Und auf ein letztes Mal: Alle Charaktere -außer die von mir selbst dazuerfundenen- gehören der bezaubernden J.K.Rowling. Ich habe diese Geschichte nur zum Spaß geschrieben und verdiene damit kein Geld!
Es hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht, diese Geschichte zu schreiben und ich bedanke mich bei allen von Euch, die sie gelesen haben.
Und vor allem bedanke ich mich natürlich bei allen, die mir ihre Meinung nicht vorenthalten, sondern mir ihre Reviews geschrieben haben! Dank euch macht es überhaupt soviel Spaß zu schreiben!
Und jetzt viel Spaß mit dem letzten Chap!
Kapitel 11 - Der erste Tanz
James wühlte sich zu ihrem Tisch durch, aber dort war Lily natürlich nicht zu sehen. Ohne ein weiteres Wort schob er sich an den Freunden vorbei und eilte auf den Ausgang zu. Sirius blieb am Tisch stehen und sah seinem besten Freund hinterher.
„Schnapp sie dir!" reif er ihm hinterher, bevor er sich neben seine Freundin setzte und ihr einen fröhlichen Kuss aufdrückte. Alle sahen ihn verwundert an.
„Wo ist Lily? Und was zum Teufel ist mit James los?" fragte Jojo, die James immer noch nachsah. Summer sah ihren Freund an und ein wissendes Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. Sirius legte ihr jedoch den Finger auf den Mund, als sie etwas sagen wollte.
„Ich denke, die beiden haben etwas miteinander zu besprechen", antwortete er stattdessen cool und griff in die Schüssel mit Knabberzeug.
James lief durch das Schloss ohne nach rechts oder links zu sehen. Diesmal wusste er ganz genau, wo er zuerst hingehen würde. Falls er nicht durch Zufall vorher auf Lily stoßen sollte, würde er schnurstracks in seinen Schlafsaal marschieren und sich die Karte der Rumtreiber schnappen. Er würde einfach nachsehen, wo sie sich befand und dann direkt zu ihr gehen. Sie liebt mich! Sirius hat es gesagt, sie selbst hat es gesagt! Dieser Gedanke schwirrte ihm den ganzen Weg zum Gryffindorturm im Kopf herum. Er wurde immer schneller, bis er regelrecht den Gang runter rannte. Die kleine Stimme der Angst, die ihm ins Ohr flüsterte Und wenn Tatze sich verhört hat? versuchte er zu überhören.
Lily wischte sich im Gehen die Tränen von den Wangen. Wie hatte sie nur so blöd sein können? Alle hatten Recht gehabt. Summer hatte es ihr schon ein dutzend Mal erklärt. Und was mache ich? Verliebe mich in James Potter! Wie konnte mir das nur passieren? Das ist furchtbar! Sie blieb kurz stehen und überlegte, wohin sie gehen sollte. Sie wollte niemanden sehen, schon gar nicht James. Die Karte der Rumtreiber! Er würde sie überall finden, verstecken würde gar nichts nutzen. Wenn er dich überhaupt sucht! Sie atmete einmal tief durch. Gut, wenn er mich überall finden kann, dann gibt es nur einen Ort, an den er mir nicht folgen kann! Lily lief wieder los und beschleunigte ihre Schritte.
Auf dem Weg zum Gryffindorturm begegnete er keiner Menschenseele. Sogar die Geister schienen sich alle beim Ball in der Großen Halle zu befinden. James rief der fetten Dame das Passwort entgegen und stürzte durch den Eingang. Er rannte durch den Gemeinschaftsraum, der vollkommen still im Dunklen lag und hastete die Treppe hinauf. In seinem Schlafsaal angekommen wühlte er unter seinem Bett die Karte hervor und tippte sie –noch völlig außer Atem- mit seinem Zauberstab an. Ungeduldig sah er zu, wie die Tintenfäden sich über das Pergament zu spinnen begannen.
