Habe ich euch überrascht? Ja diesmal ging es sehr schnell mit dem nächsten Kapitel. Ganz herzlichen Dank an meine Betaleser, die dies ermöglicht haben.

Viel Spaß dabei und überrascht mich wieder mit so vielen Reviews! Danke DAX und Dkub, ohne Mail darf ich euch leider nicht anworten.


Rückblick auf Kapitel 11 Ein Vampir?

„Harry, warum machst du dir über die letzten Wünsche von Kyrill Gedanken?" Ron wirkte etwas entspannter, hatte er doch ein Thema zum Ablenken gefunden.

Harry las sich die Zeilen nochmals durch: „Mir ist es ganz egal, wo sein Sarg steht und auch welchen Sarg er bekommt. Soll er haben, was er will. Ich verstehe nur nicht, warum ein Toter noch unbedingt einen Tuica braucht?"

„Lass ihn doch. Er hat ihn gern und reichlich getrunken. Dafür wurde er auch von seiner Schwester öfter geschimpft." Ron musste grinsen. „Und wie deutlich sie es ihm manchmal gesagt hat. Vielleicht war es ihm eine Befriedigung, diesen Wunsch niederzuschreiben."

„Zwei Punkte kommen wir dabei etwas rätselhaft vor", argwöhnte Felicitas. „Warum nur ein ganz besonderer Tuica, nur aus der Flasche? Was hat die Ileana mit zutun?"

„Das geht mir auch im Kopf herum", unterstütze Harry seine Freundin.´„Befürchtest du, es könnte was anderes sein außer Tuica?

„Ihr denkt doch nicht, dass er damit zum Vampir wird?", erstarrt sah Ron seinen Freund an.


12 Die Puppenstube

„Kinder hört mit dem Unsinn auf!" Tadelnd sah Phineas Nigellus aus seinem Bilderrahmen. „Harry Dumbledore hat es dir schon gesagt. Wir können keine Toten mehr zurückholen, egal wie wir es versuchen." Das Portrait schwieg einen Moment, aber alle merkten, dass noch etwas kommen würde. „Rothaariger Freund, du hast wohl im Unterricht geschlafen? Vampir wird man durch einen Biss, vielleicht auch durch Vampirblut, aber nur wenn man lebt. Tote können die Substanzen nicht mehr aufnehmen. Jetzt beeilt euch, Dumbledore hat mich geschickt, er wartet!"

„Phineas Nigellus, eine Frage noch!"

„Was ist rothaariger Freund?"

„Hat meine Schwester meinen Bruder Percy verraten?"

„Nein sie hat sich für ihn ausgesprochen. Ich bekomme nicht viel mit, aber ist es nicht so, dass er die Familienehre verrät. Wir Blacks hätten anders gehandelt, als die kleine Rote."

„Mal sehn, wie lange sie noch zu ihm hält", kommentierte Felicitas das zufriedene Gesicht von Ron. „Ich werde mal meine Sachen holen. Wir treffen uns im Gemeinschaftsraum. Schließlich soll ja jeder sehen, dass wir nicht in unseren Zimmern sind."

Harry nickte: „Ich nehme Michail mit."

Der Gemeinschaftsraum war recht leer. Vermutlich nützten die Schüler die letzten schönen Tage im Freien.

„Hast du nichts dabei?", wollte Harry von Michail wissen. Der Junge griff in seine Hosentasche und fischte einen kleinen Koffer heraus. „Hat mir Großväterchen Kyrill beigebracht. Es war eines seiner vielen Kunststückchen. Er konnte alles verkleinern, er hätte sicherlich auch große Gebäude schrumpfen lassen können. Wenn er gewollt hätte."

Tröstend legte Harry den Arm auf die Schulter, er hatte gemerkt, wie sehr der Junge mit den Tränen kämpfte. „Komm wir gehen schon mal raus."

