SORRY!
Es tut mir wirklich Leid, dass es so lange gedauert hat. Mein Studium hat begonnen und ich komme mit dem Lernen kaum noch nach. Ich hoffe, ihr seid mir nicht all zu böse.
Nach dem letzten Kapitel gab es viele Reviews, in denen ihr euch so richtig schön über Lucius ausgelassen habt ;) Ganz meine Meinung, er ist ein Ar***. Na ja, da dachte ich mir, warum nicht mal etwas entspannteres schreiben? Er ist zwar immer noch nicht wirklich Dr. McDreamy, aber es wird^^ Leider muss ich euch direkt schon wieder enttäuschen, ein Sinneswandel steht bei ihm leider nicht an. Noch nicht.
Jetzt wünsche ich euch ganz besonders viel Spaß beim Lesen!
Heiligabend. Es hätte nicht idyllischer sein können. Die Welt draußen war bedeckt von einer dicken Schicht aus reinstem Pulverschnee. Nur die kleinen Spuren der Vögel, die ihre Reise in ihr Winterdomizil nicht angetreten waren, zeichneten sich auf der sonst makellosen Decke ab. Narzissa warf jeden Tag einige Hände voll Vogelfutter hinaus und die Tiere dankten es ihr mit ihrer bloßen Anwesenheit, die etwas von Narzissas Einsamkeit nahm. Die Zweige der Tannen bogen sich unter der Last des Schnees. Die Eisblumen an den Fenstern hatten an Pracht nur zugenommen und gerade heute hatten sich die dicken Schneewolken zum weiterziehen bewogen und der Himmel war Sternenklar.
Lucius hatte auch an diesem Tag seine Arbeit nicht ruhen lassen und so war seine Frau den ganzen Tag über alleine gewesen. Doch sie hatte die Zeit genutzt. Das ganze Haus war weihnachtlich dekoriert. An den Treppengeländern rankten sich geschmückte Tannenzweige entlang, von der Decke rieselte magischer Schnee, der niemals auf dem Boden ankam. In der Eingangshalle stand ein eigens für diesen Anlass gezaubertes Rentier aus tausenden von Lichtern, an der Eingangstür war ein großer, prachtvoll geschmückter Weihnachtskranz angebracht worden. Doch das Prunkstück des weihnachtlichen Hauses war der Salon. Dorthin hatte Narzissa einen Weihnachtsbaum aufstellen lassen, der mit seinem höchsten Wipfel die durchaus hohe Decke leicht streifte. Diesen hatte sie stilvoll mit den Kugeln geschmückt, die sie extra für diesen Abend gekauft hatte. Außerdem brannten Kerzen an den Zweigen und kleine goldene Engel flogen, ganz wie in Madame Malkins Schaufenster, um den festlichen Baum herum. Über dem Kamin, in dem ein herrlich warmes Feuer loderte, hing ein weiterer Weihnachtskranz mit einer großen roten Schleife daran und auf dem Tisch war eine rote Tischdecke mit goldenen Sternen darauf ausgebreitet, auf welcher ein Adventskranz mit vier roten, hell leuchtenden Kerzen stand. Um den Adventskranz herum hatte Narzissa goldene und silberne Walnüsse verteilt. Auf den Fensterbänken standen rote, gelbe und goldene Weihnachtssterne und gerade brachte Zissa einen Weihnachtsteller voll mit herrlich duftenden, noch warmen Plätzchen herein. Sie hatte immer schon gerne gebacken. Alles spiegelte das perfekte Bild eines herrschaftlichen Weihnachtsfestes wieder. Die Herrin des Hauses stellte den Teller auf den runden Beistelltisch und wischte sich ihre Hände an ihrer rosa Rüschenschürze ab. Es war vielleicht ein Glück, dass sie alleine im Haus war, immerhin konnte sie so tun und lassen, was sie wollte. Niemand verbot