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Here we go:

Kapitel 12: wo Liebe herrscht, ist Hass nicht weit…so auch der Tod

Harry schluckte. Nun wusste er also die Wahrheit über Hermines Gefühle. Es tat gut zu wissen wo er dran war, aber andererseits machte es ihm auch Angst.

„Und was ist mit Ron?", flüsterte er fragend.

„Ron? Hast du nicht bemerkt dass er in letzter Zeit viel mit Luna zusammen ist?"

„Um ehrlich zu sein, nein."

Eine betretene Stille trat ein.

„Was ist mit dir? Was fühlst du?" Hermines Frage schlug wie eine Bombe in den totenstillen Raum ein.

„Das gleiche. Aber ich habe Angst."

„Angst wovor?"

„Davor euch zu verlieren… an Voldemort."

„Du weißt genau, dass mir egal wie auf seiner Abschussliste stehen. Ich habe es dir bereits gesagt und ich tue es immer wieder."

„Ich weiss…es tut mir leid aber…entschuldige mich bitte." Damit stand Harry auf und verlies den Raum der Wünsche auf schnellstem Wege. Er lief direkt zum Astronomieturm. Es war Mitternacht und eine sternenklare Nacht. Da Neumond war, sah man abermillionen Sterne am Himmel. Harry lehnte sich gegen die Brüstung und suchte den Himmel ab. Er suchte einen Stern unter Millionen und doch war dieser eine etwas besonderes für ihn.

„Was soll ich tun, Sirius? Auf mein Herz hören oder meinen Verstand siegen lassen", flüsterte er in die Stille hinein. „Ich will sie nicht verlieren…verdammt warum muss das Leben so kompliziert sein?" Er schritt zurück bis er die Mauer im Rücken spürte und liess sich auf den Boden sinken. Er schloss die Augen und versuchte sich eine Zukunft mit Hermine vorzustellen, ohne Voldemort, ohne die tägliche Angst zu sterben… und es funktionierte. Er hatte die Zuversicht diesen Schritt zu gehen auch wenn er etwas davor zurückschreckte. Seine Gedanken schweiften weiter ab bis er eine vertraute Melodie hörte. Er brauchte die Augen nicht zu öffnen um zu wissen, dass Hermine neben im stand und summte. Und doch tat er es während er aufstand. Er sah ihr zögerlich in die Augen und versuchte ein Lächeln zustande zu bringen, wobei er jedoch kläglich versagte.

„Wenigstens weiss ich immer wo du zu finden bis…", murmelte Hermine.

„Bin ich so leicht zu durchschauen?"

„Ja, das bist du." Hermine lächelte.

„'Mine…ich…liebe dich." Harrys Stimme versagte ihm, doch sie hatte ihn verstanden. Sie nahm ihn in den Arm und spürte, dass er weinte.

„Aber ich habe eine wahnsinnige Angst dich zu verlieren."

„Shhh, sag nichts mehr. Ich weiss, dass du Angst hast und ich würde lügen wenn ich sagen würde, ich hätte keine Angst. Aber so ist das Leben. Voller Risiken, voller Gefahr. Wir müssen damit leben." Harry löste sich ein wenig von ihr und sah ihr in die Augen. Er verlor sich fast in ihnen. Er zögerte bevor er ihre Lippen mit seinen versiegelte. Beide gaben sich diesem Kuss gänzlich hin. Sie bemerkten nicht wie eine dritte Person zu ihnen stiess und sich vernehmlich räusperte.

„Ich störe euch beide ja nur ungern, aber Dumbledore schickte mich euch zu suchen. Hier rüber reden wir später.", sagte Ron ohne jegliche Emotion. Harry wollte ansetzen etwas zu sagen doch etwas an Rons Blick hielt ihn davon ab. Gemeinsam gingen die drei zu Dumbledore. Der Wasserspeier lies sie ohne Passwort durch, auch mussten sie nicht an der Tür klopfen.

„Da seit ihr ja. Es tut mir leid euch zu dieser nachtschlafenden Zeit herholen zu müssen, doch ich muss euch etwas Wichtiges mitteilen. Vor wenigen Stunden fielen Todesser im Lingusterweg ein." Bei Dumbledores Worten verkrampfte sich Hermines Hand um Harrys. Dumbledore atmete noch einmal tief durch.

„Bei diesem Überfall wurden drei Menschen getötet und eine weitere wird die nächsten Stunden nicht überleben."

„Wer?", fragte Harry, nicht wissend ob er die Antwort wissen wollte.

