Konfrontation mit dem Tod
Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ
„So ein Angsthase", schnalzte einer der Beiden abfällig, bevor sie sich wieder umwandten und die letzten Schritte zum Salon hinter sich brachten. In diesem ER, zusammen mit Bellatrix, Lucius Malfoy und Snape.
„Mein Lord. Ich bitte Euch. Derartiges ist unter Eurer Würde. Lasst es mich noch einmal versuchen. Ich werde die gewünschten Informationen aus ihr herausholen. Ihr solltet Euch nicht mit so was die Hände schmutzig machen", kroch Bellatrix schleimend um die weiße Schlange herum. Als sie noch etwas sagen wollte, hob er allerdings die Hand, worauf sie sofort schwieg. Stattdessen verlor sich ihr Blick angewidert auf Hermione, die ihre Kerkermeister achtlos fallen ließen.
Die beiden Männer neben ihr grinsten diabolisch beim Anblick der verletzten Gryffindor, die sich zitternd auf dem dunklen Parkett zusammenkrümmte. Ihre Blutflecke vom Vortag waren verschwunden, sodass der Boden wieder glänzte. Über diesen Glanz konnte sie die Anwesenden in der Spiegelung recht deutlich sehen, ohne den Kopf groß heben zu müssen, was sie ohnehin kaum noch schaffte. Stattdessen verwendete sie die wenige Kraft darauf, sich die Decke fester um den immer stärker zitternden Körper zu ziehen.
Sie spürte, wie ihr das Herz bis an die Kehle schlug und beinahe drohte aus dieser zu entweichen. Ihr Puls raste in dem dazugehörigen Takt, sodass ihr das Blut wahnsinnig in den Ohren rauschte. Darunter mischte sich, in ihrer Panik und Todesangst, ein leises Pfeifen. Wenn ihr Puls noch weiter anzog, würde sie das Bewusstsein verlieren, bevor diese Schauergestalten dazu kamen irgendetwas mit ihr zu machen.
„Das ist sie also", hörte sie die dunkle aber dennoch ruhige, leicht interessierte Stimme Voldemorts. Es war eine Stimme, die ihr das Blut in den Adern gefrieren ließ und dafür sorgte, dass ihr zunehmend der kalte Schweiß ausbrach. Ihr Herz hämmerte immer verstörender was Nagini, seine Schlange, zu wittern schien. Sie wurde unruhig und ließ ständig die Zunge hervorschnellen, um alle Aspekte, die im Raum vorherrschten, besser aufnehmen zu können. So auch die vermeintliche Beute. Sie.
„Mein Lord. Bitte. Ihr -" „Schweig!", gab er Bellatrix harsch zu verstehen, würdigte sie jedoch keines Blickes. Dieser lag ungebrochen auf Hermione.
„Severus", schnalzte er plötzlich nach Snape, der sofort zu ihm trat.
„Mein Lord", kniete Snape vor ihm nieder, womit Voldemort seinen Blick auf die Fledermaus legte.
„Potters beste Freundin sagtest du?" „Ja, mein Lord." „Und du sagtest, in ihr könnten sich nützliche Informationen für uns verbergen?" „Davon gehe ich aus, mein Lord. Potter ist alleine gar nicht in der Lage so komplex zu denken. Diese Aufgabe hat sie sonst immer für ihn übernommen. Sie kennt ihn und seine Denkweise sehr genau. Die Schritte, die er tut und allen voran die Fehler, die er sehr leicht macht." „Interessant. Aber sagte der kleine Draco nicht, dass Potter und der Blutsverräter Weasley sie suchen würden?" „Nun, diesen Gedanken hatte ich auch, mein Lord. Man könnte Potter mit ihr als Köder durchaus eine Falle stellen. Da hat Draco nicht unrecht. Potter wird kopflos handeln, um sie zu befreien", erklärte Snape, worauf Hermione schluckte.
Sie hatte es zwar geahnt, nun aber die bittere Gewissheit vor Augen, dass sie nur noch lebte, weil sie als Köder für Harry herhalten sollte. Und mit ihr als Lockmittel würde die Falle auch zuschnappen, so wie Malfoy und Snape sich das dachten. Wenn sie in Reichweite war, würde Harry versuchen sie zu holen. Er würde ihr helfen, auch wenn diese Falle nur zu offensichtlich war. Er würde nicht weiter darüber nachdenken, womit die Falle zuschnappen konnte.
