Konfusion
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Severus nahm die beiden Bücher zur Hand, die ihm Madam Pince besorgt hatte. Seit einer Woche war er nun wieder in Hogwarts, aber er hatte keine große Lust seinen früheren Tagesablauf wieder aufzunehmen.
Stattdessen gewöhnte er sich immer mehr an die Anwesenheit des Mädchens. Sie verbrachte inzwischen viel mehr Zeit in seinem Quartier als in ihren Räumen. Und er musste sich eingestehen, dass er ihre Anwesenheit genoss.
Es war angenehm mit ihr vor dem Kamin zu sitzen und sie zu beobachten. Er hatte ihr die Erlaubnis gegeben Alain Foucalt's MerlinetNimüe zu lesen. Dieser Klassiker verklärte die Geschichte zwar – zu romantisch, wenn man ihn fragte – aber es machte ihm Freude sie beim Lesen zu beobachten.
Sie schien so versunken in dem Buch und schaute ihn dann plötzlich an, wohl wissend, dass er sie beobachtet hatte.
Wenn sie ihn dabei „erwischte", versuchte er schnell wegzusehen. Natürlich war es dann längst zu spät, aber er genoss das Katz und Maus-Spiel mit ihr.
Und dann gab es anderen Zeiten, da wusste er sofort, dass sie ihn brauchte.
Ohne ein Wort stand sie dann auf, ging ins Schlafzimmer und begann sich auszuziehen.
Ebenfalls schweigend folgte er ihr, bemüht nicht zu zeigen wie sehr er es genoss sie in seinem Bett zu sehen. Wie sehr er darauf brannte sie wieder zu berühren, denn sie gab sich ihm total hin und erlaubte ihm Dinge zu tun, die er noch nie getan hatte.
Er wusste, dass es der Fluch war, der sie dazu trieb. Aber wenn sie ihn mit ihren großen braunen Augen ansah, seinen Penis in ihrer kleinen Hand hielt oder wenn sie ihn anflehte, sie zu nehmen, dann fühlte es sich so echt an.
Severus wurde plötzlich aus seinen Gedanken gerissen. Potter und Weasley betraten die Bibliothek ohne auf ihre Umgebung zu achten.
Diese Idioten, dachte er. Wenn Voldemort hier wäre, dann wären sie tot. Als ob sie noch nie etwas von Vorsichtsmaßnahmen gehört hatten.
Und überhaupt. Was wollten die beiden hier?
Wahrscheinlich suchten sie Hermine.
Seine Neugier siegte und er versteckte sich hinter einem der Regale. In diesem Moment tauchte auch schon das dritte Mitglied der Gruppe auf.
„Harry! Ron!"
Offensichtlich war sie froh die beiden zu sehen. Er musste unbedingt ihr Gesicht sehen.
„Was gibt es?", fragte sie die beiden Jungen.
„Wir müssen mit Dir reden."
Potters Stimme klang angespannt. War etwas passiert? Adrenalin schoss in Severus hoch.
Würde Potter wieder etwas Dummes tun und Hermines Leben gefährden?
Erfreut nahm er zur Kenntnis, dass Hermines Ton voller Zweifel war.
„Was gibt es, Harry?"
Wenigstens würden die beiden sie nicht so einfach in irgendwelche gefährliche Situationen locken. Da war sich Severus sicher.
Dann hörte er Weasley reden – über den Fluch.
„Eh, wir haben ein paar Nachforschungen angestellt."
Hermines Haltung veränderte sich.
Die beiden hatten eigene Nachforschungen angestellt. Wieso ?
„Und?", fragte sie irritiert und brachte Severus damit fast zum Schmunzeln.
Potter lehnte sich näher an Hermine und flüsterte.
„Der Fluch hat etwas mit Sex zu tun, richtig?"
Das Mädchen war nicht in der Lage ihre Reaktion zu verstecken. Ihre Augen verrieten sie.
