Hermine Jane Potter: ^^Freut mich, dass dir das letzte Kapitel so sehr gefallen hat. Ich persönlich hatte eigentlich mit einer anderen Reaktion gerechnet :-D Ja, dass ich hier und da schon mal neue Wörter erfinde, passiert mir öfters und es tut mir auch wirklich leid, dass meine Chaps oft Rechtschreibfehler haben. Ich schreibe aber meistens Abends und habe dann einfach keine Lust mehr, um noch einmal drüber zu lesen. Also sorry... :-D
Oh, und danke für deine leckeren Keks. Hab mich wirklich gefreut :-D Und ich bin mir sicher, dass dir diese Kapitel wirklich gefallen wird, zumindest wenn es um Fred/Hermine geht ;-)
Und jetzt genug und viel Spaß mit dem Chap ;-)
Chapter 11
"Was... ist passiert?", wollte sie völlig geschockt wissen, als sie an Hermines geschundenen Körper hinunter sah. Sie konnte an nichts anderes mehr denken, als an diese Worte. Soweit die in diesem Moment überhaupt denken konnte. Sie war viel zu geschockt, als noch klare Gedanken bilden zu können.
Hermine schloss schwer atmend und sich selbst verfluchend die Augen, bevor sie in das geschockte Gesicht und die ungläubigen Augen von Ginny sah. "Ein Handtuch?", fragte sie schließlich und Ginny nickte langsam. Und noch langsamer wandte sie sich um und griff nach einem Handtuch, das sie der Brünetten reichte. Hermine wickelte sich sofort darin ein, bevor sie aus der Wanne trat und Ginny wieder ernst ansah. "Ich denke, ich muss dir etwas erklären.", gab sie leise zu.
"Oh, ja, dass glaube ich auch.", sagte Ginny und verschränkte die Arme. "Zieh dich an und komm dann ins Wohnzimmer. Und dann möchte ich die Wahrheit wissen. Die ganze Wahrheit, Hermine."
"Und was ist, wenn du mir nicht glaubst?", wollte Hermine verzweifelt wissen.
"Versuch es.", sagte Ginny herausfordernd und verschwand dann wieder im Bad.
Hermine fluchte leise vor sich hin. Wie hatte sie nur so verdammt doof sein können? Aber dann, sie tat im Moment ja nichts anderes.
Also zog sie sich an, band ihre Haare hoch und holte noch einmal tief Luft, bevor sie aus dem Badezimmer trat und Ginny im Wohnzimmer antraf. Sie sahen sich einen Moment nur an. Beide spürten die plötzliche Kluft zwischen ihnen. Eine Kluft die es seit dem ersten Schuljahr von Ginny nicht mehr gegeben hatte. Und es schmerzte Hermine zu wissen, dass sie Ginny vielleicht in einer Stunde ebenfalls verlieren würde.
"Ich warte.", sagte Ginny kalt und deutete auf den Sessel ihr gegenüber. "Und wehe du lässt etwas aus, Hermine."
Die Genannte seufzte und ließ sich in den großen, flauschigen Sessel fallen. Wenigstens hatte sie es in der nächsten Stunde bequem. "Wo soll ich denn Anfangen?"
"Ich weiß nicht.", sagte Ginny und legte den Kopf schief. "Wie wäre es mit dem Anfang?"
Hermine nickte und schloss dann die Augen. Ginny wollte also der Anfang? Wie hatte denn alles begonnen? "Die Flecken auf meinem Körper, die Wunden und Risse...", begann sie und öffnete wieder die Augen. "Wie würdest du reagieren, wenn ich sagen würde, dass sie von Ron stammen?"
Ginnys Augen weiteten sich. Also hatten sie, Fred und George mit ihren Vermutungen am Anfang doch Recht gehabt? "Ich würde sagen, dass ich dir glauben könnte.", sagte Ginny dann und ihr Gesichtsausdruck verlor an Schärfe.
"Was?"