„Nun Severus. Nur sehe ich Potter nirgends. Offenbar scheint ihm doch nicht so viel an seinem geliebten Schlammblut zu liegen, wie du und der kleine Draco denkt." „So dürft Ihr das nicht sehen, mein Lord. Potter wird nur nicht wissen, wo sie ist und was mit ihr ist. Wie gesagt, dass Denken hat sie für ihn übernommen. Man sollte ihm unauffällig einen Hinweis zukommen lassen. Wenn Ihr es wünscht, dann werde ich mich um eine Falle für Potter kümmern." „Und wie soll diese Falle aussehen, Severus?" „Nun ja. Ich würde sie an einen anderen Ort bringen, da das Manor unüberwindbar ist. Das dürfte selbst Potter mit seinem Kleinhirn klar sein. Dass er nicht so einfach hier rein, geschweige denn wieder heraus kommt. An einem leichter zugänglichem Platz, würde sich die Möglichkeit für eine Falle besser bieten." „Wahrscheinlich", überlegte der Dunkle und strich Nagini über den Kopf, sodass Snape seinen Kopf und damit den Blick zögerlich hob.
„Dann lasst Ihr mich meinen Plan durchführen?", fragte Snape in einer leisen Hoffnung, worauf sich Bellatrix aufgebracht meldete.
„Mein Lord, ich bitte Euch! Er führt etwas im Schilde! Das Schlammblut in seine Hände zu geben wäre ein Fehler! Er -" „Wage es nicht, meine Entscheidungen anzuzweifeln, Bellatrix! Severus genießt mein Vertrauen, denn im Gegensatz zu dir, hat er mich noch nie enttäuscht", zischte er warnend. Dabei verengten sich die roten Augen gefährlich zu Schlitzen, unter denen sich die Schwarzhaarige wie ein geschlagener Hund zurückzog. Dabei warf sie Snape noch kurz einen giftigen Blick zu. Dessen Lippen zierte allerdings ein selbstzufriedenes Grinsen.
„Ich danke Euch, für Euer Vertrauen, mein Lord. Ich werde Euch nicht enttäuschen." Damit erhob sich Snape und ging zu Hermione, die verstört auf ihrem alten Tränkemeister schaute.
„Einen Moment noch, Severus", hielt der Dunkle ihn plötzlich an und stand auf. Snape blieb daraufhin wie angewurzelt stehen und blickte zu der weißen Schlange, die beinahe geräuschlos über das Parkett, an der Fledermaus vorbei, zu Hermione trat. Die Gryffindor schob den Kopf sofort zwischen die Schultern und machte sich noch kleiner als ohnehin schon, um ja nicht dieses unheimliche, todbringende Geschöpf ansehen zu müssen.
„Incarcerus", hörte sie ihn nur, womit, wie aus dem Nichts, dunkle Schlingen erschienen, die sich gewaltsam um Hermiones zitternde Gestalt legten. Sie wickelten sich um ihre Handgelenke, die Arme, den Hals wie auch den Oberkörper und die Beine und verschnürten ihren Körper auf beinahe erstickende Art und Weise. Allen voran die Fesseln um ihren Hals und den Brustkorb.
Die vielen Enden der straff gespannten, schwarzen Schlingen verschwanden im Salon scheinbar im Nichts, hielten sie dadurch allerdings aufrecht, wie gekreuzigt, in der Luft. Und das auf Blickhöhe mit dem Dunklen, der sie seinerseits interessiert von oben bis unten musterte.
„Mein Lord, ich bitte Euch! Macht Euch doch nicht die Hände mit so etwas schmutzig!", flehte Bellatrix erneut, als der Dunkle seinen Zauberstab nahm und ihn Hermione unters Kinn an die Kehle legte.
„Mein Lord, Ihr -" „Schweigt!", schnitt er auch Snape das Wort ab, der ordentlich schluckte und unsicher zu Hermione sah. Diese keuchte fürchterlich und begann unvorstellbar zu zittern, was man trotz ihrer Fesselung überdeutlich sah. Ihr Körper bebte, als Voldemort seinen Zauberstab an ihrer Kehle herab wandern ließ und so die unsichtbare Linie von ihrem Brustbein bis zu ihrem Bauchnabel entlang fuhr. Als er das tat, schielte Snape immer durchdringender auf ihre Erscheinung und schien selbst nervös zu werden.
