So, man glaubt es kaum, aber auch hier geht es nun endlich weiter ^^
Fragt mich nicht, warum ich nicht weiter hochgeladen habe...irgendwie...vielleicht, weil so wenig Resonanz kam und ich in dem Moment Bestätigung gebraucht hätte...
Naja, wie auch immer, inzwischen sind 63 Kapitel fertig, die Geschichte aber noch lange nicht zuende, und ich würde mich freuen, wenn ihr mir verzeihen würdet ^^
Hätte Hermine ihren Professor wirklich so gut gekannt, wie sie glaubte, wäre ihr aufgefallen, daß dessen Lächeln nicht die Augen erreichte.
Nachdem Mae sich gesetzt hatte, ließ auch Snape sich wieder nieder. Seine gesamte Gefühlswelt stand Kopf in ihrer Gegenwart, doch er wäre nicht Severus Snape, wenn er sich dadurch von seinem Plan abbringen lassen würde. Sein Verstand sagte ihm, dass dies nicht die Frau war, die sein Leben in den letzten Jahren bestimmt hatte, und sein Ziel war, auch sein Herz davon zu überzeugen. Mae LaPunta könnte seine Chance sein, sich von Lilys Geist zu befreien. WIE er das anstellen sollte, war ihm zwar noch ein Rätsel, aber er hatte nicht vor, sich nach altbewährter Art zu verkriechen und mit sich und der Welt zu hadern.
„Ich möchte mich in aller Form für mein unhöfliches Verschwinden gestern entschuldigen, Miss LaPunta." startete er den Versuch, eine vernünftige Konversation zuwege zu bringen. Ein verständnisvolles Lächeln ihrerseits war der Dank. „Nun, ich denke, Sie sind nicht von der Sorte Mann, der eine Frau ohne guten Grund stehen lässt?" schmeichelte Mae, sah ihn unverwandt an und schien eine Antwort zu erwarten. „Nein, wirklich nicht!" bestätigte Severus und nahm sich ein Toast, ehe er ihren Blick erwiderte und zerknirscht tat. „Mir fehlt noch die Routine hier, daher hatte ich einen Trank vergessen, der noch versorgt werden musste. Leider fiel mir das erst in dem Moment ein, als Sie erschienen sind."
Auch Mae hatte mit dem Frühstück begonnen; bei seinen letzten Worten blickte sie erstaunt auf. „Ich erinnere Sie also an Ihre Zaubertränke?" fragte sie belustigt nach und gab Milch über ihr Müsli. „Bei jedem anderen wäre ich jetzt wohl beleidigt, aber angesichts der Tatsache, dass Sie bekanntermaßen für ihren Beruf leben, nehme ich dies als Kompliment auf." Sie zwinkerte ihm zu und fing an, ihr Müsli zu löffeln. Snape lachte leise und blieb ihr eine Antwort schuldig.
Erstaunlicherweise schien die Lehrerin nicht darauf aus zu sein, ihn in ein tief greifendes Gespräch zu verwickeln. Allenthalben fragte sie ihn danach, wie es auf Hogwarts war und wie sich die Schule von der Universität unterschied, was der Professor diplomatisch geschickt mit ein paar nichts sagenden Worten erklärte – frei nach dem Motto: Wenn du nichts Gutes dazu zu sagen hast, dann sag besser gar nichts. Hätte ihm jemand vor wenigen Tagen gesagt, dass er seine ehrliche Meinung dermaßen zurückhalten würde, hätte er demjenigen gepflegt etwas erzählt.
Nachdem Mae´s Fragen soweit beantwortet waren, verlief der Rest des Frühstücks in überraschend angenehmen Schweigen.
Als er fertig war, stand Snape auf und verneigte sich galant. „Ihre Gesellschaft war mir ein Vergnügen!" versicherte er Mae und sein Gesichtsausdruck ließ keinen Moment durchblicken, was er in Wirklichkeit dachte – nämlich, dass er, vor allem so früh am Morgen, lediglich eine Gesellschaft ertrug: seine Eigene. Doch er hatte sich nun vorgenommen, seines eigenen Schicksals Schmied zu sein und das hieß, dass er auch Opfer bringen musste. Mal wieder, wie er fand, aber diesmal war das Ziel lediglich ihm allein geschuldet.