"Erzähl einfach weiter, am Ende wissen wir Bescheid.", sagte Ginny, lachte aber und Hermine hatte das Gefühl, Ginny am Abend doch nicht mehr zu verlieren.
Hermine griff unter ihren Pulli und zog die goldene Kette, die Fred ihr zu Weihnachten geschenkt hatte hervor. Sie hatte sie wieder durchgehend an, seit dem sie bei Fred lebte und er ihre Sachen geholt hatte. Als sie die Kette aus seiner Hand genommen hatte, hatte sie versucht sich bei Fred zu entschuldigen, da sie ihm ursprünglich versprochen hatte, diese nie abzunehmen. Fred hatte aber nur gelächelt und dann den Kopf geschüttelt. Erleichtert hatte sie ihn umarmt, dankbar, dass er sie verstand.
Nun hingen beide Augenpaare auf dem glänzenden Schmuckstück, bis Hermine schließlich weiter sprach. "An diesem Weihnachten, nachdem Fred mir diese Kette geschenkt hatte, apparierten wir nach Hause. Als Ron aber die Kette sah, rastete er vollkommen aus. An diesem Abend, schlug er mich zum ersten Mal." Hermines Stimme klang monoton als läge lein Leben mehr darin.
"Obwohl Ron schon seit Wochen aggressiv gewesen war, hätte ich nie gedacht, dass er mich schlagen würde.", gab sie leise zu. "Ich legte also die Kette ab und versteckte sie in meiner Schublade. In der Hoffnung, er würde sich beruhigen deswegen kam ich auch nicht mehr zum Fuchsbau. Ich hatte Angst auf Fred zu treffen, während Ron dabei war. Aber es verbesserte sich nicht. Kein bisschen. Es wurde schlimmer. Bald drehte er total durch. Wenn ich schnell baden oder duschen war und ich hatte davor das Geschirr nicht weggeräumt, schlug er mich. Hing ein Handtuch schief, schlug er mich. Er schlug mich, bis das ich blutete und ohnmächtig wurde."
Sie hielt inne und sah zu Ginny auf. Die Rothaarige hatte ihre Augen weit aufgerissen und starrte sie mit purem Horror an. Aber ob sie ihr glaubte oder nicht, konnte sie nicht genau sagen.
"Deswegen konnte ich auch nicht mehr zur Arbeit. Ich konnte nicht alle Wunden heilen, einige konnte ich verstecken- unter langen Pullis und Hosen - aber die in meinem Gesicht nicht. Und Zauber halfen auch nicht mehr. Wie hättet ihr reagiert, wenn ihr mich so gesehen hättet?" Es war eine rhetorische Frage und trotzdem blieb es kurze Zeit still. "Er verbat es mir zu lesen und zu reiten und alles andere, was ich liebe. Und als ich dachte, es könnte nicht schlimmer kommen, begann er sich mir aufzudrängen. Er schlief mit mir, obwohl ich es nicht wollte. Und war ich nicht fertig für ihn, bevor er nach Hause kam, nahm er mich einfach so. Er machte sich nichts daraus, dass ich vor Schmerzen schrie und weinte. Also bereitete ich mich vor, beteiligte mich aber nicht. Ich lag einfach dort und ließ ihn."
Mittlerweile hatte sie angefangen zu weinen, doch sie schämte sich nicht. Es wurde Zeit, dass sie Welt wusste, was Ron ihr angetan hatte. "Und als ihm das nicht mehr passte, holte er sich eine Neue ins Bett. Im Moment hat er eine Affäre mit Lavender Brown.", endete Hermine und wandte dann doch beschämt den Blick ab.
"Oh, Hermine...", flüsterte Ginny, der nun auch Tränen in die Augen traten. Für sie war es klar, wer die Wahrheit sprach und das war eindeutig nicht Ron. Man konnte sich eine solche Geschichte nicht einfach ausdenken. Der Schmerz und die Verzweiflung, die Scham und die Angst sprangen Hermine förmlich aus dem Gesicht und das nicht Beweis genug war, waren es ihre Tränen und ihr geschundener Körper.
