Disclaimer: GG gehört mir nicht. Mia aber schon.
A/N: Okay, hier ist gleich noch ein neuer Teil. Mir war irgendwie danach. Es wird auch etwas spannender. Viel Spaß!
Rory war gerade erst mit dem Bus von der Schule gekommen und schon war sie auf dem Weg zu Luke's Diner. Sie wollte mit Jess über Amilia reden. Sie machte einen intelligenten Eindruck auf Rory und doch war sie an Tristin interessiert.
Rory stellte sie die Frage, warum es ausgerechnet Tristin war? Okay, er sah gut aus, aber wie er mit Mädchen umging, war nun wirklich nicht die feine englische Art. Und trotzdem gab es viele, die mit ihm zusammen sein wollten.
Rory konnte schon durch die Fenster des Diners erkennen, dass Jess arbeitete. Luke konnte sie jedoch nirgends entdecken. Als sie dir Tür öffnete, fiel ihr Blick jedoch auf eine andere Person.
Amilia saß an einem Tisch in der Ecke, aß einen Burger und war in ein Buch vertieft.
Rory wunderte es nicht, dass Amilia schneller in Stars Hollow gewesen war, schließlich besaß sie ein Auto. Aber wie hatte sie es geschafft sich in der Zeit auch noch umzuziehen und ihre Haare hochzustecken?
„Rory, hey!" Jess kam ihr lächelnd entgegen. „Willst du an der Tür Wurzeln schlagen?"
„Was? Ähm, nein. Wo ist Luke?" Rory folgte Jess an die Theke und setzte sich auf einen der leeren Hocker.
„Keine Ahnung. Er ist verschwunden, als ich von der Schule kam."
„Luke lässt dich alleine hier? Aber es ist doch ziemlich voll." Rory schaute sich kurz um und tatsächlich waren nur zwei Tische nicht besetzt.
„Ich glaube, er hat sich mit dem Lorelai-Virus infiziert." Jess stellte Rory eine Tasse hin und goss ihr ohne weiteres Kaffee ein.
„Danke. Was meinst du mit Lorelai-Virus?"
„Ich habe gesehen, wie deine Mom das Diner verlassen hat, kurz bevor ich kam. Luke ist kurz darauf verschwunden. Würde mich nicht wundern, wenn sie irgendwo rumknutschen, wo keiner sie sieht."
„Jess!" Rory schaute ihr Gegenüber empört an. Sie wusste zwar, dass er Recht hatte, aber trotzdem musste er es nicht so laut sagen. Nach ein paar Minuten des Schweigens, fragte sie: „Sag mal, hatte Mia in New York einen Freund?"
Jess schaute sie überrascht an. Mit dieser Frage hatte er überhaupt nicht gerechnet. „Nicht das ich wüsste. Wieso?"
„Sie interessiert sich für Tristin. Du hast ihn gestern kennen gelernt."
Jess nickte wortlos. Es hatte ihm überhaupt nicht gefallen, dass dieser reiche Typ aufgetaucht war. Rory schien mehr an ihm interessiert zu sein, als sie zu geben wollte. Warum sonst hatte sie erwähnt, dass Amilia Interesse an ihm hatte?
„Möchtest du etwas essen?" Jess hatte nicht wirklich Lust mit Rory über eine Person wie Tristin zu sprechen.
„Nein, ich warte bis nachher. Mom und ich werden sicherlich hier Essen. Was bekommst du für den Kaffee?" Rory hatte ihre Tasse leer getrunken und stand bereits von ihrem Platz auf. Obwohl es der erste Schultag gewesen war, hatte sie bereits einen Stapel an Hausaufgaben.
Jess schüttelte den Kopf, um ihr so zu zeigen, dass sie nichts bezahlen brauchte.
„Danke!" Rory griff nach ihrem Rucksack und während sie zur Tür ging, rief sie: „Bis nachher."
Jess winkte nur kurz, er war gerade dabei neuen Kaffee aufzusetzen.
Rory kam auf dem Weg nach Hause an Taylors Laden vorbei. Durch das Fenster konnte sie sehen, dass Dean arbeitete. Er war gerade dabei Dosen einzusortieren.
