Und wir tauchen vom Anfang nun in den Anfang des Inneren ein =). Sprich, wir kommen nun zum Herz der FF, nachdem alles anfängliche geklärt wurde, gehen wir ans Eingemachte. Ich frag mich, ob ihr euch als Leser je gefragt habt, was zum Teufel die Titel meiner FF's mit der FF zu tun hatten, bevor ihr dann bei der Hälfte an kamt. Ich fürchte, das ist mit CoX nicht anders. Aber wo wär sonst die Spannung hin, wenn ich im ersten Kapitel sofort alles dazu sage XD

Review:

Mannequin: Sers =) Ah, jetzt kapiert. +Glühbirne leuchtet auf+ Und ehrlich gesagt, hatte ich darüber tatsächlich nicht nachgedacht. Logisch wärs wohl irgendwie schon, aber ich glaub, ich hab James genug damit gequält das dunkle Mal am Rücken abzubekommen. Anna hat ja auch noch das dunkle Mal an ihrem Arm. Interessant wärs wohl schon gewesen, aber ich tu mal so, als ob Voldemort es nicht für nötig hielt und glaubte, ein dunkles Mal reiche ihm vollkommen ^^

Oha, Bachelorarbeit =) Hab ich zum Glück hinter mir. Ich fürchte mich zwar schon vor der Masterarbeit, aber noch hab ich mindestens 2 Semester meine Ruhe. Willst du den Master bei dir auch noch machen?

Ich glaub, meine größte Angst zur Zeit ist, dass ich meinen Schreibfluss plötzlich verliere. Ihn für CoX wieder zu bekommen war anstrengend genug und hat immerhin 3 Jahre gedauert.

Mrs. Potter hab ich mir stets als eine sehr warmherzige Person vorgestellt und ihre Familie geht für sie über alles, auch über ihre Arbeit. Vor allem, da sie nun nur noch James hat. Ich bin noch am überlegen, wie lang sie überhaupt noch am Leben bleibt... Ich würd sie schon gerne irgendwie James und Lilli's Hochzeit erleben lassen, aber ich bin mir nicht sicher, ob sich das nicht mit den Ereignissen Widersprechen wird... wir werden sehen ^^

Mit Remus weiß es, meintest du, Remus weiß von wie man mit dem dritten Trank umgeht, oder? ^^ Er wusste es, weil Anna ihn eingeweiht hatte. Sie wollte von ihm auch, dass er Diana um Beistand bittet. Zudem (was nicht in der FF stand), nachdem er ihr beim zweiten Trank seine Meinung dazu sagte, wie er ihn verstand, fand Anna das einfach gut, jemanden zu haben, der ihr hilft. Remus war ja schon immer genauer und vorsichtiger als James und Sirius und Anna nutzte das, um ein wenig Hilfe zu haben. Remus soll ja nicht ganz untergehen in meinen FF's, auch wenn ich mich doch stets eher auf James und Lilli und zuweilen auch auf Anna und Sirius konzentriere.

Da bist du glaub ich die Einzige von meinen Lesern, die Diana mag ^^ In Black Heart mochten sie die meisten anderen glaub ich nicht. Ich persönlich mag sie auch. Leider hat mir Rowling durch Band 6 die Tour im Remus/Diana Paring versalzt. Denn durch Tonks kann das jetzt kein Happy End nehmen. Müst.

Danke fürs Review =) Hat mich wie immer gefreut. Feedback für eine FF tut guuuuuut XD Grüßle back


Chapter 12 – The power of Black Heart II

Anna saß halb auf Lilli's Schreibtisch, während diese neben ihr lehnte. Diana saß vollständig auf dem Schreibtisch von Frank, während Peter nach wie vor seinen Zauberstab gegen die Tür richtete. In der Mitte des Raumes lag James auf einer Decke umgeben von Kerzen in unterschiedlichen Farben und Düften. Zu einer Seite saß Sirius, zur anderen Remus. Alle drei hatten ihre Augen geschlossen, und zumindest Sirius und Remus hielten ihre Zauberstäbe an ihrer Hand.

„Anna?" fragte Lilli nachdem die Jungs bereits eine Weile lang in James Seele waren und sich nicht gerührt hatten. Erleichtert hatten sie festgestellt, dass auch James Körper keine neuen Wunden dazu bekam.

„Yep?" kam es von der Freundin, die jedoch ihren beobachtenden Blick nicht von den drei Jungs abgewandt hatte.

„Was ist an dem Zauber falsch gelaufen? Remus und ich dachten, dass es funktionieren müsste, aber Diana konnte nicht mehr zu James durch kommen."

Anna überlegte kurz bevor sie einen Schmollmund zog.

„Remus ist ein ausgezeichneter Zauberer und ich würde ihn jederzeit ohne zu zögern mein Leben anvertrauen, aber er ist eine Flasche in der Legilimentik."

Lilli und Diana verzogen beide verwirrt die Augenbrauen.

„Ein Zauber ist nur so stark wie die Magie desjenigen, der ihn ausspricht. Da Remus in Legilimentik nicht so groß ist, konnte sich auch Diana nicht lange in dem Zauber halten."

„Warum hast du den Zauberspruch dann nicht gerade noch mal gemacht, statt einen anderen zu verwenden?"

„Weil ich gerade kaum genug Kraft habe, um mich daran zu hindern sofort einzuschlafen. Sollte ich also wegdösen, musst du mich dringend anschubsen."

Ihre Freundin lächelte amüsiert.

„Aber du hast genug Kraft für diesen Zauber?" fragte Diana verwundert.

„Ich musste ihn ja nur aussprechen," antwortete sie und zuckte mit der Schulter. „Die Jungs dürfen die Drecksarbeit machen."

„Warum hast du den Zauber nicht von Anfang an vorgeschlagen?" fragte Lilli nach einigen Minuten. „Ich mein, wenn der einfacher war?"

„Einfacher ja, aber auch gefährlicher. Bei Diana war ich mir sicher, dass sie wirklich nur James hilft. Remus und Sirius da rein zuschicken ist gefährlich, weil ich mir gerade bei Sirius nicht sicher bin, dass er wirklich nur James hilft und nicht aus dem Moment heraus plötzlich doch Voldemort tötet. Ich bin mir ja schon kaum bei Remus sicher, aber... hatte keine andere Wahl."

„Du hättest mich und Diana da rein schicken können."

„Ja, nein," machte Anna und hatte wieder nen Schmollmund gezogen. „Sirius hätte niemals zugelassen, dass ich Diana alleine mit dir oder Remus in James Seele lasse, aber sie mit Sirius da rein zu schicken erschien mir kontraproduktiv, da er in dem Fall ganz sicher Voldemort vor James getötet hätte. Außerdem brauch ich dich hier, falls jemand vom Ministerium rein kommen möchte. Ist schließlich dein Büro."

„Frank und Alice stehen draußen Wache," sagte Lilli verwirrt.

„Oh," machte Anna überrascht. „Ja, in dem Fall hätte ich dich rein schicken können..."

„ANNA!"

„Tschuldigung! Hab Mitleid, ja? Schließlich wäre ich fast von den weißen Arschgeigen getötet worden." Sie hatte Lilli einen kurzen unschuldigen Blick zugeworfen, woraufhin diese verständnisvoll zurück sah, wenn auch nicht ganz zufrieden.

„Ich mach mir nur Sorgen um ihn..."

„Ja, ich auch," sagte Anna und drückte ihrer Freundin Mut machend die Schulter. „Aber ich mach mir weniger Sorgen, wenn Remus und Sirius bei ihm sind."

„Ach ja?" fragte sie und sah sie etwas ungläubig an. Lilli hatte eher das Gefühl, als ob noch mehr Schwachsinn passierte und schief lief, wenn Sirius bei James war. Anna lachte, als sie das erkannte.

„Für die vier -," und damit hatte sie kurz Peter angesehen, der von der Tür zu ihnen hergesehen hatte, „- galt schon immer... oder zumindest seit keine Ahnung wann das in Hogwarts begonnen hatte, dass entweder alle raus kommen oder gar keiner."

„Aha?"

„Sirius und James nannten es: Marauder-Ehre und eins muss ich ihnen lassen, auch wenn ich sie dafür damals noch oft verarscht habe, sie hielten sich immer dran. Wenn sie zusammen halten, dann schaffen sie es auch."

Die beiden Mädels hatten sich zuversichtlich angesehen und so aufmunternd wie Anna sie anlächelte, begann sich auch in Lilli's Gesicht wieder Hoffnung zu bilden.

„Schön, dich wieder zu haben," sagte sie ehrlich. Anna nickte dankbar, blickte danach jedoch zu Diana, die die beiden die ganze Zeit über beobachtet hatte.

„Schön, dass jemand seine Prinzipien über Bord geschmissen hat, damit ich hier sein kann."

Diana lächelte sanft. „Bekommst du dafür Probleme?"

„Ich denke, es kommt auf den Ausgang hier an," sagte sie leise und blickte zurück zu den drei Jungs, die sich kein Stück bewegt hatten.


James saß auf dem Sessel und hatte seine Hände auf seine Augen gehalten. Remus lehnte am naheliegenden Schreibtisch und hatte ihn genau so besorgt angesehen, wie auch Sirius, der neben James auf der Sessellehne saß.

