Eine Woche nach Master Satanus' Geburtstag stehen wir beide Samael gegenüber. Er begrüsst uns fröhlich und nimmt uns dann gleich mit in den Himmel oder was auch immer das ist. Wir landen in einem grossen, pompösen Zimmer, in dem schon ein weiterer Engel wartet.
"Tizian, Tom, es freut mich sehr, dass ihr den Willen gefunden habt, hierher zu kommen. Mein Name ist Gabriel", sagt der Mann mit den weissen, ledrigen Flügeln leise, aber gut verständlich.
"Guten Tag, danke, dass wir herkommen dürfen...", sagt mein Master etwas unsicher.

Gabriel lächelt. Ich finde, es sieht etwas gekünstelt aus.
"Wenn ich euch vielleicht den Palast zeigen darf?"
"Gerne", sage ich schnell.

Ich habe irgendwann meine Gedanken ausgeklinkt, um ehrlich zu sein, denn eigentlich sieht der Palast aus, wie der meines Vaters und der von Lord Satanus.

Wie auch in den anderen beiden Palästen findet das Leben in der Bibliothek statt. Dort erwartet uns ein oder eine Veela, der/die am Boden kniet und demütig den Kopf gesenkt hält. Ich kann das Geschlecht nicht erkennen, weil die langen, blonden Haare seinen/ihren ganzer Oberkörper bedecken. Er/Sie trägt ein dünnes Gewand, welches zwar schön, aber viel zu knapp aussieht. Mich überkommt ein kalter Schauer, wenn ich denke, dass mein Master das eigentlich auch von mir verlangen dürfte.
"Bitte lasst euch nicht von diesem nutzlosen Veela irritieren. Hier knien ist leider das einzige, das er einigermassen beherrscht" Mittlerweile habe ich die genau perfekte Beschreibung für seine Stimme: häuchlerisch.

"Wie heisst du?", fragt Tizian, obwohl er es eigentlich von Luzifer weiss.
"Er ist leider stumm", merkt Gabriel an.
"Oh. Kann er die Zeichensprache?"
"Ja, er beherrscht nur diese, aber es ist die Zeit nicht wert, sich mit ihm zu unterhalten. Sein Name ist übrigens Mizar. Wollt ihr einen Tee oder Kaffee? Vielleicht Kuchen?"
"Gerne Tee", antworten Tizian und ich gleichzeitig. Gabriel nickt ruft nach einer Hauselfe, die das Gewünschte, plus ein paar Kekse sofort bringt.

"Ich möchte euch gerne gleich noch das Zimmer zeigen, das ihr für die nächsten Tage, und immer wenn ihr herkommt, bewohnen könnt. Es tut mir leid, es ist direkt neben dem Gemach Mizars, aber sollte er euch stören, dürft ihr gerne selbst Justiz für sein Vergehen ausüben." Ich sehe, dass Mizar leicht zusammenzuckt. Mein Master schielt kurz zu mir hinüber, nickt dann aber.

"Wohnen deine Brüder auch hier?", fragt Master Satanus schliesslich.
"Nur Samael. Ich weiss nicht, ob du es weisst, aber Raphael und Michael betreiben sowas wie eine Partnerschaft und wohnen zusammen in einem kleinen Haus"
"Also gibt es hier auch so eine Stadt wie sie mein Vater erbaut hat?"
"Ich war noch nie da unten, aber nein. Michael und Raphael haben sich ein Haus gebaut. Vermutlich würden sie sich ebenfalls freuen, wenn ihr sie besuchen geht. Nur... Wenn ihr rausgeht, nehmt Mizar mit, er kennt sich hier aus. Es ist nicht sehr angenehm für dich draussen, Tom. Die Sonne ist hier viel näher als auf der Erde und auch mit deiner Kette wird deine Haut zu warm, wenn du zu lange draussen bist"

"Wo sind wir denn hier? Doch nicht wirklich im Himmel, oder?"
"Nicht direkt. Wir sind auf dem innersten Planet Merkur"
"Oh. Okay. Ja, wir werden ihn mitnehmen." Wir trinken unseren Tee, während Gabriel in seiner häuchlerischen Stimme davon erzählt, wie unfähig Mizar doch sei.

