Hallo und willkommen zurück! Schön, dass ihr wieder da seid.
Gefragt, Geplagt, Geblackt
Kapitel 12
„Du sitzt doch immer noch hier rum. Warum bist du nicht längst zurück bei deinem Rumtreiber?"
„Was soll ich ihm denn sagen Draco? Er wird es nicht verstehen und mich dann doch wieder sitzen lassen…" leise fügte Hermione noch hinzu „…dann bin ich wieder Ei ohne Salz."
„Häh? Was erzählst du denn da für einen Zaubertrankunfall?"
Hermione musste schmunzeln bei des Platinblondens Wortwahl. Es schien so als wäre das der letzte Anreiz gewesen den sie brauchte, denn die ehemalige Gryffindor erhob sich und ging zur Tür. Nur einen kurzen Blick warf sie noch über ihre Schulter als sie Draco dankte und sich verabschiedete. Dieser schloss die Türe hinter ihr und lies sich wieder auf die Couch fallen.
„Weiber – kein Wunder, dass ich auf Männer stehe." Fahrig streichte er eine widerspenstige Strähne aus seinem Gesicht und schenkte sich Rotwein nach.
„Na bloß gut, dass ich glaube das du mich nicht meinst. Sonst wäre ich jetzt echt sauer." Erschrocken fuhr der Goldschopf herum.
„Verdammt noch mal Harry, was zum Henker hast du in meinem Kaminfeuer zu suchen! Du bringst mich mal um wegen deinem Stursinn."
Ein leises Kichern war zu vernehmen und kleine Funken stoben aus dem Kamin. Leider direkt auf Dracos neuen Teppich.
„Langsam reicht es mir schon jetzt mit dir! Mach mal ein bisschen vorsichtiger. Wenn du mein Haus abfackeln willst, dann mach es wenigstens wenn ich nicht da bin du sturer Esel!"
„Bist du fertig, oder kann ich mir dein Geschimpfe noch länger anhören." Wieder ein Kichern „Mein kleiner Dämon."
Harry wusste, dass genau dieses Wort Draco an den Rand des Wahnsinns treiben würden und lachte sich halb schlapp vor seinem eigenen Kamin.
„Na warte bis ich dich in die Finger kriege! Gleich wirst du betteln mein kleiner Dämon sein zu dürfen." Zielstrebig schritt der Malfoy-Erbe auf den Kamin zu und schnappte sich seinen Zauberstab vom Kaminsims.
„Oh ja, bitte komm und bestrafe mich – oh Herr und Meister." Harry hatte einen Lachanfall und konnte gar nicht mehr aufhören, so dass er sich schon den Bauch halten musste.
PLOPP
„Kannste haben!" Harrys lachen endete abrupt als Draco vor ihm Stand und sich schon zu ihm runterbeugte.
„Hallo Süßer."
Draußen war es merklich kälter geworden und Frau Holle hatte noch einmal kräftig die Betten geschüttelt. Mittlerweile lag so viel Schnee wie schon lange nicht mehr und viele Leute gingen nur noch zu Fuß zur Arbeit oder meldeten sich ab. Auto zu fahren hatte, obwohl es sonst bei Muggeln extrem beliebt ist, keinen Sinn denn die Schneeräumer kamen nicht mehr hinterher und auch viele Zugverbindungen in ländliche Gegenden waren gezwungener Maßen unbefahren. Was die Konsequenzen dessen anbelangte, hatte Hermione keine Probleme damit, dass die Straßen ruhig da lagen und nur von ein paar vereinzelten Fußabdrücken geschmückt waren. Fast hätte sie gemeint, dass Albus Dumbledore, ehemals Schulleiter von Hogwarts, dahinter steckt denn solch eine Ruhe und Atmosphäre kannte Hermione nur von den Weihnachtsbällen – drinnen wunderschön und draußen, obwohl im Saal Lärm herrschte, die wunderbarste Stille. Zu dieser Stille fühlte sie sich nun zurück versetzt und hing noch ein paar Sekunden ihren Gedanken nach.
