TURN BACK TIME
Die Geschichte einer wundersamen Reise
Widmung:
Für Mondfee, die gerade auf dem Weg in den hohen Norden ist, mich aber trotzdem nicht vergessen hat.
Danke für deine Treue.
Ich hoffe, dir gefällt das, was ich dir zu lesen mitgegeben habe genauso ut, wie das, was ich bisher so geschrieben habe.
Überall geht ein frühes Ahnen dem späteren Wissen voraus.
- Alexander von Humboldt (1769-1859), dt. Naturforscher u. Geograf -
Kapitel 10 – Wer seid ihr wirklich?
Etwa zwei Wochen nach dem Quidditchspiel gegen die Ravenclaws schlurfte James ziemlich lustlos durch die Gänge in Richtung Bibliothek, da er sich noch ein Buch für Verteidigung holen wollte. Sein Patronuszauber haute nämlich nicht so hin, wie er es gerne hätte und das ärgerte ihn. Normalerweise hatte er nämlich im Unterricht selten Probleme, etwas nach ein paar Versuchen zu schaffen, aber an diesem Zauber übte er nun schon eine ganze Weile erfolglos rum. Er schaffte es zwar im Gegensatz zu den meisten anderen, zumindest eine relativ feste weiße Nebelwolke zu produzieren, aber eine scharfe Kontur hatte sein Patronus nicht. Die einzigen, die es genauso weit geschafft hatten wie er, waren Sirius, Lily und Harry. Sogar Remus hatte mit diesem Zauber Probleme, was James auch wunderte. Remus schaffte es sonst meistens, einigermaßen mit ihm und Sirius mitzuhalten, aber hierbei versagte er völlig. Und von Peter brauchte man gar nicht zu sprechen. James war sich ziemlich sicher, dass dieser den Patronus nie schaffen würde. Dieser Zauber war einfach über dem Niveau eines Peter Pettigrew und hierbei konnten ihm auch James und Sirius nicht helfen, wie sie es bei der Animagussache noch konnten. Hier kam es nur auf den eigenen Willen an, sich im Angesicht der Gefahr auf etwas Glückliches zu konzentrieren.
In Gedanken versunken bog James um eine Ecke. Die Gänge waren wie ausgestorben, was wahrscheinlich an dem schönen Spätherbsttag lag, der draußen die letzten warmen Sonnenstrahlen vom Himmel schickte. Die meisten verbrachten den Freitagnachmittag draußen auf den Schlossgründen und quälten sich nicht mit Fragen über die Hausaufgaben. Für James war diese allgemeine Ignoranz an die eigene Bildung allerdings ein glücklicher Umstand, denn wenn auf den Gängen mehr losgewesen wäre, wäre er nicht Zeuge eines doch recht interessanten Gesprächs geworden. Ein Gespräch, dass Hausmeister Filch mit Bibliothekarin Pince führte, an deren Tresen er gerade lehnte, wie ein Seemann an der Kneipentheke. Wie der Blitz war James unter seinen Tarnumhang verschwunden und schlich sich näher an die beiden heran, um mitzuhören.
„Ich weiß genau, was du meinst, Irma", antwortete Filch gerade und war einem vorbeilaufenden Erstklässler aus Hufflepuff einen griesgrämigen Blick zu, der daraufhin schleunigst das Weite suchte. „Diese beiden Neuzugänge aus Gryffindor sind mir auch nicht so ganz geheuer."
„Professor Dumbledore sollte viel vorsichtiger sein.", meinte auch Madame Pince. „Wir leben immerhin nicht mehr in ganz so sicheren Zeiten. Und dann gewährt er den Neuen, von denen noch nie vorher jemand etwas gehört oder gesehen hat auch noch Sonderrechte. Das ist doch nicht normal."
„Was meinst du denn für Sonderrechte?", fragte Filch nach und auch James spitzte neugierig die Ohren. Von Sonderrechten für Harry und Ginny hatte er nämlich noch nie was gehört.
„Na, diese Generalerlaubnis für die verbotene Abteilung, zum Beispiel.", antwortete Madame Pince und Filch und James klappten synchron die Kinnladen runter.
„Die haben eine Generalerlaubnis für die verbotene Abteilung?", vergewisserte sich Filch verblüfft. „Du meinst, sie haben das Recht sich jedes Buch von dort auszuleihen, wann sie wollen? Und das ohne eine Genehmigung von einem Lehrer zu haben oder einen triftigen Grund dafür nennen zu müssen?"