"Kannst du bitte aufhören, so abfällig über ihn zu reden? Er bekommt jedes Wort mit", bete ich ihn nach einer halben Stunde, weil es mich langsam wirklich bedrückt. Gabriel sieht mich überrascht an, zuckt dann aber mit den Schultern. Wir sind ohnehin alle fertig mit unseren Tees und so führt uns Gabriel zu unserem Zimmer. Mein Master hebt den Schrumpfzauber über seiner und meiner Tasche auf.

Eine ganze Weile bleiben wir in unserem Zimmer, dann begeben wir uns wieder in die Bibliothek. Mizar kniet immer noch neben dem Sofa. Gabriel sagte, dass er bis zum Abendessen um acht leider beschäftigt sei, also haben mein Master und ich beschlossen, dass wir schon heute zu Raphael und Michael gehen.

"Mizar, wir würden gerne zu Michael und Raphael, würdest du uns begleiten?" Mizar steht auf und nickt. Erst jetzt sehe ich, wie kurz sein Gewand wirklich ist. Er sieht peinlich berührt aus, als er es glatt streicht, damit es möglichst viel von seinen Beinen überdeckt.
"Gabriel sagte, du beherrst die Zeichensprache?" Wieder nickt Mizar.
"Sehr gut, ich nämlich auch." Verwirrt sehe ich Tizian an.
"Woher denn?"
"Wir hatten in der Muggelschule mal einen Taubstummen zu Besuch und deswegen mussten wir es lernen, ich kann aber nur die Buchstaben, die Wörter mussten wir nicht können. Also wenn du mir was mitteilen willst, musst du die einzelnen Buchstaben benutzen, okay?" Mizar nickt, dann hebt er seine eine Hand und bewegt seine Finger sehr schnell. Er sieht ziemlich gestresst aus. Abwartend, aber auch unsicher sieht er meinen Master an, als er seine Hand wieder sinken lässt. Tizian kichert.
"SO gut bin ich nun auch wieder nicht darin. Nimm dir Zeit" Er sieht irgendwie beruhigt aus und er wiederholt die Bewegungen nochmals langsamer. Tizian wiederholt jedes Wort und Mizar nickt jedesmal.

"Ich. Darf. Eure. Zeit. Nicht. Beanspruchen… Doch, natürlich. Wir haben vorher abgemacht, dass wir dich möglichst viel irgendwohin mitnehmen, wenn du willst" Sein Gesichtsausdruck ist nun noch überraschter, doch dann verneigt er sich kurz.
"Was heisst das? Heisst das 'Okay'? Es. Heisst. Danke... Ach so."

Wir befinden uns gleich darauf vor dem Tor, das langsam aufgeht.
"Wollt. Ihr. Hinüber. Fliegen? Kommt darauf an. Beim Fliegen kann die Sonne doch eure Flügel angreifen, nicht?" Mizar nickt.
"Dann laufen wir. Ich kann euch Schatten geben" Wieder verneigt sich Mizar.

Im Schatten seiner Flügel können Mizar und ich ohne Probleme bis zum Häuschen laufen, wo Mizar anklopft.

Michael macht sofort die Tür auf und lässt uns eintreten.
"Hallo, ich dachte mir schon, dass ihr es nicht lange bei Gabriel aushaltet. Raph ist im Moment noch weg, aber er taucht sicher bald auf. Hier, Mizar" Der Engel reicht Mizar ein Stoffding, das ich nicht gleich erkennen kann. Dann sehe ich aber, dass es ein Umhang ist. Mizar verneigt sich kurz und zieht sich den Umhang über. Er sieht so ziemlich autoritär aus.

"Glaubt Gabriel bitte kein Wort, das er über Mizar sagt. Er ist sehr intelligent, auch wenn er nichts sagen kann. Er konnte mal sprechen, also ist nicht seine Stimme kaputt."
"Was ist passiert?", fragt Tizian Mizar, doch anstelle von ihm gibt Michael Antwort: "Als sein und Gabriels Sohn gestorben ist, hat Gabriel Mizar mehr die Schuld gegeben als irgendwem anders und er hat ihm noch nicht verziehen. Vor dem Tod seines Sohnes war Gabriel sehr offenherzig, freundlich und fürsorglich; er hat Mizar nach Strich und Faden verwöhnt, doch nachher hat er ihn verachtet. Dabei verlor Mizar seine Stimme genauso wie seinen Stellenwert bei Gabriel" Mizar hört sich das alles an, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken.