„Okay Lily Evans, wenn du hier irgendwo steckst, dann finde ich dich." Als die Karte sich schließlich fertig gezeichnet hatte ließ er seine Augen suchend über das Papier fliegen. In der Nähe der Großen Halle konnte er sie nicht entdecken. Da sich aber ansonsten fast alle in Hogwarts befindlichen Personen dort aufhielten, machte es ihm die Suche einfach. Er fand den vereinzelten Punkt, an dem sein eigener Name stand und gleich darauf hatte er auch Lily gefunden.
„Verdammt! Musste sie denn ausgerechnet da hingehen?"
Remus stieß Sirius unter dem Tisch mit dem Fuß an und nickte mit dem Kopf in Richtung Eingang. Sirius drehte sich in freudiger Erwartung um. Er hatte nicht damit gerechnet, die beiden so schnell wieder hier unten zu sehen. Als er allerdings sah, wie James alleine auf sie zu kam runzelte er die Stirn.
„Wo ist Lily?" fragte er sobald James den Tisch erreicht hatte.
„Am einzigen Ort in ganz Hogwarts, an den ich leider nicht hinkomme", grummelte dieser zurück, „Summer, ich brauch deine Hilfe." Sirius hatte noch nicht ganz verstanden. James sah ihn an und verdrehte die Augen:
„Sie ist im Mädchenschlafsaal. Also Summer, kommst du mit?" Summer nickte.
„Na klar, aber ich kann dir nichts versprechen."
Sirius im Schlepptau machten die drei sich auf den Weg zurück zum Turm.
„Woher weißt du eigentlich, dass Lily in unserem Schlafsaal ist, wenn du dort nicht rein kannst?"
„Karte der Rumtreiber", brummte James und erntete einen Seitenhieb von Sirius.
„Hey, verrate doch nicht gleich alles."
„Das ist mir jetzt echt egal."
„Ganz schön blöd, dass sie sich ausgerechnet dahin verziehen musste."
„Gar nicht blöd, sondern sehr schlau." James war gereizt. Das alles dauerte ihm viel zu lange. Sirius verstand wieder nicht. „Sie weiß von der Karte und demnach, dass ich sie überall finden würde. Wenn sie alleine sein will, ist es der perfekte Ort."
„Ach, und warum willst du sie dann nicht alleine lassen, wenn du doch anscheinend weißt, dass sie gerade keine Gesellschaft will?" meldete Summer sich zu Wort.
„Hat Sirius dir erzählt, was sie ihm auf der Tanzfläche gesagt hat?" Summer nickte.
„Und, weshalb willst du mit ihr sprechen?" Ihre Augen glitzerten. James blieb stehen und sah sie ungläubig an.
„Kannst du dir eigentlich vorstellen, wie lange ich auf diesen Augenblick warte? Kannst du auch nur annähernd nachvollziehen, wie oft ich schon die Hoffnung aufgegeben habe, diese Worte überhaupt jemals von ihr zu hören? Gesetzt den Fall, dass Sirius sie überhaupt richtig verstanden hat." Er seufzte und schüttelte den Kopf.
„Ich bin so nah dran Summer, so nah. Diesmal gebe ich nicht auf. Entweder das ist der Anfang von dem ich seit sechs Jahren träume, oder es ist endgültig Schluss. So oder so, ich muss mich der Situation stellen. Wenn er sich verhört hat, dann muss ich versuchen, darüber hinwegzukommen."
„Das war alles, was ich von dir hören wollte. Worauf warten wir dann noch?" Summer zog die beiden Jungen hinter sich her und grinste.
Diesmal war sie es, die der fetten Dame das Passwort sagte und voraus in den Gemeinschaftsraum kletterte. An der Treppe zu den Mädchenschlafsälen blieb sie stehen.
„James, ich werde mein bestes geben, sie davon zu überzeugen hier runter zu kommen, aber wenn sie nicht will, dann werde ich das akzeptieren, okay. Es wird nichts bringen, sie dazu zu zwingen, sich mit dir zu unterhalten. Wenn ich mich nicht irre, dann hat sie selbst gerade erst begriffen, was wir schon seit einer ganzen Weile wissen." Sie sah Sirius an und lächelte als sie James irritierten Blick sah. „Sie hat es immer abgestritten, aber die Anzeichen sprachen Bände. Wartet einfach hier, ich komme gleich wieder."