„Was zum Barte Merlins sollte das!" Ein ziemlich zerzaust aussehender Sirius Black stand vor ihr und starrte sie mit großen, dunklen Augen an.
„Ich brauchte…..ich…..ähm…etwas Abstand…..zu viel…..weißt schon…..Rührei." Die Braunhaarige konnte ihm nicht ins Gesicht sehen. Zu Peinlich war ihr dieser Moment. Wie sollte sie ihm auch das ganze hier erklären?
„Und da musstest du gleich deinen ganzen Kram packen und ohne ein Wort zu sagen verschwinden? Das glaubst du doch wohl selber nicht!"
„Was willst du von mir hören? Das ich gegangen bin weil ich meinen Spaß mit dir hatte und dich nicht mehr brauche? Oder vielleicht sogar das ich das Verstecken leid bin und zurück gehe nach Hogwarts und dich einfach so bei Mrs. Redwood lasse?" Stille. „Was willst du hören, Sirius?"
Sein ganzes Wesen wurde ruhig und gefasst als Hermione ihm diese Dinge an den Kopf warf. Wohlmöglich war es dieser kleine Ausbruch der ihm zeigte wie zermürbt die ehemalige Gryffindor immer noch ist und deshalb wurde er wieder weich, aber vielleicht war es auch nur sein Instinkt der ihm leise ins Ohr flüsterte ‚Lass sie den Stress abbauen. Sie wird's schon nicht ewig geheim halten können.'
„Hermione, Liebes, wie wäre es wenn wir zurück in unser Appartement gehen, ich dir eine heiße Schokolade mache und du mir mal ganz in Ruhe erzählst was los ist, hm." Einladend streckte er der kleineren seine Hand entgegen. Ein warmes Lächeln und Funkeln lag in Sirius' Augen und so reichte Hermione ihm die Hand und ging mit ihm zurück. Sie wollte schon auf dem Weg ansetzen etwas zu erzählen, doch tat sie es nicht da der Schwarzhaarige seinen Zeigerfinger an ihre Lippen führte und sie bat, doch noch etwas die Stille zu genießen und ihm dann auf dem Zimmer alles zu erzählen. Einen Außenstehenden hätte diese Szene sicherlich amüsiert, da sich so viel Ruhe in Sirius spiegelte, dass er oder sie darin etwas von Dumbledore abzeichnete.
Als die Beiden dann in der kleinen Pension am Ende des Dorfes angekommen waren, half Sirius Hermione aus ihrem Mantel und platzierte sie, etwas vormundhaft, auf einen der zwei Sessel die er gerade heraufbeschworen hatte. Mit einem weiteren Wink seines Zauberstabes hatte er eine dampfende Tasse heiße Schokolade in der Hand und reichte sie seinem Gegenüber.
„Lass sie dir schmecken, Liebes." Noch schnell stahl er sich einen kleinen Kuss und setzte sich in den anderen Sessel, der recht Großvater-mäßig aussah. Hermione indes verstand die Welt nicht mehr. War er nicht sauer darüber das sie gegangen ist? Nicht wütend über ihr Verschwinden? Nicht mal gekränkt oder so was in der Art?
„Sirius, warum machst du das alles hier? Ich meine, ich bin gegangen, war weg. Ohne ein Wort zu sagen kurz nachdem wir miteinander geschlafen haben. Wie kannst du da in aller Seelenruhe dasitzen und mich nicht verachten?"