„Verdammt! Ich habe meinen Rucksack in deinem Zimmer vergessen, ihr wartet bitte!" Ron hastete in den Gang zu den Jungenschlafzimmern.

„Harry musst du deinem Schoßhündchen nicht die Türe zu deinem Reich öffnen?"

„Oh Dean, schön dich so besorgt zu hören", konterte Harry. „Stell dir vor Ron ist so groß, dass er an die Türklinke kommt."

Er stellte sich zwischen Harry und dem Portal zum Treppenhaus. „Aber dein Zimmer ist etwas Besonderes, da kommt nicht jeder rein. Es ist ja auch nicht jeder Lord."

Harry holt tief Luft, konnte der Typ ihn nicht einmal in Ruhe lassen: „Da ist aber einer mal ganz schnell im Denken. Erstaunlich, dass die Erkenntnis jetzt schon dein Oberstübchen erreicht hat. Professor McGonagall hat es dir erst vor einer Woche erklärt!"

Felicitas kam die Treppe von den Mädchenschlafsälen herunter. Sie sah überrascht auf die Szene. Beinahe wäre sie mit Ron zusammengestoßen, denn dieser kam mit seinem Rucksack angerannt. Dean setzte gerade zur Antwort an: „Professor McGonagall hat uns nur ..."

„Spar dir dein Gift auf, du Kröte!", mit diesen Worten schob der Rothaarige, den von Statur her kleineren Jungen vom Portal weg. „Auf, Professor Dumbledore wartet sicherlich nicht gerne!"

Vom Büro des Schulleiters waren die meisten mit einem dessen Portschlüssel im Hof des Gästehauses angekommen.

Harry traf mit Felicitas zum Schluss ein, sie hatten Tonks und Remus im Grimmauldplatz berichtet. Remus war über den Verlauf der Dinge sehr besorgt. Harry war froh, den ernsten Blicken von Remus, entfliehen zu können. Sie hatten etwas Mahnendes, wie ein schlechtes Gewissen das lebendig geworden ist.

Sie waren über den Empfang überrascht. Neben Arthur und Molly stand in ihrer Tracht gekleidet die Schwester von Kyrill. Wie gut, dass sie im Grimmauldplatz noch an den Sprachzauber gedacht und über Beileidsbekundungen geredet hatten. Etwas im Hintergrund stand, was Harry noch mehr verwunderte, in der Uniform von Gringotts, Griphook.

Harry ging unsicher auf die Frau zu: „Es tut mir sehr leid um Ihren Bruder. Es ist wirklich schrecklich, wenn ich daran denke wie er ..." Völlig überraschend wurde er von der älteren Frau umarmt. „Es ist nicht die Schuld eurer Lordschaft. Wir wissen alle, dass sie ihm geholfen hätten. Zum Glück musste er nicht leiden. Er hat mir ein Schreiben hinterlassen, in dem er mir das geschrieben hat." Als sie ihn wieder losgelassen hatte, zeigte sie ihm ein Blatt dieses Schreibens. Harry hatte es schon von Madame Bones gesehen. Schnell las er sich nochmals durch.

„Bereiten Sie die Beerdigung vor, wie Kyrill es gewollt hat. Genauso soll er es haben!" Harry Stimme wurde immer dünner. Statt, dass er die Frau tröstete, nahm sie ihn nochmals in den Arm. Harry drückte der Frau einen Beutel mit Münzen in die Hand. „Genauso wie er es wollte!"

Ohne zu zögern, nahm die Frau das Geld an: „Wir haben ein Problem mit dem Ministerium. Sie wollen die Leiche nicht frei geben und alles untersuchen. Sie brauchen so furchtbar lang. Vermutlich suchen sie hier nach Hinweisen wegen des Angriffes auf das Dorf. Vielleicht hilft das hier etwas."

„Es sollte eigentlich für die Beerdigung sein", meinte Harry überrascht.