Summer verschwand auf der Treppe und Sirius ging zu den Sesseln am Kamin rüber. James lief hin und her und starrte alle zwei Sekunden zur Treppe.
„Krone, setz dich. Du machst mich ganz irre, wenn du da so rum läufst. Das lässt sie auch nicht schneller runterkommen."
James ließ sich auf das Sofa fallen und legte seine Hände auf sein Gesicht.
„Was mach ich nur, wenn wir uns geirrt haben Tatze? Was, wenn ich damit unsere Freundschaft gleich wieder kaputt mache, bevor sie erst richtig angefangen hat?"
„Was sagt dir dein Bauchgefühl? Meinst du, wir haben uns geirrt?" James sah seinen besten Freund an.
„Glaub mir Krone, Summer und ich beobachten euch schon ne ganze Weile. Ich glaube nicht, dass wir uns irren. Sie hat es nur einfach nicht wahrhaben wollen, das ausgerechnet sie sich in den arroganten selbstherrlichen Macho-Idioten James Potter verliebt hat. Wetten?"
James verzog das Gesicht, kam aber nicht mehr zu einer Antwort, weil sie Schritte auf der Treppe hörten.
Gleich darauf erschien Summer im Gemeinschaftsraum und hob entschuldigend die Schultern. James sank wieder auf das Sofa.
„Sorry Jungs, aber sie ist nicht oben. Auch in den anderen Schlafsälen ist sie nicht."
„Was soll das heißen, sie ist nicht da oben?" James richtete sich auf und sah sie fragend an.
„Das soll heißen, dass ich sie nicht finden konnte. Bist du dir sicher, dass sie in unserem Schlafsaal war?"
„Ganz sicher. Sie war da."
„Lass uns einfach noch mal auf die Karte sehen, irgendwo muss sie ja sein", schlug Sirius vor und sofort machten sie sich auf den Weg in den Jungenschlafsaal. Oben angekommen stieß James einen Fluch aus.
„Was ist los?" fragten Sirius und Summer gleichzeitig. James deutete auf sein Bett.
„Sie hat die Karte mitgenommen. Verdammt!"
Sirius konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. „Sie ist echt schlau, das muss man ihr lassen. Kumpel, ich denke sie will jetzt tatsächlich keine Gesellschaft. Sieht so aus als müsstest du das akzeptieren." Er klopfte James auf die Schulter. „Komm wieder mit runter, vielleicht taucht sie ja noch mal unten auf."
„Das glaub ich zwar kaum, aber einen Versuch ist's wert. Vielleicht läuft sie uns ja doch über den Weg."
„Kopf hoch James, du bekommst schon noch die Chance, ihr deine Gefühle zu gestehen."
Sie waren an der Tür angelangt und Summer legte ihm tröstend eine Hand auf die Schulter, als sie aus der hintersten Ecke des Zimmers ein Geräusch hörten. Alle drei drehten sich gleichzeitig um und sahen, wie Lily hinter einem von Franks Bettvorhängen hervortrat. In der Hand hielt sie die Karte der Rumtreiber.
„Lily…", flüsterte James und machte einen Schritt auf sie zu. Summer fing einen Blick ihrer Freundin auf und zog Sirius am Umhang.
„Schatz komm, ich glaube wir sollten die beiden allein lassen." Sie sah ihn eindringlich an. Er schaute noch mal zwischen Lily und James hin und her, bevor er mit Summer Arm in Arm das Zimmer verließ und die Tür hinter ihnen schloss.
Eine kleine Ewigkeit lang sagte keiner der beiden ein Wort. Dann bewegte Lily sich einen schritt auf James zu und hielt ihm das Pergament entgegen.
„Hier", flüsterte sie. James kam ihr entgegen und nahm ihr die Karte ab. Er konnte sehen, dass sie geweint hatte. „Eigentlich wollte ich sie gar nicht nehmen."