„Ich wusste es. Ich habe dir gesagt, dass es so etwas ein musste. Sie will nicht einmal mehr Hand in Hand mit mir gehen."
Severus wunderte sich. In ihren Erinnerungen hatte er keine romantischen Gefühle für Weasley festgestellt.
In der Zwischenzeit versuchte Harry, Ron zum Schweigen zu bringen.
„Hermine, wir können Dir helfen. Komm einfach mit uns. Wir würden alles für dich tun. Wirklich alles", betonte er.
Weasley nickte zustimmend. „Alles."
Hermine setzte sich und griff schützend nach einem Buch.
„Der Schulleiter hat Euch doch gesagt, dass ich nicht darüber reden will. Es ist einfach zu peinlich."
„Es ist Dumbledore? Schlimmer geht es nicht mehr."
Sie sah die beiden Jungs ungläubig an. Und Severus fragte sich, ob er nicht lieber gehen sollte.
Was würde sie sagen, über ihn? Er wollte nur weg, nichts hören. Aber dann blieb er doch.
„Nein, es ist nicht Dumbledore."
„Aber wer ist es dann? Mit wem hast du jeden Tag Sex?"
Severus machte sich schon bereit, die beiden Schüler zu verhexen, da hörte er Hermine.
„Lasst mich zufrieden", schrie sie Harry und Ron an.
Dann drehte sie sich um und lief aus der Bibliothek.
Harry schaute Ron wütend an.
„Ganz toll. Wir wollten sie doch nicht bedrängen. Sie ist immerhin ein Vergewaltigungsopfer. Jedenfalls in meinen Augen.
„Sie ist ja auch nicht Deine Freundin", verteidigte sich Ron.
Er drehte sich so um, dass der Professor sehen konnte, wie rot Weasley Ohren wurden, wenn er wütend war.
„Sie ist auch nicht deine Freundin, Ron. Du hast sie damals wegen Lavender angelogen, vergessen?"
Potter lief Hermine hinterher.
Er drehte sich kurz zu Weasley um.
„Und bleib mir vom Leib. Du machst es nur schlimmer."
Severus blieb noch eine Weile allein in der Bibliothek und ging dann vorsichtig zurück in seine Wohnung.
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Drei Stunden später war Hermine noch immer nicht bei ihm angekommen. Dabei war es längst Zeit.
Severus begann sich Sorgen zu machen. Wo blieb sie nur?
Er dachte an die Zeit als sie noch nicht seine ganze Gedankenwelt bestimmte. Und überhaupt – früher waren seine Räume viel ordentlicher, dachte er als er eine pinkfarbene Socke unter dem Tisch liegen sah.
Er, Severus, musste nun schon hinter einer 18jährigen aufräumen. Soweit war es gekommen.
20 Minuten später sah er wieder auf die Uhr.
Er fühlte, dass irgendwas mit ihr passiert sein musste.
Schließlich nahm er etwas Flohpulver in die Hand. Er hatte die Verpflichtung sich um sie zu kümmern. Richtig. Aber er hatte noch nie ihre Räume betreten.
22.30 Uhr – vielleicht konnte sie nicht zu ihm kommen?
Plötzlich wurde die Münze in seiner Tasche heiß.
Sie brauchte ihn, aber wo? Die Nachricht enthielt keine Angaben zu Zeit und Ort.
Er warf das Flohpulver in die Flammen.
„Hermine Grangers Raum", sagte er laut und deutlich als er in den Kamin trat.
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Als sich der Staub gelegt hatte, bot sich ihm ein erschreckendes Bild.
Hermine wälzte sich vor Schmerzen auf ihrem Bett
Potter lag von einem Fluch getroffen auf dem Boden. Und Schuld an diesem Chaos war offensichtlich Ronald Weasley.
In seiner Hand hielt er die Münze. Er hatte Hermine ihren Zauberstab weggenommen und hielt sie auf dem Bett fest.
Sie versuchte an die Münze zu kommen.
„Ron gib sie mir. Du hast ihn gerufen. Er wird kommen und schrecklich wütend sein."