Rory blieb einen Moment stehen und beobachtete ihn bei der Arbeit. Sie wollte gerade weiter gehen, als Dean sie bemerkte und anfing zu lächeln.
Rory hatte das Gefühl, dass sie nun nicht einfach weiter gehen konnte, also betrat sie das Geschäft.
Dean begrüßte sie lächelnd mit einem Kuss. Dann fragte er: „Bist du gerade von der Schule gekommen?"
„Fast. Ich war noch einen Kaffee trinken und hab mich kurz mit Jess unterhalten."
Deans Lächeln verschwand augenblicklich. Er hatte ihm einen leichten Stich versetzt, dass Jess Rory zuerst gesehen hatte. Nachdem er sich geräuspert hatte, wollte er wissen, worüber sie geredet hätten.
„Kleinigkeiten. Ich wollte etwas über Mia wissen. Sie geht auch auf die Chilton."
„Ich weiß. Sie war vorhin hier und hatte die Uniform an. Sie scheint sehr sympathisch zu sein. Sie hat mich gebeten, mit dir zu reden."
„Was? Worüber?"
„Sie hat gesagt, dass sie Tristin sehr sympathisch und charmant findet und dich gebeten hat, ihr zu helfen. Warum hast du nein gesagt?"
Rory war nun vollkommen perplex. Wie kam Amilia auf die Idee ausgerechnet mit Dean über dieses Thema zu sprechen? „Weil ich es nicht noch unterstützen will, dass Tristin die Mädchen verletzt. Dean, du weißt wie er ist."
„Genau deswegen ja. Vielleicht lässt er dich dann endlich mal in Ruhe. Mich hat es schon immer gestört, wie er dich behandelt hat."
„Dean, wir sprechen von Tristin. Er wird sich nie ändern!"
Bevor Dean etwas darauf erwidern konnte, fuhr Rory mit einem anderen Thema fort: „Hast du zufällig Luke gesehen? Oder zumindest gesehen, wo er hingegangen ist?"
„Nein, wieso?"
„Er ist nicht im Diner. Jess muss sich alleine um die Gäste kümmern. César macht die Küche."
„Falls ich Luke sehe, sage ich ihm Bescheid."
„Danke. Was machst du heute Abend?"
„Nichts. Wieso fragst du?"
„Ich dachte, wir könnten mal wider einen Videoabend machen."
„Du oder deine Mom?"
„Was soll denn das jetzt wieder heißen? Ich hab das gedacht. Natürlich wird meine Mom mit dabei sein."
„Ich muss sehen, ob ich Zeit habe."
Rory war sichtlich enttäuscht. Sie war davon ausgegangen, dass alles geklärt war. Das alles wieder war, wie früher. Bevor Jess aufgetaucht war. „Ich muss jetzt gehen. Vielleicht bis nachher." Rory verließ Doose's Market und ging nun auf dem schnellsten Weg nach Hause.
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„Hey Jess, warum ist Rory vorhin schon gegangen?" Amilia hatte sich an die Theke gesetzt, um so besser mit Jess reden zu können. Da sich das Diner gelehrt hatte, war eine Unterhaltung nun auch möglich.
„Ich weiß es nicht genau. Vielleicht wollte sie zu Dean oder Lane."
„Rory hat wirklich Glück einen Freund, wie Dean zu haben. Er ist sympathisch, sieht gut aus, scheint intelligent zu sein und die Leute hier scheinen ihn echt zu mögen."
„Also, das genaue Gegenteil von mir. Danke, dass du mich auch noch daran erinnerst!" Jess begann wütend die Theke abzuwischen. Warum musste nun auch noch Amilia von Dean schwärmen?
„Ach Jess!" Amilia legte beruhigend eine Hand auf Jess Arm. „Er ist nicht das genaue Gegenteil von dir. Du bist genauso intelligent und es gibt bestimmt Mädchen, die dich weitaus gutaussehender finden, als Dean. Ich gehör zwar nicht dazu, weil du halt Jess bist, aber es gibt sie bestimmt!."
Jess gab einen undefinierbaren Laut von sich. War Amilia schon immer so gewesen? Er konnte sich nicht daran erinnern. In diesem Augenblick, hätte er viel lieber mit Rory geredet. Sie mied das Thema Dean so gut es ging.
