Disclaimer: All places and characters belong to JK Rowling and the WB and various publishers. No money is being made off this piece of fiction.
Warnings: This story is Slash of the HP/SS variety (there will also be some SB/RL and HG/RW as a side plot). My rating, however, is more due to violence than any explicit sexual content. I tend to focus more on 'romance' rather than anything graphically sexual. If you do not like Slash, don't read this.
Ich weiß der Disclaimer ist Englisch, aber ich glaub, jeder Leser hier weiß wozu der ist. Kurz gesagt JKR gehört alles außer der fabelhaften Idee zu dieser Geschichte und die gehört Josephine Darcy, ich bin nur der demütige Übersetzer. ;) Allerdings verdankt ihr dieses Kapitel meiner Koübersetzerin tingel.
Kapitel 8 Waffenbrüder
Severus war beim Mittagessen in der Großen Halle und grübelte für den größten Teil einer Stunde über Harrys merkwürdiges Verhalten nach – eigentlich hatte er darüber mehrere Tage lang nachgegrübelt. Aber er mied es sorgfältig sich selbst auf diese Tatsache hinzuweisen. Er war immer noch unsicher, um was es in diesem Gespräch über Kleidung wirklich gegangen war. Dass er etwas gesagt hatte, was Harry offensichtlich verletzt und verärgert hatte, war klar. Doch er kam zum Verrecken nicht darauf, was es gewesen war. Mit Verärgerung konnte Harry anscheinend gut umgehen – er hatte gesehen, wie sich die Faust des Jungen ballte, als ob er ihn schlagen wollte. Aber anscheinend war Verärgerung in Verbindung mit Schmerz unkontrollierbar. Deswegen, vermutete er, hatte sich Harry in der Bibliothek eingeschlossen.
Aber was er getan hatte, blieb ihm immer noch ein Rätsel. Er hatte eigentlich gehofft, wenn Harry erst einmal sein Stolzproblem bei der Bezahlung seiner eigenen Sachen überwunden hatte, würde er die Kleidung schätzen. Sicherlich hatte Severus gewollt, dass er an ihr Freude hatte. Aber anscheinend hatte er etwas völlig übersehen und das Letzte was er gewollt hatte, war Harry zu verletzten. So weit er erkennen konnte, war Harry von den Leuten, die für ihn sorgen sollten, genug verletzt worden. Er brauchte nicht noch mehr Schmerz.
Und dann im Schlafzimmer nicht mal zehn Minuten später hatte Harry ihn wieder völlig verwirrt, als er ihm die Antwort gab, auf die er von vornherein gehofft hatte, als ob das vorige Gespräch überhaupt nicht stattgefunden hätte. Wenn er jemals die verschlungenen Wege von Harry Potters Denkweise verstehen würde, wäre es ein Wunder. In der Zwischenzeit musste er sich wohl vermutlich mit ungezügeltem Wahnsinn zufrieden geben.
Immer noch gedankenverloren wurde er abgelenkt, als das Dunkle Mal auf seinem Arm schwach zu prickeln begann. Er runzelte die Stirn und berührte den silbernen Draht durch seinen Robenärmel. Es war nicht wirklich ein Sammelruf, erkannte er. Es fühlte sich mehr an wie eine kleine Versammlung anderer Todesser. Dem Gefühl nach in der Nähe.
Alarmiert sah er auf und durchsuchte die Große Halle nach einem vertrauten Gesicht. Am Gryffindortisch waren viele Plätze leer. Ron, Hermine und Harry waren zusammen mit einigen anderen Schülern nach Hogsmeade gegangen.
„Albus!", sagte er scharf. Dumbledore sah ihn alarmiert an. „Wir müssen Harry finden."
Er sah, wie Dumbledore und mehrere andere Lehrer sich zum Gryffindortisch umdrehten. „Er ist nach Hogsmeade gegangen", erklärte Minerva ihnen allen.
