Die Tage des Raben
Von Slytherene
Disclaimer: Alle
Figuren und Flüche und Sonstiges aus dem Harry-Potter-Universum gehören
ausschließlich der genialen J.K. Rowling. Mir gehören nur die Gargoyles,
Medeora, die Nixe, die schrägen Orte und der Plot.
Ich verdiene auch nix damit.
Nachdem ich eine Woche
Kanufahren und Campen gut und bei strahlendem Sonnenschein (war nachts
dafür schweinekalt, brrr) überstanden habe, geht es jetzt weiter.
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An meine lieben Reviewer:
Danke schön für Eure Reviews! Ich spendiere Feuerwhisky auf den Schrecken, den ich Euch letztes mal eingejagt habe. Jetzt wird es noch einmal eng für Severus. Also Daumendrücken!
Trabekel: Ja, er bleibt an einem Stück, es kommt sogar was dazu.
Noir13atra: Danke, dass Du auf den Regentanz verzichtet hast. Und der zweite bis fünfte Absatz ist nur für dich! Ich sage nur: armer Lucius.Rosi: Das mit der Okklumentik hast du gemerkt, und richtig beobachtet. Ich sehe, ich muss dir kompliziertere Fährten legen, um dich zu fordern.
Abhaya: Vampirin? Die Assoziation war beabsichtigt, aber mal sehen, ob sie auch berechtigt ist. Wir wissen ja noch so viel über die gute Nuriyya nicht.
Oh jeh, und Du magst Malfoy also auch nicht? Dabei kann der so verflixt sexy sein...aber Geschmäcker sind zum Glück unterschiedlich. Na, dann lies mal weiter. Er muss auch noch leiden, versprochen. Soll ich ihn bekehren? Dafür ist noch Spielraum.
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Die Vernichtung des Verräters
Severus sah Blut über ihr Kinn und ihren Hals laufen – sein Blut. Ihre Haut glänzte nun wieder blau und wurde wie früher von der feinen weißen Marmorierung durchzogen, ihre Haare waren weiß und aufgesteckt.
Sie schritt die kurze Distanz auf Malfoy zu, und hielt ihm mit einem auffordernden Lächeln, bei dem er die rohen Fleischfasern zwischen ihren weißen Zähnen und das Blut auf ihrer Zunge sehen konnte, das Herz seines ehemaligen Freundes hin, doch der Botschafter Voldemorts hob abwehrend die schlanken Hände.
Er war bleich, sein Gesicht hatte eine fast grünliche Farbe angenommen, und als er nun aufstand, schwankte er.
‚Dir fehlt die notwendige Härte, Lucius', dachte Snape zynisch, schirmte jedoch seine Gedanken sorgfältig ab.
„Das wird nicht nötig sein", keuchte Malfoy, auf den blutigen Brocken in der Hand der Fürstin weisend, „ich habe genug gesehen. Der Wille des Dunklen Lords ist auf beste Weise erfüllt." Er wies mit einer ausladenden, fahrigen Geste auf den Altar und die darüber immer noch schimmernden Runen.
„Fürstin der Steinernen Halle, Dein Herr gebietet, den Verräter zu vernichten" war ebenso verblasst wie der letzte Satz „Lass ihn Dein wahres Antlitz sehen, auf dass er gezeichnet sei von Deiner Macht."
Lediglich „Nie wieder soll er die Sonne aufgehen sehen." schwebte noch elegisch über dem blutigen Schauplatz des Rituals.
Die Fürstin lachte laut, ein heiseres, krächzendes Lachen, sie neigte ihren Kopf vor Voldemorts „rechter Hand", dann warf sie Severus' Herz auf den Steinboden und zertrat es mit einer krallenbewehrten Tatze.
In der Halle herrschte nun wieder völlige Stille. Nur das heisere Lachen der Alten war zu vernehmen.
Lucius Malfoy verließ eilig und mit wehendem Umhang die Halle. Trotz seiner Hast wirkte sein Gang unsicher. Nachdem er durch die enge Eingangspforte verschwunden war, war vom Gang her ein würgendes Geräusch zu vernehmen.
Die Fackeln flammten nun wieder in giftigem Grün, welches jedoch zunehmend verblasste und bald herrschte wieder die vorherige gelbe Beleuchtung.