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„Mom? Bist du zu Hause?" Rory schmiss die Wohnungstür ins Schloss und schaute zuerst im Wohnzimmer nach Lorelai, als sie aus der Küche das Kichern ihrer Mutter zu hören war. Rory ging sofort in diese Ursache, um die Ursache für dieses Kichern zu erfahren. Als sie um die Ecke schaute, sah sie Lorelai und Luke mitten im Raum stehen.
Lorelai bemerkte ihre Tochter zu erst und meinte sofort: „Luke hat nur etwas repariert."
Rory fing an zu grinsen. „Ach, so nennt man das heute. Übrigens vermisst Jess dich schon." Sie drehte sich um und verschwand in ihrem Zimmer, denn das Einzige, was sie wollte, war aus ihrer Schuluniform rauszukommen. Wenn es eines gab, was sie in den Ferien nicht vermisst hatte, war es die Schuluniform der Chilton.
„Rory." Lorelais Kopf tauchte in der Tür auf. „Was willst du essen?"
Rory schaute überrascht auf. „Ähm, ich dachte, wir gehen zu Luke und leihen uns danach ein paar Videos aus. Wir haben schon so lange keinen Videoabend mehr gemacht."
„Ich weiß! Deswegen hab ich ja auch schon längst Filme ausgeliehen. Und was Essen bei Luke betrifft... du hast vergessen, dass Luke und ich jetzt mehr als nur gute Freunde sind. Er holt uns etwas her. Ich habe ihn zu unserem Videoabend eingeladen."
„Oh, achso. Ähm, ich nehme einen doppelten Cheeseburger, eine große Portion Pommes und einen Muffin oder so. Luke soll entscheiden."
„Okay. Willst du Dean einladen?"
„Schon geschehen. Er wusste nicht, ob er Zeit hat. Ich denke, dass er nicht kommen wird. Er war irgendwie komisch.
„Was? Wie komisch?" Lorelai betrat das Zimmer ihrer Tochter und schloss die Tür hinter sich.
„Na ja, er war halt komisch. Er will, dass ich Mia helfe an Tristin ranzukommen."
„Warum willst du ihr nicht helfen? Dann hättest du ein Problem weniger."
„Mom!" Rory schaute geschockt zu Lorelai. Sah sie in Tristin etwa ein Problem? Zwar hatte er Rory das Leben zur Hölle gemacht, aber mittlerweile verstanden sie sich doch ganz gut.
„Ganz ruhig Schatz. Ich dachte nur Tristin nervt dich ziemlich."
„Das tut er ja auch, aber Kirk nervt uns doch auch und trotzdem verkuppeln wir ihn nicht."
Lorelai musste unwillkürlich lachen. Tristin mit Kirk zu vergleichen war in ihren Augen einfach zu komisch.
„Mom? Denkst du, dass Grandma mich am Freitag vom Essen befreit?"
„Was? Warum?"
„Tristin gibt eine Party und hat mich dazu eingeladen. Mia geht auch und sogar Paris hat zugesagt."
„Ich werde mit Emily reden, okay?"
„Danke, Mom! Du bist die Beste!"
Lorelai nickt lächelnd und ging dann zurück in die Küche, um Luke zu sagen, war er bringen sollte. Als sie jedoch Rorys Zimmertür öffnete, konnte sie Luke nirgends entdecken.
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Jess war derweil damit beschäftigt, die Tische im Diner sauber zu machen. Auch wenn er nicht genau wusste warum.
Amilia saß derweil noch immer an der Theke und war dabei Hausaufgaben zu machen. Plötzlich knallte sie jedoch ihr Buch zu und fluchte: „Warum lese ich diesen Scheiß eigentlich? Ich verstehe doch sowieso kein verdammtes Wort von diesem Mist!"
Jess schaute sie verblüfft an. Einen solchen Ausbruch hatte er von Amilia noch nie erlebt. „Ganz ruhig Mia! Du bist gerade erst auf die Chilton gekommen. Rede doch mal mit Rory. Sie hilft dir bestimmt dabei, den Stoff nachzuholen. Oder soll ich mal mit ihr reden?"
„Nein, ich schaff das schon alleine!" Amilia schwieg einen Moment und fragte dann: „Würdest du mit einen anderen Gefallen tun?"
