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Everything – Michael Buble
You're a mystery
You're from outer space
You're every minute of my every day
And I can't believe that I'm your man
And I get to kiss you baby just because I can
Whatever comes our way
We'll see it through
And you know that's what our love can do
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12. Kapitel – Zukunftspläne
Ich würde also wirklich Edwards Frau werden. Teilweise musste ich mich mit diesem Gedanken noch anfreunden. Immerhin gingen wir beide noch zur High School. Aber andererseits war es auch vollkommen egal. Wir bekamen schon ein Kind. Eine Hochzeit würde wirklich nicht so viel verändern. Inzwischen hatte ich Edward auch gefragt, wie schnell er heiraten wollte und er hatte gemeint, dass wir warten konnten. Monate oder Jahre. Leicht würde es nicht werden. Ich wollte nicht unbedingt heiraten, wenn ich im achten Monat war. Und langsam steuerte ich auf diesen Monat zu.
Wir hatten es inzwischen auch unseren Eltern erzählt. Besser gesagt Edward Eltern und meinem Vater. Meine Mutter meldete sich nicht und ich würde mich bestimmt auch nicht bei ihr melden. Wenn sie mich wegen der Schwangerschaft ignorieren wollte, dann konnte sie das gerne machen. Für sie schien ich deswegen ja so etwas wie ein Schwerverbrecher zu sein. Ich verstand es wirklich nicht. Früher hatten wir uns immer so gut verstanden und nun war diese Mutter-Tochter-Beziehung nicht mehr vorhanden. Und das hatte lange vor meiner Schwangerschaft angefangen. Ich gab Phil die Schuld. Seid sie mit ihm zusammen war, war sie eine andere Frau. Eine, die sich zu wenig um ihre Mitmenschen kümmerte.
Rosalie wusste inzwischen auch, dass ich vor hatte Edward zu heiraten und sie freute sich für mich. Scheinbar hatte sie immer gewusst, dass der Richtige für mich irgendwann kommen würde. Ich bekam irgendwie das ganze Paket auf einmal. Die wahre Liebe, ein Kind und eine Hochzeit. Irgendwie zumindest. Eigentlich wollte ich nicht sofort heiraten. Wir waren doch jung und ein Versprechen reichte aus. Edward und ich waren uns auch jetzt schon so nah. Wir brauchten diese Hochzeit nicht um jeden Preis. Außerdem würden wir nach der Geburt sicher mit anderen Problemen zu kämpfen haben. Ein Baby würde kein Kinderspiel werden und ich fragte mich noch immer, wie Edward das mit dem College machen wollte.
Gefragt hatte ich ihn noch nicht, aber es wurde wohl langsam Zeit, dass wir über diese Dinge redeten. In einigen Monaten würde das Baby kommen und zu diesem Zeitpunkt würden wir auch unseren Abschluss machen. Wir mussten jetzt darüber reden oder gar nicht. Ich wollte nicht für meinen Abschluss lernen, ein Kind zur Welt bringen und mir sorgen um unsere Zukunft machen. Jetzt hatten wir noch etwas Zeit.
Grübelnd lehnte ich mich an Edward und sah ihn dann an. Jetzt war doch eigentlich ein ziemlich guter Zeitpunkt. Wir waren bei ihm zu Hause im Wohnzimmer und allein waren wir auch. Hier konnten wir uns in Ruhe unterhalten. Und wir mussten das auch wirklich machen, wenn ich keine schlaflosen Nächte haben wollte. „Edward...hast du dir schon Gedanken darüber gemacht, wie du das mit dem College machen willst? Ich meine, für mich kommt es ziemlich eindeutig nicht in Frage, aber du kannst gehen", sagte ich und legte meinen Kopf schief.
Edward legte seinen Stift zur Seite und drehte sich dann ganz zu mir. Er nahm meine Hand in seine und sah mir dann in die Augen. „Ich habe darüber nachgedacht, Bella. Und ich werde nicht aufs College gehen – nicht sofort. Es macht überhaupt nichts, wenn ich ein halbes oder ein Jahr später gehe, aber du glaubst ja nicht ernsthaft, dass ich dich mit dem Baby alleine lasse?" Dabei zog er eine Augenbraue hoch.