„Lapidis, die Illusion! Sprich den Gegenzauber!" rief die Fürstin nun laut. Ihre Stimme klang drängend und befehlend. „Wir haben nicht mehr viel Zeit."
Roter Nebel füllte nun die Halle, als Lapidis wieder auftauchte, den Zeremonienstab in der hoch erhobenen Klaue. Er ließ den magischen Gegenstand mit dem Rubin hoch über dem Altar rotieren. Die Ketten fielen von Severus' Händen ab. Er versuchte sich zu orientieren, aber wieder drehte sich alles um ihn. Sein Blick fiel auf den blutigen Klumpen auf dem Boden, welchen die Fürstin zerstampft hatte. Das war sein Herz gewesen, er hatte es gesehen, und doch konnte es nur eine Illusion gewesen sein, ein Zauber, um Malfoy zu täuschen. Schließlich lebte er, er atmete und fühlte. Seine Hände glitten zu seiner Brust, und als er den tiefen Riss ertastete und das Blut auf seinen Fingern sah, rebellierte sein Verstand.
Entsetzen spiegelte sich in seinen schwarzen Augen.
„Wächter in die Gänge und hoch in die Halle", befahl die Fürstin. Einige der Gargoyles machten sich eilig auf den Weg und verließen die Kultstätte.
„Medeora!" rief Nuriyya laut, „dépechez-vous!" Zwei Staubwirbel entstanden unweit der Stufen und Medeoras bunt gewandete Gestalt erschien neben einem anderen Bergelf, der ebenso klein und braungesichtig wie die Heilerin, jedoch weißhaarig und ausschließlich in grün und braun gekleidet war. Beide trippelten eilig auf den Altar zu. Die Augen der kleinen Elfe sahen besorgt auf Severus.
„Warum hat das so lange gedauert, verflixt?" fluchte die Elfe.
„Voldemort hat einen Zeugen geschickt" antwortete Martialis. „Wir brauchten das große Ritual und schwierige Illusionen um ihn auszutricksen. Er ist ein mächtiger Zauberer. Und der da", er wies mit ausgestrecktem Finger auf Severus, „ist ein lausiger Okklument."
Severus wollte widersprechen, aber Medeora drückte ihn sanft und dennoch unnachgiebig in eine liegende Position zurück.
„Schweig stille" verlangte sie flüsternd, „Du brauchst doch dein Herz zurück."
‚Merlin', dachte Severus, dann war es kein Illusion gewesen und sein Herz lag tatsächlich am Boden, zertrampelt von einer Frau.
„Kein ungewöhnliches Männerschicksal, Zauberer", sagte Martialis leise zu ihm, und zeigte ihm damit, wie deutlich er seine Gedanken lesen konnte.
Unterdessen hatte sich die Fürstin zu dem blutigen Klumpen heruntergebeugt, der einmal in Severus Snapes Brust geschlagen hatte, und ihn vorsichtig vom glatten Felsboden aufgehoben.
„Vergiss nicht das Stück hinzuzufügen, welches du abgebissen hast …. Du hast es doch nicht herunter geschluckt?" fragte Medeora besorgt.
Die Fürstin schüttelte wortlos den Kopf und spuckte etwas Rotes, Rohes in ihre hohle Hand.
‚Merlin, machen die das öfter?' fragte sich Severus erschrocken ob dieser Konversation. Hatte die Chance bestanden, dass die Gargoyle-Fürstin wirklich ein Stück seines Herzens verschluckt haben könnte? Severus beschloss, nicht weiter darüber nachzudenken.
Lapidis trat zu ihr, den Zeremonienstab in der blaubraunen Pranke. Er murmelte einen leisen Spruch, und ein rotes Glühen strahlte auf die krallenbewehrte Hand der Fürstin. Nun begann der Saphir an ihrem Finger blau zu leuchten, der Diamant in ihrem Stirnreif sandte einen weißen Strahl in ihre Handflächen und sie begann leise eine Beschwörung zu singen. Ihre Stimme trug weit in jeden Winkel der Halle. Martialis trat als letzter der Gargoyles hinzu. Er öffnete mit einem kleinen silbernen Messer seine Pulsader und einige Tropfen zäher, bernsteinfarbener Flüssigkeit tropften auf den Inhalt von Nuriyyas Händen.
