Hallo ihr Lieben, es geht weiter. Das folgende Kapitel ist wenig ereignisreich, obwohl es doch recht lang ist. Es gehört nicht zu meinen Favoriten, aber entscheidet selbst. Und vergesst nicht, mir euer Fazit mitzuteilen ;-)
Hexchen: Behalt dir deine Empfehlung wirklich im Hinterkopf, vielleicht wirst du sie an anderer Stelle (und in anderem Zusammenhang) noch brauchen. Mehr verrat ich nicht. schweigt Auf die Alert-Liste? Bist du dir sicher? Dann weißt du immer sofort bescheid, wenn ich zu neuen Untaten einlade ;-) Freut mich aber trotzdem. Lass dich drücken und genieß das Chap.
Lucy the Ripper: Diesmal unangemeldet? Du liebst sie? Was soll ich sagen? Ich auch ;-) Freu dich lieber nicht zu früh auf Weihnachten, es ist noch lange hin. Und Severus hat ja schon gesagt, dass er nicht kommt. Ich gehe davon aus, dass er nach dem Motto „Ein Snape ein Wort" lebt. Aber was weiß ich schon ;-) Genieß bis dahin einfach das nächste Chap. knuddel Viel Spaß.
-crazy-lil-kat: Da bist du ja wieder mein Schatz kat knutscht Ja, im Moment scheint alles Friede, Freude, Eierkuchen zu sein. Aber wir kennen ja das Trio Infernale: Zufall, Schicksal und Morgenwelt seufzt Bleib ruhig auf deiner Wolke liegen, da geht's dir doch gut ;-) So, jetzt nimm flugs die Schoki, die ich extra für dich dem Chap angehängt habe und genieße das Folgende.
attack09: Bengel-der-überlebt-hat-um-von-mir-in-den-arsch-getreten-zu-werden? schnell Notiz macht Wegen ALK und so, du weißt schon ;-)…Wer ist hier Stutenbissig? Ich würde mir mein Erbe auch nicht abnehmen lassen. Schließlich hängt da viel dran. Ich sehe schon, du bist Sirius noch immer nicht ganz grün. Ob ich euch zwei jemals versöhnen kann? Hach, ich kann meine Ader eben nicht immer abdecken. Was soll ich tun? Weiterschreiben, das wäre doch mal was So, lass dich noch mal fest knuddeln und dann kanns auch schon losgehen.
Blue April: Ich bin mir nicht sicher, ob du es schon mal erwähnt hast ;-) Aber ich freu mich wirklich, dass sie dir gefällt. Ja, süß sind sie und werden es wohl auch (erstmal) bleiben….Genieß das nächste Kapitel, es steht ganz im Zeichen der beiden.
Kapitel 12
Extrablatt!! Extrablatt!! Weasley-Zwilling geht packt mit dem Teufel ein!
Am nächsten Morgen zogen Fred und Vic alle Blicke auf sich.
Die größte Sensation des Jahres waren zweifellos der Kriegsheld Harry Potter und die hübsche Ginny Weasley gewesen. Als die beiden ihre Beziehung öffentlich gemacht hatten, brodelte die Gerüchteküche wie selten zuvor in der Geschichte Hogwarts. Neider behaupteten, dass Ginny Harry nur benutzen würde, um berühmt zu werden. Wer konnte besser als Karrieresprungbrett dienen, als der berühmteste Junge der Zaubererwelt? Allen Vorwürfen zum Trotz ließ sich das Paar nicht beirren und genoss ihre junge Liebe.
Das Ron und Lavender sich liebten, hielten die Schüler anfänglich für einen Witz. Sie dachten, Ron wolle seinem legendären Freund nicht nachstehen und war deshalb mit dem mädchenhaftesten Mädchen von Gryffindor zusammen. Schon in den Sommerferien nach dem Krieg waren die beiden liiert und aus dem Witz wurde eine wundersame Beziehung, die nicht jeder verstehen konnte. Ron und Lavender stritten sich oft, nervten einander und versöhnten sich am Ende umso spektakulärer.
Und jetzt sah es auch noch so aus, als hätte sich die Nichte des allseits gefürchteten Zaubertranklehrers den König der Streiche, Fred Weasley, geangelt.
