Kapitel 11: Tom und Harry

„Sei gewarnt, du Wanderer finsterster Nacht.

Mit diesem Buch ist dir Unheil zugedacht.

Beschreitest du den Weg ein einz'ges Mal.

Erwarte wenig Freud, doch sehr viel Qual.

Die Toten du zu deinen Freunden machst.

Du, der du die Bande mit der Welt zerbrachst.

Sei gewarnt, du Wanderer, der du verflucht.

Wer Leben schafft, wird heimgesucht."

So entspannt wie es nur ging saß Abel quer in einem der Sessel von Severus Snapes privaten Räumen. Severus störte sich schon gar nicht mehr daran. Er war es gewohnt. Hatte Abel einen Sessel lag er quer darüber gestreckt, hatte er ein Sofa beschlagnahmte er alle Sitzplätze. Nur auf einem Stuhl saß der Nekromant dann endlich mal, aber sonst.

Der Tränkemeister trat mit einer Flasche Wein und zwei Gläsern bewaffnet an den Wohnzimmertisch. Er hatte sich gerade von Abel über die genaueren Umstände von Dracos vernichtendem Erfolg während der ersten Aufgabe aufklären lassen. Nie hätte er gedacht, dass eine derartige Technik einem die volle Punktzahl einbringen konnte. Genau wie Hermine war Severus allerdings der Überzeugung, dass Abel hier sehr hoch gepokert hatte. Noch dazu mit dem Leben seines besten Freundes, was nur zwei Schlüsse zuließ.

Erstens könnte es sein, dass es Abel nicht groß kümmerte ob Draco nun Tod oder Lebendig war, schließlich könnte er den Slytherin jeder Zeit zurückholen. Auf der anderen Seite könnte es natürlich auch heißen, dass er ein unglaubliches Vertrauen in Dracos Fähigkeiten hatte. Severus glaubte ein bisschen von Beidem. Aber vor allem glaubte er, dass Abel Draco nie absichtlich in eine Gefahr schicken würde, aus der er ihm nicht helfen konnte.

Er hatte Abel die Tage nach Dracos Auswahl erlebt. Um genau zu sein hatten nur er, Black, Madam Pomfrey und der Direktor sich näher als zehn Schritte an ihn heran getraut. Und auch sie hatte darauf geachtet immer ihren Zauberstab zur Hand zu haben und sich vorab schon mit Schutzzaubern zu belegen.

„Verträgst du eigentlich Wein?", fragte Severus als er sich die Gedanken aus dem Kopf schlug. Heute wahr ihm nicht nach Gruselkabinett.

„Keine Ahnung. Aber probieren geht über Studieren. Im Notfall bist du ja noch da." Abel rutschte in eine halb aufrechte Position und stellte einen Fuß auf den Boden während der andere noch von der Lehne baumelte. Er nahm das Glas, das Severus ihm reichte. „Auf Dracos Erfolg."

Der Tränkemeister schmunzelte. „Darauf, dass du ihn so heil durch die erste Runde gebracht hast."

Beide nahmen einen Schluck und setzten wieder ab. Zur Unterhaltung des Älteren begann Abel seine Zunge raus zu streck und wieder einzuziehen als würde er seine Lippen abschlecken ehe er mit einem nachdenklichen Gesicht an der eigenen Zunge herum zu lutschen. Dann nahm er einen zweiten Schluck und wiederholte das Schauspiel.

„Ich mag den leicht säuerlichen Geschmack.", meinte der Nekromant schließlich.

Severus blinzelte kurz. Säuerlich? Das war ein eher süßer Wein. Aber was dachte er? Abels fünf Sinne waren Ausgeprägter als die der Menschen. Kein Wunder, dass er die Dinge anders wahrnahm. Vielleicht meinte Abel auch gar nicht das Hauptaroma sondern einen Beigeschmack, der sich Severus Geschmacksnerven entzog. Wie war das nochmal? Vegetarier haben ein besseres Geschmacksempfinden als Fleischfresser. Gab's da nicht so was?

„Wie hast du eigentlich Lucius Malfoy dazu gebracht zum Pressetermin aufzutauchen?", fragte Severus um die Stille zu durchbrechen.

