Der Vierte Versuch
„ANDRA!"
Andromeda hastete die Treppen nach oben. Es durfte nichts passiert sein. Ihr ging es doch so gut in den letzten Tagen.
Atemlos stieß sie die Türe auf.
"Cissy, was ist los? Fühlst du dich nicht…WAS ZUM TEUFEL IST DENN HIER PASSIERT?"
Ihre kleine Schwester war bis zum Bauchnabel in Anziehsachen verschüttet.
„Ich weiß nicht, was ich anziehen soll."
Andromeda ließ sich erleichtert dahin fallen, wo früher mal ein Sessel gestanden hätte.
„Pass auf! Du zerquetscht meine Dessous… Wieso lachst du? So witzig finde ich das nicht.", sie deutete theatralisch auf die große Standuhr.
„Noch eine Stunde und ich habe nichts anzuziehen…Und hör auf zu lachen!"
„Es ist nur, " Andromeda besah sich das Chaos. Dann stand sie auf und gab ihrer Schwester einen dicken Kuss. „Ich bin so froh, dass es dir wieder gut geht…Was hältst du davon?"
Sie zog ein weinrotes Minikleid mit tiefem Ausschnitt aus dem Kleiderberg heraus.
„Meinst du?"
Ihre Schwester nickte eindringlich.
„Na…ok. Wie mach ich mir die Haare?"
„Narcissa! Dein Macker is hier!" schrie Sirius ein Stockwerk tiefer.
Ihr Herz überschlug sich fast. „Ich kann da nicht runter."
„Natürlich kannst du das." Andromeda begann ihre kleine Schwester in Richtung Zimmertüre zu schieben.
„Nein, nein…Oh mein Gott. Ich sehe bestimmt fürchterlich aus, stimmt's?"
„Du siehst klasse aus. Würd mich nicht wundern, wenn der junge Malfoy sofort in Ohnmacht fällt, wenn er dich sieht. Und jetzt…" sie öffnete die Türe und zog Narcissa auf den Gang.
Sie erreichten das große offene Treppengeländer.
„…geh!" Sie gab ihrer Schwester einen Stoß, sodass sie genau in der Mitte der obersten Treppe zum Stehen kam.
Sie atmete tief ein und begann langsam die Treppen hinunter zu laufen.
Unten stand Lucius.
„Sie sieht noch schöner aus, als ich sie in Erinnerung hatte.", keuchte er.
Sirius grinste. „Lucius Malfoy VERFÄLLT einer Frau, was?"
„Klappe Black.", zischte er ihm zu während er ein breites Grinsen für Narcissa aufgesetzt hatte.
Narcissa erreichte die letzte Stufe. Lucius machte zwei galante Schritte nach vorne und reichte ihr seine Hand.
„Du siehst so wu…"
„Mister Malfoy. Wie schön." Mister Black kam breit grinsend in die Eingangshalle.
„Mister Black." Die beiden Männer begrüßten sich mit Worten wie.
‚Was machen die Immobilien im Ausland?'
‚Oh ja. Die Finanzen stehen günstig.'
‚Ich werde in Kürze mit ihrem Vater ins Geschäft kommen'
‚Ja, er hat mir erzählt, was sie für ein großartiger Geschäftsmann sind.'
Narcissa verdrehte die Augen.
Sirius erschien neben ihr und grinste „Tja, jetzt weißt du's: Er wird dich mit deinem eigenen Vater betrügen. Pass auf. Eines Morgens stehst du auf und findest die beiden nackt in einer Badewanne voller Wertpapiere."
Narcissa verzog keine Miene. „Sag mal Black", murmelte sie aus den Mundwinkeln und begann zu Grinsen. „Was machst du eigentlich immer noch hier bei uns? Hast du kein zu hause?"
Sirius streckte ihr die Zunge heraus und lief dann die Treppen hinauf, wo Andromeda auf ihn wartete.
Eine halbe Stunde später.
Lucius leerte sein Whiskeyglas und nahm den letzten Zug der Zigarre. Von Sekunde zu Sekunde wurde er hibbeliger.
Da saß sie. Neben ihrem Vater und sah ins Feuer. Und sie sah einfach zum Anbeißen aus.
Und er? Er musste hier sitzen und sich mit ihrem Vater über die momentane Lage der Finanzen unterhalten.
Da! Sie tat es schon wieder. Mit gelangweiltem Gesichtsausdruck drehte sie die hauchdünne silberblonde Haarsträhne, die aus ihrer Frisur gefallen war um ihren Zeigefinger.