Erleichtert, diese erste Hürde genommen zu haben, verließ der Professor gemäßigten Schrittes das Gebäude und hielt auf sein eigenes zu.
In Gedanken versunken lief Hermine die kurze Strecke zu ihrem ersten Kurs, blieb aber dann auf halbem Weg stehen und setzte sich auf eine Bank.
Sie war sich gerade nicht sicher, was sie mehr irritierte: ihre eigene Blindheit gegenüber der Ähnlichkeit der Lehrerin zu Harrys Mutter, oder das seltsame und vor allem untypische Verhalten des Professors?
Wie um alles in der Welt hatte es ihr nicht auffallen können, dass hier praktisch Lilys Zwilling durch die Gegend lief? Sicher, sie konnte es damit entschuldigen, dass sie Harrys Eltern nur von Fotos kannte, aber im Gegensatz zu den starren Muggelbildern gaben die bewegten Fotos der magischen Welt meist ein verblüffend realistisches Bild der Personen wieder, die sie darstellten. Eine weitere Ausrede wäre, dass sie nie einen Kurs bei Mae LaPunta belegt und damit keinen weiteren Kontakt zu gehabt hatte.
Dennoch – sie waren sich tagtäglich begegnet; durch Rogers Vorliebe für alles, was mit Sport zu tun hatte, waren sogar ein, zwei kurze Gespräche drin gewesen, wenn sie ihn vom Training abgeholt hatte.
Hermine nagte unschlüssig an ihrem Daumennagel. Sollte sie Harry anrufen und es ihm sagen? Eigentlich brannte sie vor Neugier auf seine Reaktion, zumal sie unbedingt wissen wollte, ob die Potters vielleicht entfernte Verwandte in den Staaten hatten. Eventuell war dies die Erklärung…
Und wenn nicht? Als seine Freundin konnte sie sich lebhaft vorstellen, dass es ihn belasten würde, wenn er ebenfalls nichts von der Existenz dieser Frau wusste.
Ein einzelner Gongschlag erinnerte die trödelnden Studenten daran, dass die erste Stunde in fünf Minuten beginnen würde, doch Hermine konnte sich nicht dazu aufraffen, in ihren Kurs zu gehen.
Vor ihrem inneren Auge sah sie noch einmal Snape, der der Sportlehrerin verzückt den Stuhl zurecht rückte und ihr ein Lächeln schenkte, dass bestenfalls als schleimig bezeichnet werden konnte – mal ganz davon abgesehen, dass Snape überhaupt einmal anders gelächelt hätte als boshaft oder gemein. Oder verschlagen. Oder hinterhältig. Er hatte alle Versionen von Grinsen und Lächeln auf Lager, die einen das Fürchten lehren konnten. Aber nie und nimmer hätte sie ihm was anderes zugetraut.
Langsam wurde ihr die Sache unheimlich und sie spielte mit dem Gedanken, Snape Recht zu geben, wenn er andeutete, dass es kein Zufall war, dass sich ihre Wege schon wieder kreuzten. Aber welchen Sinn sollte das haben? Und wo passte die Lehrerin da ins Bild?
Ratlos blieb sie sitzen, wo sie war und rang mit sich und der Frage, ob sie Harry nun anrufen sollte oder nicht. Ihre berühmt-berüchtigte Neugier war jetzt geweckt, und irgendwo musste sie ja anfangen, wenn sie herausfinden wollte, was das alles bedeutete. Am Ende entschied der Blick auf ihre Uhr, dass der Anruf noch bis zum Abend warten musste, da ihr Kumpel jetzt sicherlich selig am schlummern sein würde.
Seufzend nahm sie ihre Tasche, erhob sich und eilte zu ihrem Kurs, der bereits in vollem Gange war.
Unterdessen war Snape eingefallen, dass er eigentlich noch etwas mit dem Rektor besprechen wollte. Daher schlug er nun den Weg zum Hauptgebäude ein, in dem dessen Büro untergebracht war, und wurde von den Sekretärinnen dort mit einem frostigen Blick begrüßt, ehe sich die Damen wieder ihren Arbeiten zuwandten. *Aha…die Buschtrommeln funktionieren also einwandfrei hier!* Mit einem unverbindlichen Nicken grüßte er zurück und stellte sich an den Tresen, der den Raum in zwei Teile trennte und dem Wartenden wahrscheinlich das Gefühl eines Bittstellers geben sollte, was den Professor freilich mehr als kalt ließ. „Wären Sie so freundlich, Mr. Johnson davon in Kenntnis zu setzen, dass ich eine Unterredung mit ihm wünsche?" Er hatte niemanden speziell angesprochen, doch seinem Ton war unschwer zu entnehmen, dass es weniger eine Bitte als mehr eine Forderung war.
