sveti: und ob er dabei ist, sveti. Das Problem ist nur, dass er sich viel schneller von ihr fesseln lässt als ihm lieb ist und man könnte fast meinen, er möchte von ihr enttarnt werden… :D

Illing: rosa Nerz? …würg… solange du nicht fragst, ob er auf Holz vor der Hütt'n steht, ist es okay, lol… wenn sie schon über jemanden herfallen muss, dann lieber über Sev, meinst du nicht? Alles andere will ich gar nicht lesen… dass Snape durchblickt, ist ja kein Wunder: erstens ist Hermione nicht offiziell tot, zweitens nicht so fies, sich hinter einem Blendzauber zu verbergen…

Lufa: lol… ich schätze, das geht dir bei dieser Story ständig so, dieses Dejavu-Gefühl? Aber das gibt es jetzt nur noch ein paar wenige chaps, ab dann geht es Schlag auf Schlag…

ViperSn: oh, ich hoffe, dein Winzwolf ist nicht krank und nervt nur aus anderen Gründen? Schön, wenn es dir gefällt!

Majin-Micha: …prust… musstest du so extrem kaltes Wasser nehmen? Wo dieser Sommer eh schon einer der kältesten Winter der Geschichte ist? :D

Try: nein, ihre Zunge spielt ihr keinen Streich… sie mag zwar noch immer nicht wissen, wem sie tatsächlich gegenübersitzt, aber sie hat sich fast perfekt im Griff. Autsch… seit wann so rachsüchtig, Try? Dieses Zurückzahlen und das Funkeln in deinen Augen macht mir ein bisschen Angst… :D Entspannung folgt bald…

Boomshaker41: klar merkt er es, aber so richtig gefallen tut es ihm deshalb noch lange nicht… oder doch, aber dass es ihm gefällt, gefällt ihm nicht… oder so…

Queen Jane: wie du gleich sehen wirst, erzählt Sev ihr fast mehr über sich als sie ihm… und ob das so gut ist? Lol… ich könnte jetzt gemein sein und spoilern, und du müsstest 10 Tage lang warten, um zu schauen, ob es auch eintrifft… aber das mach ich nicht und wünsche dir nur einen schönen Urlaub!

ll: kannst du mir mal sagen, wie Sev merken soll, wenn eine Schnecke mitfährt? Ich meine, so verkrampft Miss England auch sein mag, immerhin hat sie Arme und Beine und so… aber wie willst du dich denn überhaupt festhalten? :D

Lynya77: klar, siehst du gleich! …verleiht Silvia den Sherlock-Holmes-Preis für clevere Schlüsse… und welches Moped könnte besser zu Sev passen als eines, welches einmal Black gehört hat? Mentaler Tritt? Das werden bald noch richtige Stöße werden, nicht nur Tritte…

Simba: welcome back, du und Kniesel Whiskey! Schön, dass ihr wieder da seid! Lol… wenn du weiterhin solche Reviews schreibst, verwechsle ich dich noch mit Illing… (hab nichts gegen Ron Weasley, jedenfalls nichts wirksames…). Siehst du, wenn man gleich drei chaps hintereinander liest, werden viele Fragen sofort geklärt… hust… auf sie mit Gebrüll?! Simba! Tja, Baileys… wie du richtig vermutest, gibt es hier kurz was Autobiographisches… lach

Ich widme dieses chap meinem Illing. Danke für deine Existenz!

SSHGSSHG

Das Einzige, vor dem wir Angst haben müssen, ist die Angst selbst. Franklin D. Roosevelt

12. Kapitel

Er erwischte sie ziemlich unvorbereitet. Eben noch hatte Hermione darüber nachgedacht, dass ihr Ref auf seltsame Art vertraut vorkam, jetzt musste sie sich zusammenreißen, um ihm nicht Dinge aus der magischen Welt zu erzählen. Das war das Problem, wenn man fast nur Zeit mit Zauberern und Hexen verbrachte, grübelte sie abwesend. Man musste auf einmal Geschichten erfinden, wenn man tatsächlich mit einem Muggel zusammen war.