„Ich versteh schon, du wolltest eben nicht, dass ich weiß, wo du bist."
„Nein, so war es gar nicht. Ich hab nur Panik bekommen, als ich gesehen hab, dass ihr hier hoch kommt. Es war mir peinlich, dass ich einfach hier rein gekommen bin. Wenn ich die Karte hier liegengelassen hätte, dann hättet ihr gleich gesehen, dass ich mich hinter dem Vorhang verstecke. Ich hatte keine Wahl." Sie versuchte zu lächeln, aber sogleich lief ihr wieder eine Träne über die Wange.
„Hey, weine nicht." James stand auf und trat vor sie hin. Ganz vorsichtig wischte er ihr die Träne weg. „Ich mag es gar nicht, wenn du weinst. Du weißt doch, dass es mir besser gefällt, wenn du lächelst." Ohne es zu wollen schien er damit allerdings genau das Gegenteil zu erreichen. Lily fing wieder richtig an zu weinen und sie wandte sich ab.
„Tut mir leid", schluchzte sie und wischte sich wieder mit den Händen über die Augen. James wusste nicht, was er tun sollte. Er fühlte sich unbehaglich. Ganz vorsichtig hob er die Hand und streichelte ihr tröstend über die Schulter. Eigentlich wusste er gar nicht so recht, warum sie überhaupt weinte. War es denn so schlimm, wenn sie sich tatsächlich in ihn verliebt hatte? Sie musste doch wissen, dass er genauso fühlte.
„Willst du dich nicht hinsetzen?" James versuchte ihr ins Gesicht zu sehen. Schniefend ließ sich Lily auf Franks Bett sinken. „Warum bist du überhaupt hier hoch gekommen?" fragte James dann etwas verwundert.
Lily schaute auf ihre Hände hinunter. Ihr Herz klopfte ihr bis zum Hals. Sie wusste, dass er eine ehrliche Antwort verdiente, aber sie wusste auch, dass er dann verstehen würde, und es dann keinen Weg mehr zurückgab.
Lily Evans, trau dich. Alles oder Nichts. Er ist dir solange hinterher gelaufen, jetzt wirst du sehen, ob er es ernst meinte. Dann atmete sie einmal tief durch.
„Ich wollte dir dein Weihnachtsgeschenk bringen." Ihre Stimme war kaum zu hören.
„Entschuldige, was hast du gesagt?"
„Ich wollte dir dein Weihnachtsgeschenk bringen", sagte sie etwas lauter. James sah sie mit fragendem Blick an.
„Mein Weihnachtsgeschenk? Aber das hast du mir doch heute Morgen schon gegeben. Ich verstehe nicht."
„Ich hatte schon ganz lange ein Geschenk für dich. Also eigentlich war es nie als Geschenk gedacht, aber ich hab es schon recht lange und nach Halloween hatte ich beschlossen, es dir zu Weihnachten zu schenken."
Jetzt verstand James noch weniger, doch ein warmes Gefühl breitete sich in ihm aus. Sie hatte schon im Oktober ein Weihnachtsgeschenk für ihn. Er lächelte.
„Und warum hast du es mir dann heute morgen nicht gegeben? Ich meine, wenn du es schon so lange hast und entschlossen warst, es mir zu schenken, warum hast du dich dann anders entschieden?"
„Ich wollte die Fantasie der anderen nicht noch mehr anregen und dir" sie sah ihn schuldbewusst an, bevor sie wieder auf ihre Hände hinab sah, „dir wollte ich keine falschen Hoffnungen machen."
James Mut sank. Falsche Hoffnungen? Hatten sie sich doch alle getäuscht? Hatte Sirius sich verhört? Hatte nur er diese Momente gespürt?
„Falsche Hoffnungen? Was meinst du?" Er schluckte schwer.
„Du wirst es verstehen, wenn du das Geschenk siehst", erwiderte sie leise.
„Und warum willst du es mir jetzt doch geben?"