Jess überlegte kurz und meinte dann: „Kommt drauf an, was du von mir willst."
„Na ja, ich hab da so ne Einladung zu ähm... nun ja... zu einer Party. Könntest du, ähm... würdest du mitkommen? Ich kenne dort niemanden, möchte aber schon gerne hin."
Jess schüttelte sofort den Kopf. Er musste nicht ein Mal überlegen. Für ihn kam es nicht in Frage auf die Party eines reichen und verzogenen Jugendlichen zu gehen.
„Komm schon Jess. Das wird bestimmt lustig! Rory versucht auch zu kommen."
Jess hatte nun doch aufgehorcht. „Rory?"
Amilia begann zu grinsen. Für sie war es wirklich offensichtlich, wie sehr Jess an Rory interessiert war. „Ja, Rory. Tristin hat sie auch eingeladen. Sie weiß zwar noch nicht, ob sie kommen kann, aber sie will es versuchen."
Rory auf der Party dieses Typen? Ob Dean auch dabei sein wird? Aber was, wenn nicht? Ich könnte mal etwas Zeit außerhalb von Stars Hollow mit ihr verbringen.´ Jess war hin und her gerissen. Auf der einen Seite verachtete er solche Veranstaltungen, auf der anderen würde Rory wahrscheinlich auch da sein. Nachdem er noch ein Mal kurz überlegt hatte, sagte er: „Okay, ich komme mit, aber wenn ich keine Lust mehr habe, wirst du mich sofort zurück nach Stars Hollow fahren!"
„Abwarten!" Amilia grinste Jess nun noch breiter an. Die Tür des Diners öffnete sich und Jess schaute auf. Überrascht sah er Luke an. „Wo warst du?"
„Ich habe etwas in Lorelais Haus repariert." Luke war bereits auf dem Weg in die Küche. Amilia bemerkte er überhaupt nicht.
„Ach, so nennt man das also heute! Hier war die Hölle los und du bist bei Lorelai!"
„Willst du nachher mitkommen? Lorelai und Rory machen einen Videoabend und haben mich dazu eingeladen. Ich denke es ist okay, wenn du mit dabei bist."
„Und was ist mit dem Diner?" Jess verstand die Welt nicht mehr. Bisher war das Diner eine Art Heiligtum für Luke gewesen und nun ließ er es den halben Tag aus den Augen. Liebe schien doch wirklich blind zu machen.
„César kann sich darum kümmern. Wenn zu viel los ist, kann er doch anrufen."
Jess schüttelte den Kopf über seinen Onkel, wurde dann jedoch durch ein Räuspern kurz abgelenkt. „Ähm Jess, ich hau ab! Wir sehen uns morgen!" Amilia hatte bereits ihre Sachen zusammengepackt und ging nun Richtung Tür.
„Okay, bis dann!" Jess beobachtete sie, wie sie das Diner verließ und in ihren Wagen stieg. Drei Minuten später war sie verschwunden.
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„Bist du dir sicher, dass sie da sind?" Jess lehnte am Türrahmen. Bereits seit fünf Minuten standen sie vor dem Haus der Gilmores und hofften darauf, dass Lorelai oder Rory die Tür öffnen würden. Als noch immer keine Lebenszeichen aus dem Inneren des Hauses zu hören waren, öffnete Luke die Tür einen Spalt und rief: „Lorelai? Bist du da?"
Keine zehn Sekunden später kam die angesprochene Person die Treppe herunter gestürzt. „Hey! Seit ihr schon lange da?"
„Wir stehen schon seit fünf Minuten vor der Tür. Ich hab Jess einfach mitgebracht, das ist doch in Ordnung, oder?"
„Ähm, klar! Hast du alles dabei?" Lorelai hielt die Tür auf, damit die Männer ungehindert eintreten konnten. Sie waren nämlich stark mit Tüten bepackt.
„Ich denke schon." Luke ging in die Küche und stellte sämtliche Tüten auf den Tisch. Dann machten er und Lorelai sich daran alles auszupacken, während Jess sich suchend umsah.
„Rory ist in ihrem Zimmer. Ich denke, es ist in Ordnung, wenn du rein gehst."
