Kapitel 12; Rebellierende Teenager

Hogwarts

Harry wachte abrupt auf als er die Emotionen verspürte, die er durch seine Verbindung mit Benjamin bekam. Allerdings waren sie normalerweise nicht so stark. Normalerweise spürte er sie nur, wenn Ben wirklich wütend war und insbesondere, wenn er Eridanus war. Jetzt aller­dings trafen Harry fast alle noch so kleinen Emotionen. Er setzte sich auf und ignorierte das Schwindelgefühl, das ihn umfing, weil er sich zu schnell bewegte und drehte sich dann in der Dunkelheit nach Rechts zu Ben er im Bett gegenüber schlief und einen Albtraum zu haben schien.

Harry kletterte aus dem Bett, ging hinüber und ergriff die Schultern seines älteren Bruders, welche dann mehrmals schüttelte, um ihn aus dem Albtraum zu holen und als dies nicht ge­lang, ging er dazu über, heftiger zu schütteln und schließlich seinen Namen zu rufen. Nichts schien zu funktionieren, selbst Schläge auf die Schulter oder das Ziehen an dem Ohrläppchen, und Harry war physisch zu schwach um ihn aus dem Bett zu werfen, obwohl er bezweifelte das dies funktionieren würde. Es waren bereits fünf Minuten seiner Versuche vergangen, als Ben aufstöhnend endlich erwachte. Harry gelang es mit Mühe, einen frontalen Zusammenstoß ihrer beider Köpfe zu vermeiden.

"Harry?" fragte Ben irritiert. "Was...?"

"Du hattest einen Albtraum." sagte Harry und lehnte sich auf das Bett. Ben erkannte seine Schwäche, weshalb er die Decke zurück schlug und sich auf die Bettkante setzte, bevor er Harry sanft umarmte, so dass dessen Gewicht auf ihm lastete. "Bist du in Ordnung?"

"Ich weiss nicht." sagte Ben zögernd. "Er war so..."

"Real?" fragte Harry bevor Ben zusammen zuckte und nickte.

"Oh mein Gott, Mr. Weasley!" rief Ben nun. "Ich habe ihn angegriffen. Ich meine irgend et­was hat ihn angegriffen."

Harry war nun erst überrascht, dann besorgt und dann nachdenklich, bevor er sich so drehte, das er Ben ansehen konnte. "Glaubst du das wir es irgend jemand sagen müssen?"

"Sie werden glauben..."

"Das du wahnsinnig bist?" fragte Harry als Ben inne hielt. "Wen stört das?"

"Du hast Recht." sagte Ben und nickte, bevor er Harry aufhalf und selbst aufstand. Die Art, wie Ben fast schon unwillkürlich sicherstellte, das Harry sich im Gleichgewicht befand und sicher stand, führte dazu das Harry lächeln musste, der dies sah und ihm sanft einen Kuss gab, wodurch Harry wieder daran erinnert wurde, das er deutlich kleiner war als Ben. "Wir müssen es Dumbledore sagen." sagte Ben und nickte, bevor er sich anzog.

Harry zog sich ebenfalls an, aber während er dies tat, sagte er noch etwas. "Dir ist klar, das die Tür verschlossen ist damit ich nicht fliehen kann?" Ben zögerte und seufzte dann. "Und Mum und Dad haben es dir nur erlaubt, hier zu schlafen, weil du ihnen deinen Zauberstab ge­geben hast."

"Wie bist du heute Morgen aus dem Raum gekommen?" fragte Ben.

"Ich denke ich schaffe es auch jetzt." sagte Harry nickend und zog sich seine Jacke und die Schuhe an und schloss die Jacke um eine Auskühlung zu vermeiden. Das er sich permanent kalt fühlte und das Zittern seiner Hände waren die deutlichsten Zeichen seiner Krankheit.

"Lass uns losgehen." sagte Ben und ergriff seine Hand um ihn mehr oder weniger zur Tür zu ziehen. Harry konzentrierte sich kurz und eine Flammenkugel erschien vor ihm, welche Ben's Hand umkreiste, ohne ihm zu schaden, da sie ihn als seinen Zwilling, seine andere Hälfte so­zusagen, zu erkennen schien. Er griff nach der Tür und obwohl es nicht so leicht war wie zu­vor, so gab die Magie, welche die Tür verschloss doch kurz darauf nach und Ben griff nach dem Türknauf und öffnete sie, bevor er Harry angrinste.

Sie gingen nun zum Büro des Schulleiters und zwar so schnell wie möglich, und dort flüsterte Ben das Passwort damit der Gargoyle den Weg freigab. Nun zog Ben Harry fast die Treppen hinauf, obwohl Harry sich nicht darüber beschweren konnte, das Ben jemanden warnen woll­te. Harry sah sich im Büro um, während Ben nach dem Direktor rief und er erblickte Fawkes, welcher ihn beobachtete. Harry wandte sich kurz darauf wieder ab und setzte sich auf eine ge­polsterte Fensterbank um sich nach den vielen Treppen und Gängen ausruhen konnte.

Ben sah kurz zu ihm, bevor er um den Schreibtisch herum lief und dann die Treppen zum Schlafbereich von Dumbledore hinauf rannte. Harry hörte das flattern von Federn und sah zu Fawkes der gerade zu ihm herüber geflogen kam. Harry lehnte sich zurück und Fawkes lande­te auf seinem Schoss, wobei er sein linkes Bein als Landeplatz wählte. Harry legte fast schon automatisch seine linke Hand auf den Rücken von Fawkes und begann ihn sanft zu streicheln, denn er wusste aus eigener Erfahrung, wo ein Phönix es genoss, gestreichelt zu werden.

"Weiss Dumbledore was das Armband mir antut?" flüsterte Harry, denn er wusste, das der Phönix ihn durchaus verstand. Fawkes sah ihn an und nickte.

"Er weiss das es meine Animagusform blockiert?" fragte Harry zögernd, und Fawkes nickte erneut.

"Aber wozu der Block? Was ist der Grund dazu?" sagte Harry nachdenklich. "Es wird mich umbringen."

Fawkes streckte seinen Kopf unter den von Harry und schon dessen Kopf sanft wieder nach oben, bevor er ihm in die Augen sah und den Kopf schüttelte. "Was?" fragte Harry zögernd, bevor es ihm klar wurde. "Er weiss, das dieses Armband die Animagusform blockiert, aber er weiss nicht das es mir Probleme bereitet." Fawkes nickte nun sehr deutlich und Harry seufzte. "Also tötet er mich unabsichtlich."

Fawkes versuchte ihn durch ein Trillern aufzumuntern, aber Harry wusste einfach nicht wes­halb und konnte ihn auch derzeit nicht danach fragen, denn in diesem Moment kam Ben die Treppen, gefolgt von Dumbledore wieder herunter. Ben erzählte Dumbledore gerade von sei­nem Albtraum, und war gerade fertig geworden, als Dumbledore Harry und Fawkes erblickte.

"Ah, Harry, wie ich sehe hast du Fawkes entdeckt." Sagte Dumbledore mit glitzernden Au­gen, aber Harry ignorierte ihn einfach und begann Fawkes wieder zu streicheln. Dumbledore akzeptierte sein Verhalten und ging zu seinem Kamin hinüber, wo er etwas Pulver nahm und es ins Feuer warf, bevor er den Kopf hinein steckte. Ben lief auf und ab, bis Harry seine Hand hob und Ben seufzend herüber kam und sich neben ihn setzte. Harry legte seinen Kopf auf Ben's Schulter und schloss, während er Fawkes weiter streichelte, die Augen, als wenn er gleich einschlafen würde.

Dumbledore nahm kurz darauf den Kopf wieder aus dem Feuer und drehte sich um, als Harry seine Augen öffnete, obwohl er seinen Kopf nicht anhob. "Vielleicht sollten wir dich wieder ins Bett bringen, Harry, du bist müde."

"Vergessen sie es." sagte Ben direkt heraus, und Fawkes gab ein zustimmendes Trillern von sich.

"Ich mache mir nur Sorgen das du die Aufmerksamkeit bekommst, die du brauchst." sagte Dumbledore.

"Bei allem Respekt, Direktor. Sie hatten ihre Chance auf Harry zu achten, und sie und meine Eltern haben dabei massiv versagt." sagte Ben. "Und jetzt werde ich mich um ihn kümmern und sie halten sich heraus!"

Harry hob nur seinen Kopf und sah Ben überrascht an. Es überraschte ihn nicht was er gesagt hatte, sonder nur die Wut in seiner Stimme. Diese war deutlicher zu hören gewesen als eigent­lich nötig, aber Ben begann so oder so langsam die Nerven zu verlieren, genauer gesagt seit dem er im September wieder in die Schule zurückgekehrt war. Dumbledore schaute beide irri­tiert an, bevor er sich wieder setzte. "Ich denke es ist das beste wenn du für den Rest der Feri­en nach Hause zurückkehrst, Ben. Ich habe bereits mit deinen Eltern gesprochen und sie war­ten auf dich. Es ist ja eindeutig, das Harry im Krankenflügel bleiben muss bis wir einen Zau­bertrank finden, der seine Anfälle ohne Schäden für ihn unterbindet."

"Es gibt keinen." sagte Ben. "Das hat er bereits mehrmals gesagt, deshalb benötigt er seine Muggelmedizin!"

"Und das wird derzeit mit dem Schulrat geklärt." sagte Dumbledore.

"Und abgesehen davon wird Harry mich definitiv begleiten." sagte Ben.

"Ich denke nicht das dies in seinem Interesse wäre." meinte Dumbledore. "Wenn er hier bleibt, dann befindet sich unter permanenter Kontrolle von Madam Pomfrey und er kann sich schon vor Schulbeginn an die Schule gewöhnen."

Harry drückte Fawkes leicht mit der Hand und der Phönix erhob sich in die Luft und flog zu seiner Stange zurück, während Harry aufstand und Ben es ihm gleich tat. Er sah Dumbledore mit eindeutiger Wut in den Augen an. "ENTFERNEN SIE ES!" sprach Harry das erste mal, seit Dumbledore eingetroffen war, und es überraschte Dumbledore, wie schwach Harry doch klang. Harry war so voller Wut gewesen als sie ihn gefangen hatten das diese ihm eine gewis­se Stärke verliehen hatte. Jetzt allerdings war er so müde, das seine Stimme sehr schwach klang. Ben und Damien hatten sich daran gewöhnt, aber es überraschte noch immer alle ande­ren.