„Wir haben doch noch gar nichts zum Anstoßen", wich sie aus.

Er zog seine Augenbraue hoch und machte eine kurze Kopfbewegung. Hinter ihr tauchte der Kellner mit zwei Gläsern Wein auf. „Ein roter Spätburgunder aus Württemberg in Deutschland", erklärte er. „Es heißt, man solle nur Weißwein zum Fisch nehmen, aber meiner Erfahrung nach verschließt man sich damit selbst neue Geschmackswelten."

Hermione starrte ihn an. Er offenbarte immer wieder neue Seiten an sich. „Sie scheinen über ein sehr gutes Geschmacksempfinden zu verfügen", stellte sie fest, stieß mit ihm an und kostete den Wein. Er war halbtrocken, fruchtig, und gerade so an der Grenze dessen, was sie selbst als zu sauer empfand. „Danny meinte, Sie kennen sich mit Kräutern und alten Heilmitteln aus?" Sie erinnerte sich an den Geruch, der von seinem Pullover gestiegen war… lauter Pflanzen, die man auch in hochpotenten Heiltränken anwenden konnte.

„Meint Danny das?" Er klang skeptisch.

„Ja, er sagte, Sie hätten der Schwägerin von…" Sie suchte krampfhaft nach dem Namen des Kunden. „…Sean, sein Name war Sean! Sie hätten seiner Schwägerin geholfen."

Etwas wie ein spöttisches Grinsen zog kurz über seine Lippen. „Ethel ist eine chronische Hypochonderin. Ich habe ihr einen starken Tee gemacht und behauptet, er enthalte alte und geheime Heilkräuter. Natürlich hat sie mir geglaubt. Und das ist das wichtigste in solchen Fällen. Der Glaube versetzt Berge, Miss England!"

Hermione lachte und nippte noch einmal an ihrem Wein. „Also, worin haben Sie jetzt Ihren Abschluss?", erinnerte Ref an seine ursprüngliche Frage.

Sie dachte einen Augenblick nach. Tränke war wohl noch ziemlich einfach, aber Verwandlungen? „Organische Chemie und Angewandte Biologie", antwortete sie nach kurzem Zögern.

„Respekt", sagte der Ire und prostete ihr zu. „Und Sie waren mit Ihrem Ergebnis zufrieden?"

Hermione wurde plötzlich rot. Tief atmete sie durch. „Ja", erwiderte sie und lächelte strahlend.

Ref neigte den Kopf und musterte sie. „So gut? Sie sehen aus, als hätten Sie von der Sahne genascht. Vielleicht sogar Jahrgangsbeste?"

Nicht nur das, hätte Hermione am liebsten gerufen. Doch sie nickte nur. So sehr sie vor Stolz und Freude auch fast platzte, sie brachte es nicht über sich, damit vor Ref zu prahlen. Etwas an ihm machte sie verlegen. Ihr Unterbewusstsein behauptete die ganze Zeit, dass sie ihn irgendwoher kannte. Das war natürlich Blödsinn, aber so war es.

Einerseits wollte sie ihn beeindrucken, obwohl sie keine Ahnung hatte, warum das so war. Andererseits sagte sie sich, dass er trotz allem ein Fremder war. Welchen Sinn machte es, ihm von den besten Abschlussergebnissen, die je an der Londoner Universität erzielt wurden, zu erzählen?

Der Ire beugte sich noch ein wenig vor und sah ihr ins Gesicht. „Sie haben Löwenaugen", murmelte er.

Hermione blieb fast das Herz stehen. „Löwenaugen", wiederholte sie schwach. Erst brachte er sie in ein Ambiente, welches vor Gryffindorfarben nur so strotzte, dann erzählte er etwas von Löwenaugen?

