Disclaimer: Alles nicht meins. Leider.
Ü/N: Endlich Ferien! Ich weiß, dass alle inzwischen genug von meinen ewigen Entschuldigungen haben, aber was soll ich machen? Ich kann leider, leider nichts daran ändern, dass die Schule meine Freizeit auffrisst, aber es tut mir wirklich unendlich Leid. Jetzt, wo ich zwei Wochen „frei" habe (was eigentlich nur bedeutet, dass ich meine Zeit so einteilen muss, dass ich den ganzen Kram, den die Lehrer uns aufhalsen, bis zum Ende der Ferien erledigt habe), bemühe ich mich redlichst um ein paar Updates! Aber gut, weiter im Text:
In diesem Kapitel werden die Fragen geklärt, die alle (mehr oder minder) beschäftigen: Was wird Angelina tun? Fred und Cedric beide im Krankenflügel? Sollte interessant werden!
Kapitel 11
Angelina saß auf einem harten, unbequemen Stuhl im Krankenflügel. Ihre Hände waren in ihrem Schoß verkrampft und sie hatte noch immer Mist unter den Fingernägeln. Sie sah sicher nicht gerade am besten aus. Alles was sie brauchte, war eine schöne, heiße Dusche, um sich etwas zu erfrischen.
Aber es würde keine Dusche geben. Nicht, solange Fred bewusstlos neben ihr lag. Er war jetzt seit sechs Stunden ohnmächtig. Angelina wurde langsam unruhig. Es sollte nicht so lange dauern.
Angelina zog den Vorhang zurück, der die Betten trennte. Cedric war ebenfalls noch besinnungslos. Sie seufzte und rieb sich mit den Händen übers Gesicht. Alle waren beim Abendessen, aber Madam Pomfrey hatte ihr erlaubt, bei Fred zu bleiben. Sie war für sechs stramme Stunden am gleichen Punkt gewesen.
Jeder Teil ihres Körpers war taub, doch je weniger sie darüber nachdachte, desto weniger schmerzte ihr Rücken. Angelina beobachtete, wie Freds Brust sich langsam und rhythmisch hob. Er sah so friedlich aus. Fast unschuldig.
„Unschuldig. Jaah, sicher." Angelina lachte leise für sich.
Sie konnte viele Wörter nennen, um Fred Weasley zu beschreiben, aber unschuldig war sicherlich keins davon. Sie lächelte ihn an und seufzte liebevoll. Engstirnig, arrogant... süß, charmant.
„Sicher nicht", sagte Angelina sich streng.
Sie konnte sich nicht in ihn verlieben. Nicht Fred Weasley. Es war nicht erlaubt. Er war ihr ein Dorn im Auge. Nicht mehr als ein nerviger, schmerzender Zahn.
Während sie sich weiter geistig tadelte, schien ihre Hand ein Eigenleben zu entwickeln. Bevor sie registrierte, was geschah, hatte sie Freds leblose Hand in ihre eigene genommen. Sie hob seine Hand an ihre Lippen...
„Angelina!"
Sie schrie auf und warf Freds Hand zurück aufs Bett. Ihr Herz pochte gegen ihren Brustkorb. Angelina sprang auf. Alicia, George, Katie und Lee standen in der Tür. Ihre Knie gaben nach und sie sank zurück auf den Stuhl.
„Alles klar, Angelina?" George grinste süffisant.
„Es war nicht das, wonach es aussah."
„Wirklich? Was war es dann?", fragte Lee, als sie sich um Freds Bett herum positionierten.
Angelina kämpfte, um eine glaubwürdige Ausrede zu erfinden, aber sie fand keine. Das war nicht gut.
„Ich habe an seiner Hand gerochen?", bot sie armselig an.
„Warum würdest du das tun wollen?"
„Ich weiß nicht. Sei – sei einfach still."
„Lasst sie in Ruhe, Jungs. Es ist in Ordnung, wenn sie Fred mag", sagte Katie.
„Stopp, stopp, stopp! Wer hat irgendwas über ihn mögen gesagt?", reif Angelina aus.
„Warum würdest du sonst für sechs Stunden hier sitzen?"
„Weil... na ja... wisst ihr..."
„Ja", sagte Alicia.
„Na ja – ARGH! Hört auf, mich zu ärgern!"
„Es ist wirklich okay, du kannst ihn mögen, wenn du willst. Deswegen ärgern werden wir dich schon nicht... sehr", sagte George mit einem verschmitzten Lächeln.
„Na ja, ich mag ihn nicht. Ich gewöhne mich an seine Anwesenheit. Ehrlich, das ist alles."
„Sie ist im Verleugnungsstadium", flüsterte Lee George zu.
„Vielleicht solltest du duschen gehen und dich ein bisschen frisch machen", schlug Katie Angelina vor.