Griphook trat aus dem Hintergrund hervor: „Nehmen sie das Geld für die Beerdigung, die Kobolde haben sich bereits um das andere Problem gekümmert." Der Kobold lächelte den überraschten Harry an: „Eure Lordschaft jede Gesellschaft hat seine Regeln, vertraut mir, wir Kobolde kennen sie alle."

Während Tonks und Remus ihr Bedauern über den Tod des alten Kastellans ausdrückte, sprachen Harry und Felicitas leise mit Griphook.

Frau Tariceanu hielt die Türe auf, als auch Felicitas ihr Bedauern und ihre Trauer bekundet hatte. Alle folgten ihr zu dem kleinen Saal, den sie aber nicht betrat.

Arthur und Molly kamen auf sie zu, als sie den kleinen Saal betraten. Alle Gäste aus England hatten sich hier getroffen. Unten im Hof hörten sie Frau Tariceanu Ileana und ihren Bruder zur Ruhe ermahnen. Sie war nicht mit in den Saal gekommen. Vermutlich würde sie der Verwandtschaft Bescheid geben.

Kingsley stellte den rumänischen Vizeminister und den ermittelnden Beamten vor. „Harry, die Herrschaften wollten mit dir sprechen, bevor du mit den Verwandten sprichst." Er hielt eine Türe zu einem kleinen Nebenraum auf. Harry winkte Felicitas und Ginny, ihm zu folgen.

„Mister Griphook würden sie mich auch begleiten?" Der Kobold nickte knapp und folgte Harry nach.

Gleich, nachdem sich die Türe geschlossen hatte, begann der stellvertretende Minister in einem schlechten Englisch zu sprechen:

„Mister Potter, es gibt Beweise, dass Mister Radusinovic unter großen Druck gesetzt wurde. Die Ermittlungen sind abgeschlossen. Wir haben uns, mit der Hilfe des Vertreters von Gringotts, auf Brandstiftung in Tateinheit eines Selbstmordes einigen können.

Harry nickte abwesend. Er hatte nicht erwartet, dass Gringotts auch für Schmierungen im Beamtenapparat fremder Staaten zuständig war. Logisch war es, die Kobolde konnten fern vor irgendwelchen Emotionen verhandeln.

Der stellvertretende Minister sah Harry abwartend ab: „Eure Lordschaft haben die Bedeutung dieser Feststellung verstanden?"

Harry nickte: „Sir, sie können ruhig rumänisch sprechen, der Sprachzauber funktioniert einwandfrei. Wir sind froh, dass alles so schnell ging. Danke schön."

„Sie dürfen die Einigung mit Gringotts nicht falsch verstehen. Unsere Gemeinschaft verfügt nicht über viel Vermögen. Ich werde es einem guten Zweck zu kommen lassen, ich denke an eine Grundschule in der Gegend. Wenn ich weitere Geldgeber finde, können die zwei Dutzend Kinder endlich in eine Schule gehen. Bis jetzt werden die Kinder von ihren Eltern unterrichtet."

Ginny sah ihn erstaunt an: „Gibt es hier keine magische Elementarschule?"

„Nein, leider nicht. Ich habe auch kaum Zeit mich darum zu kümmern. Wir haben einen weiteren Fall, der sich gestern auch ereignet hat. Er ist sehr viel umfangreicher, als der hier ist."

Felicitas lächelte den stellvertretenden Minister an: „Könnten Sie die Ermittlungen dort nicht einstellen, Bandenkrieg oder Ähnliches? Die Presse bringt beide Angelegenheiten immer im Zusammenhang. Wir bedauern das zutiefst. Seine Lordschaft sähe seinen Namen lieber gar nicht, oder positiv erwähnt."

„So einfach geht das nicht Mylady. Es sind immerhin zehn Tote zu beklagen."

„Wirklich zu beklagen, oder sind sie mit ihnen auch nicht ein paar Sorgen los geworden?", erkundigte sich Harry nach einem kurzen Blickkontakt mit Felicitas. „Ihre Bemühungen um eine Schule hier sind ehrenwert. Sehr positiv in der Presse würde sich eine Schuleröffnung machen. Uns würde es vollkommen ausreichen, wenn nur sie und ihr Ministerium von unserer Patenschaft wissen würden."