In diesem Moment sah sie Severus. Ein Blick sagte ihm, wie schlecht es ihr ging.
Severus sah rot.
Wütend stürzte er sich auf den Jungen.
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Hermine schämte sich und machte dadurch für Severus alles viel schlimmer. Schließlich hatte sie keine Schuld an der Situation.
Er griff sich Weasley und warf ihn gegen die Wand.
Was für eine gedankenlose Kreatur. Es war fast wie früher als ihn James Potter und seine Kumpane verfolgt hatten.
Sie dachten nie daran wie sich andere dabei fühlten.
„Genießt Du das Weasley? Reißt Du auch Schmetterlingen die Flügel aus oder trittst du kleine Tiere."
„Lass mich los, du schmieriger Kerl", schrie Ron und versuchte sich aus Snapes Griff zu befreien.
„Und bleib weg von ihr, Du Perverser."
Severus lies den Jungen plötzlich los und griff stattdessen zu seinem Zauberstab. Weasley hatte dieselbe Idee und so standen sie sich wie in einem Duell gegenüber.
Ron reagierte zuerst und traf die Wand hinter Snape.
Der hatte mit dem Angriff gerechnet und warf den Zauber auf Ron zurück, so dass der zu Boden ging. Dort war nun ganz wehrlos der Wut des älteren Mannes ausgeliefert.
„Bleib wo du bist, Ron."
Snape drehte sich um. Hinter ihm stand Hermine, ebenfalls in Duell-Stellung.
Der Professor drehte sich langsam zu ihr und fragte „Geht es dir gut?"
„Ja."
Sie sah voller Verachtung auf Ron.
„Obwohl ich seit 2 Stunden versuche diesen Idioten zu entkommen. Aber meine sogenannten Freunde sind nicht daran interessiert was ich brauche und wie es mir geht. Also bis auf diese Kleinigkeit geht es mir gut. Einfach hervorragend. Danke der Nachfrage."
Er sah wie sie zitterte und hatte Angst, dass sie bald zusammenbrechen würde. Vielleicht war es besser sie etwas in Ruhe zu lassen.
So wandte er sich Harry Potter zu und befreite ihn vom dem Bann, den Ron ausgesprochen hatte. Kaum war er frei, da stürzte er sich schon voller Wut auf seinen Freund.
„Du Blödmann. Wie konntest du das tun? Ihr den Zauberstab wegnehmen? Sie gegen ihren Willen festzuhalten ? Du verdienst jede Strafe, die sich Snape für Dich ausdenkt."
In diesem Moment ging Hermine an Snape und Harry vorbei und verpasste Ron eine Ohrfeige.
„Du denkst, dass er mich vergewaltigt hat? Niemals. Er hat immer nur das getan was ich wollte. Ich habe ihn anbetteln müssen. Es ist nicht seine Schuld, dass mich Voldemort verflucht hat."
Sie ging noch näher an ihn heran. Snape und Harry wichen unwillkürlich zurück und sahen zu was Hermine mit Ron machte.
„Der Einzige, der etwas gegen meinen Willen getan hat, warst du Ron. Niemand sonst. Am liebsten würde ich dich anspucken, aber du bist es nicht wert."
Snape schaute sie bewundernd an. Sie war wirklich beeindruckend in ihrer Wut.
„Miss Granger, lassen Sie sich von Mister Potter und mir nicht abhalten. Es wäre uns eine Ehre Ihnen dabei zusehen zu dürfen."
Aber bevor sie es sich überlegen konnte, hörten sie ein lautes Klopfen. Jemand schlug mit großer Kraft gegen die Tür.
„Miss Granger. Öffnen Sie sofort die Tür oder ich werde Gewalt anwenden."
Ohne Zweifel hatte jemand den Lärm gehört und Minerva informiert.
Snape nahm Weasley am Kragen und schob ihn von der Tür weg.
Dann wandte er sich an Hermine.
„Geh. Ich komme sobald es geht."