„Genau das meine ich damit.", nickte Madame Pince. „Mir war es schon immer nicht geheuer, dass die Schulsprecher das durften. Und schon gar nicht, wenn es welche aus Slytherin sind, aber es völlig unbekannten und neuen Schülern zu erlauben, grenzt schon an Wahnsinn. Man weiß ja gar nicht, was die mit dieser Erlaubnis alles so anstellen können und ob die nicht doch heimlich für diesen Lord Sowieso arbeiten, der in letzter Zeit soviel von sich reden macht."
„Oder deren Eltern.", stimmte Filch ihr nachdenklich zu. „Diese Generalerlaubnis ist schon ein Kreuz. In diesem Jahr hat sogar dieser vermaledeite Potter dieses Recht. Alleine bei dem Gedanken daran, was er und seine verfluchten Freunde damit anstellen können, würde ich mir die Auspeitschgenehmigung für Schüler zurückwünschen."
James glitt ein dämonisches Grinsen über das Gesicht. Diese Erlaubnis war letztendlich genau das gewesen, was ihn dazu veranlasst hatte, den anfangs verhassten Schulsprecherposten doch noch zu übernehmen. Und er nahm sich fest vor, diese Erlaubnis demnächst öfter mal zu nutzen. Und sei es nur, um Madame Pince und Filch damit zu ärgern, ohne dass sie ihn dafür bestrafen konnten. Allerdings wunderte er sich genauso wie die beiden darüber, dass Harry und Ginny ebenfalls eine solche Erlaubnis hatten. Wozu brauchten die zwei die? Doch es sollte noch mehr kommen, was James verwunderte.
„Und weißt du, was mir an denen auch nicht gefällt?", fragte Filch jetzt Madame Pince.
„An Potter und seinen Freunden?", fragte Madame Pince verwirrt, da sie gerade nicht recht wusste, von wem Filch nun sprach.
„Nein, an diesen beiden Neuen.", antwortete Filch und Madame Pince sah ihn nur fragend an. „Die kennen sich hier viel zu gut aus für Neuzugänge. Ich habe die beiden schon mehrfach nach der Sperrstunde in den Gängen erwischt, aber immer wieder sind sie mir durch verschiedene Geheimgänge entkommen. Die sind einfach zu schnell für meine alten Knochen. Und ab und zu verschwinden sie auch einfach spurlos. Dabei weiß ich ganz genau, dass es an einigen dieser Stellen keine Geheimgänge gibt und dass ein paar Gänge sogar in Sackgassen enden. Aber sie sind weg. Einfach weg. Das ist doch nicht normal, oder?"
„Nein, das ist es nicht.", stimmte Madame Pince ihm nachdenklich zu.
Was sich die beiden sonst noch so zu erzählen hatten, bekam James nicht mehr mit, denn er war inzwischen auf dem Weg zum See runter, wo seine Freunde auf ihn warteten. Das Buch, weswegen er eigentlich gekommen war, interessierte ihn im Moment überhaupt nicht mehr, denn er hatte inzwischen die Bestätigung bekommen, dass er sich in den letzten Wochen nichts eingebildet hatte. Auch er hatte nämlich bemerkt, dass sich Harry und Ginny erstaunlich gut in Hogwarts auskannten und sich selten verliefen. Außerdem übersprangen sie einige Trickstufen schon genauso automatisch wie alle anderen in ihren jeweiligen Jahrgängen. Anfangs hatte er sich das mit überdurchschnittlich schneller Auffassungsgabe erklärt, aber diese Erklärung war gerade durch Filchs Aussage verpufft. Denn woher hätten sie von den Geheimgängen erfahren sollen, die außer Filch nur James und seine Freunde bis ins kleinste Detail kannten? Nein, irgendetwas stimmte mit den beiden nicht und es war keine Einbildung. Er musste unbedingt mit seinen Freunden darüber sprechen.
„Mensch James, da bist du ja endlich. Ich hatte schon Angst, dass wir dich tatsächlich an die staubtrockenen Bücherwürmer aus Ravenclaw verloren hätten."
Ein paar Ravenclaws die mit ihren Büchern ein Stückchen weiter unter einer Baumgruppe saßen und lernten, warfen Sirius auf diese Bemerkung hin finstere Blicke zu, die dieser breit grinsend erwiderte.