„Vielleicht hab ich…vielleicht hab ich ja erkannt, dass ich falsch lag und alle anderen Recht hatten." Ihre Stimme war wieder kaum mehr als ein Flüstern. James sah sich um, konnte allerdings kein Päckchen oder ähnliches sehen. Jetzt war er richtig neugierig geworden. Gedankenverloren spielte Lily mit der Kette an ihrem Hals.
„Wo…?"
„Es liegt unter deinem Kissen."
James stand auf und ging zu seinem Bett hinüber. Er zog die Tagesdecke beiseite und tastete suchend unter seinem Kissen herum, bis er ein kleines Päckchen erfasste. Er zog es hervor und setzte sich auf die Bettkante, um es vorsichtig zu öffnen.
„Meinst du sie sprechen sich endlich mal richtig aus?" Sirius zog Summer fester in seinen Arm und wiegte sich mit ihr zu der sanften Melodie.
„Ich hoffe es." Summer sah ihrem Freund tief in die Augen. „Stell dir vor, wir könnten zu viert zu Madame Puddifoot spazieren und heiße Schokolade trinken." Sirius verzog sein Gesicht und Summer lachte. Sie gab ihm einen Schmatz: „Keine Angst, war nur ein Scherz! Komm, lass uns zu den anderen gehen."
Sie gingen zum Tisch zurück, an dem Jojo und Remus zusammen saßen. Sie hatten eine ganze Weile getanzt, waren aber zu einer Verschnaufpause ebenfalls zurück an den Tisch gekommen.
„Es ist schon ganz schön spät geworden. Ich schätze in der nächsten Stunde wird sich die Menge hier ganz schön lichten."
„Also ich bin noch absolut fit. Wie sieht's bei euch aus?"
„Ich hab ja auch nicht gesagt, dass ich müde wäre, sondern nur bemerkt, wie spät es ist."
„Wenn du wartest, dass Lily und James wieder zu uns stoßen, musst du dich sicher noch etwas gedulden. Ich hab so das Gefühl, als wenn die zwei ganz schön viel aufzuarbeiten hätten." Jojo nickte Summer zu.
„Wird auch endlich Zeit. Ich meine James rennt ihr jetzt seit wann hinterher?"
„Seit der zweiten Klasse."
„Wow. Es ist erstaunlich, wie lange die zwei gebraucht haben." Jojo lehnte sich an Remus Schulter.
„Du bist ja sehr zuversichtlich", Remus zog die Augenbrauen hoch. Emmely trat zu den vieren und setzte sich.
„Noch immer nicht zurück?" Die Freunde schüttelten ihre Köpfe. „Ich frag mich, wofür die solange brauchen."
Summer runzelte die Stirn.
„Ich glaube das Problem ist, dass Lily noch immer nicht sicher ist, ob James es ernst mit ihr meint."
„Wie bitte? Seit fast sechs Jahren schleicht er um sie herum. Da sollte sie es aber langsam kapiert haben."
„Na komm, er war schließlich auch kein Kind von Traurigkeit. Immerhin hatte er auch immer mal wieder eine Freundin."
Sirius und Remus winkten beide ab. „Das war nie was Ernstes."
„Tja, wie schön, dass ihr das wisst, aber bis vor nem halben Jahr hätte Lily nicht mal im Traum daran gedacht auch nur freiwillig mit ihm zu reden. Ich denke sie sind beine unsicher und haben zuviel Angst, ihre neu gewonnene Freundschaft zu riskieren."
„Aber ich denke James riskiert gar nichts mehr? Sirius hat ihm doch gesagt, was Lily ihm auf der Tanzfläche gesagt hat." Jojo blickte fragend in die Runde.
„Er weiß aber nicht hundertprozentig, ob ich es richtig gehört habe. Es war laut und sie hat geflüstert."
„Wisst ihr was Leute? Das ist mir echt zu kompliziert! Remus, hast du Lust noch ne Runde zu tanzen?"
Lily hörte, wie das Papier raschelnd zu Boden fiel. Durch die einzelnen Bettpfosten konnte sie sehen, wie er auf seinem Bett saß und den kleinen goldenen Ball in seiner Hand anstarrte. Da sah er zu ihr auf und sein Blick war nicht zu deuten.
