Auftrag

Reyna


Wir standen zu viert vor dem Marsfeld. Julia trat neben uns und die Legionäre versammelten sich.

„Legionäre, wir haben eine Neue Kriegerin unter uns: Laura Summers, Tochter des Apollo, hergebracht von Charles Jackson und Reyna Grace. Welche Kohorte nimmt sie?", brüllte sie.

Die Zenturionen der fünften Kohorte, Cornelius, Julias jüngerer Bruder und Lea, traten vor und Lea rief: „Ich bürge für Laura Summers."

„Gut", Julia bedeutete Laura zur Fünften zur gehen und wandte sich dann wieder der Legion, „Wie ihr seht, gibt es noch einen weiteren Neuankömmling. Das ist Julian McCartney. Er ist ein klarsichtiger Sterblicher, der ebenfalls den Sommer im Camp verbringen wird. Als Gast", verkündete Julia.

Ein Gemurmel brach unter den Kohorten aus.

„Ruhe, außerdem werden Charlie und Reyna die nächsten Tage bei uns verbringen. Ebenfalls als Gäste", fuhr sie fort, „Die für heute Abend geplanten Kriegsspiele finden statt. Wegtreten."

Die Legionäre verstreuten sich und Lea führte Laura zu ihrem Schlafplatz.

„Kämpft ihr heute mit der Fünften?", fragte Julia uns.

„Ich schon", meinte Charlie.

„Dito", stimmte ich zu.

„Okay, Charlie, such mit Julian eine Waffe für ihn aus und gib ihm die nötige Ausrüstung für die Spiele heute Abend", befahl Julia, dann ging sie weg.

Julian war kreidebleich geworden: „Ich soll mitkämpfen?"

„Was dachtest du denn?", Charlie grinste und zog ihn weg.

Ich folgte Julia zur Praetoria. „Wie läuft es da draußen so für euch?", fragte Julia ohne von ihren Unterlagen aufzusehen.

„Eigentlich ganz gut", antwortete ich, dann seufzte ich und fragte: „Was ist los? Du bist anders als sonst."

„Wir haben eine Nachricht aus New York bekommen. Rachel hat etwas gesehen, etwas, dass auch die Römer oder eigentlich vor allem die Römer betrifft", Julia sah auf.

„Was denn?", es waren immer seltener geworden, dass Rachel etwas sah.

„Sie hat dich gesehen, Charlie und zwei Fremde, deren Beschreibung auf Laura und Julian passt. Ihr wart mitten auf dem Meer in einem Sturm. Clarisse meinte, dass es so aussah wir Charybdis und Skylla", erklärte Julia, „Es scheint so, als würdet ihr ins Meer der Monster müssen, warum auch immer."

„Aber, ich bin weder in der Legion noch Teil von Camp Half-Blood. Ich kann keinen Auftrag ausführen und Charlie geht es genauso! Außerdem sind Laura und Julian neu in dieser Welt. Sie können nicht mal kämpfen!", widersprach ich.

„Das ist nicht meine Entscheidung und das Orakel macht keinen Halt davor, ob du willst oder nicht", Julia seufzte.

„Dann ist es wohl am besten, wenn ich meine Eltern informiere, dass ich hier bleiben werde", Ich drehte mich um und machte mich, Julias „Halt!" ignorierend, auf den Weg zum Tempel der Iris.

Ich warf eine goldene Drachme in einen der Regenbögen, die immer im Tempel waren.

„Jason Grace", sagte ich.

Der Bogen schluckte die Münze und mein Dad erschien.

„Hi Dad", sagte ich. Dad schreckt hoch und lächelte bei meinem Anblick.

„Hi Reyna. Was ist los?", wollte er wissen.

„Ähm, es ist so, dass, äh, Rachel etwas gesehen hat", druckste ich herum.

„Was ist los, Reyna? Spuckst aus!", forderte Dad.

„Siehatlauracharliejulianundmichbeicharybdisundskyllagesehenundwir müssenaufeinenAuftrag", ratterte ich herunter.

„Was?!", fragte Dad.

„Rachel hatte eine Vision von Laura, Charlie, Julian und mit, wie wir in einem Boot bei Charybdis und Skylla sind", ich atmete tief ein und aus, „Und es sieht so aus, als müssten wir auf einen Auftrag."

„Was? Nein!", rief Dad.

„Doch!", seufzte ich.

„Kann es vielleicht ein Irrtum sein oder ein Scherz?", fragte Dad und massierte sich den Nacken, was er immer tat, wenn er nicht weiter wusste und überlegte.

Ich schüttelte den Kopf.

„Okay, wir versuchen Kontakt zu den Göttern aufzunehmen, damit wir rausfinden, warum dieser Auftrag stattfinden muss", versprach Dad, „Ich ruf dich heute Abend noch mal an."

„In Ordnung", ich winkte und wischte dann durch den Regenbogen.

Ich machte mich auf den Weg zu Charlie, um ihm von dieser Neuigkeit zu erzählen und würde später wohl auch Laura und Julian aufsuchen müssen.

Ich kam bei den Gästehäusern an. Große, schlichte Gebäude mit ebenso schlichten Zimmern, die einen wunderbaren Ausblick auf Neu-Rom hatten. Charlie saß draußen und genoss den Sonnenuntergang, der, zugegebenermaßen, wirklich schön aussah.

„Charlie", ich wollte ja nur ungern seine Ruhe stören, aber es war eben wichtig.

„Hi Reyna", begrüßte er mich. „Ist was?", fragte er aufgrund meines Tons und meines Gesichtsausdrucks.

„Ich war nach dem Appell noch bei Julia und hab mit ihr geredet. Sie hat mir von einer von Rachels Visionen erzählt", ich machte eine Pause und Charlie sah mich fordernd an, „Sie betraf uns."

„Wen genau schließt uns mit ein?", fragte er.

„Dich, Laura, Julian und mich. Es sieht aus, als würden wir vier einen Auftrag ins Meer der Monster erhalten oder zumindest in der Region", antwortete ich knapp.

„Ist heute der erste April?", wollte Charlie wissen.

„Nein und das ist kein Scherz. Mich wundert allerdings die Anzahl", gab ich zu.

„Ist doch schon mal vorgekommen, meine Eltern, Grover und Tyson im Labyrinth, weißt du noch", erinnerte Charlie mich, „Wann sollen wir es Laura und Julian sagen?"

„Uns was sagen?", fragte eine Stimme neben uns.

Überrascht wandten Charlie und ich unsere Köpfe zu der Stimme und erblickten Julian und Laura, die den Weg auf uns zukamen.

„Ähm, das ist schwer zu erklären, weil ihr noch nicht alles kennt", stotterte Charlie, „Was wisst ihr über das Orakel von Delphi?"

„Ein Apollo geweihtes Orakel, dass Voraussagungen in einem tranceartigen Zustand machte", kam es von Laura.

„Richtig, das Orakel existiert noch und der Geist von Delphi ruht momentan in Rachel Dare. Sie lebt im griechischen Camp und hatte eine Vision", erklärte ich.

„Von uns", fügte Charlie hinzu.

„Und was haben wir gemacht?", Julian klang nicht so, als ob er die Antwort wissen wollte.

„Sie hat uns am Eingang vom Meer der Monster, auch Bermudadreieck genannt, gesehen. Direkt vor Charybdis und Skylla", antwortete ich, „In anderen Worten: Wir haben einen Auftrag. Warum oder wozu wissen wir nicht."