Quidditch

Am nächsten Morgen stand das erste Quidditchspiel der Saison auf dem Plan. Wie immer würde Gryffindor gegen Slytherin spielen. Harry hatte diesem Ereignis mit einiger Sorge entgegen gesehen. Ron wurde immer noch sehr nervös, sobald sich auch nur ein Slytherin in der Nähe des Spielfeldes sehen ließ. Pansy Parkinson und ihre Clique hatte es sich zur Gewohnheit gemacht, beim Training der Gryffindors am Rand zu stehen und laut die Slytherinversion von ‚Weasley ist unser King' zu grölen. Aber Ron hielt sich wacker. Und von zehn Quaffeln hielt er immerhin fünf. Und letztendlich hatten sie doch noch einen weiteren Jäger gefunden. Bradley Andrews, einen Fünftklässler.

Harry stand am Samstagmorgen zeitig auf und fand Ron schon nervös im Gemeinschaftssaal umher gehen. Gemeinsam gingen sie hinunter zum Frühstück, wo ihnen Katie, wie jedem anderen Spieler eine gehörige Portion Schinken mit Rührei auftat.

„Wenn ich das alles verputzen soll, bin ich nachher nicht mehr in der Lage, mich auf meinen Besen zu schwingen", protestierte Ginny.

Harry stimmte ihr zu. Von diesem Berg Essen wäre sicherlich Hagrid satt geworden.

„Stellt euch nicht so an. Ron, du musst etwas essen. Sonst ist dir nicht nur von der Aufregung schlecht sondern auch vor Hunger!" Katie ließ sich nicht irritieren.

Harry versuchte so weit es ging, etwas zu essen, dann ging er mit Ron, der ebenfalls mehr schlecht als recht etwas von dem Schinken in sich hineingewürgt hatte, hinunter zum Spielfeld. In der Eingangshalle erwartete sie Luna Lovegood, die wieder ihren riesigen Hut mit Löwen und Gryffindorbanner trug. Sie strahlte Ron glücklich an.

„Jetzt habe ich es endlich geschafft!"

„Was?", fragte Ron unsicher. Luna strahlte ihn noch mehr an und tippte mit ihrem Zauberstab den Löwen an, der daraufhin „Weasley ist unser King; hütet nämlich jeden Ring; Weasley ist unser King; lässt keinen Quaffel durch den Ring", zu singen begann.

Harry begann laut zu lachen. „Das ist toll, Luna." Es schien ihm, als ob ein Teil seiner Anspannung wie weg geblasen sei.

„Hm", brummte Ron, der sich sehr unbehaglich zu fühlen schien.

„Ach komm schon, Ron", versuchte Harry ihn aufzumuntern, zwinkerte Luna zu und schob Ron am Arm hinaus.

Sie zogen sich um und trafen sich noch ein letztes mal vor Spielbeginn in der Mannschaftskabine.

„Also gut. Jeder von euch kennt seine Aufgaben. Ich erwarte von jedem einzelnen, das er sein Bestes gibt. Mehr noch als sein Bestes! Ich will, dass wir gegen diese Bastarde von Slytherins gewinnen!", versuchte Katie sie anzuheizen.

Alle nickten sie grimmig entschlossen. Ginny drückte kurz Ron und Harry, dann griffen sie alle zu ihren Besen und betraten das Spielfeld. Über ihnen summte und brummte die Menge. Die ganze Schule schien sich hier versammelt zu haben. Die Mannschaft der Slytherins stürmte nun ebenfalls auf das Spielfeld. Die Slytherins spielten das erste Jahr mit einer weiblichen Mitspielerin. Pansy Parkinson. Harry konnte Malfoy erkennen, der wieder ungewöhnlich blass und kränklich aussah. Kurz schoss ihm der Gedanke durch den Kopf, Malfoy könne erfahren haben, was mit seinem Vater passiert war. Dann lenkte ihn das Geschehen um ihn herum von seinen Grübeleien ab.

Madame Hooch betrat das Spielfeld, unter dem Arm die Kiste mit den Bällen.

„Also Los, Kapitäne reicht euch die Hand. Ich will ein faires Spiel haben!"