ihr das Essen selbst zuzubereiten, niemand tadelte sie über ihr Aussehen, dass in diesem Moment eher einer Magd als einer Edeldame glich und niemand machte ihr Vorwürfe, dass sie sich mit dem ganzen Aufwand nur etwas vormachte. Für sie würde es kein fröhliches Weihnachtsfest geben. Sie wusste noch nicht einmal, ob Lucius überhaupt gedachte, den Abend mit ihr zu verbringen. Vielleicht brachte er ja sogar, wie so oft in letzter Zeit, ein Mädchen mit nach Hause. Es war möglich, damit hatte sie sich abgefunden. Doch sie gab die Hoffnung nicht auf, vielleicht ja doch noch ein kleines bisschen Weihnachtsfrieden zu erhalten. Mittlerweile war es Abend geworden und in etwa einer Stunde konnte sie mit Lucius rechnen. Schnell rief sie den Hauselfen einige Anweisungen das Essen betreffen zu und eilte dann hinauf in ihr Nähzimmer. Dort hing auf einer der Kleiderpuppen das wahrlich weihnachtlichste Kleid, das man sich nur vorstellen kann. Ein Traum in Rot, angepasst auf jede ihrer Rundungen. Die Ärmel des Kleides begannen erst unterhalb ihrer Schultern und bildeten somit mit dem Dekolletee eine gerade Linie und endeten über ihren Ellenbogen. Das Kleid lag am Oberkörper eng an und verlief dann weiter in einen imposanten Rock, welcher aus mehreren Schichten Stoff bestand und somit sehr voluminös war. Narzissa hatte es extra für diesen Abend genäht. Sie zog es von der Puppe und nahm es mit in ihr Schlafzimmer, wo sie es schließlich über zog. Dazu wählte sie Perlenschmuck, der wie Schneeflocken auf ihrer Haut lag. Auch in ihre Hochsteckfrisur steckte sie mehrere perlenbesetzte Haarnadeln. Mit rotem Lippenstift rundete sie ihr Gesamtkunstwerk ab und betrachtete sich zufrieden im Spiegel. Warum sie diesen ganzen Aufwand betrieb wusste sie selbst nicht. Immerhin hatte dieser Mann sie geschlagen und erniedrigt, ihr sogar den Tod gewünscht. Vielleicht lag es daran, dass sie wusste, dass ihr nichts anderes übrigbleiben würde, als sich mit dieser Situation zu arrangieren. Ihr Leben war gebunden an das von Lucius Malfoy und daran würde sich nichts ändern. Er konnte sie schlagen, verhöhnen und verletzen so viel er wollte, sie würde keinen Ausweg aus dieser Hölle finden. Wenn es nun also ihr Wunsch war, Heiligabend auf diese Art und Weise zu verbringen, dann musste sie hoffen, Lucius so gnädig stimmen zu können, dass er dem zustimmte. Auf ihrem Weg hinunter nahm sie ihre Geschenke mit. Diese bekamen kurz darauf einen Ehrenplatz unter dem Weihnachtsbaum, wo bereits schon einige andere Geschenke lagen, unter anderem auch ein sehr großes, das von einer festlichen Decke bedeckt wurde. Boten hatten es am Nachmittag vorbeigebracht, es war von Lucius Eltern. Narzissa hatte nicht nachgesehen, um was es sich handelte, immerhin war es nicht nur für sie, sondern auch für Lucius gedacht. Ihre Geschenke hatte sie in silbernes Papier gepackt und mit goldenen Sternen verziert. Nun saß sie mit klopfendem Herzen auf der Couch du wartete darauf, dass ihr Ehemann nach Hause kommen würde. Sie hatte Angst, dass er wütend über den ganzen Aufwand sein und sie wieder schlagen würde. Doch der kleine Hoffnungsschimmer, dass er ihr diesen einen Abend ganz im Sinne der Tradition gewähren würde, ließ sie nicht davonlaufen.