Angelina schüttelte den Kopf. „Mir geht's gut."
„Nimm's mir nicht krumm, Süße, aber du riechst nach Drachenmist", sagte Alicia freundlich.
„Na ja, ich denke, eine schnelle Dusche kann nicht schaden." Angelina stand auf und streckte ihre starren Glieder. „Aber kommt und holt mich, wenn Fred aufwacht."
„Sicher", sagte Katie.
Angelina warf einen letzten Blick über ihre Schulter auf Fred und ging dann in Richtung Gryffindorturm davon. Ihre Freunde brachen in lang unterdrücktes Gelächter aus, sobald sie weg war.
„Sie mag ihn offensichtlich!"
„Aber was ist mit Cedric? Er ist auch noch da", sagte Alicia.
„Nicht mehr lange, wenn Fred was dagegen tun kann", lachte George.
„Apropos Cedric." Katie zog den Vorhang zurück, um den Hufflepuff zu enthüllen.
Cedric war auch noch immer bewusstlos. Aber anders als Fred hatte er es geschafft, noch völlig unangetastet auszusehen. Seine Frisur saß perfekt, während Freds feuerrotes Haar in jede Richtung abstand.
„Heilige Scheiße! Wie kann er immer noch so gut aussehen, nach allem, was er durchgemacht hat?"
„Hast du es nicht gehört, Katie? Cedric ist schwul", sagte Lee in einem Bühnenflüsterton.
Alicia rollte mit den Augen. „Ist er nicht."
„Denk darüber nach, Leesh. Er ist gutaussehend, nett, sensibel und süß. Es ist einfach nicht normal, er ist eine große, alte Tunte!"
„Vor einer Weile hast du gedacht, dass er versucht, Angelina zu verführen", warf Katie ein.
„Ich habe seither meine Meinung geändert. Er ist schwul", trällerte Lee.
„Du bist so ein Trottel."
Sie diskutierten für ein paar Minuten über Cedrics Sexualität, dann begann Fred, sich zu bewegen. Er öffnete seine Augen und sah Katie über ihn gebeugt. Eigentlich waren da zwei von ihr. Er blinzelte wütend und die Doppelsichtigkeit verschwand langsam.
Alicia lächelte ihn freundlich an. „Hey, Dornröschen."
„Willkommen zurück", sagte George.
Fred sah die Gesichter an, die um ihn rum verteilt waren. Jemand fehlte. Jemand Wichtiges.
„Mein Kopf", stöhnte er.
„Ich gehe Madam Pomfrey holen." Lee eilte davon, um die Krankenschwester zu suchen.
„Wie fühlst du dich?", fragte Katie.
„Wie Scheiße. Wo ist - "
Madam Pomfrey hetzte mit einem Kelch mit blutrotem Trank herein. „Endlich sind Sie wach! Hier, trinken Sie diesen Trank und in einer Stunde oder so geht es Ihnen wieder gut."
Fred kämpfte sich hoch und nahm den Trank. Er schluckte ihn schnell runter. Er hatte einen ekelhaften Nachgeschmack.
„Jetzt muss nur noch ihr Freund aufwachen", sagte Madam Pomfrey, zu dem noch immer ohnmächtigen Cedric hinüberschielend.
„Er ist nicht mein Freund", sagte Fred prompt.
Fred fühlte seinen Kopf klarer werden. Er wollte gerade nach Angelina fragen, als sie im Türrahmen auftauchte. Ihr Haar war nass und hing schlaff herunter und sie roch nach Blumen anstatt nach Mist.
„Du bist wach!"
„Tu nicht so froh darüber. Ist nett von dir, dass du dir in deinem überquellenden Terminkalender Zeit genommen hat, um mich auf einen Sprung besuchen zu kommen. Oder vielleicht bist du hier, um Cedric zu sehen."
„Fred, ich - "
„Ich meine, sogar Alicia ist hier, und wir haben uns gestritten. Du und ich mögen nicht immer miteinander zurechtkommen, aber ich habe gedacht, dass du wenigstens vorgibst, dir Gedanken zu machen. Die Welt dreht sich nicht nur um Angelina Johnson", schnappte Fred verbittert.
Angelina stand einfach mit weit offenem Mund da. Sie konnte auf keinen Fall jemanden so... so Blödes gemocht haben.
„Ich weiß nicht, warum ich mir überhaupt die Mühe gemacht habe!" Sie wirbelte auf dem Absatz herum und stampfte davon.
„Ich auch nicht!", rief Fred ihr hinterher.
Alicia schüttelte den Kopf. „Das hättest du nicht tun sollen."
„Halt die Klappe, Spinnet, ich bin nicht in der Stimmung für deine Predigten", schnappte Fred.