"Das kann ich nicht mein Junge. Es dient nur deiner Sicherheit!" sagte Dumbledore in einem Tonfall, als wenn dies das offensichtlichste der Welt wäre.

"Ich werde Ben begleiten und ich möchte sie erst wiedersehen, wenn sie mir die Erlaubnis für meine Medizin bringen wollen!" sagte Harry mit ruhiger Stimme und drehte sich zur Tür um. Ben folgte ihm direkt und hielt ihn im Flur auf, wo er ihn umarmte und Harry spürte die Trä­nen auf seinen Wangen, die von Ben stammten und ergriff dessen Hände kurz. "Es wird schon gut gehen Benji."

"Woher weisst du das so genau?" fragte Ben.

"Denn egal wie lange ich noch habe, so weiss ich doch das ich die Zeit mit dir verbringen kann und mehr wollte ich nie." sagte Harry.

Sie gingen in den Krankenflügel zurück wo Poppy bereits aufgeregt herum lief. Sie war scheinbar gekommen um nach ihm zu sehen und hatte bemerkt das er fort war und hatte den Direktor informiert. "Albus sagte mir das du dir in den Kopf gesetzt hast, nach Hause zu ge­hen." sagte Poppy und Harry nickte nur. "Ich wüsste nicht das es dir dort besser ginge als hier."

"Ich bin aber dort bei Cacia und Crissy." sagte Harry direkt heraus und ihr Gesichtsausdruck veränderte sich direkt. "Ich werde sie nur noch sehr selten sehen wenn ich wieder den Rest des Jahres hier gefangen bin. Also bitte!"

"Das verstehe ich." sagte sie nickend. "Ich froh das du gehen kannst, aber nur unter der Be­dingung, das jemand mir sofort Bescheid gibt, wenn du eine Attacke hast und mir derjenige umgehend mögliche Veränderungen mitteilt."

Poppy stellte noch sicher, das Harry genügend Tränke bei sich hatte, damit sie bis zum Ferie­nende reichten und versprach weiterhin sich um seine Medizin zu bemühen, bevor sie ihnen das Flohpulver gab und beide über den Kamin auf der Krankenstation nach Potter Manor reis­ten.

Harry kam direkt nach Ben aus dem Kamin gestolpert und wäre dabei beinahe gestürzt, wenn Ben ihn nicht aufgefangen hätte. Er richtete sich langsam wieder auf und Ben half ihm dabei, während sich Harry umsah. Es war das erstaunlich gut reparierte Wohnzimmer. Überall im Raum waren Anzeichen für die Weihnachtsfeierlichkeiten verteilt, aber Harry wusste, das Ben nur wenig Zeit hier verbracht hatte und statt dessen die meiste Zeit des Tages gemeinsam mit Damien bei Harry gewesen war.

"Ben." sagte James und Harry wandte sich den beiden Erwachsenen zu. "Harry. Weiss Dumb­ledore das du nicht im Krankenflügel bist?"

"Seit wann entscheidet Dumbledore was mit meinem Leben geschieht?" sagte Harry mit kal­ter Stimme. "Das war früher eure Aufgabe, aber jetzt ist es einzig und alleine meine. Ich habe mich gegen Hogwarts entschieden, aber ich werde es tun, damit ich bei Ben und Damy sein kann, aber ich werde mit Sicherheit nicht die Woche damit verbringen dort in der Krankensta­tion zu versauern."

"Vielleicht wäre es das beste gewesen damit du dich erholen kannst?" fragte Lily. "Poppy kann sich am besten um dich kümmern."

"Seit wann ist es euch so wichtig, nach mir zu sehen?" fragte Harry nun. "Bisher war es doch eure wichtigste Aufgabe Ben zu beschützen. Ihr habt mich aufgegeben und ihr habt den Scha­den zu begrenzen versucht. Und das hat damals nicht funktioniert und wird es auch jetzt nicht!"

"Und wenn ihr uns wieder zu trennen versucht, werden wir das verhindern." sagte Ben leise. "Versucht es, Mum und Dad, und ich würde mit Harry verschwinden."

"Ihr würdet fortlaufen?" fragte James geschockt.

"Harry ist mein Zwillingsbruder und ich liebe ihn von ganzem Herzen. Er ist mir immer wich­tiger als meine Eltern." sagte Ben und Harry konnte die erkennen wie er immer wütender wurde, weshalb er seinen Bruder sanft am Arm berührte, um ihn auch erfolgreich zu beruhi­gen.

"Ich verstehe das ihr den Versuch aufgegeben habt, mich zu heilen." sagte Harry nun. "Aber ich verstehe nicht wieso ihr es aufgegeben habt, euch mich zu kümmern und zu sorgen. Wenn ich sterben würde, dann hättet ihr mir wenigstens zeigen können, das es euch berührt."

Lily schnappte bei Harry's Worten geschockt nach Luft und Harry sah die Tränen in ihren Augen. Gleiches traf auch auf James zu. "Harry..." begann sie. "Wir wollten nur das Beste für..."

"Ben und Damy?" beendete Harry den Satz. "Dachtet ihr wirklich das es irgend etwas ge­bracht hätte? Ihr hättet akzeptieren sollen, das Ben so viel Zeit wie nur irgend möglich mit mir verbringen wollte, bevor ich sterbe."

"Wir wussten was geschehen würde, wenn ein Zwilling stirbt, insbesondere in Folge einer Krankheit wie deiner." sagte James. "Wir mussten Ben so gut wie irgend möglich davor be­schützen."

"Keiner von euch hat einen Zwilling." sagte Ben nun. "Ihr werdet es niemals verstehen."

"Nein das werden wir wohl nicht und wir waren noch sehr jung." sagte James zu seinen ältes­ten Söhnen. "Heute wissen wir es besser."

"Ihr wollt mich also wirklich wie euren Sohn behandeln?" fragte Harry.

"Natürlich wollen wir das." sagte Lily. "Du warst immer unser Sohn und wird es auch immer bleiben."

"Aber ich erkenne es in euren Augen!" schrie Harry nun fast. "Ihr verschließt wieder eure Au­gen davor wie schwach ich bin. Ihr könnt mir nicht helfen und das wisst ihr. Ich werde ster­ben, aber ich möchte mein eigenes Leben wieder zurück, und das bedeutet mit meinen Brü­dern und Schwestern, und ich werde nicht zulassen, das ihr, oder sie, Dumbledore dies zu ver­hindern versuchen!"

"Harry du musst dich beruhigen." sagte James als wenn Harry einfach nur wütend sei.

Harry starrte ihn nur wütend an und seine Aura wurde derart deutlich sichtbar, das drei der Ti­sche im Raum zu schweben begannen und durch den Raum wirbelten. "Ich bin kein Kind das du herum befehligen kannst, James." knurrte Harry, und erkannte nun den Schock, als er den Vornamen seines Vaters verwendete. "Behandelt mich so wie ihr Ben behandeln würdet, oder sprecht mich nicht mehr an."

"Harry..." sagte Ben flüsternd und berührte ihn trotz der Aura sanft, was seine Eltern doch überraschte. Harry sah ihn an und beruhigte sich, so das auch seine Aura wieder verschwand.

"Können wir jetzt gehen?" fragte Harry seinen Bruder, der nickte und beide verließen den Raum und gingen hinauf in Ben's Zimmer. Es sah genauso aus wie vor seinem Besuch in Hogwarts und Harry saß auf dem Bett, mit Tränen im Gesicht.

"Harry?" fragte Ben und kniete sich vor Harry. "Geht es dir gut?"

"Wieso kann ich nicht normal sein?" fragte Harry seinen Bruder.

Ben umarmte ihn und Harry schüttelte sich während er gegen ihn gelehnt weinte. "Ich denke, wenn du normal wärst, würde ich dich noch immer lieben, aber es wäre etwas komplizierter." sagte Ben und Harry konnte nicht anders als zu kichern.

"Wie spät ist es?" fragte Harry nun, und hatte Probleme seine Augen offen zu halten.

"Knapp sechs Uhr morgens." sagte Ben. "Ich kann aber nicht mehr schlafen."

Harry sah zum Bett, aber wenn Ben nicht schlafen würde, dann würde er auch Harry nur wach halten. "Ich werde mich dann wohl etwas in Damy's Raum schlafen legen."

"Ich könnte mich hinlegen und ruhig liegen bleiben." sagte Ben.

"Aber das würde dir nicht gelingen." sagte Harry seufzend und stand mühsam auf. "Es ist schon in Ordnung, Ben. Es stört mich nicht."

Mit diesen Worten ergriff Harry seine Jacke, die Schuhe, die Socken und das T-Shirt sowie die Jeans und ging durch das Badezimmer in Damy's Zimmer. Sein CD-Player war auf Be­reitschaft und das schwache Leuchten an der Vorderseite reichte Harry um das Bett zu finden, auf dem auch Damien lag. Harry kletterte unter die Bettdecke, wobei er versuchte ihn nicht zu wecken, drehte sich dann um und legte den Arm um seinen schlafenden Bruder, bevor er sei­nen Kopf auf dessen Bauch legte. Damien atmete tief ein, als er wach wurde und erblickte Harry. "Benji?" fragte Damien bevor er erkannte, das Ben deutlich grösser war als Harry. "Harry?" Harry nickte und Damien umarmte ihn sanft, sodass sich Harry etwas entspannte.

"Benji geht einfach nicht schlafen und ich bin einfach nur müde." sagte Harry. Damien ki­cherte leicht, legte sich dann aber wieder hin, und beide schliefen bald darauf ein.

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Zwei Tage später

Nachdem Harry's Anwesenheit deutlich geworden war, weigerte sich Ben, seine Freunde zu besuchen und obwohl Harry dieses Ereignis sehr bedauerte, so hatte er wenigstens in diesem Fall einen guten Grund für das Verhalten ihnen gegenüber. Er hatte noch eine Woche die er in Ruhe mit Ben, Damien, Acacia und Crisanta verbringen konnte, und in den nächsten beiden Tagen verbrachte er jede freie Minute bei ihnen.

Es geschah wie so oft, wenn Harry es nicht erwartete. Und wie so oft hatte er es wieder ein­mal vergessen, aber was schlimmer war, es geschah, als er gerade seinen Schwestern eine Gute-Nacht-Geschichte vorlas. Er war mit der Geschichte gut zur Hälfte fertig, wobei beide an einer seiner Seiten saß und das auf Acacia's Bett, als ihm auf einmal die Luft weg zublei­ben schien und ihm schwindlig wurde. Nach wenigen Sekunden traf ihn der Schmerz und das Buch das er hielt glitt ihm aus den Händen.