Dann wartete er auf das grüne Licht im Kamin, das ihm zeigte, dass sie auf dem Weg war und öffnete die Tür.
„Kommen Sie herein, Minerva."
Die Lehrerin sah sich um.
„Wo ist Miss Granger?"
Unfähig seinen Mund zu halten, rief Ron: „Er hat sie weggeschickt. Er belästigt sie. Jeden Tag und niemanden scheint das zu kümmern."
„Mister Weasley."
Severus konnte sich noch genau an die Zeit erinnern, als ihm und anderen diese Stimme Angst und Respekt eingejagt hatte. Auch heute verfehlte sie nicht ihre Wirkung. Ron trat zurück und schaute ängstlich nach unten.
Minerva war klar was hier passiert war. Und mit eisiger Stimme sagte sie: „Mister Weasley, Mister Potter. Wir werden sofort zu Professor Dumbledore gehen."
Keiner rührte sich.
„Ich sagte sofort. Gehen Sie. Ich komme gleich hinterher."
Die beiden schlichen beschämt davon.
„Wie geht es ihr?", fragte Minerva leise.
„Nicht gut. Sie wurde sehr lange von den beiden festgehalten."
Er schluckte.
„Minerva, bitte sorgen Sie dafür, dass niemand von diesem Zwischenfall erfährt. Es würde die Situation für Hermine noch schlimmer machen."
Sie nickte.
„Ich versuche mein bestes. Aber die beiden sind ihre Freunde. Sie wollten ihr sicher nicht schaden."
„Ha, das ich nicht lache. Sie werden bestraft. Das ist kein Verhandlungspunkt, aber dazu habe ich jetzt keine Zeit. Hermine braucht meine Hilfe sonst wird sie verrückt."
„Aber", versuchte Minerva ihn zu beschwichtigen.
„Kein aber. Die beide anderen werden einer Strafe nicht entkommen. Das können Sie mir glauben."
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Sie lief aufgeregt hin und her. Endlich. Severus stand vor ihr.
Sie sahen sich an.
„Tut mir leid, dass du das hören musste."
„Warum bist du noch angezogen?"
Er konnte es nicht glauben. Es ging ihr schlecht und sie dachte daran was ihre Freunde gesagt hatten.
„Hör auf. Ich hätte Dich mehr verteidigen müssen. Sie wissen nicht wie gut du zu mir bist."
Wortlos zog er sich an sich. Sie schmiegte sich in seine Arme und seufzte zufrieden auf.
Ohne eine Sekunde zu zögern küsste sie ihn leidenschaftlich.
Er erwiderte den Kuss und schob sie zum Sofa. Der Weg zum Bett war viel zu weit.
Als er seine Hose ausgezogen hatte, drang er sofort in sie ein. Er brauchte sie. Seine Leidenschaft für sie war unerklärlich. Sofort reagierte Hermine, forderte mehr. Mehr und mehr. Und er gab ihr was sie wünschte. Und trotzdem machte sich Traurigkeit in ihm breit. Darüber das er keine Zeit hatte, zärtlicher und liebevoller zu sein.
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Als die Schule begann, nahmen sie ihre alte Routine auf. Allerdings verbrachte Hermine nun fast ihre ganze Zeit beim ihm. Sie kam am frühen Abend mit ihren Büchern und Aufgaben, setzte sich auf den Teppich oder an den Tisch.
Kein Zweifel, Harry Potter und Ron Weasley waren abgemeldet. Zumindest schien das Severus so. Er wagte es nicht sie direkt danach zu fragen, denn ihre Beziehung war schon so viel zu persönlich. Er hatte sie seiner Familie vorgestellt. Sie hatte ihn gepflegt und verteidigt.
Wenn er nur so eine Frau wie sie finden könnte …
Natürlich war sie längst sein, wenn auch nur geborgt. Er wusste, dass er sie hergeben musste, wenn der Dunkle Lord besiegt war. Wenn er den Kampf überleben würde.