„Erzähl keinen Stuss, Sirius.", verteidigte James seine Marauderehre. „Was interessieren mich die Bücher. Es gibt wesentlich interessantere Dinge in der Bibliothek."
„Hübsche Mädchen?", fragte Sirius breit grinsend und wackelte einer der Ravenclaws anzüglich mit den Augenbrauen zu, die knallrot anlief und die Nase ins Buch vertiefte.
„Auch", grinste James mit einem Seitenblick zu den Ravenclaws. „Aber in diesem Fall geht es eher um das genaue Gegenteil."
„Dir geht es um hässliche Mädchen?", fragte Peter verdutzt nach, während Remus James nur verwirrt ansah.
„Also, jetzt redest du Stuss, Peter, und nicht ich.", meinte Sirius und warf Peter einen genervten Blick zu.
„Ne, Sirius", meinte James. „Ausnahmsweise hat der Kurze mal Recht. Es geht wirklich um ein hässliches Mädchen. Sofern man denn die Pince noch als Mädchen betrachten darf."
„Ah!", meinte Sirius nun und sah James trotzdem verwirrt an. „Klär mich auf. Was ist mit der ollen Schreckschraube?"
„Sirius!", mahnte Remus ihn, doch Sirius winkte nur lässig ab.
„Diese olle Schreckschraube", begann James und fing sich ebenfalls einen strengen Blick von Remus ein, den er genauso lässig ignorierte wie Sirius. „hatte gerade ein sehr interessantes Gespräch mit unser aller Lieblingshausmeister."
„Wie interessant?", fragte Sirius neugierig.
„Seeeeeeeeeeehr interessant.", antwortete James mit gewichtiger Miene. „Wir sollten das auf jeden Fall anderswo besprechen. Irgendwo, wo uns keiner belauschen kann."
„Du meinst, so wie du es bei der Pince und Filch getan hast?", hakte Remus miz leicht tadelndem Unterton nach.
„Ganz genau", antwortete James und grinste ihn an.
„OK, wenn es denn so wichtig ist,...", seufzte Remus und rappelte sich auf.
„Du wirst gleich schon hören, wie wichtig es ist, Remus", beruhigte James ihn und zu viert machten sich die Jungs auf den Weg zurück ins Schloss.
Allerdings konnte Sirius sich einen weiteren flirtenden Blick in Richtung der Ravenclawmädchen nicht verkneifen, die daraufhin erneut in Gekicher ausbrachen und nun allesamt knallrot anliefen. Sirius grinste vor sich hin. Es war halt so einfach und immer wieder schön mit anzusehen, wie schnell er die Mädchen in Verlegenheit bringen konnte. Wie gerne würde er mal erleben, dass Ginny so reagierte. Doch diese brachte so schnell nichts aus dem Konzept, wie er mittlerweile wusste. Wahrscheinlich war das bei sechs älteren Brüdern auch kein Wunder.
„Wie bitte?", rief Remus erstaunt aus, als James seinen Bericht beendet hatte. Die Marauder hatten sich in einen Geheimgang im fünften Stock zurückgezogen, der eine Abkürzung zwischen dem Zauberkunstkorridor und den Kerkern war. „Habe ich das gerade richtig verstanden? Unsere beiden Neuzugänge haben von Dumbledore eine Generalerlaubnis für die verbotene Abteilung?"
„Genau das habe ich gesagt", antwortete James, während Sirius nur überrascht durch die Zähne pfiff und Peter die Kinnlade runterklappte.
„Wozu brauchen die sowas?", fragte Remus völlig baff nach.
„Ich habe absolut keine Ahnung", erwiderte James, der immer noch leicht verwirrt über das war, was er bei dem Gespräch zwischen Filch und Madame Pince erfahren hatte. „Aber was ich weiß, ist, dass das nicht das einzige ist, was mich bei den beiden stutzig macht"
„Meinst du damit die Tatsache, dass sich die zwei erstaunlich gut hier auskennen?", fragte Sirius ihn und James nickte. „Stimmt, das ist mir auch schon aufgefallen. Ich habe mir das immer damit erklärt, dass die sich sowas halt sehr schnell merken können. Vielleicht müssen die bei diesem mysteriösen Beruf von ihren Eltern einfach schnell von Begriff sein."