„Gar nicht. Ich hab in Erfahrung gebracht, dass Rita Kimmkorn kommt um das Interview zu führen und hab mich mit Narzissa in Verbindung gesetzt. Lucius war der Meinung Draco käme alleine mit der Tussi klar aber Narzissa hat ihn überredet." Abel schmunzelte. „Am Ende war er aber doch ganz froh, dass er gekommen ist. Hat ihm Spaß gemacht."

„Womit hat er ihr eigentlich gedroht?"

„Er meinte er würde dafür sorgen, dass sie ihren Job verliert und keine Zeitung je wieder einen Artikel von ihr nimmt, wenn sie etwas anderes als die Wahrheit schreibt. Lucius war sehr überzeugend. Außerdem hat er gesagt, er würde seinen ‚großen, schwarzen Hund' auf sie los lassen. Ich weiß nicht ob er mich oder Sirius damit meinte." Abel nahm einen weiteren Schluck. „Lecker."

„Ich glaube kaum, dass Draco ihm was erzählt hat.", widersprach Severus.

Abel zog die Augenbrauen hoch und der Tränkemeister hatte das Gefühl etwas Dummes gesagt zu haben. Es dauerte nur wenige Sekunden, die Abel nur vergehen ließ damit er sich wirklich dumm vorkam, bis der Nekromante ihm die Lösung zum Rätsel gab. „Es ist ‚Dracos Vater'."

Dracos Vater. War da nicht irgendwas von wegen, dass die Malfoys die Nymphengene hatten? „Heißt das?"

„Das er mich ‚sehen' kann? Ja. Aufgrund meines Fluches bin ich für sie widernatürlich und egal wie begabt oder ausgeprägt ihre Sinne sind in meiner wahren Form für sie sichtbar."

„Und er hat nichts gesagt?"

„Warum auch? Ich passe auf seinen Sohn auf. Das ist Schweigegeld genug."

„Es gibt keinen besseren Beschützer als einen Grimm, huh?" Plötzlich viel Severus etwas ein. „Draco hat mir übrigens erzählt, dass du ihn auf deinem Rücken hast reiten lassen. Wie kommt das? Als Black dir mal auf den Rücken gesprungen ist hättest du ihn am Liebsten am nächsten Mast aufgeknüpft."

„Frag mich was Leichteres." Abel trank sein Glas aus und stellte es ab indem er sich aufrecht hinsetzte. „Ich kann es überhaupt nicht leiden wenn jemand auf meinen Rücken steigt. Selbst in menschlicher Form ist es schwer Kontakt an dieser Stelle zu tolerieren."

„Aber du tust es. Für Granger und Lovegood."

„Ich mag sie. Sie sind meine Freundinnen und ich weiß, dass sie keinerlei Hintergedanken haben, wenn sie mich am Rücken berühren, aber trotzdem ist es schwer nicht nach ihnen zu ‚schnappen'. Bei Draco… Es war einfach so ein Gefühl, als würde er da hin gehören."

„Ich weiß, du mit ‚schnappen' meinst."

„Hat Draco oder Moody dir das erzählt?" Abel sah aufmerksam zurück.

„Moody." Severus lächelte verschmilzt. „Es wundert mich, dass er seine Hand überhaupt noch hat."

„Das war eher eine Art Dominanzkampf."

„Den du verloren hast. Schließlich war es Black, der Moodys Hand von deinen Zähnen befreite und ihn von deinem Rücken holte." Severus bekam nur ein abwertendes Schnauben zur Antwort. „Aber zurück zu Draco. Du weißt also selber nicht, warum du ihn auf deinem Rücken tolerierst."

„Nicht tolerieren. Es ist fast so als gehörte er dort hin. Frag mich was Einfacheres. Wie weit bist du überhaupt mit deinen Forschungen?" Lenkte Abel ab. Das Thema war ihm unangenehmer als es eine Frage über sein Sexualleben je sein konnte.

„Sieht gut aus. Ich hab mich derzeit auf die Sagen über bereits untergegangene, magische Zivilisationen gestürzt. Zumeist handelt es sich dabei um Bergvölker in Afrika aber auch teils Asien oder andere warmen Bergregionen. Die Sagen über diese ‚heiligen' aber auch ‚verfluchten' Völker sind sehr interessant und grenzen selbst für Magie an Phantasterei."