Unbeirrt führten die Frauen ihre Tätigkeiten fort, ohne Snape auch nur eines Blickes zu würdigen. Er wartete eine Minute, dann noch eine weitere. Mit jeder Sekunde, die verstrich, verfinsterte seine Miene sich zusehends, und es dauerte nicht lange, bis er anfing, ungeduldig mit den Fingernägeln auf den Tresen zu trommeln. Keine Reaktion auf der anderen Seite.
Nur mühsam gelang es dem Professor, sich im Zaum zu halten, als er schließlich noch einmal sein Anliegen vortrug. „Läge es eventuell … nicht, dass ich Sie in ihrer mit Sicherheit absolut wichtigen Arbeit unterbrechen wollte … aber vielleicht läge es DOCH vielleicht im Bereich des Möglichen, dass eine von Ihnen ihren reizenden Hintern zu ihrem Chef bewegen und ihm mitteilen könnte, dass ich ihn sprechen möchte?" Mit jedem Wort, jeder Silbe wurde Severus ätzender, und als sich am Ende immer noch keine der Sekretärinnen mit ihm zu befassen gedachte, platze ihm der Kragen. „HEUTE NOCH, wenn ich bitten darf!" bellte er und stellte mit Befriedigung fest, dass dies zu wirken schien.
Bedächtig erhob sich eine der Damen, stützte sich mit den Händen auf ihrem Schreibtisch ab und schleuderte ihm Blitze entgegen, die jeden halbwegs vernünftigen Menschen hätte drei Schritte rückwärts gehen lassen.
„Das Wort BITTE scheint in Ihrem Wortschatz wohl nicht zu existieren, oder?" hielt sie ihm entgegen, ihre Wut nur halbwegs unter Kontrolle.
„Falls es Ihnen in Ihrem unermesslich emsigen hantieren entgangen sein sollte, Misses: ich habe meine Bitte durchaus anständig vorgetragen." entgegnete Snape gelassen, doch bei ihren nächsten Worten fiel ihm nichts mehr ein.
„DAS nennen Sie anständig?" Die Zauberin richtete sich zu ihrer vollen Größe auf und machte eine unmissverständliche Geste Richtung Tür. „Das üben wir aber noch mal!" ätzte sie nun zurück.
„Bitte?" fragte Snape pikiert.
Aus den Augenwinkeln bekam er mit, dass sich eine der angrenzenden Türen öffnete, doch er ließ die Zauberin auf der anderen Seite nicht aus den Augen. Von den anderen hörte er verhaltenes Kichern, und er verschränkte demonstrativ die Arme vor der Brust; einerseits, um klar zu machen, dass er auf keinen Fall dieser Aufforderung nachkommen würde, andererseits, um sie nicht alle in kleine weiße Mäuse zu verwandeln – das wäre schlicht unter seiner Würde.
„Gehen Sie raus, klopfen Sie an, wie es sich gehört und fragen Sie anständig und mit manierlichem Ton, ob der Rektor zu sprechen ist." Langsam und bedächtig, als wäre der Professor schwer von Begriff, erklärte die Frau, was sie von ihm erwartete, was dieser lediglich mit hochgezogener Augenbraue und überheblichem Grinsen quittierte. „Dann können Sie auch erwarten, dass man Sie respektvoll behandelt."
„Dasselbe kann ich auch von Ihnen-" Bevor der Professor dazu kam, auszusprechen, was er dachte, wurde er rüde unterbrochen.
