Frrezfhg: Danke für das Review ;)

Kalalina: Dankefein! Ich freue mich wie ein Schneekönig, dass jemand mitliest ;)


Der dritte Monat

Kapitel 12: Viele Begegnungen

Coruscant, Jedi Tempel, Whitesun Apartment

Corran nippte mit gemischten Gefühlen an seinem Caf und sah auf sein Chronometer. In zwei Stunden sollten er und Luke vor dem Hohen Rat erscheinen, falls es Luke gut genug ging.

„Abgesehen davon, dass Ihr weniger arbeiten und mehr schlafen solltet, was Euch wahrscheinlich schon mehrere Heiler gesagt haben, scheint alles wieder mit Euch in Ordnung zu sein", erklärte Fié Aent mit leichtem Widerwillen. Es gefiel ihm nicht, einen Patienten, der gestern noch ohnmächtig zusammengebrochen war, heute schon einer Befragung durch den Rat auszusetzen.

Luke berührte ihn sacht am Arm. „Es geht mir gut, Fié. Vielen Dank."

Der Heiler machte ein nicht ganz überzeugtes, aber zustimmendes Geräusch, nickte Corran zu und verschwand anschließend aus dem Quartier, das man Luke zugewiesen hatte.

„Ihr seht blass aus, Meister."

„Es geht mir gut, Corran, wirklich." Luke lehnte sich in seinem Sessel zurück.

„Dann hoffe ich, Ihr schafft es, mir in zwei Stunden alles zu erzählen, was Ihr mir erzählen wolltet", durchbrach der Corellianer nach wenigen Augenblicken die Stille.

„Ich denke schon."

Doch er schwieg weiterhin.

„Ich frage mich", murmelte Corran irgendwann, „wie es jetzt weitergehen soll. Werden wir hier im Tempel bleiben? Und wenn ja, wie sollen wir uns verhalten? Ich meine... unsere Sichtweisen, unser Kodex, unterscheiden sich teilweise recht stark von dem Ihrigen."

Luke schreckte hoch. „Ich mache mir in dieser Beziehung wenig Sorgen, und ja, ich denke, wir sollten hier im Tempel bleiben. Verhaltet Euch einfach so wie immer..." Er zögerte. „... nun, vielleicht nicht ganz so wie immer", fügte er mit einem schwachen Grinsen hinzu.

„Ich habe nicht vor, jemanden vor den Kopf zu stoßen, solange mich niemand vor den Kopf stößt", erwiderte Corran verschlagen. Er hielt kurz inne. „Ihr wisst, was ich meine, Luke."

Der Angesprochene schloss die Augen. „Ja, ja, das weiß ich. Aber, Corran, ich glaube nicht, dass es jemandem auffallen wird, dass wir mit einem anderen Kodex arbeiten. Doch schweigt darüber, wenn jemand Euch darauf ansprechen sollte. Wir wollen keine Grundsatzdiskussion auslösen", wies er den Corellianer an.

Dieser nickte resignierend und musterte Luke.

„Meister", begann er. „Falls es Euch noch nicht aufgefallen ist – wir sind durch die Zeit gereist. Was, bei der Macht, sollen wir jetzt tun? Und warum glaubt Ihr, dass wir im Tempel bleiben sollten?", fragte er, nachdrücklich nach einer Erklärung verlangend.

Erneutes Schweigen. Die Stille begann, in seinen Ohren zu schreien.

„Wir können die Zukunft nicht ändern", sagte der Meister schließlich. „Die Geschichte findet einen Weg, ganz gleich, was wir tun."

„Ihr könnt mir nicht erzählen, dass wir hier tun und lassen können, was wir wollen, ohne dass es etwas verändert! Was, wenn wir Sidious' Identität verraten würden? Wenn wir..."

„Natürlich würde so etwas die Zukunft verändern", unterbrach Luke scharf. „Aber zum Besseren? Könnt Ihr das voraussehen, Corran? Der Sand der Zeit ist wie ein Fluss – er will dort entlang fließen, wo er schon immer entlang geflossen ist. Wolltet Ihr ihn umlenken, wüsstet Ihr nicht, wo er sich ein neues Bett suchen würde. Wolltet Ihr etwas ändern, hättet Ihr Zeit und Macht gegen Euch, denn beide wollen so bleiben, wie sie sind." Er pausierte und holte tief Luft. „Der Aufstieg des Imperiums mag eine der größten Katastrophen in der Geschichte der Galaxie gewesen sein, Meister Horn, aber Sidious ist gefallen und wir sind noch am Leben. Die Jedi sind noch am Leben. Ich glaube, dass dies unter den gegebenen Umständen das Beste war, auf das wir hoffen konnten. Ich glaube, dass wir alles nur noch schlimmer machen könnten."