„Was gäbe es denn für einen wichtigen Grund sauer zu sein, hm? Du bist gegangen, ich hab dich gesucht und du bist wieder mit mir mitgekommen. Punkt um. Ich wüsste nicht wo da jetzt ein großes Problem liegen sollte." Seine Augen waren zu ruhig, zu gelassen. Sirius Black würde niemals sein angekratztes Ego so unterdrücken und so tun als wäre nichts passiert. Aber war denn nun wirklich was passiert? Hatte Hermione ihn betrogen – ganz offensichtlich nicht. Hat sie ihm das Herz gebrochen – scheinbar auch nicht. Hat sie sich wieder zusammengerissen – na, sonst wäre sie ja nicht wieder in der Pension. Hatte sie überreagiert, war sie ein wenig durcheinander – auf jeden Fall. Hat sie es erstmal wieder hingebogen – es scheint so. Manchmal ist es eben doch gut, einen Freund vom anderen Ufer zu haben, der einem nicht gleich an die Wäsche will – oder es zumindest ab und an denkt.
„Kannst du mich nicht einfach anbrüllen und dann haben wir dieses Verhör hinter uns?" Ihre Stimme bebte wieder vor Zorn und sie konnte ihre gewaltige magische Energie fast nicht mehr zurückhalten.
„Du hast mich gefragt was ich von dir hören will, und ich sagte dir: die Wahrheit. Also, wo hast du sie nun versteckt?"
„In meinem Zauberhut zusammen mit dem weißen Kaninchen!"
Sirius brach in ein schallendes Gelächter aus. Trockener Humor und eine wahnsinnig finster dreinblickende Hermione waren zusammen mit der heißen Schokolade einfach nur der Brüller.
„Wahrheit im Zauberhut, alles klar." Er wurde wieder ernst „Jetzt aber Spaß bei Seite. Habe ich dich irgendwie verärgert, oder was falsch gemacht?" Hermiones Augen weiteten sichvor lauter Fragezeichen.
„Wie kommst du auf die Idee, dass es an dir liegt und nicht an mir?" Und da war es passiert – die Braunhaarige hatte die falsche Intonation erwischt und so klag es mehr nach einer Feststellung als nach einer Frage.
„Ich wusste es! Irgendetwas hat dich so verärgert, dass du es nicht mehr in einem Raum mit mir ausgehalten hast."
„Erstens: Bilde dir mal nicht zu viel auf dich und dein Ego ein – ihr passt ja kaum noch in den Sessel! Zweitens: ich hatte meine Gründe warum ich gegangen bin. Und Drittens: Wenn du mich kennen würdest, nicht nur das Jetzt sondern auch meine Vergangenheit, dann wärst du vielleicht schon von selbst drauf gekommen."
„Tut mir echt leid, dass ich tot war! Muss ja ein schreckliches Gräuel für dich sein dich mit mir zu belasten!"
„Du weist doch gar nicht von was du da sprichst. Du warst fast sieben Jahre fort – glaubst du da ist die Zeit stehen geblieben? Glaubst du vielleicht im Ernst die kleine Verliebtheit von damals hat mich davon abgehalten was mit anderen Männern zu haben? Bei Merlin, du warst tot! Und dann tauchst du einfach so wieder in meinem Leben auf und machst so ziemlich da weiter wo wir aufgehört haben. Das ist einfach nicht fair mir gegenüber!" Während des letzten Satzes konnte Hermione nicht mehr still sitzen bleiben, sie musste aufspringen und sich bewegen.
„Ich wünschte, ich könnte dir in all deinen Ausführungen folgen, aber irgendwie hänge ich da gerade fest. Du meinst, du warst damals schon in mich verliebt?"
„Mein Gott, ja. Die Schwärmerei eines kleinen Schulmädchens. Was glaubst du wohl, warum ich damals immer mit Harry den Urlaub verbracht habe anstatt mit meinen Eltern sobald er mal wusste das er dich besuchen kann?"
„Das hat sich über zwei Jahre gezogen Liebes, das war nicht nur eine Schwärmerei wenn es stimmt, was du erzählst."
„Was soll ich dir noch in Erinnerung rufen, hm? Dass ich meist die letzte war die ins Bett ist nachdem Harry schon auf der Couch eingeschlafen ist? Das ich es mochte in deiner Gesellschaft zu sein? Kannst du dich noch an den Abend erinnern, als ich gegen zwölf noch mal ins Wohnzimmer geschlichen bin mit der Ausrede nicht schlafen zu können?"