„Mister Malfoy?"
Er schrak auf. „Entschuldigen Sie bitte, ich war kurz…", er sah Narcissa genau in die Augen. „abgelenkt."
Mister Black nahm das Gespräch wieder auf. Diesmal war Lucius gänzlich abgelenkt.
Narcissa nahm einen Schluck aus dem Weinglas. Ein kleiner Tropfen ging daneben. Fasziniert sah Lucius zu, wie er ihren Hals entlang rann und eine leichte Gänsehaut auf Narcissas blasser Haut hinterließ.
Erst, als der Tropfen fast ihr Decoltee erreicht hatte stoppte sie ihn mit ihrem Kleinenfinger.
Das würde sie nicht. Provokant führte sie ihren Finger an die Lippen und nuckelte den Wein ab.
Lucius spürte etwas, was ihm gar nicht gefiel. Nervös schlug er die Beine übereinender. So ein Biest.
„Daddy?" Andromeda hatte das Kaminzimmer betreten. Wissend grinste sie ihre Schwester an.
„Was denn mein Kind?"
„Naja, Dad. Du erinnerst dich doch sicher an den schwarzhaarigen jungen Mann, der in der letzten Zeit hier gewohnt hat?"
„Was hat Sirius jetzt schon wieder angestellt?"
„Oh…er hat gar nichts getan. Es ist nur so, dass ich ihn ganz aus Versehen verflucht habe."
Genervt stöhnte Mister Black auf.
„Ihr seid beide erwachsen, Andra. Das wirst du doch wohl behoben kriegen."
„Ja…wenn ich alle Teile von ihm zusammen habe…vielleicht."
„Wie im Kindergarten. Da denkt man die Kinder seien erwachsen und dann verfluchen sie sich immer noch so grauenhaft miserabel, dass sie's nichtmals selbst bereinigt kriegen.", murrte ihr Vater, stellte sein Glas auf dem kleinen Holztisch ab und eilte aus dem Zimmer.
Andromeda zwinkerte ihrer Schwester zu.
„Da kann er lange suchen. Seine Finger habe ich hier in meiner Hosentasche."
Narcissa warf ihr eine Kusshand zu.
„Du bist die Größte."
Die dunkelhaarige Hexe grinste. „Klar! Bis zum Abendessen, ihr Süßen.", sie schloss die großen dunklen Türen.
Stille.
„Ach halt.", sie kam zurück. „Ich deponiere seine Nase hier bei euch, in Ordnung?"
Die Türen schlossen sich wieder.
Lucius wusste nicht, wie ihm geschah. Innerhalb von Sekunden hatte sich Narcissa regelrecht auf ihn gestürzt und sein Hemd von seinem Körper gerissen.
„Du hast mich ganz verrückt gemacht, wie du da saßt…mit deiner Strähne und dem Wein…"
Sie lachte. „Ich habe dich vermisst, Lucius.", sagte sie leise bevor ihre Lippen die seinen berührten.
Sie fielen vom Sessel und lagen nun auf dem Perserteppich. „Narcissa, meinst du…Hier?"
„Warum denn nicht", kicherte sie vergnügt und machte sich daran seine Hose zu öffnen.
PLÖPP!
Die Beiden stoben auseinander.
Eine kleine Hauselfe mit rosafarbener Schürze war im Zimmer erschienen. „ Miss, das Essen ist…"
Narcissa verpasste der Elfe einen Tritt in den Hintern und begann dann kochend vor Wut ihr Haar zu ordnen.
„Wir werden einfach nie DAZU kommen. Das war jetzt der vierte Versuch, zum Teufel. Nie! Slughorn am See. Snape im Schlafsaal. Filch fast in der Besenkammer. Was zum Teufel soll das?", sie bückte sich und schmiss Lucius sein Hemd entgegen.
Dann schritt sie aus dem Zimmer.
„Nimm Sirius Nase mit, bitte.", ordnete sie an und lief dann weiter.
Lucius grinste. Es wäre ein wahrer Spaß die Nase einfach verschwinden zu lassen. Der Schönling Sirius Black OHNE Nase. Er lachte auf.
Sollte er…? Nein! Das konnte er nicht machen. Sich selbst tadelnd nahm er die Nase und lief hinter Narcissa her ins Esszimmer.
Nächstes Kapitel kommt bald. Schreibt ob's euch gefallen hat.