Katie ergriff die Hand von Warrington, dem Kapitän der Slytherins. Falls der viel zu fest zudrücken sollte, fand Harry, ließ sich Katie jedenfalls nichts anmerken.

„Besteigt eure Besen!", hörten sie Madame Hooch und kurz darauf ertönte der Pfiff.

Harry stieß sich vom Boden ab und rauschte in die Höhe. Unter sich konnte er die Slytherins ‚Weasley ist unser King' singen hören. Ron war inzwischen bei den Torstangen der Gryffindors angelangt. Harry flog eine weite Runde um das Feld und hielt nach dem Schnatz Ausschau. Unter ihm hörte er die magisch verstärkte Stimme von Daniel Stone, dem Rawenclawjungen, mit dem er zusammen in Zaubertränke saß, der die Kommentatorrolle von Lee Jordan übernommen hatte.

„Gryffindor spielt dieses Jahr mit kleinen Veränderungen in der Mannschaft. Zum alten Stamm gehören nur noch Potter, als Sucher wieder eingesetzt, Weasley als unberechenbarer Hüter, und Bell als Jägerin. Ginny Weasley wurde als Jägerin eingeteilt. Neu dazu gekommen ist Bradley Andrews. Weiterhin dabei als Treiber Kirke und Sloper. Und jetzt kommt das Spiel so richtig in Fahrt. Warrington fliegt mit dem Quaffel auf Weasley zu. Oh da trifft ihn ein Klatscher, guter Schuss von Sloper. Warrington lässt den Quaffel fallen. Weasley fängt ihn und fliegt zur anderen Stadionseite."

Harry beobachtete den Spielverlauf aus den Augenwinkel, während er große Kreise über das Stadion zog und fieberhaft nach dem Schnatz suchte.

„Parkinson im Quaffelbesitz, gibt ab an Pucey, Pucey gibt ab an Warrington und Warrington schießt und, Ooooh ... Weasley lässt den Quaffel durch. Es steht 10 : 0 für Slytherin."

Unter sich hörte Harry jetzt die Slytherins noch lauter ‚Weasley ist unser King' singen.

Doch das Spiel ging weiter.

„Quaffel von Bell an Weasley, Weasley an Bell, oh gute Reaktion von Weasley."

Harry sah, wie Ginny knapp unter Parkinson hinweg geflogen war.

„Weasley wieder im Quaffelbesitz, sie fliegt direkt auf Blechtley zu. He Mädchen, der ist viel größer als du, wenn du mit ihm zusammen stößt!" rief Stone entsetzt.

Doch Ginny zog ihren Besen knapp vor Blechtley zur Seite und warf den Quaffel in das linke Tor der Slytherins, was jetzt ungedeckt war. Ein lauter Gong ertönte.

„Ja!", jubelte Stone „10 : 10. Punktegleichstand."

Harry hörte jetzt die Gryffindors, Rawenclaws und Hufflepuffs laut singen.

Weasley ist unsre Queen!"

Ginny reckte die Hand siegesgewiss in die Höhe und schaffte es gerade noch, sich vor einem heran sausenden Klatscher zu ducken, der von Goyle kam.

Madame Hooch pfiff und Gryffindor bekam einen Freistoß zugesprochen.

„Und Bell wirft den Quaffel für Gryffindor, und aaah, schade, gute Arbeit von Crabbe mit dem Klatscher, der Bell am Arm getroffen hat."

Harry zog den Besen wieder ein Stückchen nach oben und spähte suchend über das Spielfeld.

„Andrews im Ballbesitz, er lässt ihn fallen, Quaffel an Parkinson, oh die lässt ihn auch fallen, Weasley im Ballbesitz und sie schießt und ... JA! 20 : 10 für Gryffindor!"

Unter sich hörte Harry wieder ein lautes „Weasley ist unsre Queen" aus der Gryffindorkurve.

„Quaffel geht an Pucey, Pucey übergibt an Warrington, oh das war ein Klatscher aus den eigenen Reihen, danke Goyle, Quaffel jetzt an Bell."

Harry sah wie Goyle und Crabbe jetzt auf Katie zuflogen, die erschrocken den Quaffel fallen ließ und ihren Besen nach oben zog.