Severus wartete nicht darauf mehr zu hören und eilte rasch zur Tür. Hinter sich hörte er, wie sich Madam Hooch anbot die Auroren zu rufen, während Albus hinter Severus hereilte.
Die Besen herbeirufend flogen die zwei von den Hogwarts-Ländereien und hasteten schnell in Richtung Hogsmeade. Als sie sich dem kleinen Dorf näherten, bemerkte Severus wie Rauch aus der Mitte des Dorfs aufstieg. Fluchend flog er tiefer, tauchte auf die Quelle des Feuers zu. Als er näher kam, konnte er die Schlacht sehen, die in den Straßen tobte, die auf dem Kopfsteinpflaster verstreut liegenden Körper. Er brauchte einen Moment um zu erkennen, wer wo war – dass Harry in der brennenden Buchhandlung fest saß!
Er krachte durch ein Seitenfenster des Waffengeschäfts, wo sich die Todesser verbarrikadiert hatten, Albus direkt hinter ihm, und näherte sich den Männern von hinten. Drei waren bereits gefallen, die anderen drehten sich zu dem Geräusch des berstenden Glases. Severus und Albus hatten sie innerhalb weniger Sekunden in Fesselzauber gekettet. Draußen konnte er die Ankunft von Auroren hören und dann rannte er bereits auf die brennende Buchhandlung zu. Durch die teilweise offenstehende Tür konnte er Harry sehen, blutbedeckt, auf dem Boden zusammengesunken, die Flammen immer näher auf ihn zukriechend. Er richtete seinen Stab auf die Flammen und rief einen Löschzauber. Er fühlte, wie Albus' Macht seine unterstützte, das Feuer eindämmte, es zurückzog und es völlig auslöschte.
Severus drückte die verkohlte Tür auf und fiel neben Harry auf die Knie. Sein Herz kroch ihm in die Kehle, als er auf den entstandenen Schaden starrte. Pfeile in der rechten Schulter und im linken Bein, zahlreiche heftig blutende Schnittwunden, ein riesiges Holzteil in seinem linken Oberarm gegraben. Sein Hemd war von Blut beinahe durchtränkt und mit zitternden Händen warf Severus einen Zauber um das Bluten zu stoppen, bevor er verblutet war.
„Harry?", rief er. Er zog den Jungen in seine Arme und versuchte sorgfältig die Wunden nicht zu sehr zu erschüttern. Er tippte leicht an Harrys Gesicht um zu sehen, ob er unter einem Fluch litt oder bloß vor Schmerz und Blutverlust das Bewusstsein verloren hatte.
Harry stöhnte leise, seine Augen öffneten sich flatternd. „Snape?", flüsterte er, Blut auf seinen Lippen. Seine Brille war zerbrochen und Snape entfernte sie. Er stopfte sie in seine Robe zusammen mit Harrys Zauberstab. „Ron, Hermine?"
Severus verstand, wonach er fragte, und sah sich rasch um. Gleich hinter der Tür konnte er Albus zusammen mit Hermine sehen. Der Schulleiter war damit beschäftigt, Weasley von irgendeinem Zauber wiederzubeleben. Beide sahen unverletzt aus.
„Sie sind okay", beruhigte er Harry. Schmerz flackerte über Harrys Gesicht und Snape vollführte schnell einen schmerzstillenden Zauber und verfluchte sich, dass er nicht sofort daran gedacht hatte.
Etwas von der Anspannung wich aus Harrys Gesicht und er blickte schwächlich zu ihm auf, seine Augen ohne Fokus. „Tschuldigung", flüsterte er leise.
„Wofür?", fragte Severus ungläubig. Sicherlich glaubte der Junge nicht, dass der Angriff seine Schuld war.
„Hab sie getötet", erklärte Harry. „Noch mehr Tote." Es fiel Snape plötzlich ein, dass von den Todessern, die er gesehen hatte, drei bereits tot gewesen waren. Er fühlte, wie sich seine Brust vor Mitgefühl für den Jungen zusammenzog. Das war das Letzte, was er brauchte.
