Gwen läuft freudestrahlend auf ihren Mann zu. "Arthur, du und Merlin, ihr habt euch viel Zeit gelassen. Ich wollte schon einen Suchtrupp nach euch aussenden." Arthur küsst Gwen. "Du kannst dir nicht vorstellen, was ich alles gesehen und erfahren habe." Er hält inne und sieht sie an. "Und wie blind ich all die Jahre gewesen sein muss." Er schüttelt den Kopf. "Ich kann kaum glauben, das ein einzelner Mensch so viele Geheimnisse haben kann. Ich kann nur froh sein, dass Merlin mein Freund ist. Ich möchte ihn jedenfalls nicht zum Feind haben." Gwen lächelt. "Da mache ich mir keine Sorgen. Etwas anderes dagegen, sollte uns mehr Sorgen bereiten." Arthur runzelt die Stirn. "Was ist in meiner Abwesenheit passiert?" Gwen seufzt. "Uns haben Berichte erreicht, wonach es in Camlann spukt. Die Händler, die dort durch die Schlucht ziehen, reden von seltsamen Geräuschen. Als ob dort das pure Böse haust." Arthur schüttelt den Kopf. "Das sind doch alles Märchen. Nachwirkungen der großen Schlacht. Jetzt werden daraus Sagen und Geschichten." Gwen nickt. "Du hast sicherlich Recht. Aber die Menschen dort fürchten sich." Der König seufzt. "Ich werde morgen einen Trupp Reiter aussenden. Die werden dort nach dem Rechten sehen, dann sind die Menschen beruhigt." Gwen nickt, stellt sich hinter ihn und legt ihre Arme um ihn. "Das habe ich bereits veranlasst. Sie dürften Camlann bereits gestern erreicht haben und werden heute zurück erwartet." Arthur lächelt. "Was habe ich nur für eine schlaue und weise Königin." Beide küssen sich innig.
Merlin stürmt ins Zimmer. Mitten im Lauf hält er an, als er seinen König und seine Königin in einen Kuss vertieft sieht. Wütend sieht ihn Arthur an. "Merlin! Verdammt, wie oft habe ich dir gesagt, du sollst anklopfen!" Merlin schüttelt den Kopf. "Verzeiht. Aber eine Angelegenheit von großer Wichtigkeit erwartet Euch im Ratszimmer." Arthur und Gwen seufzen und erheben sich. Zu dritt laufen sie ins Ratszimmer.
Im Ratszimmer haben sich bereits Sir Leon und Sir Galahad sowie Gaius eingefunden. Vor ihnen steht einer der Ritter der Patrouille, die nach Camlann unterwegs war. Er ist verletzt und seine Kleider zerrissen. Arthur und Merlin tauschen sofort besorgte Blicke. "Was ist passiert? Und wo ist der Rest der Patrouille?" Der Ritter beginnt zaghaft zu erzählen. "Als wir Camlann erreichten, war zunächst alles friedlich. Dann plötzlich zog sich der Himmel zu und ein Gewitter kam auf. Alles ging so schnell, dass wir keinen Schutz suchen konnten. Dann schlug auch schon der erste Blitz neben uns ein. Viele der Ritter waren sofort tot. Es roch nach verbranntem Fleisch und überall lagen Leichenteile. Wir wenigen Überlebeneden wollten Camlann sofort verlassen. Wir hatten bereits gewendet, als wir diese kalte grausame Stimme hörten. Sie lachte. Als wir zu ihr aufsahen, stand da ein Mann. Er war ganz in schwarz gekleidet und seine Augen leuchten gruselig. Uns fuhr der Schreck in alle Glieder. Er lachte. Er stand da oben und lachte uns aus. Dann hob er die Hände und weitere Blitze schlugen in unserer Nähe ein. Er versuchte uns zu töten. Einen nach dem Anderen. Dann ist er plötzlich verschwunden. Er hat sich einfach in Luft aufgelöst. Ich hatte großes Glück. Aber alle anderen sind tot. Sie sind tot." Entsetztes Schweigen folgt der Schilderung des Ritters. Enträftet sinkt der Ritter zusammen. Merlin fängt ihn auf und Gaius tritt zu ihm heran. "Bringt ihn in seine Gemächer. Er ist völlig erschöpft." Arthur nickt und Sir Leon und Sir Galahad bringen ihren Kameraden aus dem Zimmer. Gaius folgt ihnen. Als sie das Zimmer verlassen haben, sehen Gwen und Arthur Merlin fragend an. "Wer war das?" Merlin schüttelt den Kopf. "Ich weiß es nicht. Ich kenne niemanden, der so mächtig ist." Arthur fragt ihn erneut: "Aber es ist, was ich vermute? Zauberei?" Merlin nickt. "Es hört sich jedenfalls so an." Gwen sieht die beiden Männer an: "Was werdet ihr jetzt tun?" Merlin sieht seinen König ebenfalls an. "Er ist fort. Im Augenblick können wir gar nichts tun." Arthur nickt. "Es gefällt mir nicht, dass zu sagen. Aber er hat Recht. Wir können keinen Geist jagen. Wir müssen warten bis er sich wieder zeigt." Merlin sieht seinen König besorgt an. Dann verlassen alle drei das Ratszimmer ebenfalls.