Er konnte es nicht zulassen, das Acacia und Crisanta ihn während einer solchen Attacke sa­hen. Sie konnten ihren älteren Bruder einfach nicht dabei sehen, jemanden den sie erst kurze Zeit kannten, wie er solche Schmerzen erlitt. Er krabbelte zur Kante des Bettes hinüber und überraschte beide damit, aber er ignorierte sie und ging so schnell wie möglich in den Flur hinaus. Es gelang ihm noch die Tür zu schließen, bevor der Schmerz einsetzte und er nach Luft schnappen musste.

"Ben!" sagte er schwach stöhnend, aber wusste, das Ben und Damien in Ben's Zimmer waren und er lehnte sich an die Wand und suchte nach den Aphet-Zaubertränken in seiner Tasche. Es gelang ihm eine zu entkorken, aber die Flasche glitt ihm aus den Fingern und fiel zu Bo­den, so das der Trank sich über selbigen verteilte. Er suchte nach einer zweiten, aber er fand sie nicht, bevor der Schmerz ihn übermannte.

Das einzigste woran er denken konnte, während sich seine Sicht verdunkelte, war das wenigs­tens Acacia und Crisanta in ihrem Zimmer geblieben waren anstatt ihm zu folgen. Er stützte seine zitternden Hände auf den Boden und versuchte aufzustehen, aber er glitt wieder hinab, als der Schmerz erneut zurück kam. Dann spürte er auf einmal, wie ihm jemand aufhalf und er sah, wie ihm jemand der grösser als Ben war half. Er hatte nun seine letzte Energie verbraucht und sein Vater trug ihn in hinüber, während er eine Nachricht per Patronus an seinen ältesten Sohn schickte.

Er musste nicht weit gehen, genauer gesagt nur um eine Ecke, bevor Ben in Sicht kam, kurz auf Harry sah und dann geschockt auf seinen Vater zulief, um diesem zu helfen. Ben hatte zwar den Schmerz durch ihre Verbindung gespürt aber dieser war eindeutig heftiger als der normale, weshalb er Damien angewiesen hatte, die Heilerin der Schule zu rufen, während er selbst los lief. James wiederum hatte das Fallen der Ampulle gehört und war in diese Rich­tung gegangen, nur um seinen vermissten Sohn an der Wand des Zimmers der Mädchen leh­nend vorzufinden. Anfangs hatte er nicht gewusst was er tun sollte, aber wenn jemand etwas wusste, dann war es Ben, weshalb er sich dazu entschloss ihn aus dem Zimmer zu tragen, so dass Acacia und Crisanta nichts davon mitbekommen würden.

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Fünf Tage später

Harry erwachte und bemerkte das er nicht alleine war. Er lag im Bett von Ben und das Licht auf dem Schreibtisch brannte, allerdings saß dort nicht Ben sondern seine Mutter. Sie ging ei­nige Berichte durch und als Harry herüber sah, blätterte sie gerade um. Er sah zur Seite auf die kleine Digitaluhr auf Ben's Nachttisch und sie zeigte ihm, das es Mittags, am dritten Janu­ar war. Morgen würde er gemeinsam mit Ben und Damien in die Schule zurückkehren, aber er konnte noch immer nur mühsam seinen Kopf heben. Er wusste aber, das er seine Energie rela­tiv schnell wieder zurückgewinnen würde, und er abends wieder alleine Laufen würde kön­nen.

"Wieso bist du hier?" fragte Harry plötzlich seine Mutter. Sie schrie fast vor Überraschung auf und drehte sich zu ihm um, und war binnen Sekunden aufgestanden und an seinem Bett, um seine Stirn abzutasten.

"Du frierst." sagte sie.

"Es ist normal, das ich so kalt bin." sagte Harry und bewegte den Kopf damit sie die Hand fort nahm. "Während der Phasen habe ich leichtes Fieber, weshalb ich in der Regel 2 bis 3 Grad geringere Temperatur habe als normal. Wo ist Benji?"

"Er reiste in die Winkelgasse, gemeinsam mit Damien, um sich mit Ron und Hermine zu tref­fen und die Sachen für das Schuljahr zu besorgen, und um dir deine Ausrüstung und deine Uniform zu besorgen." sagte Lily.

"Ich werde sicher keine Uniform tragen." sagte Harry. "Wenn ich schon dort hin muss, damit Dumbledore mich überwachen kann, dann werde ich das tragen was ich möchte."

Lily seufzte, musste dann aber kichern, und Harry starrte sie an, als wenn sie ihren Verstand verloren hätte. "Ich hätte nie gedacht, das du derart wie Ben klingen würdest." Das kichern endete nun und sie seufzte traurig. "Ben sagte das selbe und sagte uns auch, das er dir keine Schuluniform besorgen würde."

"Bekamen Cacia und Crissy den Angriff mit?" fragte Harry und seine Stimme klang ernst ge­nug, um Lily's Aufmerksamkeit zu erregen, und es schmerzte sie im Herzen, so wie damals als sie eine Trennung zwischen Ben und Harry zu erzwingen versucht hatten, als sie erkann­ten, das er sterben würde, egal was sie versuchten. Aber es hatte nicht funktioniert und sie hat­ten aus diesem Fehler vor langer Zeit lernen müssen. Aber sie wusste trotzdem, das Harry sterben würde und es immer noch nichts gab, was sie dagegen tun konnten, und es machte ihr Sorgen was es ihrer Familie antun würde. Wie Harry so lange überlebt hatte, war noch immer ein ungeklärtes Rätsel, insbesondere für Dumbledore, der ihnen befohlen hatte, ihm alles zu sagen, wo Harry sagte, das er gewesen sei und was er getan hatte.

"Sie haben erkannt das etwas nicht in Ordnung war, aber sie dachten, das du nur wieder Krank würdest, weshalb sie dir nicht gefolgt sind." sagte Lily und griff nach seiner Hand, aber Harry zog sie fort und steckte sie unter die Decke. Sie stand nun auf. "Ich weiss instinktiv, das ich dich nicht um Vergebung bitten kann für das was wir dir angetan haben. Wir dachten, das wir das einzigst beste für Ben und Damien tun würden, aber jetzt ist und klar geworden wie falsch wir damit lagen, aber auch das kann nichts an den Dingen ändern, die passiert sind und die geschehen werden. Aber Harry, es gab keinen Tag, an dem ich mir nicht gewünscht hätte, das die Dinge anders gelaufen wären."

"Ihr wollt das ich alles vergangene vergesse und neu anfange?" fragte Harry direkt heraus, be­vor sie durch die Tür gehen konnte. Sie hielt inne, aber sie schien zu ahnen, das sie besser nicht auf die Frage eingehen sollte, so das sie nur mit dem Rücken zu ihm da stand. "Das kann ich nicht und ihr solltet es nicht von mir verlangen." Sie nickte zögernd und Harry war wieder alleine.

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King's Cross Station

Harry kam nun aus dem Kamin gestolpert und er spürte wie ihn jemand auffing. Er konnte es aber nicht vermeiden, einen Teil seines Gewichts auf die Person zu verlagern, richtete sich aber nachdem er sein Gleichgewicht wiedergefunden hatte wieder richtig auf und er erkannte das ihm sein Vater geholfen hatte. Er murmelte ein leises „Danke" bevor er sich suchend nach Ben um sah, der direkt nach Harry angekommen war und Harry's Koffer bei sich hatte. Ben biss sich kurz auf die Lippen und vermied einen Kommentar auf der noch leeren Plattform. Sie waren früher eingetroffen damit Harry nicht durch die Menge musste. Gemeinsam fanden Ben, Damien und Harry kurz darauf ein Abteil und James half ihnen bei dem Verstauen des Gepäcks, namentlich eines Koffers sowie zweier Taschen, gefolgt von zwei Eulenkäfigen, be­vor Ben und Damien ihn umarmten.

Harry saß einfach im Abteil, während James die beiden darauf ein schwor, auf ihn zu achten und ihrem Glauben und Gewissen treu zu bleiben, und wenige Minuten später stiegen Ben und Damien ebenfalls in den Zug und schlossen die Einstiegstür, bevor sie sich setzten. "Dies wird ein sehr langes Schuljahr." sagte Ben seufzend.

"Wenigstens werden wir das Vergnügen haben, alle beobachten zu können, wenn Harry heute Abend eingeteilt wird." sagte Damien lachend.

"Wie witzig." sagte Harry brummend und Damien grinste ihn an, bevor er aufstand und sich neben ihn setzte. Harry entspannte sich nun leicht und lehnte sich vom Fenster abgewandt leicht an ihn, während Ben die eintreffenden Leute beobachtete, und dabei nach Ron und Her­mine suchte. "Was werden wir wegen Eridanus sagen?"

"Nun, es ist nicht so als wenn wir ihnen die Wahrheit sagen könnten." sagte Ben. "Wir sagen einfach das wir ihn das letzte Mal bei dem Versuch sahen, die Todesser von uns abzulenken. Wir haben ja Mum und Dad bereits gesagt, das Eri derjenige war, der dich in das Haus brach­te in dem Ver­such uns zu helfen."

Harry brummte zustimmend, als Ben aufsah und die Tür öffnete. "Ron! 'Mine!" Harry nahm seine Füße vom Boden hoch als Ben anfing zu schreien, und legte sie so das er eher klein wirkte. Damien ergriff helfend seinen Arm da er wusste, was Harry bedrückte, nämlich wie Ron und Hermione auf ihn reagieren würden. Reell gesehen machte sich Harry mehr sorgen darüber, das sie ihn abweisen könnten, und das dies einen Keil zwischen Ben und die beiden treiben würde.

Die beiden bestiegen den Zug und verstauten ihr Gepäck, bevor sie sich auf Ben's Seite der Kabine niederließen und Damien begrüßten, bevor sie ruhig wurden und Harry irritiert an­schauten. Harry beobachtete beide sehr genau und bemerkte, das sie seine Kleidung und sein Aussehen betrachteten. Er trug Muggelkleidung, wohlgemerkt neue Sachen, welche Ben in Muggellondon für ihn gekauft hatte. Ausladende, schwarze Jeans und ein einfaches, schwar­zes T-shirt sowie einer dunkelroten Kappe. Ben hatte die etwas ausladendere Kleidung ge­wählt, da diese Harry's Schwäche mit verdecken würde.