„Arabella Figg, Petunia und Vernon Dursley. Und… Dudley liegt im St.Mungos, wird aber noch vor Morgengrauen nicht mehr unter uns weilen. Er wurde mit dem Cruciatus Fluch gefoltert bis er den Verstand verlor und ist der Zeit in dem gleichen Zustand wie Nevilles Eltern. Doch hinzu kommt noch, dass er schwere innere Blutungen hat. Zu schwerwiegende um sie auch mittels Magie heilen zu können." Dumbledore blickte Harry aus traurigen Augen an.

„Harry, wenn ich irgendetwas für dich tun kann, dann sag es bitte."

„Ja, das können sie, Sir. Wissen sie irgendetwas neues über Remus?"

Dumbledore schluckte.

„Ja, das weiss ich."

„Was?"

„Er ist über den Berg. Seine Wunden fangen an zu heilen. In zwei Wochen wird er wieder hier sein."

„Danke. Wenn ihr mich entschuldigen würdet." Harry verlies den Raum ohne noch einmal zurück zu blicken. Er lief geradewegs in den Gryffindoreturm und hoch in den Jungenschlafsaal. Er zog sich um und lies sich ins Bett fallen. Unglaubliche Müdigkeit überfiel ihn. Nicht Müdigkeit aus Erschöpfung, sondern aus Verzweifelung. Er fiel in einen unruhigen Schlaf und träumte einen Alptraum aus dem er bis zum Morgen nicht mehr erwachen sollte:

Siehst du sie? Na Potter? Wohin hat ihre Liebe zu dir sie gebracht? Ganz recht, zu mir. Und damit zum Tod. Du bist Schuld daran, dass deine kleine Freundin tot ist." Er kannte diese kalte, hohle Stimme nur zu gut. Er kämpfte gegen die Bilder an, doch half es nichts. Vor ihm lag seine Hermine. Tot, kalt, leicheblass. Das einzig Friedliche an ihr, war das kleine Lächeln auf ihren Lippen.

Was bist du für ein Monster, das seine Freunde für es sterben lässt, statt selbst zu kämpfen und sich mir entgegenstellt? Es scheint leichter zu sein, seine Freunde vorzuschicken, damit man nicht mehr die ganze Drecksarbeit machen muss, nicht wahr? Du bist armselig, Potter. Du hast keine Freunde verdient. Stell dich endlich dem Tod! Komm und zeig mir was du kannst. Stell dich mir entgegen wie dein Vater es einst tat. Ja, Potter, dein Vater war ein Kämpfer. Nicht so feige wie sein Sohn. Glaub mir, er würde sich im Grabe drehen, wenn er wüsste wie schwach, wie erbärmlich ein Sohn wäre."

HALT DIE KLAPPE!"

Nana, hab ich etwa einen Nerv getroffen? Sieh an, du glühst ja förmlich vor Wut. Gut, gut… weißt du, in gewisser Weise habe ich sogar Mitleid mit dir. Der arme kleine Harry Potter. Ohne Eltern aufgewachsen, keine Freunde bis zum ersten Hogwartsjahr. Alles was du kannst ist, dich selbst zu bemitleiden. Sieh der Wahrheit ins Gesicht und erkenne, dass du nur ein Monster bist. Schlimmer als ich es je sein könnte. Opferst deine Freunde wie Ratten die der Schlange zum Frass vorgeworfen werden. Ach, schöner Vergleich nicht? Ich bin ein Genie. Die Ratten sind deine Freunde und ich bin die Schlange. Ich sage dir nur eins, Harry Potter, entscheide klug. Denn wenn nicht, werden noch mehr sterben. Einer nach dem anderen wird fallen. Einer nach dem anderen wird einen qualvollen Tod sterben. Einer nach dem anderen… bis nur noch du allein übrig bleibst. Du, aller Freunde, allen Glaubens beraubt, unfähig noch klar denken zu können. Du wirst dein eigener Richter sein Harry. Du allein hast die Macht über Leben und Tod gebieten zu können. Du magst der sein, der über mich siegen mag. Doch bedenke welchen Preis dieser Weg kosten wird. Gehe ihn alleine und sei sicher, dass deine Freunde leben oder gehe ihn gemeinsam mit eben jenen und sieh zu wie du sie in ihr Verderben laufen lässt."

Halt endlich den Rand du Bastard! Was weißt du schon über Freunde, Tom Riddle? Was weißt du schon über Liebe? Nichts. Du hattest nie Freunde. Du wirst diese Gefühle nie nachempfinden können, weil du schlichtweg keinen Quäntchen Gefühl besitzt. Alles was du fühlen kannst ist Gier nach Macht."