„Ruh dich aus, Harry", drängte er ihn sanft. „Ich bringe dich zurück ins Schloss."
Harry sank gegen ihn und sagte nichts, als Severus ihn in seine Arme hob und ihn aus der verkohlten Buchhandlung trug.
„Harry!", riefen Ron und Hermine aus, als sie ihn sahen. Rons Augen weiteten sich vor Entsetzten. „Ist er...?"
„Er ist am Leben", versicherte Snape den beiden. Er blickte zu Albus. „Aber wir müssen ihn sofort zu Poppy schaffen."
„Da ist ein Floh in den Drei Besen", sagte ihm Albus. „Wir können direkt in den Krankenflügel flohen."
Mit einem Nicken trug Severus Harry schnell die Straße runter, begleitet von Albus, Hermine und Ron. Der Haufen der Schaulustigen, die rausgekommen waren, sobald die Auroren aufgetaucht waren, machte rasch Platz. Severus warf ihnen allen seinen tödlichsten Blick zu. Hier waren ein Dutzend komplett ausgebildete Zauberer und Hexen in der Menge der Schaulustigen und dennoch hatte er Harry als Einzigen Zauber schleudern sehen.
Die Inhaberin der drei Besen wartete schon auf sie und warf die Tür für sie alle auf. Drinnen befand sich eine Schar von anderen Hogswartschülern, die sich beim Anblick von einem blutigen Harry Potter in den Armen ihres Zaubertränkemeisters besorgt vordrängten. Albus beruhigte sie sofort, befahl ihnen auf direktem Weg zum Schloss zurückzukehren und jeden ihrer Klassenkameraden auf dem Weg einzusammeln. Dann aktivierte der Schulleiter das Flohnetzwerk und ermöglichte es Severus direkt zum Krankenflügel zu flohen. Ron und Hermine folgten unverzüglich.
Poppy kam angerannt, als Severus nach ihr rief. Ihre Augen weiteten sich, als sie den Körper sah, den er trug. Als Severus Harry in einem der Krankenbetten niederließ, zog sie einen Vorhang um sein Bett und begann ihre Arbeit an ihm. Ihr Gesicht nahm wieder eine professionelle Ruhe an. Zu zweit schafften sie es dem Jungen das meiste seiner blutigen Kleidung auszuziehen. Ein Zauber entfernte den größten Teil von dem splittrigen Holz, das in seiner Haut eingebettet war, auch den furchtbar aussehenden Keil, der seinen Oberarm durchstoßen hatte. Aber eine kurze Untersuchung der beiden Armbrustbolzen enthüllte einen kleineren Zauber auf beiden. Es gab nur einen Weg sie zu entfernen.
„Halte ihn, Severus", befahl Poppy. Severus nickte und schickte sich an den Jungen niederzuhalten. „Der Pfeil ist in seinem Schulterblatt eingegraben. Ich kann ihn nicht ganz durch stoßen. Er muss auf die harte Art raus."
Severus fühlte, wie er bei der Vorstellung bleich wurde. „Tu es", befahl er grimmig. Poppy packte den Pfeilschaft mit einer Muggelzange und zog, während Severus Harry bewegungslos hielt. Trotz der schmerzstillenden Zauber schrie Harry, als sich der Bolzen losriss. Das Geräusch war wie ein Messer durch Severus Herz. Der Junge wurde schlaff, wieder bewusstlos vor Schmerz.
Der Bolzen in seinem Bein war einfacher. Er war komplett durch gegangen und Poppy konnte das stachelige Ende abschneiden, bevor sie den Schaft aus seinem Fleisch zog. Als sie fertig war, waren die Hände von beiden blutbedeckt. Hinter ihnen hörte Snape Hermine an Rons Schulter leise weinen.