Um es noch zu Toppen trug Harry Turnschuhe, wobei diese Damien's Geburtstagsgeschenk waren, das Phönixamulett um den Hals, und er wusste durchaus, das er dadurch überhaupt nicht in die Magische Bevölkerung passte, selbst wenn man die Muggelgeborenen einbezog.

"Es tut uns Leid!" sagte Hermione. "Bist du neu hier? Ich wusste nicht, das die Schule auch im zweiten Halbjahr neue Schüler aufnimmt."

"Hermine!" unterbrach Ben sie, weshalb beide ihn anschauten, und es war am Ende Ron der irritiert zwischen beiden hin und her sah. Er hatte es vermutlich auch zuerst bemerkt, aber Hermine bemerkte sehr schnell die Ähnlichkeit zwischen beiden und beide schnappten nach Luft. "Darf ich euch Harry vorstellen."

"Hey Ben!" begann Ron, und starrte Harry an, als wenn er ähnlich einem Engel aufgetaucht sei. "Das ist dein Zwillingsbruder!"

"Sehr gut beobachtet, Ron." sagte Damien lachend.

"Er ist doch Tod!" sagte Ron Hermine drehte sich zu ihm um.

"Ron!" Rief sie. "Du kannst nicht einfach solche Dinge sagen."

"Es ist in Ordnung. Ich denke ich werde das noch öfter hören." sagte Harry nun, wodurch sich beide ihm zuwandten. Hermine zögerte nun. "Ihr müsst Ron Weasley und Hermine Granger sein? Ben und Damy haben mir sehr viel über euch erzählt."

"Es ist mir eine Freude dich kennenzulernen, Harry." sagte Hermine und lehnte sich vor, um ihm die Hand zu reichen, wobei Harry diese auch ergriff und sie schüttelte. Während des Schüttelns war allerdings das Armband sichtbar und sie zögerte ob des Anblicks, bevor sie los lies. "Deine Hand ist sehr kalt."

"Er ist normalerweise immer etwas kalt." sagte Ben traurig. "Es ist nur..."

"Es ist was?" fragte Ron nun.

"Wir sprechen nicht gerne darüber." sagte Harry und es dauerte nur wenige Sekunden bis Hermine erkannte was es bedeutete, und sie wirkte nun sehr nachdenklich, aber sie enthielt sich eines Kommentars. Ron hingegen war nicht so klug.

"Wo ist eigentlich Eri, Ben?" fragte Ron plötzlich, als der Zug sich in Bewegung setzte.

"Er verschwand nach dem Todesserangriff." sagte Damien und die beiden Freunde sahen ihn sofort ernst an. "Bitte?"

"Ich denke wir haben vergessen, dies zu erwähnen." murmelte Ben und wurde von seinen Freunden irritiert angeschaut. Harry kicherte nun.

Damien begann nun eine kurze Erklärung und endete damit, wie Eridanus Harry zu ihrer Hilfe geholt hatte, wobei dieser die Todesser durch sein Auftauchen und eingreifen lange genug ab­gelenkt hatte damit der Orden ihnen helfen konnte.

"Du kanntest also Eridanus?" fragte Hermione.

"Ich kannte ihn aber ich habe ihm den Namen nicht gegeben." sagte Harry. "Das waren Ben und Damy."

"Woher kennst du ihn?" fragte Ron irritiert.

"Du denkst also nicht das er einfach aus dem Nirgendwo erschien oder?" fragte Harry mit ein wenig Sarkasmus in der Stimme. "Es musste doch irgendwo her kommen."

"Aber wo ist er jetzt?" fragte Ron.

"Vermutlich auf irgend einer tropischen Insel." sagte Harry. "Woher soll ich das wissen?"

"Ich frag doch nur." Sagte Ron wütend, aber Ben griff ein, bevor der Streit eskalieren konnte.

"Wie wäre es mit einem Kartenspiel?" fragte Ben.

"Das ist eine gute Idee!" sagte Damien, nahm dann seinen Rucksack auf und holte ein Paket Muggelkarten hervor. Auf Grund von Damien's Bewegung begann Thor mit den Flügeln zu schlagen und hutete.

"Ich denke er möchte hinaus." murmelte Harry, denn er wusste wie Thor und Hedwig reagier­ten, nachdem er sie sich unterhalten gehört hatte, obwohl dies derzeit unmöglich war. Zum Glück war Pig nicht anwesend, um sie zu ärgern.

"Ich denke wir sollten..." sagte Hermione und biss sich auf die Lippe. "Und nebenbei, ist Eri nicht hier um ihm die Schuld zu geben."

"Und sollte mich das stören?" sagte Harry und stand auf und den verlangsamenden Zauber zu brechen, wobei er froh war, das seine Brüder ihm dieses Mal nicht helfen mussten. Er mochte es nicht, immer als schwach erkennbar zu sein. Er öffnete beide Käfige und streichelte beide Eulen, bevor sie zu ihren Eigentümern flogen.

"Du kannst dafür massive Schwierigkeiten bekommen." sagte Hermione.

"Ich bin aber noch kein Schüler." sagte Harry, und da er ahnte, das sie das Armband als etwas erkennen könnte, das niemand freiwillig tragen würde, setzte er sich wieder und sagte. "und nebenbei, hat Dumbledore sich viel zu viel Mühe gegeben, mich nach Hogwarts zu zwingen. Was solle er tun? Mich der Schule verweisen?"

"Du solltest über so etwas keine Scherze machen!" sagte Hermione geschockt. "Wo würdest du sonst etwas über Magie lernen?"

Harry schnaubte nur, was das Mädchen nur noch wütender machte. "Entschuldige Hermine, aber das stört mich nicht wirklich. Und nebenbei weiss ich vermutlich schon mehr über die Magie als ihr zusammen."

"Und du solltest NICHT so über den Direktor reden." Ron schien endlich zu reagieren, als es gegen Dumbledore ging.

"Ron..." begann Ben. "Ich möchte nicht länger zuhören, wie du den Direktor in höchsten Tö­nen lobst und nebenbei, Harry würde dich mit Sicherheit verhexen, wenn du Dumbledore wei­terhin als eine Art Gott darstellst."

Ron starrte seinen besten Freund irritiert an als wenn dieser ihn verraten hätte, aber Damien reagierte wieder im richtigen Moment und begann damit die Karten zu verteilen. Harry, der wusste, dass das Halten der Karten seine Schwäche nur verdeutlichen würde, entschied sich gegen ein Spiel und nahm dafür Thor auf seinen Schoss, wo er diesen zu streicheln begann. Thor schien dies eindeutig nicht zu stören, sondern schien die Streicheleinheiten von Harry zu genießen und er schien auch den leicht zitternden Körper von Harry beruhigen zu wollen.

Als der Zug nun Er zog sie auch an und ergriff dann Ben's Rucksack, den er sich über die Schulter hing. Damien lachte ihn leicht aus, bevor er die beiden Käfige und seinen eigenen Rucksack ergriff. Die Kälte machte Harry doch sehr zu schaffen und er wünschte sich, das er seine warme Jacke bei sich hätte, aber gleichzeitig konnten die Kutschen nicht sehr weit ent­fernt sein, welche sie zum Schloss bringen würden. Kurz darauf bestiegen die fünf eine der Kutschen, aber bevor diese abfahren konnte, stieg noch Ron's jüngere Schwester ein und be­legte den letzten der sechs Plätze.

"Hey!" Begrüßte sie Ben, Hermine und dann Damien grinsend, bevor sie Harry irritiert an­starrte, der zwischen Ben und Damien saß. "Hm?"

"Gin, darf ich dir Ben's Zwillingsbruder vorstellen." sagte Ron plötzlich, weshalb Harry ihn anschaute. Mochte der Junge ihn wirklich nicht?

Sie starrte ihn kurz an und blinzelte kurz. "Ich denke, du wirst dich an diese Reaktion gewöh­nen müssen." sagte Damien scherzhaft zu seinem Bruder.

"Nun, Ron hätte auch freundlicher sein können." sagte Hermine und starrte Ron wütend an.

"Nun, wie erklärt ihr denn den Leuten, das der lange für Tod gehaltene Zwilling von Ben Pot­ter nicht nur noch lebt sondern jetzt auch nach Hogwarts geht?" fragte Ron und sah dabei Ben und Harry an, welche nun ahnten, wieso Ron so wütend war.

"Du bist wirklich beleidigt, weil Ben es dir nicht sagte?" sagte Harry. "Nimm deinen Kopf aus deinem Hintern, Ron, er hielt mich auch bis zum letzten Sommer für Tod!"

Ron zuckte zusammen und Ben starrte seinen Freund ernst an. "Bist du deshalb wütend?"

"Nun, du hättest es uns sagen können." begann Ron. "Wir sind doch deine besten Freunde, und du weisst es schon seit einem halben Jahr!"

"Das ist etwas persönliches, Ron." sagte Ben mit ernster Stimme und zum ersten Mal spürte Harry dessen Wut als Mensch über ihre Verbindung. "Wir sind Zwillinge und ich dachte ich hätte ihn verloren und das vor zehn Jahren. Wenn du mich dafür hasst, das ich ihn für mich haben wollte, und das für ein gutes halbes Jahr, dann tu was du nicht lassen kannst."

"Ben..." begann Hermine. "Du kannst Ron nicht dafür verantwortlich machen das er beleidigt ist. Das ist etwas sehr ernstes. Die Schule wird durchdrehen."

"Streicht das." flüsterte Ginny. "Die Welt wird ausrasten."

"Ich bin wirklich froh, dass das Überleben meines Zwillingsbruders die Welt unterhalten wird." sagte Ben genervt und alle drei sahen ihn überrascht an. "Können wir das Thema bitte beenden?"

"Entschuldige Ben." sagte Hermine und sie ahnte auch, was Ben wirklich belastete. Er wollte nicht, das die Leute Harry anstarrten, insbesondere, wenn er eindeutig noch krank war.

Die Kutsche hielt nun nach ein paar Minuten unruhiger Stille an und die anderen stiegen zu­erst aus, gefolgt von Harry, wobei dieser seine Hände in die Taschen steckte, da es sehr kalt war. Er folgte Ben zum Schloss hinauf, gefolgt von den anderen und alle legten ihre Koffer an einer Wand ab, wo sie diese später nach dem Essen abholen würden. Ben sah sich suchend nach etwas um, vermutlich wegen Harry's Koffer.