Er hielt kurz inne und wartete, bis er widerwilliges Verstehen in Corrans Augen erkannte. „Ich denke aber, dass wir etwas verändern können, Corran, ohne unsere Zukunft aufs Spiel zu setzen. Details. Einzelheiten, die das große Bild nicht umgestalten können..."

°°°

Coruscant, Jedi-Tempel, Ratsgemächer

Mit unklaren Gefühlen beobachtete Yoda, wie die beiden unfreiwilligen Besucher aus der Zukunft die Ratskammer betraten.

Corran Horn, der jüngere von beiden, wirkte streng kontrolliert und nachdenklich zugleich; Luke Whitesun war immer noch blass und offensichtlich erschöpft, doch er strahlte die Ruhe eines Jedi aus, der vollkommen im Einklang mit der Macht war. Beide verhielten sich respektvoll, aber gelassen. Nach dem Austausch einiger Formalitäten stellte Mace Windu die Frage, die den Rat schon den ganzen Tag lang insgeheim beschäftigt hatte.

„Ihr erwähntet Dunkle Jedi, Meister Horn", stellte er fest und wartete, bis der Angesprochene genickt hatte. „Sith?"

„Nein", erwiderte Corran sofort und verstummte danach. Er warf aus den Augenwinkeln einen Blick zu Luke und fuhr erst fort, nachdem dieser ihm leicht zugenickt hatte. „Es hat seit fast fünfzig Jahren keine Sith mehr gegeben."

Für einen Moment herrschte Stille und alle Augenpaare ruhten auf ihm.

„Also ist die Prophezeiung erfüllt worden", stellte Windu dann mit einem Seitenblick auf Yoda fest, der wiederum Luke Whitesun gedankenvoll musterte.

Corran nickte erneut; beunruhigt stellte er fest, dass Luke seine mentalen Schilde leicht verstärkte, um eine Welle alten Schmerzes abzufangen. Dennoch setzte er hinzu: „Anakin Skywalker besiegte den letzten Sith Lord, den Meister, und starb wenig später an seinen Verletzungen."

Leise Betroffenheit auf den Gesichtern, aber auch unterschwellige Erleichterung.

„Was geschah mit dem Schüler?", fragte Shaak Ti kühl, aber eindeutig interessiert.

„Um den hatte Meister Whitesun sich zu diesem Zeitpunkt bereits gekümmert", erwiderte Corran mit einer leiser Genugtuung, die Luke offensichtlich nicht teilte.

„Vor fast fünfzig Jahren? Ihr müsst damals noch sehr jung gewesen sein, Meister Whitesun", bemerkte die Jedi-Meisterin mit einem leichten Stirnrunzeln.

„In der Tat", antwortete Luke und schickte Corran einen warnenden Blick. Seine Gesichtszüge hatten sich kaum merklich verhärtet, doch Shaak Ti bemerkte es und fragte nicht weiter, obgleich sie auf eine zurückhaltende Art neugierig wirkte.

„Hmm." Yoda setzte sich etwas aufrechter hin, den Blick immer noch prüfend auf Luke Whitesun gerichtet. „Eine Ahnung Ihr habt, warum geschehen ist, diese Zeitreise?"

Luke antwortete nicht sofort.

„Nein", sagte er schließlich entschlossen. „Noch nicht."

/Denkt Ihr nicht, dass dies etwas mit den Entführungsversuchen zu tun hat? Oder mit unserem geliebten Puzzle?/ fragte Corran verwundert.

/Mit unserem Puzzle vielleicht, aber mit den Entführungsversuchen nicht, jedenfalls nicht direkt/ kam eine sichere Antwort zurück.

„Hmm. Gefährlich, dies ist. Nicht leichtfertig, wir mit dieser Situation umgehen dürfen", wechselte Yoda das Thema.

„Ihr habt erwartet, dass Meister Yoda etwas in dieser Art sagen würde, nicht wahr, Luke?", fragte Corran später, als sie zusammen den Vorraum durchschritten, um zu ihren Quartieren zurückzukehren.

Der Angesprochene nickte dankbar, als der Corellianer ihn stützend am Arm ergriff und in den Aufzug führte. „Ja, es überrascht mich nicht und ich kann ihm nur vollkommen zustimmen."