Er nickte. „Ich war einmal in Dublin, im Zoo. Sie haben da ein paar Großkatzen." Ref lehnte sich zurück, verschränkte die Hände und ließ sein Kinn auf seinen gefalteten Fingern ruhen. „Die Löwen liegen faul herum. Sie haben sich an das Nichtstun und daran, nicht jagen zu müssen, gewöhnt. Nicht so die Löwinnen. Sie sind ständig in Bewegung. Hoch auf die Felsen, wieder herunter. Immer wachsam, immer aufmerksam. Ihre Bewegungen sind geschmeidig und voller Kraft. Sie haben Ihre Augen, kleine Miss England. Glänzend, intensiv, braun, golden schimmernd."

Der Kellner kam und brachte ihre Gerichte, so dass sie einer Antwort, die wahrscheinlich stammelnd ausgefallen wäre, enthoben war. Schweigend aßen sie ihren Fisch. Als Hermione ihren Teller fort schob, musste sie zugeben, dass er Recht gehabt hatte. Die Forelle war außergewöhnlich gut gewesen. „Warum sind Sie heute so nett, Ref?", fragte sie leise.

Seine Augenbrauen zogen sich zusammen. „Ich bin nicht netter als sonst", behauptete er.

„Doch, sind Sie!", widersprach Hermione. „Sie laden mich in ein wunderbares Restaurant ein, machen mir Komplimente… warum?"

Sein Mundwinkel verzog sich leicht nach oben. „Vielleicht habe ich festgestellt, dass Ihre Gesellschaft langsam tolerabel wird, wenn Sie nicht die ganze Zeit damit beschäftigt sind, sich selbst zu bemitleiden."

„Hatten Sie niemals Zeiten, in denen Sie geglaubt haben, alles und alle haben sich gegen Sie verschworen?"

Ref fuhr sich mit der Serviette über den Mund, wischte sich dann die Hände ab und ließ sie achtlos auf seinen Teller fallen. Er starrte über ihren Kopf hinweg und schien ganz woanders zu sein. „Doch, hatte ich", sagte er dann langsam. „Allerdings war es fast immer meine Schuld."

„Ich behaupte ja gar nicht, dass meine momentane Gefühlslage die Schuld anderer ist", erwiderte Hermione. „Aber kann es nicht einmal Zeiten geben, in der man einfach aufgeben möchte? In der alles zuviel wird?"

„Natürlich." Ref nickte. „Aber Aufgeben ist keine Option für Sie, Miss England. Sie sind nicht der Typ dafür. Sind Sie nicht eher wie die Löwinnen im Dubliner Zoo?"

„Wieso glauben Sie das?"

Der Mann zuckte mit den Schultern. „Erfahrungswerte, würde ich sagen. Wenn Sie einmal in mein Alter kommen, haben Sie einen Blick dafür."

Hermione lächelte. „Ganz ehrlich: Wie alt sind Sie, Ref?"

„Zweiundvierzig."

Hermione hatte ihn für älter gehalten, schon allein wegen der Falten und Furchen seines Gesichts. Andererseits schien er in bester körperlicher Verfassung zu sein, sein Gang war geschmeidig, seine Bewegungen die eines Sportlers; er war schlank und schien kein Gramm Fett am Leib zu haben.

„Was haben Sie getan, wenn Ihnen alles zuviel wurde?"

Der Ire schwieg eine Zeitlang. „Als ich noch sehr jung war, habe ich versucht, meinen Kummer zu verdrängen, indem ich mich in Bücher vergrub", sagte er langsam und sah ihr direkt in die Augen. „Später versuchte ich mich an Alkohol, aber ich mochte zwar seine Wirkung, nicht jedoch die Nebeneffekte. Ich…"

Er unterbrach sich kurz und sinnierte. „Natürlich konsumierte ich auch einen gewissen Teil an Drogen, aber im Endeffekt waren sie genauso schlimm wie Alkohol. Das Problem ist, man vergisst zwar seine augenblicklichen Sorgen, gerät aber nur noch in schlimmere Schwierigkeiten und dann kommt alles auf einmal. Nein, das war alles nicht richtig."