„Das ist ja mein Schnatz! Wie? Woher hast du…?" Lily stand auf und kam langsam durch das Zimmer zu ihm rüber.
„Der war doch konfisziert. Woher hast du ihn? Ich hab ihn schon tausendmal bei Filch im Büro gesucht."
Er sah sie fragend an. Sie setzte sich ein Stück von ihm entfernt auf das Bett und sah etwas beschämt aus.
„Ich hab ihn aus dem Büro geholt, gleich nachdem er konfisziert wurde."
„Du? Warum denn?" Lily wurde rot.
„Du hast mich echt genervt mit dem Ding, weißt du. Ich hab mir schon gedacht, dass du ihn dir wiederholen würdest, wenn er bei Filch geblieben wäre. Deshalb hab ich ihn mir vor dir geholt und bei mir im Koffer versteckt."
„Die ganzen letzten zwei Jahre?" James konnte es nicht fassen. Unwillkürlich musste er grinsen. Er sah wieder hinunter auf seinen Schnatz und konnte sich nicht verkneifen zu sagen: „Ich glaube wir haben dich ganz schön unterschätzt."
„Was denn, glaubst du nur ihr könnt des Nächtens durch die Schule schleichen?" Auch Lily lächelte endlich wieder zaghaft. James atmete erleichtert auf. Dann entdeckte er etwas, das ihm vorher nicht aufgefallen war.
„Was ist das?" fragte er und strich mit dem Daumen über eine kleine Stelle am Bauch des kleinen Balls.
„Ich hab was eingravieren lassen", antwortete Lily vorsichtig, „ich hoffe, das ist okay."
„Das ist wirklich lieb von dir." James betrachtete die Gravur: L.E. & J.P. Schulsprecher 1977
Der kleine Ball flatterte wild in seiner Hand so wie sein Herz schlug.
„Aber wenn ich dich damit so sehr genervt hab, warum wolltest du ihn mir jetzt doch zurückgeben?"
„Es hat mich genervt, weil ich dich für einen Angeber hielt." Sie zuckte mit der Schulter und entlockte James ein erneutes breites Grinsen.
„Ach, und jetzt siehst du das nicht mehr so?" Sie hob ihren Kopf und sah ihm direkt in die Augen.
„Nein, jetzt kenne ich dich besser und wir sind jetzt Freunde. Ich hab jetzt nichts mehr dagegen, wenn du mich nervst." Sie lächelte verlegen.
„Lily, ich weiß nicht, was ich sagen soll." Er rutschte ein Stück näher zu ihr heran. Vorsichtig legte er den Schnatz beiseite und nahm ihre Hand. Lily schluckte den Kloß herunter, den sie im Hals hatte.
„Lily, was hast du unten zu Sirius gesagt, auf der Tanzfläche? Sag es mir."
„Ich kann nicht."
„Doch, du kannst. Es ist wichtig, ich weiß es. Du musst es doch auch gespürt haben. Warum bist du weggerannt?"
„Ich hatte Angst."
„Aber wovor denn?"
„Davor, dass ich unsere Freundschaft kaputt mache. Sie bedeutet mir sehr viel."
„Mir bedeutet sie auch sehr viel. Ich würde nie glauben, dass du sie kaputt machen könntest."
„Doch, das könnte ich."
„Was hast du gesagt Lily? Was war es?"
„Ich…ich habe erkannt…ich meine, ich habe verstanden."
„Was hast du verstanden?"
„Das die anderen Recht hatten und ich mir etwas vorgemacht habe."
James rutschte noch näher an sie heran. Mit zwei Fingern hob er ihr Kinn an und zwang sie so, ihn wieder anzusehen.
„Also hast du es auch gespürt, den Tag im Schnee und vorhin auf der Tanzfläche?" Sie nickte.
„Und jetzt Lily, spürst du es jetzt auch?" fragte er flüsternd und beugte sich zu ihr hinüber.