"Kann Vater da nichts machen?", fragt Tizian.
"Ich glaub nicht, dass er was davon weiss, aber vielleicht könntest du ihn fragen. Möchtest du das überhaupt?", wendet er sich an Mizar. Dieser sieht verwirrt aus.
"Was. Denn. ?."
"Ob du von Gabriel weg willst?" Mizars Mund klappt auf.
"Das. Geht. ?."

"Vielleicht", sage ich. Mizar beginnt zu strahlen, dann verdüstert sich seine Miene aber.
"Wer. Will. Mich. Schon. Haben. ?.", übersetzt Tizian.
"Vielleicht kannst du Sklave werden, das ist jedenfalls besser, als die ganze Zeit nur neben dem Sofa zu knien und als Deko zu dienen", sagt Michael etwas direkt. Mizar schüttelt mit einem bedauerndem Gesichtsausdruck seinen Kopf.
"Aber du würdest von ihm weg wollen?", fragt Tizian nochmals. Wieder nickt Mizar.
"Okay, dann rede ich mit meinem Vater, sobald wir zuhause sind... Dein. Nein, Euer, alles klar. Also Euer. Vater. Hasst. Mich."

"Das ist nicht wahr, Mizar. Luzifer hasst niemanden. Na gut. Vielleicht Gabriel.", sagt Michael.
"Er denkt, Gabriel würde dich immer noch verwöhnen", sage ich. Mein Master stimmt mir nickend zu und Mizar lächelt seelig.

"Bin wieder da!", ruft Raphael plötzlich von der Tür aus.
"Hallo! Bringst du bitte gleich noch fünf Butterbier mit? Wir haben Besuch!" Raphael guckt kurz in das Zimmer, wo wir alle sind.
"Oh, hallo zusammen.", sagt er kurz, dann verschwindet er für einige Minuten, bevor er mit fünf Fläschchen wieder kommt.
"Ich dachte, ihr wäret heute eher bei Gabriel zu Besuch?"
"Ja schon, aber erstens hat er bis zum Abendessen zu tun und zweitens wollten wir Mizar ein wenig ablenken"
"Das ist vorbildlich" Raphael stellt vor jeden eine Flasche, die er mit dem Daumen geöffnet hat.

"Wo warst du?", fragt Tizian neugierig.
"Einkaufen" Ich muss über sie Surrealität grinsen. Ein Erzengel, der einkaufen geht! "Ich habe dabei übrigens ein Mädchen getroffen. In deinem Alter ungefähr, sie war an deiner Party... ach, wie hiess sie noch gleich... braune Haare, verdammt hübsch-..."
"Hermine?", unterbricht mein Master.
"Genau. Sie wusste scheinbar, dass ihr hier seid und bat mich, euch einen Gruss auszurichten und zu sagen, dass euch Tatze in den Grimmauldplatz einlädt - wer auch immer Tatze ist"
"Tatze ist Sirius Black, Tizians Pate", antwortet Michael noch bevor mein Master dazu kommt, "ein Grimm, der nicht weiss, was Grimme alles können"

Als die riesige Sonne langsam hinter dem Horizont verschwindet, machen wir uns auf den Weg zurück zum Schloss, wo Gabriel schon geduldig auf uns wartet. Mizar nimmt seinen Platz neben dem Sofa ein und senkt gehorsam den Kopf, sowie den Blick seiner orangenen Augen.

"Amüsiertet ihr euch gut?", fragt Gabriel. Seine Hand ruht auf Mizars Kopf.
"Es war sehr angenehm", erwidert mein Master etwas distanziert.

Diese Distanz bleibt auch in den nächsten vier Tagen bestehen. Während es hell war, waren wir mit Mizar bei Raphael und Michael, am Abend bei Samael und Gabriel.