Der schien von dem Geflüster, das in der Großen Halle laut wurde, als er und Vic selbige betraten, nichts mitzubekommen. Laut lachend und scherzend lief er neben seinem Zwilling zum Tisch der Löwen. Victoria, die seine Hand noch fester drückte, als sie die Halle betraten, versuchte, zwischen ihm und Hermine unsichtbar zu werden. Erfolglos.
„Haben diese Klatschbasen nichts Besseres zu tun, als sich das Maul über andere zu zerreißen?" flüsterte sie ihrer Freundin zu und sah aus, als würde man sie gerade an den Galgen führen.
„Anscheinend nicht" antwortete Hermine wenig hilfreich. „Stör dich nicht an denen. In spätestens einem Monat haben sie sich genug über euch ausgelassen. Oder wenn sie ein neues Fressen gefunden haben."
„Würdest du dich mir zuliebe George an den Hals schmeißen?" Die Schwarzhaarige sah Hermine flehend an.
„Nein" lachte die. „Stellt dich nicht so an. Ginny und Lavender mussten da auch durch. Zeig ihnen die Zähne, wozu bist du eine Gryffindor?"
Victoria entwich ein Stöhnen. Es waren nicht so sehr das Gerede oder die abfälligen Blicke, die viele Mädchen, allen voran Marietta Edgecombe, ihr zuwarfen, sondern viel mehr die Tatsache, das Hermine recht hatte.
Jedes neue Paar im Schloss musste sich der blutdurstigen Allgemeinheit stellen und einiges an Gerede über sich ergehen lassen. Und in der Tat war es so gewesen, das es Ginny und Lavender noch schlimmer getroffen hatte. Die beiden waren so dreist gewesen, sich den Auserwählten und dessen besten Freund und Mitkämpfer zu schnappen, was bei den weiblichen Bewohnern auf Neid und Abfälligkeit gestoßen war.
Endlich am Tisch angekommen, wollte Vic zwischen Hermine und Ginny, die sie heute als persönliche Schutzmauer ansah, versinken, Fred aber hatte für sie den Platz zwischen sich und George vorgesehen.
„Nichts da, junge Dame" schalte er sie im Spaß. „Du wirst dich hier her setzten und mich beim essen anhimmeln, wie es sich gehört. Wozu sonst habe ich dich?"
Zur Antwort bekam er nur undeutbares Gemurmel, trotzdem ließ sie sich bereitwillig auf den gedeuteten Stuhl fallen.
„Willst du nicht essen?" fragte Ginny leise. Ihr war aufgefallen, dass ihre Freundin keine Anstalten machte, Nahrung zu sich zu nehmen. Nicht einmal Kaffee trank sie, von dem sie sonst morgens mindestens 3 Tassen inhalierte.
„Kann nicht. Fühl mich beobachtet."
„Na und? Deine Tischmanieren sind besser als die meiner Brüder. Selbst wenn die Anderen dich anstarren, du musst was essen."
Vic schüttelte den Kopf und sah weiter stur geradeaus aus dem Fenster, nur um niemanden ansehen zu müssen.
Ginny war niemand, der schnell aufgab, dass war bekannt. Und sie war die Schwester ihrer Brüder, in erster Linie die von Fred und George.
Sie lehnte sich zu Fred und flüsterte ihm etwas zu. Sein Mundwinkel zog sich nach oben, als er nickte.
Während er sich mit Harry über das Spiel gegen Ravenclam kommenden Sonntag unterhielt, legte er einen Arm um die Hüfte seiner Freundin. Die bekam nicht mit, wie Ginny sich neben ihr in Position setzte und ihrem Bruder ein Zeichen gab.
Erst, als Fred Victoria kitzelte und Ginny die Gelegenheit nutzte, ihr ein Stück Toast in den vor Schrecken geöffneten Mund zu schieben, wurde der jungen Snape bewusst, dass sie wieder einmal Opfer eines Weasley-Streiches geworden war.
Auch wenn die Zwillinge als unangefochtene Meister auf ihrem Gebiet galten, lag Ginny gleich nach ihnen auf Platz zwei.
Victoria hustete und keuchte, hatte sich an einem Krümel verschluckt und versuchte, unter den Tränen des Würgens, Todesblicke zu verteilen.