"Ich denke, ein Hauself wird es in das Zimmer in dem Haus bringen, wo Harry hin eingeteilt wird." sagte Hermione. "Ist er schon eingeteilt?"

"Laut Mum und Dad wird das gleich geschehen." sagte Damien.

"Es ist mir relativ egal. Wenn ich nicht nach Gryffindor komme, werde ich trotzdem bei Ben bleiben und ihn auch zum Unterricht begleiten." sagte Harry schulterzuckend bevor er inne hielt und rief. "Dobby!"

Ben lachte noch immer als der hyperaktive Hauself, den Eri auch mehrmals erleben durfte, vor ihnen erschien. "Master Benjamin's Bruder!" rief der glücklich grinsend. "Wie kann Dob­by euch helfen?"

"Kannst du bitte meinen Koffer in Ben's Zimmer bringen?" fragte Harry.

"Professor Dumbledore hat angeordnet, das wir den Koffer sofort in das richtige Zimmer von Master Harry bringen müssen, sobald er eingeteilt ist." sagte Dobby nervös.

"Aber dann müssten sie ihn alleine wieder zurück holen." sagte Damien. "Harry wird definitiv in diesem Jahr bei Ben bleiben, egal, wo er eingeteilt wird."

"Professor Dumbledore wird das nicht mögen." sagte Dobby und zog an seinen Ohren.

"Du musst dir darum keine Sorgen machen, Dobby." sagte Harry. "Ich werde Dumbledore sa­gen, das du nur das getan hast worum du gebeten wurdest."

"Master Harry ist ein guter Junge." sagte Dobby nickend. "Ich werde es tun. Ich werde außer­dem ein weiteres Bett in Master Benjamin's Zimmer erschaffen." Sagte er und nickte erneut, schnippte dann mit den Fingern und der Koffer und der Hauself waren verschwunden.

"Du solltest Dobby nicht derart ausnutzen!" sagte Hermione.

"Glaubst du wirklich das ich den Koffer selbst hätte tragen können?" fragte Harry. "Ich wäre nach gut einem Viertel des Weges zusammen gebrochen."

Hermione schien weiter darüber diskutieren zu wollen, aber bevor sie bemerken konnte, das auch Ben den Koffer hätte tragen können, wurden sie von dem Aufruf für das Fest unterbro­chen. Sie betraten die Große Halle und die sechs gingen zum Ende des Gryffindortisches. Dort waren noch sechs neben einander liegende Plätze frei und Ron, Hermione und Ginny setzten sich auf die andere Seite. Obwohl nur wenige Gryffindor Harry bemerkten, und ob seines unbekannten Gesichts und seiner Kleidung zögerten, wurde nichts darüber in der Halle gesagt und es hatte auch niemand bemerkt.

Dumbledore stand nun auf, als er sie eintreten sah und er schien auf sie zu warten. Minerva stand ebenfalls auf und trat mit einem kleinen Hocker sowie dem abgetragenen, alten Spre­chenden Hut vor, so dass alle zu flüstern begannen. "In diesem Schuljahr beginnen wir mit ei­ner eher ungewöhnlichen Mitteilung. Der Rückkehr einer Person, welche wir bis vor kurzem für Tod hielten. Er hat zugestimmt die Schule zu besuchen, und zwar gemeinsam mit seinen Brüdern und ich bitte euch, ihm den nötigen Platz zu lassen, sich einzuleben." sagte Dumble­dore und hob nun eine Hand in Harry's Richtung, so dass alle sich zu ihm umdrehten. "Harry Potter, tritt bitte vor und lass dich in dein Haus einteilen."

"Idiot." murmelte Harry, stand aber auf und trat aus der Sicherheit seines Bruders heraus und ging langsam den Gang zwischen den Tischen hindurch, so dass seine Schwäche nicht direkt auffiel. Die Lautstärke blieb relativ gering, aber mit jedem Schritt gab es immer mehr leise Kommentare in der Halle.

"Wo ist er gewesen?" flüsterte jemand.

"Ich dachte er seit Tod!" sagte einer seiner Nachbarn so laut, das ihn fast alle Tische hören konnten.

"Wirkt er nicht ziemlich krank?" fragte ein Mädchen ihre Freundin.

"Was ist mit der Kleidung?" Mit diesem letzten Kommentar erreichte Harry Minerva und setzte sich auf den Stuhl, während er gleichzeitig seine Kappe abnahm, so dass seine Haare absolut unordentlich lagen. Minerva setzte ihm den Sprechenden Hut auf und Harry seufzte beinahe erleichtert, da er die Gesichter der Schüler nicht mehr sehen musste. Er hörte aber noch immer ihre Stimmen.

"Du bist wirklich einmalig, mein Junge." sagte der Hut nun.

"Es ist mir egal, wofür du dich entscheidest. Ich bleibe auf jedenfall bei Ben." sagte Harry ge­danklich zu dem Hut und dieser kicherte nun.

"Dein Verhalten sollte mich eigentlich nicht überraschen, aber ich sehe trotzdem dein bisheri­ges Leben und deine Geheimnisse, die du verbirgst." sagte der Hut. "Deine Geheimnisse sind allerdings bei mir in sicheren Händen. Und du solltest wissen, das ich bereits einen ähnlichen Fall wie dich erlebt habe. Mein Meister kannte einen Jungen, der die selbe Krankheit hatte."

"Was?" Harry sagte Harry laut, bevor er sich daran erinnerte wo er war. "Was ist passiert?"

"Ich fürchte das deine Krankheit nicht dazu bestimmt ist, geheilt zu werden." Erklärte der Hut.

"Und der Junge vor mir? Er starb daran?" fragte Harry ernst.

"Er entdeckte die selbe Art der Handlungsweise wie du um sein Leben zu verlängern, damit er bei seinen Liebsten bleiben konnte, aber am Ende gewann leider die Krankheit." Sagte der Hut. Harry blieb äußerlich sehr ruhig, aber er ahnte, das der Hut seine Vorstellung eines wei­nenden, trauernden Ben ob seines Todes gesehen hatte. "Der Tod ist nicht immer der letzte Ausweg." Harry sagte hier nichts dazu. "Also dann zur Einteilung? Wie du schon sagtest, es spielt keine Rolle wo ich dich einteile, du wirst so oder so bei deinem Bruder bleiben. Trotz­dem werde ich dich der Form halber einteilen. Du bist kalkulierend genug für die Slytherin, mutig genug für Gryffindor, Loyal genug für Hufflepuff und intelligent genug für Ravenclaw, aber das ist es nicht was hier zählt, sondern was deine Ziele sind. Dein Leben wird davon ge­prägt, das du deine Geschwister beschützen möchtest. Dein eigenes Wohlbefinden ist immer zweitrangig, so das du nicht in Slytherin passt. Du bist definitiv loyal zu deinen Geschwistern, aber dein Antrieb ist nicht nur die Loyalität. Du würdest sofort für sie sterben, aber gleichzei­tig hast du auch Angst vor dem Tod, deshalb passt du auch nicht nach Gryffindor, anders als dein Bruder, der durch sein Handeln im Bezug auf deine Krankheit gerade dort hin passt." Der Hut hielt nun inne und schien eine Lösung zu suchen. "Deine eigenen Wünsche zeigen mir, das du auf Grund deiner Probleme mit der Magie sehr stark auf dein Wissen aufbaust, um deinen Geschwistern helfen zu können, und das ist die wahre Stärke meiner Wahl. Du wirst vielleicht nie wirklich ein echter, aber trotzdem gehörst du nach RAVENCLAW!"

Das letzte Wort des Hutes wurde laut gerufen und es herrschte absolute Stille in der Halle, während Minerva den Hut abnahm. Harry sah sofort zu Ben und dieser lächelte. "Setzen sie sich an den Tisch von Ravenclaw, Mr. Potter." sagte McGonagall nun.

"Das werde ich nicht." sagte Harry ihr und ging wieder zu Ben hinüber. Sobald die Anwesen­den bemerkten, was er tat, begannen die Diskussionen erneut, und das so laut das fast nie­mand mehr sein eigenes Wort verstand, und als Harry sich zwischen Ben und Damien setzte, sah er kurz zu Dumbledore auf, welcher mit einer sehr wütenden Umbridge sprach.

"Du bist erst fünf Minuten hier und hast Umbridge bereits verärgert." sagte Damien lachend.

Dumbledore stand nun auf und alle sahen zu ihm. "Nachdem dies erledigt ist, wünsche ich euch ein angenehmes Abendbrot und ich wünsche ich eine gute Nacht und einen guten Wo­chenanfang."

Das Essen erschien nun auf den Tischen aber Harry war nicht hungrig und aß, abgesehen von etwas Obst nichts, weshalb Ben, Damien und er bald darauf gingen. Sie erreichten gerade die Eingangshalle, als Dumbledore aus einem der Nebenkorridore kam, wobei Harry nicht wuss­te, wo er so schnell her kam.

"Harry, mein Junge." sagte Dumbledore seufzend.

"Also, als erstes ich bin NICHT ihr Junge." sagte Harry wütend. "und zweitens, wagen sie es ja nicht meine Wahl anzuzweifeln. Der Hut hat sie akzeptiert und deshalb bleibe ich bei Ben."

"So gesehen hast du dir jetzt die Aufmerksamkeit von Professor Umbridge zugezogen, welche deinen Bruder so oder so schon hasst." sagte Dumbledore. "Es war mit Sicherheit keine gute Idee, sie derart zu behandeln."

"Wenn sie gerade von Aufmerksamkeit erregen reden, denke ich wird mein Wiederauftau­chen schon genügend dafür sorgen." sagte Harry. "und es interessiert mich nicht was sie denkt. Sie kann gerne versuchen mich hinaus zu werfen, es würde keinen Unterschied für mich machen. Ich denke im Übrigen, das sie jene Dementoren gegen Ben und Damien aus schickte um sie im letzten Sommer aus der Schule werfen zu können."

"Der Patronus stammte von dir?" Dumbledore war nun wirklich geschockt, vermutlich weil Harry sich so nahe befunden hatte, ohne das er etwas davon geahnt hatte. "Und wenn sie Ben ebenfalls aus der Schule wirft?" Er ging nun auf die ursprüngliche Unterhaltung wieder ein.

"Dann haben wir endlich etwas Ruhe." sagte Ben wütend.

"Das mag ja sein, aber ich bin gezwungen, dich zu überwachen." sagte Dumbledore seufzend.

"Mich überwachen?" sagte Harry lachend. "Als wenn ich so ein Stück am Arm benötigen würde. Ich habe es mit meiner Aura überprüft, und es ist ein Gefängnis und das wissen sie auch sehr genau."

