Hallo,

obwohl ich schon seid Jahren FFs verschiedener Genres lese, ist dies meine erste eigene Geschichte.

Über Rückmeldung jeder Art würde ich mich sehr freuen.

DISCLAIMER: Außer meiner alternativen Storyline und meinem OC gehört Alles dem bewundernswerten J. R. R. Tolkien. Ich schreibe nur zu meinem Privatvergnügen und verdiene kein Geld damit.

Und jetzt, viel Spaß beim Lesen!

KAPITEL 11

Anar wurde von den Elben mit Reisekleidung ausgestattet, die aus dem gleichen Material wie das lindgrüne Kleid bestand, das ihr während ihres Aufenthaltes so gefallen hatte und das Elrond ihr ebenfalls zum Geschenk machte. Außerdem erhielt sie einen der Elbenmäntel, die zwar warm und wasserabweisend, aber trotzdem federleicht waren und einen Bogen sowie einen Vorrat an Pfeilen.

Als Gandalf und Anar abreisebereit waren, erschienen Elrond und Galadriel, um sie zu verabschieden und die weise Herrin überreichte Anar eine feingliedrige silbern glänzende Kette mit einem filigranen Anhänger.

„Das elbische Zeichen für Freund," erklärte ihr Galadriel. „Namarie, meine Liebe. Bis wir uns wiedersehen."

Nachdem sie sich alle verabschiedet hatten, eilten Anar und Gandalf den Zwergen hinterher.

~~oo°O°oo~~

Wie geplant holten Gandalf und Anar die Zwerge erst in der Goblinstadt ein, gerade rechtzeitig, um Thorin davor zu bewahren, einen Kopf kürzer gemacht zu werden.

Sie schlugen sich ihren Weg zur anderen Seite durch und Gandalf besiegte den Goblinkönig, wie es hatte geschehen müssen.

Als sie auf der anderen Seite der Berge wieder ins Tageslicht traten, band sich Anar wieder ein Tuch vor die Augen, auf das sie in den unterirdischen Höhlen verzichtet hatte.

Während sich die anderen vergewisserten, dass alle vollzählig und bis auf einige Kratzer und Schrammen unverletzt waren, hielt Anar die Augen und Ohren nach einem Lebenszeichen von Bilbo offen.

Der Hobbit war so leichtfüßig, dass selbst Anar ihn über den Krach, den die freudig erregten Zwerge verursachten hinweg, fast überhört hätte.

Als er dann schließlich zwischen den Bäumen hervortrat, fiel Anar ihm um den Hals.

„Ich bin so froh, dass es Dir gut geht," sagte sie erleichtert. Dann flüsterte sie ihm ins Ohr: „Hast du ihn?"

Nachdem er genickt hatte, atmete Anar erleichtert aus und überließ es dann den anderen, ihr vermisstes Mitglied zu begrüßen. Dieses Mal hatte keiner an Bilbo gezweifelt, aber das war gleichzeitig der Schwachpunkt in Anars Plan gewesen. Schließlich hatte Bilbo ja von den anderen getrennt werden müssen, um in den tiefer gelegenen Gängen auf Gollum und den Ring zu stoßen.

Stattdessen wendete sie sich Thorin zu und wollte ihn gerade ein weiteres Mal darum bitten, sie mitreisen zu lassen, als sie alle das Heulen eines Warges vernahmen.

„Aus dem Regen…"

„… in die Traufe. Lauft!" rief Gandalf.

Und dann liefen sie. Bis sie durch den Abhang gezwungen waren, auf die Bäume zu klettern. Anar hielt verzweifelt nach der Motte Ausschau, die Gandalfs Nachricht an den König der Adler überbringen würde.

Als Anar sie entdeckt hatte, deutete sie auf diese und rief Gandalf zu. Dann konzentrierte sie sich auf den bevorstehenden Kampf. Während die anderen die Wargs mit brennenden Tannenzapfen bewarfen, dezimierte Anar mit ihren Pfeilen die Orks und Wargs, die in einiger Entfernung darauf warteten, auf Azogs Befehl in das Geschehen einzugreifen.