"Dürfte ich gütigerweise erfahren, aus welchem Grund hier rumgebrüllt wird wie in einem Affenhaus?" Snape drehte sich überrascht zu der Stimme um, die zwar nicht laut, aber glockenklar durch den Raum schallte. Sie gehörte zu einer älteren Frau, die kerzengerade in der Tür stand und alle Anwesenden, einschließlich Severus, mit einem Blick bedachte, der einem unwillkürlich das Gefühl gab, etwas ausgefressen zu haben. Selbst der Professor war für einen Augenblick versucht, verschämt die Augen niederzuschlagen und den Kopf einzuziehen, ehe er sich darauf besann, wer er war und wozu er hier stand. Er hatte keine Ahnung, wer diese Frau war, doch sie machte den Eindruck, als wäre sie es gewohnt, dass man ihr widerspruchslos gehorchte. Ihre Eisblauen Augen wanderten forschend von ihm zur Sekretärin und wieder zurück, die Hände vor sich zusammengelegt. „Nun?"
Beinahe gleichzeitig begannen er und die Sekretärin, ihre Version der Dinge zu schildern.
„Er kam hier rein und hat uns rumkommandiert wie seine persönlichen Haussklaven!"
„Die Damen waren der Meinung, mich und meine Bitte geflissentlich ignorieren zu müssen!"
"Das war alles, aber keine-"
„Wenn Sie sich die Mühe gemacht-"
„Sie glauben wohl, sie seien-"
„RUHE!" Wieder ruckten die Köpfe herum. Snape selbst war wenig beeindruckt; er war sich keiner Schuld bewusst, zu keinem Zeitpunkt hatte er auch nur ansatzweise die Stimme erhoben – was man von der Frau auf der anderen Seite des Tresens nicht gerade behaupten konnte „Sally, Sie begeben sich bitte wieder an Ihre Arbeit. Mr. Snape, folgen Sie mir bitte!"
Ohne eine Antwort abzuwarten, drehte die Frau sich um und betrat wieder den Raum, aus dem sie gekommen war.
Severus und Sally warfen sich noch giftige Blicke zu, ehe er sich abwandte und der anderen Frau folgte.
„Bitte setzen Sie sich, Mr. Snape!" Mit einer einladenden Geste hieß die Frau ihn, sich zu setzen, doch der Professor blieb stur stehen.
„Nehmen Sie es mir bitte nicht übel, Madam, aber -" Snape riss erstaunt die Augen auf, als er schon wieder unterbrochen wurde.
„Mr. Snape, es ist mir durchaus bewusst, dass Sie eigentlich mit zu sprechen wünschen – Sie haben Ihren Wunsch ja schließlich laut genug kundgetan. Was auch immer Sie mit ihm zu regeln haben, können Sie auch mit mir tun, ich bin die Konrektorin dieser Universität und habe jede Befugnis, die der Rektor auch hat. Gestatten Sie, mich vorzustellen: Regina O´Donnell!" Sie reichte ihm förmlich die Hand, und sprach ohne Unterbrechung weiter, während sie sich begrüßten. „ Bedauerlicherweise konnte ich Sie bei Ihrer Ankunft nicht ebenfalls begrüßen, da ich nicht abkömmlich war, aber seien Sie versichert: Ihr Ruf ist ihnen vorausgeeilt. Und jetzt setzen Sie sich bitte, Sie machen mich nervös!"
Wider Willen kam Snape dieser Aufforderung nach. „Sehr nett, Sie kennen zulernen, Mrs O´Donnell-" „MISS O´Donnell! Und wenn es Sie nicht stört, würde ich gerne dieses Gespräch eröffnen, ehe Sie mir ihr Anliegen vortragen."
Eine unmissverständliche Warnung lag in den Augen und der Haltung der Konrektorin, die nicht einmal Snape ignorieren konnte. Er konnte es sich nicht erklären, aber diese Frau erinnerte ihn an den Eindruck, den Narcissa Malfoy gerne nach außen zu Schau trug: Kühl, beherrscht, jederzeit Herrin der Lage und – vor allem – gewohnt, dass man ihr überall und immer Folge leistete.
Der Raum, in den sie ihn geführt hatte, glich eher einem kleinen Salon: elegante Möbel aus der Biedermeier-Zeit, Samttapeten und dickfloriger Teppich. Sie saßen an einem kleinen Tischchen mit passenden Sesseln und die Rektorin schlug nun damenhaft die Beine übereinander und verschränkte die Hände auf den Knien.