"Es ist zu deinem Schutz." sagte Dumbledore als wenn dies eine unnötige Diskussion sei.

"Es ist als wenn sie jemanden in eine luftdicht verschlossene Kiste sperren würden. Es würde sie eine Zeit lang beschützen, aber sie gleichzeitig auch langsam umbringen." sagte Harry wü­tend. "Wo ist mein Zauberstab?" Sagte er und änderte damit das Thema. "Sie können nicht er­warten das ich auf eine magische Schule gehe ohne über einen Zauberstab zu verfügen, und sobald Voldemort hört, das ich wieder da bin, wird er mich zu töten versuchen und ich weige­re mich, das ohne Verteidigungsmöglichkeit hinnehmen zu müssen."

"Ihr Zauberstab ist hier." sagte Dumbledore und holte ihn aus einer seiner Taschen. "Woher stammt der Kern?"

"Sie haben ihn untersucht?" fragte Harry.

"Olivander sagte mir das er ihn nicht herstellte. Wer war es also?" fragte Dumbledore.

"Es sind eine Phönixfeder, Phönixtränen und Blut." sagte Harry obwohl er wusste das Dumb­ledore dies schon wusste.

"Woher haben sie die Phönixfeder und die Tränen?" sagte Dumbledore.

"Lassen sie mich nachdenken, welchen Phönix kennen sie noch neben Fawkes?" sagte Harry wütend. "Sie glauben doch nicht das Eri einfach so aus dem Nirgendwo erschienen ist um Ben und Damien zu beschützen. Er war in meinem Auftrag dort, denn ich traue ihnen nicht zu sie zu beschützen."

"Harry..." sagte Dumbledore seufzend. "Das mag ja sein, aber du hast menschliches Blut da­für verwendet. Gemäß den Gesetzen muss er eigentlich sofort vernichtet werden."

"Es ist mein Blut also ist das egal und er wurde von Nicolas Flamel erstellt, so das es absolut Legal ist."

"Nicolas Flamel?" sagte Dumbledore und wurde weiss im Gesicht.

"Sie wissen gar nicht wie zu tiefst enttäuscht er von ihnen war, als er heraus fand was sie mir antaten, als ich noch ein Kind war." sagte Harry mit scharfem Tonfall, wobei er Ben's Hand an seinem Arm ignorierte, der ihn zu beruhigen versuchte. "Es tut weh oder Dumbledore, aber wenigstens wissen sie jetzt das jemand die Zeit hatte, bei ihnen zu sein, als sie starben."

Dumbledore einzigste Reaktion schien zu sein, ihn fassungslos anzustarren, während Harry seinen Zauberstab holte. "Musste das sein?" fragte Ben. "Es ist nicht nötig, ihn dir zum Feind zu machen."

"Benji." sagte Harry seufzend. "Die einzigsten Personen in diesem Schloss, mit denen ich et­was zu Tun haben möchte, seid ihr beiden und ich weiss das ihr beiden mich, egal wie ich agiere, nicht verlassen werdet."

Damien musste lachen, bevor er einen Arm und Harry's Taille legte, und ihn dann brüderlich beim Aufstieg in den Gemeinschaftsraum von Gryffindor half.

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Es herrschte ernste Stille am nächsten Morgen im Schlafraum der Jungen aus dem fünften Schuljahr, denn das Auftauchen des sechsten Bettes, das für Harry gedacht war, war doch sehr ungewohnt, wenn man die normale Enge zwischen Ben und Harry bedachte. Harry war recht früh aufgewacht, hatte geduscht und sich angezogen, bevor er den Raum Verlies, während die anderen fünf Jungen sich noch anzogen. Er ging in den Gemeinschaftsraum hinunter und war­tete auf Ben und Damien.

Es überraschte ihn das er nicht als erster hier unten war. Dort auf der Couch saßen über ein Pergament gebeugt, die beiden Weasley-Zwillinge, welche Harry bereits als Eridanus kennen gelernt hatte, zuerst im Fuchsbau und dann hier in der Schule. Sie sahen nun auf und ihn an, und sie bekamen große Augen. Harry setzte sich in einen der Stühle neben dem Feuer, aber trotzdem beobachteten ihn die beiden weiter.

"Wir fragen uns..." begann der Eine. Vielleicht war es Fred oder es war George?

"Wieso jemand fortlaufen kann und..." fuhr der andere nun fort.

"Seinen Zwillingsbruder alleine lässt." Beendete der erste den Satz. Harry zögerte kurz aber er wusste das sie dies nicht mit Absicht taten. Acacia und Crisanta taten es ebenfalls gelegent­lich.

"Wir haben gehört du seist Tod." Harry hatte sich abgewandt und er war sich nicht sicher, welcher der beiden gesprochen hatte, aber er sah ob der Trauer in der Stimme doch wieder auf.

"Ihr macht mir Vorwürfe, weil ich fort ging?" fragte Harry.

"Ich kann mir einfach nicht vorstellen, Fred dies anzutun." sagte der, welcher zuerst gespro­chen hatte, der dadurch nun als George erkennbar war.

"Ich ebenfalls nicht." sagte Fred und beide sahen Harry recht interessiert an.

"Ich lag praktisch im Sterben." sagte Harry leise. "Wir waren fünf Jahre alt und Ben opferte jeden Moment seines Lebens um sich um mich zu kümmern. Unsere Eltern..." Harry zuckte zusammen. "Nun sie, gemeinsam mit Remus, Sirius und Dumbledore entschieden, das es am besten sei, sich von mir zu distanzieren, und sie versuchten auch Ben und Damien dazu zu bringen. Ben wäre vor Trauer zusammen gebrochen, wenn er mich weiter so hätte leiden se­hen, und deshalb lief ich fort."

"Um ihm den Schmerz zu ersparen." sagte Fred leicht nickend. "Ich weiss nicht ob ich das könnte, wenn George im Sterben läge. Ich brauche..."

"Ihn." Harry nickte nun. "Ich weiss. Und wir brauchten auch einander, aber immerhin spürten wir immer, das der andere noch am Leben war."

"Ich wusste immer, das er dort draußen irgendwo noch lebt. Zumindest ein Teil von mir wusste dies immer." erklang nun Ben's Stimme, wodurch Harry zusammen zuckte und die drei sahen zu der Treppe hinüber, wo Ben stand. Ben kam nun herüber und setzte sich auf eine der Armlehnen von Harry's Stuhl. Harry lehnte sich unwillkürlich an seine Seite, be­merkte aber das Fred und George ihn wieder beobachteten.

"Wie sich herausstellte, war es gerade meine Flucht, die es mir ermöglichte, mein Leben zu verlängern." sagte Harry ernst.

"Verlängern?" fragte George zögernd. "Du meinst...?"

"Wir möchten bitte nicht darüber reden." sagte Ben.

"Aber ja." Harry nickte nun. "Ich werde mit hoher Wahrscheinlichkeit mit der Zeit sterben."

"Aber du hast etwas getan um so lange zu überleben." sagte Fred zögernd und Harry wusste, das er und Ben in diesen beiden vielleicht die Leute hatten welche ihnen irgendwie helfen wollten und zwar nur um Harry und Ben's Willen und nicht wegen der magischen Welt. Sie verstanden den Schmerz, den sie empfanden und wollten helfen.

"Dumbledore hat einen Aufspürzauber an mir befestigt." sagte Harry den Weasley Zwillingen und sah zu Ben um ihm zu sagen, das er den beiden Rotschöpfen vertraute. "Aber er verhin­dert auch meine Möglichkeit, meine Krankheit im Zaum zu halten."

"Warum sagst du das Dumbledore nicht und es wird entfernt?" fragte George.

"Weil Dumbledore dann wüsste, was Harry tut und er würde seine Freiheit verlieren." sagte Ben, während die Mädchen nun ihre Treppe herab kamen und die vier beendeten ihre Unter­haltung.

"Wir werden uns zusammensetzen und uns dieses Armband ansehen." sagte Fred leise und er­staunlich ernst. "Wir haben mit solchen Dingen Erfahrung und vielleicht können wir dir dabei helfen."

"Vielen Dank." sagte Harry lächelnd, während Damien herunter kam, sie zu suchen schien und herüber gelaufen kam. "Du hast wieder zuviel Zucker gehabt oder?" fragte Harry ihn und Ben lachte nun laut.

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Ihre erste Unterrichtsstunde an diesem Tag war gleichzeitig die am meisten gehasste von Ben, Zaubertränke, und sie begann schon sehr schlecht als Snape sie in den Klassenraum lies und bemerkte, das Harry sich neben Ben setzte. "Dieser Unterricht ist zwischen Gryffindors und Slytherins geteilt, Mr. Potter." sagte Snape nun. "Sie mögen die neueste Berühmtheit von Hogwarts' sein, angesichts ihrer Wiederauferstehung, aber das heißt nicht das sie die Schulre­geln missachten dürfen."

"Wenn ich mich um die Schulregeln kümmern würde, wäre das durchaus korrekt." sagte Har­ry direkt und sah wie Snape's Gesicht immer röter wurde. Der Mann hielt seine Wut eindeutig mühsam unter Kontrolle.

"Ich habe weder die Zeit noch die Geduld mich um Knilche zu kümmern, welche größen­wahnsinnig sind, aber trotzdem werden sie heute Abend um 20 Uhr ihre Strafarbeit absitzen!" sagte Snape bevor er mit dem Unterricht begann.

"Das ist Unfair!" rief Ben bevor Harry ihn aufhalten konnte. "Er hat nichts falsch gemacht!"

"RUHE Mr. Potter." sagte Snape nun. "Halten sie ihren Mund. Sie fallen bereits in dieser Klasse durch also übertreiben sie es nicht." Ben war nun wirklich wütend, aber er hielt sich zurück. "Sie werden heute Abend ihrem lieben Bruder bei der Strafarbeit Gesellschaft leis­ten."

Ben fluchte beinahe als er dies hörte, aber Harry ergriff nur seinen Arm um ihn zu beruhigen und lehnte sich so vor, das Snape ihn trotz seines Vortrages über den Trank den sie brauen sollten, nicht verstehen konnte. "Er suchte nur nach einem Grund um uns Strafarbeiten geben zu können. Du hättest seine Roben küssen können und er hätte trotzdem einen Grund gefun­den. Mum und Dad sagten das er mit dem Okklumentikunterricht für dich beginnen würde, und ich denke er macht es so."