Mit Severus Hilfe bekam Poppy mehrere Zaubertränke Harrys Kehle runter. Der Junge würgte und spuckte bei dem Geschmack von mehreren und Severus bemerkte, wie er sanft seine Kehle massierte um ihn dazu zu bekommen alles zu schlucken. „Mach schon, Harry", flüsterte er leise. „Nur ein paar Schlucke mehr." Er war nicht sicher, ob der Junge ihn überhaupt hörte. Aber es schien zu helfen. Also machte er weiter und flüsterte ihm ermutigend zu.
Nach den Zaubertränken machte sich Poppy daran, die eigentlichen Wunden zu schließen. Sie wandte ihre außerordentlichen Fähigkeiten an um sein Fleisch wieder zusammenwachsen zu lassen. Als sie fertig war, war Harry beinahe wieder ganz. Die drei größeren Wunden würden einige Sitzungen mehr benötigen um zu verheilen. Aber sie verband sie ordentlich und die beiden machten sich daran ihn zu reinigen und ihm einen Krankenflügelpyjama anzuziehen, bevor sie ihn zum Schlafen zudeckten. Er kam nicht wieder zu Bewusstsein.
Als Severus schließlich nichts mehr zu tun fand außer an Harrys Bett zu sitzen, sah er sich um. Er sah, dass neben Granger and Weasley Albus, Minerva und Constable Terrence Lowry von der Aurorabteilung des Ministeriums sich zu ihnen gesellt hatten.
„Wie geht es ihm, Poppy?" fragte Albus besorgt, als Poppy den Vorhang, den sie um das Bett des Jungen gezogen hatte. zur Seite zog. Severus war dankbar dafür. Er mochte die Vorstellung nicht, dass all diese Leute zugesehen hatten, wie Harry litt, trotz der Tatsache dass er wusste, dass die meisten von ihnen den Jungen liebten. Harry hasste es vor irgendjemandem Schwäche zu zeigen.
„Er wird überleben, Schulleiter", informierte Madam Pomfrey sie alle. Ron und Hermine sackten beide beinahe vor Erleichterung zusammen.
Nun da die Gefahr vorbei war, fühlte Severus wie sein Zorn zurückkam. „Was ist passiert?", verlangte er von Granger, Weasley und dem Auror, der neben ihnen stand, zu wissen. „Ich sah bloß sechs Todesser. Es waren Dutzende von voll ausgebildeten Zauberern und Hexen überall in Hogsmeade. Warum hat niemand anderes Harry geholfen?" Er erinnerte sich auch vage daran mehrere Siebtklässler gesehen zu haben, wie sie sich hinter einem Haufen von Kessel versteckt hielten – wenn sie für eine Sekunde aufgesehen hätten, hätten sie eine einen direkten Schuss auf jeden der Todesser gehabt.
„Nun, nun, Severus", tadelte Minerva. „Du kannst ihnen keine Schuld geben. Die meisten Leute haben zu viel Angst, sich den Todessern in den Weg zu stellen."
„Außerdem", wandte der Constable ein. „Zivilisten werden nicht für solche Sachen ausgebildet. Die meisten Leute geraten in einem solchen Angriff in Panik."
„Harry aber nicht!"
„Er ist wohl kaum ein Zivilist, oder?", antwortete der Mann schulterzuckend.
„Er ist sechszehn!"
„Er ist Harry Potter", erklärte der Mann als ob dies alles war, was es zu sagen gab.
Hermine sprang in Bresche, bevor Severus etwas noch ätzenderes sagen konnte. „Es geschah alles zu schnell, Sir", erklärte sie. „Keiner wusste, was vor sich ging. Den einen Augenblick war alles prima und ehe wir's uns versahen, flogen Flüche durch die Luft. Zusammen mit Pfeilen. Leute rannten einfach in alle Richtungen."
„Was ist dann passiert?", fragte Albus behutsam.