Der Minister sah Harry interessiert an. Griphook mit dem Harry den Blickkontakt suchte, nickte vorsichtig.

Der stellvertretende Minister besprach sich kurz mit seinem Ermittler. „Wir sollten uns der Zukunft zuwenden. Opfer eines Bandenkrieges kommen immer wieder vor. Soll die Schule den Namen des Kastellans tragen?"

„Es lag ihm fern viel Aufhebens um sich zu machen, ich denke „Orvasky-Schule", klingt auch sehr gut."

„Sir sie wollen wirklich nicht auf ein Foto?"

„Nein, eine Schlusserklärung zu den Ermittlungen reicht vollkommen."

„Seine Lordschaft sind zu großzügig!" Ein Händedruck besiegelte die Vereinbarung und beide Seiten verließen zufrieden den Raum. Zum Schluss folgte Harry mit Griphook: „Seine Lordschaft sind zu gütig, mich mit den Verhandlungen zu beauftragen. Mein Vorgesetzter, Mister Fortunekeeper möchte seine Lordschaft in einer wichtigen Angelegenheit sprechen. Er würde sich freuen die Damen in Ihrem Umfeld, sowie Miss Granger kennen zu lernen. Mister Kyrill Radusinovic hat ihr einen kleinen Gruß hinterlassen. Ist Sonntagabend um zehn Uhr angenehm?"

„Lässt sich einrichten Mister Griphook! Es wäre schön, wenn wir sie ebenfalls dort begrüßen könnten."

Der Kobold nickte und verabschiedete sich.

Die Beerdigung von Kyrill fand in der Krypta statt. Seine Verwandten wie auch die Gäste aus London waren dabei, als der Deckel des Sarges verschlossen wurde. Besonders ergreifend war die Szene, als Ileana ihrem Großväterchen seinen letzten Tuica brachte. In einer hübschen Tracht trug sie das Glas auf einem Tablett an den Sarg. Die Schwester der Verstorbenen füllte das Glas, welches für den Schnaps relativ groß war. Gemeinsam flößten sie es dem geliebten Kyrill ein, dessen Gesicht erstaunlich gut erhalten war. Irritiert sah Harry Felicitas an. Die Haare waren noch intakt. Hat er sich von den Franzen des Teppiches, mit dem sich Kyrill zugedeckt hatte, täuschen lassen?

„Eure Lordschaft", begann der Herr, welcher neben Michail stand, das Gespräch. „Kyrill wollte nicht den Flammentod sterben. Er hat vorgesorgt, dass auch seine Überreste nicht Raub der Flammen wurden." Harry staunte über die Umsicht, mit welcher der Kastellan seinen Tod vorbereitet hatte.

Beim anschließenden Kaffee im Speisesaal des Schlosses lernte Harry die Familie von Michail kennen. Der Älteste im Dorf war der Großvater von Michail und Ileana. Er sprach kurz mit Dumbledore und Moody. Viel mehr Zeit nahm sich Großväterchen Mirko für Nanda. Irgendwann wurde das lange Sitzen Ileana zu langweilig und sie spielte im Nebenzimmer mit einer wunderschönen Puppenstube.

Zwischen dem Kaffee und dem Abendessen, zu dem sie eingeladen wurden, bewunderte jeder das Spielzeug.

„So sah mein Zimmer Daheim aus. Großväterchen Kyrill hat es mir nachgebaut. Wenn ich nicht bei ihm war, hat er es zu einer Pupenstube verkleinert."

„Schwindelst du auch nicht Ileana", wollte Molly wissen. Diese schüttelte den Kopf. „Wenn wir wieder ein Haus haben, dann vergrößern wir das Zimmer wieder, ehrlich."