Am Tag unserer Abreise sieht uns Mizar so traurig an, dass ich beinahe Angst habe, dass er zu weinen beginnen könnte. Zum Glück tut er das nicht, aber in einem Moment, in dem Gabriel nicht da ist, bittet er ganz schüchtern darum, uns zum Abschied umarmen zu dürfen. Weil Tizian dazu ja sagt, muss ich wohl auch, auch wenn knuddeln nicht meine Lieblingsdisziplin ist.

Dann gehen wir. Wir werden von Samael in Lord Satanus' Schloss gebracht. Dieser begrüsst uns fröhlich.

"Dachte schon, Gabriel habe euch auf seine Seite gezogen", grinst er.
"Ne. Diesen nicht sonderlich zu mögen, scheint bei euch im Blut zu liegen", kichert Samael in seiner kindlichen Art, "also, mein Job ist erfüllt. Tschüss zusammen, bis bald", sagt er noch und dann ist nur noch weisser Rauch zu sehen.

Luzifer lacht leise.
"Irgendwie fühlte ich das. Habt ihr Gabriels Veela Mizar kennengelernt?"
"Ja. Er tut mir leid... Sag mal. Ist es irgendwie möglich, ihn von da wegzuholen?" Luzifer lacht wieder.
"Warum denn? Gabriel verwöhnt Mizar mehr als Skkylar Liam"
"Nicht mehr, seit ihrer beider Sohn gestorben ist. Gabriel gibt Mizar mehr die Schuld als dir"
"Wirklich? Hat sich Mizar nicht gewehrt? Er ist schon ein ziemlich verwöhntes Gör"

"Nicht mehr. Gabriel redet in einem Fort schlecht von ihm, auch wenn er im Raum ist und er muss den ganzen Tag lang neben dem Sofa knien und Gabriel sieht ihn irgendwie als Deko für die Bibliothek an"
"Echt? Wie seid ihr zu diesen Infos gekommen?"
"Das haben wir ja gesehen und Michael hat uns noch ein wenig erzählt..."
"Wenn das stimmt - und ich glaube euch, aber ich muss noch mit Michael sprechen - dann bekommt Mizar bald einen neuen Master. Oder eine Masterin..."

"Eine Gefährtin?", fragt mein Gefährte ungläubig, "ich dachte, Veelas hätten immer männliche Partner?"
"Mhm, das war bisher auch so, aber ich frage mich, warum es nicht auch anders gehen soll"
"Müssen sich Wesen nicht immer fortpflanzen können?"
"Doch, aber Gefährtinnen sollen nur in Frage kommen, wenn der vorherige Master ein Idiot ist. Ich hatte diese Idee schon seit einer Weile, aber mir fehlte noch eine letzte Idee. Wer entscheidet, wann der Master ein Idiot ist? Theoretisch müsste ich mir Taron dann selbst wegnehmen, weil ich ihn ja auch als Sklave betrachtete."
"Wenn der Veela von seinem Master weg will, ist der Master nicht gut und Dad will bestimmt nicht von dir weg."
"So einfach ist das leider nicht, denn das kann ich nicht überwachen."
"Machs doch einfach, wenn du davon erfährst? Die Dämonen, die auf der Erde oder hier unten wohnen, können ja ein wenig die Augen und Ohren offen halten, nicht? Du bist immerhin ihr König"
"Ja... das wäre nicht schlecht. Eigentlich sogar gut. Das mache ich so, aber ich muss noch mit Michael sprechen. Danke für diese Idee"
"Gerne"
"Sag mal, wärst du auch mal daran interessiert, ein neues Wesen zu erschaffen? Es ist schon seit 300 Jahren keines mehr entstanden"
"Wenn du mir hilfst...?" Luzifer grinst.
"Aber sicher doch. Wenn du eine Idee hast, nur zu. Nur denke daran, dass du die Fähigkeiten deiner eigenen Wesen auch einsetzen kannst. Zum Beispiel könnte ich genauso schnell sein wie Skkylar, nur ist mir das zu stressig"
"Oh, okay. Aber ich muss erst ein wenig darüber nachdenken. Darf Tom mir vielleicht ein wenig helfen?"
"Sicher"