„Ich bin kein Freund davon, um den heißen Brei herum zu reden, Mr. Snape, also sage ich es rundheraus:
Sie befinden sich hier nicht auf Hogwarts! Dort mag es vielleicht üblich gewesen zu sein, dass man ihre menschenverachtende Ader stillschweigend ignoriert, wenn nicht gar toleriert hat. Man mag es – in Anbetracht der Umstände – eventuell sogar noch nachvollziehen können. Es gibt jedoch keinerlei Grund, warum sie Ihre Marotten hier weiterpflegen sollten. SETZEN SIE SICH!"
Mit herablassender Miene war Severus aufgestanden und hatte sich hinter den Stuhl gestellt. „Ich denke nicht, dass ich mich auf diesem Niveau mit ihnen unterhalten muss. Welche Marotten ich wo pflege und warum, ist allein meine Sache." Er musterte Regina O´Donnell kühl, die ihrerseits das Kinn hervorreckte, bereit, ihm jederzeit zu widersprechen. „Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Tag!"
„Setzen Sie sich BITTE wieder hin, Mr. Snape!" Miss O´Donnell sah ihn mit einem Blick an, der keinen Widerspruch duldete. „Wenn Ihnen daran gelegen ist, hier weiter beschäftigt zu bleiben, sollten Sie sich setzen!"
„Tse!" Mit einem hämischen Grinsen griff der Professor in seinen Umhang, zog die Broschüre über die Universität hervor und warf sie der Konrektorin auf den Schoss. „Und wenn die UAWW weiter mit meinem Namen glänzen will, täten Sie gut daran, mir ein wenig entgegen zu kommen. Sie hätte es bitter nötig, würde ich meinen!" konterte er.
Mit einem beiläufigen Blick auf das kleine Heftchen seufzte Miss O´Donnell und hob bedauernd die Schultern. „Tja, sieht aus, als hätten wir eine Patt-Situation."
Eine gute Stunde später verließ ein mittelmäßig gelaunter Zaubertrankmeister wieder das Hauptgebäude.
Er hatte zwar seine Forderungen soweit zu seiner Zufriedenheit durchsetzen können, musste im Gegenzug allerdings auch einige Zugeständnisse machen. So war es eigentlich nicht geplant gewesen. Er hatte vorgehabt, den Rektor ein wenig unter Druck zu setzen, da dieser, ohne Snapes Einverständnis, mit dessen Namen in der Broschüre warb. Stattdessen sah er sich kurzzeitig der Möglichkeit eines Rauswurfs gegenüber, was ihn dazu Zwang, umzudisponieren.
Quitt pro Quo war diese Devise gewesen, alles, was er haben wollte, hatte seinen Preis, und er hatte hart verhandeln müssen mit O´Donnell. Mit dem anderen Kasper wäre es leichter gewesen, dessen war er sicher. Aber die Konrektorin war härter als Stahl.
Im Endeffekt bekam er aber doch, was er wollte:
Die Stundenpläne wurden samt und sonders umgeworfen, damit der Professor pro Tag nur noch zwei Kurse hatte, dafür jeden davon für volle vier Stunden, damit auch anspruchsvollere Tränke gebraut werden konnten.
Ferner konnte er aus den bestehenden Kursen die vielversprechendsten Studenten auswählen und sie dementsprechend expliziter fördern.
Als er sich dafür einen Assistenten wünschte, biss er das erste Mal auf Granit. Dafür würden die vorhandenen Mittel nicht reichen; er solle sich den besten Studenten heraussuchen und diesen als Gehilfen unterweisen. *Berauschende Aussicht!* hatte der Professor gedacht, denn ihm war klar, dass dazu nur eine in Frage kam. Aber eher würde er Nachtschichten einlegen, als dass er dies zuließ.
Im Gegenzug hatte Snape zukünftig höflich, zuvorkommend und nett zu Studenten und Angestellten gleichermaßen zu sein; der Unterricht war von dieser Regelung ausgeschlossen, da er sein Gegenüber davon überzeugen konnte, dass es in seinem Fach äußerster Konzentration und Disziplin bedurfte, sollten keine gravierenden Unfälle geschehen.
Noch ein paar Kleinigkeiten wurden besprochen, ehe sich der Professor und die resolute Dame voneinander verabschiedeten.
Während er sich nun endgültig auf dem Weg zu seinem Labor befand, hatte er das Gefühl, beschnitten worden und nicht mehr er selbst zu sein.
„Grundgütiger Merlin, warum tue ich mir DAS an?"