„Prongs? Alles okay?" fragte Remus schließlich, da er eine geschlagene viertel Stunde kein Wort von sich gegeben hatte. Sie hatten die Wunden so gut es ging versorgt, aber ganz wegzaubern konnte sie es nicht und auch die Schmerzen brannten durchaus noch immer in seinem Körper. James nickte, noch immer mit den Händen vor den Augen.

„Willst du uns sagen, worüber du nachdenkst?" fuhr er fort, woraufhin James endlich seine Hände wieder runter nahm und aussah, als ob er gleich wütend gegen eine Mauer rennen würde.

„Meine Seele kämpft, nicht mein Körper?!" donnerte er aufgebracht. „Ich bin ein Black Heart?! Ich brauch keinen Zauberstab, um Voldemort zu killen?! Kann sie nicht einmal in ihrem Leben ne Anleitung zu etwas geben, statt so beschissen in Rätseln daher zu quatschen?! Sie glaubt doch wohl nicht, dass Voldemort tot umfällt, wenn ich sage: Hey! Ich bin ein Black Heart!"

Sirius war erschrocken zurück gezuckt als James Wutanfall über ihn einbrach. Remus zuckte lediglich mit dem Mundwinkel.

„Nun ja, Anna wird Dumbledore eben immer ähnlicher," sagte Remus. „Und wenn wir ehrlich sind, hat das auch sein Gutes. Ohne sie wären wir nie soweit gekommen wie jetzt."

James brummte grimmig.

„Zu ihrer Verteidigung," fügte er hinzu. „Sie war glaub ich nicht ganz da mit den Gedanken."

„Hä?" machte sein Freund verständnislos.

„Ja, so wie du jetzt, sah sie die ganze Zeit aus. Sie konnte sich nicht mal selbst auf den Beinen halten. Ich glaub nicht, dass Diana's Heilung sie wieder komplett hergerichtet hat."

„Oh," machte er kurz. „Geht's ihr gut?"

„Ich denk, sie wird wieder."

„Gut...Wenn wir es hier raus schaffen, erinnere mich daran mit Anna ein Wörterbuch zu schreiben. Anna-Englisch. Englisch-Anna."

Sirius und Remus grinsten sich amüsiert an.

„Da mach ich mit, Kumpel," sagte Sirius und lachte bellend.

Die drei prusteten los. Allein der Gedanke, was sie damit alles machen konnten und wie es ihre Freundin auf die Nerven gehen könnte, war das Ganze auf jeden Fall wert. Ja, James wusste innerlich, dass er es liebte, wenn Lilli und Anna sich aufregten.

Okay, er verstand, dass es nichts Schlechtes war, dass Anna ihrem Urgroßvater immer ähnlicher wurde. Am Ende hatte es ihm immer wieder das Leben gerettet.

Das Lachen verging schnell, als er etwas spürte. Etwas, dass näher kam und eine irrsinnige Kälte mit sich zog.

„Er kommt," sagte James und hatte sich vom Sofa aufgestoßen. Noch waren seine Wunden nicht alle verheilt und sein Körper noch nicht wieder fit, aber zumindest hatte er wieder Kraft zu kämpfen, statt sich wie vorher nur noch verprügeln lassen zu können.

„Okay, Anna sagte, ihr dürft mir nicht helfen, also bleibt ihr hier drin und ich geh da raus."

„Was?!" protestierten beide Männer auf der Stelle. „Kommt nicht in Frage!"

„Hey!" brach James ihre Protestaktion laut ab. „Die Regeln sind klar. Ich muss ihn killen... Ohne Zauberstab!... Und ihr dürft erst eingreifen und mich wegziehen, wenn er mich wieder fast zu Hackfleisch verarbeitet hat... Nicht vorher!" Das hatte er mit mehr oder weniger ernstem Ausdruck von sich gegeben, dafür jedoch eine Spur Sarkasmus in der Stimme. Die beiden Jungs sahen ihren besten Freund leicht belustigt an.

„Padfoot, Moony, bitte. Ich glaub Anna wusste, was sie sagte. Ich hab kein Bock die zwei Tränke noch mal zu schlucken oder gar als Todesser aufzuwachen."

„Pass auf dich auf," sagte Moony und schlug mit seiner Faust in James Faust.

„Und kill diesen schwarz-magischen Arsch," sagte Sirius und schlug gleichfalls mit seiner Faust ein.

„Absolut!" sagte James, grinste ein letztes Mal zuversichtlich und ging dann zur Tür hinaus. Erst als er die Tür wieder hinter sich schloss, stieß er einen schmerzhaften Ton von sich aus. Er wollte es vor seinen besten Freunden nicht zeigen, aber ihre Fähigkeiten der Heilung war mittlerweile noch schlimmer als zu Hogwarts Zeiten. Dafür schien der Voldemort in seiner Seele ein außergewöhnliches Talent für Sadismus aufzuweisen.

„Bereit für eine neue Runde, Potter?"

Er wusste, dass sobald er seine Augen aufmachte, er seinen Feind sehen würde und er hatte noch immer absolut keine Ahnung, wie er dieses Monster bitte sehr ohne Zauberstab besiegen sollte. Kaum hatte er seine Augen geöffnet, sah er Voldemort nicht nur kommen, er stand bereits direkt vor ihm. Ihm fiel nichts besseres ein als:

„Hey, ich bin ein Black Heart!"

Aber Voldemort griff mit seiner Hand seine Kehle schmiss ihn aufs neue gegen die nächst beste Wand. Er krachte mit dem Körper auf dem Boden auf und ächzte, als ein unglaublicher Schmerz an seinem Rücken auftauchte. Er war sich sicher, sich beim Sturz gerade eine Rippe gebrochen zu haben. Gut, soll keiner sagen, er hätte es nicht zumindest versucht. James kämpfte sich zurück auf die Beine, als ihn ein Stoß wieder zu Fall brachte und auf alle viere zwang. Er musste kämpfen. Er musste etwas tun, so lange er noch konnte. Er durfte auf keinem Fall zulassen, dass seine Freunde eingriffen. Und mit einer für seine Verfassung erheblichen Kraft, stieß er Voldemort in den Bauch, als dieser sich zu ihm hinab gebeugt hatte. Er schwang seine Faust wie von Sinnen in das Gesicht seines Feindes und brachte ihn zum Sturz. James schnappte heftig nach Luft. Wieso nur war es so schwer, seinen eigenen Körper zu bewegen und Kraft aufzuwenden?

„Physische Gewalt," zischte es an seinem Ohr und prompt hatte Voldemort hinter ihm seinen eigenen Arm an James Hals gelegt und ihm die Luft abgedrückt. Er zog mit seiner eigenen Hand an Voldemorts Arm in dem Versuch ihn wegzuziehen, doch sein Feind war zu stark.

„Mir kannst du nichts anhaben, Potter. Aber ich dir schon." Und damit hielt er ein scharfes Messer vor seinem Blickfeld in die Höhe. James wehrte sich noch heftiger als er verstand, was Voldemort im Begriff war zu tun, doch seine Kraft verließ ihn mit jeder Sekunde, in der ihm die Luft abgedrückt wurde und dann spürte er den qualvollen Einstich des Messers an seiner Brust.


Lilli und Anna schreckten auf der Stelle hoch, als James Brust zu bluten begann. Diana war als Erstes beim ihm angelangt. Lilli hatte erst Anna rüber stützen müssen, da sie noch immer nicht im Stande war, alleine zu gehen.

„Was zum Henker passiert da drinnen?" fragte Anna mehr sich selbst, als jemand anderen im Raum. Peter zuckte verängstigt zusammen, als Lilli James Shirt hochzog und die klaffende Wunde sichtbar wurde. Sie hatte ein Tuch genommen und auf die Wunde gedrückt, damit er nicht noch mehr Blut verlor.

„Sirius, Remus, wo seid ihr..." sagte Anna, wieder mehr zu sich selbst, als zu jemand anderen.

„Kann noch jemand reingehen?" fragte Lilli mit besorgtem Blick. Anna hatte sie zwar angesehen, jedoch nicht auf die Frage reagiert. Die Wahrheit war, dass sie Lilli durchaus noch hätte rein schicken können, aber sie war sich sicher, dass ihre Freundin in den Kampf eingegriffen hätte und damit hätte sie alles ruiniert, wofür James 3 Tränke lang hart gekämpft hatte. Er musste es alleine schaffen.

„Komm schon, James," sagte Anna leise. „Lass das dunkle Mal nicht siegen. Nutz verdammt noch mal Black Heart."

„Wie soll er es nutzen?" fragte Diana verwirrt. „Ich weiß, dass die Phowlyris eine riesige Angst vor Black Heart und Dark Breath haben. Wenn James diese Macht besitzt, warum benutzt er sie dann nicht?"

„Ich Idiot!" sagte Anna plötzlich, woraufhin Lilli und Diana sich verwirrte Blicke zuwarfen.

„Lilli, Black Heart!"

„Ich kann so tun, als ob ich jetzt den vollen Durchblick hätte, aber hä?!"

„Lilli, du bist ebenfalls ein Black Heart und du konntest damals das dunkle Mal positiv beeinflussen, ganz ohne Zauber."

„... Ähm... Anna, ich hab auch keine Ahnung, wie ich was als Black Heart benutze."

„Das musst du auch nicht, Lils. Black Heart ist... es ist kein Ding oder was man anfassen kann. Es ist in uns drin. Steuere es durch deine Seele. Vielleicht ist es gar nicht James, der den seelischen Beistand braucht, sondern sein Black Heart. Es braucht... dein Black Heart."