In Sirius Augen flackerten die ersten Erkenntnisschimmer.
„Das war in deinem fünften Schuljahr. Ich dachte erst, du wärst aufgeregt wegen der ganzen Sache mit dem Orden und das du mit Ron Weasley zusammen bist. Tja, dann kamst du auf die Sitzgruppe zu und wolltest ein Buch lesen. Und begabt wie du auch damals schon warst, hast du die Decke welche ich über mich gebreitet hatte, magisch vergrößert und bist drunter geschlüpft."
„Ja, so in etwa war es. Dann bin ich irgendwann eingeschlafen – das dachtest du zumindest – und dann hast du mich umpositioniert sodass ich mehr oder weniger auf deinem Schoß saß und mich an dich kuschelte."
„Wie, du hast gar nicht geschlafen! Du hast das alles mitbekommen? Auch wie…" Hermione musste lachen „Ja Sirius, auch wie du meine Haare nach hinten gelegt hast, mir ins Ohr geflüstert hast ‚du bist wirklich die schlauste und schönste junge Hexe die mir jemals begegnet ist' und zum krönenden Abschluss hast du mich geküsst."
„Aber, wieso hast du nie etwas gesagt? Warum hast du mir dann nicht einfach ein Zeichen gegeben, dass du es weist?"
„Sirius Black, du bist der Pate von meinem besten Freund, warst damals so alt wie mein Vater und ich war nicht gerade als Männerschwarm bekannt die sich jegliche erdenkliche Möglichkeit schnappt um wieder einen Haken auf ihrer Liste zu machen."
„Aber…" weiter kam der Schwarzhaarige nicht denn schon wieder wurde er unterbrochen.
„Da gibt es kein ABER. Du bist zwei Wochen später durch den Nebel gefallen! Und ich war wieder allein. Den letzten Blick hast du Harry geschenkt, was sollte ich denn da deiner Meinung nach machen?"
„Der war nicht für Harry! Sondern für Dich und nur für Dich. Ich war geschockt darüber das mich ein Fluch so hart getroffen hatte, Harry's Augen sprachen nur von Panik und deine waren so voller Sehnsucht und Leid als ich sie das letzte mal sah. Wie hätte ich da wegsehen können! Hermione Granger, du magst zwar auch heute die stärkste und begabteste Hexe sein die mir je begegnet ist, aber das Zuhören musst du noch lernen wenn du mich schon bespitzelst."
„Ich hab dich nicht bespitzelt! Ich habe nur nicht deutlich gemacht, dass ich nicht schlafe. Du hast mich aber auch nie gefragt, ob ich schon schlafe! Also bist du selber schuld." Sirius hatte so gehofft, dass sie sich beruhigen würde und sie wieder die Hermione von vor wenigen Stunden wird. Aber soweit war es noch lange nicht.
„Schon gut schon gut!" Black warf die Arme gespielt in die Luft, damit die Situation nicht noch verkorkster wurde.
„Aber du hast trotzdem nicht richtig zugehört. Ich sagte dir nämlich an dem Abend noch etwas, und zwar dass ich mich wohl in dich verliebt habe und das Harry mich umbringt sobald er das erfährt."
„Dem bist du ja gut aus dem Weg gegangen! Und hast mich mit dem Schlamassel zurück gelassen." Endlich, Hermione lächelte ein Augenerreichendes Lächeln.
„Aber das werde ich nicht noch mal, das verspreche ich dir. Bei der nächsten Gelegenheit sage ich es Harry, am Besten gleich nachdem ich ihm erzählt habe das ich wieder lebe."
Die immer müder gewordene Hermione kuschelte sich in den Sessel und zog ihre Beine an sich.