„- Warrington fängt den Quaffel auf und jagt in den Torraum der Gryffindors. Er schießt und , aaahh ..."

Harry hörte nicht weiter zu, die Slytherins begannen wieder zu grölen und johlen.

Weasley ist unser King

Schützt ja keinen einz'gen Ring

So singen wir von Slytherin

Weasley ist unser King"

„- Bell fängt den Quaffel, oh da trifft sie ein Klatscher von Crabbe, Warrington fängt den Quaffel, übergibt an Pucey, Pucey schießt zu Parkinson. Oh sehr schön, Weasley hat den Quaffel abgefangen und fliegt jetzt in den Torraum der Slytherins."

Harry sah, wie Ginny sich zur Seite warf, als ein Klatscher sie nur knapp verfehlte, den Quaffel aber fest umklammert hielt. Noch ein Klatscher verfehlte Ginny nur knapp. Harry sah sich um, wo waren eigentlich ihre eigenen Treiber?

„Weasley schießt und sie trifft! Ja! 30 : 20 für Gryffindor."

Kurze Zeit später machte Katie noch ein Tor für Gryffindor und nur wenige Minuten nachher ließ Ron den nächsten Quaffel durch.

Malfoy war jetzt knapp drei Meter rechts neben Harry und sang laut:

Weasley ist unser King,

lässt jeden Quaffel durch den Ring,

Weasley sorgt für unsern Gewinn".

In diesem Moment sah Harry etwas neben Rons Besen glitzern. Er sah kurz zu Malfoy der nichts bemerkt zu haben schien, dann legte er nach links los. Malfoy folgte ihm sofort. Doch ehe er auch nur in die Nähe der Torstangen gekommen war, war der Schnatz wieder verschwunden.

Soeben hatte Warrington den Quaffel wieder übernommen. Er schoss auf Ron zu, warf und Harry wagte es kaum hinzusehen, aber Ron hielt und warf den Quaffel an Katie.

Unter ihnen mussten sämtliche Gryffindors, Hufflepuffs und Rawenclaws „Weasley ist unser King" in der Gryffindorversion singen, so laut donnerte der Gesang über das Feld.

Harry zwinkerte Ron im Vorbeifliegen zu und machte sich wieder auf die Suche nach dem Schnatz. Er duckte sich an Warrington vorbei, flog im Zickzack zwischen Goyle und Crabbe hindurch und zog schließlich wieder den Besen etwas höher.

„- und Bell hat den Quaffel, sie schießt zu Andrews, Andrews gibt ab an Weasley, Weasley an Bell."

Ein paar Sekunden später machte Katie noch ein Tor.

„50 : 30 für Gryffindor. Da seht nur mal Potter, er scheint den Schnatz gesehen zu haben!"

Harry tauchte unter einem Klatscher weg und beugte sich weit über seinen Feuerblitz. Er hatte den Schnatz tief unten auf den anderen Spielfeldseite unweit der Torstangen der Slytherins gesehen. Hinter ihm hörte er Malfoys Umhang im Wind flattern. Harry beugte sich noch weiter nach vorn. Noch zwanzig Meter. Ein Klatscher schoss nur wenige Zentimeter entfernt an seinem Kopf vorbei und Harry drückte den Besen leicht nach oben. Er korrigierte den Kurs in windeseile und wagte es nicht, sich zu Malfoy umzusehen. Der Schnatz umrundete noch immer die Torstangen. Malfoy holte jetzt auf. Harry zog den Besen ein wenig nach links, damit Malfoy ihn nicht überholen konnte. Malfoy brüllte vor Wut. Harry streckte die Hand aus. Neben sich erschien plötzlich Malfoys Hand und streckte sich ebenfalls nach dem Schatz aus. Doch Harrys Arm war um wenige Zentimeter weiter vorn und seine Hand umschloss den Schnatz. Er hatte gewonnen. Sie hatten gewonnen. Er flog noch ein kleines Stückchen weiter, dann drehte er bei und wollte gerade Malfoy hämisch den Schnatz entgegen strecken, als er sah, das dieser auf dem Boden lag. Harry sah sich verwundert um, hatte ihn ein Klatscher getroffen? Malfoy bewegte sich nicht, doch Harry kam nicht mehr dazu, nach ihm zu sehen, als sechs scharlachrote Gestalten auf ihn zu flogen und ihn fast ebenfalls vom Besen rissen.

