Vergebens
Das brennende Licht der untergehenden Sonne versengte das Land wie eine rotorangene Feuersbrunst, als ich das erste Mal von seinem Plan hörte und ich Angst bekam.
Nicht um mich, um sie.
"Close your eyes so you don't feel them, they don't need to see you cry", beschwor ich mich selbst und versteckte mich weiter hinter leeren Worten, während ich überlegte, wie ich sie retten konnte.
Die Tage zogen langsam an mir vorbei. Sacht, beinahe höflich, schob die Zeit mich vor sich her, während ich die Bahn der Sonne verfolgte und nachdachte.
Ich war bereit, mit dem Teufel ringen, um sie zu retten, sie am Leben zu erhalten, ihn höchstpersönlich um ihre Seele zu betrügen und ihr mit meinem Blut die notwendige Zeit zu erkaufen.
Alles vergebens.
Meine Einsamkeit war mein treuester Freund, ich habe sie zu einer regelrechten Kunstform hochstilisiert und zu einem Garten kultiviert, in dem sie Blüten treibt, schön, betörend, befremdlich und verdorben.
Jetzt, wo Lily tot ist, wuchert die Einsamkeit über diesen Garten hinaus, umfängt mich mit ihren Ranken und presst das letzte Herzblut aus mir heraus.
Die Engel des Wahnsinns lauern auf meiner Türschwelle und die Höllenhunde geifern nach mir.
Doch immer noch liebe ich sie.
"Eternity" – Robbie Williams