„Ich werde mir das Ganze noch einmal durch den Kopf gehen lassen müssen", überlegte Corran und gab die richtige Etage ein. „Wahrscheinlich ist es aber wirklich besser, wenn wir hier im Tempel bleiben. Wenn wir ab jetzt immer und überall auf die kleinste Verlagerung der Macht achten sollen, würden wir außerhalb wohl nicht lange überleben. Nicht, dass ich hoffe, lange hier zubleiben."

„Wir werden solange bleiben müssen, wie es dem Willen der Macht entspricht. Ich vermute, dass wir zurückkehren werden, sobald wir den Grund für diese Reise erfahren haben."

„Das macht Sinn", stimmte Corran zu. Er lehnte sich an die Rückwand des Aufzugs. „Ich begleite Euch zurück zu Eurem Apartment; Ihr solltet Euch noch ein paar Stunden lang ausruhen, Luke. Ich werde Euch zum Abendessen wecken."

°°°

Coruscant, Jedi Tempel, Meditationsgarten

Später am Abend wanderte Luke allein und nachdenklich durch die sich leerenden Gänge des Tempels. Corran war vor einigen Minuten aufgebrochen in der Absicht, sich im Hangar des Tempels umzuschauen und mit den alten Schiffsmodellen vertraut zu machen – „Nur für den Fall" – nachdem die beiden noch lange Zeit weiter diskutiert und einige Beschlüsse in Bezug auf ihren Aufenthalt in dieser Zeit gefasst hatten.

Luke wollte sich derweil einen Überblick über den Tempel verschaffen, war schon in den Archiven gewesen und in den Trainingsräumen. Nun trat er aus einem Säulengang hinaus in einen kleinen Garten, der zur Meditation diente und an die Krippe grenzte, wo die kleinsten zukünftigen Jedi-Ritter lebten. Die Vorstellung, dass schon Säuglinge in den Tempel gebracht wurden, hatte ihm noch niemals zugesagt, aber jetzt damit konfrontiert zu werden war ungleich schwieriger. Luke hatte sich immer dafür eingesetzt, dass die Kinder erst mit zehn oder elf Jahren in den Tempel kamen; Jüngere wurden nur aufgenommen, wenn sie Waisen waren oder von ihren Eltern nicht gewollt wurden. Doch hier...

Er seufzte leise, atmete tief ein, ließ sich in die Macht sinken und suchte nach Ruhe, nach Frieden. Es war schwierig, denn Sorge hing über dem Tempel wie ein dunkler Schleier, die Bedrohung der Sith war allgegenwärtig. Es schmerzte zu wissen, wer der Sith Lord war und was geschehen würde, aber nicht eingreifen zu können.

Er grinste unwillkürlich mit den untrüglichen Gefühl, dass die Zeitreise nur möglich gewesen war, weil er wusste, dass sich die Geschichte nicht ändern lassen würde. Einfacher wurde es durch dieses Wissen allerdings nicht. Aber es hatte auch niemand behauptet, dass es das sein würde. Rasch schob er den Gedanken beiseite.

Ein leises, fast lautloses Schluchzen durchbrach die Stille der jungen Nacht. Luke legte den Kopf schief und hob eine Augenbraue.

„Eine schöne Nacht haben wir heute, nicht wahr?", murmelte er und ließ sich neben der kleinen Gestalt zu Boden sinken. Zwei große, perlfarbene Augen sahen ihn misstrauisch durch einen Schleier weißblonden Haares an; der kleine Kopf nickte zögerlich.

„Es ist so klar, man kann viel mehr Sterne sehen als sonst", fügte Luke hinzu. Er hielt dem kleinen Mädchen, vielleicht vier oder fünf Jahre alt, eine Hand hin. „Du kennst mich nicht, oder? Ich bin Luke."

Die großen Augen blickten die Hand an, wanderten dann am Arm entlang bis zu dem freundlichen Gesicht des alten Jedi-Meisters.

„Siljia", wisperte das Kind leise seinen eigenen Namen.

„Ist dir kalt?", fragte er und griff vorsichtig nach einer zitternden, bleichen und eiskalten Hand. „Warum schläfst du nicht?" Er sandte vorsichtig Ruhe und Wärme in den angsterfüllten Geist des Kindes.