„Wir haben gewonnen!", schrieen Katie, Ginny und Bradley im Chor.

„Ja!" Ron reckte stolz die Hände nach oben. Harry strahlte Ron an und ließ sich von den anderen umarmen.

Harry konnte durch eine Lücke zwischen Ginny und Bradley sehen, wie Crabbe und Goyle Malfoy auf die Beine halfen. Er schien nicht schwer verletzt zu sein.

„Jetzt wird gefeiert!", rief Katie begeistert.

„Die Gryffindors sind zurück, meine lieben Mitschüler und Mitschülerinnen!", hörten sie Daniel Stone über ihnen begeistert das Ergebnis wiederholen.

Hermine kam auf sie zugesprungen. Sie hatte Freudentränen in den Augen und gab Ron einen Kuss auf die Wange. Ron sah sie verlegen an und wurde wieder tief rot im Gesicht.

„Wir haben gewonnen! Ja!", rief auch Hermine begeistert und umarmte Harry stürmisch.

Ginny, Bradley und Dean Thomas, der ebenfalls herunter geeilt war und Ginny einen dicken Kuss auf die Wange versetzt hatte, hüpften um Harry und Ron herum und schrieen immer wieder „Wir haben gewonnen!".

Harry ließ sich von der Menge zurück zum Schloss drängen. Oben angekommen, ging er erst einmal duschen und schloss sich dann der Feier der anderen Gryffindors an. Keiner zog Ron wegen der drei durchgelassenen Quaffel hoch. Alle waren in sehr ausgelassener Feierstimmung, als plötzlich die Tür zum Gemeinschaftssaal aufging und Professor McGonagall eintrat. McGonagall war zwar ihre Hauslehrerin, kam aber nur äußerst selten hier hoch. Sie sah sich mit ernster Miene unter der abrupt verstummten Schülerschar um.

„Ms. Malfoy, wenn ich Sie bitten dürfte mitzukommen. Ich muss Ihnen leider etwas mitteilen", sagte sie als sie Wyrren unter anderen Erstklässler entdeckt hatte.

„Ich weiß es schon, Professor McGonagall", sagte Wyrren leise.

McGonagall sah sie erstaunt an.

„Wie beim Barte des Merlin, wie haben Sie...?"

„Mein Bruder hat mir heute morgen eine Eule geschickt. Ich denke, meine Tante hat ihn benachrichtigt", sagte Wyrren mit zitternder Stimme.

„Sind Sie sicher, dass Sie nicht mitkommen möchten? Ihr Bruder hatte einen Unfall am Ende des Spiels und liegt im Krankenflügel, Ms. Malfoy."

Sie sah Wyrren noch immer forschend an. Wyrren jedoch schüttelte den Kopf.

„Bitte, Professor, ich würde lieber hier bleiben", antwortete sie.

McGonagall schürzte die Lippen und meinte schließlich: „Gut, wie Sie wollen. Sie können natürlich jederzeit bei mir im Büro vorbei schauen. Und der Rest..."

Sie wandte sich jetzt wieder an die anderen Gryffindors und begann breit über das ganze Gesicht zu strahlen.

„Der Rest feiert weiter!", sie zwinkerte Katie zu und verließ wieder den Gemeinschaftssaal.

Ihre Mitschüler begannen wieder „Weasley ist unsre Queen" zu singen und Ginny war der Mittelpunkt des Geschehens.

Hermine tippte Harry mit dem Finger auf die Schulter und deutete auf Wyrren, die recht gekünstelt über einen Witz zu lachen schien. Hermine zog Harry am Arm mit sich und ging auf Wyrren zu, die sie beiseite schob.

„Ist alles in Ordnung bei dir?", fragte sie das Mädchen besorgt.

Wyrren sah sie mit großen Augen an. „Ja, das habe ich doch auch schon Professor McGonagall erzählt."

„Ich meinte, wie es dir wirklich geht", wiederholte Hermine und bedachte Wyrren mit einem ernsten Blick.