„Das wird wohl noch dauern", meinte ihre Mutter besorgt. Molly unterhielt sich länger mit ihr, während Hermine das Gespräch ihren Eltern übersetzte, verschwand Ginny aus der Gruppe.

„Harry", sprach Ginny ihn leise an. „Könnte die Familie Radusinovic nicht hier einziehen. Die Schule wird wohl nicht so viel Platz brauchen. Du hättest dann jemand der sich um das Schloss kümmert und sie ein neues Haus."

Amelia Bones, die mit Dumbledore in der Nähe gestanden hatte, wandte sich an Ginny. „Du bist einfach die Seele dieser Truppe, ganz die Mutter."

Harry nickte: „Ich denke es geht in Ordnung, willst du es ihnen vorschlagen?" Ginny grinste und verschwand unter den Gästen.

„Harry wie kommt es, dass die Rumänen alle Ermittlungen eingestellt haben?", erkundigte sich die stellvertretende Ministerin. Etwas verlegen schaute Harry nach allen Seiten: „Gringotts hatte die Freundlichkeit hier vermittelnd Einfluss zunehmen."

Ernst sah ihn Professor Dumbledore an: „Harry du willst doch nicht sagen, dass ihr hier ..."

„Harry!" Ileana stürmte herbei und der alte Zauberer konnte seine Frage nicht mehr zu Ende stellen. „Harry! Stimmt es, dass wir hier auf dem Schloss wohnen dürfen. Ginny hat es behauptet. Felicitas hat nur gelacht, als ich ihr um den Hals gefallen bin."

„Ich sage lieber nichts, sonst fällst du mir auch noch um den Hals, und ich bekomme mit Felicitgas Ärger!", antwortete Harry grinsend.

Ileana blieb eine ganze Zeit lang bei Harry, während dieser mit ihren Eltern sprach.

Plötzlich sprang sie auf und zupfte an einem Ärmel von Professor Dumbledore: „Sir, Michail sagt Sie wären ein sehr großer Zauberer. Sind Sie beinahe so gut wie Großväterchen Kyrill?"

Empört sah Molly auf das Mädchen, zu dem sich Dumbledore nun herunterbeugte. „Beinahe so gut wie dein Großväterchen. Nur Zaubertränke kann ich nicht, da musst du zu Felicitas."

„Oder zu dem großen, schwarzen Zauberer in Ihrem Schloss, der manchmal so böse schaut."

Selbst Amelia Bones musste über die Beschreibung von Snape lachen.

„Du warst schon auf meinem Schloss?", erkundigte sich Dumbledore überrascht.

„Mit Felicitas, ist jetzt aber nicht wichtig. Wenn Sie so gut sind wie Großväterchen Kyrill, dann müssen Sie die Puppenstube wachsen lassen! Kommen Sie schnell!"

Schon war sie mit Dumbledore im Schlepptau bei ihrer Puppenstube. Sie schob eine Holzplatte als Frontseite in die Halterung und legte einen Deckel darauf. Nun sah man der Kiste nicht mehr an, dass hier ein ganzer Kindertraum versteckt war. Die Kiste vor sich schwebend, verschwanden die beiden im Treppenhaus.

„Was ist denn in den oberen Räumen des Turmes und des Torhauses geplant?", erkundigte sich Großväterchen Mirko. Während Harry sich mit den Erwachsenen über die Nutzung des Schlosses und der anderen Gebäude unterhielt.

„Eigentlich eine Angelegenheit des Ministeriums, aber ich werde es verraten. Der stellvertretende Minister wird hier eine kleine Schule eröffnen. Welche Räume die Schule braucht, darüber können Sie sich ja einigen."

„Kommt mal alle schnell", rief Michail seinen Eltern zu.

Den Kinderstimmen folgend, fanden sie das Zimmer, welches Ileana sich ausgesucht hatte. Tatsächlich die Puppenstube war so vergrößert, dass man wirklich darin wohnen konnte. Die sechs Brettchen der Kiste, die alles beherbergte lagen auf dem Boden.