"Also kann es auch ein magisches Tier wie ein Einhorn sein oder so?", frage ich nachdenklich.
"Ja, natürlich, nur ist das etwas schwierig, weil die nicht menschlich denken"
"Tu ich ja vermutlich auch nicht, oder?", will ich weiter wissen.
"Nein, aber im Gegensatz zu den Tieren kannst du menschliche Gedanken nachvollziehen"
"Nicht wirklich" Ich grinse. Menschliche Gedanken waren für mich schon immer ein Buch mit sieben Siegeln.
"Du verstehst jedenfalls, was Tizian von dir will und Dämonen denken grösstenteils menschlich"

"Okay, du hast mich überredet"

##

Ich bin froh, als Mizar zwei Tage später verwirrt in der Bibliothek steht. Er sieht sich irritiert um. Unsicher geht er zur Tür und zieht sie einen Spalt weit auf, doch er scheint nichts Bekanntes zu sehen. Er macht das Tor leise wieder zu. Stirnrunzelnd sieht er nach oben. Da stehe ich auf dem Balkon. Er fliegt zu mir hoch und sieht mich dann so fragend an, dass ich ihn sogar verstehe.
"Du bist in Luzifers Schloss, falls das deine Frage ist" Mizar nickt langsam. Dann kommt Luzifer selbst zu uns.
"Hallo Mizar, schön, dich auch mal wieder zu sehen" Mizar senkt kurz den Kopf.

"Ich habe von Michael gehört, dass du deine Stimme verloren hast und dass Tizian dich versteht?" Mizar nickt wieder.
"Also ja zu beidem?" Nochmals nickt er.
"Gut, ich hole ihn kurz. Warte bitte hier, ich erkläre dir gleich, warum du hier bist" Mizar nickt und wartet mit mir, bis mein Master zu uns stösst.

"Also, was ist deine erste Frage ausser 'was mache ich hier?'", will Luzifer wissen.
"Wie. Komme. Ich. Wieder. Zurück. ?." Tizian sieht seinen Vater abwartend an.

"Möchtest du denn überhaupt wieder zurück?" Mizar schüttelt schnell den Kopf.
"Gut. Kannst du ehrlichgesagt auch nicht. Im Moment bist du frei"

"Ist. Gabriel. Tot. ?.", übersetzt Tizian.
"Nein. Ich habe dich von ihm weggeholt, weil ich es ein wenig barbarisch finde. Wenn der Veela psychische Schäden davon trägt, war es der falsche Master. Nun habe ich eine Frage an dich: Möchtest du hier Sklave werden oder es mit einer Meisterin versuchen?"

"Ich. Darf. Wählen. ?."
"Jap. Fühl dich geehrt, du bist der erste. Das ist jetzt aber auch noch neu. Wenn deine Meisterin dich ablehnt, wirst du trotzdem Sklave"
"Ich. Möchte. Es. Gerne. Nochmals. Probieren"
"Gut. Deine Meisterin heisst Hermine Granger. Wenn ich dich wäre, würde ich Hogwarts wieder besuchen, damit du sie kennenlernen kannst. Bis dahin darfst du gern hier bleiben. Tom, wäre es möglich, Lucius noch einen Schüler unterzujubeln?"
"Klar, kein Problem. Ich melde dich an, Mizar, okay?" Mizar nickt wieder. Er verbeugt sich leicht, um danke zu sagen.

##

Ungefähr zweieinhalb Wochen später kommt bereits ein neuer Veela an. Wie schon Mizar vor ihm landet er in der Bibliothek, allerdings gleich vor uns. Mit Schreck geweiteten Augen guckt er zu uns hoch. Er ist sehr klein, hat braune,mittellange Haare, stahlblaue Augen und definitiv hat er sehr grosse Angst.

"Wer bist du?", fragt Luzifer ruhig. Der Veela sieht uns weiterhin nur an. Seine Augen sind weit aufgesperrt und er versucht jedes Detail in sich aufzusaugen.

"Wer bist du?", fragt Luzifer noch einmal. Der Veela schüttelt den Kopf. Immer und immer wieder kneift er seine Augen zusammen, als ob er sich von einem inneren Bild befreien müsste.

"Hey, ganz ruhig… niemand tut dir was…", sagt Taron. Er steht langsam auf, um zu dem Veela zu gelangen, doch in dem Moment kommt Skkylar mit einigen Knabbereien zu uns.

"Hallo, Onyx, was machst du denn hier?", fragt Skkylar sehr verwundert, "Ist Ysante tot, Luzifer?"