„Und wie soll ich das tun?"

Anna lächelte vielsagend, dann nahm sie Lilli's Hand und legte sie auf James Hand.

„Schließ deine Augen und lass deine Seele sprechen."

„Meine-Seele-sprechen?" fragte sie ungläubig.

„Du hast es bereits früher getan, unwissentlich. Schließ deine Augen und denk nur an James."

„Okay," sagte sie schließlich und tat das, was ihre Freundin sagte. Wenn es um diese Art von Magie ging, vertraute sie ihr absolut blind. „animorum amicus."


Und als Lilli die Augen öffnete, befand sie sich in ihrem Büro, wenn es auch menschenleer gewesen war. Sie ging zur Tür und öffnete sie, um James zu finden. Sie musste nicht lange suchen. Sie fand ihn am Gangende auf dem Boden liegen, mit Voldemort, dessen mit seinem Fuß auf seiner Brust stand und den Zauberstab gegen ihn gerichtet hatte.

„Cru-"

„Stupor!" hatte Lilli als erstes geschrien und Voldemort so von den Füßen und damit von James weggerissen. Sie rannte so schnell sie konnte auf ihn zu und fiel halb beim laufen bereits auf die Knie zu ihm hinab.

„James." Sie war vollkommen außer Atem und verängstigt, denn er sah sogar noch geprügelter und schrecklicher aus als sein Körper in ihrer Realität.

„Sirius?! Remus?!" schrie sie in der Hoffnung, dass sie irgendwo sein mochten und tatsächlich kamen beide aus einem Raum heraus gerannt und schnellen Schrittes zu ihnen her.

„Lilli?" fragte James ungläubig. „Was machst du hier?"

„Anna hat mich geschickt."

„Wao, danke für das Vertrauen," sagte Sirius sarkastisch, während er und Remus James auf die Beine stützten und sie gemeinsam in das Büro rein gingen, aus dem die beiden Jungs gerade raus gestürmt waren. Dort setzten sie ihren Freund wieder auf den Sessel, um sich auszuruhen.

„Was ist passiert?" fragte sie besorgt und hatte ihre Hand auf James Wange gelegt. Ihr Blick war so von Leid und Schmerz zerfressen, dass man glauben könnte, sie hätte die ganzen Qualen erlitten und nicht James. Er lächelte leicht gequält, bevor er mit seiner Hand nach ihrer Griff und sie von seiner Wange nahm und an sein Herz legte.

„Schön, dass du da bist," sagte er leise.

„Du blutest," sagte sie sanft und war mit ihrer Hand an seine klaffende Wunde an der Brust gefahren. Er atmete schwer und die Worte kamen nur gebrochen raus.

„Sieht so aus, als ob er mich genau so wenig killen kann, wie ich ihn."

„Anna sagte, dass es vielleicht nur an Black Heart liegt."

„Sie hat dir nicht zufällig ne Anleitung mitgegeben, was ich zu tun habe?"

Aber Lilli musste nicht mal etwas sagen, damit er die Antwort schon wusste.

„Was sollen wir jetzt tun?" fragte Sirius besorgt, aber James atmete lediglich schwer ein.

„Ich werde raus gehen und weiter gegen ihn kämpfen und ihr werdet bitte hier drin bleiben und euch zurückhalten."


Und wieder schmiss es James auf den Boden. Er atmete schwer und keuchte vor Schmerzen.

„Du machst es dir leichter -" brüllte Voldemort und trat ihm mit seinem Fuß ins Gesicht. „- Wenn du endlich aufgibst, Potter!"

Sein Herz raste, jeder einzelne Knochen in seinem Körper tat ihm weh und egal was er versuchte, er konnte nicht mehr aufstehen oder sich großartig rühren. Er wollte nicht aufgeben, aber diese Qualen brannten mittlerweile so höllisch, dass er das Gefühl hatte, sein Körper würde vorher aufgeben und ihn schließlich mit in den Tod ziehen, selbst gegen seinen Willen.

Was macht dich glücklich, James? Das war die Stimme von Dumbledore in seinem Gedächtnis. Es war das, was er ihn gefragt hatte, als James auf ihn zukam, um zu lernen, wie er mit Dark Breath umgehen konnte.

Glücklich? Quidditch? hatte er geantwortet. Und James Gedanken drifteten in seine Erinnerungen ab.


Er stand in Dumbledore's Büro in Hogwarts. Sein Zauberstab lag in seiner rechten Hand und der Schulleiter stand vor ihm. Es waren zwei Tage vor seinem Antrag an Lilli gewesen.

„Qudditch?" fragte sein Mentor leise. „Wenn du dir sicher bist, dass dies reicht, so werden wir es versuchen. Bitte reiche mir deinen Zauberstab."

„Mein Zauberstab? Err, okay."

Dumbledore hatte seinen Zauberstab entgegen genommen und auf seinen Schreibtisch abgelegt. Mit seinem eigenen Zauberstab, hatte er die Flamme einer Kerze entfacht und sie ein Meter vor James in der Luft schweben lassen.

„Um mit Dark Breath umzugehen, ist dein Wille wichtig. Dein Wille wird durch den Zustand deines Geistes und deiner Seele beeinflusst. Wut und Zorn bewirken dunkle Taten. Glück und Freude stärken deine Kontrolle. Dark Breath ist eine große Macht und sie kann Großes bewirken. Da du jedoch noch nicht damit umzugehen vermagst, werden wir mit kleinen Dingen beginnen. Versuche diese Kerze aus zu bekommen."

„Err-" machte James verwirrt und pustete die Kerze aus. „Und jetzt?"

„Mit deinem Willen, James, nicht mit deinem Körper. Inflamare."

Und die Kerze flammte wieder auf. James verzog grübelnd die rechte Augenbraue und drückte nachdenklich seine Lippen zusammen. Geh aus, Geh aus, Geh aus. Dachte er entschlossen und runzelte die Stirn. Nichts passierte.

„Du darfst deine Gedanken nicht vergessen. Denk an das, was dir Freude bereitet."

Geh aus, Quidditch. Geh aus, Quidditch. GEH AUS, QUIDDITCH!

Nichts.

„Ich checks nicht," sagte er frustriert und wandte sich deprimiert dem Direktor zu. Dieser lächelte schwach.

„Vielleicht, solltest du dann ein anderes Ereignis oder Sache wählen, dass dir Freude bereitet."

„Err -" Er überlegte kurz. Er hatte gerade vor ein paar Tagen seinen Vater und seinen Großvater beerdigt und fühlte sich so überhaupt nicht glücklich. Wie sollte er in dieser Verfassung an etwas denken, was ihn Freude bereitete, wenn ihm kontinuierlich zum Schreien zumute war. „Lilli..."

„Dann wiederhole den Vorgang mit diesem Gedanken," sagte Dumbledore leise. Und James tat es. Er sah die Flamme an und konzentrierte sich.

„Geh aus, Lilli. Geh aus, Lilli. GEH AUS, VERDAMMT!"

Es kam ein räuspern von seiner Seite, woraufhin James grimmig rüber sah.

„Mit deinem Willen. Worte sind überflüssig, James."

Er stöhnte genervt.

Geh aus, du liebst Lilli. Geh aus, Lilli liebt dich. Geh AUS!

Aber nichts passierte. Er schnaubte missmutig auf.

„Du musst dich konzentrieren," sagte Dumbledore vertrauensvoll und hatte ihm seine Hand auf die Schulter gelegt. Mit seinen klaren Augen hatte er ihn väterlich angesehen. „Mit Worten erreichst du gar nichts. Dark Breath ist eine Macht, die in dir ist. Benutze sie als Black Heart."

„Sir, ich habe keine Ahnung, wie ich das tun soll. Ich versuche mich zu konzentrieren, aber es passiert nichts."

Verwirrt beobachtete James, wie sein Gegenüber traurig wurde. Niedergeschlagen wanderte sein Blick zu Fawkes, der einen kurzes leises Kreischen von sich gab. James hätte schwören können, dass Fawkes nach dem Schulleiter auch ihm einen Blick zuwarf.

„Wir lassen Schmerz und Leid eher zu, als Freude und Zufriedenheit," sagte Dumbledore leise. Wieder trafen sich die Blicke der Männer. Der eine von ihnen sah traurig aus, der andere verwirrt. James verstand nicht, was ihm sein Mentor damit sagen wollte.

„Voldemort hat deine Kraft bereits zu Dark Breath wandeln können. Lasse nicht zu, dass er sie am Ende doch noch für sich gewinnen kann. Ich befürchte, dass er einen anderen uns unbekannten Weg gefunden hat, dies zu tun."

„Wie?"

„Das wird die Zeit uns zeigen."


Er hatte es damals nicht hinbekommen, die Kerze allein durch seinen Willen, zu löschen noch verstand er Dumbledore's Worte. Er hatte nicht viel Zeit gehabt, weiter zu trainieren, denn danach kam alles Schlag auf Schlag. Er hatte Lilli um ihre Hand gebeten und war irgendwie zum Todesser mutiert. Wenn er sich jetzt nicht zusammen riss und sich selbst dazu brachte, seine Kraft als Black Heart zu benutzen, dann war alles vorbei. Die Tränke, alles was er bisher durchgemacht hatte, all die Qual, alle Anstrengungen seiner Freunde. Was ihnen bevorstand war ein Alptraum mit ihm als den Bösewicht, der seine Freunde töten könnte.