„Du warst fort, und ich war allein. Ich konnte nicht plötzlich aufhören mit Harry in den Ferien abzuhängen – es wäre zu sehr aufgefallen. Ich brauchte über zwei Monate um zu begreifen und mir einzureden, das das alles nur alberne Schwärmerei war und suchte mir was Neues. Ich beschloss damals Oliver Wood, er war mal Hüter von Gryffindor, wieder zu schreiben und ich habe ihn damals während einer Trainingspause in den Sommerferien besucht. Tja, das war Nummer zwei. Dann kamen Viktor, Dean und noch ein paar andere Idioten. Wollten aber alle nur das Gleiche und sobald sie es hatten – plumps – haben sie mich fallen gelassen wie einen brennenden Phönix."
„Warum erzählst du mir das Hermione? Soll ich etwa eifersüchtig werden und mich in Rage reden wegen einigen Liebeleien?"
„Ich versuche dir hier gerade beizubringen, dass mich jeder Typ behandelt hat wie Dreck nach dem ich mit ihm geschlafen hatte. Und nach der dritten ‚Beziehung' wenn man es überhaupt so nennen will, habe ich schon gar nichts mehr von Kerlen erwartet." Sie lies dies sacken, in der Hoffnung das Sirius die folgenden Fakten verstehen würde.
„Und dann kamst du auf einmal hier rein geschneit und deine Augen versprechen mir alles was ich jemals von einem Mann wollte! Ich dachte erst es sei auch bei dir nur um mich flach zu legen, ein Spiel wie bei allen anderen auch. Doch hat fast keiner der Einfaltspinsel mitbekommen, dass ich in Wahrheit mit ihnen gespielt hatte und sie so manipulierte bis sie mich anziehend fanden."
„Hast du sie etwa verzaubert?"
Sie schüttelte rasch ihren Kopf sodass ihre Lockenpracht nur so flog „Um Himmelswillen nein! Aber Männer bevorzugen eindeutig das Rätsel und die Macht – beides konnte ich ihnen bieten."
„Du redest so, als ob du mit einer ganzen Legion was hattest – Merlin was für eine Vorstellung."
„Kopfkino aus Black! Und es waren nur 13 – keine ganze Legion aber bei fast allen das Gleiche."
„Aha, also muss dir einer gefallen haben der dich nicht gleich fortgejagt hat! Wer, raus damit! Dann weis ich mit wem ich es später mal als Konkurrenz zu tun bekommen könnte."
Hermione lachte leise vor sich hin und zauberte sich indes ein Glas Rotwein herbei.
„Wenn ich dir das verraten würde, würde ich mein Versprechen ihm gegenüber brechen. Nein, nein. Irgendwann kannst du ihn das sicherlich selber fragen!"
„Hm, das heißt dann wohl dass ich ihn kenne. Aber, bei Merlins Bart – du hast doch nicht mit diesem Malfoy geschlafen, oder?"
Nur gut das Hermione schon etwas Wein intus hatte, so konnte sie mit dem Thema viel entspannter umgehen und da sie annahm Sirius würde es genauso ergehen lies sie ein Tablett mit verschiedenen Drinks und Weinen vor ihm erscheinen. Er nahm sich gern ein Glas Wein und lehnte sich nach den ersten Schlucken auch etwas lockerer zurück.
„Um auf deine Frage zurück zu kommen: Nein, ich habe nicht mit Draco geschlafen. Aber wenn es dich interessiert wie gut er im Bett ist musst du es entweder selber mit ihm ausprobieren….."
„Pfui, heiliger Krötenfurz nein! Ich steh doch nicht auf Männer – du gefällst mir da um ein tausendfaches besser." Der Alkohol zeigte auch bei dem Schwarzhaarigen seine gewohnte Wirkung und hinterlies ein süffisantes Grinsen auf dessen Lippen.
„Na, wenn du es nicht ausprobieren möchtest, dann musst du Harry fragen. Er kann dir da weiterhelfen. Übrigens auch dabei Männerhintern auszuchecken – ist ein tierischer Spaß!"