Die Kerzen am Baum waren abgebrannt, das aufgetischte Essen blieb nur durch ihren Wärmezauber am dampfen und die Plätzchen waren längst abgekühlt. Narzissa nahm es hin, tauschte bloß die Kerzenstummel mit neuen Kerzen und naschte dann vor Hunger erneut eines der Plätzchen. Dieses Mal hatte sie einen kleinen Stern mit Schokoglasur erwischt. Ihr kam der Gedanke in den Sinn, dass Lucius in dieser Nacht vielleicht gar nicht mehr nach Hause kam. Doch sie würde warten.
Endlich das Klacken der Türklinke. Narzissa hatte vor sich hin gedöst und schreckte nun auf. Mit klopfendem Herzen erhob sie sich blitzschnell und strich ihr Kleid glatt. Hoffentlich sah sie nicht zu verschlafen aus.
Es war spät geworden. Es hatte auch nichts gegeben, dass ihn nach Hause gezogen hätte. Es war ihm mittlerweile zum Prinzip geworden, dass er nur noch in seltenen Fällen sein Haus betrat, bevor er sich nicht mit einer hübschen Frau vergnügt hatte. Nichts sollte ihn mehr an seine Schwäche für Narzissa erinnern. Nun betrat er zur später Stunde schließlich doch das große Anwesen. Sofort strömte ihm ein köstlicher Geruch entgegen, der ihn an die Weihnachtsfeste bei seinen Eltern erinnerte. Doch nicht nur der Geruch erinnerte ihn daran, dass am heutigen Abend Heiligabend war. Das ganze Haus war festlich geschmückt, es brannten in unzähligen Kerzenständern rote und goldene Kerzen, über den Türen hingen Mistelzweige. Schon an der Haustür hatte ihn ein Weihnachtskranz an den Festtag erinnert, den er den ganzen Tag über verdrängt hatte. Es überraschte ihn, dass seine Frau auf dieses ganze Brimborium bestand. Er war davon ausgegangen, dass sie diesen Tag einfach übergehen würden. Immerhin war ihr Verhältnis nicht gerade das beste. Doch Lucius hatte keine Zeit weiter darüber nachzudenken. Plötzlich stand sie im Türrahmen und ihr Anblick ließ alle Gedanken die bis dahin in seinem Kopf rotierten stoppen und nahm ihm den Atem. Sie sah aus wie ein Kunstwerk. Ihre porzellanfarbene Haut hob sich betörend schön von ihrem roten Kleid ab, das so edel und stilvoll war, dass sie es hätte am königlichen Hofe tragen können. Ihr goldenes Haar war wie immer in Perfektion frisiert und ihr engelsgleiches Gesicht setzte dem ganzen die Krone auf. Lucius ließ seinen Blick hinunter auf ihren linken Unterarm wandern. Nichts. Snape hatte gute Arbeit geleistet und sein Versprechen gehalten, dass man keine Spur des hässlichen Mals mehr sehen würde. Wie eine Erscheinung stand sie vor ihm, neigte leicht ihr Haupt, wobei ihr eine Locke leicht ins Gesicht fiel und wünschte ihm einen guten Abend. Schnell hatte Lucius sich wieder unter Kontrolle, blickte sie kühl und distanziert an.
„Guten Abend. Du bist also in weihnachtlicher Stimmung?"
Ein federleichtes Lächeln, das sie aussehen ließ wie eine Elfe, legte sich auf ihre roten Lippen.
„Heute ist Heiligabend, das kann ich doch nicht einfach übergehen."
Lucius legte seinen Umhang ab, wobei er in seinen Gedanken seine selbst erdachte Schutzmauer vor ihren Manipulationsversuchen festigte. Er durfte sich nicht wieder von ihr fesseln lassen. Sie täuschte ihre Perfektion bloß vor. Er rief sich Narzissas schwache Momente in Erinnerung, wie sie vor Schmerz schreiend und mit verzerrtem Gesicht am Boden lag und sich wand. Ihre Stimme riss ihn aus seinen Gedanken.
„Sie sind gewiss hungrig. Ich habe etwas vorbereiten lassen."