„Nein, niemals," sagte er entschlossen zu sich selbst, als Voldemort seinen Zauberstab auf ihn richtete. Blutrote geisteskranke Augen hatte ihn mit Verachtung und Triumph angestarrt, aber hasselnussbraune Augen starten fest, wenn auch geschlagen, zurück. „Du kriegst mich nicht."

„James!" Das war Lilli, die mit Sirius und Remus auf die beiden zu liefen. Er ahnte, dass sie wieder versuchen würden, ihn von Voldemort's Fängen zu befreien und vielleicht würden sie es aufs Neue schaffen. Aber es würde das Unvermeidbare nur hinaus zögern. Sein Gegner sah ihn herausfordernd an, ein hässliches Grinsen hatte sein Gesicht nun verziert. Er richtete seinen Zauberstab auf die herannahenden Freunde, die auf der Stelle stehen blieben als sie die Gefahr erkannten.

„Diese widerwärtigen Schandflecke kann ich töten. AVADA KEDAVRA."

„NEIN!" schrie James mit aller Kraft, die er besaß.


Lilli, Remus und Sirius zuckten alle drei zusammen und wären fast auf dem Boden umgefallen, wenn Diana und Anna nicht rechtzeitig reagiert hätten. Diana hatte Lilli festgehalten, Anna versuchte Sirius und Remus vor dem harten Prall zu bewahren. Sie bereute ihre Aktion schnell, denn nicht nur, dass sie selber sehr schwach war, Sirius und Remus waren zwei richtig schwere Männer und drückten sie heftig mit sich auf den Boden.

„Auah!" fauchte sie als ihre drei Freunde verwirrt die Augen öffneten und aus ihrem Zustand wieder aufwachten.

„Was ist passiert?" fragte Diana besorgt, als die drei sich langsam wieder aufrichteten. Anna hatte etwas länger gebraucht und kam erst wieder hoch, als Sirius und Remus ihr halfen, sich wieder aufrecht hinzusetzen.

„Wieso flackst du da?" fragte Sirius verwirrt.

„Weil du und Remus mich als Kissen benutzt habt," brummte sie mit schmerzender Schulter. Das nächste Mal würde sie es sich doppelt überlegen, ob sie sich hinter die Jungs schmiss oder sie ihnen die blauen Flecken überließ. „Was ist passiert? Wieso seid ihr aufgewacht?"

Ihnen wurde auf der Stelle wieder bewusst, was passiert war.

„James hat uns aus seiner Seele geschmissen," antwortete Remus, der als erstes die Worte dafür fand. Anna riss ungläubig die Augen auf.

„Er kann das? Wao."

„Nicht Wao," rief Lilli panisch. „Schick uns wieder rein. Mach den Zauber noch mal!"

„Ähm."

„Er braucht unsere Hilfe!" rief Sirius. „Voldemort ist dabei ihn zu töten. Er hat uns rausgeschmissen, damit dieser Arsch uns den Todesfluch nicht auf den Hals hetzen konnte."

„Ähm."

„Sie haben Recht, Anna. Schick uns zurück."

„Stop!" brüllte sie mit fester Stimme, nachdem selbst Remus nun ohne Rücksicht auf sie einredete. „Wenn James euch rausgeschmissen hat, dann kann ich euch nicht wieder zurück schicken. Der Zauber würde nicht funktionieren, weil er euch nach draußen blockiert."

„Versuchs wenigstens," flehte Lilli. Sie war vollkommen aufgelöst und verängstigt, also nickte ihre Freundin. Es war wie erwartend. James ließ sie nicht wieder rein. Anna hatte den Zauber zwei Mal versucht, doch beide Male öffneten die drei ihre Augen wieder in der normalen Welt.

„Nein," flehte Lilli verängstigt und hatte James Hand ergriffen. Blut floss diesmal aus seinem Mund heraus.

„Er wird verlieren?" fragte Peter ungläubig und hatte seinen Zauberstab gesenkt. Keiner von ihnen hatte etwas gesagt, aber ihre besorgten Blicke sagten mehr als genug aus.


James röchelte und spuckte Blut aus. Er lag am Boden und noch immer hatte Voldemort die Oberhand. Zumindest waren seine Freunde ab nun an in Sicherheit. Egal wie dieser Kampf in seiner Seele ausgehen mochte. Er hoffte und glaubte inständig daran, dass seine Freunde die richtige Wahl treffen würden. Zumindest Remus. Ihm war klar, dass Sirius und Lilli ihn niemals töten würden, selbst wenn er wieder zum Todesser wurde. Sie würden so lange versuchen ihn zurück zu gewinnen, bis es womöglich zu spät war und er hatte keine Zeit mehr gehabt mit Anna zu sprechen, aufgrund der Geschehnisse mit den weißen Auroren. Ihm war auch bewusst, dass Peter, Alice und Frank ihn niemals getötet hätten, denn Sirius und Lilli hätten es bei Frank stets verhindert und Alice und Peter hätten kaum den Mut dazu aufgebracht. Der Einzige, auf den sich James noch verlassen konnte oder auf den er in dieser Hinsicht zählen konnte, war Remus.

Prongs? Weißt du überhaupt, was du da von mir verlangst?

Er wusste, dass es von ihm nicht fair war, seinen Freund darum zu bitten. Sie waren nicht nur enge Freunde. Er wusste, dass er für Remus ein engerer Freund war, als die anderen Marauder. Ihm vertraute sein Freund mehr an, als er den anderen beiden anvertrauen würde. Normalerweise hätte er Anna darum gebeten, aber da sie selber um ihr Leben gekämpft hatte, blieb ihm nichts anderes übrig, als seinen Freund damit zu belasten.

Moony, wenn ich den dritten Trank nicht überstehe, wenn es mich nicht umbringt, sondern mich wieder zum Todesser werden lässt, dann musst du mich töten. Wir müssen verhindern, dass Voldemort gewinnt und weiter mordet. Ich würde lieber sterben, als dass er mich dazu benutzt, Unschuldige zu töten oder gar euch. Also bitte ich dich, töte mich bevor ich einen anderen töten kann. Um Lilli's und Sirius Willen.

Aber noch war er nicht tot, noch war er am Leben und noch hatte er den Willen zu kämpfen. Für seine Freunde, würde er noch mal alles geben. Alles. Er krallte sich an der Wand nach oben und stellte sich aufrecht vor seinem Feind auf die Beine.

„Bist du Dark Breath?" fragte er Voldemort, der gerade ausgeholt hatte, um ihn erneut mit der Faust zu schlagen, doch er blieb mitten in seiner Bewegung stehen. Er sah aus, als ob er ertappt worden war.

„Du bist Dark Breath," sagte James verwirrt. Es war, als ob er es plötzlich verstanden hatte. Was Dumbledore und Anna in Rätseln ausdrückten, hatte er in diesem Moment endlich kapiert.

„Crucio!" schrie Voldemort, aber aus seinem Zauberstab kam kein Strahl.

„Wieso hast du die Form von Voldemort?"

„AVADA KEDAVRA!" brüllte er. Immer noch nichts. James stellte zufrieden fest, dass er auf dem richtigen Weg war. Er hatte es jetzt also richtig verstanden. Voldemort ließ seinen Zauberstab sinken und verblasste.

Der Raum hatte sich verändert. Er befand sich nicht mehr im Flur, sondern im Büro seines Vaters. Seine Mutter lag auf den Decken, in ihren Armen lag das ruhige Baby in einer weiteren Decke eingewickelt. Sein Vater saß direkt neben ihnen und hatte sowohl seiner Frau, wie auch dem Baby einen sanften Kuss auf die Stirn gegeben. Das Baby hatte nicht geschrien oder gequängelt. Stattdessen blieb es ruhig in den Armen seiner Mutter liegen und hatte nur ab und zu seine kleinen Fingerchen bewegt. Die Eltern lächelten überglücklich. James erinnerte sich nicht, diesen Ausdruck jemals bei ihnen gesehen zu haben, aber es wärmte sein Herz.

„Was denkst du," hatte Maria leise gefragt. Ihre Augen leuchteten überglücklich.

„Er ist perfekt," antwortete Michael Potter. Sein Blick war voller Stolz auf seine Familie gerichtet.

Jahr um Jahr war ich auf der Suche, nach einem Träger. Aber ich fand keinen. Sie waren alle zu schwach oder zu kalt. Ich zog die Einsamkeit im Nichts vor. Dann spürte ich dein Herz. Endlich, ein Black Heart, das so stark war, dass es mich tragen konnte. Und dein Herz war warm und gut. Ich beschloss, dich als meinen Träger zu wählen und verbarg mich in deiner Seele zum schlafen bis du eines Tages bereit für mich sein würdest. Und dann kam dieser Tag... Und du wolltest mich nicht.

James dachte einen Moment nach, dann fragte er ohne in einen bestimmte Richtung zu sehen: „Was bist du genau? Meinen Körper mit einem anderen Geist zu teilen, klingt ein wenig... merkwürdig."

Ich bin kein Geist.

„Aber du redest mit mir?"

Ich appelliere an deine Seele.

Für James war es ein und dasselbe, aber er verkniff es sich, das auszusprechen.

„Wieso rannteich als Todesser herum? Warum konnte Voldemort Macht über mich gewinnen?"

Weil du mich nicht wolltest. Voldemort wollte mich.

„Also... bist du der Todesser?"