„Was ist los, Wyrren?", drängte Hermine weiter.

Wyrren atmete tief durch, dann deutete sie mit dem Kopf auf die Tür zum Mädchenschlafsaal.

„Oh", sagte Hermine mit einem Blick auf Harry. „Können wir nicht auch da hoch gehen?", sie deutete mit der Hand auf den Eingang zu den Jungenschlafsälen. Wyrren nickte.

„Ist mir egal."

„Also was ist los, Wyrren?", fragte Hermine und setzte sich auf Harrys Bett. Wyrren ließ sich unsicher auf Dean Thomas' Bett nieder und seufzte nochmals tief.

„Mein Bruder hat mir heute morgen eine Eule geschickt. Ihr wisst ja, dass das der Weg ist, auf dem wir kommunizieren. Jedenfalls hat er geschrieben, dass Mutter am Freitag verschwunden sei. Keiner der Hausangestellten wusste wo sie war. Unsere Tante Andromeda hat sie schließlich ausfindig gemacht."

„Andromeda hat sie gefunden?", fragte Harry ungläubig.

„Wo?", fragte Hermine.

„Im St. Mungo. Vater muss sie fürchterlich zusammengeschlagen haben. Meine Tante habe wohl gemeint, dass Mutter das Hospital zum Wochenende wieder verlassen könne. Ich nehme an, dass sie schon wieder zu hause ist."

Hermine hatte sich vor Schreck die Hände vor dem Mund zusammengeschlagen.

„Oh Wyrren", jammerte sie.

„Am meisten wundert mich, dass sich Tante Andromeda um sie gekümmert hat. Ich habe noch nie sehr viel von ihr gehört. Nur das es sie gibt und sie mit einem Muggel verheiratet ist."

Harry suchte Hermines Blick. Hätten sie das Ganze verhindern können? Zweifelsohne war Lucius Malfoy nachdem er vor Voldemort im Dreck gelegen hatte, zu seiner Frau gegangen und hatte von ihr Rechenschaft verlangt, wieso seine Tochter in Hogwarts sei. Hermine schüttelte kaum merklich den Kopf.

„Deswegen war Draco heute auch beim Spiel kaum bei der Sache", sagte Wyrren beiläufig.

„Was ist passiert?" fragte Harry. „Er war noch kurz hinter mir, als ich den Schnatz gefangen hatte und als ich mich umdrehte, lag er schon am Boden."

„Er ist vom Besen gestürzt. Frag nicht wieso. Vielleicht hat er sich auch einfach fallen gelassen und hat gehofft, er bricht sich das Genick", erwiderte Ron, der soeben in den Raum gekommen war.

„Ron!", fuhr Hermine auf und warf Wyrren wieder einen besorgten Blick zu.

Doch sie schüttelte nur den Kopf.

„Draco hängt sehr an unserer Mutter. Für sie würde er alles tun. Professor Snape hat ihm untersagt, heute nach hause zu fahren und sich um Mutter zu kümmern. Dafür habe sie Hauselfen. Und schließlich solle er endlich mal ein Quidditchspiel gewinnen", sagte Wyrren leise.

„Er hat was?" riefen Harry, Hermine und Ron empört im Chor.

Wyrren sah sie erschrocken an und zuckte dann mit den Schultern.

„Geht ihr jetzt mal wieder runter zum Feiern. Ihr habt es euch verdient!" Wyrren sah Harry und Ron tapfer lächelnd an.

„Und du?" fragte Hermine leise.

„Ich werde hoch in unseren Schlafsaal gehen und noch einwenig lesen. Ich habe es schon fast raus, wie man diese Ratten in Trinkpokale verwandelt." Wyrren stand auf und verließ den Raum.

„Ratten in Trinkpokale verwandeln?" fragte Ron entgeistert. „Das hatten wir im zweiten Schuljahr. Was will sie nächstes Jahr machen, wenn sie jetzt schon den ganzen Stoff lernt?"

Unten war die Feier der anderen noch in vollem Gange. Sie endete erst als Professor McGonagall um zwei Uhr nachts mit ihrem schottengemusterten Morgenmantel zum Portraitloch herein kletterte und sie alle ins Bett schickte.