Das hatte sich Lucius bei diesem herrlichen Geruch bereits gedacht. Hungrig war er in der Tat, hatte er doch seit dem Mittag nichts mehr zu sich genommen. Deshalb folgte er ihr wortlos ins Esszimmer. Dabei konnte er zum ersten Mal einen ausgiebigen Blick auf den freizügigen Rückenausschnitt ihres Kleides werfen. Er verspürte den Drang über die so freigelegte zarte Haut zu streichen, gab diesem aber selbstverständlich nicht nach. Stattdessen versuchte er sich auf den reichlich gedeckten Tisch zu konzentrieren. Alles sah sehr köstlich aus und wie sich herausstellte, war es das auch. Ohne weiter Worte miteinander zu wechseln, aßen sie stillschweigend. Narzissa schien ebenfalls sehr hungrig zu sein, denn sie hatte Mühe mit der gebotenen Zurückhaltung einer Dame zu speisen. Selbstverständlich sagte Lucius nichts, was sie dieses Zwangs entbunden hätte. Sie hatte sich in seinen Augen gefälligst unter Kontrolle zu haben. Immerhin war sie nicht irgendwer. Sie hatte sofort gesehen, was Lucius an diesem Abend so lange aufgehalten hatte. Die Spuren der anderen Frau waren für sie gut sichtbar. Mittlerweile war sie jedoch abgestumpft. Zumindest war sie gewohnt ihren Schmerz über diese Tatsache gekonnt zu verbergen.
Nachdem sie fertig gespeist hatten, wollte Lucius sich zurückziehen. Er war erschöpft und wollte außerdem dieser beklemmenden Situation entgehen. Es mühte ihn viel zu sehr, sich nicht in ihrem wunderschönen Anblick zu verlieren.
„Sir, würden sie mir noch einige Minuten schenken?"
Lucius stockte. Wahrscheinlich würde sie ihn wieder um irgendeine Erlaubnis bitten. Genervt wandte er sich ihr zu.
„Was willst du?"
Er sah sie entrüstet zusammenzucken.
„Es ist Heiligabend. Sollten wir diesen Festtag nicht traditionell begehen?"
Was hatte sie vor? Irgendetwas musste nach Lucius Meinung hinter diesen Vorhaben stecken. Er traute dieser Frau einiges zu. Wie würde sie ihn nun schon wieder manipulieren wollen? Narzissa erhob sich und bedeutete ihm ihr zu folgen. Lucius tat es aus reiner Neugierde heraus. Sie führte ihn in den Salon. Auch hier dominierte der weihnachtliche Schmuck, allem Voran der große Weihnachtsbaum. In dieser Umgebung wirkte Narzissa noch mehr wie ein Weihnachtsengel. In ihrer dem Anlass entsprechenden Kleidung passte sie perfekt ins Bild, wie ein Teil eines Gemäldes. Sie bot ihm den Platz im Sessel direkt neben dem festlichen Baum an und er setzte sich mit gespielt ungeduldigem Gesichtsausdruck. Narzissa glitt geschmeidig um ihn herum und ließ sich vor ihm auf den Teppich sinken. Ihr devoter Anblick erregte ihn und er holte tief Luft um seinen Gefühlen Einhalt zu gebieten. Er hoffte dies alles schnell hinter sich bringen zu können, ohne die Fassung zu verlieren. Mit vollendeter Anmut reckte sich das Mädchen nach einem in Silberpapier eingepacktem Päckchen. Geschenke. Auch das hatte Lucius übergangen. Einen kurzen Augenblick lang hatte er ein schlechtes Gewissen, doch dann rief er sich in Erinnerung, wer er war. Es musste Geschenk für sie genug sein, seiner Familie angehören zu dürfen. Er war ihr nichts schuldig. Sie reichte ihm mit verhaltenem Blick das Päckchen.
„Frohe Weihnachten."