Hermione beugte sich interessiert vor. „Also? Wie sind Sie schließlich damit umgegangen?", fragte sie. „Lassen Sie mich doch an Ihren Erfahrungswerten teilhaben!"

„Nicht so, dass ich eine Nachahmung empfehlen würde, kleine Miss England", sagte Ref langsam. „Ich ließ mich von meinen Ängsten und Problemen verzehren und vergiftete meine Umwelt damit. Ich stieß Leute fort, die sich wirklich für mich interessierten, wurde unerträglich zynisch und bösartig und verbreitete viel Angst und Hass. Ich ließ mich mit Leuten ein, die wirklich kriminell waren. Das ist kein Weg für Sie. Andererseits werden Sie genug echte Freunde haben, die Sie auffangen, nehme ich an?"

Sie dachte über seine Worte nach. „Ich habe wirkliche Freunde, die alles für mich tun würden", gab sie zu. „Ich habe viel Glück gehabt. Andererseits ist es so, dass…" Sie stockte, unsicher, wie sie fortfahren sollte. „Mein Heil… mein Arzt sagte, ich leide unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung. Und die Ursache dafür liegt in dem, was ich mit meinen Freunden erlebt habe. Ich will sie nicht damit belästigen, denn vielleicht würde es ihnen dann genauso gehen?" Sie schüttelte den Kopf. „Sie müssen mich für völlig durchgedreht halten, und ich kann es Ihnen nicht verdenken!"

„Sie werden lachen, aber ich verstehe Sie sehr gut", murmelte Ref und machte dem Kellner ein Zeichen. „Einen Baileys für mich und für die Lady… noch einen Wein?"

„Nein, danke, ich bin eher so der süße Typ", wehrte Hermione ab und wurde rot, als ihr die Doppelbedeutung ihrer Aussage klar wurde.

„Bringen Sie zwei Baileys", orderte er.

Sie lächelte. „Ich glaube, Sie werden mich betrunken machen, damit ich nachher vom Motorrad falle und Sie mich ein für alle Male los sind!"

Er starrte sie mit einem seltsamen Ausdruck in den Augen an. Dann zeigte sich ein scheues Lächeln in seinem Gesicht, so kurz, dass Hermione nicht einmal sicher war, es gesehen zu haben oder ob ihr die flackernde Kerze einen Streich gespielt hatte. „Wer sagt denn, dass der zweite Bailey für Sie ist, Miss England? Oder dass ich Sie nachher nicht einfach so hier sitzen lasse?"

„Dafür mögen Sie mich zu sehr", behauptete Hermione.

„Tue ich das?"

„Ich hoffe es zumindest. Wer würde sonst Toby gnadenlos verziehen, wenn Sie mich hierlassen?" Sie spürte Hitze in ihre Wangen steigen, dabei hatte sie noch nicht einmal den Likör getrunken, den der Kellner soeben vor ihnen abstellte. „Sie wirken auf mich eigentlich nicht wie jemand, der Baileys trinkt", sagte sie hastig. „Eher wie der typische Whiskeytrinker."

„Bin ich jetzt in Ihren Augen weniger männlich, weil meine Trinkgewohnheiten nicht Ihren Vorstellungen entsprechen?", fragte er trocken.

„Nein, um Mer… um Gottes Willen! So war das nicht gemeint!" Wirklich, er schien ein Talent dafür zu besitzen, sie falsch zu verstehen!

„Wie lange gedenken Sie Ihre Auszeit zu nehmen?", wechselte Ref unvermittelt das Thema.

Hermione nippte an der cremigen Flüssigkeit und zuckte mit den Schultern. „Ich weiß es nicht, ganz ehrlich. Ich muss mir erst einmal darüber klar werden, was ich eigentlich von mir selbst und von meinem Leben erwarte. In letzter Zeit kam so ziemlich alles auf einmal zusammen…" Sie verstummte, weil sie merkte, wie sehr sich ihre Worte nach dem anhörten, was er Selbstmitleid nannte.