Fröstelnd bei der Erinnerung erzählte Hermine was sie konnte von den folgenden Ereignissen. Ron lieferte ein paar eigene Bemerkungen. Snapes Wertschätzung für die beiden jungen Gryffindors stieg erheblich, als er erkannte, dass wenigstens diese beiden Harry nicht im Stich gelassen hatten. Beide hatten ihr Leben für ihn riskiert, hatten ihm im Kampf zur Seite gestanden. Drei Sechstklässler gegen Todesser, während Dutzende fähigere Leute da waren.
„Die drei Todesser, wie sind sie gestorben?", fragte Severus sie. Er erinnerte sich, dass Harry gesagt hatte, dass er sie getötet hatte.
„Der Todesfluch", erklärte der Constable. „Alle drei wurden von ihm getroffen."
Snape fühlte, wie ihm das Blut aus dem Gesicht wich. Er wusste, dass Harry den Fluch kannte. Aber er war sich nicht bewusst gewesen, dass der Junge ihn tatsächlich je benutzt hatte. Ganz zu schweigen davon, dass es eine ganze Menge Kraft brauchte ihn zu schleudern – es schien unwahrscheinlich, dass Harry die Kraft gehabt hatte, ihn zu schleudern in Anbetracht dessen, wie schwer er verwundet gewesen war. Schon gar nicht dreimal.
„Nicht dass wir das dem Jungen vorwerfen würden", beeilte sich der Constable ihnen allen zu versichern. „Es war natürlich Selbstverteidigung. Und er ist schließlich Harry Potter." Dennoch, alle wussten, dass eine Untersuchung folgen würde. Jeder Gebrauch der Unverzeihlichen resultierte in eine Untersuchung und Severus hasste den Gedanken, durch welche Hölle das Harry zerren würde.
„Harry hat den Todesfluch nicht angewendet", sagte ihnen Hermine nachdrücklich. „Sie haben ihn gegeneinander verwendet."
Gegeneinander? Also der Imperius?
„Er hat den Imperius verwendet?", fragte Albus, der in die gleiche Richtung dachte.
Doch Hermine schüttelte ihren Kopf. „Nein, Harry mag die Unverzeihlichen nicht. Er würde sie nicht benutzen. Er hat die Königsstimme verwendet. Vocis Regalis."
Severus runzelte die Stirn und blickte hinüber zum Schulleiter. Er hatte nie von der Königsstimme gehört.
„Wir haben ihn letztes Jahr entdeckt", erklärte sie. „Wir haben im Geschichtsunterricht über die Evolution der Zaubersprüche und Flüche gelesen. Es wurde erwähnt, dass die meisten modernen Zauber und Flüche von älteren weniger machtvollen abstammten. Wir wurden neugierig und betrieben ein wenig Extraforschung. Die Königsstimme war der Vorläufer des Imperius. Aber er wurde seit Jahrhunderten nicht mehr verwendet – er ist nicht annähernd so machtvoll wie der Imperius, der ihn ersetzt hat. Er ist nur vorübergehend und benötigt Sichtkontakt zum Erhalt. Aber er hat funktioniert." Sie schaute zum Constable, der nachdenklich die Stirn runzelte. „Und weil er so alt und veraltet ist, ist er auch nicht illegal. Er steht nirgendwo in den Büchern."
Der Mann lächelte bloß und schüttelte seinen Kopf. „Gut", sagte er mit Genugtuung. „Wo die Wahl jetzt näher rückt, würde ich ungern derjenige sein, der Fudge erklären muss, dass er Harry einer Offiziellen Untersuchung unterziehen muss." Er nickte höflich zu Albus. „Nun, da das geregelt ist, gehe ich wohl besser meinen Bericht erstatten." Und dann schritt der Mann aus dem Zimmer.
Severus zog einen Stuhl rüber zu Harrys Bett und ließ sich darauf niedersinken. „Wenn Harry es nicht schafft, sich selbst umzubringen, werden es Idioten wie dieser schaffen", beschwerte sich Severus bei Albus.