„Mein Lord, ich… Würdet Ihr… Gestattet Ihr mir einen Einblick in Eure Gedanken?" „Meine Gedanken?", sah der Dunkle leicht zu Snape, der versuchte entschlossen zu klingen und zustimmend nickte. Das Monster konzentrierte sich dann wieder ganz auf Hermione. Dabei ließ er seinen Zauberstab erneut wandern, der letztlich direkt über ihrem Herzen zum ruhen kam, was ihr ein Wimmern entlockte.
„Du sagtest, sie wäre sehr störrisch." „Ja, mein Lord", bestätigte Snape ihm, bevor er zurück zu Hermione sah, die schließlich glaubte seine Stimme im Kopf zu hören, wie er ihr drängend zuzischte: „Rede endlich!"
„Ich finde es doch recht beachtlich, dass sich jemand den phantasievollen Künsten unserer lieben Bellatrix zu entziehen weiß", gestand er Hermione zu, worauf Bellatrix empört nach Luft schnappte. Als dieses Monster zu ihr sah und sie mit seinen Augen beinahe durchbohrte, zuckte sie jedoch wie geschlagen zusammen.
„Oder besteht die Möglichkeit eher darin, dass du nachlässig wirst?" „Nein, mein Lord! Ich hätte bereits alles aus ihr herausgeholt, aber Snape hat mich ständig zurückgehalten, wenn ich kurz davor war!", zischte sie hysterisch und deutete anklagend auf den Tränkemeister, der süffisant schaute.
„Weil sie dann krepiert wäre und wir gar nichts gekonnt hätten!", sprach er aus, was Fakt war und was Hermione sich in den letzten Tagen immer wieder gewünscht hatte. Endlich zu sterben, damit all das aufhörte. Snape hatte dem allerdings jedes Mal dazwischen gefunkt, zu dem der Dunkle nun auch sah.
„Du wolltest meine Interessen wahren?" „Ja, mein Lord." „Gut", lächelte die Schlange kühl und legte den Blick zurück auf Hermione, als er zu Snape meinte: „Ich finde es sehr interessant, wie man sich trotz all dieser Schmerzen so hartnäckig verschließen kann. Ich gebe zu, es weckt den Drang mich selbst an ihr zu versuchen." „Mein Lord!", entwich es Snape nun wirklich entsetzt, genauso wie Bellatrix aufgebracht japste, auf die Schnelle aber nichts raus kriegte.
Hermiones Herz machte auf die Androhung einen eigenwilligen Schlag, bevor es in einem noch verstörenderen Rhythmus weiter hämmerte. In ihren Augen spiegelte sich schlagartig eine unbeschreibliche Panik und Todesangst wieder, die den Dunklen erheiterte.
„Sie freut sich schon darauf", meinte er und sah zurück zu Snape, der noch immer nach Worten suchte.
„Mein Lord, bitte erlaubt… Aber das ist vollkommen unter Eurer Würde, Euch mit einem Schlammblut wie ihr abzumühen. Dafür haben wir andere die -" „Willst du mir widersprechen, Severus?", zischte er gefährlich. In den Augen ein tödliches Blitzen, was Snape schlucken ließ.
„Natürlich nicht. Nie würde ich -" „Dann geh und nimm den Rest mit. Ich möchte mich ungestört meinem Vergnügen widmen und sehen, was sie mir zu erzählen hat." Damit sah er mit einem schiefen Lächeln zu Hermione, die es noch mehr verstörte, als alles vorher da gewesene.
„Wir werden uns sicher sehr gut verstehen und viel miteinander zu bereden haben, nicht wahr?", sprach er ihr zu, während Snape und Bellatrix wie angewurzelt da standen. Fassungslos, wobei in Bellatrix' Blick zunehmend Wut zu lesen war. Wut und Zorn, die Hermione galten, zu der sie kurz sah. Dem irren Blick nach hätte sie die junge Hexe am liebsten bei lebendigem Leib gehäutet, ausgeweidet, verbrannt und Merlin wusste was noch. Snape hingegen… Hermione vermochte den Ausdruck in seinen fast schwarzen Augen nicht zu deuten. Sie wirkten seltsam verstört, schon irgendwie entsetzt.