„Wobei man die ‚heiligen' Sagen an einer Hand abzählen kann nehme ich mal an."

Severus lächelte. „Du brauchst all deine ‚Pfoten', Abel. Wenn die Sagen auf dein Volk zurückgehen, dann wurdet ihr zumindest in Afrika als Segensbringer angesehen. Vor allem in Ägypten mit der Anubis-Sage. In Asien seid ihr dann allerdings als Dämonen in Verruf."

„Knie nieder Severus. Es ist offiziell. Ich bin ein Gott.", scherzte Abel.

Auch der Tränkemeister schmunzelte. „Jetzt weiß ich warum dein Vater sich immer so aufgeführte hat."

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Etwa eine Stunde später stolperte und schwankte Abel durch die Gänge Hogwarts. Er hatte bei Severus ein weiteres Glas Wein getrunken bevor er gegangen war. Erst hatte der Alkohol keine Wirkung gezeigt aber schon nach den ersten paar Metern war ihm heiß geworden und er hatte angefangen zu schwanken. Kurz bevor Abel aufhörte klar zu denken kam noch eine Kurzmeldung in seine Hirn. Nie wieder Alkohol, wenn er danach mehr als drei Meter in sein Bett brauchte. Bewegung verhalf dem Alkohol in seinem Körper zu einer erstaunlich bewusstseinstrübenden Wirkung.

So wackelte Abel stockbesoffen von zwei Gläsern Wein durch Hogwarts auf der Suche nach seinem Bett. Es wunderte ihn sowieso, dass der diensthabende Lehrer ihn noch nicht aufgegriffen hatte. Bei all dem Lärm, den er machte. Seine Reise wurde allerding wirklich bald aufgehalten.

Der Nekromant stolperte ein paar Stufen hoch und kollidierte mit einem verwirrten Tom in Moodyverkleidung, der gerade dabei war einen Schluck aus seinem Flachmann zu nehmen. Statt in seinem Mund landete der Vielsafttrank auf dem Boden und Abel auf dem Schoß des Älteren.

Die Beiden sahen sich gegenseitig verwirrt an und Tom begann langsam sein richtiges Aussehen anzunehmen. Was als nächstes geschah hätte der Doppelgänger nie erwartet. Ohne Vorwarnung umarmten der Weißhaarige sein Sitzpolster und klammerte sich an dessen Hals fest.

„Bei Slytherin! Was tust du, Abel?!", keifte der Zauberer und versuchte den eisernen Griff um seinen Hals zu lösen. „Lass mich gefälligst los! Sofort!"

„Es heißt bitte, Bruder." Abel ließ nur wenig locker und grinste den Älteren dümmlich an. Wie ein Betrunkener halt.

„Nenn mich nicht Bruder! Runter von mir!"

„Aber es ist gerade so schön." Der Nekromant machte Anzeichen wieder fester zu klammern.

„Runter! Sag mal bist du betrunken, oder was?!" Gerade so befreite sich Tom von den Armen und hielt sie fest.

„Nicht böse sein es waren nur zwei Gläser Wein. Ehrlich."

„Zwei…? Wie kann man von zwei Gläsern Wein derart besoffen sein? Hoch mit dir."

Abel rutschte schmollend von Toms Schoß und blieb auf dem Boden sitzen. „Das war das erste Mal, dass ich Alkohol getrunken habe. Woher sollte ich den wissen, dass unsereins Alkohol nicht verträgt."

„Für einen Betrunkenen redest du ziemlich gut.", stellte der Zauberer fest als er wieder auf die Füße kam. „Wegen dir ist der Vielsafttrank ausgelaufen. Jetzt kann ich zurück zum Büro schleichen um neuen zu holen."

„Nicht böse sein." Dieses Mal erwischte Abel die Hüfte des anderen um sich festzuklammern. „Brüder sollten nicht streiten."

„Ich bin nicht dein Bruder!" Erneut versuchte Tom vergeblich sich los zu machen. „Woher nimmst du eigentlich diese Kraft?! Das ist ja nicht menschlich!"