„Ist sie nicht süß, wenn sie wütend ist" säuselte Fred viel zu laut, sodass die halbe Halle ihn hören konnte.
„Ja" bestätigte George. „Einfach niedlich."
Victoria war nicht fähig, sich zu wehren, allerdings bekam sie unerwartete Hilfe von Demelza Robins. Seit dem Spiel gegen Hufflepuff bahnte sich etwas zwischen ihr und George an, aber sie waren schlau genug, es nicht vor der neugierigen Öffentlichkeit der Schule breitzutreten.
Tadelns gab die Jägerin „ihrem" Zwilling einen Klaps auf den Hinterkopf.
„Ihr seid gemein" sagte sie streng. „Nicht jeder sonnt sich so in der Aufmerksamkeit der kompletten Schule wie ihr."
„Echt nicht?" George tat verwundert.
„Echt nicht."
Victoria lächelte sie dankbar an, als Demelza ihr zuzwinkerte.
„Los Ginny, wir müssen zum Unterricht. Gib deinem Helden noch einen Kuss und komm. Professor McGonagall wartet nicht gerne" rief Demelza dann und erhob sich.
„Ay ay Mam" erwiderte Ginny, gab Harry, wie befohlen, noch einen Kuss und schlenderte dann mit der Kameradin aus der Halle.
„Was haben wir denn jetzt eigentlich, geliebter Zwilling?" erkundigte sich Fred bei seinem Ebenbild.
„Verteidigung bei Remus. Wir können also noch in Ruhe zu Ende frühstücken. Der Wolf ist eben erst gekommen."
„Und schaut mal, wer bei ihm sitzt" kicherte Lavender in typischer Manier.
Tatsächlich saß die junge Aurorin Tonks auf dem Stuhl zwischen Lupin und Dumbledore und unterhielt sich angeregt mit dem Schulleiter.
„Wenn da mal nichts geht, fress ich meinen Besen" sagte Harry grinsend.
„Wenn da mal nichts geht, helf ich dir dabei" bot Vic an. „Die gute Frau ist definitiv zu oft im Schloss, als das ich ihr die Ausrede „wichtige Angelegenheiten für den Orden" weiter abkaufe."
Seit beginn des neuen Schuljahres trafen die Freunde immer öfter auf die hübsche Metamorph-Hexe. Schnell hatten sie Remus als Ziel ihrer Besuche ausgemacht und verfolgten gespannt, wie es sich zwischen den beiden entwickelte.
Als brave Schüler auf einem Internat für Zauberei und Hexerei war der Alltag nicht gerade spannend und man zog sich an Beziehungen, Streitereien und Blamagen regelrecht hoch. Und wenn dann auch noch die ehrenwerten Professoren involviert waren, war der Skandal perfekt.
„Wir müssen dann auch mal" holte Hermine die anderen aus ihren Gedanken über das Privatleben ihres Professors. „Ihr könnt ja bei Professor Binns gleich weiter grübeln, ob da was geht oder nicht."
Hermine hatte sich mittlerweile damit abgefunden, dass sie wohl die einzige Schülerin war, die dem Geist im Unterricht zuhören konnte, ohne einzuschlafen. Deswegen war Geschichte der Zauberei auch das einzige Fach, von dem sie ihre Notizen zur Verfügung stellte.
Harry, Lavender, Victoria und Ron erhoben sich widerwillig unter Hermines penetranten tippen auf die Uhr. Victoria beugte sich zu Fred und gab ihm einen Kuss auf die Wange.
„Bis später" murmelte sie, innerlich schon dabei, sich auf den Gang durch die tuschelnde Menschenmasse vorzubereiten.
„Bis später" sagte auch Fred. „Und denk immer dran: Eine Löwin kennt keine Angst."
Aufmunternd zwinkerte er ihr zu. Demelzas Rüge hatte wohl gefruchtet.
Etwas mutiger, aber immer noch mit flauem Magen, lächelte sie ihm noch mal zu und drehte sich dann zu ihren wartenden Freunden.
Gemeinsam durchschritten sie die Halle und Victoria hatten endlich den Hauch einer Ahnung, wie Harry sich immer fühlen musste, wenn ihn alle anstarrten. Es war einfach schrecklich, im Mittelpunkt der Lästereien zu stehen.
„Was schaust du so?" fachte Lavender hinter ihr. „Irgendwelche Probleme?"