Erklang es leise aus ihrem Munde. Lucius gewann immer mehr den Eindruck, dass diese Sache mehr als eine Farce für sie war. Wurde sie etwa sentimental? Nachdenklich öffnete er das Geschenk. Seine Hände stießen unter dem Papier auf etwas weiches. Ein schwarzer Festumhang, durchzogen mit feinen, silbernen Fäden kam zum Vorschein. Lucius nahm ihn vollends aus dem Papier und hielt ihn hoch, um ihn in voller Länge betrachten zu können. Sehr stilvoll. Elegant und trotzdem schlicht. Ganz nach seinem Geschmack. Vorsichtig legte er ihn zurück auf seinen Schoß und blickte seine Frau an, die ihn wiederum erwartungsvoll ansah.
„Er ist wirklich schön. Wo hast du ihn erstanden?"
„Es ist eine Spezialanfertigung für sie."
Es schien sie zu freuen, dass er Gefallen an ihrem Geschenk gefunden hatte. Ermutigt griff sie nach einem weiteren, kleineren Päckchen. Länglich war es und als er es in seinen Händen hielt, fühlte er etwas eckiges, festes. Er öffnete das Papier und entnahm ihm eine Schachtel. Auch diese öffnete er und darin befand sich eine Schreibfeder. Doch es war keine gewöhnliche Feder. Lucius erkannte das Muster der Federn seiner geliebten Pfauen. Die Feder war vollends mit Gold bedeckt, was aber nichts an ihrer Leichtigkeit verändert hatte. Es gefiel ihm, Lucius mochte ausgefallene Dinge in solch edler Form. Er zeigte dies jedoch nicht. Kühl wie immer, brachte er einzig und alleine ein
„Exklusiv, das muss man sagen."
heraus. Das genügte Narzissa aber schon. Sie lächelte ihn freudig an. Einen solch exzellenten Geschmack hätte er auch wirklich nur ihr, die sie stets selbst immer ein perfektes Bild abgab, zugetraut.
„Es freut mich, dass es ihnen gefällt. Meine Eltern haben uns auch ein Geschenk zukommen lassen, genauso wie die ihren."
Sie zog ein etwas größeres, eckiges Päckchen hervor und streifte das Papier ab. Lucius zog die Augenbrauen zusammen, als unter dem Papier ein großes, gerahmtes Hochzeitsfoto von ihnen hervor kam. Narzissa bekam sofort einen Kloß im Hals. Das hier konnte die Stimmung sofort kippen, das wusste sie. Doch hingegen ihrer Erwartungen blieb ihr Mann ruhig, schien zu überlegen.
„Ich werde es über dem Kamin anbringen lassen."
Das war weitaus mehr als sie erwartet hatte. Erleichtert stellte sie das Bild zurück gegen die Wand und deutete auf das letzte verbleibende Geschenk, das so groß war, dass man es mit einer Decke abgedeckt hatte, anstatt es in Geschenkpapier einzupacken.
„Es ist von ihren Eltern."
Erklärte sie. Lucius betrachtete das Geschenk und konnte eine gewisse Neugier nicht leugnen. Deshalb erhob er sich, ging auf das Geschenk zu und zog die Decke hinunter. Mit eiskalter, starrer Miene betrachtete er das, was zum Vorschein gekommen war. Narzissa stockte der Atem. Ihr wurde übel. Die kleine Wiege wippte noch, in Bewegung gesetzt durch das Hinunterziehen der Decke. Ein stechender Schmerz durchfuhr Narzissa. Er war nicht so schlimm wie die Art von Schmerz, die sie sonst durchzuckte, wenn der Fluch sie für ihr Versagen bestrafte, doch er durchzog ihren Körper trotzdem wie ein brennendes Feuer.