Okay, Edward schien sich darüber wirklich schon konkrete Gedanken gemacht zu haben und diese gefielen mir eigentlich nicht. Er wollte mit dem College warten, weil er mich und das Baby nicht allein lassen wollte. „Edward...das ist doch bescheuert. Was sagen deine Eltern dazu? Du solltest aufs College gehen!", meinte ich und schüttelte meinen Kopf. Natürlich würde ich ihn die ersten Monate gerne bei mir haben, aber ich wollte auch nicht, dass er seine Zukunft wegen mir verspielte.
„Esme und Carlisle sind einverstanden. Sie verstehen mich. Bella, ich kann später immer noch aufs College gehen. Mein Vater hat ausgezeichnete Beziehungen nach Dartmouth. Ich kann später anfangen. Du brauchst gar nicht erst versuchen mir das auszureden. Ich will für dich da sein. Für euch." Seine Hände legten sich an meinen Bauch und dann strich er sanft über diesen.
Die zwei waren also einverstanden. Und scheinbar schien Edward wirklich später anfangen zu können oder sagte er dies nur, damit ich ihm nicht widersprach? „Du kannst wirklich später anfangen?", fragte ich und legte meinen Kopf schief. Es war nicht so, dass ich Edward nicht glauben wollte, aber wir konnten beide verdammt stur sein. Und ich verstand auch, dass er die ersten Monate im Leben seines Kindes nicht verpassen wollte. Ich wollte mir ja nur sicher sein.
„Liebes, du kannst Carlisle fragen. Ich kann später anfangen. Und bis ich aufs College gehe, werde ich im Krankenhaus arbeiten. Carlisle hat mir dort bereits etwas vermittelt", sagte er nun noch und drückte einen Kuss auf meine Stirn. Wow, Edward hatte das alles schon ziemlich genau durchdacht. Sehr genau, um ehrlich zu sein. Ja, er würde gewiss ein wunderbarer Vater werden.
„Ich muss Carlisle nicht fragen. Ich glaube dir auch so, Edward", versicherte ich ihm und lächelte. Ganz glücklich war ich deswegen noch lange nicht. Wegen mir würde er erst später aufs College gehen, aber ich wollte, dass Edward bei mir war, also würde ich mich sowieso damit abfinden müssen.
„Esme hat außerdem angeboten, dass wir in dieser Zeit ein paar Zimmer bewohnen könnten. Hier im Haus, Bella. Das Haus ist groß und ich denke sie würden sich freuen. Natürlich nur, wenn du das möchtest. Bei Charlie dürfte es ziemlich eng werden, wenn das Baby da ist und es wäre fast so, als hätten wir unsere eigene Wohnung", sagte Edward und sah mich fragend an.
Darüber musste ich wirklich erst nachdenken. Das Haus der Cullens war wirklich ziemlich groß. Fast zu groß für drei Personen. Emmett war zwar auch immer wieder hier, doch vor allem lebte er ja in seinem Wohnheim auf dem Campus. Und Edward hatte Recht. Wenn das Baby da war, würde es bei Charlie ziemlich eng werden. Und das Baby würde viel schreien. In Charlies Haus konnte man dem Geschrei niemals entgehen. Hier dagegen schon eher. Und wenn Esme und Carlisle wirklich nichts dagegen hatten, wäre das wohl gar nicht so schlecht. Wirklich nicht.
„Wenn Esme wirklich einverstanden ist, wäre ich wohl dafür", antwortete ich und lächelte. Esme freute sich so sehr auf ihr Enkelkind. Ich freute mich jedes Mal wieder, wenn ich sie sah. Einfach, weil sie dann solch eine Freude ausstrahlte. Dasselbe wünschte ich mir auch von meiner Mutter, aber von ihr kam überhaupt nichts. Sie tat immer noch so, als hätte ich etwas Schreckliches gemacht. So würde sie nicht nur das Leben ihrer Tochter verpassen, sondern auch das von ihrem Enkelkind. Ich seufzte leise und schloss meine Augen. Die Gedanken an meine Mutter frustrierten mich immer wieder.
„Woran denkst du?", wollte Edward wissen und strich mit seiner Hand über meine Wange. Ich lehnte mich etwas mehr an ihn und legte meinen Kopf an seine Brust. Edwards Nähe war gut und ich brauchte ihn wirklich. Wir brauchten einander so sehr.