"Deswegen bin ich bei Fred und George.", begann Hermine wieder, doch als Freds Namen über ihre Lippen kam, brach ihre Stimm und dieses Mal weinte sie Wasserfälle. Wohnte sie überhaupt noch bei Fred?
Erschrocken sprang Ginny auf. "Hermine, nicht!" Sie eilte zu ihrer Freundin und nahm sie in ihre Arme. "Nicht mehr einen, okay?"
"Aber ich habe alles zerstört. Die ganze Zeit war er bei mir, hat mir geholfen, hat alles versucht, damit ich glücklich bin und ich hab ihn einfach eiskalt vor den Kopf gestoßen!"
"Hermine, was ist denn passiert?", fragte Ginny, die sich beim besten Willen nicht vorstellen konnte, was zwischen Hermine und Fred passiert war. Die beiden waren seit Ende des Krieges unzertrennlich. Fred hatte nach diesem Vorfall sofort Rons Platz als ihren besten Freund eingenommen und sie wusste, dass seine Gefühle für Hermine nicht mehr nur Freundschaftlich waren. Oh, und wie sehr sie sich wünschte, dass Fred endlich wieder glücklich würde.
Und plötzlich erzählte Hermine ihr, was am Abend zwischen ihr und Fred passiert war. Wie glücklich er sie gemacht, wie er wie ein Engel auf sie hinunter gesehen, wie sie ihm das Zeichen gegeben hatte, dass sie ihn küssen wollte und wie er es schließlich getan hatte. "Und dann hab ich Angst bekommen, Gin. Angst! Vor Ron,, vor euch und vor meinen Gefühlen. ich bin einfach aufgestanden und weggelaufen. Er muss mich hassen!"
"So ein Schwachsinn! Fred wird das verstehen, aber wenn du nicht zu ihm gehst und ihm sagst, warum du weggelaufen bist, wird er denken, dass er etwas falsch gemacht hat. Hat er das?", fragte Ginny und sah Hermine ernst an. Sie kannte bereits die Wahrheit und sollte Hermine sie verleugnen, würde sie sie vom Gegenteil überzeugen müssen. Doch zu ihrem großen Überraschen tat Hermine genau das Gegenteil.
Sie schüttelte den Kopf. "Natürlich hat er das nicht. Er hat nie etwas falsch gemacht."
"Dann musst du zu ihm gehen und es ihm sagen. Er wird sich nämlich schuldig fühlen. Du weißt, dass er dich nie verletzen würde."
"Aber ich kann nicht. Ich kann ihm nicht unter die Augen treten, nicht nachdem, was ich getan habe!"
"Hermine", begann Ginny und griff nach ihren Händen, "er wird es verstehen. Er wird dir nicht böse sein und vor allem nicht jetzt, so kurz nach Ron. Aber du bist ihm eine Erklärung schuldig."
Hermine nickte nur und biss sich auf die Lippe.
XxX
George seufzte und legte seinen Kopf in seine Hände. Fred hatte sich also wirklich gewagt und Hermine geküsst. Nicht, dass er generell etwas dagegen hätte. Wäre die Situation anders, hätte er Fred schon vor längerem gedrängt genau diesen Schritt zu wagen... Aber die Situation war halt so, wie sie war. Und in dieser war es der dümmste Schritt, den Fred tun konnte.
Erneut seufzte er und wandte seinen Blick zu seinem Zwilling, der bereits zwei Stunden am Fenster saß und nicht einmal geblinzelt hatte. Es war gruselig, wirklich. Was Hermine mit ihm machen konnte, war nicht mehr normal.
"Du solltest nach Angelina gehen.", hauchte Fred und wandte dann zum ersten Mal seinen Blick von der Straße ab und zu George. "Du solltest zu deiner Freundin gehen und nicht mit in meinem Selbstmitleid versinken."