„Schön. Dann benimm dich halt wie ein Idiot!" Alicia verschränkte ihre Arme vor der Brust. „Aber mit der Einstellung wirst du Angelina nie bekommen." Alicia rauschte aus dem Raum.
„Wer hat behauptet, dass ich sie will?", wollte Fred wissen. Aber er hatte eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wer es war. Er starrte sein identisches Gegenstück finster an.
„Jah, ich hab's ihr erzählt. Na und? Willst mich auch beleidigen? Diesmal hast du's wirklich geschafft, Fred." George schoss seinem Bruder einen enttäuschten Blick zu und jagte dann hinter Alicia her.
Fred wandte sich Katie und Lee zu, die Einzigen, die noch da waren. „Was habe ich getan?"
„Du hast es fürstlich versaut. Ich werde mal schauen, ob es Angelina gut geht."
Und so blieb nur noch Lee übrig. Er blickte Fred mitfühlend an.
„Was ist mit allen los?"
„Angelina saß für sechs Stunden neben deinem Bett, Fred. Sie hat sogar Verwandlung geschwänzt und eine Strafarbeit bekommen. Sie ist erst vor etwa zehn Minuten gegangen, um zu duschen."
„Sie war die ganze Zeit hier?"
„Sie hat sich nie von diesem Stuhl wegbewegt. Sie hat sich auch keine Sorgen um Cedric gemacht. Angelina hat sich sogar geweigert, zum Abendessen zu kommen. Ich bin kein Experte, aber ich denke, sie hat sich echt Gedanken um dich gemacht."
„Oops."
„Oops ist richtig. Du wirst um Vergebung flehen müssen."
Fred sank zurück in sein Kissen und rieb sich die Stirn. Warum hatte er nicht einfach den Mund halten können? Jetzt war er gezwungen, sich zu entschuldigen. Aber Fred mochte Entschuldigungen nicht, weil das hieß, dass er zugab, dass er einen Fehler gemacht hatte.
„Mr. Weasley braucht jetzt seine Ruhe. Er kann in einer Stunde zum Gryffindorturm zurückkehren." Madam Pomfrey scheuchte Lee aus dem Raum.
„Wo bin ich?", fragte eine Stimme hinter dem Vorhang.
„Oh, super", stöhnte Fred. Jetzt hatte er eine Stunde mit Cedric vor sich, auf die er sich freuen konnte.
Zurück in ihrem Schlafsaal beschwerte sich Angelina bei Alicia und Katie.
„Ich habe sechs Stunden meines Lebens auf diesen blöden Idioten verschwendet. Ich kann es nicht fassen, dass ich mir sogar Sorgen um ihn gemacht habe."
„Ich dachte, du hast gesagt, dass du dir keine Sorgen um ihn gemacht hast."
Angelina ließ Katie mit einem scharfen Blick verstummen. „Ich war nur besorgt, weil er im Team ist und wir nächste Woche unser erstes Spiel haben. Es war nicht so, als ob ich wegen ihm geweint hätte oder so."
Sie motzten weiter über Fred und alle Männer im Allgemeinen. Dann, eine Stunde später, zog Angelina sich ihren Pyjama an und kroch ins Bett. Sie war erschöpft, also gingen Katie und Alicia runter in den Gemeinschaftsraum, um sie ein wenig schlafen zu lassen.
Im Gemeinschaftsraum entdeckten die zwei Mädchen Fred, als er durch das Porträtloch hereinkletterte. George und Lee sahen vom Tisch auf, an dem sie saßen. Viele Schüler begrüßten ihn und er lächelte und winkte ein bisschen, bevor er zu Alicia und Katie hinüberkam.
„Schau, Leesh, es tut mir Leid", murmelte er.
„Wie bitte? Was hast du gerade gesagt?"
„Du hast mich gehört."
Alicia konnte ein kleines Lächeln nicht unterdrücken. „Jah, habe ich, aber ich wollte, dass du es noch mal sagst."
„Eine abgehakt", seufzte Fred und ging auf die Treppe zu den Mädchenschlafsälen zu.
„Angelina ist immer noch ein bisschen sauer, also mach nichts, um sie noch wütender zu machen", riet Katie.
„Ich versuche es sicher." Fred stieg langsam die Treppe hoch. Er erreichte die Tür und klopfte sanft.
„Wer ist da?"
„Fred."
„Geh weg."
Fred ignorierte sie und betrat den Raum. Angelina warf ihre Decke zur Seite und sprang aus dem Bett. Sie packte die nächste Sache, die sie erreichen konnte und warf sie auf Fred.
„Pass auf!" Er duckte sich und Alicias Teddybär schlug hart an die Wand.
„Welchen Teil von geh weg verstehst du nicht?"