Medeora hielt unterdessen Severus' Hand fest in der ihren und sprach beruhigend auf ihn ein. Er fühlte keinen Schmerz in seiner Brust, nur ein seltsam leeres Gefühl. Die Anspannung, unter der die anderen standen, blieb ihm nicht verborgen. Dies war ein seltener, alter und komplizierter Zauber, und es war nicht sicher, dass das magische Trio sein Ziel erreichen würde. Soviel war Severus klar. Und ihm war angesichts von Medeoras zusammengepressten Lippen ebenso bewusst wie ihr, dass seine Zeit ablief. Wenn sie versagten, blieb ihm nur ein bodenloser schwarzer Abgrund. Zum ersten Mal seit vielen, vielen Jahren fürchtete sich der Meister der Zaubertränke vor dem Tod.
Plötzlich strömte schwarzer Rauch aus der Hand der Fürstin, und in Lapidis' grünen Augen blitzte echte Sorge auf.
„Wie lange noch?" fragte er zu Medeora gewandt.
Die Heilerin strich mit ihrer braunen, runzligen Hand über Severus' bleiche, schweißnasse Stirn.
„Beeilt Euch", entgegnete sie.
Die drei Gargoyles konzentrierten sich wieder auf die Energien, die aus den magischen Steinen strömten.
Medeora beobachtete abwechselnd die drei steinernen Gestalten und den Mann auf dem Tisch vor ihr. Der Gesang der Fürstin wurde leiser, und wieder quoll schwarzer Nebel zwischen ihren Fingern hervor.
„Göttin, hilf uns!" rief sie laut.
Medeoras Wangen nahmen einen ockerfarbenen, hellen Ton an.
„Wir verlieren ihn!" sagte sie verzweifelt, und eine Träne lief über ihre Wange.
Severus sah die gesamte Szenerie wie durch einen immer dunkler werdenden grauen Nebel.
Der Rauch, der aus den Händen der Herrin der Gargoyles entwich, schien nun ebenfalls grau zu sein.
„Das reicht nicht, ohne den Smaragd schaffen wir es nicht", stöhnte Martialis, und Severus meinte zum ersten Mal echtes Bedauern neben dem Ärger in seiner Stimme zu hören.
„Nein!" riefen Medeora und Nuriyya gleichzeitig aus, „ er darf nicht sterben."
„Es muss doch einen Ausweg geben, könnt Ihr nicht helfen, Meister Nepomuk?" fragte die Heilerin verzweifelt.
„Du weißt, was geschehen kann, wenn unsere alte Elbenmagie auf den dunklen Zauber der Gargoyles trifft?" sagte der alte Bergelf leise. „Wir könnten ein Monster kreieren. Das Risiko ist zu groß."
„Ich gehe jedes Risiko ein", sagte die Fürstin bestimmt. „Tut es, Nepomuk! Bitte", setzte sie fast flehend hinzu.
Der kleine weißhaarige Bergelf nickte schließlich und trat zu dem steinernen Trio. Die Edelsteine leuchteten heller auf denn je. Schließlich zog er eine schwarze Feder aus einer seiner Taschen und ließ diese in Nuriyyas Hand gleiten. Er murmelte leise Worte in einer unverständlichen Sprache.
Er verdeckte nun mit seinem kleinen Körper die Sicht für Medeora und Severus. Der erschöpfte Zauberer konnte ohnehin nur noch schemenhafte Gestalten erkennen.
Ein lautes Zischen ertönte, und nur wenige Augenblicke später hastete die Fürstin zum Altar.
„Sieh mir in die Augen, Zauberer, und verabschiede Dich von der Sonne. Wir sind an den Befehl des Schlossherren gebunden und müssen ihn erfüllen, sonst werden wir alle vernichtet. Du musst Dein halbes Leben jedoch freiwillig geben, nur dann kann ich Dir ein anderes halbes zurückgeben."
Der Zauberer sah ihre Augen wie schwache grüne Funken. Er sah zu Medeora. Die Heilerin nickte zustimmend.
„Dir bleiben noch die Nächte, Severus", raunte sie in sein Ohr.