"Woher kennst du ihn?", fragt Luzifer.

"Ich war ein… Freund von seinem Master. Onyx… hey… erkennst du meine Stimme?"

Sobald der Veela Skkylars Stimme vernommen hat, läuft er zu ihm und guckt ihn bewundernd an.

"Master Skkylar…", haucht Onyx. Skkylar stellt das Tablett auf den Tisch und legt dann seine Arme um den kleinen Veela.

"Ich habe dich von diesem Ysante befreit, Onyx. Möchtest du einen anderen Master oder möchtest du hier ein Sklave sein?", fragt Master Satanus.

Er (oder eher Skkylar an seiner Stelle) entscheidet sich schnell dafür, Sklave zu sein. Er scheint mir sehr, sehr zurückhaltend.

Nur vier Tage später ereilt mich die Nachricht, dass mein Vater gestorben ist. Luzifer sagt es mir zögerlich während dem Morgenessen. Natürlich bin ich erstmal zu geschockt, um es zu verarbeiten, doch als mich Tizian sanft umarmt, brechen alle Dämme. Mindestens zwei Stunden weine ich. Erst in der Bibliothek, dann teleportiert Tizian mit mir in sein Zimmer, wo er mir dann auch noch einen Tee holt und mich unter die Decke verfrachtet.

Ich mag seine Fürsorge, doch als er sagt, dass mein Dad wohl in der Bibliothek angekommen ist, gehe ich sofort runter, um ihm Gesellschaft zu leisten. Für lange Zeit bleiben wir da, bis Dad von Skkylar abgeholt wird.

In den nächsten Tagen bin ich kaum ansprechbar, soweit ich weiss. Ich wäre gerne von Tizian abgelenkt worden, doch leider tröstet er mich nur. Ich hätte lieber gehabt, wenn er mich auf andere Gedanken gebracht hätte, doch nach wie vor scheint er an meinem Körper nicht interessiert. Deswegen gehe ich an einem Tag zu meinem Dad und er meint, dass ich mal nackt im Bett auf Tizian warten sollte, am besten noch mit meinem Veelaschmuck. Toll. Ich besitze keinen solchen, weil Tizian immer noch nicht das Buch gelesen hat.

Trotzdem versuche ich es eine Woche später; es sind ein paar Tage vor Schulbeginn. Als sich Tizian noch im Bad aufhält, um zu duschen, ziehe ich mich nervös aus und lege mich ins Bett. Zugedeckt natürlich. Es geht höchstens eine Minute, bis sich Tizian zu mir legt. Absichtlich schalte ich meinen Charme ein, um ihn ein wenig zu beeinflussen.

Tizian runzelt die Stirn, als er meinen nackten Körper fühlt und er sieht mich irritiert an.
"Du willst mich wohl testen, was?"
"Was?... Warum testen?" Tizian lacht leise.
"Ob ich dir widerstehen kann und ob ich deine Bitte einhalte"
"Was für eine Bitte?", frage ich jetzt ernsthaft verwirrt. Wieder lacht er.
"Ach, das weisst du doch ganz genau"
"Uhmm... Nein, eigentlich nicht, um ehrlich zu sein"
"Du hast mich doch nach der Bindung gebeten, das nie mehr zu wiederholen"
"Aber... Moment, du würdest es zulassen, wenn ich sagen würde, dass ich keinen Sex mit dir will?"
"Du zerstörst gerade mein Ego, das ist dir hoffentlich bewusst? Natürlich akzeptiere ich das! Denkst du, ich will einfach deine Gefühle ignorieren?" Nun stämme ich mich mich so hoch, dass ich über ihm bin.

"Ich... Ich glaube, du hast mich ganz mächtig falsch verstanden. Ich meinte doch nicht den Akt an sich, sondern das mit der Crème, die wir benutzt haben! Du weisst nicht mal, wozu die gut war, oder?"
"Naja... Nein, ich bin davon ausgegangen, dass du schon weisst, was du tust", sagt Tizian zögerlich. Wir liegen nun Brust auf Brust aufeinander.
"Dann will ich es dir nun erklären. Diese Créme verdirbt mir grundsätzlich alle guten Gefühle während der Bindung, die man normalerweise hätte. Mir hat die Prozedur ziemlich weh getan, und ja, ich weiss, du sagtest, dass ich stopp sagen sollte, wenn du mir weh tätest, aber ich kenne dich gut genug um zu wissen, dass du dann die Bindung abgebrochen hättest und wir nochmals von vorne hätten anfangen müssen, also... Als es durch war, habe ich eigentlich gemeint, dass wir die Crème nicht nochmals benutzen sollten. Ich würde doch niemals meinem Master verbieten, meinen Körper zu brauchen!" Ich lächle ihn an und küsse ihn dann keusch auf die Lippen. Tizian sieht mich eine Weile nur nachdenklich an, dann dreht er uns so schnell, dass ich beinahe erschrecke. Jetzt ist er über mir.

"Du weisst schon, dass wir das jetzt nachholen müssen?"
"Ich habe es zumindest gehofft. Aber ich will mich doch noch für den Fakt, dass du es akzeptiert hast, als du dachtest, ich will gar nicht, bedanken. Das nehme ich nicht als selbstverständlich hin", sage ich leise. Tizian schüttelt den Kopf.
"Du solltest es aber für selbstverständlich nehmen. Du kannst mir immer sagen, wenn du nicht einverstanden bist, mit dem, was ich für dich mitentscheide. Vielleicht gibt es ja auch andere Lösungen, okay?" Ich nicke glücklich, dann mache ich mich daran, sein Shirt, dass er manchmal zum Schlafen anhat, auszuziehen. Er ist ziemlich braun, was mir sehr gefällt. Dementsprechend abgelenkt sehe ich ihn an, während er sich auch seiner Shorts entledigt.

"Brauchen wir nicht trotzdem so etwas wie Gleitcréme?" Ich grinse und schüttle nur den Kopf.
"Aber dann wird es dir doch weh tun?"
"Wo denkst du nur hin?", schmunzle ich und ich nehme seine Hand, um sie zwischen meine Beine zu führen.
"Spürst du das? Das reicht alleweil"

"Okay, wenn du das sagst", sagt er leise. Ich geniesse seine Hände auf meinen Schultern. Sie drücken mich tief in die Matratze hinein, während Tizian an meiner linken Brustwarze knappert, die rechte wird sträflich vernachlässigt. Ich wimmere leise; das ist meine persönliche Schwachstelle und es macht mich fast verrückt.

"So empfindlich?", fragt er leise.
"Mhm!", erwidere ich leise. Dann beginnt er auch noch, zu saugen und ich bin dahingeschmolzen.

Leise lacht er, dann wendet er sich der anderen Seite zu.
"Unfair!", hauche ich dazwischen.
"Macht nichts. Du machst so hübsche Geräusche", grinst er. Ich gebe mich den Gefühlen einfach hin.

Lange beschert er mir diese fast vollkommenen Gefühle, dann versenkt er sich in mir, während er mit den Fingern weiter meine Nippel bearbeitet. Ich fahre mit meiner einen Hand zwischen meine Beine, um auch mir selbst einen Höhepunkt zu schenken. Tizian scheint nicht so richtig zu wissen, wie das geht, aber das macht nichts. Dass er meine erogenste Zone schon beim zweiten Mal gefunden hat, gibt ihm schon genug Pluspunkte.

Kurz vor dem Orgasmus zieht sich mein Unterleib zusammen und Tizian kommt in mir. Ich bin froh, dass ich letztes Mal nicht einen temporären Verhütezauber auf mich gelegt habe, denn nun fällt es mir erst im Nachhinein ein.

Schnell atmend stützt sich Tizian auf seine Ellenbogen, um mich nicht zu zerquetschen, und sieht mich glücklich und befriedigt an, bevor er mir einige Küsse zukommen lässt. Dann reinigt er uns schnell per Zauber, bevor er sich neben mich legt.

"Alles klar?", flüstert er durch die Dunkelheit.
"Mehr als das", gebe ich zurück und kuschle mich noch etwas mehr an ihn, sodass wir am Ende in der Löffelchen-Position sind. Meine Flügel liegen über seinen Körper und sein Arm auf meinen Flügeln.


Hey! Ich freue mich über jeden Kommentar!