„Geht", gab der Dunkle ihnen am Ende zu verstehen, sodass sie sich wie die Hunde schlichen. Snape war der Letzte, der noch einmal das Wort ergriff.
„Mein Lord, wenn Ihr erlaubt. Ich -" „Ich sagte, geht!", raunte Voldemort eiskalt und legte den Blick warnend auf ihn. Es war deutlich zu erkennen, dass er keine Widerworte mehr duldete, womit sich Snape verbeugte und aus dem Salon verschwand.
Als er an Hermione vorbei ging, hafteten seine kalten, schwarzen Augen für einen Augenblick brennend auf den ihren. Darin lag etwas Drängendes. Nur eine Millisekunde später hörte sie seine Stimme schier übermächtig in ihrem Kopf widerhallen.
„REDE!"
Kurz darauf fiel die edle Flügeltür ins Schloss, was für Hermione etwas Endgültiges hatte, denn nun blieb sie mit dem weißen Monster allein zurück. Dieser musterte sie belustigt und fuhr mit seinem Zauberstab Hermiones offene, teils bereits stark eitrige Wunden ab. Als er das tat, spürte sie aufs Neue das Feuer in ihren Venen, gleich so, als ob er es wieder mehr schürte.
„Wie ich sehe, hat Bellatrix ganze Arbeit geleistet. Sie scheint dich wirklich abgrundtief zu verabscheuen, was nicht weiter verwunderlich ist", meinte er abwertend und deutete mit dem Zauberstab erneut auf ihr Herz.
„Crucio", sprach er ohne Vorwarnung, womit sie die Augen aufriss und wie von Sinnen schrie, als ihr dieses Reißen, Stechen und Brennen durch den Körper ging.
Hatte sie bis dahin noch gedacht, es gäbe zu dem kranken Treiben Bellatrix' keine Steigerung, wurde sie nun eines besseren belehrt, denn der Fluch von IHM gesprochen erschien ihr 1'000-mal schlimmer. Sie schrie wie wahnsinnig und versuchte sich aus ihren Fesseln zu winden, die ihr dadurch tief ins Fleisch schnitten, sodass ihr Körper beizeiten mit frischem Blut übersät war. Dieses ran in kleinen Rinnsalen an ihren schlanken Beinen herab, bevor es auf das dunkle Parkett tropfte.
Als sie drohte an ihrem Schrei zu ersticken, ließ Voldemort den Stab sinken. Inzwischen rannen ihr unentwegt dicke Tränen über die zerkratzten, bleichen Wangen, als sie kurz zur Ruhe kam und verstörend nach Atem rang. Den Dunklen erheiterte ihr Anblick und sein krankes Treiben.
„Interessant, nicht wahr? Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass unsere liebe Bellatrix es nicht ganz so hinbekommen hat", schmunzelte er amüsiert, was sie bereits befürchtet hatte. Er schien sich eher noch zurückgehalten zu haben, nur konnte sie sich keine weitere Steigerung dessen mehr vorstellen.
„Wir könnten dieses Spiel schnell beenden, allerdings… Crucio", sprach er den Fluch erneut, sodass der Schmerz zurückkam und sogar noch mehr Tiefe gewann.
Es war beinahe für Stunden ein einziger Schrei, der das Manor durchzog, bevor eine schier tödliche Stille einkehrte, die nichts Gutes erahnen ließ. Im Salon hatte sich mittlerweile eine größere Blutlache auf dem Parkett gebildet, die noch immer tröpfchenweise anwuchs.
Der bleiche Körper Hermiones war inzwischen gänzlich ausgelaugt und so gut wie leblos, was sich am deutlichsten in ihren Augen widerspiegelte. Sie konnte sie kaum noch offen halten. Dass jedoch, was man darin sah, war leer. Schmerzzerfressen und irgendwo gebrochen. Ausgebrannt. Da war nur noch ein schwaches Flackern, wie der letzte Rest einer Flamme, die zunehmend erstickte.
„Ich denke, das genügt fürs Erste", meinte Voldemort und trat ganz zu ihr.