Hermine schien es ähnlich zu gehen. Sie war eifersüchtig auf Morgen. Er hatte es erlebt als Morgen nach dem Zwischenfall mit dem Dunklen Lord eine Nachricht zukommen lies.
RÜCKBLICK
„Darling, ich kann es nicht ertragen, dass du nicht mehr mit mir redest. Deshalb gehe ich zurück nach Deutschland. Vergiss nicht, dass ich auf dich warte. Für immer, Morgen."
Er rief nach Scampy.
„Verbrenn das."
Hermine, die alles beobachtet hatte, sprang auf und nahm Scampy den Brief aus den Händen. „Das mache ich."
Mit großer Befriedigung sahen sie zu wie die Flammen den Brief zerstören. Dann widmeten sie sich wichtigen Dingen. Schließlich war sie doch deshalb bei ihm.
Ende Rückblick
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Der Valentinstag brach an. Auch auf Hogwarts war es nicht zu übersehen, dachte Severus voller Abscheu.
Wo immer man hinblickte war es pink – Herzen, Girlanden, Konfetti. Das ausgerechnet in seinen Kaffee regnete. Verdammt.
Ohne darüber nachzudenken, sah er zu Hermine hinüber. Sie hatten das Frühstück fast verpasst, weil sie nicht aus dem Bett kamen. Er war einfach nicht in der Lage gewesen, sie gehen zu lassen. Jeder Kuss wurde von ihr erwidert, jede Berührung lies sie erfreut aufstöhnen und was seine Zunge mit ihr anstellte, war einfach unbeschreiblich. Er hatte sich oft gefragt, wie oft sie kommen würde, wie oft er ihr Vergnügen bereiten könnte, wie häufig sie gemeinsam den Höhepunkt erreichten. Aber das war an diesem Tag vergessen. Es zählen nur sie beide und ihre Körper und die entfachte Leidenschaft.
Nun sah er sie an und fragte sich, ob sie mit Potter nach Hogsmead gehen würde oder seine Gegenwart bevorzugte? Er hatte noch einige Dinge im Sinn, die er mit ihr machen könnte..
In diesem Moment flogen die Eulen herein und brachten die Post. Diesmal war auch etwas für ihn dabei. Eine grüne, duftende Box. Er verzog sein Gesicht und steckte sie in seinen Umhang.
Viel Interessanter war allerdings was sich an den Tischen der Schüler abspielte. Harry Potter und Luna Lovegood kamen Hand in Hand an und setzten sich gemeinsam an einen Tisch. Auch die anderen Kids tauschten Karten oder sogar Küsse aus. Nur Hermine schien unbeteiligt. Sie gehörte nicht mehr zu ihnen. Severus fragte sich, ob ihr das bewusst war. Und er bekam seine Antwort sofort. Sie schaute ihn direkt an und er sah, dass sie sich ihrer Isolation bewusst war.
„Sehe ich Dich heute Abend beim Ball, Severus?", fragte ihn plötzlich Dumbledore.
„Wenn ich mich recht erinnern, haben Sie mich verpflichtet dorthin zu gehen, oder?"
Dumbledore lächelte ihn an und nickte.
„Ich erinnere mich. Vielleicht willst Du mit Miss Granger tanzen?"
Darauf fiel Severus keine Antwort ein. Er nahm sich eine neue Tasse Kaffee und verlies den Saal.
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Um die Mittagszeit kam sie zu ihm. Ganz geschäftsmäßig. Kein überflüssiges Wort.
„Lass uns anfangen. Ich will nach Hogsmeade."
Ohne auf ihn zu warten, ging sie ins Schlafzimmer. Überrascht folgte er ihr und sah wie sie sich auszog.
Was für eine merkwürdige Stimmung, dachte er.
Aber vielleicht sollte er darüber hinwegsehen. Schließlich war Valentinstag und in ihrem Alter hatte sie sicher romantische Träume.
„Was soll ich machen?", fragte er deshalb.
Sie sah ihn nicht an.