Albus lächelte bloß traurig. „Wir müssen halt dafür sorgen, dass das nicht passiert, mein Junge." Er wandte sich zu Ron und Hermine. „Ihr zwei solltet euch waschen gehen und euren Hauskameraden versichern, dass Harry in Ordnung ist. Ohne Zweifel haben bereits alle möglichen Gerüchte ein Dutzend Mal die Runde gemacht."
„Können wir zurückkommen und uns zu Harry setzen?", fragte Ron und schaute hoffnungsvoll rüber zu Madam Pomfrey.
„Ich werde bei ihm bleiben", erklärte ihnen Severus.
„Ihr könnt ihn nach dem Abendessen kurz besuchen kommen", sagte Madam Pomfrey Ron und Hermine. „Aber ich will, dass der Junge schläft. Er ist erschöpft und er hat viel Blut verloren. Er braucht Ruhe."
Kleinlaut nickten die beiden und verließen den Krankenflügel. Minerva folgte ihnen.
„Kommst du klar, Severus?", fragte Albus leise, nachdem Poppy sich in ihr eigenes Büro zurückgezogen hatte.
„Sie haben den Kampf drei minderjährigen Zauberern überlassen, Albus", konstatierte er knapp. „Und sie haben die Dreistigkeit sich zu fragen, wie Leute wie Voldemort an die Macht kommen können. Er braucht nichts zu tun außer aufzutauchen und sie winden sich in Entsetzen. In was für einer Welt leben wir?"
„Wir leben in einer Welt, in der drei minderjährige Zauberer bereit sind zu sterben um das Leben ihrer Mitmenschen zu retten", sagte Albus behutsam. „Das ist eine ziemlich wunderbare Welt, wenn du mich fragst, mit wirklich tollen Menschen."
Trotz der ganzen Situation fühlte Severus seine Lippen amüsiert zucken. „Das zu sagen ist so ein Gryffindor-Ding", seufzte er.
„Wie Slytherin von dir das zu bemerken, Severus", pflichtete ihm Albus bei. Dann tätschelte er ihm leicht die Schulter, ging aus dem Raum und ließ Severus mit Harry alleine.
Severus lehnte sich über das Bett und streckte die Hand aus um einige wirre Locken aus Harrys Gesicht zu streichen. Die Narbe auf seiner Stirn sah wütend rot aus und er zog sie sanft mit seinen Fingern nach. Etwas schmerzte in seinem Inneren, etwas Tiefes, Quälendes und Unerklärliches. Und er konnte es beim besten Willen nicht verstehen. Es war nicht die Panik, vermutete er, die die sinnlosen Massen fühlten, wenn sie dachten, dass ihr Held weg war. Und es war nicht die Erkenntnis, dass er die einzige Person hätte verlieren können, die seinen Familiennamen aufrecht erhalten konnte.
Das war etwas anderes, etwas Schwierigeres und Finsteres, und es machte ihn speiübel sich vorzustellen, was Harry an dem Tag wohl durchgemacht hatte. Er stellte nicht die falschen Erwartungen an den Jungen, die jeder hatte – obwohl er offen zugeben würde, dass der Junge ihn immer wieder überraschte. Aber er mochte es auch nicht ihn hier so hilflos und verletzlich liegen zu sehen. Es war nicht richtig, dass er so sehr leiden musste. Dieses Bedürfnis ihn zu beschützen ließ ihn sich verloren fühlen und nach Worten suchend um seine Gefühle auszudrücken. Aber alles was er fand, war Tumult.
„Harry Potter", sagte er leise und strich die Gesichtszüge des Jungen sanft mit seinen Fingern nach. „Ich werde nicht zulassen, dass du dich für diese Sache opferst." Es war ein Schwur. Einer, den er vorhatte einzuhalten. Er hatte dem jungen Mann schließlich andere Schwüre geleistet – sich mit ihm zu vereinen in Körper, Namen und Haus. Was war schon einer mehr?