Jess schaute Lorelai überrascht an. Sie erlaubte ihm, zu Rory ins Zimmer zu gehen? In seinen Augen ein weiterer Beweis, dass Liebe blind machte. Obwohl Lorelai gesagt hatte, er könnte einfach ins Zimmer zu gehen, hielt er es trotzdem für angebracht anzuklopfen.
Nachdem er aus dem Zimmer ein „Herein" gehört hatte, betrat er es und schloss die Tür sofort wieder. „Hey!"
Rory schaute überrascht auf, als sie Jess Stimme hörte. „Hi. Was machst du denn hier?"
„Luke hat mich mitgeschliffen."
„Was für ein schlimmes Los." Rory musste ungewollt lächeln. „Also, sind wir heute Abend zu viert ja?"
„Sieht ganz so aus. Oder kommt Dean?"
„Keine Ahnung, er wollte sehen, ob er Zeit hat."
Jess nickte verständnisvoll, dachte aber zeitgleich: Wie kann Dean nur nicht sofort ja sagen, wenn Rory ihn einlädt?´ „Es ist doch wieder alles in Ordnung zwischen euch, oder?"
„Ich dachte es zumindest, aber vorhin war er schon wieder so komisch. Mia hat ihm erzählt, dass ich sie nicht mit Tristin verkuppeln will."
„Ähm, Rory... welche Rolle spielt dieser Typ eigentlich?"
„Tristin? Er hat mir von Anfang an das Laben auf der Chilton zur Hölle gemacht. Als wir uns endlich verstanden haben, hat er Mist gebaut und wurde auf eine Militärschule geschickt."
„Ist das alles?" Jess schaute sie misstrauisch an.
„Ja, was ist das hier? Ein Verhör?"
Jess bereute sofort, was er gesagt hatte. „Tut mir leid, es geht mich ja im Grunde genommen auch nichts an." Er schaute sie entschuldigend an.
Rory atmete tief durch. Sie hatte Stress mit Dean und ein Streit mit Jess würde die Sache auch nicht leichter machen. „Schon okay."
„Kommt ihr?" Lorelai hatte die Tür geöffnet und schaute die zwei Jugendlichen fragend an.
„Ja, hat Luke alles dabei?"
„Alles und noch mehr." Luke stand hinter Lorelai und hielt zwei voll beladene Teller in die Höhe.
„Super!" Rory sprang auf und folgte den anderen drei ins Wohnzimmer.
Sie machten es sich auf der Couch (Lorelai und Luke) oder dem Boden (Rory und Jess) gemütlich, während der Tisch beinahe unter der Last an Essen zusammenbrach.
„Also, ich habe mich heute für einen Klassiker zu Beginn entschieden. Casablanca." Lorelai griff nach der DVD-Bedienung und stellte die DVD an.
Während der Film lief, aßen sie und zum ersten Mal in der Geschichte der Gilmore Girls wurde sich während des Films auch viel unterhalten.
Nach ungefähr zwei dritteln des Films richtete sich Lorelai auf und fragte: „Hat jemand Lust auf Popcorn oder Eis?"
„Popcorn!" Rorys Augen begannen zu leuchten.
Jess schaute sie jedoch ungläubig an. Von den Massen, die Luke und er mitgebracht war kaum noch etwas übrig und trotzdem dachte Rory noch immer an Essen. Wie machte sie das nur? Wahrscheinlich war das ein Rätsel, welches auf ewig ungeklärt bleiben würde.
Lorelai stand auf und ging in die Küche.
„Ich werde ihr mal helfen." Luke folgte ihr keine fünf Sekunden später und Rory und Jess schauten ihm nur vielsagend hinterher.
Nach einigen Minuten Schweigen, räusperte Jess sich kurz und fragte: „Denkst du, es wird noch lange geheim bleiben, dass die zwei ein Paar sind?"
Rory begann zu lachen. „Babette wohnt direkt neben uns. Es würde mich nicht wundern, wenn es morgen bereits die ganze Stadt weiß."
Jess musste daraufhin ebenfalls lachen. Er wusste selbst nicht warum, aber in Rorys Nähe war es einfach unmöglich für ihn nicht immer zu lachen. Er wollte sie gerade nach Tristins Party fragen, als ein Hupen vor dem Haus erklang.