Schweissgebadet erwacht Harry am nächsten Morgen. In ihm hallten noch seine eigenen Worte wider, doch waren die Voldemorts stärker. Jedes einzelne Wort hatte sich in ihn eingebrannt. Er wusste, dass Voldemort Recht hatte. Ja. Ein Mal hatte dieser Bastard Recht. Er, Harry, alleine würde der Richter über Leben und Tod sein. Wie in Trance machte er sich fertig und ging hinunter in die Grosse Halle um zu frühstücken. Er sah Hermine am Tisch sitzen und gesellte sich zu ihr. Sie lächelte ihn an, doch war dort etwas in ihrem Lächeln das ihn verwirrte.

„Was hast du?"

„Hier, lies selbst." Sie hielt ihm die neuste Ausgabe des Tagespropheten unter die Nase:

MASSAKER IN SURREY: TODESSER ERMORDEN DREI MUGGEL UND EINE SQUIB

Wie uns heute morgen in aller früh berichtet wurde, ereignete sich in der Nacht ein wahres Massaker im Lingusterweg, Surrey. Todesser sind in das Haus Harry Potters Verwandten eingedrungen und haben diese mit dem Cruciatus und diversen anderen Flüchen dermassen traktiert, dass sie an deren folgen einen qualvollen Tod erlitten. Ebenso erging es Arabella Figg, der Nachbarin. Weitere Details fehlen.

„Harry…", versuchte Hermine zu ihm durchzudringen.

„Lass. Ich bin…ich…" er bekam kein weiteres Wort ausgesprochen, denn nun liefen unaufhaltsam Tränen seine Wangen hinab. Er fühlte sich so ungemein schwach. Er lies sich widerstandslos von Hermine in den Arm nehmen. Diese wiegte ihn wie ein Kind, auch wenn ihr bewusst war, dass die halbe Schule ihnen zusah, es kümmerte sie herzlich wenig. Harry vergoss stumme Tränen. Er wollte nicht mehr. Er hatte es satt immer der Gründ für das Leiden anderer zu sein. Als Professor MacGonnagal zu ihnen stiess, sah er sie aus roten Augen an.

„Mr. Potter, wenn Sie es wünschen, sind sie für die nächsten zwei Tage vom Unterricht befreit. Mein aufrichtiges Mitgefühl für den Verlust ihrer Tante, Onkel und Cousin." Damit ging sie wieder zum Lehrertisch. Nun war auch Ron zu ihnen gekommen, jedoch sah dieser sie nicht an.

„Ron? Was hast du?", fragte Hermine vorsichtig.

„Ich? Nicht. Nein, absolut gar nichts. Ich habe nur rein zufällig vor ein paar Stunden meine zwei besten Freunde knutschend auf dem Astronomieturm gefunden." Erwiderte er kaltherzig.

„Sieh mal, das war unser erster Kuss. Und ich schwöre die, wir hätten die spätestes jetzt gesagt, dass wir zusammen sind!", antwortete Harry ruhig.

„Ach ja? Dann sag mir mal warum du mir nichts erzählt hast von deinen Ferien?" dabei deutete er bedeutungsvoll auf Harrys Unterarme.

„Was soll mit denen sein?", fragte er unbehaglich.

„DAS!" Ron zerrte Harrys linken Ärmel hoch.

„Wieso hast du mir nichts von all dem erzählt? Ich dachte ich wäre dein bester Freund, Harry. Ehrlich, ich dachte das…" Wenn Ron am Anfang dieses Gespräches laut und zornig war, dann war er es jetzt nicht mehr. Er klang verletzt und enttäuscht.

„Hermine, entschuldige uns bitte." Harry stand auf, zog seinen Ärmel wieder runter und zerrte Ron mit in ihren Schlafsaal, der jetzt verlassen war.

„OK Ron, OK… ich sehe ein, dass es ein Fehler war, dir nichts hiervon zu erzählen." Demonstrativ zog er Umhang und Hemd aus, damit Ron den ganzen Ausmass der Wunden sah.

„Weißt du", begann Harry flüsternd," ich wollte dich nicht erschrecken, ich wollte dir nicht das gleiche antun wie Hermine. Sie hat meinen linken Arm gesehen, als dieser noch fast ohne Narben war. Als ich mich umziehen wollte, platzte sie in mein Zimmer und sah den Arm. Sie sah so… so geschockt aus. Ich hatte damals angst, sie hierdurch zu verlieren. Und jetzt hab ich genau die gleiche Angst bei dir…"

„Weshalb? Weshalb hast du all das getan? Diese Narben… sie sehen schrecklich aus." Ron schien sich wieder beruhigt zu haben.

