen Nichts aus Spitze. Just dem Augenblick, wo er sich fragte, wie sie daran gekommen war, glitt ihr schwarzer String zu Boden. Er hob die Braue. Er hatte nicht mal gewusst, das sie einen besaß, bisher kannte er nur die engen Hotpants, sie gefielen ihm eigentlich nicht mal schlecht. Sie zog einen Zipper am Dekolleté nach unten und gab noch mehr Einblicke, an denen der durchsichtige schwarze Stoff fehlte.
Er spürte wie sich bei ihm etwas regte und ging zu ihr. Verdammt! Wie sehr ich sie liebe und will!
xXx
PIEP!
Er stöhnte und drehte sich auf den Rücken um nach links nach seinem Kom zu langen. Doch er fand nicht mal die Kommode. Verwirrt griff er erneut ins Leere. Er öffnete missmutig die Augen und fragte sich unwillkürlich wie spät es wohl war, denn es war noch immer dunkel. In dem Moment spürte er sein kleines Komlink an seinem anderen Unterarm. Er nahm es von Jaliyah entgegen und meldete sich, sie machte gleichzeitig neben ihm Licht. Jetzt bemerkte er, auch, warum er eben links von sich nichts gefunden hatte, sie lagen mit dem Kopf am Fußende. Er warf ihr einen fragenden Blick zu, sie zuckte unschuldig die Schultern. In dem Moment klickte sein Kom und Shannon, meldete sich.
Leah! Sie wollte abhauen! Sie hat...
Er deaktivierte sein Kom und stand auf. „Verdammt!"
„Was ist?"
„Leah, sie hat etwas geklaut und wollte es zu Mira bringen. Ich muss gehen."
„No way!" Antwortete sie und fasste seinen Arm, als er mit der Hose an, gehen wollte. „Zwei Dinge! Erstens: Nicht ohne Kuss! Zweitens nicht ohne den Ring dort!" Sie zeigte auf seine Kommode. Er grinste, holte erst den Ring, gab ihr zwei Küsse und stand auf, suchte sein Shirt. Sie lachte. „Im Flur." Sagte sie prustend, „Nimm doch ein neues."
Er ging zum Schrank, während sie aufstand und ins Bad ging. Als er sich seinen Gürtel umlegte, mit seinen Waffen, kam sie fix und fertig auf ihn zu. „Okay, gehen wir."
„Wir? Ich."
„Stellen wir eines klar! Ich bleibe nicht immer sicher hier in einem Haus und du gehst da raus!"
„Ich wusste doch es muss nach heute Nacht einen Hacken geben," sagte er und seufzte tief. Sie grinste und zuckte die Achseln. „Tja, mich gibt's auch nicht im Low-Pack. Du hast deinen Stolz und ich meinen."
Er nickte, nahm ihre Hand und zog sie mit sich. „Komm mit!"