„An meine Mutter...sie tut immer noch so, als hätte ich einen Menschen umgebracht oder so. Sie hat sich kein einziges Mal gemeldet, seit sie mich zum Flughafen gebracht hat. Ich verstehe das einfach nicht", murmelte ich leise und dann lief auch schon eine Träne über meine Wange. Ich wischte sie schnell weg und seufzte. Renée verdiente meine Tränen gar nicht.
„Vielleicht solltest du dich bei ihr melden? Die Dinge haben sich geändert. Sie möchte sicher erfahren, dass ihre Tochter verlobt ist", flüsterte er an mein Ohr und mir lief ein eiskalter Schauer über den Rücken. Möglicherweise wollte sie davon erfahren, aber ich wusste, wie wenig sie von Hochzeiten in meinem Alter hielt. Vermutlich würde sie sich noch nicht einmal freuen. Ich würde ihr nur einen weiteren Grund geben, um mich zu ignorieren. Es war wirklich nicht mehr besonders einfach mit ihr.
„Das denke ich nicht, Edward. Was Hochzeiten in unserem Alter angeht...darauf reagiert sie ziemlich allergisch. Damit würde ich es eher noch schlimmer machen. Sie hält schon nichts von dieser Schwangerschaft. Wenn sie erfährt, dass wir heiraten wollen, flippt sie vollkommen aus. Und das wir uns lieben, wird ihr egal sein. Wir sind ihr zu jung. Das würde auch in fünf Jahren noch genauso sein", meinte ich und zuckte mit meinen Schultern. Ich wollte nicht sofort heiraten, aber fünf Jahre waren mir dann doch eine zu lange Zeit.
„Du solltest es ihr trotzdem sagen. Sie ist doch immerhin deine Mutter, Bella. Überleg es dir doch einfach mal", schlug Edward vor und legte dann beide Hände an mein Gesicht. Sanft drückte er seine Lippen auf meine und ich schlang meine Arme um Edwards Hals. Vermutlich hatte er sogar Recht. Ich musste es Renée doch irgendwann erzählen. Ob ich nun wollte oder nicht. Im Moment wollte ich darüber aber nicht weiter nachdenken. Ich fuhr mit meiner Zunge über Edwards Unterlippe. Edwards Mund öffnete sich und meine Zunge fand den Weg in seinen Mund.
Edwards Hände glitten gerade unter mein T-Shirt, als wir hinter uns ein Räuspern und dann ein Lachen hören konnten. Wir trennten uns voneinander und dann drehte ich mich langsam um. Da stand Emmett. Sollte er nicht eigentlich auf dem College sein? In letzter Zeit war er wirklich auffallend oft hier gewesen. Und das schien nicht nur mich zu verwundern.
„Kommt mir das nur so vor, oder kleben eure Zungen noch öfter aneinander, seit ihr euch verlobt hat?", fragte er und zog grinsend eine Augenbraue nach oben. Ich errötete bei Emmetts Worten sofort und starrte auf den Ring an meinem Finger. Es war ein schöner Ring und ich hatte nicht gefragt, wie viel er gekostet hatte. Ich wollte es Edward nicht ruinieren, aber ich hoffte trotzdem, dass er nicht zu viel Geld ausgegeben hatte.
„Halt die Klappe, Emmett", sagte Edward und fixierte seinen Bruder. „Was machst du eigentlich schon wieder hier? Wird es dir auf dem College zu langweilig? Du hast doch nichts angestellt oder?"
„Weder noch. Ich habe kein Mädchen geschwängert, Bruderherz. Ich wollte eigentlich nur ein paar Sachen abholen und dabei meinem Bruder und seiner wunderbaren Verlobten einen Besuch abstatten", sagte Emmett und grinste uns an. Er setzte sich neben mich und sah mich dann an. „Wie geht es dir, Bella?"