Ileana und ihre Brüder hüpften auf dem Bett, während ein zufrieden lächelnder Dumbledore sich alles genau betrachtete.

Nach dem ausführlichen Abendessen wollte Ileana unbedingt noch einmal ihr Großväterchen Kyrill besuchen. Harry nahm den friedlichen Eindruck, der mit Fackeln ausgeleuchteten Krypta mit nach Hogwarts.

Am nächsten Morgen frühstückten sie erst, als die anderen Schüler noch vom Mittagessen schwärmten.

Harry verzichtete auf die Verwandlung in Andrew McKillan. Mit gefärbten Haaren, seine Narbe mit Make-up verdeckt, war er bei seinem ersten Besuch aufgetreten. Am Sonntagabend war nicht zu befürchten, dass sie erwartet wurden. Der Termin war auch niemand bekannt. Harry hatte entschieden, dass sie die Kanzlei Thompson & Parker über die Oxford-Street betreten. Von dort aus ging die Reise nach Gringotts. Diese Möglichkeit hatte ihm im Sommer Griphook gezeigt und Harry fand es sehr praktisch.

Hermine war ihnen staunend gefolgt. „Mister Thompson gibt es denn mehr solche Verbindungen zwischen der magischen und nichtmagischen Welt"

Der Anwalt, welcher sie empfangen hatte, lächelte viel sagend. „Meist sind die Verbindungen der beiden Welten wenigen Leuten bekannt. Ich kann sie aber beruhigen, wo immer es den Kobolden wichtig war, haben sie solche geschaffen."

Im großen Büro des Geschäftsführers des Bankhauses Gringotts war alles vorbereitet. Mister Fortunekeeper begrüßte sie alle sehr zuvorkommend. „Miss Granger, wir hatten noch nie die Ehre. Es freut mich, dass Sie es einrichten konnten. Mister Kyrill Radusinovic hat sie besonders bedacht."

Überrascht sah Hermine den alten Kobold an, der sich zu Griphook umdrehte. In einer Kiste brachte er verschiedene Bücher und eine Pergamentrolle für sie. Tränen rannen ihr über das Gesicht, als sie die lieben Worte des alten Kastellans las.

Die Kobolde gaben ihr Zeit, die geerbten Bücher zu betrachten.

„Harry, das sind ja nicht die Originale! Kyrill hat sie für mich kopiert, da die Bücher ihm nicht gehörten. Es sind aber alle Bücher, aus denen ich bei ihm gelernt habe."

„Hermine, selbst wenn es die Originale gewesen wäre. Sie würden dir gehören", meinte Harry schmunzelnd.

„Ich bitte nochmals um ihre Aufmerksamkeit", begann der Geschäftsführer wieder. Er entrollte ein Pergament und begann zu lesen.

„Eure Lordschaft, viel Vermögen habe ich nicht gehabt und dies habe ich meiner Familie hinterlassen. Gringotts hat das Bargeld, welches sich auf dem Schloss befand, wie auch die Urkunden und Vermögensaufstellung unter Verschluss genommen. Mir bleibt nur noch übrig, euch zu geben, was das Eurige ist. Ich hoffe, dass ich durch meinen Tod, der hoffentlich Aufsehen erregte, die Feinde seiner Lordschaft überzeugt habe. Überzeugt davon, dass es die Bibliothek auf Orvasky nicht mehr gibt. Diese kleine Abbildung lasse ich Euch überreichen. Sollte Ileana Euch ihre Puppenstube noch nicht gezeigt haben, besucht meine Großnichte bitte."

Mit diesen Worten zog Mister Fortunekeeper ein schwarzes Tuch von einem Gegenstand. Eine Holzkiste, gleich der von Ileana kam zum Vorschein.

Der Rest des Schreibens ging unter, total überrascht starrten alle auf die Kiste, nachdem Harry den Deckel gehoben hatte.