"Trotzdem muss er nicht so ein Arschloch deshalb sein." sagte Ben leise.

Harry seufzte, stand dann aber auf um die Zutaten aus dem Schrank zu holen, welche er für diesen fortgeschrittenen Trank benötigte, den er im übrigen wie im Schlaf brauen konnte. Er musste nicht auf die Anweisungen schauen und er arbeitete nebenbei an seinem Eigenen, während er Ben, Hermine und Ron indirekt half, welche hinter ihnen saßen. Hermine erkannte relativ schnell wie gut Harry wirklich war und begann ihn mit Fragen über fast alle Dinge im Fach Zaubertränke zu befragen. Harry versuchte diese Fragen auch für Ben verständlich zu beantworten, insbesondere was die Zutaten waren und was sie bewirkten und am Ende der zweieinhalb Stunden konnten Hermine, Harry und Ben fast perfekte Tränke vorweisen. Har­ry's war eindeutig der beste, aber das lag eher an seinem Talent für Zaubertränke. Ron's hatte eine leicht andere Farbe aber es war trotzdem alles korrekt. Harry hatte ihn auch viermal dar­an hindern können, den Kessel in die Luft zu sprengen.

Nur zwei anderen Schülern gelang es einen funktionierenden Trank herzustellen, während drei weitere ihre Kessel auf ähnliche Weise wie Ron behandelten. Snape ging kurz durch den Raum und beurteilte jeden Trank bevor die Schüler entlassen waren und die Kessel reinigen konnten, und da Ben am hinteren Ende des Raumes saß, waren sie unter den letzten die beno­tet wurden, während die meisten Schüler bereits ihre Kessel reinigten und aufräumten. Draco Malfoy war der einzigste Schüler bisher, der vom Lehrer gelobt wurde für sein „perfektes Ge­bräu", und als Snape bei Harry und Ben's Tisch ankam, zeigte sein Gesicht das der Trank kor­rekt sein musste.

Ein fieses Grinsen erschien auf seinem Gesicht. "Es scheint so als ob ihr Zwilling das gleiche Unterrichtsverhalten an den Tag legt wie sie. Vielleicht sollten sie endlich einmal fleißig ler­nen?" sagte Snape zu Harry der mühsam die Zähne zusammen biss, während die Slytherin im Raum lachten. "und wieder einmal ein kompletter Fehlschlag!"

"Wieso?" fragte Harry. "Wieso ist es ein Fehlschlag und was sollten wir tun?"

"Harry..." knurrte Ben.

"Nein, ich will wissen was der große Tränkemeister wieder einmal an einem perfekten Trank angeblich falsches findet." Harry stand nun auf und legte seine Hände auf den Tisch. Er hatte bereits zwei Unterrichtsstunden lang gestanden und dies machte sich nun bemerkbar.

"Ich werde es nicht zulassen das sie so mit mir reden!" sagte Snape.

"Dann beantworten sie diese verdammte Frage!" sagte Harry wütend. "Das ist schließlich ihre Aufgabe als Professor."

"Sie haben vergessen die Porcupine Quills vor den Newt Schwänzen hinzuzufügen, dadurch ist der Trank nutzlos." sagte Snape fies grinsend.

"Das würde aber keinen sichtbaren Unterschied machen." sagte Harry grinsend. "Es würde weder die Konsistenz noch die Farbe verändern. Sie hätten im übrigen gezielt nach einem Fehler suchen müssen um ihn zu finden, oder den Trank testen müssen, um etwas zu bemer­ken."

"SEI RUHIG JUNGE!" sagte Snape nun wütend.

"Wenn dass Problem hier ist, dann testen sie den Trank doch." sagte Harry.

"Ich werde mit Sicherheit keine Zaubertränke testen welche meine Schüler anfertigen versu­chen." sagte Snape.

"Aber wenn das der Fehler ist, dann würde es ihnen doch nicht schaden. Wenn er misslungen ist, dann ist es kein Gift und wäre keine Gefahr für sie. Wenn er korrekt ist, dann wird er kor­rekt eine Stunde lang wirken." fuhr Harry fort. "Aber da sie ja so sicher sind, das er fehlerhaft ist, dann müssen sie sich doch keine Sorgen darüber machen was wir behaupten oder?"

"RAUS!" sagte Snape nun wütend. "Ich lasse mich mit Sicherheit nicht in dieser Form hier im Klassenraum heraus fordern!"

"Dies ist kein Klassenraum sondern nur die Bühne für ihre Voreingenommenheit." sagte Har­ry aber Ben hatte bereits ihre Taschen ergriffen und zog Harry nun fort von Snape, der nun immer röter im Gesicht wurde. Harry war aber noch nicht fertig und wandte sich an Malfoy. "Stell das nächste Mal sicher das du die richtige Menge von Poxy-Haaren hinzufügst, die Konsistenz ist falsch."

"Harry, sei ruhig." flüsterte Ben in sein Ohr und zog ihn aus dem Raum. "Du..." Ben stöhnte auf, als er im Gang war, bevor er sich anlehnte.

Harry sah ihn ernst an. "Er hat es provoziert. Nebenbei sagte ich nichts was nicht der Wahr­heit entspricht."

"Wir haben heute Abend noch Strafarbeiten bei ihm." erinnerte ihn Ben. Harry zuckte nur mit den Schultern.

"Hilfst du mir dabei zu Verwandlungskunst zu gelangen, damit ich mit McGonagall darüber reden kann?" fragte Harry.

"Wieso musst du es ihr denn sagen?" fragte Ben seufzend.

"Weil er dich bei jeder Gelegenheit durchfallen lassen wird." sagte Harry. Ben seufzte, half Harry dann aber wieder auf und beide gingen zu ihrer nächsten Stunde. "Da wir gerade dabei sind, wir haben jetzt alle Zutaten für den Animagus-Trank. Wir können ihn am Wochenende beginnen wenn ihr möchtet und ihr könnt dann mit dem Training beginnen."

"Glaubst du nicht das wir derzeit genug Probleme haben?" fragte Ben. Harry zuckte mit den Schultern. "Ich liebe dich, Harry, aber manchmal bist du wirklich nervenaufreibend."

"Du magst es einfach nicht das dein jüngerer Bruder dich erneut gerettet hat." sagte Harry ki­chernd und drückte seine Schulter gegen die von Ben.

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Später am Abend

Harry, Ben und Damien saßen gerade beim Abendbrot, als die Eulen mit der Abendausgabe des Tagespropheten herein geflogen kamen. Harry seufzte leicht als eine vor Hermine landete und er den Hauptartikel halbwegs lesen konnte. "Bruder des Jungen-der-Lebt kehrt aus dem Grab zurück." Stand in großen Buchstaben auf der Seite.

"Nun das stimmt nicht wirklich." sagte Harry. "Ich war in keinem Grab."

"Sehr witzig, Harry." sagte Ben augenrollend. "Was steht darin geschrieben, 'Mione?"

"Nichts wirklich erfreuliches." sagte Hermine und sah ihm zögernd in die Augen. "Sie be­haupten das er jemand ist der noch stärker nach Aufmerksamkeit sucht als du. Laut dem Arti­kel wird angenommen, das er niemals wirklich krank war und das es nur ein Versuch der Fa­milie sei, mehr Sympathie der magischen Welt zu ernten, da du nun ja „die Liebe der Bevöl­kerung" verlieren würdest, und er deshalb wieder zurückgekehrt sei."

"Nun das ist einfach nur Dumm!" sagte Ginny, die direkt daneben saß nun.

"Aber wenn man sich umsieht, glaubt fast alle Schüler in der Schule diese Behauptung." sagte Damien, während er die Schüler beobachtete.

"Nun, wenn ich direkt vor ihnen Tod umfalle, werden die Gerüchte aufhören." sagte Harry doch recht laut und die Leute die sich flüsternd über sie unterhielten, hielten inne. "Nebenbei, interessiert es mich nicht was die Leute denken. Das war noch nie so."

"Harry..." begann Ben.

"Mir ist der Appetit vergangen." sagte Harry zu ihm.

"Du hast noch GAR NICHTS gegessen!" sagte Ben.

"Ben.." begann Harry.

"Harry." sagte Ben bittend.

"Mir wird nur übel, wenn ich irgend etwas esse. Mein Körper kommt mit dem Essen nicht klar." sagte Harry zu seinem Bruder, denn er wollte es vermeiden irgend etwas zu essen, wo er doch wusste, das ihm kurz darauf vor so vielen Leuten schlecht werden würde. "Ich werde mir nachher etwas Obst holen, wirklich."

Ben seufzte, stand dann aber auf und starrte alle an, obwohl er wusste, das niemand den letz­ten Teil der Unterhaltung gehört hatte. Die Leute begannen sich nun wieder zu unterhalten, während Harry und Ben die Große Halle gemeinsam verließen.

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Zwei Stunden später betraten Ben und Harry den Zaubertränkeklassenraum und sahen Snape, der hinter seinem Tisch saß. "Sir? Sie sagten 20 Uhr." sagte Ben.

"Wie aufmerksam von ihnen, Mr Potter." sagte Snape fies grinsend. "Hinein mit ihnen und schließen sie die Tür."

Harry setzte sich auf einen der Tische da es keine Stühle gab, und ignorierte dabei Snape's Blicke. Erstaunlicherweise hatte sich keiner seiner Lehrer über die Abwesenheit einer Uni­form beschwert, allerdings hatte seine Mutter Dumbledore vermutlich davor gewarnt, was Harry planen könnte. "Verhaltensweisen wie diese, welche sie ihm Unterricht gezeigt haben, werden hier nicht geduldet, Mr Potter."

"Sie haben es verdient." sagte Harry ernst. "Sie würden ihr Meisterzertifikat verlieren, sobald die Gilde davon erfahren würde, das sie einen Schüler nur deshalb durchfallen lassen, weil sie ihn abgrundtief hassen."

"Achten sie darauf wie sie mit mir sprechen." sagte Snape.

"Snape, mich kümmert diese Schule nicht wirklich, genauso dieser pathetische Krieg oder was Dumbledore für Nötig hält." sagte Harry wütend. "Ich bin nur hier um meine Brüder vor Leuten wie ihnen zu beschützen, welche sie mit allen Mitteln geistig und körperlich zu Krüp­peln machen wollen, um sie besser kontrollieren zu können. Und noch etwas, Snape. Sie kön­nen niemanden kontrollieren der bereits weiss, das sie in kürze sterben werden."