Als die Bäume schließlich zu kippen begannen, musste sie sich jedoch festhalten. Vor lauter Konzentration auf den Kampf hatte sie ganz vergessen auf die fallenden Bäume zu achten und fand sich nun an die falsche Seite des Baumes geklammert wieder. Deshalb konnte sie nicht eingreifen, als zuerst Thorin und gleich darauf Bilbo den Orks entgegenstürmten.

Alles, was sie tun konnte, war den beiden bei ihrem Kampf aus der Ferne zuzusehen und sich dabei panisch an dem Ast festzuhalten.

Erst als die Adler auftauchten, atmete sie erleichtert auf. Auf Gandalfs Zeichen hin ließ sie sich fallen, in der Hoffnung, dass sie aufgefangen werden würde.

~~oo°O°oo~~

Während des Fluges nahm Anar ihr Kopftuch ab und prägte sich die unter ihr liegende Landschaft genau ein. Die Täler und Felder, den Anduin, sie sah sogar in der Ferne Beorns Haus. Sie beobachtete sorgsam den dahinterliegenden Düsterwald und hielt Ausschau nach der Festung Dol Guldur, die selbst sie nur schwach in weiter Ferne erkannte. Was sie jedoch genau sah, war der Einsame Berg. Erebor erhob sich majestätisch in der Ferne im Osten. Die Heimat der Zwerge.

Mit diesem Zeitvertreib verging die Zeit wie im Fluge.

Bald hatten sie das Nest der Adler erreicht und Gandalf untersuchte unter den kritischen Augen der Gemeinschaft Thorins Wunden.

Als dieser wieder zu sich gekommen war, bedankte er sich bei Bilbo für dessen Beistand mit einer herzlichen Umarmung. Dann wendete er sich den restlichen Zwergen zu.

Dieses Mal war es kein allzu schweres Unterfangen, Thorin davon zu überzeugen, auch Anar mit ihnen kommen zu lassen. Sie hatte ihren Wert bewiesen, fiel nicht allzu sehr zur Last und seine Neffen schienen die junge Frau zu mögen. Das reichte Thorin vorerst aus. Als offizielles Mitglied wurde Anar jedoch nicht aufgenommen.

Wie besprochen sprachen Gandalf und Anar einige Zeit später vertraulich mit Gwaihir und der König der Adler sagte ihnen seine Unterstützung zu.

Dann brachten die Adler sie zum Bärenfelsen, von wo aus sie sich auf den Weg zu Beorn machen wollten.

Wieder hatten sie die meiste Ausrüstung verloren und die Zwerge weigerten sich, von dem Lembas zu kosten, das die Elben Anar als Reiseproviant mitgegeben hatten. Darüber war Anar nicht allzu böse, denn das Elbenbrot war für ihre sensiblen Geschmacksnerven sehr angenehm und so hatte sie länger etwas davon.

Anar hatte für sich beschlossen, sich bei Beorn etwas zurückzuhalten. Es würde auch ohne ihr Eingreifen alles gut gehen und sie würde die Ruhe vor dem Sturm ausgiebig genießen.

Und so übernahm Gandalf die Führung.

~~oo°O°oo~~

Beorn stattete sie mit Ausrüstung, Proviant und Pferden aus und gab ihnen den ein oder anderen guten Rat mit auf den Weg.

Und so befanden sie sich einige Tage später am Eingang des Elbenpfades durch den Düsterwald.

Hier verabschiedete Gandalf sich von ihnen, um sich um eine wichtige Angelegenheit zu kümmern, bei der Anar wusste, dass es sich um das Treffen in Gol Dulgur handelte. Sie umarmte darum Gandalf zum Abschied.

„Ich wünschte Euch von Herzen viel Erfolg. Bitte grüßt die anderen ganz lieb von mir," flüsterte sie ihm ins Ohr.

Daraufhin stieg Gandalf auf sein Pferd und galoppierte gen Süden, während 13 Zwerge, ein Hobbit und eine Menschenfrau den Wald der Elben betraten.