George schüttelte nur den Kopf und verdrehte die Augen. Was dachte Fred denn? Dass er ihn in einer solchen Zeit wirklich alleine lassen würde? Es verletzte ihn. "Und du bist mein bester Freund, Forge.", versuchte er es mit einem Scherz, aber nicht einmal ein Wimpernzucken gewann er von Fred. "Wenn du dir solche Gedanken machst, warum gehst du dann nicht zu ihr und redest mit ihr?", wollte er schließlich wissen.
"Sie wird mich hassen.", war alles was Fred sagte, bevor er sich wieder dem Fenster zu wandte. "Geh nach Angelina."
Wut wallte in George auf, die er schon seit langer Zeit nicht mehr empfunden hatte. "Ich soll also wirklich gehen, ja? Du schmeißt mich also wirklich aus unserer Wohnung?"
"Ich schmeiße dich nirgendwo raus, ich meine nur, dass es besser für dich ist.", gab Fred genauso wütend zurück und verengte seine Augen.
"Woher willst du wissen, was besser ist? Du, der schon den ganzen Abend nichts mehr ist, als ein Haufen Elend?", zischte George und sprang auf. Fahrig griff er nach seinen Zauberstab und steckte diesen in seine Hosentasche.
"Ich weiß, was gut für uns beide ist und das ist Abstand!" Nun ballte auch Fred seine Fäuste. Woher kam dieser ganze Ärger, diese Wut?
"Nein, Freddie, dass weißt du nicht.", sagte George in einem falschen Ton. "Abstand? Von mir? Du brauchst von niemandem Abstand, du brauchst genau das Gegenteil! Aber alles, was du seit dem Krieg tun kannst, ist andere von dir wegzustoßen und dich selbst zu hassen!", zischte er.
"Hör auf!", warnte Fred und machte einige bedrohliche Schritte auf seinen Zwilling zu. "Hör auf so zu reden, als wüsstest du wie es mir geht! Du hast keine Ahnung, wie ich mich fühle oder was ich durchmachen musste. Ich bin fast gestorben, nicht du!"
Fahrig strich George das Haar an seiner rechten Seite fort und enthüllte ein Loch in seinem Schädel. "Nein, bin ich nicht was gestorben? Nein? Ich habe genau dasselbe gesehen, was du gesehen hast, Fred. Ich habe genau dasselbe erlebt, also hör auf so zu tun, als wärst du der Einzige, der diesen Krieg miterlebt hat!", spie er zurück, nur eine Sache ließ er unausgesprochen. Glaubte Fred wirklich, dass er hätte weiterleben können, wenn sein Zwilling gestorben wäre? Merlin, Fred war seine andere Hälfte. er könnte nicht existieren ohne ihn! Doch anscheinend dachte Fred nicht mehr so. "Und Hermine, sie hat es noch schlimmer getroffen als dich, also hör auf mit dem Scheiß, den du die ganze Zeit schon hier abziehst!"
"Halt deine verdammte Klappe, George, und hau ab!", schrie Fred und schmiss ein Bild nach seinem Bruder, dass er vom Kamin nahm.
"Das werde ich und das tue ich! Und sag später nicht ich hab dich gewarnt. Aber erwarte nicht, dass ich zurückkomme! Dieses Mal bist du zu weit gegangen, Fred." Und mit diesen Worten warf er sich seinen Mantel über und stürmte zur Tür. Als er diese aufriss und hinausrannte sah er die absolut erschrockene Brünette nicht, die ihm mit offenem Mund hinter her sah.
Hatte sie das gerade wirklich alles gehört? Merlin, sie hatte Fred und George noch nie streiten hören und es hörte sich sehr ernst an. Ob George es ernst meinte, dass er nicht mehr zurückkommen würde? Fred ohne George? George ohne Fred? Das war, als gäbe es keinen Himmel zu Erde, keinen Mond zur Sonne. Unvorstellbar.