„Zwei Blöde, ein Gedanke", war James Erwiderung darauf und Sirius grinste, da er verstand, was James damit sagen wollte. „Das erklärt aber nicht, warum sie Filch immer wieder entwischen können, wenn sie, aus was für Gründen auch immer, nach der Sperrstunde draußen sind."
„Habt ihr das überhaupt mal mitbekommen?", fragte Remus und erreichte dadurch, dass ihn alle fragend ansahen. „Ich meine, dass Harry nach der Sperrstunde noch draußen ist? Bei Ginny können wir das ja nicht mit Sicherheit sagen, aber Harry wohnt immerhin bei uns uns im Schlafsaal"
„Der ist, soweit ich weiß, immer sehr viel in der Bibliothek am lernen", warf Peter nachdenklich ein. „Und spätestens um 10 Uhr verschwindet er immer in den Schlafsaal. Mir ist noch nie aufgefallen, dass er nicht da war, wenn wir in den Schlafsaal gekommen sind."
„Mir auch nicht", stimmte Sirius ihm zu. „Aber das erklärt nicht, warum die sich mit den Geheimgängen so gut auskennen. Und die Trickstufen und falschen Türen umgehen die auch schon wie im Schlaf. Wir haben dafür immerhin im ersten Schuljahr bis weit nach Weihnachten für gebraucht. Vor allem diese ewig wechselnden Treppen haben mich anfangs richtig kirre gemacht. Und die laufen automatisch jeden Tag auf die richtigen zu. Da stimmt doch was nicht."
„Genau das meine ich.", nickte James zufrieden, da er es geschafft hatte, seine Freunde von dieser Tatsache zu überzeugen. „Und dann ist da noch diese Sache mit dem plötzlichen Verschwinden der beiden."
„Plötzliches Verschwinden?", fragte Remus irritiert.
„Ja, Filch hat zur Pince gesagt, dass die beiden oft urplötzlich verschwinden, wenn er hinter ihnen her ist. Teilweise erklärt er sich das damit, dass die einfach schneller sind als er mit seinen alten Knochen, aber zum Teil weiß er genau, dass die beiden gerade in eine Sackgasse abgebogen sind und sie sind trotzdem verschwunden. Wie, zur Hölle, geht das? Ich meine, wenn Filch schon sagt, dass das eine Sackgasse ist, dann ist es auch eine. Immerhin kennt der sich hier nun wirklich gut aus."
„Da hast du Recht", murmelte Remus, der plötzlich einen sehr nachdenklichen Gesichtsausdruck bekommen hatte, während Sirius seit der Erwähnung von Filchs alten Knochen ein recht amüsiertes Grinsen hervorbrachte. Dieses Problem hinderte Filch auch des Öfteren daran, die Marauder auf frischer Tat zu ertappen.
„Ich sage euch", meinte James jetzt sehr überzeugt. „Die zwei verheimlichen uns was. Und zwar was ganz gewaltiges. Die sind nicht die, die sie vorgeben zu sein."
„Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht mal, was sie vorgeben zu sein", meinte Sirius trocken. „Jetzt mal ehrlich, haben die jemals was über sich erzählt? Das einzige was wir wissen, ist, dass die beide Eltern mit sehr mysteriösen oder gefährlichen Berufen haben, weil sie darüber nichts erzählen dürfen. Außerdem spielen sie verdammt gut Quidditch und haben scheinbar eine sehr schnelle Auffassungsgabe. Und Ginny hat sechs ältere Brüder..."
„...von denen fünf ganz in Ordnung und einer komplett dämlich ist...",wiederholte Remus automatisch Ginnys Worte von vor ein paar Wochen, starrte jedoch weiterhin nachdenklich ins Leere, als würde er gerade schwere Gedanken wälzen.
„...und von denen zwei einen uns vollkommen unbekannten Scherzartikelladen haben.", warf James mit einem irritierten Blick zu Remus ein.