Snape zuckte zusammen und Harry erkannte das er die Tatsache Absichtlich ignoriert hatte, das Harry sterben würde. "Sie sollten ihre..."

"Halt die Klappe, Snape." fuhr ihm Harry ins Wort. "Ich habe jeglichen Respekt vor Erwach­senen verloren, als sie mich zum Sterben in ein kleines Zimmer einsperrten."

Snape zuckte nun deutlich zusammen, fing sich aber sehr schnell wieder. "Dieser Unterricht dient dazu euch zu lehren, wie ihr euren Geist gegen Eindringlinge abschotten könnt. Ihr wer­det alles, ich wieder hole ALLES das tun was ich euch befehle, und ich dulde keinen Wider­spruch. Die Kunst der Okklumentik dient dem Schutz eures Geistes gegen Legilimentik, wel­che Voldemort sehr gut beherrscht. Also, leert euren Geist!"

Harry wollte gerade über ein derartiges Argument diskutieren, als Snape seinen Zauberstab hob und den Legilimentikzauber direkt auf Ben aussprach, der so geschockt war das er nicht ausweichen konnte. Harry hatte seinen Zauberstab sofort in der Hand und sprach ebenfalls einen Legilimentikzauber auf seinen Bruder, wobei er gleichzeitig dessen Arm berührte, wäh­rend sein Geist sehr viel einfacher in den von Ben eindrang als der von Snape.

Ben's Geist passte perfekt zu dem von Harry und lies ihn auch problemlos hinein, während er Snape instinktiv abzuwehren versuchte, allerdings gelang es Snape doch Bilder von Ben's Kindheit zu sehen, selbst als Harry Snape's Geist Angriff und ihn abblockte, wodurch dieser recht unsanft hinaus geworfen wurde. Harry zog sich in dem Moment zurück als er sah wie Snape ins Stolpern kam, während Ben zu Boden sank. Harry sprang vom Tisch hinunter und kroch zu Ben hinüber.

"Dein Bruder kann sicher sich nicht sein gesamtes Leben darauf verlassen, das sie ihn retten werden." sagte Snape einfach nur, obwohl es ihn doch schockierte, wieviel Harry über Legili­mentik wusste.

"Wenn sie Bastard wirklich ernsthaft versuchen würden ihn zu unterrichten, dann bräuchte er meine Hilfe nicht!" sagte Harry nun eindeutig wütend zu dem Professor und Ben war sofort aufgestanden als der Schmerz über ihre Verbindung offensichtlich wurde, da Harry's Körper den erneuten Einsatz von Magie zu verhindern versuchte. Sie hatten heute zwar nur wenig Magie im Unterricht verwendet, aber Harry hatte gar nicht an den Schmerz gedacht, bevor er reagierte. Wenn Snape die Wahrheit bezüglich Harry erkannte, wäre es ihrer beider Ende.

"Verwende keine Magie, du Idiot!" knurrte Ben und half Harry aufzustehen.

"Magie?" fragte Snape zögernd, während Harry eine Ampulle mit der Aphet's Potion hervor holte und sie trank. Snape's Augen weiteten sich als er die Ampulle sah und sie als eine von jenen erkannte, welche er Poppy für Harry regelmäßig gab. Harry legte die leere Ampulle in seine Tasche und sah zu Snape welcher seinen Zauberstab auf Harry richtete, welcher spürte wie die Magie erneut auf ihn eindrang, während Snape einen Legilimentik-Zauber auf ihn sprach. Harry spürte wie er auf seine brennenden mentalen Barrieren traf. Ein Teil der Vorbe­reitungen um die fortgeschrittene Magie, wie Harry's Aura, zu perfektionieren, war es, seinen Geist mit seiner Magie zu umgeben. Es war aber nicht das selbe wie der Aufbau mentaler Barrieren aber es hatte einen ähnlichen Effekt. Es gab keinerlei Öffnungen, außer derjenige war sehr erschöpft oder jemand war magisch stärker als er.

Snape's Geist traf auf eine Wand aus Flammen welche er nicht berühren konnte. Er zog sich zurück und Harry starrte ihn nur an. "Wer hat ihnen beigebracht, ihren Geist mit ihrer Aura zu beschützen?"

"Die selbe Person, welche mich in Zaubertränke unterrichtet hat." sagte Harry wütend.

"Wie sind sie in der Lage ihre Aura dazu zu verwenden, den Geist ihres Bruders zu beschüt­zen?" fragte Snape.

"Er ist mein Zwillingsbruder." sagte Harry nur.

"Die magische Aura eines Zwillings kann sich nicht mit dem Körper des anderen verbinden." sagte Snape in einem Tonfall der deutlich machte das er Harry für verblödet hielt.

"Sie haben es aber in seinem Geist gesehen." sagte Harry wütend und Snape konnte dies nicht verneinen.

"Ihre Anwesenheit für diese Stunden ist eindeutig unnötig." sagte Snape nun auf einmal. "Sie können gehen. Benjamin hingegen muss hier bleiben, bis er die normale Okklumentik endlich gelernt hat."

"Er wird nicht hier bleiben, wenn ihr Unterricht darin besteht, ihn permanent mit dem Zauber zu traktieren." sagte Harry.

"Und sie glauben das sie es ihm beibringen können?" sagte Snape.

"Nein, Okklumentik nicht." sagte Harry kopfschüttelnd. "Aber ich kann ihm meine Art bei­bringen."

"Ihr Weg ist hier an der Schule verboten. Er ist zu gefährlich." sagte Snape fies grinsend.

"Und Ben geistig zu vergewaltigen ist sicherer?" sagte Harry wütend und griff nach der Hand seines Bruders, der dieser Diskussion ruhig gefolgt war. Harry zog ihn durch die Tür und mit sich in die Eingangshalle, bevor seine Energie verbraucht war und Ben ihn auffangen musste.

"Du solltest nicht wegen jeder Sache wütend werden." sagte Ben. "Besonders nicht nachdem dein Körper derart auf die Magie reagierte."

"Es ist nicht mein Fehler das ich wütend bin." sagte Harry während Ben ihn seitlich stützte. "Je länger ich ein Mensch bleibe, desto mehr deiner Emotionen erreichen mich. Ich bin es nicht gewohnt, meine Wut derart im Zaum halten zu müssen."

"Harry?" fragte Ben schockiert.

"Ich weiss wie wütend du bist." sagte Harry seufzend. "Über alles was sie dir und insbesonde­re mir angetan haben und antun. Du wirst jedes mal wütender wenn ich es werde und dadurch komme ich nicht dazu, meine Wut in den Griff zu bekommen."

"Es tut mir Leid." sagte Ben seufzend.

"Es ist nicht dein Fehler und es könnte einfacher werden, sobald du deine Animagusform ge­funden und erweckt hast." sagte Harry. "Das ist ein weiterer Grund, wieso ich so wütend bin, denn ohne Eri's Temperament als Gegengewicht zu meinem, werde ich zu einem rebellieren­den Teenager."

"Ein rebellierender Teenager zu sein, hat mir noch nie geschadet." sagte Ben grinsend.

Sie gingen durch den recht vollen Gemeinschaftsraum und Damien lief voraus, um herauszu­finden, was geschehen war, aber bevor sie ihr Zimmer erreichen konnten, stöhnte Ben unter Schmerzen auf und brach zusammen. Harry stolperte nun sehr stark, da nun Ben ihn nicht mehr stützte, sondern dieser direkt in ihn prallte. Als Harry wieder auf die Knie kam, war Da­mien bereits dabei Ben auf den Rücken zu drehen, um ihn zu überprüfen. Auf Ben's Gesicht war eindeutig ein sehr massiver Schmerzausdruck zu erkennen und kurz darauf verspürte auch Harry teile der Schmerzen durch ihre Verbindung, welche aber einen großen Teil abblo­cken konnte.

"Voldemort..." sagte Ben durch zusammengebissene Zähne und Harry schnappte nach Luft bevor er auf einmal nach Ben's Gesicht griff. Sein Körper leuchtete nun im Einklang mit sei­ner Aura auf und Damien wich etwas zurück, da er diese Aura im Gegensatz zu Ben nicht be­rühren konnte. Seine Aura umgab Ben und Harry nun völlig, während Harry einen Zauber­spruch flüsterte, ähnlich wie im Klassenraum für Zaubertränke, wodurch er in Ben's Geist eindrang. Er konnte nichts erkennen aber er spürte sofort den Schmerz den Ben erlitt, wäh­rend sich gleichzeitig euphorische Glücksgefühle auszubreiten schienen. Er überflutete Ben's Geist völlig mit seiner Aura und baute so einen temporären Schild um ihn herum auf, der so­lange hielt, bis die Schmerzen abklangen.

Er setzte sich nun wieder und rieb seinen Bauch, wobei er allerdings es vorzog, die Schmer­zen wegen der Magieanwendung zu ertragen, anstatt, erneut einen Zaubertrank nehmen zu müssen. Ben stöhnte leicht und richtete sich wieder auf, während Damien ob des brennenden Gefühls in seinen Augen aufstöhnte. "Es wird abklingen." sagte Harry zu Damien.

"Was hast du getan?" fragte Damien.

"Voldemort war in deinem Kopf." Ben schnappte nun nach Luft. "Er war scheinbar über et­was sehr erfreut. Er war glücklicher als ich ihn je erlebt habe."

"Ich habe ihn mittels meiner Magie aus Ben's Geist geworfen. Ich muss das nun jedes mal tun, solange, bis er es über seine Aura ebenfalls gelernt hat." sagte Harry seufzend. "Ich wer­de es dir ebenfalls beibringen Damy. Ich kann dich leider nicht auf die selbe weise schützen."

"Du solltest es wirklich leicht angehen lassen." sagte Ben und half Harry's völlig erschöpften Körper auf. Harry schien nicht einmal mehr die Energie zu haben sich dagegen zu wehren. "Das war zwei mal binnen einer Stunde das du Magie verwendet hast."

"Ich hatte keine andere Wahl." sagte Harry grummelnd, während Ben sich auf das Bett setzte und Harry neben sich platzierte. Harry drehte sich um und benutzte Ben's Bauch als Kissen, während er halbherzig zuhörte wie Ben Damien alles erzählte, was während ihrer „Strafarbeit" geschehen war.

"Du bist doch erst einen Tag hier in der Schule, Harry." sagte Damien seufzend, wobei Harry schon halb eingeschlafen war. "Du bist wirklich schlimmer als Ben."

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End Chapter