Jetzt hatte sie es geschafft –Sirius Black war sprachlos!
„Ich…ich…ich dachte…du hättest diese Anspielungen nur gemacht um ihn zu ärgern – wie lange schon? Seit wann? Warum? Aber dann kommt Harry doch her um ihn zu sehen und…"
„Jetzt mach dir mal nicht in deinen Umhang! Harry kommt nicht hierher. Wenn dann fliegt Draco zu ihm wenn Harry ihm das ok dazu gibt. Sie verstecken sich seit Kriegsbeginn vor der Presse. Haben beide Angst auf Unverständnis zu stoßen."
„Bei so einer Familie wie den Malfoys ist das auch kein Wunder."
„Du weist ja nicht, was du da redest. Die Beiden waren da schon ab und an zu besuch – es ist nicht Dracos Familie vor der sie sich verstecken, sondern vor denen die sie als Freunde bezeichnen aber nicht wissen ob sie auch so eine Situation vertragen. Kurz und Knapp: Wenn Harry wüsste das du hier wärst und er es dir erzählen müsste – hätte er so einen Schiss das er lieber noch mal gegen Voldemort kämpfen würde als deine Reaktion zu sehen."
Sie tranken ihren Wein weiter und liesen das Gesagte im Raum nachklingen. Es verging fast eine Stunde eh Sirius das Wort wieder an Hermione richtete.
„Wir haben immer noch nicht geklärt warum du davon gelaufen bist."
„Hm, das ist wohl wahr. Tja, wenn man es gewohnt ist, dass man nach dem Sex nur noch angesehen wird als sei man eine Hure die man schnell wieder loswerden müsste, dann ist es verdammt beängstigend in deinen Augen etwas völlig neues zu lesen."
Sirius kam auf Hermione zu, hockte sich vor ihren Sessel, legte die Hand auf ihr Knie und sah ihr unverwandt in die Augen „Was hast du gesehen Liebes, sag es mir, bitte."
„Zu viele Emotionen, zu viel Gefühl – so in etwa genau das was ich schon wieder sehe."
„Und, willst du wieder davon laufen? Wenn ja, dann streich das mal aus deiner Rechnung."
„Ich will nicht mehr davon laufen, Sirius. Aber ich…" Sie schaffte es nicht ihren Satz zu beenden bevor sich zwei warme, weiche Lippen sanft auf die ihren legten.
„Kein ABER mehr. Hermione, ich liebe dich. Und du brauchst jetzt auch nicht deine Augen verdrehen mit dem Gedanken – na toll, seit zwei Tagen ist er wieder da und schon meint er mich zu lieben."
„A…"
„Ich sagte ‚kein aber mehr'. Liebes, hör mir zu. In dem Moment als ich durch den Nebel fiel wurde mir klar was ich alles verlieren würde – und zu meiner eigenen Schande schoss mir nicht zu erst Harry in den Kopf sonder du. Ich wusste, ich würde dich unendlich vermissen. Wusste, dass ich nicht mehr ohne dich leben kann, tja das ging auch einen Wimpernschlag später nicht mehr. Doch dann hast du mich gerufen, an mir gezerrt und mich zurück geholt – zu Dir. Und als ich dich sah fühlte ich mich nicht nur wie neugeboren, sondern vollständig. So als wären du und ich zwei Puzzleteile die nur miteinander ein Bild ergeben. So wie das Ei Salz braucht, braucht dieses Salz hier das Ei. Verstehst du mich Hermione?"
Die bernsteinernen Augen glänzten verdächtig aber kein Ton kam ihr über die Lippen als die erste Träne sich ihre Bahn suchte und eine kleine feuchte Spur auf Hermiones Wange hinterließ.
„Wie ein Strom von purem Silber in Mondlicht getaucht." Und mit diesen Worten küsste Sirius ihre Tränen weg und hob sie aus dem Sessel um im nächsten Moment mit ihr unter den warmen Laken des Bettes zu verschwinden.