Das Bild verschwamm und als es wieder klar wurde, befand er sich in einem Verlies. Er erinnerte sich an dieses Verlies. Es war dasselbe in dem er – James stockte der Atem. Sein 12jähriges Ich kniete auf dem Boden. Links und Rechts standen zwei breit gebaute Todesser und hielten ihn mit ihren Händen ruhig, so dass er sich nicht bewegen konnte. Ein dritter Todesser war auf ihn zu geschritten und hatte sein Hemd am Rücken zerrissen. Der 12jährige James weinte.

„Es war Malfoy," sagte James leise, als er sich an diese Szene erinnerte. Der Mann, der ihm sein Hemd am Rücken aufgerissen hatte, war Lucius Malfoy. Voldemort trat heran und hielt seinen Zauberstab an den Rücken des 12jährigen Jungen, der nun so bitter vor Angst weinte, dass es James das Herz zerriss. Er konnte sich noch so gut an den Tag erinnern.

„Damals hab ich das dunkle Mal von ihm bekommen."

Ich wurde von meinem Schlaf geweckt, denn du hast gelitten. Ich habe versucht, dich zu beschützen.

James lächelte sanft.

„Ich habe es gespürt... Es tat nach einer Weile nicht mehr weh. Es war nur noch angenehm warm... Das warst also du?"

Ich wollte nicht, dass du Qualen erleiden musstest. Aber ich fürchte, dadurch habe ich mich an Voldemort verraten. Er wusste nur, dass deine Familie Nachfahren von Gryffindor waren, aber nicht, wen von euch ich mir aussuchen würde. Es hätte noch Jahre so weiter gehen können, ohne dass ich aus dem Nichts auftauche.

„Aber du hast mich gewählt..."

Der Todesser ist von deinem dunklen Mal. Ich bin Gryffindor's Macht. Du nennst mich Dark Breath.

„Und wieso passiert das hier dann?"

Das dunkle Mal wurde zu stark und als ich spürte, dass du mich nicht wolltest, verbarg ich mich vor ihm zurück in deiner Seele und schlief wieder ein.

„Das erklärt nicht, warum ich mich an nichts mehr erinnern kann."

Ich hatte mich bereits mit deiner Seele verschmolzen. Deswegen schliefst auch du.

„Und wieso wachte ich plötzlich wieder auf?"

Weil du wolltest.

„Weil ich wollte?"

Weil du sie, das Mädchen, das du Lilli nennst, liebst. Sie ist dein Grund, zu leben.

James hielt sich einen Moment lang zurück. Es war verrückt gewesen und auch wenn er glaubte, es verstanden zu haben, jetzt verstand er wieder nichts.

Ich habe mich für dich als Träger entschieden. Ich bin deine Macht, du nennst mich Dark Breath.

„Das hast du schon mal gesagt," sprach James leise.

Ich helfe dir, das dunkle Mal zu zerstören

Wieder verschwamm das Bild vor ihm und er befand sich wieder im Büro seines Vaters. Seine Eltern saßen noch immer auf der Decke mit dem Baby in der Hand.

„Was denkst du?" hatte sein Vater sanft gefragt. „Wird er ein gutes Leben haben, wo all diese schrecklichen Dinge gerade passieren?"

„Wir werden ihn beschützen," sagte seine Mutter leise und hatte ihr Baby liebevoll angelächelt.

„Vor alles und jedem. Ich bringe jeden um, der es wagen sollte, ihm auch nur ein Haar zu krümmen. Mein kleiner Junge... So unschuldig..."

Das Schicksal hat uns zusammen gebracht, James Potter. Ich bin deine Macht, ruhe in deiner Seele und kämpfe für dich.

Das Bild verschwamm, doch statt ein neues Bild zu formen, wurde es heller, als ob sich ein weißer Schleier auf alles legte.


Der weiße Schleier verschwand vor seinem geistigen Auge und machte den Blick frei auf die wohl schönsten grünen Mandelförmigen Augen, die er je in seinem Leben gesehen hatte. Er sah das Gesicht der Frau, die er mehr als alles andere liebte. Er sah Lilli Evans.

Sie zögerte genau eine Sekunde, einen winzigen Moment, dann war sie ihm um den Hals gefallen und hatte sich fester denn je an ihn gedrückt. James ließ dies trotz aller Schmerzen, die seinen Körper durchfuhren, zu und schloss für einen Augenblick die Augen. Er hatte es geschafft.

Da Lilli James partout nicht los lassen wollte, beschloss Sirius, sie einfach zusammen zu umarmen, um auch noch was von seinem besten Freund ab zu bekommen. James lachte amüsiert, trotz der weiteren Schmerzen, die nun an seinem Rücken aufkamen. Anna und Remus grinsten sich kurz an und mischten sich mit in den Knödel, woraufhin James das Gesicht schmerzhaft verzog. Er beschloss, es seinen Freunden zu lassen...

„Nein, doch nicht," keuchte er und schob den Haufen bestehend aus Sirius, Anna und Remus mit der Hand weg. „Leute, ich glaub, ich brauch zuerst nen Heiler, bevor ich mich von euch zerdrücken lasse."

Lilli hatte James noch nicht wieder losgelassen. Sie konnte nicht. Ihr Herz pochte nach wie vor so heftig, dass sie glaubte, es würde jeden Moment heraus springen.

„Darf ich?" fragte Anna vorsichtig und deutete mit ihrem Blick auf seinen Rücken.

„Klar." Daraufhin zog sie sein Pulli hoch und betrachtete seinen Rücken. Er spürte, dass sie mit ihren Fingern auf einer Stelle drüber strich. Nur wenig später spürte er zudem etwas härteres auf seiner Haut und wusste, dass sie mit ihrem Zauberstab drauf gehalten haben musste. Dann zog sie seinen Pulli wieder hinab. Als er sich ihr mit den Kopf zu wandte, lächelte Anna ihn so strahlend an, wie er sie noch nie zuvor gesehen hatte.

„Ich kann es nicht mit 100 Prozentiger Sicherheit sagen, aber so wie es im Moment aussieht: Du hast es geschafft!"

Und während James nur erleichtert aufatmete, hatten sich prompt schon wieder alle seine Freunde auf ihn rauf gestürzt. Er wollte es ihnen dieses Mal lassen -

„Nein! Doch nicht!" Und wieder stieß er den dreier Knödel weg. Peter lachte an der Tür, als er das sah.

„Ich liebe euch, Leute, aber mein Körper zur Zeit nicht."

Obwohl Sirius ein Schmollmund zog, war auch er erleichtert und glücklich, dass es sein Freund überstanden hatte. Besorgt und überrascht bemerkte James, dass Lilli ihn nicht nur nicht losgelassen hatte, sondern ihn nun noch enger und fast schon brutal fest hielt.

„Lil?" begann er leise. „Du hast mein Leben gerettet. Danke."

Sie hatte ihm tief und erleichtert in die Augen gesehen.

„Du bist mein Leben," sagte sie entschlossen und hatte ihm einen leidenschaftlichen Kuss auf die Lippen gedrückt. Er dauerte lang genug, damit Lilli einen Entschluss fasste. Noch bevor sie ihr Mut wieder verließ hatte sie sich sanft von seinem Mund gelöst. Sie war etwas zurückgewichen, um ihn ansehen zu können.

„Heirate mich, James."

„Was?" fragte er überrumpelt. Anna, Sirius, Remus und Diana zuckten zuerst erschrocken zurück. Doch Lilli's Ausdruck blieb ernst und sie hatte James nicht losgelassen, da begriffen sie, dass sie es ernst meinte und grinsten einander vielsagend an. Um den beiden den Moment zu lassen, tippte Anna Sirius und Remus an der Schulter und gestikulierte ihnen zu, mit ihr wegzugehen. Sirius half seiner Freundin aufzustehen und sie gingen alle 4 zu Peter an die Tür rüber, um so zu tun, als ob sie nichts mitbekommen würden, was die zwei da sprachen.

„Ich liebe dich, James und ich dachte die letzten Wochen wirklich, dass ich dich für immer verlieren könnte. Ich will niemals mehr ohne dich leben."

Obwohl er sie noch immer leicht ungläubig ansah, hatte Lilli kein einziges Mal den Ausdruck verändert, sondern hatte ihn felsenfest angesehen.

„Du wolltest mich in Hogwarts schon mal fragen und du hast mich vor einigen Wochen gefragt und ich habe abgelehnt. Also frage ich jetzt dich."

„Lil," wollte er einwenden, aber sie ließ das nicht zu.

„Willst du mich heiraten, James Potter?"

Es war eine Weile lang still zwischen ihnen, doch als er ihre Entschlossenheit in ihren Augen sah, konnte er nicht anders als zu lächeln.

„Nun," witzelte er mit breitem Grinsen. „Du hast mir gerade das Leben gerettet und nun machst du mir einen Heiratsantrag. Um meine Männlichkeit nicht vollständig zu verlieren sage ich mal -"

Und er lehnte sich lässig hinter und stützte sich auf seinen Arm, während er charmant lächelte. „- Na gut, warum nicht."

Lilli lachte und wollte sich gerade erneut auf ihn stürzen als sie abrupt stoppte. James hatte mit seiner anderen Hand in seiner Hosentasche herum gekramt und den silbernen Ring mit dem Rubin herausgeholt. Einen Moment lang wusste sie nicht, was sie sagen sollte und er tat nichts anderes als zu grinsen.