Das Mädchen schüttelte heftig den Kopf. „Nein, will nicht schlafen." Die Stimme war hoch und schrill, gleichzeitig leise, als fürchtete Siljia, dass sie jemand hören könnte. Luke wartete stumm, minutenlang, und schickte schließlich eine sachte Aufforderung in ihr Unterbewusstsein mit dem unguten Gedanken, dass er ahnte, warum sie nicht schlafen wollte.

„Ich will nicht träumen. Der Tempel brennt", flüsterte das Mädchen letztendlich.

Luke seufzte innerlich, hatte er doch insgeheim dafür gebetet, dass seine Ahnung sich als falsch erweisen würde. Für einen Moment war er versucht zu sagen, dass Träume manchmal bloß Träume waren. Aber dies waren eindeutig Visionen, grausame Visionen für ein Kind.

„Hast du jemandem davon erzählt?"

„Glauben mir nicht..." Siljia schluchzte erneut.

Luke runzelte die Stirn, während er das Mädchen in seine Arme zog und zu beruhigen versuchte. Er konnte sich nicht vorstellen, dass Yoda eine solche Vision einfach ignorieren würde, zumal sein alter Meister selbst ein Seher war. Andererseits... wahrscheinlich wusste der Meister davon gar nichts, wahrscheinlich taten die Jedi-Ritter, die die Krippe beaufsichtigten, es als die Alpträume eines Kindes ab.

/Wenn sie es doch nur nicht täten./

Der Jedi-Meister, der Siljia sicher in den Armen hielt, stand behutsam auf und wanderte langsam zurück ins Innere des Tempels. Er war nicht weit gekommen, als Schritte vor ihm ertönten und eine Gestalt in dunklem Mantel um eine Ecke trat.

„Verzeihung, habt Ihr... Siljia!"

„Leise", sagte Luke sofort flüsternd. „Sie ist gerade eingeschlafen."

„Ich habe sie schon überall gesucht, aber ihre Präsenz ist sehr schwach... hier entlang, bitte."

Schweigend gingen die beiden bis zu einem der Schlafsäle und legten Siljia dort in ihrem eigenen Bett zur Ruhe. Luke spürte den Blick des Anderen auf sich, als er sie zudeckte und ein letztes Mal etwas von seiner eigenen Zuversicht in sie fließen ließ, doch niemand sprach ein Wort, bis beide wieder im erleuchteten Korridor standen.

Dort schlug die Gestalt die Kapuze zurück und entpuppte sich als menschlicher Jedi-Meister, bestimmt mehr als ein Jahrzehnt älter als Luke selbst. Er lächelte.

„Ich glaube nicht, dass wir uns schon kennen", meinte er leise.

„Nein. Ich bin Luke Whitesun", stellte Luke sich vor und neigte leicht den Kopf.

„San-Kai." Der Ältere erwiderte die Geste. „Ich bin dankbar, dass Ihr Siljia gefunden habt. Meine Leute und ich suchen schon seit einiger Zeit nach ihr, aber sie versteckt sich sehr gut."

San-Kai musterte den Mann ihm gegenüber und fühlte, wie mit ihm etwas geschah, das ihm schon lange Zeit nicht mehr passiert war: Er wurde unruhig. Unruhig unter dem durchdringenden und sehr kühlen Blick Whitesuns.

„Wusstet Ihr, dass sie Visionen hat?"

„Visionen? Nein, das ist mir neu", entgegnete San-Kai überrascht.

Luke runzelte leicht die Stirn. „Sie scheint deswegen völlig verstört zu sein und sagte, dass ihr niemand glaube."

San-Kai schnaubte. „Diese unfähigen...", begann er, fasste sich jedoch sofort wieder. „Verzeihung. Geduld ist nicht immer meine Stärke und bestimmte Leute tragen nicht unbedingt dazu bei, dies zu ändern."

Sein Gegenüber lächelte plötzlich. „Mir geht es ebenso."

Er ertappte sich dabei, wie er unwillkürlich zurückgrinste. Der intensive Blick war verschwunden, statt dessen floss Wärme durch ihn hindurch und der nächtliche Korridor schien mit einem Mal etwas weniger dunkel. Er fragte sich, ob es normal war, dass menschliche Augen so sehr leuchteten.

°°°

Coruscant, Jedi-Tempel, Archive

‚Es wird vermutet, dass der Ewige Rat ein Äquivalent zum Hohen Rat der Jedi ist, das auf einer anderen Ebene des Seins existiert. Selbige wird von Jedi und ähnlich trainierten Macht-Sensitiven nach dem Tod erreicht. Es ist nicht bekannt, nach welchen Kriterien die Ratsmitglieder erwählt werden. Die Informationen über dieses Jenseits und den Ewigen Rat sind bis heute bestenfalls spekulativ. Sehr seltene verfrühte Überquerungen, die nicht durch den Tod, sondern durch den Willen der Macht ausgelöst wurden, sind die einzigen Quellen.'