„Ich bin gekommen, um mich zu entschuldigen."
„Ich will deine verdammte Entschuldigung nicht. Sie bedeutet mir nichts", log Angelina.
„Aber mir bedeutet sie etwas. Es tut mir Leid, dass ich den Bogen ein klitzekleines bisschen überspannt habe."
„Ein klitzekleines bisschen? Ein klitzekleines bisschen!" Angelina hob einen Schuh hoch und schleuderte ihn auf Fred.
Fred sprang gerade rechtzeitig beiseite, um dem fliegenden Turnschuh auszuweichen. Er traf die Wand mit einem dumpfen Knall.
„Okay, es war womöglich mehr als ein klitzekleines bisschen, aber der Punkt ist, dass ich es nicht so gemeint habe."
„Ha! Du hast es so gemeint!"
„Okay, vielleicht habe ich es zu dem Zeitpunkt so gemeint."
„Du kannst dich noch nicht mal richtig entschuldigen! Lass mich einfach in Ruhe!", schrie Angelina.
„Ich gehe nicht, bis ich mich entschuldigt habe", beharrte Fred. Er setzte sich an den Fuß von Angelinas Bett.
„Runter von meinem Bett und raus aus meinem Zimmer!"
„Nicht bis du meine Entschuldigung akzeptierst."
Angelina seufzte schwer. Dann sah sie runter auf ihre Pyjamahosen, die hellblau mit herumschwebenden Wolken waren. Sie trug nur ein weißes Top und Fred starrte ziemlich unverhohlen.
Angelina schnappte sich Alicias Umhang von ihrem Bett und zog ihn an. „Hör auf so dumm zu glotzen!"
„Du kennst den Deal. Ich gehe nicht, bis du meine von Herzen kommende Entschuldigung angenommen hast." Fred saß mit gekreuzten Beinen auf ihrem Bett und weigerte sich, sich zu rühren.
„Du bist unglaublich nervig, weißt du."
„Jah, ich weiß. Es ist eine Gabe."
Angelina lächelte, dann bemerkte sie plötzlich, was sie tat. Ein hässlicher, finsterer Blick kehrte auf ihr hübsches Gesicht zurück.
„Du hast mich gerade angelächelt."
„Habe ich nicht", grollte Angelina.
„Ich habe ein Lächeln gesehen. Und es war auch ein sehr nettes."
„Es war kein Lächeln. Du bist wahnhaft."
„Bin ich?" Fred grinste schelmisch.
„Du irritierst mich."
„Ich glaube, wir bewegen uns im Kreis. Es tut mir wirklich Leid, dass ich all diese schrecklichen Sachen zu dir gesagt habe. Sie sind nicht wahr."
„Natürlich sind sie es verdammt noch mal nicht. Ich habe für die sechs längsten Stunden meines Lebens neben deinem Bett gesessen. Wie kannst du mich beschuldigen, dass ich mir keine Sorgen mache?"
„Tut mir leid. Aber das wirft eine Frage auf... Warum bist du für sechs Stunden an meinem Bett geblieben?"
Angelina fühlte sich ziemlich unbequem und rang mit ihren Händen. Sie wich Freds Blick aus und ging Tiger vom Boden aufklauben. Alicia würde wütend werden, wenn sie wüsste, dass Angelina ihren kostbaren Teddy durch die Gegend geworfen hätte.
„Wirst du mir keine Antwort geben?", fragte Fred.
Angelina platzierte den Bären wieder auf Alicias Bett und setzte sich Fred gegenüber. Er lächelte sie an, als wüsste er die Antwort bereits.
„Wie ich schon den anderen erzählt habe, ich gewöhne mich nur an deine Anwesenheit."
„Also hättest du auch für den größten Teil des Tages neben Lees Bett gesessen, wenn er in meiner Lage gewesen wäre?"
„Ich mag keine theoretischen Vergleiche, aber nein, ich wäre nicht bei ihm geblieben. Mach dir nicht die Mühe zu fragen, warum, weil du keine Antwort von mir bekommen wirst."
„Okay, ich lasse dich dein kleines Geheimnis bewahren. Also verzeihst du mir, dass ich ein Idiot war?"
„Ja, nehme ich an", sagte Angelina. Ein schüchternes Lächeln schlich sich langsam auf ihr Gesicht.
„Super." Fred sprang von ihrem Bett und ging durch den Raum. An der Tür hielt er an und sah zu ihr zurück. „Du hast ein wunderschönes Lächeln."
„Äh... danke, nehme ich an."
„Gern geschehen. Gute Nacht, Angelina."
Ü/N: Eines meiner liebsten Kapitel! Ich hoffe, ihr mochtet es auch! Im nächsten Kapitel wird es um das erste Quidditchspiel der Saison gehen. Sollte interessant werden.