Der Zauberer drückte Medeoras Hand. Er verstand nicht genau, was hier vorging, aber besser zwei halbe Leben als der dunkle Abgrund. „Freiwillig" war in seiner Lage ja wohl ein Scherz, und zwar ein ganz schlechter. Doch wenn er halb und halb addierte, kam dabei immer noch etwas ganz Anständiges heraus.
„Ja, sagte er leise, „einverstanden". Seine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern.
Er hatte Angst. Er dachte an Loreley und ihre sanfte Stimme, wie sie „vertraue mir" gesagt hatte, aber das gewohnte, tröstliche Gefühl wollte sich nicht einstellen. Er erinnerte sich daran, aber es schien seltsam fern und unerreichbar.
Medeora griff nun an seine Brust und zog die Wundränder auseinander. Er fühlte keinerlei Schmerzen. Sein Blick jedoch klärte sich seltsamerweise. Dann beobachtete er mit panisch geweiteten Augen, wie die Fürstin ihm den Inhalt ihrer zu einem Hohlraum geformten Hände zeigte. Dort saß zitternd ein nacktes Küken mit einer einzigen schwarzen Feder an einem seiner zwei winzigen Flügel. Es hatte die übergroßen Augen geschlossen und atmete in einem ihm vertrauten Rhythmus. Es war der Rhythmus seines eigenen Herzschlags. Das konnte bei Gott nicht wahr sein! Ein heftiges Zittern lief durch Severus' müden Körper und ein heiserer Schrei entrang sich seiner Kehle.
Die Fürstin drückte ohne weiter zu zögern den kleinen Vogel in seine Brust, und als sie ihre blauen Hände aus der Wunde hervorzog, kam der Schmerz. Er schlug über Severus zusammen. Sein Blick trübte sich wieder, es wurde dunkel, und er hörte Medeoras Stimme, die immer wieder seinen Namen rief.
Dann spürte er eine Phiole an seinen Lippen und hörte Medeora wisperten:
„Trink, Menschenkind."
Er schluckte folgsam. Süßlich und scharf.
‚Elbenbaum-Sud' dachte er, und ein Lächeln spielte um seine Lippen. Er wusste, es würde helfen.
Wie aus weiter Ferne vernahm er Martialis' Stimme. „Wird er durchkommen?"
„Ich weiß es nicht", antwortete die Bergelfe und schluchzte leise.
„Dieser Mensch ist stark", setzte die tiefe Stimme Lapidis' hinzu, „er hat eine Chance".
"Mehr aber auch nicht", entgegnete Martialis düster.
„Doch er muss leben", fügte er hinzu, „ohne ihn kann sich die Prophezeiung nicht erfüllen. Du hast gesagt, er ist der Eine, Nuriyya."
„Ich weiß, was ich gesagt habe, Martialis. Die Prophezeiung sagt, dass der Eine das Blut der Völker in sich trägt. Das es nur einer diese Bedingung erfüllt, sagt sie nicht. Wir wissen, dass die Raben mit dem Phönix fliegen werden, wenn sich ihre Bestimmung erfüllt. Keiner weiß jedoch, wann das geschehen wird", entgegnete die Fürstin heftig.
„Deine Schwester glaubt an diesen Mann, Martialis. Das solltest Du auch tun", vernahm Severus die Stimme des alten Bergelfen, „und beten, dass sie sich diesmal nicht irrt."
Dies waren die letzten Worte, die Severus hörte, bevor die Dunkelheit ihn endgültig verschlang.
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Puh, das war es für heute. Dreimal umgeschreiben, und ich hoffe, Severus schafft es und erweist sich als stark.
Nächste Woche muss ich sehr viel arbeiten, und ich weiß nicht, ob ich so schnell updaten kann wie bisher. Ich verspreche jedoch, mich zu bemühen!
Hallo, Ihr vielen Schwarzleser! Es wäre nett zu wissen, dass ich nicht nur für fünf Leute schreibe, auch wenn diese Fünf hier noch einmal für ihre Treue gelobt werden sollen!
Ich verspreche auch ganz bestimmt die Story zuende zu schreiben, der Plot steht nämlich komplett!
Also bitte, den lila Knopf drücken und sagen: Hallo, hier bin ich! Bin an Bord.