Rory und Jess schauten sich verwirrt an, während sie sich auf den Weg zum Fenster machten, um zu schauen, wer vor dem Haus stand. Rory brauchte keine drei Sekunden um das Auto zu erkennen. „Dad!" Sie stürmte zur Haustür, riss sie auf, lief zu ihrem Vater und fiel ihm um den Hals. "Dad!"
„Hallo mein Engel. Wie geht es dir?" Christopher schaute seine Tochter stolz an.
Rory kam nicht zum antworten, da Lorelai ebenfalls aus dem Haus aufgetaucht war. Im Gegensatz zu Rory schien sie sich überhaupt nicht zu freuen Christopher zu sehen. „Christopher, warum bist du hier?" Ihre Stimme klang ungewöhnlich kalt, so dass die Umstehenden Personen sie überrascht anschauten.
„Hallo Lorelai, können wir reden?" Christopher trat auf das Haus zu.
„Sprich!"
„Ich meinte eigentlich mehr unter vier Augen."
„Es gibt nicht, was wir nicht vor Rory und Luke besprechen können. Ich erzähle es ihnen so oder so."
Christopher schaute niedergeschlagen. Er atmete tief durch und eröffnete dann: „Cherry hat mich verlassen."
Das hatte gesessen. Lorelai wusste im ersten Moment nicht, was sie sagen sollte. Was war nur passiert? Nachdem sie einen Moment überlegt hatte, bat sie Luke und Rory zurück ins Haus zu gehen. Christopher hatte Recht, so etwas sollte lieber unter vier Augen besprochen werden.
Nachdem Rory und Luke wieder im Haus verschwunden waren, setzte sich Lorelai auf die Veranda-Treppe. Während Christopher sich zu ihr setzte, dachte sie noch ein Mal über das Gehörte nach. Cherry und Christopher getrennt. Warum? Doch nach einer Weile hielt sie dieses Schweigen nicht mehr aus. Ohne aufzuschauen, fragte sie: „Was ist passiert?"
„Ich weiß es selbst nicht so genau. Wir haben uns wegen irgendeiner Nichtigkeit gestritten und da gab ein Wort das Andere. Am Ende stand ich vor der Tür, ein Haufen Kleidung neben mir."
„Weswegen habt ihr euch gestritten?"
„Ich weiß nicht mehr genau, was der Auslöser war. Irgendwas mit den CDs. Sie hat sie mal wieder sortiert und da habe ich sie gebeten, das demnächst sein zu lassen."
„Aber nur deswegen wird sie dich doch nicht rausgeschmissen haben, oder?"
„Nein." Christopher fing an zu zögern. Er wusste nicht, wie er Lorelai sagen sollte, was genau der Grund gewesen war. Er befürchtete, dass sie sich dann ebenfalls aufregen würde.
„Also?" Lorelai schaute ihn erwartend an.
„Während des Streits habe ich gesagt, dass du niemals meine CDs ohne meine Erlaubnis sortieren würdest." Christopher wagte es nicht Lorelai anzuschauen. Stattdessen starrte er auf seine Füße.
„Das heißt, ich bin der Grund für die Trennung?" Lorelai war stürmisch aufgestanden. In ihrem Kopf formten sich mehrere Gedanken und Flüche, die sie nur schwer zurück halten konnte.
Christopher hatte nur schweigend genickt. Er wirkte sogar leicht beschämt, als Lorelai ihn direkt ansah. Plötzlich kam ihr ein nicht unbedingt angenehmer Gedanke. „Christopher, hast du ihr erzählt, was auf Sookies Hochzeit passiert ist?" Sein Schweigen fasste sie als Zustimmung auf. „Christopher! Bist du denn von allen guten Geistern verlassen? Du kannst deiner schwangeren Freundin doch nicht erzählen, dass du mit mir geschlafen hast. Ich hätte dich an ihrer Stelle ebenfalls raus geschmissen!"
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Nachdem sie zurück ins Haus gegangen war, hatte Rory am Fenster Stellung bezogen, schließlich ging sie eine Unterhaltung zwischen ihren Eltern auch etwas an.
„Rory, komm vom Fenster weg!"
„Warum?" Sie drehte sich zu Luke, der dabei war die Überreste des Essens in die Küche zu bringen.