„Egal. Tu es einfach."
Er erstarrte.
„Hermine, ich weiß es ist ein schrecklicher Tag für Dich. Wenn du willst, kannst du gern hierbleiben. Bis zum Ball, denn dort muss ich mich sehen lassen."
Sie setzte sich auf Bett.
„Für Dich kann der Tag nicht schrecklich gewesen sein. Du hast schließlich ein Geschenk bekommen."
Oh, langsam verstand er.
„Ich habe einen Brief bekommen."
„Und was hat Dir die liebe Morgen geschrieben?"
„Ich weiß nicht. Ich hatte den Brief ganz vergessen."
Es war klar, dass sie ihm nicht glaubte. Er griff in die Tasche und holte das Päckchen hervor.
„Da es so wichtig für dich scheint, kann ich es gern öffnen."
Er riss das Papier auf und hielt eine kleine schmale Lederbox mit der Inschrift eines Juweliers in der Hand.
Sie holte tief Atem als sie die Box sah. Ohne darauf zu achten, machte Severus die Schachtel auf und hielt sie Hermine hin.
„Eine goldene Taschenuhr."
„Sie sieht besser aus als die Du jetzt hast."
„Mag sein, aber meine Uhr stammt von meinem Großvater. Sie bedeutet mir sehr viel."
Hermine sah sich die Uhr genauer an.
„Sie hat eine Gravur. Ein Datum. Was bedeutet das?"
Er versuchte ihr die Uhr wegzunehmen. Ohne Erfolg.
„Sag mir was das Datum meint."
„Genug. Gib sie mir."
Endlich hatte er sie zurück, aber inzwischen las Hermine den beiliegenden Brief. Verdammt.
Er konnte ihre Reaktion voraussehen. Wut. Und er hatte Recht.
„Sie war Dir versprochen. Und mir hast du gesagt, dass nichts zwischen Euch war. Lügner."
Er verspürte keine Lust mit ihr über Morgen zu diskutieren.
„Ich war niemand versprochen. Also willst du nun ..."
Sie konnte einfach den Schalter umlegen, stellte er erstaunt fest.
Sie lies ihre Hände leicht über seinen Körper gleiten.
„Natürlich. Nur gut, dass Du allein lebst. Es wäre sicher merkwürdig, wenn ich dich brauchen würde und stattdessen deine Frau bei dir ist. Nicht war?"
Er fühlte wie die Leidenschaft in seinem Körper. Ohne auf ihre Worte zu reagieren, zog er sie an sich. Sie küssten sich und jede Diskussion über Morgen war vergessen.
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Später, ihre Freunde waren längst nach Hogsmeade unterwegs, lag er neben ihr im Bett und brachte sie zum dritten Mal zum Orgasmus.
Nach dem ersten Mal hatte er gefragte "Mehr?" und hatte die gewünschte Antwort als sie ihre Beine spreizte und ihn willkommen hieß.
Nun Stunden später waren beide befriedigt und müde.
„Kein Wunder, dass sie dich nicht gehen lassen will."
Sie sprach diese Worte wie zu sich selbst, aber er hatte sie gehört bevor er einschlief.
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Sie schliefen friedlich bis in den frühen Abend. Dann beschloss Hermine ein Bad zu nehmen und gab damit Severus die Gelegenheit etwas in Sachen Valentinstag zu unternehmen.
Beginnen würde er mit einen Gespräch. Leise nahm er sich Floopulver.
„Prince Manor – Madam Prince", sagte er laut und deutlich.
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Die große Halle war am Abend neu dekoriert worden.
Die Wände waren mit leichtem Schnee bedeckt und darauf waren lebendige Märchenmotive zu sehen.
Die Tische waren festlich gedeckt, Silber und goldfarbene Kerzen in Herzform erleuchteten den Raum.
Höhepunkt waren die Eisskulpturen – Engel mit Pfeil und Bogen versuchen Liebende und Verliebte mit ihren Pfeilen zu treffen.