Luke schloss die Datei und lehnte sich zurück. Nach langem Suchen war er in den Archiven des Jedi-Tempels auf eine Datei gestoßen, die Informationen zur Letzten Heimat und zum Ewigen Rat enthielt. Er war überrascht, wie viel im Laufe der Zeit durchgesickert war, trotz der Seltenheit von Sprüngen und anderen Ereignissen, die die beiden Stufen miteinander verbinden konnten. Es beunruhigte ihn, wenngleich er nicht sagen konnte, warum.

Durch die zuvor absolute Stille drang das Geräusch von über den Boden streifenden Stoff, kurz bevor die Jedi-Meisterin Shaak Ti zwischen den langen, hohen Regalen auftauchte. Sie wirkte ein wenig überrascht, um diese späte Uhrzeit noch jemanden hier anzutreffen, nickte Luke aber dennoch grüßend zu.

Während dieser sich erhob und die Geste erwiderte, spürte er deutlich die Präsenz eines anderen Jedi näherkommen.

„Luke!" Corran trat aus einem Schatten und marschierte auf ihn zu. „Welchen Teil von ‚Weniger arbeiten und mehr schlafen' habt Ihr eigentlich nicht verstanden, Meister?", fragte er ungehalten und nur zum Teil spielerisch.

„Corran..."

„Muss ich Euch an den Vorfall erinnern, bei dem der Rat beschlossen hat, Euch mit Gewalt auf der Krankenstation zu halten? Aent würde sich sicherlich nicht querstellen, sollte ich ihm dies vorschlagen", unterbrach der Corellianer und schaltete den Computer aus, ohne auch nur einen Blick auf den Bildschirm zu werfen.

Shaak Ti schien milde überrascht und blickte zwischen den beiden hin und her, leicht konsterniert angesichts des heftigen Tonfalls. „Mir war nicht bewusst, dass es so schlecht um Eure Gesundheit steht."

„Das tut es auch nicht", verteidigte Luke sich schmunzelnd. „Aber wenn Corran anderer Ansicht ist, habe ich kaum eine Wahl. Eine gute Nacht wünsche ich Euch, Meister Shaak Ti."

Wenige Minuten später lächelte er still in sich hinein, als Corran ihn zum etwa fünften Mal mit leichter Besorgnis von der Seite her anblickte.

„Ich bin bereits auf dem Weg in mein Bett und ich werde nicht auf den nächsten Metern zusammenbrechen. Was ist los, Meister Horn?", fragte er amüsiert.

Der Corellianer war niemand, der sich lange um ein Thema drückte, und er wusste auch, dass Luke Direktheit bevorzugte. „Habe ich Euch verärgert?"

„Nein. Warum fragt Ihr?"

Corran machte ein undeutliches Geräusch. „Ich wollte Euch nicht vor Shaak Ti bloßstellen. Ich bin nur besorgt."

Der Angesprochene zuckte mit den Schultern und lächelte. „Macht Euch keine Gedanken darüber."

„Ich meine es ernst, Meister."

„Und ich meine es ernst, wenn ich Euch sage, dass es mir nichts ausmacht, mein Freund. Nicht das Geringste." Luke grinste breit. „Ihr kennt mich doch."

Der jüngere Jedi verzog das Gesicht zu einer Grimasse. „Allerdings. Ich erinnere mich aber auch an eine Situation, in der ihr ungehalten geworden seid, weil jemand aus Eurer Begleitung nur etwas Falsches gedacht hat."

Ein Schulterzucken war die Reaktion. „Das war etwas ganz Anderes, Corran."

„Zugegeben. Es war dumm und außerordentlich respektlos Euch und Jacen gegenüber." Corran grinste schief. „Meine Bemerkung war nur respektlos. Sie hatte aber wenigstens einen vernünftigen Hintergrund."

Luke seufzte. „Jetzt zieht Ihr mich auf."

„Das ist die gerechte Strafe dafür, dass ich Euch babysitten muss."

Wird fortgesetzt...


Kapitel 13: Zurück an die Arbeit

So aufregend das alles auch sein mag – irgendwann wird selbst zwei Jedi-Meistern langweilig. Und Arbeit gibt es wahrlich genug.