„Lil, wenn du nicht gefragt hättest, dann hätte ich es eines Tages noch mal versucht. Wenn du abgelehnt hättest hätte ich es später noch mal versucht. So lange bist du ja gesagt hättest. Deswegen trage ich ihn immer mit mir herum, weil ich weiß, dass der richtige Moment irgendwann kommen würde und ich niemals eine andere lieben werde als di-"

Noch bevor James zu Ende sprechen konnte hatte sie sich auf ihn gestürzt und so leidenschaftlich und fest geküsst, dass er auf der Stelle das lässige an seiner Haltung verlor und sich von seiner Verlobten auf den Boden drücken ließ, um ihren langen Kuss zu erwidern.

Sirius grinste an der Tür seine Freunde an.

„Ja, das ist doch ne Liebesgeschichte, die wir ihren Kindern erzählen können. Wie eure Eltern zusammen kamen? Nun eure Mammi hat den Antrag eures Daddy abgelehnt und nachdem er fast krepiert wäre, hat sie ihn um die Hand gebeten und euer Daddy sagte: Na gut, warum nicht."

Anna, Remus, Diana und Peter grinsten breit, dann wandte sich Diana traurig ab.

„Ich werde wieder gehen." Sie hatte Lilli und James zugelächelt, die sie überrascht ansahen und sich danach ganz kurz noch mal Remus zugewandt. Sie drückte ihm liebevoll die Hand, bevor sie sich zum gehen wandte.

„Sehen wir dich wieder?" fragte Anna, die als Einzige ihre Worte wieder fand und Diana am Arm festgehalten hatte, damit diese nicht tatsächlich einfach so verschwand.

„Ich weiß es nicht," antwortete sie ehrlich. Ihre Augen hatten einen merkwürdig verängstigten Glanz in ihnen. „Aber ich muss zu meinem Volk zurück gehen."

„Danke, dass du mir das Leben gerettet hast," sagte Anna und ließ sie wieder los. „Wenn du je Hilfe brauchst. Du weißt wo wir sind."

Sirius schien bei dem Wort wir das Gesicht zu verziehen, doch die anderen nickten Diana zuversichtlich zu. Sie lächelte dankbar und verschwand dann durch einen unsichtbaren Spalt.


Im St. Mungos hatte Stradford als erstes Sirius zusammengestaucht, weil er Anna weggebracht hatte. („Sie hätten mich rufen sollen als sie wieder zu sich kam, statt einen Spaziergang durch ENGLAND zu unternehmen!" - „Ähm... Tschuldigung.") Erst nachdem sie sicher gegangen war, dass Anna sich wieder zur Erholung in ihrem Zimmer aufhielt und einen Stärke-Trank eingenommen hatte, kümmerte sie sich um James. Sie hatte ihn einigermaßen wieder zusammengeflickt, nachdem die Freunde ihr erzählt hatten, er wäre in einen üblen Kampf mit Todessern geraten. Sie konnten schlecht sagen, dass er einen Trank freiwillig zu sich nahm und in seinem Geist mit Voldemort einen Kampf auf Leben und Tod geführt hatte. Da Stradford James Familie sehr gut kannte, stellte sie keine weiteren Fragen und kümmerte sich auch sehr sorgsam um ihn. Fast schon zu sorgsam, für seinen Geschmack, denn sie bestand darauf, dass er ebenfalls noch im St. Mungo's zur Heilung blieb. („Aber-" - „Du bleibst! Keine Widerrede." - „Ich hab mich heut verlobt!" - „Dann Gratulation. Du bleibst trotzdem!" - „Ich bin 18!" - „Und hast du zufällig in den letzten Jahren eine 3jährige Ausbildung zum Heiler absolviert und 15 Jahre Berufserfahrung gesammelt?" Er grummelte.)

Es blieben zudem einige Wunden, denn bei der Masse an Verletzungen, die er sich zugezogen hatte, hoben einige Heilzauber andere wieder auf, weswegen es nacheinander verheilen mussten. Die Schnittwunden, inneren Blutungen und blauen Flecke hatte sie als erstes geheilt, die gebrochene Rippe würde dagegen auf natürlichem Wege verheilen müssen.

„Warum hast du dich bitte sehr für die Schnittwunden und blauen Flecke entschieden, wenn die gebrochene Rippe dich mehr einschränkt?!" fragte Anna verwirrt. Sirius, Lilli, Remus und James saßen in ihrem Krankenzimmer, nachdem Stradford wieder gegangen war. Er antwortete nicht mit einem Satz, sondern mit einem breiten charmanten Lächeln. Dazu schüttelte seine beste Freundin genervt den Kopf. „Eingebildeter Vollidiot."

„Gratulation," kam es von Frank, der gerade mit Alice zur Tür herein kam und sich zu ihnen dazu setzte.

„Zu was?" fragte James verwirrt.

„Zu ähm..." Er dachte angestrengt nach. „Zu einem... Mal-freien Rücken."

Dazu grinsten sich beide an.

„Danke, Longbottem. Lilli und ich sind verlobt."

„WAS?" fragten Alice und Frank überrascht. Als diese zustimmend nickte, hatten sie beide in die Arme geschlossen, um zu gratulieren und danach auch James.

„Das ist so romantisch!" sagte Alice süß.

„Total!" stimmte Frank grinsend zu. „Potter, dann kannst du gleich das halbe Zaubereiministerium einladen."

„Häh?"

„Während Alice und Ich Wache schoben, ist so gut wie das ganze Zaubereiministerium vorbei gekommen und hat gefragt, warum wir vor dem Büro stehen, statt in dem Büro. Mir fiel nichts besseres ein als zu sagen, dass du und Lilli in dem Büro seid, weil es doch mal das Büro deines Vaters war. Das halbe Ministerium hatte Verständnis und meinte, du solltest doch mal bei ihnen vorbei kommen. Erspar dir den Weg und lad sie einfach zu deiner Hochzeit ein."

„Haha," machte James sarkastisch.

„Erzählst du uns, was am Ende passiert ist?" fragte Anna. James überlegte kurz. Wenn er ehrlich war, dann suchte er nach passenden Worten, um das zu beschreiben, was vor sich ging. Ihm wurde plötzlich bewusst, warum es für Dumbledore und Anna so schwer gewesen war, sich klarer auszudrücken. Er selbst hatte für dieses Ereignis ebenfalls genug Probleme, es zu erklären.

„Wie wärs damit," sagte er schließlich. „Ich weiß jetzt, dass Voldemort Dark Breath will, aber... Dark Breath will nicht Voldemort."

Die Freunde warfen sich alle merkwürdige Blicke zu, zumal es tatsächlich keiner wirklich verstand, was ihr Freund damit sagen wollte.

„Übrigens An, wir haben beschlossen ein Wörterbuch zu schreiben: An-Englisch, Englisch-An."

„Jane," sagte diese und zuckte den Mundwinkel.

„WAS?" kam es von allen gleichzeitig.

„Nenn mich Jane."

„Ich Tarzan, du Jane," gröllte Sirius amüsiert.

„Nicht Jane," sagte sie auf der Stelle als ihr klar wurde, wie viel Blödsinn ihr Freund damit treiben konnte. „Lara."

„Croft," schoss es von James und Sirius gleichzeitig heraus und beide schlugen triumphierend ab.

„Elle."

„Diablo!"

„Haha," sagte sie mit bösem Blick auf beide Männer, die sich das Lachen kaum verkneifen konnten.

„Okay!" kam es von der Tür aus. Stradford stand da und hatte sie alle streng angesehen. „Jeder der keine Fluchverletzungen hat, verlässt jetzt das Krankenhaus."

Damit gab Lilli James und Sirius gab Anna einen Abschiedskuss. Remus, Peter, Frank und Alice hatten sich mit Umarmungen oder einem Handschlag verabschiedet. Sie würden alle morgen noch mal vorbeischauen. Nachdem sie weg waren, hielt Stradford ihre Hand bei beiden aus. James und Anna sahen sich verwirrt an.

„Patienten tragen keine Zauberstäbe."

„Und wenn hier plötzlich ein wahnsinniger einfällt?" witzelte James und legte seinen Zauberstab in ihre Hand, so wie auch Anna es getan hatte.

„Dann läufst du schreiend weg und holst eine Schwester," witzelte Stradford zurück. „Und jetzt ab in dein Zimmer."

Sie schob James mit sich raus und schloss hinter sich die Tür zu. Anna war so müde, sie war der Heilerin dankbar, etwas Ruhe gebracht zu haben. So gern sie all ihre Freunde mochte. Die letzten Wochen waren viel zu anstrengend gewesen. Sie kuschelte sich in ihre Bettdecke und schloss schläfrig ihre Augen.

Klopf. Klopf.

„...?" Hatte es tatsächlich an der Wand geklopft.

„Anna?" kam James Stimme hinter der Wand.

„Nein," flehte sie wehmütig und vergrub sich vollständig unter der Decke.

„Ich kann nicht schlafen."

„Was für einen verblödeten Zauber hast du diesmal angewandt, um durch Wände sprechen zu können, du Penner?!"

„Gar keinen!" verteidigte er sich gespielt entrüstet. „Wie sollte ich bitte sehr an meinen Zauberstab kommen?"

„Du findest immer einen Weg."

„Die Wände sind hier so dünn."

„Und wieso musstest du das Zimmer direkt neben mir bekommen?"

„Ich hab darum gebeten."