Und dann endlich, ganz vorsichtig und sanft berührten sich ihre Lippen zu einem zarten Kuss. Sie schlossen die Augen und James umfasste ihr Gesicht mit seinen Händen. Lily rückte näher zu ihm und legte erst unsicher, dann etwas mutiger ihre Hände auf seine Brust. Er strich mit seiner Zunge über ihre Lippen und bat um Einlass, den sie ihm ohne zu zögern gewährte. Beide verloren sich in diesem ersten Kuss, auf den sie doch so lange gewartet hatten.
Nach einer kleinen Ewigkeit öffneten sie ihre Augen und sahen sich an. James ließ seine Hände sinken und Lily berührte zaghaft ihre Lippen mit den Fingerspitzen.
„Ich liebe Dich Lily. Ich weiß nicht, wie lange ich dir das schon sagen will."
Lilys Augen begannen zu strahlen.
„Oh James, es ist alles meine Schuld! Hätte ich doch früher verstanden. Ich liebe Dich! Ich liebe dich auch James!"
„Oh Lily!" James zog sie wieder zu sich in die Arme und hielt sie so fest als wolle er sie nie wieder loslassen. „Ich hätte mir nie zu träumen gewagt, dass du das jemals zu mir sagen würdest."
„Es tut mir leid, dass ich dich so hab leiden lassen. Eigentlich hätte ich es schon bei unserem Schaumbadgespräch wissen müssen. Ich konnte einfach nicht erkennen, dass du der Grund dafür warst, dass ich mich so merkwürdig fühlte."
„Dir ist schon klar, dass wir dadurch eine Menge kostbarere Zeit verplempert haben, oder?" neckte er sie.
„Ich dachte, ich hätte mich eben dafür entschuldigt", antwortete sie gespielt beleidigt, wurde jedoch sofort wieder ernst. „Ich hatte wirklich Angst, unsere Freundschaft zu riskieren, wenn ich jetzt irgendetwas sage. Deshalb bin ich aus der Großen Halle geflohen. Woher hätte ich wissen sollen, dass du immer noch so fühlst?"
„Ich weiß was du meinst, ich hatte ebenso Angst davor. Ich war manchmal ganz schön eifersüchtig auf Sirius und mir war klar, dass ich das nicht immer vor dir würde verstecken können. Ich wusste, spätestens dann würde es heißen alles oder nichts. Aber dieses Nichts hat mir ganz schön Angst eingejagt."
„Wir sind vielleicht Memmen!" Erleichtert lachten die beiden auf. Sie genossen es, sich einfach in den Armen zu halten. Nach einer Weile jedoch fragte James:
„Was meinst du, sollen wir zu den anderen zurückgehen? Sie warten bestimmt schon auf uns. Und ich glaube, mir schuldest du auch noch einen Tanz!"
„Meinetwegen kannst du soviel Tänze bekommen, wie du möchtest. Meine Tanzkarte ist frei!"
„Dann lass uns gehen." James zog sie hoch. Doch bevor sie gemeinsam nach unten zu ihren Freunden gingen, hielt er sie noch einmal fest und küsste sie, nur um sich zu beweisen, dass er die letzte Stunde nicht geträumt hatte. Als sie sich voneinander lösten griff Lily nach dem Schnatz, der immer noch aufgeregt über der Bettdecke herumflatterte. Sie zog ihren Zauberstab hervor und berührte mit der Spitze vorsichtig die Gravur. James las die neue Zeile und lächelte: L.E. & J.P., Weihnachten 1977
Lily und James betraten Hand in Hand die Große Halle. James lächelte Lily aufmunternd zu und sie gingen schnurstracks auf ihre Freunde zu. Summer drehte sich freudestrahlend um, als Remus etwas sagte und in ihre Richtung deutete. Sie sprang auf und lief auf ihre beste Freundin zu. Sie fielen sich in die Arme und drückten sich. James hob die Schultern und machte ein Zeichen zu den Jungs, das wohl so was wie ‚typisch Mädchen' heißen sollte.
Dann setzten sie sich an den Tisch und grinsten sich alle an.
„Wo ist Emmely?" fragte Lily.
„Die ist irgendwo dahinten und knutscht mit Jack, dem Typen, mit dem sie an Halloween aus war."