Ihre Augen hingen immer noch an der Treppe, auf der George vor wenigen Minuten verschwunden war, als ein Schluchzen sie aus ihrer Trance riss. Schluchzen?
Langsam wandte sie ihren Blick zur Türe, die immer noch halb offenen stand und streckte ihrer Hand nach ihr aus. Doch ihre Beine wollten sich nicht mehr bewegen. Es war, als wäre sie am Boden festgewachsen. Aber sie musste zu Fred. Sie konnte ihn jetzt nicht dort alleine lassen. So grauenhaft wie die Dinge waren, die Fred und George sich an den Kopf geschmissen hatte, hatte es doch keiner ernst gemeint. Sie wusste, dass Fred seinen Bruder über alles liebte.
Ihre Beine trugen sie schließlich doch zur Tür und in die Wohnung. Ein Bilderrahmen lag zerbrochen auf den Boden, das Bild war herausgefallen. Das hatte sie gerade eben also zerbrechen hören? Hatte Fred es nach George geworfen? Langsam bückte sie sich und hob das Bild vorsichtig aus den Scherben. Die kleinen Glassplitter klirrten, als sie gegeneinander und wieder zu Boden fielen. Es schien aber nicht laut genug, um Fred zu verraten, dass jemand hier war.
Neugierig drehte sie das Bild in ihren Händen um und schnappte umbermerkt nach Luft. Es war ein Bild von Fred und George. Sie glaubte es war noch vor dem Krieg gewesen. Die Arme gegenseitig über die Schultern des anderen geworfen, standen beide stolz und lächelnd vor der Kamera. Ein Team, wie man es nur einmal gesehen hatte.
Langsam stand sie auf und ging die wenigen Schritten zu Fred rüber. Das Bild legte sie auf den Tisch, bevor sie sich neben den Rothaarigen kniete und ihm vorsichtig einen Arm um die Schultern legte und ihn mit der anderen Hand durchs Haar strich.
Erschrocken zuckte er zusammen und sie ließ sofort von ihm ab. Immer noch durcheinander kroch er einige Meter von ihr weg, als würde er sie nicht erkennen.
Besorgt sah sie in seine Augen, die so traurig aussahen, dass sie am liebsten auch geweint hätte. "Fred?", fragte sie leise und streckte ihre Arme nach ihm aus. Sie hatte viele Reaktionen erwartet. Aber diese nicht.
Wie ein kleines Kind kauerte sich Fred gegen die Wand und drehte seinen Kopf von ihr fort, kniff die Augen zusammen, als sähe er etwas, was er nicht sehen wollte, etwas, dass ihm Angst machte.
Ihr Gesicht füllte sich mit Horror als ihr die Möglichkeit, dass Fred sie nun wirklich hasste, durch den Kopf schoss. Sie wusste, dass sie ihn verletzt hatte. Aber wie tief ging diese Wunde wirklich?
"Fred?", versuchte sie es flehend erneut und dieses Mal hob sich seine Hände zu seinen Ohren.
"Nein, halt den Mund.", entkam es ihm gebrochen und er schüttelte wie verrückt geworden den Kopf. Was war nur los mit ihm?
Dieses Mal sagte sie nichts, sondern rutschte einfach wieder auf ihn zu und schlang ihre Arme um die zitternde Gestalt ihres besten Freundes.
"Nein, lass das.", zischte er und versuchte sie fortzudrücken, doch alles, was sie tat war, ihn einfach nur noch fester zu halten.
"Fred.", flüsterte sie wieder und strich ihm sanft durch sein rotes Haar.
"Hör auf. Du bist nicht echt. Du bist nicht echt. Geh!", stammelte er und es traf Hermine wie der Blitz. Er dachte, er würde sich das alles nur ausdenken?
Ihre Hände legten sich auf seine Wangen und sie wandte sein Gesicht zu ihr. Immer noch waren seine Augen geschlossen. "Fred, sieh mich an. Sieh mich an, Fred!", sagte sie scharf und schüttelte ihn einmal, dann flogen seine blauen Augen auf. "Sieh mich an. Ich bin echt. Ich bin hier.", sagte sie sanft und strich mit ihren Daumen beruhigend über seine Wangen.