„Nein," wimmerte sie aufs Neue.

„Lilli und ich werden tatsächlich heiraten."

Genervt stülpte sie die Decke wieder von ihrem Körper und setzte sich an die Wand.

„Sollte dich das nicht eher glücklich machen und dir süße Träume verschaffen?"

„Ich weiß, das sollte ich, aber es ist Lilli. Bringe ich sie damit nicht noch mehr in Gefahr?"

„Was meinst du damit?"

„Voldemort will alle Potters töten. Mein Vater hatte sich sogar von meiner Mum scheiden lassen wollen, um sie zu schützen. Wenn ich Lilli jetzt heirate, dann landet sie doch sofort auf seinem Radar."

Anna atmete tief ein und schloss nachdenklich ihre Augen.

„Ich glaube nicht, dass wir unser Leben um Voldemort herum leben sollten," begann sie leise und blickte sehnsüchtig aus dem Fenster. Die Sterne funkelten so friedlich und hoffnungsvoll am Abendhimmel, dass es ihr Herz erwärmte. Sie liebte diesen Anblick, denn für sie bedeutete es etwas schönes in etwas dunklem.

„Als ich mit Sirius raus aus England ging und wir in der Welt herum reisten, habe ich mich so frei wie noch nie zuvor in meinem Leben gefühlt. Kein Voldemort und keine Todesser. Ich war glücklicher als ich es je geglaubt hätte, sein zu können."

„War das der Grund, warum ihr euch nie gemeldet habt oder die Eulen unbeantwortet wieder zurückgeschickt habt?"

Anna zögerte mit der Antwort. Einerseits erfüllte die Erinnerung an diese Zeit ihr Herz mit einer unglaublichen Wärme und Freude und andererseits schmerzte das andere Gefühl. Das Wissen, dass sie ihre Freunde im Stich gelassen hatte.

„Wenn ich es Rückgängig machen könnte... Würde ich es nicht tun..." Sie schluckte hart. Sie hatte Angst, dass er es vielleicht nicht verstehen würde oder er sie dafür verachten würde, aber es war ihr Herz, welches aus ihr sprach. „Denn diese 6 Monate, sie gehören mir. Nun weiß ich, was es da draußen noch gibt und was es heißt frei und glücklich zu sein. Ich möchte es eines Tages noch mal erleben... James?... Bitte, hasse mich deswegen nicht."

Sie wartete darauf, dass er antwortete, doch die Sekunden und Minuten vergingen und es kam nichts zurück.

„James?" fragte sie vorsichtig, doch selbst danach kam kein Ton mehr durch. „Du bist wirklich sauer auf mich deswegen?!" Nun wurde sie wütend. Sie dachte nicht, dass er tatsächlich böse auf sie war. Sie hatte zwar auch nicht wirklich Verständnis erwartet, aber zumindest eine Reaktion und nicht Ignoranz.

„James!" Und Anna stand von ihrem Bett auf und ging fuchsteufelswild zur Tür, um sie wütend aufzureißen und – Sie stand vor einer blond gelockten Frau in einer Todesserrobe, jedoch ohne Maske. „Mum?" fragte sie entgeistert.

„Deine Mutter?" fragte James ungläubig. Diese Frau war Anna's Mutter? Diese Frau, deren Erscheinungsbild eine außergewöhnliche Ähnlichkeit mit Melissa Kingcade hatte, war diejenige, die seine beste Freundin eine so grausame Kindheit beschert hatte?

Anna sah erst jetzt das volle Ausmaß der Situation. James stand ebenfalls auf dem Gang, jedoch mit einem weiteren Todesser hinter ihm. Nicht irgendeinem Todesser. Es war Adam Kingcade, der seinen Zauberstab drohend an James Rücken hielt. 3 Schwestern lagen tot auf dem Boden. Anna wollte zu ihrem Zauberstab greifen als ihr bewusst wurde, dass Stradford ihn ihnen abgenommen hatte, weswegen auch James schutzlos war.

„Rate wer hier ist, Kingcade. Meine Tochter, die ihre Eltern verstoßen hat!"

Ihre Mutter hatte sie hart am Arm gepackt und nach draußen gezogen.

„Da wird sich der dunkle Lord freuen," sagte Kingcade mit einem triumphierenden Grinsen. "Dann brauchen wir Potter nicht mehr. Die Kleine kann uns ebenfalls das Buch Xerchia's bringen."

James und Anna warfen sich kurz einen Blick zu, dann stieß James mit seinem Ellenbogen nach hinten direkt in Kingcade's Bauch. Er riss seinem Gegner den Zauberstab aus der Hand und hatte ihn mit einem Fluch von sich weggestoßen.

„Impedimenta!" Doch als James seinen Blick zurück warf, sah er nicht Inga White am Boden liegen, sondern Anna, die sich zwischen ihm und ihrer Mutter gestellt hatte und von dem Fluch weggedrückt wurde. White hatte sich ihm nicht zugewendet, sondern war mit rasender Wut auf ihre Tochter losgegangen.

„Du wagst es, du Nichtsnutziges Ding!" Sie hatte ihre Tochter mit ihrem Zauberstab auf die Brust gerichtet an die Wand gepresst und mit ihrer Hand ihr Kinn zusammengedrückt. James wollte eingreifen, doch stattdessen traf ihn diesmal der harte Schlag in den Rücken und schmiss ihn zu Boden. Kingcade hatte sich wieder gefangen, seinen Zauberstab aus James Griff gezogen und ihn mit dem Fuß in den Bauch getreten. Er keuchte als Kingcade sein Knie auf seine Brust presste, seinen Zauberstab zur Seite schmiss und mit beiden Händen seinen Hals zusammen drückte.

„Wo ist das Buch Xerchia's, Potter!"

Doch so fest wie er seine Kehle zudrückte hätte James ihm nicht mal antworten können, selbst wenn er gewollt hätte. War der Todesser tatsächlich so blöd oder wollte er ihn einfach nur töten und nahm dies als Vorwand? Verzweifelt und mit aller Kraft versuchte er den Griff des Todessers an seiner Kehle zu lockern, aber er hatte sie kein bisschen gelöst und mit jeder Sekunde schwanden James die Sinne.

„Du hast mir meine Nichte genommen, Potter. Dafür büßt du mir jetzt!"

„Lumos Maximus!" kam eine ihnen sehr wohl bekannte Stimme. Der ganze Flur hatte sich erhellt und ihnen die Sicht geblendet. Man hörte Wasser plätschern, dann die Stimme von Inga White kreischen und schließlich das Brüllen von Kingcade und James atmete heftig ein, als die Hände seinen Hals los ließen. Er keuchte und hustete nach Luft schnappend, bis das Licht sich endlich wieder normalisierte und den Blick frei machte auf Albus Dumbledore, der nun ebenfalls im Gang stand. Direkt vor ihm lagen die beiden Todesser bewusstlos und vollkommen durchnässt auf dem Boden. Er suchte nach Anna und fand sie da, wo Inga White sie vorhin hin gedrängt hatte. Sie war verängstigt und vollkommen aufgelöst. James dagegen war einfach nur erleichtert, dass sie gerettet waren. Dumbledore war da.


Dumbeldore hatte Heilerin Stradford überreden können, Anna und James zu entlassen, nachdem er ihr versprach, dass er sich um die beiden bei sich Zu Hause kümmern würde und sie im Notfall sofort holte, falls sich ihre Zustände verschlechterten. Sie hatte eingesehen, dass es für beide im St. Mungo's gefährlicher war. Auroren hatten sich um die beiden Todesser gekümmert und abgeführt, während Dumbledore mit James und Anna schließlich zu sich nach Hause reiste. Anna hatte kaum ein Wort gesprochen und sich auch ziemlich unterkühlt von beiden ins Bett verabschiedet. Sie wollte einfach nur alleine sein, als sie schließlich ihre Zimmertür schloss, das Licht ausmachte und sich in ihr Bett niederlegte. An nichts mehr denken, nichts mehr sehen, nichts mehr sprechen.

„Anna?" kam James Stimme, diesmal von vor der Tür.

„NEIN!" brüllte sie raus und zog sich das Kissen über den Kopf.

„Ich kann auch nur reden und du hörst du?"

Sie schnaubte genervt auf. Sie wollte doch nun wirklich nur schlafen. War das wirklich zu viel verlangt?

„Ich hab heut zum ersten Mal deine Mum gesehen und... mir ist aufgefallen, dass sie äußerlich sehr viel Ähnlichkeit mit Lissy hat..."

Es fühlte sich für James merkwürdig an, zu einer Tür zu sprechen, doch er hätte weder schlafen können, noch ließ ihn dieses Ereignis los. Es dauerte etwas, aber dann öffnete sich die Tür und Anna stand vor ihm. Sie sah tatsächlich todmüde und erschöpft aus und fast tat es ihm Leid, dass er sie weiter wach hielt. Beide setzten sich im Flur an der Wand gelehnt auf den Boden nieder.

„Sirius ist das nie aufgefallen," flüsterte Anna leise.

„Deswegen deine Freundschaft zu Lissy, richtig? Weil sie dich an deine eigene Mutter erinnerte?"

Sie blickte frustriert zu Boden.

