Kapitel 12 ist fertig und Sharon bekommt unerwartet Unterstützung von einer Person von der Sie nie dachte sie wäre ihr Freund.
Kapitel 12
Es war am späten Nachmittag als ein zufrieden aussehender Chief Taylor in den Murderroom kam um mit Sharon zu sprechen.
„Ich gratuliere Ihnen Captain Raydor, Sie haben den Fall in nur 4 Tagen gelöst und das NYPD hat seit 2 Jahren daran gearbeitet. Chief Pope und der Bürgermeister sind sehr zufrieden mit der Arbeit von Major Crimes." Russell Taylor saß vor Sharons Schreibtisch und hatte ein aufrichtiges wenn auch selbstgefälliges Grinsen im Gesicht.
Sharon versuchte zu lächeln und nickte ab und zu, obwohl sie Taylor nicht wirklich zuhörte. Sie hatten den Fall abgeschlossen und nun wollte sie einfach nur nach Hause.
„Vielen Dank Chief, aber es war eine Zusammenarbeit zwischen LAPD und NYPD. Ohne die Informationen der Kollegen aus New York wären wir nie so schnell auf die nötigen Hinweise gestoßen."
„Keine falsche Bescheidenheit Captain, Sie waren wirklich gut und damit meine ich Sie und Ihr Team. Chief Pope möchte gern etwas mit Ihnen besprechen und möchte sie am Donnerstag sehen." lächelte Taylor und stand auf „Bis dahin sollten Sie sich alle ein paar ruhige Stunden gönnen bis der nächste Mord kommt."
Sharon stand auf und wollte Taylor verabschieden, als sie spürte wie sich die Welt um sie herum anfing zu drehen. Sie verlor das Gleichgewicht und sie sah für wenige Augenblicke schwarz. Taylor fiel schon auf das sie nicht so fit wie sonst aussah, als er ihr Büro betrat. Bevor Sharon zu Boden fallen konnte, rannte Taylor um den Schreibtisch und fing sie auf. Völlig desorientiert sah Sharon sich um und war peinlich berührt sich in den Armen von Taylor wieder zu finden.
„Captain, sind Sie in Ordnung? Soll ich einen Arzt rufen lassen?" fragte Taylor aufrichtig und musterte die Frau vor sich genau.
Er half Sharon zurück in ihren Stuhl und reichte ihr ihre Flasche Wasser.
„Vielen Dank Chief, aber das wird nicht nötig sein." seufzte Sharon und atmete tief durch.
„Sind Sie sicher? Sie sehen sehr blass aus und wirken schon seit ich Ihr Büro betrat sehr abwesend. Ich meine, Sie haben sich nicht einmal erkundigt was Chief Pope von Ihnen will."
Sharon schloss die Augen, sie wollte jetzt nicht mit Taylor reden. Dieses Gespräch würde sie früh genug führen müssen.
„Chief, ich weiß Ihre Sorge zu schätzen aber ich bin nicht krank. Mein Kreislauf spielt etwas verrückt und mein Magen macht mir zu schaffen aber sonst geht es mir wirklich gut." versuchte Sharon zu lächeln.
‚Es ist ja keine Lüge.'
Taylor nickte und warf einen prüfenden Blick auf Sharons Körper, als sie wieder die Augen schloss und ein paarmal tief einatmete. Er würde es nie zugeben aber er hatte schon des öfteren einen Blick in ihren Ausschnitt oder auf ihre Beine geworfen. Demnach entging ihm nicht der kleine Bauch der sich unter ihrem T-shirt abzeichnete. Er musste sich eingestehen, dass er für einen Moment geschockt war.
„Wie Sie meinen Captain, aber Sie sollten sich etwas ausruhen. Meiner Frau ging es damals genau so und sie wollte auch nicht kürzer treten." sagte Taylor und war auf Sharons Reaktion gespannt.
‚Was hat er gesagt?'
Sharon brauchte einen Moment um das was sie gerade hörte zu verarbeiten. Sie riss die Augen auf und starrte Taylor schockiert an.
„Was? Was bitte hat Ihre Frau damit zutun?" Sharon spürte die Panik in sich aufsteigen.
„Meine Frau hatte auch diese Probleme in der letzten Schwangerschaft, sie war auch schon 47 Jahre als sie unseren Sohn zur Welt brachte. Es ist gerade ein bisschen wie ein Dejavue."
Sharon hatte sich unzählige Szenarien ausgemalt wie Taylor reagieren würde aber dieses war keines davon. Er schien weder verärgert noch hielt er ihr eine ‚ich bin sehr enttäuscht' Predigt.