Bevor die Ravenclaw antworten konnte, zog Hermine sie weiter.
„Dass diese Weiber sich auch an allem so hochziehen müssen" schimpfte das sonst immer fröhliche Mädchen. „Die haben schon bei mir und Ronnie so einen Aufstand gemacht."
Das Lavender auch zu den Mädchen gehörte, die sich Stundenlang über die Beziehungen anderer auslassen konnte, erwähnte, ihrer Freundschaft zuliebe, keiner.
Ron legte ihr einen Arm um die Hüfte und sagte:
„Die sind nur neidisch Lav. Reg dich über die nicht auf. Die sind es nicht wert."
„Du weißt immer das richtige zu sagen, wenn ich wütend bin" schwärmte sie und strahlte ihn verliebt an.
„Mir wird schlecht" flüsterte Vic hinter ihnen. „Wenn ich mich jemals so verhalten sollte Mine, prügel mich bitte zur Besinnung."
„Keine Sorge, das werde ich schon von selbst" versicherte die Vertrauensschülerin bissig.
Wie erwartet wollte Geschichte der Zauberei nicht vorbeigehen. Hermine saß inmitten ihrer dösenden Klassenkameraden und war zum ersten Mal in ihrer Karriere als Spitzenschülerin nicht Aufmerksam.
In ihrem Kopf schwirrten Gedanken, die nicht im Entferntesten etwas mit den Aufständen der Zentauren von 1740 zu tun hatten.
Jetzt, wo Vic ihr Singleleben aufgegeben hatte war die schlaue Hexe die einzige ihrem Freundeskreis, die Partnerlos dastand. Nicht, dass sie sich nicht für Vic freute. Wenn Hermine daran dachte, wie lange das schon zwischen ihr und Fred lief, war es höchste Zeit gewesen, endlich Klartext zu reden. Und es störte sie auch nicht, dass alle um sie herum glücklich waren, sie freute sich für jeden Einzelnen ihrer Freunde. Aber sie wollte auch jemanden, an den sie sich anlehnen konnte, jemanden, der sie umarmte und ein Kribbeln in ihrem Bauch dabei auslöste.
Ein leiser Seufzer entfuhr ihr. Wenn sie ehrlich zu sich selbst war, wusste sie gar nicht, wie sich dieses Kribbeln anfühlte. Sie hatte es noch nie gespürt. Nicht bei einem Jungen. Bei seltenen Büchern oder wenn ihr ein schwieriger Zaubertrank besonders gut gelungen war, da hatte sie schon des Öfteren das allseits gepriesene Gefühl der Ekstase verspürt. Als sie mit Roger Davis in einer der dunklen Nischen auf dem Weg in die Kerker „geredet" hatte, war sie zwar Aufgeregt gewesen, aber es hat nicht gekribbelt. Und auch bei den anderen, im Vergleich zu Gleichaltrigen wenigen, Zusammentreffen mit Jungs war das Gefühl nicht aufgekommen.
Wieder ein leiser Seufzer. Es war wirklich arm, dass Bücher und Tränke mehr in ihr auslösen konnten als männliche Wesen. Einmal mehr fragte sie sich, was bei ihr falsch lief.
Es klingelte zum Ende der Stunde und um sie herum wachten die Schüler aus ihrem Dämmerschlaf auf und packten eilig ihre Sachen zusammen.
„Alles klar Mine? Du siehst so verbissen aus?" Harry betrachtete die Freundin von der Seite.
„Was? Ja klar, alles okay. Ich musste mich nur anstrengen, wach zu bleiben." Der Versuch, unbekümmert zu lachen, ging kläglich daneben.
„Ist wirklich alles okay? Du kannst es uns sagen, wenn du was hast, dass weißt du doch."
„Danke Harry, das weiß ich. Aber es ist wirklich alles in Ordnung. Und jetzt komm, oder wir kommen zu spät zu Zaubertränke."
„Zaubertränke" dachte Hermine und selbst in ihrem Kopf hörte es sich sarkastisch an. „Vielleicht kribbelt es dann wieder. Es ist eine Schande, dass Snapes Aufgaben mehr in mir auslösen als die Zunge eines Jungen. Hermine, du bist echt nicht normal, wenn Snape die Schmetterlinge in dir aufscheucht."