„...und von denen zumindest die drei jüngeren sehr darauf bedacht sind, denjenigen den Kopf abzureissen, die mit Ginny Spielchen treiben, die sie nicht mitspielen will.", beendete Sirius die Aufzählung mit einem ebenso verwirrten Blick zu Remus, bevor er James ansah, der jedoch nur mit den Schultern zuckte. „Wir wissen also wesentlich mehr von Ginny, als von Harry. Eigentlich wissen wir von Harry gar nichts, außer dass er und Ginny mal zusammen waren und sich aus irgendwelchen Gründen wieder getrennt haben. Gründe, über die sie nicht reden wollen oder dürfen, was mich auch irgendwie verwirrt. Warum sollte man nämlich über das Ende einer Teenagerbeziehung nicht sprechen dürfen? So gefährlich kann das doch für die Allgemeinheit nicht sein"
„Sein Vater ist reinblütig, aber seine Mutter nicht. Die ist muggelgeboren. Ginny ist auch reinblütig, aber ihre Familie hat in den Nebenlinien viele Muggel. Ihre Familie macht sich aber aus reinem Blut nicht viel."
Jetzt sahen Sirius, James und Remus Peter völlig entgeistert an.
„Woher weißt du das denn?", fragte James ihn verblüfft.
„Ich habe ihn mal mit Lily darüber reden hören, als sie zusammen Hausaufgaben gemacht haben.", antwortete Peter mit einem leicht verlegenem Lächeln. „Ich glaube, das war an dem ersten Vollmondabend hier in Hogwarts, als Remus diese Magenschmerzenshow abgezogen hat. Harry hat auch noch gesagt, dass er bisher nie die Gelegenheit hatte, sich mal bei seinen Eltern für das zu bedanken, was sie bisher alles für ihn getan haben. So wie das klang, muß es etwas ganz großes oder wichtiges gewesen sein."
„Die zwei sind wirklich merkwürdig", murmelte Sirius vor sich hin. „Ich habe noch nie von einer Familie Weatherby oder Granger unter den Reinblutfamilien gehört. Und ich muß das ja nun wirklich wissen. Denn wenn es sie geben würde, hätten mich meine Eltern garantiert mal zu denen geschleppt, als ich noch klein war. Und ich garantiere euch, dass ich wesentlich lieber mit Harry, Ginny und deren unbekannten Brüdern gespielt hätte, als mit meinen Cousinen, Regulus, Malfoy, Snape und Konsorten."
„Snape ist genau das richtige Stichwort.", meinte Remus nun und sah seine Freunde zum ersten mal seit mehreren Minuten direkt an. „Ich frage mich gerade die ganze Zeit, woher die zwei den überhaupt kennen. Erinnert ihr euch an den Tag, als es im Zaubertränkekerker diesen Unfall mit dem pinken Monsterschaum gab? Als Ginny Snape danach gesehen hat, hat sie mehr als nur ein amüsiertes Lachen von sich gegeben. Sie hat richtig schadenfroh gelacht, obwohl sie ihn eigentlich kaum kannte und er nicht mehr für sie sein sollte, als jeder x-beliebige andere Slytherin auch."
„Aber stattdessen haben sie und Harry sich darüber unterhalten, dass das Rezept von diesem Monsterschaum ein absoluter Knaller im Laden von ihren Brüdern wäre und der Trank ganz bestimmt mit einem halbpinken Snape auf den Flaschen weggehen würde wie warme Semmeln.", nahm Sirius den Faden auf. „Ich verstehe, was du meinst, Remus. Das ist seltsam."
„Genau das meine ich", nickte Remus. „Harry hatte auch so ein verschlagenes Grinsen drauf, als er gemeint hat, dass sich Ginnys Brüder bestimmt totlachen würden, wenn sie erfahren würden, wer das Versuchskaninchen war."
„Also kennen die Snape auch.", meinte Peter nun.
„So wie es aussieht, ja.", überlegte James laut. „Und wißt ihr was noch komisch ist? Woher wußte Harry, dass Sirius mit Schniefelus Snape meinte? Wir haben den vorher noch nie in deren Gegenwart so genannt. Und den Namen haben immerhin wir ihm gegeben und nicht irgendjemand anderes. Das ist uns damals schon aufgefallen, aber wir haben es irgendwie wieder verdrängt. Erinnert ihr euch?"
„Du hast Recht, James.", meinte Sirius. „Irgendetwas stimmt mit den beiden nicht. Wir sollten uns mal etwas an deren Fersen heften und sie genauer beobachten."
„Du willst ihnen hinterher spionieren, nur weil sie etwas undurchsichtig sind?", hakte Remus skeptisch nach.
„Jetzt stell dich nicht so an, Remus.", mischte James sich ein. „Das machen wir schließlich nicht zum ersten Mal."