„Lorelai hatte bestimmt ihre Gründe, warum sie uns ins Haus geschickt hat."
„Sie würde an meiner Stelle das gleiche tun."
„Willst du nicht mal etwas anders, als sie handeln?" Luke schaute sie bittend an.
„Ich möchte aber wissen, was los ist. Vielleicht zieht er dann jetzt nach Stars Hollow und wir können endlich eine richtige Familie werden." Rory bereute sofort, was sie gesagt hatte, als sie Lukes enttäuschtes Gesicht sah. Wie hatte sie nur so dumm sein können? Luke und Lorelai waren schließlich gerade erst zusammen gekommen. Wie musste es für ihn sein, dass Christopher wieder aufgetaucht war, nachdem er Lorelai bei seinem letzten Besuch so sehr verletzt hatte?
Jess, der bisher nur daneben gesessen hatte, stellte sich nun zu Rory. „Luke hat Recht. Wollen wir nicht ein bisschen rumlaufen?"
Rory überlegte einen Moment, stimmte dann jedoch zu. „Was ist mit dir Luke?"
„Geht ihr nur. Ich räume noch rasch alles zusammen und gehe dann zurück ins Diner. César war heute schon viel zu lange alleine."
„Sicher?"
Luke nickte kurz, woraufhin Jess und Rory durch die Küchentür verschwanden. Nachdem im Wohnzimmer wieder annähernd Ordnung eingetreten war, verließ er das Haus ebenfalls.
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Rory und Jess gingen schon eine Weile schweigend nebeneinander her. Beide hingen ihren Gedanken nach.
Rory dachte darüber nach, was sie sich für Lorelai und für sich selbst wünschte. Jess darüber, wie froh er war, wieder Zeit alleine mit Rory verbringen zu können. Er wusste, dass es im Anbetracht der Situation sehr egoistisch war, aber er konnte es einfach nicht verhindern.
Sie hatten überhaupt nicht darauf geachtet welchen Weg sie genommen hatten, als plötzlich Dean vor ihnen stand.
Rory schaute ihn überrascht an. „Dean, ähm hallo... bitte hör mir zu, bevor du irgendwelche falschen Schlüsse ziehst. Mom hatte Luke und Jess auch zum Filmabend eingeladen und plötzlich stand mein Dad vor der Tür. Cherry hat sich von ihm getrennt und er und Mom müssen sich jetzt dringend aussprechen und na ja, deswegen sind wir spazieren gegangen. Es hat wirklich nichts zu bedeuten." Sie versuchte so überzeugend wie möglich zu klingen, auch wenn ihr Jess' Nähe in Wahrheit schon etwas bedeutete. Aber Dean würde es sowieso nicht verstehen, warum das so war, also sagte sie es ihm gar nicht erst.
Aber es schien, als ob er Jess überhaupt nicht beachtet hatte. Anscheinend hatte er nur die Tatsache gehört, dass Christopher wieder da war. „Dein Vater ist hier?"
Jess war vollkommen verdutzt, dass Dean nicht wütend wurde und es zumindest augenscheinlich einfach hinnahm, dass seine Freundin mitten in der Nacht mit einem Anderen spazieren ging.
Rory war jedoch nicht minder verwirrt. „Ähm, ja..." Sie wusste einfach nicht, wie sie sich nach Deans Reaktion verhalten sollte.
„Das freut mich für dich. Ich bin gerade auf dem Weg nach Hause. Also, mach's gut!" Dean lächelte seiner Freundin entgegen und ging dann weiter, ohne Jess auch nur eine Sekunde angesehen zu haben.
Überrascht und verwirrte schauten Rory und Jess ihm hinterher. „Was ist denn mit dem los?"
„Ich, ähm, habe keine Ahnung." Rory schwieg einen Moment. „Er ist schon so komisch, seit dem ich aus Washington zurück bin."
Jess wusste, dass er der Grund für Rorys Probleme war. Erst seit dem er wieder zurück in Stars Hollow war, benahm sich Dean so seltsam. Jess atmete tief durch. „Rory, vielleicht sollten wir uns nicht mehr so oft sehen."
Nun war es raus. Rory schaute ihn geschockt an. „Was soll das heißen?"