Aber es war so einfach, sich in Anwesenheit des Iren zu entspannen. Er war ein guter Zuhörer. Sie hatte nie das Gefühl, dass er sich langweilte. Wenn er etwas albern fand, sagte er es und vertröstete sie nicht mit hohlen Phrasen. Sie starrte auf das Stück Haut, welches sie im Ausschnitt seines Pullovers sehen konnte. Er trug ein Lederband um den Hals, an dem etwas hing, was wie eine Kralle oder so ähnlich aussah.

„Sie behaupteten, ein Kriegsflüchtling zu sein. Meinten Sie das im übertragenen Sinn? Oder haben Sie außerhalb Englands gelebt?"

Sie seufzte und rieb sich über die Augen. „Kriegsflüchtling ist vielleicht der falsche Ausdruck", gab sie zu. „Der Krieg ist vorbei, es gibt nichts mehr zu flüchten. Aber in letzter Zeit habe ich ständig Alpträume davon. Dann starb mein Kater…"

„…Krummbein, der so tapfer wie ein Löwe war", warf Ref ein.

Hermione lächelte schwach. „…genau! Ich habe sehr an ihm gehangen, auch wenn Sie das lächerlich finden mögen!" Er schüttelte nur den Kopf, schwieg jedoch und nickte ihr kurz zu, um sie aufzufordern, weiterzusprechen. „Und schließlich habe ich mich von meinem Freund Ron getrennt", sagte sie leise.

Ref spielte mit seinem Glas und sah sie intensiv an. „Wieso?"

„Warum erzähle ich Ihnen das? Und warum hören Sie eigentlich meinem Gejammer zu?"

„Miss England!", knurrte Ref leise. „Wenn Sie sich Ihren Ängsten stellen, können Sie sie besiegen. Sie haben einen Krieg überlebt, Sie können auch Ihre Ängste überleben. Und warum nicht alles einem Fremden erzählen, wenn Sie es damit loswerden können? Lassen Sie es raus, lassen Sie los, und Sie werden sehen, dass in Ihrer Zukunft alles für Sie offen steht. Begehen Sie nicht dieselben Fehler wie ich! Kehren Sie zurück nach London und sprechen Sie mit Ihren Freunden, sonst werden Sie sie verlieren. Nichts ist tödlicher für eine Freundschaft als unausgesprochene Missverständnisse!"

Hermione biss sich auf ihre Unterlippe, bis ihr bewusst wurde, wie kindisch das aussehen musste. „Es ist nicht so einfach", sagte sie schließlich leise. „Wie ich gesagt habe: Sie haben dasselbe erlebt wie ich und ich will nicht, dass bei ihnen wieder alles aufgewühlt wird."

„Vielleicht leiden sie ja bereits an denselben Ängsten wie Sie, Miss England? Vielleicht wären Sie Ihren Freunden ein wahrerer Freund, wenn Sie wieder alles aufwühlen?"

„Ich weiß es nicht!" Hermione fühlte Verzweiflung in sich aufsteigen. „Ich weiß es einfach nicht! Was ist mit Ihnen, Ref? Sie haben gesagt, Sie hätten einen Freund in Schottland besucht? Würden Sie ihm davon erzählen, wenn Sie Angst haben? Ich meine, Angst vor etwas, was gar nicht mehr existiert? Lächerliche Angst, wie man sie als Kind hatte, wenn man sich nicht traute, unter das Bett zu schauen, weil man dachte, ein Monster liegt darunter?"

„Ich würde ihm davon erzählen, wenn es noch möglich wäre", sagte Ref langsam.

„Wieso sollte es nicht möglich sein?"