Severus stand in der Nähe der anderen Lehrer und machte allein schon durch seine Anwesenheit die Studenten nervös.
Er achtete allerdings wenig auf seine Umgebung. Stattdessen beobachtet er die Eingangstür und wartete auf Hermines Erscheinen.
In welcher Stimmung würde sie sein?
Kam hatte er den Gedanken zu Ende gedacht, da erschien sie schon. Zusammen mit Potter und Lovegood. Sie blieb kurz stehen und nahm die Umgebung in sich auf. Sie trug das schwarze Abendkleid und die Schuhe, die ihn Weihnachten verrückt gemacht hatte. Sein Blick verweilte eine Weile bei den Schuhen und wanderte dann aufwärts. Um zu sehen, dass sie ihn die ganze Zeit beobachtet hatte.
Auch diesmal hatte ihr Scampy geholfen, ganz wie er es gefordert hatte. Seine Großmutter war dem Wunsch sehr gern nachgekommen.
Auch die Frisur war Scampys Werk, diesmal glitzerten Juwelen wie kleine Sterne im Licht der Kerzen.
An strategisch wichtigen Punkten war das Kleid mit dunkelroten Baccara-Rosen dekoriert. Seine Großmutter musste ihren Garten dafür geplündert haben, aber Severus fand das Ergebnis war es wert.
Hermines Haut und die Farbe der Rosen passten hervorragend zusammen.
Allerdings schlug seine Zufriedenheit um als er die Blicke der männlichen Studenten sah.
Hermine selbst schien die vielen bewundernden Blicke nicht zu bemerken.
Erst Potters Stimme riss sie aus den Träumen.
Langsam folgte sie ihren beiden Freunden. Als Severus sah wie sie sich in dem Kleid bewegte, empfand er eine Welle von Leidenschaft und Eifersucht. Scampy hatte das Kleid so verändert, dass bei jedem Schritt ein Schlitz im Kleid ihre Beine enthüllte.
Er stöhnte leise auf. Die Nacht würde lang und schmerzhaft werden.
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Severus hatte geplant, Hermine mit Scampy zu überraschen und er hoffte, dass der Valentinsball so ein schöner Abend für sie werden würde.
Er selbst tanzte mit Minerva und dann Professor Vector. In den Pausen trank er etwas Punsch, dann verbeugte er sich vor Pansy Parkinson. Diese redete ununterbrochen und ersparte ihm so die Anstrengung Konversation zu machen.
Nachdem er alles getan hatte, um seine Aktionen normal aussehen zu lassen, konnte er nun Hermine um einen Tanz bitten. Fast wären ihn andere Studenten dazwischen gekommen, aber Hermine hatte ihn kommen sehen und war aufgestanden.
„Professor Snape hat mich um diesen Tanz gebeten", erklärte sie ihren überraschten Mitschülern.
Endlich hielt er sie ihn seinen Armen. Leider nicht nah genug, aber trotzdem nahm er ihr Parfüm war.
„Es heißt Inamorata", klärte sie ihn auf. „Magst du es?"
Am liebsten hätte er sie angelogen, aber er brachte es einfach nicht fertig. Es war ein wunderbarer Duft, der sie in seinen Augen noch begehrenswerter machte.
Und nicht nur er dachte so, wenn er die Blicke der Männer richtig interpretierte. Aber war das nicht der Sinn des Abends. Er wollte ihr einen Gefallen tun, sie sollte sich wie ein begehrenswerter Teenager fühlen.
Also antwortete er: „Es ist sehr nett."
Sie drängte sich enger an ihn.
„Danke für die Blumen."
Ah, darauf war er vorbereitet.
„Was für Blumen?"
Sie lächelte ihn an.
„Die wunderschönen Rosen, Professor. Es ist fast ein wirklicher Valentinstag. Wenn ein Mädchen Blumen geschenkt bekommt, meine ich."
„Ich habe keine Ahnung wovon du redest." Er hatte diese Antwort lange geübt und hoffte, dass sie ihm glaubte.