„Sie hatten Recht. Du scheinst mir außergewöhnlich stur zu sein. Zu loyal Potter gegenüber. Eine einzige Dummheit. Lass dir von mir gesagt sein, mit Freundschaft und diesem dummen Liebesgefasel kommt man nicht weit. Man wird allein geboren und man stirbt allein. Oder siehst du hier einen deiner jämmerlichen Freunde?", bohrte er in der bitteren Wunde, was ihren ohnehin nicht mehr versiegen wollenden Tränenfluss aufs Neue mehrte.
„Niemand ist wirklich für andere da. Und die, die es dennoch glauben zu sein, werden allein zurückbleiben. Unterwerfung und Macht ist die einzige Wahrheit. Wenn sich ein jeder fürchtet und nicht wagt zu widersprechen. Du hast gesehen, wie sie vor mir niederknien und kriechen. Sie werden sich mir alle unterwerfen, sobald ich Potter getötet habe. Und dabei wirst du mir helfen." Mit diesen Worten schob er ihr den Zauberstab unters Kinn und zwang sie den Blick zu heben. Als sie ihm in die kalten Augen sah, schaffte sie es irgendwie, ihm eine minimale Spur des Trotzes entgegenzubringen. Da war ein entschlossenes Funkeln in ihren Augen, während ihren Lippen ein zittriges, entschiedenes „… Nein!" entwich. Es ließ ihn knurren.
„Du hast es also noch immer nicht begriffen… Crucio!", raunte er wütend und jagte ihr erneut den Unverzeihlichen durch den Körper. Nur brach ihr Schrei zeitnah gänzlich in sich zusammen, bis es nur noch ein verzweifeltes, schmerzliches Wimmern war. Damit hörte er auf.
„Du wirst ihn verraten! Du wirst mir alles offenbaren, wonach ich begehre! Ob du willst oder nicht. Ich bekomme immer, was ich will!", meinte er angriffslustig und griff nach ihrem Gesicht. Seine Hand legte sich dabei wie eine Zwinge um ihren Unterkiefer, mit der er ihr den Mund aufzwang.
„Meine kleinen Schätzchen werden finden, wonach ich suche", erklärte er, während er seinen Zauberstab leicht kreisen lies. Dabei züngelten dunkle, tiefschwarze Schatten aus der Spitze empor, die sich zu einem Totenkopf formten, was Hermione kaum mehr verarbeiten konnte. Sie sah nur noch panisch, wie auch hilflos auf dieses was-auch-immer, was immer stärker an Masse und Tiefe gewann.
Die Schatten entwickelten zunehmend ein Eigenleben, indem sie sich gänzlich von dem Zauberstab lösten und einen Weg, über Hermiones Mund, in ihr Innerstes suchten. Als das der Fall war, flammte der bestialische Schmerz des Cruciatus erneut auf, der sie, entgegen ihrer Erschöpfung, ein weiteres Mal wie wahnsinnig schreien ließ.
Ihr rannen sofort die Tränen aus den Augen, die bereits nach wenigen Sekunden keine Tränen mehr waren, sondern Blut. Mit diesem bildete sich zusätzlich um ihre Augenpartie ein dunkles Netz, was von den Venen herrührte, die nicht mehr bläulich durch die bleiche Haut schimmerten, sondern plötzlich pechschwarz hervorstachen. Nur etwas später verfärbten sich auch ihre Lippen schwarz. Diesen folgten, die Hände und das Gesicht. Überall auf ihrem Körper zeichneten sich die Venen überdeutlich in einer tiefschwarzen Färbung ab. Am stärksten zeigte sich dieses Venenbild auf ihrer Brust, direkt über dem Herzen.
„Sie werden es finden. Alles! Sie werden jede deiner Erinnerungen auffressen und sie mir bringen", erklärte er, doch sie hörte und verstand bereits nichts mehr. Da war nur noch dieser unbeschreibliche Schmerz, der sie zur Gänze in die Dunkelheit und damit Bewusstlosigkeit riss.
Doch selbst dann hörte es nicht wieder auf, sondern hielt sie gefangen in einer Welt, die nichts anderes mehr kannte außer Schmerz, Kälte, Schmerz und noch mehr Schmerz.
Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ
