Hi alle zusammen. Danke fuer die Reviews, das tut meinem Ego so gut. Viel Spass mit dem Kapitel
"Quidditch" las Sirius und lachte dann ueber James aufgeregten Gesichtsausdruck.
"Komm schon Tatze. Lass mich lesen!" quengelte James.
"Keine Chance." Lehnte Sirius ab, teuflisch grinsend.
"Bloedmann…" grummelte James.
Anfang November wurde es sehr kalt. Die Berge im Umkreis der Schule wurden eisgrau und der See kalt wie Stahl. Allmorgendlich war der Boden mit Reif bedeckt. Von den oberen Fenstern aus konnten sie Hagrid sehen, wie er, warm angezogen mit einem langen Mantel aus Maulwurffell, Handschuhen aus Hasenfell und gewaltigen Biberpelzstiefeln, die Besen auf dem Quidditch-Feld entfrostete.
Die Quidditch-Saison hatte begonnen.
James grinste aufgeregt.
Am Samstag, nach wochenlangem Training, würde Harry seine erste Partie spielen: Gryffindor gegen Slytherin.
"Sollte ein interessantes Spiel sein." bemerkte Remus traege.
Wenn die Gryffindors gewinnen sollten, dann würden sie den zweiten Tabellenplatz in der Hausmeisterschaft erobern.
Bislang hatte kaum jemand Harry spielen sehen, denn Wood hatte beschlossen, die Geheimwaffe müsse – nun ja – geheim gehalten werden. Doch auf irgendeinem Wege war durchgesickert, daß Harry den Sucher spielte,
"In Hogwarts bleibt nichts geheim." Sirius gluckste.
und Harry wußte nicht, was schlimmer war – die Leute, die ihm sagten, er würde ein glänzender Spieler sein, oder die Leute, die ankündigten, sie würden mit einer Matratze auf dem Spielfeld herumlaufen.
"Aeh…Ich wuerde so weit gehen zu behaupten, dass mit der Matratze ist schlimmer." Sirius lachte leise.
"Denk mal drueber nach." erklaehrte Lily. "Wenn die Leute ihm sagen, dass er briliant sein wird, steht er morgen unter viel mehr Druck, gut zu sein und das wird ihn noch nervoeser machen."
Harry hatte wirklich Glück, daß er inzwischen Hermine zur Freundin hatte. Bei all den von Wood immer in letzter Minute angesetzten Trainingsstunden hätte er ohne sie nicht gewußt, wie er seine ganzen Hausaufgaben schaffen sollte.
"Jap. Mit Moony hier ist es genauso!" Sirius lachte. Nach einer Weile stimmte James mit ein und Remus warf ihnen halbherzig boese Blicke zu.
Hermine hatte ihm auch Quidditch im Wandel der Zeiten ausgeliehen, ein Buch, in dem es interessante Dinge zu lesen gab.
Harry erfuhr, daß es siebenhundert Möglichkeiten gab, ein Quidditch-Foul zu begehen, und daß sie alle bei einem Weltmeisterschaftsspiel von 1473 vorgekommen waren; daß Sucher meist die kleinsten und schnellsten Spieler waren und daß sie sich offenbar immer die schwersten Verletzungen zuzogen; daß die Spieler zwar selten einmal starben, es jedoch vorgekommen war, daß Schiedsrichter einfach verschwanden und dann Monate später in der Wüste Sahara wieder auftauchten.
Seit Hermine von Harry und Ron vor dem Bergtroll gerettet worden war, sah sie die Regeln nicht mehr so eng und war überhaupt viel netter zu ihnen.
"Ich bin froh, dass sie Freunde sind" Lily laechelte. "Ich glaube, dass sie alle davon profitieren warden."
Am Tag vor Harrys erstem Quidditch-Spiel standen die drei in einer Pause draußen im eiskalten Hof Hermine hatte für sie ein hellblaues Feuer heraufbeschworen, das man in einem Marmeladeglas mit sich herumtragen konnte.
"Beeindruckend." Sagte Remus laechelnd.
Sie standen gerade mit dem Rücken zum Feuer und wärmten sich, Als Snape über den Hof kam. Harry fiel gleich auf, daß Snape hinkte. Die drei rückten näher aneinander, um das Feuer vor ihm zu verbergen, denn gewiß war es nicht erlaubt.
"Es ist nicht" stimmte Lily zu.
Unglücklicherweise mußte Snape ihre schuldbewußten Gesichter bemerkt haben,
"Sie muessen noch an ihren Unschuldsmienen arbeiten." Sirius seufzte.
denn er hinkte zu ihnen herüber. Das Feuer hatte er nicht gesehen, doch er schien ohnehin nach einem Grund zu suchen, um ihnen eine Lektion zu erteilen.
»Was hast du da in der Hand, Potter?«
Es war Quidditch im Wandel der Zeiten. Harry zeigte es ihm.
»Bücher aus der Bibliothek dürfen nicht nach draußen genommen werden«, sagte Snape. »Gib es mir. Fünf Punkte Abzug für Gryffindor«
"Das ist keine echte Regel!" rief Lily leicht genervt.
"Er wollte blos eine Ausrede um sich wie ein aas zu benehmen." Knurrte Sirius.
»Diese Regel hat er gerade erfunden«, zischte Harry wütend, als Snape fortgehinkt war. »Was ist eigentlich mit seinem Bein?«
»Weiß nicht, aber hoffentlich tut's richtig weh«, sagte Ron verbittert.
"Das hoffe ich auch." sagte Sirius bestimmt und James nickte heftig.
An diesem Abend war es im Aufenthaltsraum der Gryffindors sehr laut. Harry, Ron und Hermine saßen zusammen am Fenster. Hermine las sich Harrys und Rons Hausaufgaben für Zauberkunst durch. Abschreiben durften sie bei ihr nie (»Wie wollt ihr dann je was lernen?«), doch wenn sie sie baten, ihre Hefte durchzulesen, bekamen sie auch so die richtigen Antworten.
"Sie kann sie genauso gut abschreiben lassen." Sirius lachte leise.
Harry war nervös. Er wollte Quidditch im Wandel der Zeiten zurückhaben, um sich vom morgigen Spiel abzulenken. Und warum sollte er vor Snape Angst haben? Er stand auf und sagte, er werde Snape fragen, ob er es zurückhaben könne.
»Der gibt es dir nie im Leben«, sagten Ron und Hermine wie aus einem Munde, doch Harry hatte das Gefühl, Snape würde nicht nein sagen, wenn noch andere Lehrer zuhörten.
"Denk noch mal nach" spottete Sirius.
Er ging hinunter zum Lehrerzimmer und klopfte. Keine Antwort. Er klopfte noch einmal. Wieder nichts.
Vielleicht hatte Snape das Buch dort drin gelassen? Einen Versuch war es wert. Er drückte die Tür einen Spalt breit auf und spähte hinein – und es bot sich ihm ein furchtbares Schauspiel.
"Was war es?" fragte Lily besorgt.
Snape und Filch waren im Zimmer, allein.
James und Sirius brachen in schallendes Gelaechter aus.
"Will ich gar nicht wissen! SCHLIES DIE TUER, HARRY. SCHNELL!" schrie Sirius.
Snape hatte den Umhang über ein Knie hochgezogen.
"Oh Merlin. RETTE UNS!"
Sein Bein war zerfleischt und blutig. Filch reichte Snape Binden.
"Oh…"
»Verdammtes Biest«, sagte Snape. »Wie soll man eigentlich auf alle drei Köpfe gleichzeitig achten?«
"Er hat versucht an dem Hund vorbei zu kommen?" Remus blickte finster und Sirius fuehlte seinen Verdacht weiter bestaetigt.
Harry versuchte die Tür leise zu schließen, doch -
»POTTER«
Snape ließ sofort den Umhang los, um sein Bein zu verstecken. Sein Gesicht war wutverzerrt. Harry schluckte.
»Ich wollte nur fragen, ob ich mein Buch zurückhaben kann.«
"Keine Chance mehr, Welpe." Sirius blickte finster.
»RAUS HIER! RAUS!«
Harry machte sich davon, bevor Snape Gryffindor noch mehr Punkte abziehen konnte. Er rannte die Treppenhoch zu den andern.
»Hast du es«, fragte Ron, als Harry hereinkam. »Was ist los?«
Leise flüsternd berichtete Harry, was er gesehen hatte.
»Wißt ihr, was das heißt?«, schloß er außer Atem,»er hat an Halloween versucht, an diesem dreiköpfigen Hund vorbeizukommen! Er war auf dem Weg dorthin, als wir ihn gesehen haben – was auch immer der Hund bewacht, Snape will es haben! Und ich wette meinen Besen, daß er den Troll hereingelassen hat, um die andern abzulenken!«
"Ich stimme Harry zu!" erklaehrte Sirius sofort. James nickte stumm doch Remus runzelte die Stirn.
Hermine sah ihn mit weit aufgerissenen Augen an.
»Nein, das würde er nicht tun«,
"Ich stimme Hermine zu." Sagte Lily verstimmt.
sagte sie. »Ich weiß, er ist nicht besonders nett, aber er würde nichts zu stehlen versuchen, was Dumbledore sicher aufbewahrt.«
»Ehrlich gesagt, Hermine, du glaubst, alle Lehrer seien so etwas wie Heilige«, fuhr Ron sie an. »Ich finde, Harry hat Recht. Snape trau ich alles zu. she said.
"hoert hoert" Sirius klang begeistert.
Aber hinter was ist er her? Was bewacht der Hund?«
Als Harry zu Bett ging, surrte ihm noch immer diese Frage durch den Kopf. Neville schnarchte laut, doch Harry konnte ohnehin nicht schlafen. Er versuchte die Gedanken daran zu vertreiben – er brauchte Schlaf. Er mußte schlafen, denn in ein paar Stunden hatte er sein erstes Quidditch-Spiel – doch den Ausdruck auf Snapes Gesicht, nachdem Harry sein Bein gesehen hatte, konnte er einfach nicht vergessen.
Strahlend hell und kalt zog der Morgen herauf Die Große Halle war erfüllt mit dem köstlichen Geruch von Bratwürsten und dem fröhlichen Geschnatter all derer, die sich auf ein gutes Quidditch-Spiel freuten.
»Du mußt etwas frühstücken.«
»Ich will nichts.«
»Nur ein wenig Toast«, redete ihm Hermine zu.
»Ich hab keinen Hunger.«
"Du must etwas essen!" meinte Lily fuersorglich.
Harry fühlte sich elend. In einer Stunde würde er das Spielfeld betreten.
»Harry, du brauchst Kraft«, sagte Seamus Finnigan. »Im Quidditch versucht man immer, den Sucher der anderen Mannschaft auszulaugen.«
"Oh das ist beruhigend" murmelte Lily mit sarkastischem Unterton. James hingegen zappelte in seinem Sitz herum, sich darauf freuend von Harrys erstem Quidditch Spiel zu hoeren.
»Danke, Seamus«, sagte Harry und sah ihm zu, wie er Ketchup auf seine Würste schüttete.
Um elf schien die ganze Schule draußen auf den Rängen um das Quidditch-Feld zu sein. Viele Schüler hatten Ferngläser mitgebracht. Die Sitze mochten zwar hoch oben angebracht sein, doch manchmal war es trotzdem schwierig zu sehen, was vor sich ging.
Ron und Hermine setzten sich in die oberen Ränge zu Neville, Seamus und Dean, dem ungebrochenen Fußballfan. Als Überraschung für Harry hatten sie aus einem der Leintücher, die Krätze ruiniert hatte, ein großes Spruchband gemacht und Potter vor – für Gryffindor draufgeschrieben. Dean, der gut malen konnte, hatte einen großen Gryffindor-Löwen darunter gesetzt. Hermine hatte das Bild dann mit einem kleinen Zaubertrick in verschiedenen Farben zum Leuchten gebracht.
Sie alle laechelten breit darueber.
Unterdessen zogen Harry und die anderen aus der Mannschaft ihre scharlachroten Quidditch-Umhänge an (Slytherin würde in Grün spielen).
Mit einem Räuspern verschaffte sich Wood Ruhe.
»Okay, Männer«, sagte er.
»Und Frauen«, sagte die Jägerin Angelina Johnson.
»Und Frauen«, stimmte Wood zu. »Das ist es.«
»Das Große«, sagte Fred Weasley.
»Auf das wir alle gewartet haben«, sagte George.
"Ich denke mal, dass er das jedes Mal sagt." Lachte Sirius. "Erinnert mich an Jemanden."
»Wir kennen Olivers Rede auswendig«, erklärte Fred Harry,»wir waren schon letztes Jahr im Team.«
»Ruhe, Ihr beiden«, sagte Wood. »Dies ist die beste Mannschaft von Gryffindor seit Jahren. Wir gewinnen. Ich weiß es.«
Er sah sie alle durchdringend an, als ob er sagen wollte:»Und wehe, wenn nicht.«
"Wow…Er nimmt das ein bisschen sehr ernst." Sagte Lily und blinzelte.
"Natuerlich tut er das! Es ist Quidditch!"
»Gut, es wird Zeit. Viel Glück euch allen.«
Harry folgte Fred und George aus dem Umkleideraum und lief in der Hoffnung, die Knie würden ihm nicht nachgeben, unter lauten Anfeuerungsrufen hinaus auf das Spielfeld.
Madam Hooch machte die Schiedsrichterin. Sie stand in der Mitte des Feldes, ihren Besen in der Hand, und wartete auf die beiden Mannschaften.
»Hört zu, ich will ein schönes, faires Spiel sehen, von allen«, sagte sie, als sie sich um sie versammelt hatten.
"Wenn die Slytherin spielen? Keine Chance." erklaehrte Sirius augenrollend.
Harry fiel auf, daß sie dabei vor allem den Kapitän der Slytherins, Marcus Flint, anschaute, einen Fünftkläßler. Harry kam es vor, als ob Flint ein wenig Trollblut in den Adern hätte. Aus den Augenwinkeln sah er hoch oben über der Menge das flatternde Transparent, das Potter vor für Gryffindor verkündete. Sein Herz machte einen Hüpfer. Er fühlte sich mutiger.
"Gut. Sei selbstsicher!" grinste James.
»Besteigt eure Besen, bitte.«
Harry kletterte auf seinen Nimbus Zweitausend.
Madam Hooch hob ihre silberne Pfeife an den Mund und ließ einen gellenden Pfiff ertönen.
Fünfzehn Besen stiegen in die Lüfte empor, hoch und immer höher.Es konnte losgehen.
"GO HARRY! GO GRYFFINDOR!" schrien James und Sirius, sehr zu Lilys und Remus Missfallen.
»Und Angelina Johnson von Gryffindor übernimmt sofort den Quaffel – was für eine glänzende Jägerin dieses Mädchen ist, und außerdem auffallend hübsch
»JORDAN!«
Alle vier lachten darueber.
"Ich mag den Kerl." Sirius grinste.
»Verzeihung, Professor.«
Der Freund der Weasley-Zwillinge,
"Ahhh. Ein Freund der Zwilinge. Macht Sinn."
Lee Jordan, machte den Stadionsprecher, unter den strengen Ohren von Professor McGonagall.
»Und haut dort oben mächtig rein in den Ball, jetzt ein sauberer Paß zu Alicia Spinnet, eine gute Entdeckung von Oliver Wood, letztes Jahr noch auf der Reservebank – wieder zu Johnson und – nein, Slytherin hat jetzt den Quaffel,
"BUUUH!" bruellten Sirius und James.
ihr Kapitän Marcus Flint holt sich ihn und haut damit ab – Flint fliegt dort oben rum wie ein Adler – gleich macht er ein To… – nein, eine glänzende Parade von Gryffindor-Torwart Wood stoppt ihn, und jetzt wieder die Gryffindors in Quaffelbesitz
"GO GRYFFINDOR!"
– das ist die Jägerin Katie Bell von Gryffindor dort oben, elegant ist sie unter Flint hindurchgetaucht und schnell jagt sie über das Feld und – AU – das muß wehgetan haben, ein Klatscher trifft sie im Nacken – der Quaffel jetzt wieder bei den Slytherins
"BUH! VERDAMMTER IDIOT!"
– das ist Adrian Pucey, der in Richtung Tore losfegt, doch ein zweiter Klatscher hält ihn auf – geschickt von Fred oder George Weasley, ich kann die beiden einfach nicht auseinander halten – gutes Spiel vom Treiber der Gryffindors jedenfalls,
"Gut gemacht!"
und Johnson wieder in Quaffelbesitz, hat jetzt freie Bahn, und weg ist sie – sie fliegt ja buchstäblich – weicht einem schnellen Klatscher aus – da sind schon die Tore -ja, mach ihn rein, Angelina – Torhüter Bletchley taucht ab, verfehlt den Quaffel – und TOR FÜR GRYFFINDOR!«
James und Sirius fingen an zu jubeln. Remus gab auf und stimmtel in die Jubelrufe ein. Lily schuettelte seufzend den Kopf, konnte aber ein Laecheln nicht ganz unterdruecken.
Jubelrufe für Gryffindor füllten die kalte Luft, von den Slytherins kam Heulen und Stöhnen.
»Bewegt euch da oben, rückt ein Stück weiter.«
»Hagrid!«
Ron und Hermine drängten sich eng aneinander, um für Hagrid Platz zu machen.
»Hab von meiner Hütte aus zugeschaut«, sagte Hagrid und tätschelte ein großes Fernglas, das um seinen Hals hing. »Aber es ist einfach was anderes, dabei zu sein. Noch kein Zeichen vom Schnatz, oder?«
»Null«, sagte Ron. »Harry hat noch nicht viel zu tun.«
»Hat sich aber auf der sicheren Seite gehalten bisher, das ist schon mal was«, sagte Hagrid, setzte das Fernglas an die Augen und spähte himmelwärts auf den Fleck, der Harry war.
Hoch über ihnen glitt Harry über das Spiel hinweg und hielt Ausschau nach einem Anzeichen vom Schnatz. Das hatten er und Wood miteinander abgesprochen.
»Halt dich raus, bis du den Schnatz sichtest«, hatte Wood gesagt. »Besser, wenn du nicht angegriffen wirst, bevor es sein muß.«
"Gute Strategie." James nickte ernst.
Nach Angelinas Tor hatte Harry ein paar Loopings hingelegt, um seiner Freude Luft zu machen. Nun war er wieder damit beschäftigt, nach dem Schnatz Ausschau zu halten. Einmal hatte er etwas Goldenes aufblitzen sehen doch es war nur ein Lichtreflex von der Armbanduhr eines Weasley, und wenn ein Klatscher sich entschied, einer Kanonenkugel gleich auf ihn zuzujagen, wich ihm Harry aus und Fred Weasley kam hinter ihm hergefegt.
»Alles in Ordnung bei dir?«, konnte er noch rufen, bevor er den Klatscher wütend in Richtung Marcus Flint schlug.
»Slytherin im Quaffelbesitz«, sagte Lee Jordan. »Jäger Pucey duckt sich vor zwei Klatschern, zwei Weasleys und Jäger Bell und rast auf die – Moment mal – war das der Schnatz?«
"GO HARRY! SCHNELL!"
Ein Gemurmel ging durch die Menge, als Adrian Pucey den Quaffel fallen ließ, weil er es nicht lassen konnte, sich umzudrehen und dem goldenen Etwas nachzuschauen, das an seinem linken Ohr vorbeigezischt war.
"Depp." Feixte Sirius.
Harry sah es. Mit plötzlicher – Begeisterung stürzte er sich hinab, dem goldenen Schweif hinterher.-, Der Sucher der Slytherins, Terence Higgs, hatte ihn ebenfalls gesehen. Kopf an Kopf rasten sie hinter dem Schnatz her – alle Jäger schienen vergessen zu haben, was sie zu tun hatten, und hingen mitten in der Luft herum, um ihnen zuzusehen.
Harry war schneller als Higgs – er konnte den kleinen Ball sehen, der flügelflatternd vor ihm herjagte – Harry legte noch einmal etwas zu -
WUMM Von den Gryffindors unten auf den Rängen kam lautes Zorngeschrei – Marcus Flint hatte Harry absichtlich geblockt, Harrys Besen trudelte jetzt durch die Luft und Harry selbst klammerte sich in Todesgefahr an ihn.
"FOUL!" bruellten die drei Rumtreiber furios waehrend Lily ebenso wuetend aussah.
"Warum dieses…nutzlose kleine…" sie fluchte leise vor sich hin.
»Foul!«, schrien die Gryffindors.
Die wutentbrannte Madam Hooch knöpfte sich Flint vor und gab den Gryffindors einen Freiwurf. Doch in all der Aufregung war der Goldene Schnatz natürlich wieder verschwunden.
Unten auf den Rängen schrie Dean Thomas:»Schick ihn vom Platz, Schiri! Rote Karte!«
"Rote Karte? Was?" fragte James verwirrt.
"Es ist etwas aus Fussball." Erklaehrte Remus muede.
»Das ist nicht Fußball, Dean«, erinnerte ihn Ron. »Du kannst im Quidditch keinen vom Platz stellen – und was ist eigentlich eine rote Karte?«
Doch Hagrid war auf Deans Seite.
»Sie sollten die Regeln ändern, wegen Flint wäre Harry fast runtergefallen.«
"Ich stimme voll und ganz zu." Lily nickte.
Lee Jordan fiel es schwer, nicht Partei zu ergreifen.
»So – nach diesem offenen und widerwärtigen Betrug -«
»Jordan!«, knurrte Professor McGonagall.
»Ich meine, nach diesem offenen und empörenden Foul -«
»Jordan, ich warne Sie -«
»Schon gut, schon gut. Flint bringt den Sucher der Gryffindors fast um, das könnte natürlich jedem passieren, da bin ich mir sicher,
Sirius lachte. "Ich mag diesen Kerl wirklich. Er macht die Kommentare interessant."
also ein Freiwurf für Gryffindor, Spinnet Übernimmt ihn, und sie macht ihn rein, keine Frage, und das Spiel geht weiter, Gryffindor immer noch im Quaffelbesitz.«
Es geschah, als Harry erneut einem Klatscher auswich, der gefährlich nahe an seinem Kopf vorbeischlingerte. Sein Besen gab plötzlich einen fürchterlichen Ruck.
"Was?" fragte Lily angespannt und die anderen schauten sich besorgt an.
Den Bruchteil einer Sekunde lang glaubte er hinunterzustürzen. Er umklammerte den Besen fest mit beiden Händen und Knien. Ein solches Gefühl hatte er noch nie gehabt.
Es passierte wieder. Als ob der Besen versuchte ihn abzuschütteln.
"Du must landen, sofort." Sagte James ernst.
"Was ist passiert?" rief Lily aeuserst besorgt. "Merlin, hier jagt eine Sache die naechste!"
Doch ein Nimbus Zweitausend beschloß nicht plötzlich, seinen Reiter abzuschütteln. Harry versuchte sich zu den Toren der Gryffindors umzuwenden; halb dachte er daran, Wood um eine Spielpause zu bitten – und nun war ihm klar, daß der Besen ihm überhaupt nicht mehr gehorchte. Er konnte ihn nicht wenden. Er konnte ihn überhaupt nicht mehr steuern. Im Zickzack fegte er durch die Luft und machte in kurzen Abständen wütende Schlenker, die ihn fast herunterrissen.
Lee kommentierte immer noch das Spiel.
»Slytherin im Ballbesitz – Flint mit dem Quaffel – vorbei an Spinnet – vorbei an Bell – der Quaffel trifft ihn hart im Gesicht, hat ihm hoffentlich die Nase gebrochen – nur'n Scherz, Professor – Tor für Slytherin – o nein… «
Die Slytherins jubelten. Keiner schien bemerkt zu haben, daß Harrys Besen sich merkwürdig benahm. Er trug ihn langsam höher, ruckend und zuckend, fort vom Spiel.
»Weiß nicht, was Harry da eigentlich treibt«, murmelte Hagrid. Er sah gebannt durch sein Fernglas. »Wenn ich es nicht besser wüßte, würd ich sagen, er hat seinen Besen nicht mehr im Griff… aber das kann nicht sein… «
"Ja, es kann!"
Auf einmal deuteten überall auf den Rängen Menschen auf Harry. Sein Besen rollte sich nun im Kreis, unablässig, und Harry konnte sich nur noch mit letzter Kraft halten. Dann stöhnte die Menge auf, Harrys Besen hatte einen gewaltigen Ruck gemacht und Harry hatte den Halt verloren. Er hing jetzt in der Luft, mit einer Hand am Besenstiel.
"Nein!" schrien alle und die Atmosphaere im Raum spannte sich weiter an.
»Hat er irgendwas abgekriegt, als Flint ihn geblockt hat?«, flüsterte Seamus.
»Kann nicht sein«, meinte Hagrid mit zitternder Stimme. »Nichts kann keinen Besen durch'nander bringen außer schwarze Magie – kein Kind könnt so was mit 'nein Nimbus Zweitausend anstellen.«
Bei diesen Worten griff sich Hermine Hagrids Fernglas, doch anstatt zu Harry hinaufzusehen ließ sie den Blick hastig über die Menge schweifen.
»Was machst du da?«, stöhnte Ron graugesichtig.
»Ich wußte es«, keuchte Hermine,»Snape – sieh mal.«
"Nein…" keuchte Lily.
"Snape!" knurrte Sirius wutentbrand.
Auch wenn James auser sich vor Wut ueber diese Entdeckung war, hielt er sich zurueck und legte einen Arm um Lily, die am Boden zerstoert wirkte.
"Er wuerde nicht…" murmelte sie.
Ron hob das Fernglas an die Augen. Snape stand in der Mitte der Ränge gegenüber. Seine Augen waren fest auf Harry gerichtet und er murmelte unablässig vor sich hin.
Lily schloss schmerzlich beruehrt ihre Augen.
»Da ist was faul – er verhext den Besen«, sagte Hermine.
»Was sollen wir machen?«
»Überlaß ihn mir.«
Bevor Ron noch ein Wort sagen konnte, war Hermine verschwunden. Ron richtete das Fernglas wieder auf Harry., dessen Besen ruckte nun so heftig, daß er sich kaum noch daran festklammern konnte. Sämtliche Zuschauer waren aufgestanden und sahen entsetzt zu, wie die Weasleys hochflogen und versuchten, ihn auf einen ihrer Besen zu ziehen, doch es nützte nichts: jedes Mal, wenn sie ihm nahe kamen, stieg der Besen sofort noch höher. Sie ließen sich ein wenig sinken und zogen unterhalb von Harry Kreise, offenbar in der Hoffnung, ihn auffangen zu können, falls er herunterfiel. Marcus Flint packte den Quaffel und schoß fünf Tore, ohne daß jemand Notiz davon nahm.
James fluchte und knurrte gleichermasen.
»Los, Hermine, mach schon«, murmelte Ron verzweifelt.
Hermine hatte sich zu der Tribüne durchgekämpft, auf der Snape stand, und raste nun die Sitzreihe entlang auf ihn zu; sie hielt nicht einmal an, um sich zu entschuldigen, als sie Professor Quirrell kopfüber in die Reihe davor stieß.
Remus runzelte die Stirn bei der erneuten Erwaehnung von Quirrell.
Als sie Snape erreicht hatte, zog sie ihren Zauberstab hervor, kauerte sich auf den Boden und flüsterte ein paar wohl gewählte Worte. Aus ihrem Zauberstab züngelten hellblaue Flämmchen zum Saum von Snapes Umhang empor.
"Brilliant!" Sirius lachte. "Das Maedchen ist phantastisch."
"Ich dachte du kannst sie nicht leiden." Bemerkte Lily spoettisch.
"Jeder der das mit Snape macht hat bei mir einen Stein im Brett." Entgegnete Sirius.
Snape brauchte vielleicht eine halbe Minute um zu bemerken, daß er brannte. Ein plötzliches Aufheulen sagte ihr, daß sie es geschafft hatte. Sie sog das Feuer von ihm ab in ein kleines Glasgefäß, das sie in der Tasche hatte, und stolperte dann durch die Reihe zurück – Snape erfuhr nie, was geschehen war.
Doch es war gelungen. Hoch oben in den Lüften konnte Harry plötzlich wieder auf seinen Besen klettern.
»Neville, du kannst wieder hinsehen!«, rief Ron. Neville hatte die letzten fünf Minuten in Hagrids Jacke geschluchzt.
"Ah…" sagte Lily sanft.
Harry raste gerade bodenwärts, als die Menge ihn plötzlich die Hand vor den Mund schlagen sah, als ob ihm schlecht wäre – auf allen Vieren knallte er auf das Spielfeld – hustete – und etwas Goldenes fiel ihm in die Hand.
"Er hat den Schnatz mit seinem Mund gefangen?" sagte James geschockt.
»Ich hab den Schnatz!«, rief er mit den Armen rudernd, und das Spiel endete in heilloser Verwirrung.
Sie alle lachten darueber und fingen an zu jubeln.
»Er hat ihn nicht gefangen, er hat ihn fast verschluckt«, brüllte Flint zwanzig Minuten später immer noch, doch es half nichts mehr – Harry hatte keine Regel gebrochen und der glückselige Lee Jordan rief immer noch das Ergebnis aus – Gryffindor hatte mit hundertsiebzig zu sechzig Punkten gewonnen. Davon hörte Harry freilich nichts mehr."
"Was? Warum?" fragte James leicht schmollend.
Hinten am Wald, in der Hütte, braute Hagrid ihm und Ron und Hermine einen kräftigen Tee.
"Ah…"
»Es war Snape«, erklärte Ron,»Hermine und ich haben ihn gesehen. Er hat leise vor sich hin gemurmelt und deinen Besen mit Flüchen belegt, er hat nicht ein einziges Mal die Augen von dir abgewandt.«
»Unsinn«, brummte Hagrid, der kein Wort von dem gehört hatte, was neben ihm auf den Rängen gesprochen worden war. »Warum sollte Snape so etwas tun?«
Harry, Ron und Hermine sahen sich an, unsicher, was sie ihm erzählen sollten. Harry entschied sich für die Wahrheit.
»Ich hab etwas über ihn herausgefunden«, erklärte er Hagrid. »Er hat an Halloween versucht an diesem dreiköpfigen Hund vorbeizukommen. Der hat ihn gebissen. Wir glauben, er wollte das stehlen, was der Hund bewacht, was auch immer es ist.«
Hagrid ließ den Teekessel auf den Herd fallen.
»Woher wißt ihr von Fluffy?«, fragte er.
"Fluffy?" wiederholten die vier Jugendlichen.
»Fluffy?«,
»Ja – ist nämlich meiner. «
Und da haben wir wieder Hagrid mit seinen Fehlbenennungen."
hab ihn einem Kerl aus Griechenland abgekauft, den ich letztes Jahr im Pub getroffen hab ich hab ihn Dumbledore geliehen, als Wachhund für—"
"Stein der Weisen." Antwortete Sirius, sich fuer besonders klug haltend.
»Ja?« sagte Harry begierig.
»Das reicht, fragt mich nicht weiter aus«, sagte Hagrid grummelig. »Das ist streng geheim, ist das nämlich.«
»Aber Snape hat versucht, es zu stehlen.«
»Unsinn«, sagte Hagrid erneut. »Snape ist ein Lehrer in Hogwarts, so was würde der nie tun.«
»Und warum hat er dann gerade versucht, Harry umzubringen?«, rief Hermine.
Was am Nachmittag geschehen war, hatte ihre Ansichten über Snape offenbar verändert.
Sirius nickte.
"Ich kann das einfach nicht glauben." Seufzte Lily.
»Ich erkenne sehr wohl, wenn jemand einen bösen Fluch ausspricht, Hagrid, ich hab alles darüber gelesen. Du mußt die Augen immer draufhalten, und Snape hat nicht einmal geblinzelt, ich hab's gesehen!«
"Vielleicht war es ein Gegenfluch?" fragte Lily hoffnungsvoll und Sirius rollte mit den Augen.
»Ich sag euch, ihr liegt grottenfalsch«, sagte Hagrid erregt. »Ich weiß nicht, warum Harrys Besen so komisch geflogen ist, aber Snape würde nie versuchen einen Schüler i zubringen! Nun hört mir mal alle genau zu, ihr mischt in Dinge ein, die euch nichts angehen. Vergeßt den Hund und vergeßt, was er bewacht, das ist allein die Sache von Professor Dumbledore und Nicolas Flamel -«
»Aha!«, sagte Harry. »Also hat jemand namens Nicolas Flamel damit zu tun, oder?«
Hagrid sah aus, als ob er auf sich selbst sauer wäre.
"Das Mysterium geht weiter." schloss Sirius dramatisch und warf James das Buch zu, der es reflexartig fing.
"Der Spiegel Nerhegeb…"
Hinterlasst ihr mir ein Rewiev? Bitte, muss ja gar nicht lang sein. Ihr wuedet mich so gluecklich machen!