„Aber wir machen es das erste Mal bei jemandem, mit denen wir befreundet sind.", erwiderte Remus. „Ist das nicht irgendwie ein Verrat an das Vertrauen in diese Freundschaft?"
„Also, als Verrat an die Freundschaft würde ich das nicht sehen.", warf Peter ein. „Ich zumindest will wissen, mit wem ich es zu tun habe und was die hier für ein Spiel spielen. In dem Fall bin ich mir selbst der nächste. Wer weiß, wer die wirklich sind? Nachher spionieren die uns für diesen merkwürdigen Lord Wie-auch-immer aus und wir werden hinterrücks von einem Haufen Slytherins überfallen, wenn sich die Gelegenheit bietet."
„Jetzt übertreibst du aber, Peter.", rügte Remus ihn. „Was sollte dieser Lord Wie-auch-immer denn von uns wollen? Wir sind völlig unbedeutende Schüler. Nicht mehr und nicht weniger, als alle anderen auch."
„Nicht unbedingt", meinte Sirius. „Wenn die wirklich reinblütig sind, kann es schon sein, dass die von den Kellerkindern als Spione eingesetzt werden. Vielleicht nicht unbedingt gegen dich und Peter. Aber James und ich sind schon Stolpersteine in deren Weg. Immerhin bin ich der Überläufer und Blutsverräter und James ist Schulsprecher mit hochrangigen Auroren als Eltern, die absolut reinblütig sind, dieses Privileg aber angeblich nicht zu würdigen wissen. Vielleicht ist das gar kein Zufall, dass Harry in unserem Schlafsaal gelandet ist, sondern ein genau durchdachter Plan."
„Und wie paßt dann Ginny in diesen Plan?", fragte Remus skeptisch und sah zwischen Sirius und James hin und her.
„Als Ablenkung, damit das ganze harmlos wirkt.", kam die prompte Erklärung von James und Sirius nickte. „Die stecken ein hübsches Mädel, dass als gute Freundin von Harry fungiert, und auf das Sirius garantiert anspringt, einfach in ein Jahr unter uns und schon fühlen wir uns sicher. Auf die Art und Weise haben die auch jemanden, der Sirius unauffällig aushorcht und Harry schnüffelt bei uns anderen weiter. Das ist schon ganz raffiniert durchdacht."
Für mich klingt das irgendwie nach Verfolgungswahn.", meinte Remus kopfschüttelnd. „Vielleicht gibt es eine ganz harmlose Erklärung für diese Ungereimtheiten."
„Darum werden wir uns ja auch an deren Fersen heften.", meinte Sirius rigoros. „Dann werden wir schon erfahren, was die vor uns verheimlichen. Wozu haben wir schließlich die Marauders Map und den Tarnumhang."
„Tarnumhang!", rief Remus plötzlich aus und schlug sich mit der flachen Hand vor die Stirn. „Das ist es. Die stecken unter einem Tarnumhang, wenn die plötzlich vor Filch verschwinden. Und so kommt Harry auch ungesehen an uns vorbei aus dem Schlafsaal und aus dem Gemeinschaftsraum. Wenn er vorher die Vorhänge von seinem Bett zumacht, sieht es für uns ja so aus, als ob er schon schläft. Und reingucken tun wir dann ja nicht mehr."
„Ich fasse es nicht.", grummelte James vor sich hin. „Die schlagen uns mit unseren eigenen Waffen und wir merken das nicht einmal. In Zukunft werde ich auch hinter den Vorhang gucken. Das garantiere ich euch."
„Ich auch", brummte Sirius, der genauso baff über ihre eigene Blindheit war wie seine Mit-Marauder.
„Naja, aber zumindest haben wir immer noch den Vorteil der Marauders Map", schwächte Remus ab. „Die haben die nämlich nicht."
„Unter Garantie nicht.", meinte James jetzt und jetzt erschien auf seinem Gesicht ein zufriedenes Grinsen. „So ein Meisterwerk kann man nun mal nicht in ein paar Wochen anfertigen. Von der Marauders Map existiert definitiv nur ein einziges Exemplar. Und das haben wir."
Ein zustimmendes Nicken ging durch die Reihen der Marauder, die sich nun fest vorgenommen hatten, ihre beiden Neuzugänge genauer im Auge zu behalten.