„Chief, ich weiß nicht was ich sagen soll." Sharon fühlte sich hilflos. sie wollte in diesem Gespräch auf alles vorbereitet sein und nun traf sie es vollkommen überraschend.
‚Ich kann ihn nicht anlügen.'
Sie seufzte und nickte ein wenig „Ich hätte es Ihnen sagen sollen, aber ich fand nicht den richtigen Augenblick. Sie haben recht Sir, ich bin schwanger und das fast im vierten Monat. Ich weiß es ist unpassend und ….."
„Unpassend? Captain, ich glaube nicht das es eine LAPD Regel gibt, die sagt eine Frau darf nur bis 35 schwanger werden." witzelte Taylor, wurde dann aber ernst „Allerdings haben Sie recht, es wird kompliziert werden mit der Leitung von Major Crimes. Wenn es soweit ist, brauchen Sie eine würdige Vertretung und bitte sagen Sie nicht Provenza."
Sharon konnte es kaum fassen. Da saß Chief Russell Taylor vor ihr und versuchte wirklich witzig zu sein und brachte volles Verständnis für sie auf. Dies musste ein Traum sein.
„Sie werden natürlich noch Chief Pope in Kenntnis setzten müssen, aber Sie sollten sich nicht zu viele Gedanken machen. Major Crimes ist im Moment sein Liebling."
Sharon schluckte und setzte sich gerade hin „Ähm…nun, danke für Ihr Verständnis Chief. Wenn ich ehrlich sein darf, ich habe nicht damit gerechnet." sagte sie ehrlich und lächelte leicht.
„Das glaub ich gern, ich zeige mich lieber als Bösewicht. Es verhindert das die Leute einem auf der Nase herum tanzen."
Das erste Mal an diesem Tag lachte Sharon „Ja, das kenne ich nur zu gut aus meiner FID Zeit." dann wurde sie ernst und schaute zu Taylor „Danke Chief, ich bin Ihnen wirklich dankbar für ihr Verständnis."
Taylor zwinkerte Sharon zu und machte sich auf den Weg ihr Büro zu verlassen „Nochmal, gute Arbeit Captain." mit einem Lächeln verließ er ihr Büro.
‚Captain Raydor ist wirklich nochmal schwanger. Ich wüsste nur gern ob ihr Mann der Vater ist.' doch diese Frage erschien ihm zu privat.
Er verließ den Murderroom und danke allen auf den Weg nach draußen.
Nachdem Taylor weg war, atmete Sharon erleichtert. Sie fühlte sich als wäre eine riesige Last von ihren Schultern genommen worden. Wenigstens eine Last.
Andy schaute immer wieder zu Sharons Büro, er hatte den ganzen Tag überlegt wie er das Gespräch mit ihr suchen sollte. Sie war am Morgen so kalt zu ihm und er konnte es ihr nicht verdenken.
„So Leute, der Fall ist abgehackt und Taylor ist weg. Machen wir Schluss für heute." rief Provenza und erhielt sofort die Zustimmung aller.
Andy wusste, dass es jetzt soweit war. Er stand auf und ging langsam zu Sharons Büro.
‚Gott, ich hoffe sie wird mir eine Chance geben.'
Er klopfte kurz und trat dann ein.
„Sharon, ich muss mit dir reden." sagte er schnell und schloss die Tür.
Sharons Herz begann zu rasen sobald sie Andy erblickte. Sie hatte ihn den ganzen Tag auf Abstand gehalten, doch nun war sie allein mit ihm. Sie war wütend und enttäuscht und hätte ihm am liebsten angeschrien und doch wünschte sie sich so sehr, dass er sie einfach nur in seine Arme nahm.
„Haben wir beide wirklich noch etwas zu besprechen?" fragte Sharon leise und ihre Stimme war gebrochen. Sie wünschte sie könnte härter klingen aber sie hatte einfach keine Kraft für ein Schauspiel.
„Sharon bitte gib mir eine Chance zu erklären. Ich weiß selbst das ich mich wie ein kompletter Arsch benommen habe aber bitte hör mir zu. Lass uns essen gehen und reden." bittend sah er Sharon an.
Sharon wusste nicht was sie tun sollte, nachdenklich schüttelte sie den Kopf.
„Bitte Sharon, gib mir eine Chance." Andy trat dicht an Sharon heran und sah ihr direkt in die Augen „Bitte"
„Ich…ich möchte nicht essen gehen. Wenn du reden willst, dann sag mir jetzt was du zu sagen hast."
Doch Andy sagte kein Wort, er schaute nur auf die kleine Wölbung von Sharon und wie von selbst legte er seine Hand auf ihren Bauch.
Sein Baby! Dort wuchs sein Baby!
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