Seine Augen starrten in ihre. Nicht einmal zuckte er mit der Wimper, als er alles zu verarbeiten schien. Sie war da? Wirklich hier? "Hermine?", fragte er und hob ebenfalls seine Hände, um durch ihr samtenes Haar zu streichen.
Ein Lächeln brach auf ihrem Gesicht aus und sie nickte. "Ja."
"Oh Gott.", murmelte er und zog sie in seine Arme. "Ich habe gedacht, ich hätte dich verloren. Ich habe gedacht, du würdest nichts mehr von mir wissen wollen. Ich habe gedacht, du würdest mich hassen.", flüsterte er in ihr Haar und sie schlang ihre Arme ebenfalls um ihn.
"So ein Schwachsinn, Fred. Das könnte ich niemals.", hauchte sie und küsste ihn dann auf seine Wange.
"Was machst du denn hier?", wollte er leise wissen, als er sie sanft von sich drückte.
"I-Ich wollte mit dir reden. Warum ich weggelaufen bin. Ich denke, ich schulde dir eine Erklärung.", hauchte sie und senkte den Blick.
Fred sagte nichts, sah sie einfach an und strich wieder mit seinen Händen durch ihr Haar. Merlin, wie sehr er ihr Haar liebte. Er konnte es sich in keiner anderen Farbe vorstellen. Und glatt? Nie.
"Du hast nichts falsch gemacht. Ich... hab einfach Angst bekommen.", hauchte sie schließlich und biss sich auf die Lippe.
"Angst wovor?", wollte er leise wissen und legte seinen Kopf schief.
"Angst vor Ron, wenn er das alles hier rausfinden würde. Vor deiner Familie, wenn sie wüsste, was wir tun und-"
"Was tun wir denn, Hermine?", unterbrach er sie und sah sie ernst an. Er wusste nicht genau, was falsch an diesen Dingen war.
"Ich bin immer noch mit Ron verheiratet, Fred. Wenn sie wüssten, dass wir-", begann sie, doch Fred unterbrach sie erneut.
"Ron hat dich misshandelt und missbraucht, Hermine. Du hast ein Recht darauf, wieder glücklich zu sein."
"Das mag sein, aber ich bin immer noch verheiratet. Und glaubst du, Molly würde mir glauben, wenn ich ihr sage, dass ihr kleiner Junge mein Leben zur Hölle gemacht hat? Sie würde mich hassen, weil ich in ihre Augen lügen würde und sie würde dich hassen, weil-" Sie brach ab, als sie seinen Finger auf ihren Lippen spürte. Fragend sah sie in seine leuchtend blaue Augen, die ernst in ihre sahen.
"Bis hier hin, Mia, und nicht weiter.", hauchte er und ließ seinen Finger wieder sinken, als er spürte, dass sie nicht weiterreden würde. "Niemand würde dich hassen, du brauchst keine Angst vor meiner Familie zu haben, okay?"
Langsam nickte sie und biss sich dann wieder auf die Lippen.
"Was ist es noch?", wollte er leise wissen und zog sie auf seinen Schoß.
"Was ist was noch?", fragte Hermine, wusste aber, was er meinte, als seufzte sie und schüttelte den Kopf. "Es war dumm von mir."
"Nichts, was du machst ist dumm, Mia.", protestierte er und vergrub seine Nase in ihrem Nacken. Sie roch so gut. Nach Vanille und Erdbeere.
"Ich hatte nur Angst vor..."
"Vor was? Du kannst mir alles sagen, dass w
eißt du doch, oder?", fragte er und seine Lippen streiften sanft ihr Ohr. Und bevor sie die Worte wieder hinunterschlucken konnte, entkamen sie ihren Lippen.
"Vor meinen Gefühlen."