„Wisst ihr, was mir da gerade noch einfällt?", meinte Remus, als sie wieder aus dem Geheimgang herausgetreten und auf den Weg in den Gemeinschaftsraum waren.
„Nein, was denn?", fragte James ihn und kurvte um einige Hufflepuffs drumzu, die sich gerade gegenseitig durch die Gänge jagten.
„Ich bin mir nicht ganz so sicher, ob es nur Zufall ist, aber Harry hat mir an dem Abend, als wir die beiden durch die Große Halle haben schweben lassen, den Zauber verraten, der diesen Sumpf verschwinden läßt.", fuhr Remus fort. „Man muß nur den Zauberstab auf den Sumpf halten und das Paßwort sagen."
„Und hat er dir dieses Paßwort auch verraten?", fragte Sirius und sah ihn neugierig an.
„Hat er", nickte Remus. „Es lautet: Unheil angerichtet"
Peter, James und Sirius blieben wie angewurzelt stehen und sahen Remus erstaunt an.
„Unheil angerichtet?", fragte Sirius erstaunt. „Bist du dir da sicher?"
„Hundertprozentig", nickte Remus. „Mir hat das ziemlich die Socken ausgezogen, als er es mir damals zugeflüstert hat."
„Und warum hast du uns das nie gesagt?", fragte James ihn empört. „Ich meine, immerhin ist das auch das Paßwort zum Löschen der Marauders Map. Wenn das wirklich ein Zufall ist, dann ist das schon ein verdammt großer. Vor allem, wenn er dir dieses Paßwort auch noch so verschwörerisch zuflüstert."
„Deswegen sage ich es euch ja jetzt.", verteidigte sich Remus. „Damals ist mir das einfach völlig entfallen, weil ja die McGonagall schon wieder bei uns war und uns den Rest der Strafe erlassen hat. Das hat mich, genau wie euch auch, ziemlich geschockt."
Darauf nickten die drei anderen und gingen ihren Weg weiter bis in den Gemeinschaftsraum der Gryffindors.
„Ich sage ja, wir sollten die beiden per Marauders Map und Tarnumhang überwachen", murmelte Sirius dabei. „Die sind nicht halb so harmlos, wie sie scheinen."
Wenn sie letzteres allerdings in genau diesem Moment schon getan hätten, hätten sie bemerkt, dass Harry und Ginny sie auf einer Karte beobachteten, die der ihren zum verwechseln ähnlich sah.
„Irgendetwas hecken die doch schon wieder aus.", meinte Ginny nachdenklich. „Die hocken doch nicht grundlos bei diesem guten Wetter in einem düsteren Geheimgang rum."
„Ganz bestimmt nicht.", meinte Harry. „Wir sollten in nächster Zeit die Augen und Ohren auf Alarmbereitschaft stellen, wenn wir nicht wieder in die Luft gehen wollen."
Ginny nickte nachdenklich und starrte gedankenverloren durch das leere Quidditchstadion, auf deren Tribüne sie gerade saßen. Sie hatten mal wieder Kontakt mit Ron und Hermine aufgenommen und erfahren, dass auch diese noch nichts gefunden hatten, was ihnen half, in ihre eigene Zeit zurück zu kommen. Außerdem war es unheimlich ruhig im Jahr 1997, was nichts gutes bedeuten konnte. Voldemort plante etwas, da war sich der Orden sicher, wie sie beide durch ihre Spione in Form von Fred und George erfahren hatten. Außerdem rätselten noch immer alle, wo Harry und Ginny wohl waren. Und das war auch der Grund, warum sie so schnell wie möglich zurück wollten. Denn irgendetwas ging hier nicht mit rechten Dingen zu. Das war das einzige, was immer klarer zutage trat.
A/N: Na bitte. Niemand sollte behaupten, dass die Marauder blöd oder blind sind. So langsam werden sie mißtrauisch und für Harry und Ginny wird es eng. Was glaubt ihr? Kommen die Marauder ihnen auf die Schlilche? Und wenn ja, was glaubt ihr, wie lange es dauern wird?
Und wie hat euch dieses Kapitel überhaupt gefallen? Überschüttet mich mit euren Reviews (über die ich mich jedes Mal riiiiieeeeeesig freue) und sagt mir eure Meinung.
Danke für die vielen tollen Reviews für das letzte Kapitel und bis nächste Woche. Ich liebe euch alle.