Anscheinend nicht.
„Sie können es leugnen, aber ich kenne niemanden der so etwas schenken würde. Sehr seltene Blumen, eine extravagante Farbe. Sie haben mir dieses Geschenk gemacht."
Er erwiderte nichts. Er tanzte mit ihr und stellte sich vor, dass er nicht ihr Lehrer und sie nicht seine Studentin. In einer anderen Welt hätte sie ihn gewählt, freiwillig, ohne Fluch. In dieser anderen Welt gab es keinen Krieg, keinen Voldemort, keinen Harry Potter. Und keinen Spion Severus Snape.
Während des ganzen Tanzes war er sich der Blicke von Dumbledore bewusst, der sie Beziehung guthieß, Weasley, der ihn wohl am liebsten umgebracht hätte und Harry Potter, der aussah als wüsste er was in ihm vorging.
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Als er in der Nacht in seine Räume zurückkehrte, wartete sie bereits auf ihn.
Noch immer in ihrem Abendkleid, hatte sie ihm Tee bereitet und hielt selbst eine heiße Tasse des Getränkes in den Händen.
Er nahm sich eine Tasse und setzte sich in den Schaukelstuhl.
„Wie geht es dir?"
Ein kleines Lächeln erschien auf ihrem Gesicht.
„Gut. Ich fühle keinen Fluch, nur Leidenschaft."
Überraschung spiegelte sich in seinem Gesicht.
„Was meinst du damit?"
Sie dachte einen Moment nach bevor sie antwortete.
„Es ist natürlich für eine Frau eine Sehnsucht und Leidenschaft für den Mann zu empfinden, der ihr einen so schönen Ball ermöglicht hat, der mit ihr getanzt hat und ihr das Gefühl gibt, wunderschön und begehrenswert zu sein. Es ist die Sehnsucht, die eine Frau für einen attraktiven Mann fühlt."
Er sagte kein Wort. Was sollte das bedeuten?
„Ich habe dich heute Nacht beobachtet. Du bist in allen Bereichen beeindruckend. Dein Körper, deine Gedanken, alles an dir strahlt Macht und Magie aus."
Überraschung beschrieb nicht was er fühlte. Er war sprachlos, seine Gedanken wirbelten in seinem Kopf.
Sie dagegen schien sich in allem was heute Abend passierte sicher zu sein.
Langsam stellte sie die Teetasse auf den Tisch und öffnete eine braune längliche Schachtel.
„Es ist eine Musikbox", sagte sie.
„Bitte tanz mir. So wie ein Mann mit der Frau tanzt, die er begehrt."
Es war eine verrückte Idee und gefährlich, wenn man ihr folgte.
Aber da stand sie vor ihm, so sexy und er dachte nur daran wie sehr er sie wollte.
Das einzige was er tun konnte war, ihr diesem Wunsch zu erfüllen.
Es war nur wenig Platz in diesem Zimmer, und nach einigen Sekunden führte sie der Tanz in sein Schlafzimmer. Sie begannen sich zu küssen und er hob Hermine auf den Arm und legte sie auf sein Bett.
Die Musikbox spielte während er sie langsam auszog, ihren Körper liebkoste bis sie zu stöhnen begann.
Als er ihr die schwarzen Spitzenhöschen ausgezogen hatte, waren beide fast verrückt vor Begierde und Severus konnte keinen Moment länger warten.
Er liebte sie zur Bewusstlosigkeit, all seien Aufmerksamkeit war auf sie gerichtet.
„Ich bin nicht für Deine Schönheit verantwortlich", sagte er zwischen seinen Bewegungen. „Du bist wunderschön. Hat dir das noch niemand gesagt?"
Später lagen sie schweratmend nebeneinander.
Sie schmiegte sich eng an ihn und flüsterte, „Danke für die Blumen."
Er nahm eine Rosenknospe aus ihrem Haar und strich damit über ihre Wange.
„Gern geschehen, meine Rose", erwiderte er.
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