Harry musste lächeln, auch wenn es ihm vollkommen absurd vorkam.

„Schrecklich? Nein… ich sehe sie als schön… schrecklich, aber schön. Sie haben die Kraft mich an meine Fehler zu erinnern. An den grössten Fehler meines Lebens. An Sirius Tod."

„Wieso hast du keinem von uns gesagt, wie dich sein Tod zerstört hat?"

„Weil ich dachte, ich würde euch nur auf die Nerven gehen und es ist doch ohnehin meine eigene Schuld, dass Sirius tot ist." Das nächste was Harry fühlte war ein brennender Schmerz in seiner rechten Wage.

„Harry Potter, du bist so ein hirnloser Idiot. Wir sind deine Freunde, kapier es endlich! Wir haben uns dazu entschieden mit dir durch diesen Krieg zu gehen! Wir wollen an deine Seite kämpfen. Wir haben es ganz allein entschieden. Du hast uns zu nicht, rein gar nichts gezwungen. Also hör endlich auf zu denken, du wärst allein und müsstest alleine kämpfen."

„Ich will euch aber nicht verlieren verdammt!" Harry brach emotional zusammen. Er sank auf den Boden und umfasste seine Knie. Er wirkte wie ein Kind das Angst hatte allein gelassen zu werden im Dunkeln.

„Du verlierst uns nicht, Harry. Du wirst uns nie verlieren. Denn, selbst wenn wir sterben, wir sind immer bei dir. In deinem Herzen."

Wie Voldemorts Worte zuvor, brannten sich auch diese ein. ihm wurde schwindelig, doch kam er taumelnd auf die Beine. Er stürzte ins Bad und schmiss die Tür hinter ihm zu. Er hasste sich. Er hasste sich für seine Gefühle und seine Schwäche. Schwäche die nicht zuliess, dass er seine Gefühle verbergen kann. Er suchte blind nach einer Klinge. Als er sie fand, sank er abermals gegen die Mauer auf den Boden. Er wollte wieder einen klaren Kopf bekommen. Er wollte seiner Gefühle Herr werden. Und dies konnte er nur erreichen in dem er schnitt. Und das tat er jetzt auch. Wieder und wieder lies er die Klinge über seinen rechten Arm fahren. Er wurde ruhiger, je mehr Blut über seinen Arm strömte. Er nahm gar nicht wahr, wie die Tür aufgestossen wurde und ein fassungslose Ron auf ihn starrte. Ron schloss die Tür und sperrte sie zu. Dann nahm er Harry die Klinge aus der Hand und warf sie weg.

„Hast du sie noch alle? Verdammt Harry… willst du dich wirklich umbringen? Du bist auf gutem Wege dahin.", flüsterte er immer noch fassungslos. Er half Harry auf und setzte ihn auf den Toilettendeckel. Er fing an, Harrys Arm vom Blut zu befreien und verband eben diesen mit den Verbänden aus dem Erste Hilfekasten. Danach ging er Harrys Hemd holen und gab es ihm. Er zog es ohne eine Regung an und ging mit Ron wieder zurück zu seinem Bett, auf welches er sich setzte.

„Warte hier, ich geh Hermine holen. Wenn du auch nur eine weitere Dummheit machst…bitte, ich will DICH nicht verlieren." Damit verschwand Ron und kam wenig später mit Hermine zurück.

„Ich lass euch beide alleine und gehe in den Unterricht. Ich erkläre MacGonnagal, dass du bei ihm bleibst Hermine." Diese nickte und wandte sich Harry zu, der immer noch blind in die Gegend schaute. Ohne grosse Worte nahm sie ihn in den Arm und gab ihm Halt so gut es ging. Etwas anderes konnte sie nicht für ihn tun. Worte halfen hier nicht mehr. Sie wollte bloss, dass er fühlte, dass er nicht alleine war. Nach einiger Zeit merkte sie, dass Harry eingeschlafen war. Sie legte ihn vorsichtig nieder und deckte ihn zu. "Du wirst nie wieder der sein, der du einmal warst… was macht dieser Krieg bloss aus dir? Du bist ein Wrack. Du bist mit Sirius gestorben und wir haben es nicht bemerkt…aber du sollst wieder anfangen zu leben…ich fürchte mich vor der Zukunft… jeden Tag könntest du deinem Leben ein Ende bereiten. Bitte, Harry, gib nicht auf. Kämpfe bis zum bitteren Ende. Ja, das Ende wird bitter sein… bitterer als alles je zuvor… ich weiss, es ist schwer…aber kämpfe!"