„Bis ich 11 war, habe ich kaum andere Kinder getroffen. Meine Eltern und mein Bruder waren alles für mich und ich habe sie geliebt und vergöttert. Meine Eltern sagten stets, dass ich mich mit anderen nicht anfreunden solle, weil nur die Familie zählen würde. Als Tochter, die ihren Eltern absolut alles glaubte und alles tat, was sie ihr sagten, tat ich das auch. Dann kam der Vorfall vor Hogwarts, als meine Mutter meinen Bruder umbrachte und versuchte, mich ebenfalls umzubringen, um meinen Vater zu retten. Meine gesamte Welt war in sich zusammen gebrochen. Alles passierte so schnell und ich verstand es einfach nicht. Selbst nach Han's Tod liebte ich meine Eltern. Ich wusste nicht, dass sie uns damit töten wollten. Das hatte ich erst sehr viel später verstanden. Dann kam ich nach Hogwarts und dann war da plötzlich Dumbledore, der mir sagte, dass auch er meine Familie wäre. Ich war so durcheinander. Und dann war da Melissa, die meiner Mum so ähnlich sah. Ich wollte eine Konstante in meinem Leben zurück haben, während ich in Hogwarts war. Ich denke, auf gewisse Weise habe ich in ihr meine Mum gesehen."

„Deswegen warst du so enttäuscht, als du herausgefunden hattest, dass sie dich töten lassen wollte."

Traurige schwarze Augen trafen auf verständnisvolle braune Augen und James drückte ihre Hand freundschaftlich in seiner.

„Das von heute Abend tut mir Leid," fügte sie hinzu.

„Schon okay," sagte er und das meinte er auch so. „Sie ist deine Mutter."

„Ich weiß, dass mich in dieser Hinsicht niemand versteht. Ich mein, wer würde die Menschen trotzdem lieben, die einen versuchen zu killen und niemals wirklich geliebt haben? Aber... ich kann das nicht kontrollieren, egal, wie gern ich wünschte, sie hassen zu können."

„Das macht dich zu dem Menschen, der du bist, An. Und damit ist eindeutig widerlegt, dass du nur aus dunkler Magie bestehst. Wer soviel Liebe empfinden kann wie du, der kann gar nicht böse sein."

Erleichtert sah er ein Lächeln in dem Gesicht seiner besten Freundin und lächelte ebenfalls zuversichtlich. Anna hatte darauf nichts erwidert, aber er kannte sie und wusste, dass es das war, was sie gebraucht hatte.

„Übrigens -" fuhr er fort als ihm dieser Gedanke kam, den er ebenfalls noch unbedingt los werden musste. „Wenn Lissy dich an deine Mutter erinnert. Bin ich dann die jüngere Version deines Vaters?"

Aber sie lachte amüsiert auf. „Nein, das bist du absolut nicht."

„Gut," sagte er zufrieden.

„Aber von Han."

Und damit sah er sie überrascht an. Sie aber lächelte liebevoll zurück.

„Nicht im Aussehen, aber charakterlich. Han hat auch immer versucht, mich zum lachen zu bringen oder eine Reaktion von mir zu entlocken in dem er mich zur Weißglut trieb." Sie wurde plötzlich wieder ernst, doch ihr Blick wanderte nicht weg, sondern blieb an seinem hängen. „Und er hat ebenfalls stets versucht, mich zu beschützen. So wie du seit der 1. Klasse getan hast."

James verstand, dass dies wohl mit der Grund war, weswegen Anna sich so um seine Sicherheit bemühte und die ganze Mühe und Last der letzten Zeit auf sich genommen hatte. Er begriff, dass sie sich nie verziehen hatte, dass Han ihretwegen gestorben war.

„Darf ich jetzt endlich ins Bett?" fragte sie schließlich mit einem letzten flehenden Lächeln. James nickte amüsiert. Dann stand sie auf, drückte ihm freundschaftlich die Schulter und ging zurück in ihr Zimmer.


Da in der Küche noch Licht brannte, beschloss James runter zu gehen, satt sich in den Schlaf zu quälen, der ohnehin nicht so schnell kommen würde. Ihm spuckte zu vieles in seinem Hirn herum. Er fand Dumbledore, der am Tisch saß und einen heißen Tee trank.

„Nanu?" fragte der Direktor verwirrt. „Du bist noch wach?"

„Ähm ja... Was dagegen, wenn ich ihnen Gesellschaft leiste, Sir?"

„Unbedingt," sagte Dumbledore und deutete mit der Hand zu einem Stuhl ihn gegenüber. James setzte sich und bekam auch prompt eine Tasse, die sich mit Tee füllte.

„Zitronenbrausetee. Wirklich sehr lecker."

„Err, danke."

„Bertie Botts Bohnen jeder Geschmacksrichtung?"

„Err, danke."

James brauchte eine Sekunde, bevor er sich an seinen Mentor richtete.

„Dir geht sehr viel im Kopf umher, wie ich vermute."

„Irgendwie schon," gestand er vorsichtig und aß die Bohne. „Ah, Meersalz."

„Wenn du etwas davon erörtern möchtest, stehe ich dafür gerne zur Verfügung. Schlagsahne."

„Es geht um Anna. Sie sieht ihrer Mutter so überhaupt nicht ähnlich. Ihre Mutter wirkt richtig kalt und grausam. Anna, auch wenn sie sich immer kalt gibt, ist sie das so überhaupt nicht und wenn man genauer hinsieht, merkt man auch, wie warmherzig sie wirklich ist. Kiwi, lecker."

Dumbledore lächelte sanft.

„Sie hat auch nicht viel Ähnlichkeit mit ihrem Vater. Sie kommt sowohl äußerlich wie auch charakterlich nach ihrer Großmutter."

„Ihre Tochter?" Das war nur eine Vermutung, aber sie wahr offenbar wahr.

„Professor, nehmen sie das jetzt nicht als Angriff auf, aber – warum haben sie nicht vorher eingegriffen? Warum haben sie nicht verhindert, dass ihr Bruder stirbt?"

Sein Mentor vertiefte sich nachdenklich in seinen Tee und James fragte sich, ob es nicht besser gewesen wäre, nicht nachzufragen. Mischte er sich hier nicht in Familienangelegenheiten ein, die ihm gar nichts angingen? Er hatte auch stets von seiner besten Freundin verlangt, sich aus seiner Beziehung zu seiner Familie raus zu halten.

„Han wurde auf natürlichem Wege gezeugt, wie du weißt. Anna aber nicht. Nachdem ich heraus fand, was ihre Eltern getan hatten und mit ihr vor hatten, habe ich versucht, sie zu mir zu holen. Ich habe mit ihren Eltern gesprochen und auch mit deinem Großvater, dem damaligen Zaubereiminister. Ihre Eltern gaben mir unmissverständlich zu verstehen, dass ich im Leben ihrer Kinder nichts verloren hatte und ohne ihre Einwilligung konnte ich nichts weiter tun außer zu beobachten. Ich wusste aber auch, dass sie Anna nicht vor ihrem elften Geburtstag die schwarze Magie entnehmen konnten. Ich hatte gehofft, dass sie es unbeschadet bis nach Hogwarts schaffen würde. Das zumindest hätten ihre Eltern nicht verhindern können. Anna's Name war für Hogwarts vorgemerkt, so dass sie diese Schule besuchen musste. Das Zaubereiministerium hätte sonst Mittel und Wege gefunden sie her zu bringen."

„Aber Anna hatte es nicht unbeschadet nach Hogwarts geschafft," sagte James leise. Dumbledore's Ausdruck hatte sich verändert. Man erkannte, dass er durchaus Schuld empfand.

„James, ich kann Vergangenes nicht Ungeschehen machen. Ich kann nur versuchen, die Gegenwart zu beeinflussen und versuchen, sie zu schützen und ihr ein glückliches Leben zu ermöglichen."

„Egal, was sie brauchen, Sir. Ich werde dabei helfen," sagte er entschlossen. Das hatte er auch ernst gemeint. Er hatte in den letzten Jahren nie wirklich gewusst, wieso Anna so war, wie sie war. Jetzt, wo er in der letzten Zeit so vieles von ihrer Kindheit erfuhr, da fand er es ein Wunder, dass sie so geworden ist.

„Nun, das ist doch schön zu hören," sagte Dumbledore plötzlich und sein Ausdruck hatte sich irgendwie undefinierbar verändert. James zuckte verwirrt zurück als er einen gewissen Triumph und Glanz in den blauen Augen erkannte und wünschte sich prompt, dass er den letzten Satz nicht laut ausgesprochen hätte. „Der Angriff auf das Zaubereiministerium und der Angriff der Todesser von heute im St. Mungo's zeigt eindeutig, dass wir dem Treiben von Voldemort Einhalt gebieten müssen. Es wird Zeit den Orden des Phoenix ins Leben zu rufen. Bohne gefälligst?"

James nahm eine weiße, Dumbledore eine grüne. Er hatte seinen Mentor verwirrt angesehen, doch dieser lächelte den Jungen lediglich erfreut an.

„Auf ein erfolgreiches Unterfangen," sagte der Direktor und beide Männer aßen ihre Bohne.

„Iiiiiih, Kohlrabi!"

„Uahhhhh, Erbrochenes."


(A/N: Natürlich weiß ich, dass in HP1 Dumbledore von der Bohne, die nach Erbrochenem schmeckte, sagte, er hätte sie in seiner Jugend genommen. Laut dem HarryPotter Wiki jedoch ist das ein Logikfehler, denn die Bohnen gabs erst, als Dumbledore schon älter war. Ich nahm das als netten Anlass ihn hier die Bohne essen zu lassen XD )