Fred erstarrte einen Moment, bevor er in ihren Nacken lächelte und ihr dann sanft einen Kuss auf die Wange drückte. "Ich verstehe. Aber lauf nie wieder davon, okay?"
Hermine nickte leicht, hielt ihr Gesicht aber abgewandt. Es war ihr zu peinlich.
"Es ist verständlich, dass-", begann er, hielt aber inne, als ihm das Bild auf dem Tisch ins Auge fiel. Einen Moment war es still, bevor ihm wieder einfiel, was geschehen war, bevor Hermine neben ihm gesessen hatte.
"George...", hauchte er und Hermine wandte sich in seinen Armen um.
"Er ist wütend an mir vorbei gerannt, hatte mich gar nicht vor der Tür bemerkt.", murmelte sie, als sie den Schmerz in seinen Augen erkannte.
"Du warst da?", fragte er erschrocken.
"Ich... stand vor der Tür und wollte klopfen, als ich euch beide schreien hörte.", hauchte Hermine. "Und bevor ich etwas tun konnte, riss er die Türe auf und war weg."
"Du... hast das also alles mitbekommen?", wollte er leise wissen und schluckte einmal hart, bevor er das Gesicht wieder in ihrem Haar vergrub.
"Ja.", hauchte Hermine. "Er liebt dich, weißt du?"
"Ich hab das alles nicht sagen wollen.", gestand er leise. "Ich wusste nicht, was los war. Es ist einfach passiert. Wir haben uns noch nie gestritten. Ich wollte das nicht."
Plötzlich begannen seine Schultern wieder zu beben und Hermine spürte etwas heißes und nasses auf ihrer Haut, das war in dem Moment, indem sie Begriff, dass Fred wieder weinte.
"Fred.", hauchte sie und wandte sich zu ihm um, setzte sich rittlings auf seinen Schoß. "Das weiß ich doch, und George weiß es auch, da bin ich mir ganz sicher.", sagte sie leise und griff sein Gesicht mit ihren Händen. "Nicht weinen, es wird alles wieder gut, ja?"
"Er wird nicht mehr kommen.", hauchte Fred und Hermine schüttelte den Kopf.
"So ein Blödsinn. Hier." Sie griff nach dem Bild auf dem Tisch und hielt es ihm vor. "Siehst du das? Dieses Team? Ich habe noch nie zwei Menschen gesehen, die so stark miteinander verbunden waren wie du und George. Ihr beide liebt euch mehr als alles andere. Und davon wird euch so ein kleiner Streit nicht abhalten."
Fred schluckte einmal, bevor er wieder zu Hermine aufsah. Wieso wusste sie immer, was sie sagen sollte? Sie schien immer das Richtige zur richtigen Zeit zu sagen.
Und als er zu ihr aufsah, ihr ehrliches, warmes Lächeln sah und das leuchten ihrer Augen, hätte er beinahe wieder denselben Fehler begangen, wie vor so vielen Stunden zuvor. Er hob seine Hand und legte sie auf ihre Wange, schaute mit einem warmen Gefühl zu, als Hermine sich in seine Berührung lehnte, seine Handfläche sanft küsste. Er spürte seine Selbstkontrolle immer mehr verschwinden.
"Es... könnte sein, dass ich dich jetzt gleich küsse.", hauchte er und schluckte einmal hart, als er weiterhin in ihre schokoladenfarbenen Augen sah.
Hermine aber lächelte nur. Sollte er sie jetzt küssen, würde sie nicht mehr davon laufen. Sie wollte es genauso wie er. "Es... könnte sein, dass ich s auch wollte." , hauchte sie und mit einem Lächeln überbrückte Fred die letzten paar Zentimeter und legte seine Lippen sanft auf ihre.
Und dieses Mal lief Hermine nicht fort. Stattdessen seufzte sie glücklich auf und schlang ihre Arme um Freds Nacken. Sie würde ihn nie wieder gehen lassen.
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