„Er ist tot." Die Worte wurden flach und völlig emotionslos ausgesprochen und wirkten vielleicht gerade deshalb auf Hermione wie ein Schlag in die Magengrube. Er hatte also das Grab eines Freundes in Schottland besucht. Wie sehr musste er an diesem Freund gehangen haben, dass er den weiten Weg von Irland vornahm, um dorthin zu gelangen. Sie selbst hatte Freunde in Schottland verloren… Impulsiv streckte sie ihre Hand aus und bedeckte seine.

Der Ire zuckte zusammen und verkrampfte sich. „Was tun Sie da?", zischte er.

Hastig zog Hermione ihre Hand wieder zurück. „Es tut mir so Leid!", stammelte sie. Offensichtlich hatte er ihr Mitgefühl völlig falsch verstanden. „Ich wollte Ihnen nicht zu nahe treten. Es ist nur so, dass… ich weiß, wie es ist, wenn Freunde sterben. Was man fühlt, wie man sich fühlt. Die Hilflosigkeit, das Entsetzen, der Kummer, der einen zu ständig unpassenden Zeiten überfällt…" Sie brach ab, als sie spürte, dass bereits Tränen hinter ihren Lidern drohten hervorzubrechen.

Tief holte sie Luft und setzte noch einmal an. „Ich wollte Ihnen bestimmt nicht diesen Abend verderben, Ref! Entschuldigen Sie!"

Sie suchte in seinem unbewegten Gesicht nach einem Anzeichen, dass er nicht von ihr unbeabsichtigt gekränkt wurde. Sie wurde völlig davon überrascht, dass er seinen Baileys zur Seite schob und mit beiden Händen ihre Hand nahm. „Sie werden mich entschuldigen", sagte er ruhig und trotz seiner rauen Stimme klangen seine Worte sanft. „Ich bin ein alter Narr mit Angst vor Körperkontakt. Ich bin ein Feigling, der immer fürchtet, dass man ihm wehtun wird. Aber das werden Sie nicht, Miss England, oder?"

Hermione schüttelte vehement den Kopf. „Das könnte ich gar nicht!", sagte sie leidenschaftlich.

„Oh, doch, glauben Sie mir. Das könnten Sie!", versicherte ihr Ref.

Er ließ sie los und führte ihr Gespräch auf weniger beunruhigende Themen zurück. Sie sprachen über Bücher und die Sagenwelt Irlands. Ref unterhielt Hermione mit Geschichten über den Claddagh Ring, über Oisin und Niamh mit dem goldenen Haar, von den Leprechauns, den Todesfeen und den Elfen, die immer wieder Kinder der Bevölkerung stahlen. Das waren bestimmt keine Hauselfen gewesen, dachte Hermione verträumt.

Als sie zurück nach Cleggan fuhren, war Hermione so entspannt, dass sie sich an den Körper des Iren lehnen und die Fahrt genießen konnte. Motorradfahren, sinnierte sie, war weitaus angenehmer als Fliegen, ganz besonders, wenn es eine so klare, milde Nacht war. „Oidhche mhath", sagte Ref, als er vor ihrem Cottage hielt. Er hatte seinen Helm abgenommen und sah sie mit seinen dunklen Augen an, als erblicke er sie das erste Mal.

Hermione streckte die Hand aus und berührte zaghaft seinen Arm. „Taing, a charaid. Slan leat!" Sie überlegte einen Augenblick und fuhr dann fort: „Ich hoffe, Sie nehmen es mir nicht übel…", beugte sich vor und küsste seine Wange. Sie war glatt rasiert und warm.

Fast schien es ihr, als würde er lächeln. „Sie werden es irgendwann bereuen, kleine Miss England!" Das bezweifelte sie stark. Eher würde sie es wiederholen, dachte sie. In dieser Nacht träumte Hermione wieder von Hogwarts, von Dumbledore, ihren gefallenen Freunden, von Dobby und Snape, doch es war kein Alptraum.

SSHGSSHG

Oidhche mhath, gälisch: Gute Nacht.

Taing, a charaid. Slan leat, gälisch: Danke, mein Freund. Auf Wiedersehen.