„Ich sag doch, dann haben wir die Gryffindorjungs eben gut unter uns aufgeteilt." Summer zwinkerte Lily zu.
„Was soll das denn heißen?" Sirius sah seine Freundin fragend an.
„Na Alice hat Frank, Lily hat James, ich hab dich mein Schatz, fehlen nur noch Jojo und Remus." Sie grinste über den Tisch, wo Jojo ihren Kopf wieder bei Remus angelehnt hatte. Diese hob ihren Kopf nun und sah entsetzt auf ihre Freunde. Dann sah sie zu Remus, der sie angrinste. Sie lächelte zurück und Remus legte ihr den Arm um die Schulter. Dann zwinkerte er Jojo zu und beide drehten sich zu den anderen und streckten ihnen die Zungen heraus.
„Woooooooaaaa!!" jubelte Summer. „Ich hatte Recht! Ich hatte Recht!"
„Nein Summer, hattest du nicht." Jojo hatte ein freches glitzern in den Augen.
„Wir sind und bleiben Freunde. Sehr gute Freunde, stimmt's Jojo? Tja, sieht so aus als hätten wir dich reingelegt!" Remus konnte den Schalk in seinem Gesicht nicht mehr verbergen. Summer grummelte.
„Aber ihr passt einfach so gut zueinander. Und ihr seid so unkompliziert, nicht so wie die beiden hier mit ihrem hin und her."
„Ja Sum, vielen Dank, dass du uns noch mal daran erinnerst. James, hattest du nicht etwas von einem Tanz gesagt?" James lächelte seine Lily an. Seine Lily.
„Warte einen kleinen Augenblick, ich bin gleich wieder da und dann können wir tanzen." Er stand auf und war verschwunden ehe Lily fragen konnte, wohin er ging. Summer lächelte sie an. Sirius zwinkerte ihr zu.
„Sirius, ich danke Merlin, dass du im Sommer in Frankreich warst. Hätten wir uns nicht dort getroffen, wären wir vielleicht nie Freunde geworden und alles wäre anders gekommen."
„Das glaube ich nicht, es wäre trotzdem so gekommen, bestimmt. Aber so wie es war, war es gut."
James tauchte wieder an ihrer Seite auf und zog Lily zu sich hoch. Sirius wandte sich an die anderen am Tisch:
„Na los, lasst uns auch alle noch ein letztes Mal tanzen." Die Freunde standen auf und gingen gemeinsam auf die Tanzfläche. James flüsterte Lily ins Ohr:
„Sie spielen unser Lied." Die ersten Töne von ‚Chances are' erklangen und Lily sah ihrem James tief in die Augen. Ihrem James. Langsam kuschelte sie sich in seine Arme und schmiegte ihre Wange an seine Schulter.
James seufzte zufrieden auf.
„Miss Evans" sie hob den Kopf und sah ihm tief in die Augen, „das wird unser erster Tanz."
(noch nicht das)
ENDE
Liebe ist, was einem zustößt...während man auf die Erfüllung seiner Hoffnungen und Träume wartet...
So ihr Lieben, ich hoffe, es hat euch gefallen!
Mir ist erst jetzt ganz zum Schluß noch etwas aufgefallen, wofür ich mich entschuldigen möchte. Die Absätze, die ich eigentlich in meinem Text immer drin habe, damit ihr die Sprünge zwischen den Szenen besser erkennen könnt, scheinen beim Posten einfach verschwunden zu sein. Ich denke das hat es bestimmt schwerer gemacht, der Geschichte zu folgen und ich werde versuchen, das ganze nochmal zu editieren (falls ich herausfinde, wie das geht...)
Hauptsache es hat euch trotzdem gefallen!
Ich habe außerdem bereits ein Future-Cookie geschrieben, welches ich demnächst auch posten werde! Allerdings nicht als neues Kapitel hier, denn diese Geschichte ist abgeschlossen. zwinker Ihr könnt ja einfach in meinem Profil nachschauen! Freu mich auf euch!
Liebe Grüße, Sugar