Victoria hätte nie gedacht, dass DAS mal passieren würde. Hätte ihr DAS jemand unter anderen Umständen prophezeit, hätte sie spontan eine Urschreitherapie vorgeschlagen.
So sehr ihr der Gedanke missfiel, sie konnte es nicht bestreiten.
Victoria Snape, überzeugte Gryffindor und Schlangenhasserin, war froh, gemeinsam mit Slytherin Unterricht zu haben.
Es gab nicht viel Gutes, was man über die Kerkerkinder sagen konnte. Sie waren arrogant, überheblich, selbstverliebt, reinblütig, demütigten mit vorliebe Schwächere.
Und sie kümmerten sich nur um sich selbst. Eine, wie es Victoria in diesem Moment erschien, beinahe liebenswürdige Eigenschaft.
Ein Slytherin interessierte sich nicht dafür, was in den anderen Häusern passierte. Ein Slytherin blieb bei seinesgleichen.
Die Schlangen hatten bei Leibe genug mit ihren internen Machtspielchen, den eigenen Intrigen und Komplotten zu tun. Für den neusten Klatsch und Tratsch blieb da keine Zeit.
Und es war ihnen verdammt noch mal egal, welches unwürdige Subjekt sich mit welchem Wiesel eingelassen hatte. Erstens gab es sowieso zu viele Rothaarige Muggelfreunde, als das man jeden im Auge behalten konnte und zweitens war es nicht relevant, wenn nicht mindestens ein Slytherin involviert war.
Als das neue Pärchen am Morgen die Halle betreten hatte, hatten sich Pansy und Millicent nur zu einem angewiderten Blick herab gelassen. Nicht eine Beschimpfung verließ ihre Münder, die komplette Doppelstunde konzentrierten sie sich einzig auf den Felix-Felicis-Trank.
Und Vic war ihnen unendlich dankbar dafür.
In Geschichte der Zauberei war sie für die beiden Hufflepuff, die direkt hinter ihr saßen, so interessant gewesen, dass die beiden Tratschtanten glatt vergessen hatten, einzuschlafen.
Doch jetzt, im Kreise der Schlangen, war der Schwarzhaarigen herrliche Ignoranz vergönnt.
„Ich warne Sie nur einmal" hallte die schneidende Unterrichtsstimme von Severus durch die Klasse. „Sollten Sie auch nur einen Tropfen des Trankes in Ihren Kesseln behalten, werden Sie bis zu Ihrem Abschluss nachsitzen."
Der größte Teil der Stunde verlief verdächtig gut. Hermine überlegte schon, ob sie eventuell zu viel der Dämpfe eingeatmet hatte, bisher hatte Snape sie nicht mal angebrüllt.
„Was, Miss Snape, denken Sie, was Sie da machen?" polterte der Professor mitten in Hermines Gedanken rein.
„Ich schneide die Mondscheinwurzel Professor" antwortete „Miss Snape" höfflich.
„Sie schneiden sie nicht, Sie verstümmeln sie" giftete er. „Sind Sie nicht mal fähig, die einfachsten Anweisungen zu befolgen? Holen Sie sich eine neue Wurzel und dann probieren Sie es noch mal. 5 Punkte von Gryffindor wegen Verschwendung von Unterrichtsmaterialien."
Zerknirscht folgte die Hexe der Anweisung ihres Onkels und ignorierte das hämische Grinsen seiner Schützlinge. Schadenfreude war heute definitiv besser als Lästereien.
Am Ende der Stunde kratzten die Schüler selbst den kleinsten Tropfen aus ihren Kesseln und brachten die verkorkten Phiolen zu ihrem Lehrer.
Victoria, die nicht sonderlich heiß darauf war, zum Mittagessen in die Große Halle zu gehen, ließ sich Zeit und brachte ihren Trank als letzten zu Snape.
„Gute Arbeit" lobte er leise, als er das flüssige Glück prüfte.
„Danke Sir" antwortete Vic genauso leise.
„Alles in Ordnung bei dir?"
„Was soll sein, Professor?" Sie war überrascht. Sah sie krank aus? Er fragte so gut wie nie, wie es ihr ging.
„Ich weiß, wie reißerisch die Schüler sind. Das ganze Schloss redet von dir und Mr. Weasley."