„Es geht mir sehr gut, Emmett", meinte ich und lächelte. Ich mochte Emmett wirklich, aber manchmal konnte er schon etwas zu direkt sein. Rosalie schien ihn allerdings sogar mehr als ich zu mögen. Ich wurde das Gefühl immer noch nicht los, dass zwischen den beiden mehr war. Sie hatte mir ja vor einigen Wochen gesagt, dass sie an meinem Geburtstag zumindest rumgeknutscht hatten. Und ich war mir sicher, dass sie sich in den letzten paar Wochen mindestens einmal getroffen hatten. „Sagst du mir jetzt endlich, was zwischen dir und meiner Schwester läuft?"
„Da läuft nichts, Bella. Wir können ja nicht alle wie mein Bruder sein", meinte Emmett und stand dann auf und verschwand nach oben. Ich glaubte ihm nicht, dass da nichts zwischen ihm und Rose lief. Allein deswegen, weil er so knapp auf diese Frage geantwortet hatte. Mh, ich würde dem Ganzen wohl noch genauer nachgehen. Am besten war es, wenn ich Rose fragte. Sie würde es mir doch sicher erzählen?
Wenige Stunden später war ich zu Hause und dachte weiter darüber nach, was nun zwischen meiner großen Schwester und Emmett lief. Eigentlich war ich nie ein sehr neugieriger Typ gewesen und ich hatte mich wirklich nie in das Liebesleben meiner Schwester eingemischt, aber im Moment war das irgendwie anders. Falls zwischen Emmett und ihr wirklich mehr war, würde ich es nicht schlimm finden. Überhaupt nicht. Ich mochte Emmett und wenn Rose ihn ebenfalls mochte, würde ich mich da nicht einmischen. Meine Schwester hatte bisher ja auch noch nicht den Richtigen gefunden. Sie hatte gesucht, doch bisher war der Eine nie dabei gewesen.
Es kam mir so vor, als hätten Rose und ich uns schon einige Tage nicht mehr unterhalten und das war ja auch so. Sie war nach Weihnachten wieder gefahren, weil sie sich ihrem Studium wieder widmen musste. Es wäre ja auch zu schön gewesen, wenn sie hier geblieben wäre. Rose mochte Forks weniger als ich. Ich verstand es also wirklich, dass sie ziemlich schnell wieder verschwunden war. Es wurde wirklich Zeit, dass ich sie anrief. Und ich wollte endlich herausfinden, ob meine Schwester sich ebenfalls in einen Cullen verliebt hatte. Die Cullen Brüder schienen für uns Swan Schwestern schon etwas unwiderstehlich zu sein.
„Rose, du würdest mir doch alles sagen, nicht wahr? Und wenn ich alles sage, meine ich auch alles", sagte ich und zog eine Augenbraue hoch. Das konnte Rosalie natürlich nicht sehen, aber sie ahnte vermutlich schon, dass ich heute etwas neugieriger war als sonst.
„Natürlich, Bella. Ich würde dir alles sagen, aber du scheinst im Moment etwas ganz bestimmtes zu meinen. Du könntest mich einfach fragen und dann antworte ich", schlug sie vor und ich hörte, wie sie leise lachte. Vermutlich war es für sie ziemlich komisch, dass ich auf einmal so wahnsinnig neugierig war. Für mich war es auch ziemlich ungewohnt und ich verstand mich selbst nicht.
„Bist du mit Emmett zusammen? Er antwortet darauf einfach nicht, weswegen ich annehme, dass da doch mehr zwischen euch ist. Rose komm schon. Du kannst es nicht vor mir geheim halten, wenn du mit dem Bruder meines Verlobten ausgehst!", sagte ich und kniff meine Augen zusammen.
„Na ja...irgendwie sind wir das wohl. Aber wir gehen es langsam an. Deswegen kann ich es noch nicht so genau sagen, Bella. Wir haben uns einige Male getroffen und dabei viel Spaß gehabt. Also irgendwie ja. Ich mag Emmett und ich werde mich wieder mit ihm treffen." Dann kicherte sie erneut und ich hörte sie lachen. „Übrigens, du hast gerade zum ersten Mal von Edward als deinem Verlobten gesprochen. Zuvor war er immer nur Edward. Du freust dich mehr auf diese Hochzeit, als du zugibst", erkannte sie auf einmal.