„Wir beide wissen, dass Dean sich nur so komisch benimmt, seitdem ich zurück bin. Vielleicht beruhigt er sich wieder, wenn er uns nicht immer wieder zusammen sieht. Wir wissen, dass wir nur Freunde sind, aber Dean glaubt uns nicht. Ich möchte, dass du glücklich bist." Jess wartete nicht mehr ab, ob Rory etwas dazu zu sagen hatte, sondern ging ohne weiteres fort.
Rory war zu perplex, um ihm zu folgen. Stattdessen schaute sie ihm nach, während sich ihre Augen langsam mit Tränen füllten. Leise flüsterte sie: „Aber ich bin doch glücklich mit dir."
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Lorelai hatte sie mittlerweile ein wenig beruhigt und Christophers Neuigkeiten verarbeitet. Trotzdem brauchte sie jetzt dringend die Gesellschaft von Personen, die nicht sprunghafter waren, als sie selber. Als sie jedoch das Haus betrat, erkannte sie sofort, dass niemand mehr anwesend war. „Uarhg!"
„Was ist los?" Christopher war ihr ins Haus gefolgt.
„Was los ist willst du wissen?" Lorelai schaute den Vater ihrer Tochter wütend an. „Das hier sollte ein schöner Abend werden, aber du hast alles kaputt gemacht! Ich hatte mich darauf gefreut Zeit mit Luke, Rory und Jess zu verbringen."
„Der Jess?"
„Ja richtig der Jess! Erstens ist er Lukes Neffe und Zweitens mag er Rory und ob es mir nun gefällt oder nicht, sie mag ihn auch..." Lorelai konnte nicht weiter reden, denn Rory kam ins Haus gestürmt. Auch wenn Rorys Augen nicht vom Weinen gerötet gewesen wären, hätte Lorelai sofort erkannt, dass etwas bei ihrer Tochter nicht stimmte. Ihre Wut auf Christopher war wie verflogen. Sie nahm Rory in die Arme und fragte: „Rory, was ist passiert?"
„Jess,... Jess, hat..."
„Was hat Jess? Sag es mir Schatz!" Lorelai schaute Rory mitfühlend an.
„Er hat gesagt, dass... dass wir uns nicht mehr sehen sollten." Rory strich sich eine Träne aus den Augen.
Lorelai wusste nicht wie sich verhalten sollte. Jess hatte ihr und Rory viel Ärger gebracht, für den sie ihn mehrmals gerne umgebracht hätte. Aber Rory war ihm nie lange wegen etwas böse gewesen. Sie wusste, dass er es bisher nie so gemeint hatte. Doch was war nun? „Warum hat er das gesagt?"
Rory hatte sich in der Gesellschaft ihrer Mutter etwas gefasst. Zumindest soweit, dass sie von dem Geschehenen berichten konnte: „Dean ist uns entgegengekommen. Er hat Jess nicht ein Mal angeschaut. Als er wieder verschwunden war, meinte Jess dann plötzlich, dass wir uns nicht mehr sehen sollten, weil ich nicht glücklich bin, wenn Dean sich so komisch verhält."
Christopher, der bisher nur daneben gestanden hatte, meldete sich nun doch zu Wort: „Vielleicht hat dieser Jess Recht."
Rory schaute ihren Vater kurz an und sofort füllten sich ihre Augen erneut mir Tränen. „Aber ich liebe Jess doch." Nach dieser Verkündung versuchte Rory gar nicht erst ihre Tränen zurück zu halten.
Lorelai, die so etwas schon befürchtet hatte, nahm sie erneut tröstend in die Arme. „Ich weiß mein Schatz."
A/N2:
So, das war der neue Teil. Übrigens ist der lange bevor Christoper in der Serie verlassen wurde entstanden. Wollte ich nur mal bemerkt haben...
Wenn jemand diese Story liest, lasst mir doch bitte ein Review da. Dann weiß ich wenigstens, dass ich nicht umsonst poste. Es müssen ja nicht mal positive Reviews sein. Ich in ja schon zufrieden, wenn ich weiß, wieviele Leser ich habe.
Ab jetzt wird's übrigens erst richtig spannend. Tristins Party bietet ein paar Überraschungen :D