„Ich bin kein Mensch, genau wie du." In seinem betrunkenen Zustand merkte der Nekromant nicht mal, dass er gerade Geheimnisse ausplauderte.

„Ich bin ein Mensch! Und ich bin nicht dein Bruder!", keifte der Stehende zurück. „Lass los! Auf die Füße mit dir! Bei Slytherin, wenn du mich nicht bald los lässt schmeiß ich dich bei nächster Gelegenheit vom Astronomieturm!"

Tatsächlich lies Abel los machte aber keine Anstalten auf die Füße zu kommen. Tom nutzte die Gelegenheit um seinen Flachmann aufzusammeln und ein paar Schritte Abstand zu nehmen. Dann starte er zurück auf den Weißhaarigen. Schon vor einiger Zeit schien dieser seinen Haarreif verloren zu haben, denn seit er diesen nicht mehr trug wurde viel über ihn getuschelt. Auch in Toms Unterricht. Darüber wie ähnlich er Harry Potter sah und wie viel besser ihm es stand die Haare offen zu tragen.

Letzteres Kommentar interessierte Tom wenig, aber dass mit Harry Potter war interessant. Und tatsächlich. Auch er hatte festgestellt, dass Abel unglaubliche Ähnlichkeit zu seiner eigenen Erinnerung an Harry Potter hatte. Doch irgendwie schaffte er es nicht klar darüber nach zu denken als ob etwas seine freien Gedankengänge blockieren würde.

Zuerst hatte er gedacht es läge an Voldemort, doch dieser wusste nichts von Abel und konnte auch nicht derart in seinen Kopf eindringen. Seine Gedankensperre ging aber nur um Abel an. Aber er wusste einfach, dass es nicht Abel war. Es war irgendetwas anderes, das seine Erleuchtung blockierte.

Plötzlich riss ihn Abel wieder aus seinen Gedanken. „Sag mal was hast du dir überhaupt gedacht Draco als vierten Champion in den Pot zu werfen, Bruder. Das war so nicht geplant."

„Als ob ich mich darum scheren würde was du planst. Dein Katz-und-Maus-Spiel mit mir geht mir wirklich auf die Nerven. Sag doch einfach was du von mir willst." Wütend sah Tom den Weißhaarigen an.

„Nicht von dir. Von Ginny. Aber ohne dich kann ich nicht von ihr nehmen, was mir gehört." Abel kicherte selig. „Vielleicht wäre es besser gewesen, sie und Harry Potter währen damals beide in der Kammer gestorben."

„Kammer? Du warst dort?"

„Heh? Natürlich war ich dort. Hat dich der Trip durchs Grenzland so durch den Wind geschlagen, dass du deine ganze Wiedergeburt vergessen hast?" Eine komische Figur machend kam Abel auf die Beine und stolperte herum. „Ich bin müde."

„Ich kann mich sehr genau an meine ‚Wiedergeburt' erinnern und dich hab ich dort ganz sicher nicht gesehen." Der Zauberer griff den Anderen am Arm und zog ihn von der Treppe weg, die er fast hinunter gefallen wäre.

„Du bist so gemein."

Im nächsten Moment stöhnte Tom auf. Schon wieder klammerte sich Abel an seinen Hals. „Zumindest hast du keine Probleme mit Körperkontakt. Wie betrunken kann ein Mensch sein?"

Der Ältere war sich sicher sie gaben im Moment ein Bild für Götter ab. Schließlich waren Tom und Abel fast gleich groß, nur wenige Millimeter erlaubten es Tom auf den Weißhaarigen hinab zu sehen. Das kuriose an dem Bild. Einfach. Sie waren beide Männer und Abel klammerte an ihm wie ein kleiner Koala am Rücken seiner Mutter. Jeder der vorbeikam und sie sah würde sie für ein Homopärchen halten, auch wenn Tom die Umarmung nicht erwiderte.

Als Abel plötzlich schwerer wurde hörte der Schwarzhaarige auf seine Gedanken weiter zu spinnen. Mit einem Anflug von Wut nahm Tom wahr, dass er hier gerade als Kissen missbraucht wurde. Der Jüngere war tatsächlich auf ihm eingeschlafen.

„Aufwachen!", brüllte Tom in ein unvorbereitetes Ohr.