Darauf sagte ich zunächst gar nichts. Auf einmal wusste ich nicht mehr, wie man einen ganzen Satz bildete. Okay, ich musste es wohl einfach zugeben, dass ich mich freute. Es war seltsam, dass Edward und ich nun verlobt waren, aber es war auch sehr schön, weil wir uns unglaublich liebten. „Argh okay. Ja, ich freue mich, dass ich nun offiziell Edward Cullens Verlobte bin! Zufrieden, Schwesterchen?", wollte ich wissen und klang dabei wie ein kleines Kind.
„Oh ja, du kannst dir gar nicht vorstellen, wie zufrieden ich bin. Darf ich die Hochzeit ausrichten? Sag nicht nein, sonst rede ich nie wieder ein Wort mit dir", drohte sie und ich keuchte auf. Rose wollte die Hochzeit auch ausrichten? Herr je, wie konnte man so etwas nur wollen? Erst Alice und nun auch noch sie! Und vermutlich konnte ich es keiner der beiden ausreden.
„Wenn du das willst, wirst du dich mit Alice arrangieren müssen. Sie hat mich deswegen zuerst gefragt und ich habe ja gesagt. Aber sie teilt sich die Arbeit sicher mit dir. Ow du versuchst nur vom Thema abzulenken!", schrie ich entsetzt und seufzte dann. So leicht würde ich das Thema Emmett nicht fallen lassen. „Also...ihr habt euch ein paar Mal getroffen und du magst ihn. Aber mehr war nicht?"
„Nun ja, etwas mehr war vielleicht doch, aber wir möchten es wirklich langsam angehen. Langsamer als Edward und du auf jeden Fall", sagte sie und ich hörte sie wieder kichern. Ja, Edward und ich hatten unsere Beziehung nicht gerade langsam angefangen. Das Baby war entstanden, bevor wir überhaupt zusammen gewesen waren und auch danach hatten die Dinge zwischen uns sich ziemlich schnell entwickelt. Langsam war etwas anderes, aber ich fand es nicht besonders schlimm. Ich war so froh, dass ich Edward gefunden hatte.
Er war die Liebe meines Lebens. Wenn es um diese eine Tatsache ging, war ich mir vollkommen sicher und deswegen war es nicht schlimm, dass unsere Beziehung sich so schnell entwickelt hatte. Es war einfach Schicksal gewesen. Und ich mochte das Schicksal in diesem Fall wirklich. „Ihr habt also miteinander geschlafen?", nahm ich an und biss mir auf meine Unterlippe. Das war bisher nie ein wirkliches Thema zwischen Rose und mir gewesen. Ich hatte ihr zunächst ja nicht einmal erzählt, dass ich mit Edward geschlafen hatte.
„Ja, wir haben miteinander geschlafen, Bella. Wenn du es unbedingt so genau wissen willst. Aber wir haben darauf geachtet, dass nichts passiert, was noch nicht passieren soll", sagte sie und ich wusste, dass sie in diesem Moment grinste. Ich wusste auch, was sie meinte. Und ich fand es gut, dass Rose und Emmett noch keine Kinder wollten und darauf achteten, dass sie nicht ungewollt schwanger wurde. Solch eine Schwangerschaft konnte einfach alles verändern.
„Das ist gut. Ich denke Charlie reicht ein Enkelkind im Moment vollkommen aus", murmelte ich und sah aus dem Fenster. Charlie war noch immer arbeiten und sicher versuchte er teilweise den Launen seiner schwangeren Tochter zu entgehen. Denn meine Launen änderten sich im Moment ziemlich schnell. Und ich konnte es nicht einmal verhindern. Nach dieser Schwangerschaft würde ich auf jeden Fall darauf achten, dass wir uns mit dem nächsten Kind Zeit ließen. Oh Gott, ich dachte schon über ein weiteres nach? Ich musste vollkommen verrückt sein.
Rosalie lachte wieder. „Glaub mir, ich will in den nächsten Jahren gar kein Kind. Egal wie toll Emmett auch ist, ein Kind können wir im Moment nicht gebrauchen. Ich möchte vorher das College beenden und Emmett vorher richtig kennen lernen", teilte sie mir mit. Rose machte es richtig. Sie wollte Emmett vorher kennen lernen und das College beenden. Aber wir konnten es ja nicht alle auf diese Weise machen. Das Leben ging seine eigenen Wege.