„Jaaa" sagte sie gedehnt. „Lästerbacken. Die beruhigen sich schon wieder. Aber danke, dass du fragst."
Im Gemeinschaftsraum herrschte entspannende Ruhe. Nur die Sechstklässler hatten frei und brüteten über ihren Hausaufgaben.
Hier und da durchbrachen Bitten nach Tinten, Informationen oder unterdrücktes Fluchen die Stille.
„Was passiert noch mal, wenn der Trank richtig zubereitet wurde?" fragte Ron mit zusammen gekniffenen Augen.
„Tropfen springen aus dem Kessel und wieder hinein. Dabei geht kein Tropfen verloren. Wenn ein Fehler in der Zubereitung unterlaufen ist, landen die Tropfen neben dem Kessel. Der Trank ist dann untauglich und seine Wirkung kehrt sich ins Gegenteil. Der Trinkende wird die ganze Wirkungsdauer über Pech haben" ratterte Hermine die gewünschte Information in Lehrerstimme hinunter.
„Muss der Trank gegen den Uhrzeigersinn oder mit ihm gerührt werden?" wollte Harry wissen.
„Gegen" antwortete Hermine missbilligend. „Hast du eigentlich nichts von dem, was du vor einer knappen Stunde gemacht hast, behalten?"
„Doch, ich wollte nur sicher gehen" sagte Harry schnell. „Nicht, das ich was falsches schreibe."
Das Portrait zum Gemeinschaftsraum krachte auf und ein gehetzter Dean Thomas stolperte durch.
„Ihr werdet nicht glauben, was gerade passiert ist" keuchte er atemlos.
Die Anwesenden zuckten nur mit den Schultern und widmeten sich dann wieder ihrer Arbeit.
„Wollt ihr denn gar nicht wissen, WAS passiert ist?" fragte Dean fassungslos.
„Du hast du selbst gesagt, dass wir es nicht glauben werden" sagte Ron desinteressiert. „Wieso die Mühe machen und es probieren."
„Klugscheißer" giftete der Neuankömmling. „Aber bitte. Dann erzähl ich euch eben nicht, dass Snape Malfoy gerade Nachsitzen aufgedrückt hat."
Siegessicher ließ sich Dean in einen Sessel fallen und grinste in die aufgebrachte Meute.
„Was hat Snape gemacht?" rief Harry ungläubig. „Du lügst."
„Nein, es ist wahr. Ich hab es mit eigenen Ohren gehört. Eine Woche hat das Frettchen bekommen."
Ein Einstimmiges „Halleluja" wurde laut.
„Nicht, dass ich mich nicht freue, aber was zum Teufel hat Malfoy angestellt, dass Snape so ausrastet und einen seiner Lieblinge bestraft." Selbst an den Haarspitzen konnte man sehen, welche Befriedigung Harry empfand.
„Malfoy hat was von dem Felix mitgehen lassen" berichtete Dean. „Snape hat ihn dabei erwischt, wie er Gabbe und Goyle erzählt hat, dass er den Trank vor dem nächsten Quidditsch-Spiel gegen uns kippen will. Die Fledermaus ist so ausgerastet. Malfoy wäre eine Schande für sein Haus und dass er seinen faulen Hintern lieber ins Training bewegen sollte, statt den ganzen Tag sein Spiegelbild anzustarren. Und dann die goldenen Worte."
Hier legte der Erzähler eine kleine Kunstpause ein, um die Spannung zu erhöhen.
„Eine Woche Nachsitzen, Mr. Malfoy. Und 20 Punkte von Slytherin, wegen versuchten Betrugs und weil sie die Ehre ihres Hauses beschmutz haben."
Tosender Applaus ließ den Turm zittern. Es kam höchstens alle Jahrhundertwende einmal vor, dass Slytherin Punkte von ihrem eigenen Hauslehrer abgezogen bekam.
„Und wisst ihr, was das Beste an der Sache ist" freute sich Victoria, nachdem der Freudentaumel einigermaßen nachgelassen hatte.
Hermine machte eine auffordernde Geste.
„Spätestens heute Abend wird das ganze Schloss von Malfoys Blamage reden. Und Fred und ich sind abgeschrieben."
Das Schicksal konnte so gnädig sein.
