Und? Schon eine Idee, wo unsere Beiden jetzt auftauchen? Draco hatte immerhin angedeutet, dass Harry sich darüber freuen würde?
Here We Come a Wassailing by Cheryl Dyson
Chapter 12
Zum ersten Mal an diesem Abend erkannte Harry das Haus sofort als sie davor erschienen. Er starrte Malfoy überrascht an, doch der Slytherin drückte bereits auf die Klingel. Weihnachtliche Glöckchenklänge ertönten aus dem kleinen Haus.
Die Tür schlug auf und ein kleiner Junge quietschte hocherfreut auf. „Cousin Draco!" Er warf sich Malfoy in die Arme und Harry fiel die Kinnlade herunter. Es brauchte erst ein Grinsen von Malfoy damit er den Mund wieder mit einem fast hörbaren Schnappen schloss.
Andromeda Tonks erschien hinter ihrem Enkelsohn und lächelte Malfoy an. „Hallo, Draco!"
„Guten Abend, Tante Drommie. Ich bin sicher, du kennst Harry Potter."
Sie trat vor das Haus und nahm Harrys Hände in ihre. „Natürlich kenne ich Teddys Paten. Jetzt kommt schon aus der Kälte, ihr Beide."
„Vielleicht für einen Moment", sagte Malfoy und ließ sich von Teddy nach drinnen ziehen. Er grinste Harry an, der sich fragte, was der Blonde wohl vorhatte, aber trotzdem folgte. Harry war froh, Teddy und Andromeda zu sehen.
„Was bringt euch denn nach hier Draußen?", fragte Andromeda und lief auf einen Tisch zu, der mit einer silbernen Teekanne und robust-aussehenden Tassen beladen worden war.
„Harry und ich sind Weihnachtssänger", erklärte Malfoy.
Andromeda, die gerade beim Teeeingießen gewesen war, hielt inne. „Weihnachtssänger?"
„Diese Reaktion bekommen wir schon den ganzen Abend", erzählte Harry und zog sich dankbar die dicke Robe aus, die er über seiner Kleidung trug. Teddy warf die Arme um Harrys Hüfte und drückte ganz fest zu.
„Hast du mir Geschenke mitgebracht?", verlangte er zu wissen.
„Teddy, ich habe deine Geschenke letzte Woche gebracht. Sie liegen schon unter dem Baum."
Teddy schmollte. „Ich will mehr."
„Teddy!", tadelte Andromeda. „Noch länger dieses Verhalten und ich schicke deine Geschenke sofort wieder an Harry zurück!"
Teddy blickte schuldig drein und sein grünes Haar wurde zu einem dunklen Braun. „Tut mir leid", sagte er. „Du musst mir keine Geschenke bringen, Harry."
„Wir sind hier, um dir etwas vorzusingen, Teddy", sagte Malfoy. „Welches Weihnachtslied würdest du gerne hören?"
„Jingle Bells!", kreischte Teddy und hüpfte auf und ab.
„Oh, Godric. Bitte nicht", stöhnte Harry.
Teddy sah ihn mit gerunzelter Stirn an. „Du bist nicht in Weihnachtslaune, Harry", sagte er mahnend, löste sich von Harrys Seite und lief zu Malfoy.
„Frosty der Schneemann?", schlug Andromeda vor.
„Frosty der Schneemann?" Malfoy sah Harry verwundert an; scheinbar gehörte Frosty nicht zum Reinblüterrepertoire. Harry lächelte und begann mit dem Lied. Malfoy eignete sich den Refrain schnell an. Und dann dachte er sich noch ein paar Witzverse aus, über die Teddy bald wie verrückt kicherte.
Selbst Harry lächelte als sie den Song zu Ende gesungen hatten. Er sah Malfoy jetzt in ganz neuem Licht. Noch nie hatte er ihn so entspannt und ausgelassen kennengelernt.
„Und die Kinder weinen als er nicht mehr steht auf Beinen…", sang Malfoy und Teddy hielt sich den Bauch vor Lachen.
„So geht das nicht!", rief der Junge fröhlich.
„Nun, er schmilzt doch?"
Teddy nickte und gluckste.
„Ein Schneemann wäre ein furchtbarer Freund", erklärte Malfoy, hielt den Jungen eng an sich und kniete sich hin, um auf seiner Augenhöhe zu sein. „Du könntest nie auf dem Bett sitzen und Bertie Botts Bohnen sortieren. Und kannst du dir vorstellen, wie er Quidditch spielt? Er würde sofort vom Besen rollen!"
Harry dachte, Teddy würden sich jeden Augenblick wehtun, so sehr lachte er. Andromeda seufzte.
„Draco, vielen Dank, dass du ihn so aufgezogen hast. Jetzt ist er bis Mitternacht wach."
Malfoy grinste. „Gern geschehen, Tante Drommie."
„Drommie", wiederholte Teddy und kicherte.
„Ich glaube es ist Zeit, dass kleine Jungs ins Bett gehen", sagte sie scharf. Teddy ernüchterte sofort.
„Tut mir leid. Ich benehm' mich."
„Wir müssen sowieso gehen, Teddy, Liebling", sagte Malfoy.
„Oooooooh!"
„Noch eine Umarmung."
Teddy warf die Arme um Malfoys Hals und drückte fest zu. Harry spürte einen Stich im Herzen. Teddy ließ Malfoy los und kam hinüber gelaufen um auch ihn zu umarmen. Einen Moment lang hielt er seinen Patensohn ganz eng an sich.
Malfoy umarmte Andromeda und küsste ihre Wange. „Fröhliche Weihnachten, Tantchen."
„Fröhliche Weihnachten, Draco." Sie entließ ihn und lehnte sich über Teddy um Harry zu umarmen. „Fröhliche Weihnachten, Harry."
Er umarmte sie fest und Teddy schob sich weg. „Harry, jetzt musst du auch Cousin Draco umarmen", sagte er.
„Was?", fragte Harry.
Andromeda ließ Harry los und lächelte ihren Enkel an. „Teddy."
„Los, los, los!", verlangte Teddy.
„Natürlich, Eure Majestät", sagte Malfoy, überbrückte die Distanz mit schnellen Schritten und zog Harry in eine harte Umarmung. Einen Moment lang erstarrte Harry, dann griff er entschieden nach dem Blonden und umarmte ihn fest.
„Fröhliche Weihnachten, Harry", sagte Malfoy mit rauer Stimme und sein warmer Atem kitzelte über Harrys Ohr.
„Fröhliche Weihnachten", wiederholte Harry und ließ seine Lippen verrucht über Malfoys Hals streicheln. Wenn der Blonde spielen wollte, dann würde Harry seinen Turm rochieren und alles hineinstecken.
To be continued…
Oooooh. Was ist denn da los? *quietscht*