„Wenigstens scheint eine von uns vernünftig zu sein", nuschele ich leise. Rose aber hörte mich trotzdem.
„Oh, komm schon, Bella. Du bist viel vernünftiger als ich! Nur weil du mit Edward geschlafen hast und schwanger geworden bist, bist du noch lange nicht unvernünftig. Ihr habt doch zueinander gefunden und selbst, wenn dem nun nicht so sein würde, du bist nicht unvernünftig. Du hast dich nur ausnahmsweise Mal wie ein Teenager verhalten. Und Teenager machen dumme Sachen. Ich wette, die 10000 anderen Teenager da draußen, die schwanger sind, würden dir zustimmen", sprach sie.
Rosalie und ich telefonierten noch eine Weile, bis wir das Gespräch schließlich beendeten. Es war immer wieder nett, mit meiner Schwester zu sprechen. Und nun wusste ich, dass zwischen Emmett und ihr wirklich mehr war. Irgendwie war es schon etwas seltsam, aber ich freute mich auch sehr für sie. Bisher hatte sie den Richtigen doch nie gefunden und ich wünschte es ihr sehr, dass Emmett nun diese Rolle übernehmen würde. Bisher hatte ich nie einen ihrer Freunde kennen gelernt und das musste auch einen Grund haben. Emmett schien perfekt für sie zu sein.
Inzwischen war es schon etwas später und ich fragte mich wirklich, wie ich heute Nacht ohne Edward schlafen sollte. Ich schlief so gerne neben ihm ein, aber Charlie wollte auch, dass ich ab und an noch bei ihm schlief. Immerhin wohnte ich hier. Auch, wenn ich nun Edwards Verlobte war. Dass ich kurz vor der Geburt bei den Cullens einziehen würde, hatte ich Charlie noch nicht gesagt und ich wusste auch nicht, wie ich ihm das am besten sagen sollte. Mein Vater hatte mich immerhin bei sich aufgenommen und dafür war ich ihm sehr dankbar. Ich hoffte, dass er es dann auch verstehen würde.
Nun saß ich frisch geduscht in meinem Zimmer und starrte an die Decke. Ich sehnte mich so sehr nach Edward. Vermutlich würde ich heute Nacht kein Auge zu tun. Langsam schob ich mein Top etwas nach oben und betrachtete meinen Babybauch. Es war wirklich nicht mehr zu übersehen. Ich strich mit meiner Hand über meinen Bauch und lächelte. Ich freute mich wirklich auf das Baby, auch, wenn es überhaupt nicht leicht werden würde. Aber dank diesem Kind hatte ich die Liebe meines Lebens gefunden. Edward und ich würden uns sicher niemals trennen.
Als es auf einmal an meinem Fenster klopfte, schreckte ich gewaltig auf und fiel dabei fast von meinem Bett. Hatte es wirklich an meinem Fenster geklopft? Wie von der Tarantel gestochen sprang ich auf und ging zu meinem Fenster und öffnete es dann. Draußen war es schon dunkel. „Edward?", fragte ich verwundert und glaubte es kaum. Was machte Edward auf dem Baum vor meinem Fenster? Wollte er sich zu mir schleichen? Ow wie süß. Ein Lächeln schlich sich auf meine Lippen, als mir dieser Gedanke kam.
Ich half Edward dabei in mein Zimmer zu kommen, ohne dass er sich dabei noch ein Bein brach und sah ihn dann grinsend an. Okay, nun verhielten wir uns wirklich wie verliebte Teenager und bisher hatten wir uns eher nicht so verhalten. Ganz am Anfang irgendwie schon. Denn diese ungeplante Schwangerschaft passte wirklich eher zu unerfahrenen Teenagern und genau genommen waren wir das ja auch. Wir waren beide erst 18 Jahre alt und hatten unser ganzes Leben noch vor uns. Unser gemeinsames Leben hatte nun schon angefangen und ich wollte nicht, dass es jemals endete.