Desorientiert schoss Abels Kopf in die Höhe. Verwirrt sah er sich um bevor er sich auf Toms Gesicht konzentrierte. „Du bist ein wenig rot im Gesicht. Zu viel getrunken?"

„Du bist der, der besoffen ist!", knurrte der Andere. „Lass los und geh in dein Bett!"

Tom war es egal. Ihm war alles egal. Lieber bekam er keine Informationen aus dem Betrunkenen, als dass dieser ihn in den Wahnsinn trieb. Er konnte es später anders versuchen, aber der jetzige Zustand seines Widersachers war zu viel. Nichts auf der Welt könnte ihn dazu bringen, dass zu ertragen. Nicht mal ein wütender Voldemort… Falls er je seinen Körper zurückbekam. Im Grunde war es ihm herzlich egal.

„Ich brauch kein Bett.", nuschelte Abel. „Kissen reicht."

Und damit viel der Kopf des Weißhaarigen auf Toms Schulter zurück und erneut wurde sein Körper schwer. Gerade noch so blieb der Ältere aufrecht stehen und zitterte vor Wut. Dieser Kerl machte ihn fertig.

Tom griff nach seinem Zauberstab in seinem Umhang und stellte etwas fest, das ihm in letzter Zeit immer öfter passierte. Er hatte seinen Stab wieder einmal irgendwo liegen lassen. Es geschah seit einiger Zeit mit steigender Tendenz. Es war so als würde sein Unterbewusstsein sagen, dass er das Ding nicht brauchte. Eine Schande für jeden Zauberer. Zauberstäbe waren bei vielen fast schon als Teil ihres Körpers zu sehen.

Aber er vergaß ihn. Ausgerechnet jetzt. Mit einem resignierenden Seufzer drehte er sich in Abels Armen und hob ihn auf seinen Rücken. Ein warmes Kribbeln lief ihm den Rücken hinunter und er bekam eine Gänsehaut. Tom stieß ein Zischen aus. Was war das?

Erneut wurde er abgelenkt als sich Abel näher an ihn kuschelte. Mit einem Blick auf den Jüngeren fühlte sich Tom auf einmal wirklich wie ein großer Bruder, der den kleinen Bruder ins Bett brachte nachdem dieser sich beim Spielen überanstrengt hatte. Damit trabte er davon. Erstaunlich war auch, dass Abel doch nicht so viel wog, wie er zuerst gedacht hatte.

Tom betrat seine eigene kleine Wohnung nachdem er es ohne Zwischenfall durch Hogwarts geschafft hatte und legte Abel auf seinem Sofa ab. Dieser rollte sich augenblicklich auf seiner Seite ein. Der Ältere seufzte und suchte erst Mal nach seinem Zauberstab welchen er unter seinem Kissen fand. Da sollte nochmal einer sagen, dass er nicht paranoid war.

Als er in sein Wohnzimmer zurückkehrte erwartete ihn eine Überraschung. Zuerst war er überrascht, dass Abel in den fünf Minuten, die er brauchte um seinen Zauberstab zu holen, anscheinend verschwunden war. Irritiert sah er auf den Punkt an dem er den Weißhaarigen zurück gelassen hatte.

Warmer Atem stieß in seinen Nacken und Tom fuhr überrascht herum. Noch mehr entsetzte ihn dann allerdings das riesige, hundartige Tier mit nachtschwarzem Fell hinter sich.

„Was zur Hölle?!" Stolpernd ging der Zauberer rückwärts und landete auf dem Boden neben seiner Couch.

Das Tier folgte und bevor Tom noch weiter den Rückwärtsgang einlegen konnte griff eine der Pfoten nach ihm und hielt sein Bein fest. Er sah sich schon tot am Boden und die Bestie seine Leiche zerfetzen als die Schnauze des Tieres ihn zaghaft anstupste. Ein wenig Geschnüffelt und es begann sein Gesicht abzuschlecken als ob er eine Dusche nötig hätte.

„Okay! Hör auf! Raus aus meinem Gesicht!", beschwerte der Zauberer sich als er schon am Boden lag.