„Es tut mir so leid, ich…"
Lucius gebot ihr mit erhobener Hand zu schweigen. Mit diesem Thema wollte er sich nun wirklich nicht auseinandersetzen. Nicht heute. Bestimmend legte er die Decke zurück über das Geschenk seiner Eltern und setzte sich zurück in den Sessel. Dass seine Eltern nicht geduldig warten würden, hätte ihm klar sein müssen. Für sie gab es nichts wichtigeres, als den Fortbestand ihrer Familie zu sichern. In seinem Unmut gönnte er sich einen Blick auf Narzissa, ungetrübt durch seine sonst stark ausgeprägte Abwehrhaltung ihr gegenüber. Das Bild, wie sie vor ihm auf den Boden hockte, mit unsicherem Blick und leicht geöffnetem Mund, ihre Brust, die sich schnell unter ihrer Anspannung hob, ließ seine Erregung von seinem Körper Besitz ergreifen. In seinem Kopf spielte sich die Szene ab, wie er Narzissa packte, auf seinen Schoß zog, ihr Kleid hochschob und sie dann beglückte. Er spürte die Enge in seiner Hose. Lucius seufzte, wusste er doch, dass er sich seinen körperlichen Bedürfnissen hingeben würde. Immer konkreter wurden die Bilder in seinem Kopf. Er sah Narzissas lustvolles Gesicht vor seinem inneren Auge, ihren zu einem Stöhnen verzogenen Mund. Seine Hände auf ihrer makellosen Haut. Er ergriff ihr Handgelenk, zog sie zu sich hinauf und küsste ihren Nacken. Seine Hände fuhren nun endlich über ihren Rücken, drückten sie an sich. Ihr Duft betörte ihn, ließ ihm ein leises Keuchen entweichen. Narzissa war überrumpelt von seiner plötzlichen Nähe. Doch mit seinen Berührungen kehrte auch ihr unterdrücktes Verlangen zurück. Lucius hatte in ihr die Lust geweckt und sie dann für lange Zeit damit alleine gelassen. Nun kam ihre Lust zurück. Sie atmete schwer, gab sich seinen Berührungen hin. Lucius spürte seit langem endlich wieder die Art von Lust, die ihm Befriedigung versprach. Begierig ließ er sich zu ihr auf den Teppich sinken, drückte sie auf den Rücken hinunter, fuhr mit einer Hand unter ihren wallenden Rock. Ein Grinsen schlich sich auf seine Lippen. Er konnte ihre Erregung erfühlen. Beschämt blickte sie weg, wusste sie sein Grinsen doch zu deuten. Ihre Zurückhaltung ließ ihn noch forscher voranschreiten. Während er sie stimulierte, nahm er mit der anderen Hand ihre und legte sie auf seine Körpermitte. Es dauerte nicht lange, da hatte er Narzissa in den Zustand gebracht, indem sie ihre Scham vergaß und sich der Lust hingab. Ihre mittlerweile nackten Körper bebten und suchten den jeweils anderen. Lucius stürzte sich etwas zu stürmisch auf Narzissa, denn diese stieß von seiner Berührung überrumpelt den Weihnachtsbaum an. Der heiße Wachs einiger Kerzen verteilte sich auf ihrem Körper. Ein leiser Schrei entfuhr ihr. Lucius hielt Inne, besah sich Narzissa. Nun gab es für ihn kein Halten mehr. Ohne weitere Umschweife packte er ihre Hüfte, zog sie zu sich heran und drang in sie ein. Sie liebten einander bis zum frühen Morgen. Dabei wechselten sie keine Worte, tauschten bloß einige Blicke, ließen nur ihre Körper sprechen. Als die Sonne die Nacht verbannte, lagen die beiden eng umschlungen schlafend auf dem weichen Teppich. Die Erschöpfung hatte sie nicht mehr ins Bett kommen lassen. Draußen fiel der Schnee in kleinen Flocken nach unten und bedeckte die Welt, die nichts von dem wusste, was sich im Salon abgespielt hatte, immer mehr unter seiner weißen Schicht.
Und, wie gefällt euch Lucius? Ich weiß, er ist kein Gentleman, aber immerhin hat er sie nicht wieder geschlagen ;) Wie findet ihr seine Sexuellen Neigungen?