„Ich wollte die Nacht einfach nicht ohne dich verbringen, Bella", hauchte Edward in mein Ohr und schlang dann seine Arme um meinen Körper. Ich drückte mich eng an Edward und lächelte dann. Er hatte sich tatsächlich in mein Zimmer geschlichen, weil er die Nacht nicht ohne mich verbringen wollte. Ich fand das wirklich unheimlich süß. Und nun würde ich sicher auch gut einschlafen können. Charlie würde es allerdings nicht so wahnsinnig gefallen, wenn er erfuhr, dass Edward nun hier war.
„Mir geht es genauso", versicherte ich Edward, hob meinen Kopf dann von seiner Brust und drückte meine Lippen nur Sekunden später auf seine. Obwohl wir uns nur wenige Stunden nicht gesehen hatten, vermisste ich ihn unglaublich. Ich hatte keine Ahnung, wie das werden sollte, wenn Edward in einem halben Jahr oder einem Jahr doch aufs College ging. Bestimmt nicht einfach. Vermutlich würde mich unser Kind dann aber auch gewaltig auf Trab halten.
Einige Minuten lang standen wir einfach nur in meinem Zimmer und küssten uns. Dann aber beendete ich den Kuss doch und lächelte Edward wieder an. „Ich kann es einfach nicht fassen, dass du dich in mein Zimmer geschlichen hast. Dir ist schon klar, dass es Charlie nicht besonders gefallen wird? Es kann also gut sein, dass wir dich im Schrank verstecken müssen", flüsterte ich und strich mit einer Hand sanft durch seine Haare.
Edward grinste mich an und nickte dann. Seine Hand schlang sich um meine Hüfte und er zog mich wieder etwas enger an sich. „Mh… Charlie wird sicher nach dir schauen und wenn es soweit ist, werde ich mich auch im Schrank verstecken. Das ist doch mal etwas...Neues", antwortete er und küsste mich dann wieder. Ja, es war wirklich etwas Neues und irgendwie auch wunderbar. Edward war der erste Mann, der sich in mein Zimmer schlich. Genau genommen war er ja schon mein Verlobter, aber das änderte nichts daran, dass er der erste war.
„Ich wollte schon immer mal einen Mann in meinem Schrank verstecken", gestand ich und vergrub mein Gesicht dann an seiner Brust. Zum einen, weil ich meine Lacher dämpfen wollte und zum anderen, weil ich die Röte verstecken wollte, die sich nun wieder in meinem Gesicht breit gemacht hatte. An diesem Satz war mehr wahr als falsch und das war mir schon etwas peinlich.
„Oh wirklich? Das ist eindeutig sehr interessant, Bella", hauchte Edward an mein Ohr und schob mich dann grinsend zu meinem Bett. Im nächsten Moment landete ich schon darauf und Edward befand sich über mir. Er grinste mich noch immer an. Ich biss mir grinsend auf meine Unterlippe und nickte dann. Das war sogar sehr interessant und ich liebte es, wenn Edward sich so verhielt. Ich konnte die Lust in seinen Augen sehen und mir stockte für einen Moment der Atem. Diese Momente zwischen uns waren einfach magisch.
Es war einfach gar nicht so leicht, zu vergessen, dass wir nun fast schon erwachsen sein mussten. Wenn das Baby auf der Welt war, würden wir solche Momente sicher nicht mehr haben. Oder zumindest nicht mehr so oft, weil unsere Gedanken und Probleme sich in eine andere Richtung drehen würden. Es war doch nur gut, dass wir diese Monate jetzt noch ausnutzten. Meine Arme schlangen sich um Edwards Hals und ich drückte meine Lippen an seinen Hals. Oh… er schmeckte so gut. Das Charlie auch noch im Haus war, war mir in diesem Augenblick vollkommen egal.
Edwards Lippen pressten sich begierig und sanft zugleich auf meine Lippen und seine Hände fuhren zu meinen und pinnten diese dann über meinem Kopf fest. Seine Zunge fuhr über meine Unterlippe und dann öffnete ich meinen Mund auch schon, um Edward zu zeigen, dass ich das nur zu gerne wollte. Seine Zunge schlängelte sich in meinen Mund und ich schlang meine Beine um Edwards Hüfte und drückte seinen Körper an meinen. Es war viel zu lange her...