Dennoch stoppte das Tier nicht und schleckte ihn weiter ab, wenn auch nicht direkt im Gesicht aber sein Hals schien ihm zu gefallen.

„Ich sagte hör auf! Pfui! Aus!" Tom musste sich mit aller Macht sein Lachen verkneifen. Die Zunge kitzelte ungemein. „Böser Hund!"

Augenblicklich hörte das schwarze Etwas auf und setze sich auf seine Hinterläufe. Vorwurfsvoll und verletzt sahen ihn die grünen Augen an, so dass Tom nicht anders konnte seine Zurückweisung zu bereuen schließlich wollte das Tier ihm nur seine Zuneigung zeigen. Außerdem war es nicht unangenehm gewesen… Was dachte er da überhaupt?! Tom schüttelte den Kopf um den Gedanken los zu werden.

Als er allerdings auf das Tier zurück sah bekam er sofort wieder ein schlechtes Gewissen. „Ja, ja ich weiß. Du hast es gut gemeint. Aber nun mal ehrlich. Hör auf, wenn dir jemand sagt, dass du es lassen sollst. Warum bin ich jetzt der Böse?"

Das schwarze etwas legte den Kopf schief und Schalk blitzte in den Augen auf. Fast so als hätte Tom die Gedanken des Tieres in seinem Kopf gehört wusste er, warum es so belustigt war. Er ‚war' der Böse. Der Klon eines schwarzen Magiers, der versuchte die Welt zu unterwerfen.

„Okay. Dummer Kommentar. Hast recht." Tom sah das Tier genau an. „Mach Platz." Ohne eine Geste von Widerspenstigkeit legte sich der Riese sich hin. Direkt neben den Zauberer. „Doch ein guter Junge."

Ohne zu wissen was er wirklich tat drehte sich Tom dem Tier zu und begann es zu streicheln und kraulen. Abel hatte er völlig vergessen.

*********************RIP******************************************

Tom wusste nicht wann er eingeschlafen war, aber er wusste definitiv, dass es nicht in seinem Bett gewesen war. Schemenhaft erinnerte er sich, wie er das riesige Tier weiter gestreichelt hatte ohne auch nur einem Moment Angst zu empfinden. Irgendwann war er eingeschlafen. Und irgendwann war er umgebettet worden.

Vielleicht war dieser seltsame Traum doch, was geschehen war. War es wirklich Abel gewesen, der ihn zu seinem Bett trug als wäre er ein Sack Kartoffeln? Wenn ja, was war dann der Moment gewesen kurz bevor er wieder einschlief.

Abel hatte sich über ihn gebeugt und seine Stirn geküsst. Nur an wenige Worte erinnerte Tom sich noch aus diesem Traum. „Als Wiedergutmachung. Vergiss es nicht. Alles kehrt zum Anfang zurück. Auch für dich ist es schon längst zu spät…"

Was war los?

Kapitel Ende! Ich liebe offene Enden. Ihr auch?

An diesem Punkt gib es nichts, was ich sagen möchte. Zumindest nicht über das Kapitel. Ansonsten: Es tut mir leid, dass das Kapitel verspätet kam aber die Kapitel befinden sich auf einem USB-Stick der in der Arbeit lag und ich war krank daheim. Sorry.

Kommis und Fragen an die übliche Adresse. An alle die mir jetzt schon immer Kommentare hinterlassen. Einen herzlichen Dank. Ihr seid meine Motivation. Aber etwas mehr Motivation könnte auch nicht schaden. Also an alle, die bisher nur lesen. Nehmt euch mal 'ne Minute Zeit für mich. ^^

Über das nächste Kapitel kann ich noch nichts Genaueres sagen, weil es noch nicht fertig ist. Ich bin wegen einem Projektabschluss in der Arbeit sehr eingespannt und schiebe Überstunden. Deswegen hab ich kaum Zeit zum Schreiben. Ich kann auch nicht genau sagen, wann das nächste Kapitel kommen wird aber spätestens Ende November. Zum Inhalt: Sirius wird eine Hauptrolle spielen. Vielleicht kommt Dumbledore auch mal wieder aktiv vor. Kommt drauf an, was mir einfällt wenn ich endlich mal wieder Zeit habe.

Viel Spaß beim Lesen.

Lg

Tayel