Für einen Moment trennten unsere Lippen sich und Edward entwich ein kleines Stöhnen, als ich meine Hüften enger an seine drückte. Wir sehnten uns nacheinander, das war ziemlich offensichtlich, aber es ging nun einfach nicht. Egal wie sehr wir es beide wollten. Ich unterbrach den Kuss und legte eine Hand an Edwards Brust und schüttelte dann meinen Kopf. „Charlie", murmelte ich, schloss meine Augen und ließ dann meinen Kopf auf mein Kopfkissen fallen.
Edward ließ meine Hände los und legte sich dann neben mich. Er zog mich eng an sich und küsste meine Stirn. „Richtig, Charlie", hauchte er und schloss seine Augen dann ebenfalls. In diesem Moment wünschte ich mir wirklich, dass wir eine eigene Wohnung haben würden. Ich wusste auch nicht, ob es im Haus der Cullens dann einfacher werden würde. Bestimmt nicht, da wir dann ein Neugeborenes am Hals hatten. Aber es reichte ja auch aus, wenn wir einfach kuschelten.
Ohne meine Augen zu öffnen, rollte ich mich etwas zur Seite und kuschelte mich an Edward. Ich legte meinen Kopf auf seiner Brust ab und legte eine Hand auf seinem Bauch ab. Wir mussten nicht immer miteinander schlafen. Sex war nun wirklich nicht alles. Andere Dinge sollten in einer Beziehung viel wichtiger sein und wir liebten uns wirklich. Wenn wir nur wegen dem Sex zusammen wären, hätte Edward mich niemals gefragt, ob ich seine Frau werden wollte und ich hätte niemals ja gesagt. Unsere Beziehung bestand aber aus so viel mehr. Liebe, Vertrauen und unserer gemeinsamen Zukunft.
Edward und ich würden eine gemeinsame Zukunft haben. Teilweise fand ich es immer noch unglaublich, wie nah Edward und ich uns nun waren. Damals in Phoenix hatte ich das nicht für möglich gehalten. Ich hatte natürlich die Anziehungskraft gespürt und ich hatte auch gemerkt, dass damals schon irgendetwas zwischen uns gewesen war, aber das wir heute an diesem Punkt sein würden, hatte ich damals nicht für möglich gehalten. Über Männer hatte ich mir ja nie viele Gedanken gemacht und auch nach dieser Nacht mit Edward hatte ich nicht angefangen, mein Verhalten in dieser Richtung zu ändern. Bei Edward aber schien alles anders zu sein. Wir brauchten einander eben.
„Ich liebe dich, Edward", hauchte ich und lächelte dann. Edward war wirklich das Beste, was mir in meinem ganzen Leben passiert war. Wenn ich ihn verlieren würde, könnte ich mein Leben sicher nicht mehr auf dieselbe Weise fortsetzen. Da war ich mir vollkommen sicher. Ich musste natürlich auch an unser Baby denken, aber allein diese Vorstellung war grauenvoll. Ich wollte nicht einmal an ein Leben ohne diesen wunderbaren Mann denken.
„Mh… ich liebe dich auch, Bella", wisperte Edward und strich mit seinem Zeigefinger über meinen Arm. Diese kleine Berührung löste etwas Unglaubliches in mir aus. Edwards Hand strich an meinem Arm nach unten und legte sich dann zärtlich an meinen Bauch. Ich wusste, dass er mich genauso liebte, wie ich ihn liebte. Und unserem Baby brachte er dieselben Gefühle entgegen. Ich hatte nie geplant, so früh eine Familie zu gründen, aber mit Edward zusammen gefiel mir die Idee.
Edward setzte sich wieder auf und lehnte sich dann über mich. Er sah mir tief in die Augen, drückte einen kleinen Kuss auf meinen Mund und rutschte dann ein Stück nach unten und liftete mein T-Shirt ein Stück. Zuerst strich er mit seiner Hand über meinen Bauch und dann spürte ich, wie er seine Lippen an meinen Bauch drückte. Nicht auf eine errotische Weise, sondern auf eine sehr liebevolle väterliche Weise, die mir die Tränen in die Augen trieb.
„Und dich liebe ich auch. Sehr sogar", murmelte er gegen meinen Bauch und verteilte dann einige weitere kleine Küsse auf meinem Bauch. Edward liebte mich und sein Kind. Unsere Zukunft würde wunderschön werden. Da war ich vollkommen zuversichtlich.
